9/11 Der Tag, an dem die Erde stillstand, und was wir daraus lernen können

Man sagt, der 11. September 2001 sei ein Tag, den kein Mensch je vergessen wird, der ihn erlebt hat. Ich glaube, das stimmt. An jenem Tag, den alle nur 9/11 (sprich: Nine-Eleven) nennen, fand in den Vereinigten Staaten der bisher gewaltigste Terroranschlag in der Geschichte der Menschheit statt. 19 islamistische Massenmörder kaperten vier Verkehrsflugzeuge und lenkten zwei mit verheerenden Folgen in das World Trade Center in New York und eines in das Pentagon nahe Washington. Das vierte stürzte ab, nachdem Passagiere, die von den anderen Flugzeugen erfahren hatten, den Kampf gegen die Terroristen im Flugzeug aufnahmen – leider ohne Erfolg.

Ich saß in der Redaktion der BILD in Essen, als die ersten Nachrichten von jenseits des Atlantiks eintrafen. Überall im Großraumbüro hingen Monitore, auf denen rund um die Uhr diverse Nachrichtenkanäle flimmerten. Die Ausgabe für den kommenden Tag war fast fertig, Themen festgelegt, Bilder ausgewählt, ein ruhiger Tag – bis gegen 8.46Uhr Ortszeit. Ein Verkehrsflugzeug ist in ein Hochhaus in New York gekracht, lauteten die ersten Meldungen. Wir konnten live die große, qualmende Wunde an dem mächtigen Gebäude beobachten. Schlimmer Unfall, was für ein Trottel musste der Pilot gewesen sein, vielleicht hatte er einen Herzanfall und konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren.

Genau erinnere ich mich an den Moment, an dem wir aufwachten, als über den Monitor ein zweites Flugzeug rauschte. Was machen die denn da, schoß es mir durch den Kopf, bevor es in einem großen Feuerball am anderen der Zwillingstürme explodierte und klar war: das ist kein Unfall, das ist ein Angriff. Auf das Symbol der Wirtschaftsmacht USA, auf die sich als unangreifbar wähnende Supermacht, die in diesem Moment so hilflos war, wie bei dem Angriff auf die auf Hawaii vor Anker liegende Pazifikflotte der USA am 7. Dezember 1941. Pearl Harbor – auch davon hat jeder gehört.

Es gab auch vor diesem Tag schon Terroranschläge, aber seit 9/11 kann jeder wissen, das dieser Angriff den Startschuss markierte, an dem islamistische Fanatiker nicht nur den USA, sondern uns allen den Krieg erklärt haben. Schaut her, niemand von Euch ist mehr sicher! Wir werden die Ungläubigen jagen, töten oder unterwerfen. All die, die frei leben wollen, die anders glauben, anders leben.

Viel ist seitdem rund um den Erdball passiert. Der mörderische Terror ist zum Alltag geworden, zu eine Notiz in den Nachrichten. Neue Formen des Terrors haben wir kennengelernt. Längst vergessen geglaubte Angriffswaffen wie Äxte und Macheten sind wieder da, man tötet Unschuldige neuerdings auch mit PKWs und Lastwagen, so wie beim Weihnachtsmarkt 2016 auf dem Berliner Breitscheidplatz. Und die Mächtigen? Die Politiker, die uns regieren, die von uns gewählt werden? Sie sagen, wir sollen uns nicht beunruhigen, unser Leben nicht von Angst bestimmen lassen. Und dann steigen sie in gepanzerte Limousinen, begleitet von Motorradeskorten und schwer bewaffneten Leibwächtern. Und sie reden davon, dass man bloß nicht überreagieren dürfe und auch Terroristen ein Recht auf informationelle Selbstbestimmung und Datenschutz haben. Und wenn ich mir eine Waffe kaufe, um mein Leben im Notfall verteidigen zu können, kommt im schlimmsten Moment das SEK und nimmt mich fest. Waffen? Dürfen nur Polizisten (sprich: der Staat) und die Bösen haben. Verrückte Welt, oder?

