EVANGELISCHER KIRCHENTAG: Wo man Pragmatismus predigt, der bei uns längst versagt

In Berlin ist gerade eine Art frommes Woodstock. Freie Liebe vor dem Brandenburger Tor wurde zwar noch nicht bekannt, was aber nur eine Frage der Zeit sein wird, im bunten Deutschland, wo wir uns alle über die vielfältigen Veränderungen freuen dürfen. Aber ein Gutmenschen-Treffen Hunderttausender, bei dem es um Terrorismus und Klima, sexuelle Vielfalt und AfD geht – das erlebt man auch hierzulande nicht oft. Ralf Schuler hat das heute in der BILD gut zusammengefasst: „Was glauben wir überhaupt noch und wozu? Ist der Vorsitzende Gott abwählbar und Pfingsten nur ein freier Tag?“

Die evangelische Amtskirche EKD hat ein Problem mit Gott. Nein, kein Problem, sie braucht Gott nicht mehr, sie hat Götzen und Propheten wie Obama und Käßmann, die selbst für banalste Aussagen frenetisch bejubelt werden. Es erfüllt sich, was der frühere Bundesverteidigungsminister Hans Apel von der SPD in seinem Buch „Volkskirche ohne Volk“ über den Niedergang des deutschen Protestantismus aufschrieb, von Pastoren, die nicht an Gott glauben, von Geistlichen, die Kirchen mit Anti-Nato-Gottesdiensten und schrägen Klampfenklängen entweihten. Apel hatte das Buch geschrieben, nachdem er kurz zuvor mit seiner Frau aus der evangelischen Amtskirche ausgetreten war und sich einer Freikirche angeschlossen hatte, weil da regelmäßig über Gott gesprochen wurde. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Der Zustand der katholischen Kirche in Deutschland ist keinen Deut besser, angepasste Bischöfe ohne jeden Mut, dem Zeitgeist entgegenzutreten, ein Kardinal, der mit eine Sprühdose übers Kölner Straßenpflaster kriecht, um dem Wort „Gutmensch“ einen besseren Klang zu verschaffen. Man kann sich diesen Irrsinn gar nicht ausdenken. Den Zustand der deutschen katholischen Amtskirche habe ich in meinem aktuellen Buch überschrieben mit „Stinkreich und ohne das Feuer des Glaubens“. Unter dem Titel wenigstens würde die Ökumene in Deutschland leicht funktionieren.

Im hessischen Reichelsheim habe ich gestern den Himmelfahrtstag verbracht, viele sagen ja „Vatertag“. Das verdiente Hefeweizen für den Vater Kelle gab es erst zum Abendessen. Davor Gottesdienst, Vorträge, Workshops, Singen, Beten, sympathische Menschen kennenlernen. Eingeladen hatte eine evangelische Kommunität namens Offensive junger Christen (OJC), Freikirchler, würde man sagen.

„Die Bibel als Grundlage der Identität Europas“ war ein Vortrag überschrieben, zu dem es mich allein schon wegen des Titels direkt zog. Gastredner war Vishal Mangalwadi, Philosoph, Buchautor („Das Buch der Mitte„) und Theologieprofessor. Eine US-Zeitschrift bezeichnete ihn als „führenden christlichen Intellektuellen Indiens“. Das wollte ich sehen. Der Mann aus dem fernen Indien enttäuschte meine Erwartungen nicht. Wenn sich Europa nicht auf seine christlich-abendländischen Wurzeln und Werte besinnt, wird es sich selbst zerstören. Es sei „eine Torheit“ westlicher Intelektueller, anzunehmen, dass persönliche Freiheit, Wahlen und „Regime-Change“ in anderen Teilen der Welt, die Lösung für die Zukunft sei. Oder noch klarer: „Ihr wollte anderen den Rationalismus bringen, der bei Euch selbst versagt.“ Und mit solchem Klartext ging es weiter: „Wir brauchen eine neue Reformation, die die Finsternis bekämpft, die den Westen zu verschlingen droht.“ Wow! Wäre so ein Satz auf einem deutschen Kirchentag vorstellbar? Evangelisch oder katholisch? Völlig egal. Die Bibel sei das Buch, dass die Toleranz nach Europa gebracht hat.

