Schon vor vielen Jahren erzählte mir ein guter Freund, der als Berufssoldat bei der Bundeswehr Rekruten ausbildete, dass die „Jahrgänge immer schlechter“ würden. Keine Einstellung zum Beruf, kein Ehrgeiz, unsportlich und so weiter. Früher war alles besser, schoss mir spontan die alte Floskel meiner Eltern durch den Kopf. Und ich schüttelte spöttisch den Kopf über das Vorurteil über „die Jugend von heute“

Heute lese ich in der „Welt“, dass immer mehr Polizeianwärter in Nordrhein-Westfalen an schlechten Deutschkenntnissen scheitern. Versagten beim Schreibtest 2013 noch 5,7 Prozent der Bewerber, so waren es im vergangenen Jahr bereits 10,4 Prozent. Hinzu kommt, dass jeder Fünfte – genau 20,5 Prozent – am Gesundheitscheck passen musste.

Was ist los mit unseren jungen Leuten? Macht unser Bildungssystem es ihnen zu leicht? Sind wir eine Gesellschaft, in der „chillen“ grundsätzlich mehr zählt als Leistungsbereitschaft, Disziplin, Ehrgeiz?

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Dieser Artikel wurde 17 mal kommentiert

  1. Leyh Antworten

    Hallo Herr Kelle,
    es gibt so ein Sprichwort: Man könnt erzogene Kinder gebären, wenn die Eltern erzogen währen!
    Und noch etwas! Ich hatte als Kind eine Links-Rechts Schwäche. Ein Freund meiner Mutter hat das auf seine Art geändert. Er hat mir mit (meiner Ansicht nach) voller Kraft auf den linken Oberschenkel geschlagen und gesagt: Das ist Links. Ich weiß es heute noch!
    UND ICH HABE IHN NICHT ANGEZEIGT!

  2. Verena von Buch Antworten

    Die Kinder dürfen ja heute in der Schule schreiben wie sie wollen, und kein Lehrer verbessert mehr. Wahrscheinlich wissen die es auch nicht besser. ..Schon ganz schön traurig das Ganze. Armes Deutschland

  3. Ruth Antworten

    Cool sein

    Sehr geehrter Herr Kelle,

    da sprechen Sie ein Thema an, das auch mir schon lange durch die Gedanken tobt? Was ist los mit den jungen Menschen?

    Hipp sein, Gel im Haar, irgendwelcher Mode-Schnickschnack, natürlich das neueste Smartphone immer am Ohr. Viele betonen selbst in ihrem Gang wie androgyn sie doch sind – megacool. So präsentieren sich die meisten jungen Männer – der Torben, Benjamin, Malte Generation.
    Facebook, Instagram, Whatsapp – ja das können sie alle, da sind sie überall mit dabei, aber hat auch nur einer von ihnen „Die Getriebenen“ gelesen, oder sich mit der aktuellen Politik auseinander gesetzt?

    Das Bildungsniveau in den Schulen wird seit Jahren nach unten angepasst, der Chancengleichheit wegen. Wenn ein Schüler mal eine 5 bekommt – falls das Notensystem nicht eh schon abgeschafft wurde – rennen die Helikoptereltern zur Schule und drohen mit Klage, statt dem herzallerliebsten Sohn mal nahezulegen, statt mit dem Smartphone zu spielen, den Lehrstoff durchzuarbeiten. Es ist ja verpönt, einem Kind auch beizubringen, dass er etwas leisten muss, um etwas zu erreichen. Da wird von rot-grün ja gleich von unzumutbarem Leistungsdruck gejammert. Am besten man gibt jedem Schüler einen Abi-Durchschnitt von 1,3, und wenn man dafür Fächer wie Tanzen oder Musikhören einführt, und Deutsch, Mathe, Physik oder Chemie ganz streicht, damit der Notendurchschnitt nicht gestört wird.

    Leistungsbereitschaft und Ehrgeiz geht verloren, natürlich. Warum soll man sich auch bemühen? Fleißige, rechtschaffene Menschen bekommen doch täglich den Beweis: wo wir wieder bei der fragwürdigen Massenzuwanderung sind. Die Oma aus Anatolien bekommt, ohne je in ihrem Leben auch nur einen Cent in die Solzialsysteme eingezahlt zu haben, nur weil sie hier aufgetaucht ist, sofort finanzielle Mittel, kostenlose medizinische Rundumversorgung, ja auch Brille und Hörgerät – während die Putzfrau, die sich 45 Jahre in Deutschland abgerackert hat, mit ihrer kleinen Rente kaum über die Runden kommt und selbstverständlich einen gewaltigen Anteil an Zuzahlungen für ihre Medikamente selbst aufbringen muss. Ist das die Soziale Gerechtigkeit?