Der 11. September kann trotzdem Hoffnung machen, etwa wenn man heute das neue, imposante World Trade Center in New York anschaut, das sagt: Wir sind nicht unterzukriegen! Es kann Hoffnung machen, wenn man heute an Todd Beamer denkt, den tapferen jungen Mann, der den Angriff mutiger Passagiere auf die Terroristen im vierten Flugzeug UA3 anführte und der, bevor er mit anderen zum Angriff auf das besetzte Cockpit stürmte, den Psalm 23 betete:

„Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.
Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.
Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher.
Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.“

Beten wir diese Sätze für Todd Beamer und seine hinterbliebene Familie, seine Frau Lisa, seine Söhne David und Drew und all die namenlosen tausenden Opfers dieses Wahnsinns, der bis heute andauert und noch lange andauern wird. Helden wie Beamer und all die Opfer – auch hier bei uns in Europa – dürfen niemals vergessen werden, denn sie mahnen uns auch für die Zukunft: Es ist noch lange nicht vorbei.

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Dieser Artikel wurde 16 mal kommentiert

  1. Alexander Droste Antworten

    Ja, Wahnsin und Terror begleiten unseren Alltag seit 9/11. Und es bleiben viele Fragen unbeantwortet.

  2. Helga Antworten

    Und um 17 Uhr Ortszeit verkündete man den Kollaps des WTC 7!!! So ganz ohne Feind-Berührung, 21 Minuten vor dem Kollaps. Als der Nachrichtensprecherin bewusst wurde, wozu sie missbraucht wurde, kollabierte sie auch und beendete ihren Job als Nachrichtensprecherin. Da hatte man etwas so perfekt durchgeplant und dann so ein Leichtsinnsfehler.

    Das Wunder der Neuzeit war dann, dass WTC7 so komplett aus dem kollektiven Bewusstsein rausgehalten werden konnte. Die Programmierung der Gehirne nahm ihren Lauf. Während man am 1. Tag noch WTC 7 erwähnte, also bevor Dauerwiederholungen dieses Ereignis im Langzeitgedächtnis verankerten, verschwand es durch simples Simsalabim aus der Öffentlichkeit. Deshalb war es auch im Untersuchungsbericht nicht erwähnenswert.

    Dieser Kriminalfall ist noch nicht aufgeklärt. Deshalb ist alles, was uns die veröffentlichte Meinung darüber erzählt „Fake-News“.

    Dieses Ereignis wurde zum Gründungsmythos für den War on Terror, den man endlos und willkürlich führen kann. Fragen dazu sind gleichbedeutend zur Holocaustleugnung, zur „Klima-Leugnung“ , zur „Islam-ist-Frieden-Leugnung“!

    Der Treppenwitz der Geschichte : Nun siedeln wir unbegrenzt und vollzuversorgende Moslems an, denen sich diese Gesellschaft komplett zu unterwerfen hat, bis wir alle die segensreiche Wirkung des Islams in allen Fasern unseres Herzens spüren.

    Es gibt in Deutschland das Institut für Islamfragen. Ich verlinke es nicht aus Rücksicht auf Herrn Kelle , denn Verlinkungen können im Zensurstaat Stress bedeuten. Dort kann man sich kundig machen, was 9/11 letztendlich für uns bedeutet. Absolute Unterwerfung! Versteck Dein Halskettchen mit Kreuz, weil „Männer“ sich sonst provoziert fühlen können.

    Saudi – Arabien und Katar investieren hier in die Stärkung des Islam mit seinen Pracht (Macht)-Moscheen und wir liefern denen Superwaffen und nicht zu überwindende Grenzanlagen , incl. Schulung des Sicherheitspersonals! Schließlich sollen die Glaubensbrüder ja zu uns und uns für den Weg ins Paradies vorbereiten. Was für ein Deal!

    • Alexander Droste Antworten

      Verschwörungstheorien? Wer die offizielle Version von 9/11 anzweifelt, ist Ketzer und wird mit allen Mitteln bekämpft. Berechtigte Zweifel und freie Meinungsäußerung waren gestern.

      Frage 1 zum Stunt: Wie kann ein Fluganfänger, der auf einer Cestna geübt hat ein Flugmanöver vollführen, wie es die offizielle Version beschreibt? Hunderte Luftfahrtexperten zweifeln.

      Frage 2 zum Stunt: Das dritte Flugzeug sowie das vierte waren irgendwie nicht auffindbar. Haben sie sich in Luft aufgelöst? Ein Bürgermeister kratzt sich fragend am Kopf.