Als der Vortrag schon lange vorüber war und sich die Halle geleert hatte, saß ich immer noch auf meinem Platz in der dritten Reihe. Die Bibel hat die Toleranz nach Europa gebracht…

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Dieser Artikel wurde 24 mal kommentiert

  1. Klaus Beck Antworten

    Danke, Herr Kelle, treffender kann man den in Berlin gerade stattfindenden Spuk nicht zusammenfassen.
    Beim Lesen des Programms denkt man auch eher an einen politisch angehauchten Hippie-Esoterik-Kongress als an einen Kirchentag. Kein Wunder, wenn uns jetzt sog. „Entwicklungsländer“ (der Begriff passt dann ja eigentlich auch ganz gut) wieder zeigen, was den christlichen Glauben tatsächlich ausmacht.

  2. El.Li Antworten

    Hippi-Esoterik-Kongress oder auch „Sodom-und-Gomorrha- Festival“ (das las ich dieser Tage) – das soll Kirchentag sein? Eigentlich wollte ich dieses Event auch besuchen, aber mich stießen dann doch viele der Themen ab. Und ich frage mich: Gibt es eigentlich solche Groß-Veranstaltungen auch für gläubige Christen?

    Nehmen Christen die Bibel tatsächlich noch als Grundlage für ihr Leben?

  3. S v B Antworten

    Bravo, Herr Kelle! Der Evangelische Kirchentag ist nun wohl endgültig zum gehypten Mega-Event verkommen. Genau wie Sie erkannte auch ich sofort eine Parallele zum berühmt-berüchtigten Woodstock Festival der Generation Flower-Power. Meine Güte, wie peinlich ist dies alles. Barack Obama wurde gleichsam zum „Jesus Christ – Superstar“ gekürt. Durch seine Präsenz adelte er zudem die Kanzlerin; anlässlich der kommenden BT-Wahlen eine nicht zu unterschätzende Werbeveranstaltung. Auf einem Kirchentag, wie ich bemerken möchte.

    Neben modischem speed-dating und pflichtschuldigem AfD-Bshing („Können, nein dürfen, AfD-Wähler überhaupt Christen sein“?) wurden dem vergnügungshungrigen, sensationslüsternen Publikum noch viele andere zeitgeistige Abwechslungen geboten. „Fürchtet Euch nicht!“, lautete das trotzige Begleit-Mantra angesichts eines gerade vorausgegangenen islamistischen Terroraktes. Die so fröhlich feiernden Orange-Beschalten tanzten einmal mehr auf einem Vulkan, freilich ohne es recht zu ahnen. Sie spüren zwar hin und wieder die Glut unter ihren Füßen, aber „oben herum“ ist doch noch alles ok. Also, was soll’s?
    Feiern wir, tanzen wir doch einfach weiter wie bisher.

    Angesichts dieses Berliner Spektakulums bin ich einmal mehr froh, dass ich mich vor gut zwei Jahren von der Institution Evangelische Kirche in Deutschland verabschiedet habe. Die allzu gefällige, völlig kritiklose Übernahme jedweder angesagter („hipper“) Trends und Moden sind einer seriösen Kirche – so wie ich sie jedenfalls verstehe – absolut unwürdig.