    Aber zurück zum Thema, die Polizei hat Nachwuchssorgen!
    Wie soll die Polizei aber gute Bewerber finden, die körperlich mehr drauf haben, als den neuesten Style und zumindest über gute Deutschkenntnisse und eine gewisse Allgemeinbildung verfügen?
    Warum sollen sich junge Männer das antun, einen Job, in dem sie sich mit „prügelnden Großfamilien“ auseinandersetzen müssen und dafür auch noch beschimpft werden?
    Warum soll man einen Job als Polizist wollen, vielleicht sogar anfangs noch mit Ehrgeiz und vollem Einsatz rangeht, um dann zu erleben, dass die Straftäter, die sie mit einem Messer in der Hand oder beim Einbruch, oder schlimmeren festnehmen konnten, oder den Vergewaltiger, den sich gerade noch von einer Frau herunterziehen konnten, oder einen Handtaschenräuber, der die Tasche noch in der Hand hatte, die Geldbörse daraus aber schon in der eigenen Hosentasche verschwunden ist, das all diese Täter, die sie erfolgreich schnappen konnten, dann wenige Minuten später, nach Feststellung der Personalien, wieder auf freiem Fuss sind – und sofort weitermachen, wo die Polizei sie vorher gestört hat? Und falls es überhaupt zu einem Prozess kommt, dann Richter mit Wattebäuschchen werfen und die Täter, wegen der guten Sozialprognose, der schlechten Kindheit, oder anderen Ausreden, wieder laufen lassen.

    Will ein junger Mann mit einigermaßen guter Schulbildung so einen sinnlosen Job, bei dem er sich selbst ständiger Gefahr ausstetzt und der auch noch schlecht bezahlt wird? Warum sollte er? Wer also bleibt übrig, wer bewirbt sich noch? Warum?

    Hoffentlich plärren jetzt nicht wieder einige, weil ich hier nicht auch von weiblichen Bewerberinnen bei der Polizei geschrieben habe! Das ist ein anderes Thema.

    • Helga Antworten

      Liebe Ruth,

      volle Zustimmung, vor allem zu dieser Passage:
      „Will ein junger Mann mit einigermaßen guter Schulbildung so einen sinnlosen Job, bei dem er sich selbst ständiger Gefahr ausstetzt und der auch noch schlecht bezahlt wird? Warum sollte er? Wer also bleibt übrig, wer bewirbt sich noch? Warum? “

      „Warum sollte er?“ Höchstens weil er nach einiger Zeit einen privaten Sicherheitsdienst gründen und die paar guten Leute, die er bei der Polizei kennengelernt hat, abwerben will. Private Security wird in einem failed state immer wichtiger.

  4. Hans Wolfgang Schumacher Antworten

    In der aktuellen JF kann man lesen, wie das Bundesland Baden – Württemberg das Problem lösen will:
    Dort wirbt die Polizei gezielt um Bewerber ausländischer Herkunft. Und zwar ausdrücklich auch um solche, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft haben!
    Beispielhaft werden als Herkunftsländer u.a. Albanien, Algerien, China, Irak, Kosovo genannt.

    Nun ist es mir völlig egal, ob die Vorfahren eines Polizisten aus Zentralafrika, Asien, dem Balkan oder Anatolien kommen. Aber der Polizist sollte doch wohl zwingend die deutsche Staatsbürgerschaft haben!
    Soll ich mir in meinem Land als deutscher Staatsbürger etwa von einem ausländischen Staatsbürger Anweisungen geben lassen?!

    Die Polizei Baden – Württemberg verlangt von den Bewerbern lediglich, dass diese sich mindestens 10 Jahre legal in Deutschland aufhalten. Von jemanden, der nach immerhin 10 Jahren sich immer noch nicht für die Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft interessiert, kann ich aber kaum erwarten, dass dieser ernsthaft bereit ist, sich beispielsweise für den Schutz deutscher Staatsbürger vor ausländischen Straftätern, womöglich solchen aus seiner Heimat, ernsthaft zu engagieren.

    Aber das Beispiel Baden – Württemberg zeigt anschaulich, wie zügig es mit der Abschaffung Deutschlands zugunsten eines Multikultistans voran geht.

