Auf den letzten Metern: Altern ist nicht nur eine Frage des Wohnens und Essens

Ist das Altwerden in unserer Gesellschaft etwas Erstrebenswertes? Materiell sind die meisten Rentner in Deutschland so abgesichert, dass sie im Alltag klarkommen. Das Systen funktioniert, auch wenn bis heute viele Bürger nicht begriffen haben, dass die Abzüge für Rentenversicherung nicht auf irgendeinem Konto aufbewahrt werden, sondern dass es den Generationenvertrag gibt. Und der besagt, dass die Jungen mit ihrer Arbeit und ihrem Einkommen den Ruhestand der Alten finanzieren. Dumm nur, wenn viele Deutsche beschließen, keine Kinder mehr haben zu wollen, und die Medizin solche Fortschritte gemacht hat, dass der Anteil der Alten in der Bevölkerung immer größer wird. Kein Wunder, dass mancher Politiker in Berlin den unkontrollierten Massenzuzug junger Männer nach Deutschland in den vergangenen eineinhalb Jahren als wahren Segen empfinden. Islam hin, Terrorismus her – wenn viele der Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan Deutsch lernen und eine Ausbildung absolvieren, dann können sie die Kinder-Lücke auffüllen und ordentliche Steuer- und Beitragszahler werden. Das Problem ist nur: Bisher zieht es nur einen sehr übersichtlichen Anteil der in Deutschland aufgenommenen Flüchtlinge und Zuwanderer in den geregelten Arbeitsmarkt. Aber was heißt das schon? Wir schaffen das – so lautet ja die fade Parola aus dem Kanzleramt.

Alt werden, das ist nicht nur eine Frage der finanziellen Absicherung. Ein Dach über dem Kopf, Heizkosten und eine spärliche Grundversorgung garantiert unser Staat. Aber wie lebenswert ist es denn, das Alter in einem Land, in dem die Lebenszeit immer länger wird? Wenn – wie festgestellt – immer weniger Deutsche Kinder bekommen (wollen), dann ist das ihr Recht. Aber das bedeutet auch, dass immer mehr Menschen im Alter allein in ihren Wohnungen sitzen. Ab dem 80. Geburtstag kommt der stellvertretende Bürgermeister für fünf Minuten vorbei und gibt eine Flasche Sekt ab. In der Adventszeit veranstaltet der Stadtteilbeirat ein weihnachtliches Singen mit gedecktem Apfelkuchen und Bohnenkaffee, wie die alten Leutchen das noch vielfach nennen. Und sonst? Manche Rentner gehen jeden zweiten Monat zum Arzt, einfach, damit sie jemanden haben, mit dem sie ein paar Minuten sprechen können. Wer kümmert sich um die alleinstehenden Alten?

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Dieser Artikel wurde 15 mal kommentiert

  1. Andreas Schneider Antworten

    Wenn man den Generationenvertrag auf den finanziellen Aspekt reduziert, erntet man schlussendlich die aus seinen offenkundigen Mängeln resultierenden faulen Früchte.

  2. Andreas Antworten

    Hi, die alten sind aber dann die Bevölkerungsmehrheit, wie wird dann das Leben meiner Kinder aussehen, beruflich, privat ? Das treibt mich ehrlich gesagt mehr um.

  3. Walter Lerche Antworten

    Sofort fällt mir das Wort „Respekt“ ein – Respekt voreinander und insbesondere vor dem Alter. Früher, zur aktiven Zeit meiner Großeltern war Respekt vor den Älteren die Regel. Im fernen Asien ist das noch heute so, selbst dann, wenn die alten Gehirne nicht mehr rund drehen. Respekt lebt man dort und man bezeugt ihn durch Gesten.