  4. treu Antworten

    Das was da in Berlin stattfindet, das ist kein Kirchentag, daß ist eine völlig absurde und unverschämte Politikshow und Merkelwahlkampfveranstaltung, die dabei vor allem an die Naivsten und am einfachsten zu manipulierenden Menschen gerichtet ist, den gläubigen Jugendlichen, diejenigen also, die tatsächlich noch an Gott glauben oder glauben wollen, aber eben leider auch noch vertrauensvoll all das, was ihnen indoktrinierte und staatlich subventionierte Kirchenführer und Politiker einreden. In zwei deutschen Diktaturen hat man dasselbe mit solchen jungen Menschen gemacht, nur martialischer. Heute ist es jedoch viel gefährlicher, denn man geht subversiver und professioneller vor, die Indoktrinierung und Ideologisierung ist daher viel schwerer zu durchschauen. Armes Deutschland!

  5. S v B Antworten

    Und heute dann noch die Wahlveranstaltung des „Gottkanzlers“ Schulz anlässlich des Kirchentags in Berlin. Na ja, die Vorstellung fand zumindest in einem Dom statt. Aber dass all diese Polit-Events anlässlich eines Evangelischen Kirchentags stattfinden, das darf, nein das muss, man sich einfach auf der Zunge zergehen lassen. Kein leichtes Unterfangen, bleibt einem doch förmlich die Spucke weg.

  6. Dr.-Ing Lohr Antworten

    Der von mir sehr geschätzte SPON-Kolumnist Jan Fleischhauer hat die EKD mal „die größte Vorfeldorganisation der Grünen und passende Beispiele vom Kirchentag in Dresden aufgezeigt. Für Merkel gilt bei diesem Volk natürlich ihr Flüchtlingsdeal, in dem ich einen Eidbruch sehe.
    Bei Zweifeln am Glauben hilft die EKD nicht, eine Bibel in gendergerechten Sprache auch nicht. Und keine Käßmann oder Bedfort-Strohm, vielleicht ein einzelner kleiner Pastor. Der Weg Hans Apels ist dann durchaus zu erwägen.

  7. Dr.-Ing Lohr Antworten

    Der von mir sehr geschätzte SPON-Kolumnist Jan Fleischhauer hat die EKD mal „die größte Vorfeldorganisation der Grünen“ genannt und passende Beispiele vom Kirchentag in Dresden aufgezeigt. Für Merkel gilt bei diesem Volk natürlich ihr Flüchtlingsdeal, in dem ich einen Eidbruch sehe.
    Bei Zweifeln am Glauben hilft die EKD nicht, eine Bibel in gendergerechten Sprache auch nicht. Und keine Käßmann oder Bedfort-Strohm, vielleicht ein einzelner kleiner Pastor. Der Weg Hans Apels ist dann durchaus zu erwägen.

  8. Helga Antworten

    Herr Kelle, da kann ich nur nicken.

    Die Käßmann, Frau kann man ja nicht mehr sagen, da sie ja gendert und möglicherweise als Alien auftrat, hat den Vogel abgeschossen.

    „Das „Neue Deutschland“ schreibt:

    “ Die Reformationsbotschafterin Margot Käßmann hat in einer Bibelarbeit auf dem Kirchentag in Berlin die AfD angegriffen. Die Forderung der rechtspopulistischen Partei nach einer höheren Geburtenrate der »einheimischen« Bevölkerung entspreche dem »kleinen Arierparagrafen der Nationalsozialisten«, sagte Käßmann am Donnerstagmorgen. »Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern: ‚Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht’«, kritisierte die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter tosendem Beifall…“

    Käßmann stammt von Ariern ab, heiratet und zeugt mit einem Arier 4 Töchter, die sie zur Großmutter mit arischen ? Enkelkindern gemacht hat. Sind die Käßmanns Nazis? Gehirngewaschen ist Gender-Margot auf jeden Fall. Warum hat ihr Mann eigentlich nicht wenigstens 2 Kinder geboren? Er hätte sich doch eine Gebärmutter „konstruieren“ können.

    Die Gesellschaft wird gezielt krankgemacht von stinkenden Fischen.

    Stinkt der Kopf, ist der ganze Fisch ungenießbar.