      Frage 3: Wie können sich drei Hochhäuser aus massivem Stahl gebaut innerhalb von wenigen Minuten in Pulver auflösen, zumal nur zwei von Flugobjekten getroffen wurden? 2.000 Architekten allein in den USA sowie ein Experte der Behörde, die den Bericht zu erstellen hatte, haben sehr große Zweifel. Sprengexperten haben plausible Theorien: Fachgerechte Sprengung.

      Frage 4: Wo waren die Abfangjäger des am stärksten bewachten Luftraumes der Welt während des 20 minütigen Stunts? Militärexperten zweifeln.

      Frage 5: Wie kommt ein Passdokument unversehrt eines der Terrorpiloten in den Haufen Mehl eines der Hochhäuser? Millionen von normal denkenden Menschen ticken sich an den Kopf.

      Frage 6: Wie können aus massivem Stahl gebaute Hochhäuser in freiem Fall einfach in sich zusammen sinken. Sprengexperten sagen es, s.o.

      Frage 7: Wieso kommt bei manchen Feuerwehrleuten der Verdacht auf, sie wären schon vorbereitet gewesen.

      Soviel Fragen nur ganz allgemeiner Art. Im Detail kommen hunderte auf.

      Ich habe keinerlei Theorien aufgestellt, sondern nur Fragen, die nicht beantwortet werden. Die Theorie einer Verschwörung jedoch erhärtet sich zunehmend. Vor allem, weil alles daran gesetzt wird, dass keinerlei zusätzliche öffentliche und plausible Gutachten erstellt werden.

      Frage 8: Welche Strategien werden von wem verfolgt? Die eine kennen wir ja: „Dem bösen Ami werden wir’s zeigen.“ So lässt man uns glauben. Dann Bündnisfall.
      Die andere Strategie wäre: Krieg! Wir haben schon viel über Amerikas imperiale Strategien gehört, gelesen, gelitten. Wer noch daran zweifelt, der sollte mal nach Wesley Clark (NATO) googeln. Brzezinski habe ich ja schon mal erwähnt, G. Friedman (STRATFOR) als strategischer Berater der US-Regierung wird ja für irrelevant gehalten. Wistkleblower aus der CIA sind ebenfalls irrelevant, so wie andere aus den Geheimdiensten auch.

      Es liegt ganz offen auf der Hand: Da ist was faul im Staate USA!

      • S v B Antworten

        Ich weiß nicht, ich weiß nicht, liebe Vor-Kommentatoren. Geht – selbst wenn es sich nur um Fragen handelt – nicht die Fantasie doch ein bisschen mit Ihnen durch? Tausende(!) von unschuldigen Menschen im Zusammenhang mit 9/11 zu opfern, nur um einen Grund dafür zu schaffen, andernorts mal so richtig zuschlagen zu können? Das mag ich den USA, die in der Vergangenheit allerdings schon für manche Überraschung sorgten, dann doch nicht recht zutrauen.

        Obwohl… Man denke nur an das unverschämte Fake mit der Chemiewaffen-Produktion im Irak, welches nachträglich den Einmarsch in dieses Land rechtfertigen sollte. Nie werde ich vergessen, wie deutlich Colin Powell seine persönliche „uneasiness“ über den öffentlichen Vortrag der Lüge im Gesicht stand. Kult.

        Auch wäre da der bis heute noch immer nicht geklärte „Absturz“ des berüchtigten Malaysian Airways Fluges 370. Angesichts der wirklich seltsamen Umstände sollte man diesen Fall keinesfalls auf sich beruhen lassen und darauf bauen, dass der Mantel des Vergessens vielleicht schwerst wiegende Schulderkenntnisse auf alle Zeiten gnädig kaschieren wird. Wie gerne sähe ich, wenn die exakten Umstände, die zum grausamen Tod von weit über 200 – wiederum unschuldigen – Menschen geführt haben, noch zu meinen Lebzeiten ans Tageslicht gelangten.

        • Helga Antworten

          Liebe(r) SvB, Madeleine Albright hat auf die Bemerkung , dass die Sanktionen gegen den Irak mindestens einer halben Million Kinder das Leben gekostet hat, geantwortet: Das war es wert!

          Wir Normalos analysieren mit Normalo-Verstand und können uns einfach nicht in Psychopathen reinversetzen. Menschen sind schlichtweg nur Material, das doch in unendlicher Menge zur Verfügung steht.

