Sicherheit und Wohlstand in Europa hängen davon ab, dass Deutschland und Europa mit Russland halbwegs klarkommen. Das hat FDP-Chef Christian Lindner in einem Interview gesagt. Man könne nicht nur die völkerrechtswidrige Annektion betrachten, sagt der Liberale. Und es klingt für mich so ähnlich wie bei manchen europäischen Politiker wie 1937, als es ums Sudetenland ging…

Aber natürlich hat Lindner recht, dass man auch mit einem unberechenbaren Partner wie Putin diplomatisch umgehen muss. jedenfalls hat er die richtigen Worte gewählt. Mal schauen, was er nach dem 24. September werden will…

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Dieser Artikel wurde 11 mal kommentiert

  1. Andreas Antworten

    Keine Ahnung.

    Wenn, würde es nur heißen, dass man aus der Geschichte nichts gelernt hätte.

    Die FDP muss das Finanzministerium leiten und ggf. auf das Außenministerium und ggf. auf pseudowichtiges wie Fizekanzlerschaften verzichten.

    Meine Güte, was hätte Westerwelle wirklich ändern können…

  2. S v B Antworten

    Für Sie, lieber Herr Kelle, scheint die Wahl ja schon entschieden: Schwarz-Gelb, was, so vermute ich mal, Ihrer Wunschkoalition entspricht. Ob Herr Lindner einen guten Außenminister abgeben würde, sei dahingestellt. Aber wenn man das rezente Geschick, die glücklichen Händchen, welche deutsche Politiker insgesamt bewiesen haben, kommt es doch fast nicht mehr darauf an, wer welches Amt wie ausfüllt. Die deutsche Politik – nicht nur die amerikanische – ist auf fast allen Gebieten inzwischen doch eine echte Farce. Wo verstecken sich bloß die wirklich guten Leute?

  3. Ruth Antworten

    Sehr geehrter Herr Kelle,

    Ist Herr Putin wirklich unberechenbar? Das sehe ich nicht so. Ein Riesenland wie Russland zu reformieren, vom alten Sowiet-Mief zu lösen und vor allem in eine modernere Welt zu führen ist keine leichte Aufgabe. Von der Infrastruktur bis zu kulturellen Einrichtungen, enorm viel hat sich seit Herr Putin das Ruder in der Hand hat für das Land und die Bewohner Russlands verbessert. Darf man das nicht auch mal anerkennen? Darf man nicht auch mal zugeben, dass diese Entwicklung mit Staatsmännern, die Russland früher hatte, nie möglich gewesen wäre? Auch sollte man sich bewußt sein, wie hätte früher ein Russisches Staatsoberhaupt auf die ständigen Provokationen der Nato im schwarzen Meer oder im finnischen Meeresbusen reagiert? Wären diese auch so besonnen gewesen? Jedes Land soll sich erst mal um seine eigenen Probleme kümmern, bevor es immer nur gegen andere herzieht. Die Medien und Poltiker mögen zwar eifrig weiter Herrn Putin als Feindbild darstellen, ich sehe die Gefahr für unser Land aber eher in der Massenmigration, die, wenn wir auch nur ein wenig fair sind, dem Plan von Prof. Earnest Hooton doch sehr nahe kommt.

    Aber zurück zu Ihrem Thema dieses Postings.

    Leider muss man davon ausgehen, dass das Wahlergebnis auf schwarz/gelb hinauslaufen wird – alternativlos halt – aber auch etwas schade. Denn schwarz/blau wäre sicher besser, wenn wir unser Land wieder haben möchten. Das einzig positive an schwarz/gelb wäre sicher, dass die Partei, die möchte, dass Deutschland verrecke, endgültig abgewatscht wird. Und auch die SPD-Genossen sich dann in Ruhe überlegen sollten, ob die Anschaffung von Montblanc Schreibutensilien auf Kosten der Steuerzahler tatsächlich etwas mit sozialer Gerechtigkeit zu tun hat.
    Das man die gelben nun als Alternative zur Alternativen aus der Versenkung hochgezerrt hat, ist auch dem wenig politisch interessierten Wähler aufgefallen. Vergessen wurde bei all der plötzlichen Begeisterung für die FDP, warum der Wähler diese Partei nach der letzten Koalition mit der CDU derart abgestraft hat.