    • S v B Antworten

      Diese Frau ist einfach nur noch peinlich und unerträglich. Fast ist man geneigt, anzunehmen, dass Ihre verletzend unverschämten Auslassungen bezüglich des angeblich von deutschen Großeltern über deutsche Eltern auf deutsche Kinder „vererbten“ braunen Gedankenguts unter Einwirkung irgendwelcher, den Geist vernebelnder, Substanzen zustande kamen. Tut mir leid, aber anders kann ich mir das alles nicht mehr erklären.

      Zudem wird kolportiert, dass die dummdreisten Äußerungen Käßmanns, die Justizminister Maas unter „normalen“ Umständen eindeutig als Hetze einstufen würde, von 5.000 KIRCHENTAGS-Besichern begeistert aufgenommen und mit viel Beifall quittiert wurden (was zumindest bei den „arisch reinen“ Jugendlichen unter den Klatschern auf ein gerüttelt‘ Maß an Einfältigkeit hindeutet) . Was ist nur los in diesem Land? Seine „elitären Führer“ legen es anscheinend gezielt darauf an, das ohnehin innerlich zerrissene Land immer weiter zu spalten und es nach nur wenigen Jahrzehnten – erneut – in den gemeinschaftlichen Suizid zu treiben. Krank, kranker, Deutschland.

      • treu Antworten

        Trotzdem zahlen u. a. Sie und ich dieser „Dame“ den sorgenfreien Vorruhestand und den Lebensabend noch gratis dazu.

        • S v B Antworten

          Also wenn Sie auf die Kirchensteuer anspielen sollten, liegen Sie falsch. Die brauche ich seit zwei Jahren nicht mehr zu bezahlen. Hätte ich die jüngere Entwicklung der EKD vorausgeahnt, hätte ich dieser politischen Partei schon weit früher den Rücken gekehrt. Allerdings wäre es mir in früheren Jahren niemals in den Sinn gekommen, dass ein solcher Schritt für mich einmal so unvermeidlich werden könnte.

  9. Werner Meier Antworten

    Was für eine verlogene Veranstaltung. Schweigeminuten für die „ertrunkenen Flüchtlinge“, die bewußt in seeuntüchtige Boote gestiegen und ertrunken sind. Beim Gedenken an die Terroropfer weitgehend Fehlanzeige, beispielsweise für die Opfer am Breitscheidplatz (auch in Berlin) und für die vielen verfolgten und ermordeten Christen in arabischen Ländern. Eigentlich müßte man meinen, dass ein Kirchentag dafür der „geeignete Platz“ wäre. Stattdessen unsägliche Auftritte, v.a. von Politikern wie Steinmeier. Der „wieder mal“ appeliert, gegen „Fake-News“ einzuschreiten. Dabei verbreiten zur gleichen Zeit „seriöse“ Medien wie der Spiegel die falsche Meldung, Präsident Trump finde Deutschland „sehr böse“. Er bezog sich dabei lediglich auf den Handelsüberschuß Deutschlands, den auch viele Wirtschaftsexperten kritisieren. Aber wenn man, wie der Spiegel, „auf der Seite der Guten“ steht, darf man anscheinend solche Unwahrheiten unkritisiert verbreiten.

  10. Jens P. Antworten

    Die evangelische Kirche darf dankbar sein, dass in Deutschland die Kirchensteuer über den Staat eingezogen wird. Ansonsten dürften die Einnahmen von liberal-konservativen Mitgliedern massiv eingebrochen sein. Ich glaube nicht, dass die von den Grünen eroberte Institution EKD freiwillig viel Geld von diesen Leuten bekommt. Persönlich habe ich auch schon überlegt, die Kirche zu verlassen. Aber der Schritt kommt mir noch im Moment zu weit vor. Da ich ein Boot-Christ bin, der zweimal im Jahr auftaucht, sind die freien evangelischen Kirchen keine Alternative für mich.
    Schade nur, dass die EKD das Ausgrenzen von den 68ern übernommen hat. Die EKD steht für nichts mehr außer dem Zeitgeist hinterher zu rennen.