          • S v B

            Wenn Frau Albright diese menschenverachtende Ungeheuerlichkeit wirklich so geäußert haben sollte, hätte man ihr, als hochrangige offizielle Vertreterin ihrer Regierung, gegenüber eine höfliche Einladung nach Den Haag aussprechen müssen. Ach, nicht doch, ich vergaß, dass US-Bürger dort wohl „nicht so gerne gesehen sind“; oder wie soll man sonst ausdrücken, dass man sich seitens der USA um Den Haag bis heute recht gekonnt „herumdrückt“?

      • Helga Antworten

        Bravo, besser kann man die unbeantworteten Fragen nicht zusammenstellen.

        Man kann auch noch erwähnen, dass überhaupt nur eine Untersuchung mit lückenhaftem Untersuchungsbericht erstellt wurde, weil Angehörige keine Ruhe gaben. Sie wollten sich einfach nicht abspeisen lassen, vorneweg die Jersey-Girls oder Jersey-Widows.

      • labrador12 Antworten

        Lieber Herr Droste

        „Dem Mann kann geholfen werden“

        Zuerst einige allgemeine Bemerkungen zu Ihren Fragen, dann werde ich eine Ihrer Fragen detailliert untersuchen.

        1) der Großteil Ihrer Fragen lebt von künstlichen Dichotomien, zB:
        # massivem Stahl – Pulver,
        # kleine einfache Cestna (ich nehme an Sie meinten Cessna) – große komplizierte Boeing,
        # stärkster bewachter Luftraum – fehlen der Abfangjäger …

        Aber alle diese konstruierten Gegensätze implodieren bei näherer Betrachtung.

        2) Für eine detaillierte Analyse habe ich Ihre Frage 4 ausgewählt und zitiere sie vorab zur Erinnerung:
        „Wo waren die Abfangjäger des am stärksten bewachten Luftraumes der Welt während des 20 minütigen Stunts? Militärexperten zweifeln.“

        Also:
        1) die Behauptung, der Luftraum über NY (oder auch der über Washington DC) wäre der „am stärksten BEWACHTE Luftraume der Welt“ halte ich für ziemlich „mutig“

        Ich würde zB den Luftraum an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea für viel besser über/be-wacht halten. Oder den Luftraum über Hamburg während des G20 Gipfels oder …

        Warum haben die Amerikaner (und etwas später auch die Russen) AWACS Flugzeuge gebaut? Was werden sich die wohl dabei gedacht haben? Vielleicht zu viel Geld?, denn die sind sauteuer. Für manche ein ewiges Rätsel …

        2) „des 20 minütigen …“, rechnen sollte man halt können.

        Was in der Zeitlinie der Ereignisse am nächsten an die 20 Minuten kommt und einigermaßen sinnvoll erscheint, ist der Zeitraum zwischen dem Einschlag von AA 11 um 8:46:40 am WTC 1 und UA 175 um 9:03 am WTC 2. Das sind aber keine 20 Minuten sondern 16 Minuten und 20 Sekunden.

        Subtraktion, eine überschätzte Kunst … Volksschulmathematiker wie ich zweifeln … in einer Waldorfschule könnten es auch gerne Sekundarstufen-Mathematiker sein.

        Das damals zuständige NEADS verfügte 2001 über vier startbereite Kampfjets zur Sicherung des ihm zugewiesenen Luftraums (etwa die halbe Ostküste), zwei in der Otis Base in Cape Cod, MA, und zwei in der Langley Base in Hampton, VA. Für den Luftraum über Deutschland DE stehen derzeit (2016) ebenfalls 2 Alarmrotten (2 Eurofighter beim TaktLwG 71 und 2 beim TaktLwG 74) bereit, ich habe aber meine Zweifel, ob die durchgehend QRA2 (siehe unten) fahren. Wenn ein Pilot 2 mal im Monat (das ist bereits ziemlich viel) dafür 24 Stunden bereitstehen muss, dann braucht man für 2 Rotten 60 Piloten (Bei QRA5 und QRA2 möglicherweise auch 120 Piloten weil dem Vernehmen nach die Piloten nur 2 Stunden am Stück im Cockpit sitzen und dann 2 Stunden Pause haben) …

        Googeln Sie doch einfach mal QRA oder Alarmstart, dann sehen Sie, dass
        – bei QRA15 immer 2 Piloten im Aufenthaltsraum sind (die werden Beim Alarm zum Flieger gebracht, checken den Flieger, steigen ein, fahren die elektronischen Systeme hoch, starten die Triebwerke, die Waffen werden entsichert und die Jets rollen zur Startbahn und starten nach 15 Minuten), während
        – bei QRA2 die Piloten bereits im Flugzeug mit laufendem Triebwerk sitzen. Da laufen also Triebwerke 24 Stunden. Das benötigt Kerosin, aber vor allem viel mehr Wartung der Triebwerke, weil die nach einer bestimmten Anzahl von Betriebsstunden überholt werden müssen.