    Sicher auch, da muss ich dem Kommentar von Andreas recht geben, weil gravierende personelle Fehlentscheidungen getroffen wurden, man vor lauter Gier nach einem Posten, den Bock zum Gärtner gemacht hat.
    Herr Westerwelle hätte im Wirtschafts- oder Finanzministerium viel bewegen können, als Außenminister war er eine total Fehlbesetzung – ähnlich wie unsere mehrfach Mutter und Ex-Familienministerin Frau von der Leyen.
    Ministerposten dürften nur nach persönlichen Qualifikationen vergeben werden.

    Warten wir, wie der Wähler entscheiden wird. Bis dahin geht alles erst mal unverändert weiter.

    Statt dass die, die jetzt – noch – an der Macht sind, die letzten Wochen noch nutzen und zeigen, dass sie es doch können, gemachte Fehler einsehen und diese korrigieren, bestätigen sie aufmerksamen Wählern nur, dass sie es eben nicht können. Wer heute meint mit Fähnchen, Süssigkeiten und Kulis Wähler zu motivieren, für diese Partei zu stimmen, zeigt schon, dass sie nichts verstanden haben.

    In diesem Sinne, wäre es nicht auch bei unseren Politikern endlich an der Zeit für gesunden Menschenverstand?

    • Klaus Kelle Antworten

      Liebe Ruth,

      das könnte man anerkennen, wenn es so wäre. Aber der Einmarsch in die Ukraine und die völkerrechtswidrige Annektion der Krim sind keine Lappalien. Zwei Flugstunden von uns entfernt führt Herr Putin Krieg. Das macht mich ein wenig nervös.

      Und wenn Sie sich die großen Demonstrationen jüngst in russischen Städten gegen die Korruption der Machteleite anschauen, scheint mir das Land keineswegs auf einem guten Weg zu sein.

      • Alexander Droste Antworten

        Einspruch: Nicht Herr Putin führt Krieg, sondern Herr Poroshenkow und Separatisten in der Ostukraine. Was diese Annexion anbelangt, handelt es sich nach Völkerrechtlern um eine Sezession, die freiwillig stattfand und nicht gewaltsam, was die Bezeichnung der Annexion rechtfertigen würde. Da ich mit einem Ukrainer befreundet bin, der in Odessa Freunde und Verwandte hat und dieser mit einer Russin aus Moskau verheiratet ist, kann ich das aus erster Hand sagen. Wir wissen doch inzwischen, dass der Putsch gegen Juschtschenko von der US-Regierung gesteuert wurde.

        Was ist eigentlich mit der gewaltsamen Annexion Tibets? Warum verhängen wir nicht gegen China Sanktionen? Ganz einfach: Tibet hat keine Bodenschätze und ist auch sonst geostrategisch egal im Gegensatz zur Krim und der Ukraine. Außerdem ist China ein großer Markt für uns. Russland könnte es theoretisch auch sein, was die USA aber nach eigenen Bekunden unbedingt verhindern will. Nächte Stufe ist das neue Embargo, das insbesondere uns trifft, weil wir Gas aus Russland beziehen wollen. Das kann Russland eigentlich kalt lassen, kann es sein Gas ja auch wo anders, nämlich in China und Indien absetzen kann. Europa zahlt aber besser. Chinas Marktauftritt wiederum ist aggressiv. Deutsche und europäische Firmen werden systematisch ausspioniert und dann vom Markt gedrängt (siehe Solarworld). China kauft halb Afrika auf um dortige Natur zu Reisfeldern umzugestalten und Bodenschätze auszubeuten. Kein Sterbenswörtchen in unserer Presse. Einzig der Naturschutz wird aufmerksam. Wir sind abhängig von China, deswegen Grabesruhe.