    Ich will ja nicht auf unsere junge Generation schimpfen und alle in einen Topf werfen, denn sie ist das Ergebnis ihrer Vorfahren, das Ergebnis von uns und unseren Eltern. Und dann ist da noch die staatlich vorgegebene Gender-Ideologie, die das Gegenteil von intakten Familien zum Ziel hat. Intakte Familien könnte ja Chancengleichheit verhindern und die Manipulation von Kindern durch den Gender-Staates erschweren. – Nach dem Ende der Lebensarbeitszeit winkt zwangsläufig Einsamkeit. Wer diese abwenden will, der muss vorher darüber nachdenken und diese in seinem persönlichen Fall bereits in jüngeren Jahren abwenden. Wer dies nicht tut, der braucht sich später nicht über andere beklagen, Gender hin oder her.

    Im Fernsehen werden neue moderne energiesparende Mehrgenerationen-Häuser rosig gezeigt. Ob das wohl in der Breite funktioniert oder nur in Einzelfällen gut möglich ist?
    Auf den alten Bauernhöfen sieht man neben dem großen Bauernhaus ein kleineres sog. Auszugshaus. Dorthin wechselte der alte Bauer mit seiner Frau, nachdem er den Hof einem seiner Nachkommen überlassen hat. Dort verbrachte er dann seine letzten Jahre, bekam bei Bedarf Essen gebracht, Pflege und war zeitlich und räumlich mit der ganzen Familie verbunden. Die jüngeren Familienmitglieder kümmerten sich selbst oder organisierten die Altenbetreuung. Im Gegenzug halfen die Alten den Jüngeren bei der Arbeit oder im Haushalt, wann und wo immer sie gebraucht wurden und konnten. – Das waren wertvolle Kindertagesstätten.

    Der wichtigste Punkt als Ursache für verloren gegangen Respekt ist vielleicht der:
    Die gewachsenen, bewährten Werte und Normen – dazu gehören Respekt, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Freundlichkeit u.v.m. – wurden damals von den Großeltern auf ihre Enkel übertragen, indem sie miteinander Zeit verbrachten, vorlasen, aus ihrem Leben erzählten, Erfahrungen vermittelten und sowas wie „das tut man nicht“ sagten. Diese Klammer über 3 Generationen ging verloren. Die heutigen Bezugspersonen für Kinder sind ihre Eltern oder die Onkels und Tanten in den Kindertagesstätten. Omas und Opas nimmt man nicht für voll und lacht über sie. – Irgendwann werden wir Älteren uns bei ihnen entschuldigen müssen, dass wir noch da sind und ihnen auf der Tasche liegend ihr bequemes Leben und ihren Spaß einschränken.

  4. Elena B. Antworten

    Ich bin Deutsch-Russin. Und ich musste feststellen, dass in Deutschland mit dem Umgang mit älteren Menschen definitiv etwas falsch läuft. Der Stellenwert der Familie hat sich verschlechtert. Bei Russen werden Eltern selten ins Altersheim geschickt. Bei mir persönlich steht die Familie auf der ersten Stelle, und ich werde meine Mutter selber pflegen, wenn es so weit ist. Ich werde damit nicht nur meiner Pflicht nachgehen, sondern auch meinen Sohnen zeigen, dass man die Eltern nie in Stich lassen darf.

  5. Uwe_aus_DO Antworten

    Seit der Regierungszeit der sozialliberalen Koalition unter dem „Heiligen“ Willy Brandt (ja, ich bin als genug mich an diese Zeit zu erinnern) wurde die Familie immer mehr demontiert.

    Auch Kohl und Merkel haben während ihrer Kanzlerschaft immer weiter an ihrem Fundament (und damit auch dem unserer Gesellschaft) genagt, man mußte ja mit dem „Zeitgeist“ (ich kann das Wort nicht mehr hören) gehen.

    Nun bekommen wir mehr und mehr die Quittung präsentiert. Biologisch können wir länger leben, aber wir haben kaum etwas davon. Und unsere (Enkel-) Kinder zahlen wie dumm und dämlich in die Rentenversicherung, ohne sich damit selbst eine lebenswerte Rente zu sichern.

    Ich verstehe nicht, warum niemand dagegen aufsteht.

  6. Alexander Droste Antworten

    Wie gut es doch die Alten in den No-Go Areas haben: So eine libanesische Familie lässt nichts über ihre Alten und auch Jungen kommen, mag die deutsche Polizei aufmarschieren so viel sie will.