        3) Abfangjäger: Und?
        Wohin die Abfangjäger schicken? Dass man das Sekundärradar (den Transponder) ausschalten kann, wissen Viele nicht erst seit MH370. Andere kapieren es nie …

        Primärradar sind meist militärisch. Militärs interessier(t)en sich für den zivilen Luftverkehr nicht sonderlich, weil kein Feind. Zumindest bis September 2001 (und in Asien noch viel länger nicht, siehe MH370)

        Und was hätten Abfangjäger, so welche vor Ort gewesen wären, in Ihren Augen tun sollen?
        Die Verkehrsmaschinen abschießen und damit eigene Staatsbürger selbst töten. Das war zumindest bis 2001 überall ein ziemliches NoGo. Der einzige Abschuss eines Verkehrsflugzeuges durch ein Jagdflugzeug der mir einfällt (und bei dem keine eigenen Bürger betroffen waren) ist 1983 die KAL007.

        Und wenn schon abschießen, dann wo? Wie viele Tote hätte es gegeben, wenn UA 175 über NY abgeschossen worden wäre? Was wetten, ein natürlich rein hypothetischer Herr Troste würde dann der Vermutung anhangen, dass UA 175 ein ganz anderes Ziel als den WTC 2 gehabt hätte und die bösen Amis die Situation willentlich und wissentlich verschlimmert hätten.

        Die „derzeitige“ Situation für DE beschreibt wikipedia so: „Anfang 2005 in Deutschland beschlossenen Luftsicherheitsgesetz sollten die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, welche es unter anderem im Notfall, wie z. B. bei dem Versuch, ein Flugzeug als fliegende Bombe zu benutzen, den Besatzungen der Jagdflugzeuge auf Anweisung des Verteidigungsministers erlauben, dieses abzuschießen. Am 15. Februar 2006 erklärte das Bundesverfassungsgericht den entsprechenden Paragraphen für verfassungswidrig und berief sich dabei auf das Quantifizierungsverbot. Es urteilte zudem im April 2013, dass nicht der Verteidigungsminister, sondern nur die deutsche BUNDESREGIERUNG in EILFÄLLEN entscheiden darf.“ (meine Hervorhebung, wer sieht den Widerspruch?)

        Wenn ich das Urteil von 2006 richtig verstehe, dann dürften die deutschen Eurofighter-Piloten derzeit zusehen, um die Ereignisse später vor Gericht zu bezeugen, mehr aber auch nicht. Und da rufen Sie nach Abfangjägern, ernsthaft?

        Nebenbei, ob das Urteil des Bundesverfassungsgerichts beim einem ähnlich gelagerten Attentat auf die Elbphilharmonie während des G-20-Konzerts berücksichtigt worden wäre, wenn Verbindungsoffiziere aus (in alphabetischer Reihenfolge) China, England, Frankreich, Indien, Russland und den USA hinter dem deutschen Einsatzleiter stehen, um „ihm den Rücken zu stärken“, wer wagt es zu vermuten?

        Und weil es auch mit dem Fliegen zu tun hat:
        – Es gibt Piloten, die schreiben die brillante Außenlandung von OS111, 2004 vor MCH der Tatsache zu, dass der Pilot auch Segelflieger war; die sind doch noch viel einfacher zu fliegen als Ihre „Cestna“, da muss man auch keinen Motor bedienen …

        – Und andere (zB Flight International) sagen eine Ursache für den Absturz von AF 447 war, dass viele Linienpiloten manuelles fliegen verlernt hätten. Bei kleinen „Cessnas“ muss man wegen der geringen Motorleistung viel besser auf einen Strömungsabriss (Stall) aufpassen. Man kann sich da nicht mit dem „Schubhebel“ retten. Da muss man fliegerisch was können.

