Der Prozess gegen Beate Zschäpe biegt auf die Zielgerade ein, und alles konzentriert sich auf die Fragen: Was hat sie aktiv beigesteuert zu den widerlichen Morden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) gegen Ausländer und eine Polizistin in Deutschland? Was hat sie gewusst? Nur danach, was bewiesen werden kann, wird sich die Schuld bemessen, und es sieht nicht gut aus für Beate Tschäpe. Die Bundesanwaltschaft fordert die Höchststrafe und wegen besonderer Schwere der Schuld anschließende Sicherheitsverwahrung. Das bedeutet: Wenn das Gericht ebenfalls zu diesem Ergebnis kommt, wird Zschäpe auf Jahrzehnte hinter Gitter bleiben. Und wenn Sie tatsächlich an den brutalen Gewalttaten beteiligt gewesen ist, hat sie das auch verdient.

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Dieser Artikel wurde 8 mal kommentiert

  1. S v B Antworten

    In diesem Zusammenhang wäre es u. U. sinnvoll, sämtliche im Zusammenhang mit den RAF-Mördern ergangenen Urteile einzusehen und Tzschäpes Schuld dann im Vergleich mit diesen abzuwägen. Obschon ich keine Juristin bin, vermeine ich dennoch eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den jeweiligen Verbrechen ausmachen zu können. Natürlich lasse ich mich diesbezüglich gerne korrigieren.

    • Ruth Antworten

      Nun ganz einfach überlegen, wer sich an diesem Prozess eine goldene Nase verdient? Und wer die Kosten letztendlich bezahlt.

  2. Ruth Antworten

    Sehr geehrter Herr Kelle,

    wenn … dann!

    Ja wenn.

    Aber auch nur dann.

    Gerne hätte ich hier mehr Fakten: was hat der ganzen Prozess den Steuerzahler bis heute gekostet, inkl. dem Theater anfangs um die Akkreditierung aller möglichen Journlisten, bis zur Bezahlung allerlei Gutachter, und noch einem Anwalt, weil einer allein mit der Rechtsberatung dieser Frau überfordert ist?

    Und gerne hätte ich die Fakten gewußt, was genau diese Frau auf dem Kerbholz hat.
    Ist es eine Straftat, für die man lebenslang in Haft muss, weil man jemanden kannte, vielleicht sogar in jemanden „verliebt“ war, der Straftaten begangen hat?

    Ist es nicht etwas bedenklich, wenn Olaf, Denise, Andreas und Markus, oder hier Beate harte Strafen bekommen, weil sie etwas wußten oder eventuell vielleicht etwas vorgehabt haben, oder jemanden kannten, der etwas getan hat, gleichzeitig aber über 600 Gefährder unbehelligt in Deutschland herumlaufen können? Warum für die einen Strafen selbst für „Vermutungen“, für andere, die nachgewiesen etwas getan haben, jedoch keinerlei „Härte des Gesetzes“?

    „Es ist noch nicht vorbei“ – schreiben Sie an anderer Stelle in Ihrem Blog!
    Und genau das befürchte ich auch. Da sich auch nach der Bundestagswahl letztendlich nichts ändern wird, ist es noch lange nicht vorbei.

    In diesem Sinne,
    ein besinnliches Wochenende!

  3. susanne Antworten

    liebe ruth,

    bei ihren zeilen stehen mir die haare zu berge! soll frau zschäpe etwa freigesprochen werden?? selbst wenn sie nicht beteiligt sondern „nur“ verliebt war und nichts gesagt hat? schlimm genug, dass jahrelang angeblich niemand einen zusammenhang erkannt hat und dann auf dubiose weise beweisdokumente verschwunden sind.
    was die kosten betrifft, so funktioniert das nun mal in einem rechtsstaat, ein ordentlicher prozess dauert und kostet. das ist immer noch besser als die „prozesse“ in korruten ländern.
    ihre logik kann ich auch nicht nachvollziehen, sollen „gefährder“ auf gut glück verhaftet und frau zschäpe freigesprochen werden?
    dann wäre nicht nur das geld für den prozess verschwendet sondern auch der rechtsstaat aufs übelste verraten.

  4. susanne Antworten

    ja, das wäre schön. aber umgekehrt kann nicht gelten, dass man frau zschäpe und ihr gefolge aus schlamperei freilässt.
    deutsche „gefährder“ sind nicht weniger schlimm als die aus anderen ländern.

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