        Die Interventionen der USA in der Welt wurde bereits auch vom WDR ausgiebig dokumentiert und das bestätigt die Ausführungen vom schweizer Historiker Ganser eindeutig und vollumfänglich. Das Russlandbashing ist nach vielmaliger Überprüfung meinerseits unbegründet und reine Propaganda der USA und seiner Vasallen. Ich habe versucht, die Perspektive von der westlichen Seite einzunehmen und den Nutzen darin zu sehen. Das Ergebnis bleibt das gleiche. Gewiss nutzt uns das, bis Trump sagt, jetzt machen wir ohne euch weiter. Die Politik Putins ist aus russischer Sicht klug und besonnen, allenfalls kritikfähig und verbesserungsfähig, jedoch nicht schlechter als die der deutschen Regierung. Alles, was man Putin machtpolitisch vorwirft, können wir auch retrospektive uns selber vorwerfen, getreu dem Spruch „wer mit einem Finger auf die anderen zeigt, zeigt mit vier Fingern auf sich zurück“.

        Bezüglich deutscher Politik ist es sehr interessant, den kongolesischen Immigranten Serge Menga kennen zu lernen. Dieser sagt, was hier falsch läuft und versucht, das träge, bequeme, bärtige deutsche Volk zu mobilisieren sich für Politik zu interessieren und engagieren.

        Sehr interessant ist der Investmentbänker und ehemaliger CDU-Finanzberater Thorsten Schulte, der die Fehlentwicklung der Regierung insbesondere der CDU ganz klar benennt. Will ich die noch zur Regierung? Jetzt will Lindner mit seiner Duldung der Situation mit der Krim, der es beileibe unter russischer Führung besser geht als unter der ukrainischen, die vermittelnde Rolle einnehmen, die in der FDP Tradition ist. Wie ist die Reaktion? Man fällt von allen Seiten über ihn her! Reine Propaganda made in USA! Das steht für mich fest.

        • Alexander Droste Antworten

          „Dieser sagt, was hier falsch läuft und versucht, das träge, bequeme, bärtige deutsche Volk zu mobilisieren sich für Politik zu interessieren und engagieren.“ bärtig sollte bräsig heißen – verdammte Autokorrektur.

          • S v B

            Bärtig? Na, so falsch ist dieses Attribut ja inzwischen nicht mehr. Junge wie auch „mittelalte“ deutsche Männer kopieren die in jüngerer Zeit eher für den arabischen Raum typische Gesichts-Haartracht offenbar immer häufiger. Und überhaupt, was spräche dagegen, bärtig und gleichzeitig bräsig zu sein?

            Spaß beiseite, Ihrem Kommentar bezüglich der USA und „dem Rest der Welt“ kann eine gewisse Schlüssigkeit nicht wirklich abgesprochen werden. Vieles sehe ich ähnlich.

            Und da ich Sie, lieber Herr Droste, schon mal an der Strippe habe, muss ich Ihnen leider mitteilen, dass die Plakatwerbung „Ihrer“ Partei (Die Partei) den guten Geschmack teils schmerzlich vermissen lässt. Ich bin gewiss nicht prüde, aber auf diesem Niveau (männliches Genital, Politik „zum Anfassen“) sollte dann vielleicht doch nicht im Zusammenhang mit einer BT-Wahl geworben werden. An welche Klientel wendet sich ein solches Plakat? Würde sich das Poster nicht viel eher dazu eignen, einen städtischen Laternenpfahl während des jährlichen CSD-Umzuges in Köln oder sonst wo zu zieren? Also wirklich…

            Schönen Tag noch!

          • S v B

            Au weia, könnte es gar sein, dass ich Sie, lieber Herr Droste versehentlich mit der falschen Partei (Die Partei) in Verbindung gebracht habe? Eventuell liegt meinerseits ein Irrtum vor. Falls dem bedauerlicherweise so sein sollte, bitte ich Sie schon jetzt aufrichtig um Entschuldigung.

          • S v B

            Also HABE ich mich geirrt. Bitte nicht übel nehmen, lieber Herr Droste. Schönes Wochenende!

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