        – Für jene, die etwas vom Fliegen verstehen eine Übersetzung des Mitschnitts des Stimmenrekorders:
        02:13:40 6.547 Flugstunden Zieh hoch… zieh hoch… zieh hoch… zieh hoch…
        02:13:40 2.936 Flugstunden Aber ich ziehe doch die ganze Zeit über voll hoch!
        02:13:42 10.988 Flugstd. Nein, nein, nein… zieh nicht hoch… nein, nein.

        02:14:28.4 Ende der Aufnahme.

        Da hat nur der ganz alte Hase (58) begriffen worum es ging. War leider zu spät. Und der hatte 3 Jahre nur eine Privatpilotenlizenz (PPL) womit man „Cessnas“ fliegen darf, während die beiden Jüngeren schon nach einem Jahr die Luftverkehrspilotenlizenz (ATPL) hatten.

        Ich wage mal die Vermutung, dass ein Cessna-Pilot keine 6.547 Flugstunden allein mit „Zieh hoch“ erlebt. Alle, die zu viel und zu oft „hoch gezogen“ haben sind ganz schnell wieder herunter gekommen.

        • Uwe_aus_DO Antworten

          Ich staune, labrador12, über Ihre Detailkenntnisse, fürchte aber, dass man hier zu einigen Verschwörungstheoretikern mit Fakten und Menschenverstand nicht mehr durchdringt.

          Einen Ihrer Gedanken möchte ich noch vertiefen. Die „Idee“, ein vollbesetztes Passagierflugzeug als Bombe zu mißbrauchen, war Mitte der 90er noch undenkbar (zumal man nicht glaubte, dass die Terroristen allesamt bereit sein würden, in den sicheren Tod zu gehen). Ende der 90er Jahre ist sie erstmals im Hollywood Film Critical Decision (Einsame Entscheidung) thematisiert worden (und da hätte man die 747 über dem Atlantik abgeschossen, nicht über NYC).

          In dem Film sagt ein General (?) im Krisenstab sinngemäß, „Das Problem ist, dass wir für die Absichten der Entführer keinerlei Beweise haben. Wie sollen wir der Weltöffentlichkeit erklären, dass wir ein Passagierflugzeug mit hunderten Passagieren, viele davon Amerikaner, scheinbar ohne Not töten? Damit, dass ein CIA-Agent eine Vermutung hat?“

          Das genau ist das Dilemma. Aber ich könnte mir vorstellen, dass Andreas Droste oder Helga eine Erklärung hätten.

          • labrador12

            Lieber Uwe_aus_DO,

            danke für diesen Hinweis, bei Filmen bin ich zum Entsetzen meiner Neffen völlig blank 🙂

            Wie Herr Droste vor einiger Zeit richtig festgestellt hat, weiß ich eigentlich gar nicht so viel. Nach Prof. Spitzer benötigt man eine Grundkenntnis zu einem Thema und kann erst dann mit Mr. Google darauf aufbauen. Diese Grundkenntnis scheint bei mir auf Grund vieler, in verschiedenen Bereichen tätiger Freunde, vorhanden. Ansonsten benötigt es nur (reichlich) Zeit und etwas gesunden Menschenverstand/Philosophie/Logik.

            Nichts von den angeführten Details wäre nicht öffentlich zugänglich. Also könnte so ziemlich jeder (genügend Zeit vorausgesetzt) meine Analyse getätigt haben. Mich erinnert das an die Geschichte von einem Schweizer Journalisten, den in den 30-igern die damals noch geheime Aufstellung der Wehrmacht publizierte. Die Infos bekam er angeblich aus Todes und Heiratsanzeigen der lokalen Zeitungen (habe es nicht geprüft, scheint mir aber möglich)

            Das Misstrauen mancher hier stört mich nicht wirklich. Viel mehr stört mich die einseitige Blindheit und deren fehlender Wunsch die eigenen Argumente zu perfektionieren, denn das macht einen Austausch von Argumenten ziemlich schwierig.

  3. Uwe_aus_DO Antworten

    Klaus Kelles Blog-Beitrag könnte zum Gedenken anregen – an die vielen Opfer. Er könnte auch zum Nachdenken anregen – über die Politik, die seit 16 Jahren wissen sollte, dass es diese neue Form von Terror gibt. Und was sie dagegen getan hat – für mein Empfinden viel zu wenig.
    Aber stattdessen wird hier sofort wieder die alte Verschwörungstheorie ausgepackt. In ein paar Tagen werden auch wieder die Mondlandung und die Existenz von Bielefeld in Frage gestellt, ach ja, und auch ich kenne einen, der einen kennt der letzte Woche ein Einhorn gesehen hat, und Elvis saß drauf….