  7. Michael Fietz Antworten

    Es ist leider nun mal so. Den guten alten Familienbund gibt es wohl nur noch bei unseren ausländischen Mitbürgern. Schae, aber das ist nun mal die Realität.

  8. PeWi Antworten

    Ein kleiner Einwurf: Die Rentenversicherung hängt an den Arbeitsplätzen unabhängig davon, wieviele Kinder die Deutschen nun bekommen oder auch nicht. Viele Kinder nützen niemanden etwas, wenn es keine Arbeitsplätze für die Kinder gibt. Teilzeit- und Stundenjobs nützen der Rentenversicherung ebensowenig etwas, wenn Vollzeitarbeitskräfte in Rente gehen. Outsorcing von Arbeitsplätzen bedeutet, wenig bis nichts für die Rentenversicherung.

  9. S v B Antworten

    Kälte breitet sich aus in Deutschland; und das nicht nur, weil gerade Winter ist. Die stramm voranschreitende links-grün-ideologische Demontage gesunder Familienstrukturen hat inzwischen schon Tradition. Daran wird sich, wie zu vermuten steht, erst dann etwas ändern, wenn die Existenz großer Bevölkerungsgruppen unsicher und materiell so prekär wird, dass man schon notgedrungen wieder näher zusammenrückt. Dabei wird sich herausstellen, dass Blut letztlich doch um einiges dicker als Wasser ist, egal was man uns heute einreden will. Diejenigen allerdings, die nie Kinder hatten, werden dann sehr wahrscheinlich das Nachsehen haben.

  10. Konrad Kugler Antworten

    Als der Mercedes 190 ein nicht ganz gewöhnliches Auto war, kam ich monatlich in ein Haus, davor stand ein solcher. Die Hausfrau, 70, nicht mehr recht gesund, jammerte an mich fremden Mann hin, daß sie allein (in einem schönen großen Haus) sei, weil sie keine Kinder habe. Ihr Mann hätte schon Kinder gewollt, aber sie nicht. [Der Erbfall dürfte teuer geworden sein (für die Erben).]

    Der Generationenvertrag empfindet zwar die Großfamilie nach und nutzt dieses Vorbild, aber die Konsequenzen zieht er nicht daraus.

    Was „er“ heute ermöglicht, ist pervers. Keine Kinder aufziehen, aber als Doppelverdiener die Renten von anderer Leute Kindern einzufordern.

    Das perverestete aber ist, daß Zeugungsunwillige den Tenor der Erziehung der Kinder anderer Leute vorgeben wollen und auch noch dürfen.

  11. Konrad Kugler Antworten

    Wer schützt die kinderlosen Alten, wenn, schon längst angedacht(!), der „Erlöser mit der Spritze“ kommt?

  12. Ruth Antworten

    Generationenvertrag – richtig. Dennoch haben die Regierenden die Gelder, die von dieser, jetzt alten Generation in den Rententopf hart erwirtschaftet und angespart wurden, zweckentfremdet und damit andere Ausgaben finanziert. Hinzu kommt, dass ein halbes Land, von denen nie jemand einen Pfennig in diese Rentenkassen eingezahlt hat, plötzlich aber volle Rentenansprüche, da ja alle vollbeschäftigt waren, angemeldet hat und diese Renten bis heute auch bezahlt werden.

    Den Familien, die aus welchen Gründen auch immer, keine Kinder in die Welt gesetzt haben, die Schuld zuzuschieben ist auch nicht unbedingt fair. Die Frauen, die eben nicht daheim blieben und „nur“ Hausfrau und Mutter waren, haben in der Zeit weiter gearbeitet und SV-Beiträge und Steuern generiert, von denen die Mütter ebenso mitfinanziert werden, wie Schulen, Kindergärten, etc. – die andere Kinder brauchen. Die nicht-arbeitenden Eltern sollten also dankbar für jeden sein, der eifrig Steuern zahlt und damit die Schulen finanziert. Seien wir ehrlich, wieviel Steuern und SV-Beiträge werden von einem Familienvater mit 2 Kindern bezahlt? Davon kann der Staat die Ausgaben, die für Familien benötigt werden nicht finanzieren. Also sollte man eher dankbar sein, für jeden der all die Jahre voll in diesen Topf einbezahlt.