    • Alexander Droste Antworten

      Von einem nicht eingebürgerten Ausländer kann man keine Loyalität erwarten. Oder (Achtung: nur für Grüne):
      So richtig harte Jungs findet die Polizei bestimmt in Russland. Wir sollten mal beim Kreml anfragen.

      Ich habe mal bei einem Disput zwischen einem Zwölftklässler und einem Praktikumsbetreuer in einem Einzelhandelsgeschäft gelauscht. Der Kaufmann hat richtig viel Fantasie entwickelt, um dem Praktikant möglichst breitgefächerten Einblick ins Geschäftsleben zu bieten. Ich wurde neidisch. Er verlangte aber auch einen detaillierten Praktikumsbericht. „Den brauchen wir nicht machen.“ War der Einwand des Burschen. Es entstand ein Streitgespräch mit der Frage, wie er sich denn seine Zukunft vorstelle – der Praktikant war ein Drückeberger wie im Bilderbuch. Der Bursche fabulierte etwas von viel Geld und wenig Arbeit. Ich schmunzelte. Mein Kommentar dazu war: „Ich empfehle dazu, mit einem Hut und Dackelblick auf der Königsallee einen strategisch günstigen Platz einzunehmen.“

      Nun, Polizist wird der wohl nicht. Wer geeignet wäre, sucht sich eine von den oben geschilderten Strategien mit ebenfalls geschilderter Begründung.

    • Walter Lerche Antworten

      Wie viele verdeckte Islamisten sind bei der Polizei schon eingeschleust? Wer weiß, wie viele Schläfer bereits hier sind, in allen Lebensbereichen und Berufen?
      Es las mal im Focus, dass man innerhalb der Polizei nach Reichsbürgern suchte….
      Und man stelle sich vor, es gäbe AfD-Anhänger unter den Polizisten.
      Ich glaube, die Halbwertzeit Deutschlands ist längst schon überschritten. Gute Nacht!

    • Gregor Wensing Antworten

      In der „Chronik der Menschheit“ findet sich im Kapitel „Römisches Weltreich“:

      „Im 3. Jahrhundert … führten das Aussterben der stadtrömischen und italischen Eliten und deren Ersatz durch dem römischen Wesen Fremde zu einer Nivellierung der Reichsuntertanen.“

      Und dann liest man weiter:

      „Immer mehr germanische Völker drangen ins Reichsgebiet ein, wurden zum Teil angesiedelt und durchlöcherten das Herrschaftsgefüge, während in leitenden Stellungen der Verwaltung und des Heeres romanisierte Germanen saßen. Während das oströmischen Reich wegen der günstigen Lage seiner Hauptstadt weiterbestehen konnte, wurde Rom von germanischen Völkerschaften erobert und geplündert. Die weströmischen Kaiser mußten tatenlos zusehen. Als 476 der germanische Heerführer Odoaker den letzten von ihnen entthronte, fand das alte Römische Reich mit dem Zentrum Rom sein Ende.“

      Wie war das doch mit der Wiederholung geschichtlicher Ereignisse …?

  5. colorado 07 Antworten

    Wir alle tragen Mitschuld am Tiefstand unserer Jugend: wir Lehrer, wir Erzieher, wir Bildungspolitiker, wir Medien- und Kulturschaffenden, wir alle, die wir für die Zukunft unserer Gesellschaft Verantwortung tragen und die Jugend verwahrlosen ließen. Wir haben die Anforderungen immer mehr nach unten geschraubt, das Leichte dem Schweren vorgezogen, geringe Leistung zu hoch belohnt….. weil wir uns dem Rausch des Wohllebens ergaben, ohne zu bedenken, dass alles seinen Preis hat. Und nun beklagen wir uns, dass es ein kranker Baum geworden ist, der kranke Früchte trägt. Wen wundert`s?

  6. Uwe_aus_DO Antworten

    Vor vielen Jahren habe ich einmal meinen Lateinlehrer gefragt, wie es passieren konnte, dass das einst übermächtige Römische Reich niederging. Seine Antwort: „Die Herrscher haben die Bürger mit Brot und Spielen erst gefügig, denn dekadent gemacht“.

    Das war natürlich sehr stark verkürzt – aber es fällt mir heute wieder an. Für das Brot haben wir aktuell Hartz IV, für die Spiele ein Smartphone.