    Liebe Mit-Kommentatoren, ich bin beinahe sprachlos. Diskutiert diesen Sch… auf Facebook, kehrt hier zu den Tatsachen zurück, beschäftigt Euch damit, wie wir diesen Schrecken für die Zukunft auch wieder loswerden können.

  4. Helga Antworten

    Uwe, ich muss Ihnen zustimmen. Im Neusprech, also im postfaktischen Zeitalter, zählen wir Fakten tatsächlich zu den Verschwörungstheorien, wie 2+2=4, die plumpeste VT von allen.

    Insofern zähle ich sie zu den aufgeklärten Deutschen und davon können wir ja nicht genug haben.

    Zweigeschlechtlichkeit ist ja inzwischen auch so eine Verschwörungstheorie.
    Halten Sie die Stellung! Deutschland braucht Klardenker.

    • Uwe_aus_DO Antworten

      Wenn ich versuche mich zu zwingen, Ihnen zu folgen, Helga, dann gäbe es also eine Reihe böser Menschen (oder Aliens), nennen wir sie den Freiclan oder die Ku-Klux-Maurer, und die haben das WTC in die Luft gesprengt.

      Selbst wenn das also Fakt wäre, bliebe ganz dringend die Frage: Wie gehen wir damit um? Wir sollten sie doch suchen, aufspüren und bestrafen, oder? Und warum tut das dann keiner, warum versuchen SIE es nicht?

      Zu meiner großen Überraschung hatte auch ich in meinem Umfeld Menschen, die Angehörige oder Kollegen am 9.11.2001 verloren haben, seitdem habe ich mich mit der „ich kennen einen, der einen kennt“-Theorie beschäftigt und bin mir sicher (ganz klar gedacht!): Es gibt Politiker, Polizisten, Staatsanwälte und Richter, die bei den Attentaten Ehepartner, Kinder, Geschwister usw. verloren haben.

      Und die sitzen alle da und warten geduldig, bis die Ku-Klux-Maurer wieder zuschlagen?

      „Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden“ (Helmut Schmidt); ich würde dieses Zitat ganz persönlich für Sie noch ergänzen wollen um „die Vernunft, das absurde zu erkennen und mich auf die wichtigen Probleme zu konzentrieren“. Und beende meinen Teil dieses Austauschs hiermit, bevor er zu einem Dialog wird.

      • Helga Antworten

        Lieber Herr Uwe, cool bleiben!

        Der Gelassenheitsspruch stammt übrigens von den anonymen Alkoholikern und Helmuth Schmidt war ja ganz offensichtlich eher ein unanonymer Raucher.

        Schönen Tag noch!

    • S v B Antworten

      Fielen die unsäglichen NSA-Spionageaktivitäten ursprünglich nicht auch unter die wohlfeile Rubrik „Verschwörungstheorien“? Geradezu amüsiert erinnere ich mich an die TV-Stellungsnahme eines völlig entnervten Innenministers Friedrich, der vor Wut förmlich überkochte, weil er der ständigen „Verdächtigungen“ der US-amerikanischen Geheimdienste überdrüssig war. Sein Auftritt: wiederum Kult. Nicht lange danach trat das ganze(?) Ausmaß der US-Spionage dann zutage. Dank des bewundernswert mutigen Herrn Snowden gelangte zumindest in diesem Falle einmal die Wahrheit ins grelle Licht des Tages. Bis heute bezahlt Herr Snowden einen hohen Preis für seine Courage. Herr Uwe_aus_DO scheint die Ungeheuerlichkeit „unter Freunden“ allerdings schon längst ad acta gelegt zu haben.

      • S v B Antworten

        Und was den von Ihnen zitierten, in der Tat sehr weisen, Spruch mit der „Gelassenheit“ angeht, hätte manch einer vielleicht gerne, dass dieser von Helmut Schmidt stammte; leider muss ich Sie, lieber Uwe_aus_DO, diesbezüglich enttäuschen. Was die tatsächliche, bzw. vermutete, Urheberschaft angeht, empfehle ich Ihnen, einen Blick in Wikipedia zu werfen. Von Helmut Schmidt ist dort an keiner Stelle die Rede. Sorry.

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