    In einem Punkt muss ich Ihnen Herr Kelle jedoch voll und ganz zustimmen. Die Öffnung der Grenzen, unkontrolliert jeden ins Land zu lassen, und jeden pauschal verharmlosend als Flüchtling zu bezeichnen war falsch. Nicht wenigen ging es um Sicherheit, sonst wären sie dankbar im sicheren Griechenland oder Österreich geblieben. Den meisten ging es um die bestmöglichste soziale Rundumversorgung und alle waren bestens informiert, dass sie diese in Deutschland fast hinterhergeworfen bekommen, auch wenn man sich gefälschter Pässe bedient. Unter all den Zugereisten waren ebenfalls viele alte und kranke Menschen, und sie wussten genau, was ihnen alles zusteht, hatten schnellestens neue Brillen, eine Zahnbehandlung, ein Hörgerät. Und diese Menschen werden nie auch nur einen Tag in Deutschland arbeiten und etwas zum System beitragen.
    Von all den jungen Männern, die tagtäglich aus Marokko, Algerien, Eritrea, Tunesien kommen ganz zu schweigen.

    Deutschland wäre geholfen eine sinnvolle, gezielte Migration zu unterstützen. Wie das funktioniert kann man in Kanada, Australien ja auch in den USA abgucken. Die Massenmigration von Menschen, deren Kultur und Glauben im krassen Gegensatz zu den westlichen Werten steht ist nicht nur gefährlich, wie wir leider schon erfahren mussten, es wird das Problem auch nicht lösen.

    Richtig ist auch, daß sich die Werte in Deutschland drastisch verschoben haben. Viele Eltern erziehen ihre Kinder nicht mehr, sondern schieben die Verantwortung und die Kinder in Kitas, Schulen und fremde Erzieher ab. Das sich eben diese Kinder dann irgendwann auch nicht darum scheren, ob ihre Eltern vereinsamen oder in irgendeinem Heim dahinvegetieren ist nicht verwunderlich. Der Respekt gegenüber den Eltern geht völlig verloren. Daran sind aber auch diese Eltern mit Schuld.

    • Walter Lerche Antworten

      Als das „halbe Land“ zum nun „ganzen Land“ beigetreten war, sind mit einem Schlag die Kosten für mehr als 1 Armee weggefallen, vom Wegfall der Kriegsgefahr ganz zu schweigen.
      Und wenn die Alten im „halben Land“ volle Rente beanspruchen, dann deshalb, weil es ihnen Populisten im Kampf um Sitze im Parlament, Posten und Pfründe eingeredet haben.
      Ich finde es nicht zielführend, wenn eine soziale Gruppe gegen eine andere ausgespielt wird. Derzeit läuft das zunehmend zu Pensionen und Renten.
      Es besteht so viel und gravierender Handlungsbedarf – man kann es kaum fassen.

  13. St.Ex Antworten

    Hi, wir kümmern uns doch schon um die Alleinerziehenden – das mit den Alten erledigt sich von selbst.
    Nacht Deutschland!

  14. treu Antworten

    Das Schlimmste ist doch, das gerade die Alten uns in schöner Regelmäßigkeit CDU und SPD einbrocken, weil sie immer wieder wegen ein paar EURO Rentenwahlversprechen ihre Kreuzchen wie gewohnt machen. Ich kann da angesichts der unweigerlich kommenden Altersarmut und sozialer Verwerfungen kein Mitleid empfinden. Wer immer wieder diejenigen wählt, die dieses Land weiter in den Abgrund treiben und genau dafür verantwortlich sind, was die Alten dann wiederum bejammern, dem ist nicht mehr zu helfen und soll sehen, wie er damit klar kommt. Um die Generation, die diesen ganze Irrsinn erarbeiten, bezahlen und am Laufen halten muß kümmert sich auch niemand. Zumindest nicht die Alten.

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