    • Walter Lerche Antworten

      Für Spiele und „Unterhaltung“ tragen private Sender und „soziale Medien“ kräftig bei. Der gewachsene Wohlstand bis zur Wiedervereinigung war das Brot. Für Dekadenz sorgen die öffentlich-rechtlichen Sender und Journalie. Die EU bzw. Brüssel sorgt nun dafür, dass die Dekadenz von der Zurücknahme von Wohlstand und Sicherheit begleitet wird. – Alles zu unserem Vorteil oder sonst für wen?

  7. Andreas Schneider Antworten

    In den frühen 70ern nahm mein Vater an einem mehrtätigen Seminar teil, um anlässlich der bevorstehenden Änderungen des BBiG im Rahmen einer „Althasenregelung“ weiter seine Funktion als betrieblicher Ausbilder ausüben zu dürfen. Er brachte u. a. einen „Analogietest“ heim, mit dem seinem damals etwa 11jährigen Sohnemann ausgiebig traktierte.

    Der Test umfasst 40 Fragen im Sinne von „heiß : kalt = trocken : ? „, mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad. Die Begleitpapiere sagten aus, dass dieser Eignungstest mit 75 % der erreichten Maximalpunktzahl den „durchschnittlichen Hauptschulabgänger“ widerspiegele.

    Nachdem ich 1989 selbst die Ausbildereignungsprüfung ablegte, habe ich den Test wieder hervorgeholt und wiederholt eingesetzt. Nur ein einziges Mal bestand eine Probandin.

    Um das Jahr 2000 herum gab ich es dann auf, nachdem ein Abiturient mich fragte, was denn bitteschön eine Analogie sei.

    Sollen ich die eingangs geschilderten Erfahrungen nun überraschen?

  8. Dr.-Ing Lohr Antworten

    Im NRW-Teil der WamS vom 2.4.17 wurden die Kriminalitätsstatistik und Personalstärke der Polizei von NRW mit Bayern verglichen. In Erinnerung blieb mir der Hinweis, daß in NRW nur Abiturienten, in Bayern auch Realschüler in den Polizeidienst genommen werden. Folglich werden die unzureichenden Deutsch-Kenntnisse von NRW-Abiturienten gebracht.
    Da haben die Damen Kraft und Löhrmann wohl alles richtig gemacht!

  9. Tina Hansen Antworten

    Ich habe lange Jahre an verschiedenen deutschen Universitäten gelehrt. In der letzten Zeit habe ich aufgehört, Kommafehler zu korrigieren, weil ich festgestellt habe, dass es buchstäblich niemanden mehr gibt, der die entsprechenden Regeln beherrscht. Ansonsten habe ich Arbeiten von Studierenden dann zurückgegeben, wenn sie aufgrund der sprachlichen Gestaltung unlesbar und damit unverständlich waren. Die jungen Leute sind auf den Schulen einfach nicht ordentlich ausgebildet worden; dafür können sie weniger als die Generation derer, die sie erzogen haben. Eine weitere Beobachtung: Während noch vor 20 Jahren eine „Zwei“ als schöne Note empfunden wurde, stehen heute erwachsene junge Frauen und Männer mit Tränen in den Augen vor einem, wenn sie eine Note erhalten, wo nicht die 1 vor dem Komma steht.

    • Walter Lerche Antworten

      Gibt es eigentlich immer noch so viele Sozialpädagogen, Kunst- und Politikwissenschaftler (Plural schließ m+w ein)? Falls ja, was bewirkten sie, wie reagieren sie auf diese fatale Entwicklung?
      Wieviele Berufsgruppen werden von unseren Steuern bezahlt, von denen nichts zurück kommt? Es wird immer soviel von Nachhaltigkeit gesprochen. Was überhaupt ist denn noch nachhaltig?

    • nini Antworten

      Liebe Frau Hansen, das Problem gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Als ich zu dieser Zeit die Uni besuchte, ließ ein Prof verlauten, dass, wenn er nicht die Interpunktions- und Rechtschreibregeln bei der Benotung außen vor ließe, er keine Arbeit mehr durchlassen könne.

  10. Walter Lerche Antworten

    Je komplizierter und undurchschaubarer die Gesetze sind, je eng gefasster die politischen Vorgaben, desto qualifizierter muss Polizei sein.
    Ich erinnere mich an einen alten Witz: „Warum gehen mindestens 2 Polizisten auf Streife? …Damit sie zusammen die 8. Klasse haben.“
    Wenn man nun in Marksloh häufiger bzw. nur noch ganze Manschaftswagen antrifft, was soll man denken?

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