  11. Walter Lerche Antworten

    Kann mir mal jemand erklären, was GOTT mit Organisationen wie z.B. „Kirche“ zu tun hat?
    Stimmt das eigentlich, dass man Gott näher ist, wenn man in der Kirche ist, wenigstens Mitglied ist und finanziell für deren Erhalt beiträgt?
    Stimmt es eigentlich, dass die Kirche stink-reich ist und diesen Reichtum für sich selbst behält?
    Stimmt es, dass Kirchenleute, die z.B. in Krankenhäusern Dienst für uns alle tun, weniger dafür bekommen als ihre „Berufskolleg(innen)“ nicht-kirchlicher Einrichtungen?
    Andererseits, wenn es Kirche nicht gäbe, wenn alle kirchlichen Leistungen für Alte und Kranke durch nicht-kirchliche ersetzt werden müssten, wieviel teuerer für uns würde das wohl werden?
    Meine Mitgliedschaft in der EKD endete vo 30 Jahren, als wir – beide berufstätig – keinen Platz im benachbarten kirchlichen Kindergarten bekamen, der mit 60% Kindern von Eltern belegt war, die keine Kirchensteuer bezahlen. Das gesparte Geld investierte ich dann in die eigene Familie für ein schuldenfreies Wohnen.

    • Klaus Kelle Antworten

      Ja klar, lieber Herr Lerche! (Ich bin übrigens vor 34 Jahren aus der evangelischen EKD ausgetreten, allerdings ein paar Stunden später in die römisch-katholische eingetreten.)

      Gott hat mit der Kirche „zu tun“, dass er durch seinen Sohn Jesus Christus – wie wir glauben – seine Jünger beauftragt hat, eine Kirche zu gründen und übrigens auch einen „Vorsitzenden“ auszuwählen, nämlich Petrus, dem er sagte „Du bist der Fels, auf dem ich meine Kirche bauen will“.

      „Dir Kirche“ ist nicht stinkreich. Die deutschen Kirchen sind es durch Kirchensteuer, was ich sehr bedauere. Ohne üppig fließendes Geld hätte man nicht die Mittel für Gender-Broschüren und -Institute… Der Reichtum der Weltkirche ist imateriell und fußt auf Kulturgütern, Kunstschätzen und beeindruckenden Gebäuden und Statuen. Damit kann man keine Rechnungen bezahlen, die kosten unermesslich viel Geld.

      Der Reichtum der deutschen Kirchen ermöglicht allerdings, dass alljährlich dreistellige Millionensummen in arme Bistümer und christliche Projekte rund um den Globus fließen. Das ist ein guter Nebeneffekt des Reichtums. Was Mitarbeiter in kirchlichen Krankenhäusern verdienen, weiß ich nicht.

      • Walter Lerche Antworten

        Vielen Danke lieber Herr Kelle dafür, dass Sie auf meine Fragen sachlich eingehen!
        Ob Jesus das so gemeint hat, wie es heute ausgelegt wird? Die Sprache in Bildern und Gleichnissen ist bezogen auf die konkrete Situation der damaligen Zeit zu verstehen, soweit wir das vermögen.
        Und ob die großen kirchlichen großen, teils monströsen Bauwerke im Sinn von Jesus sind, wage ich zu bezweifeln.
        Dort, wo weltweit die armen Bistümer sind, gab es vorher andere Kulturen, über die man sich (auch die Kirche) mit Gewalt erhoben hat. Übrigens sind Missionare im Ausland immer noch gern gesehen, wogegen man innerhalb Deutschland vor dem Hintergrund einer zunehmenden Islamisierung nicht mehr christlich missionieren möge. Beide große Kirchen in Deutschland verbieten sich selbst, Einfluss auf die illegal eingereisten Muslime zu nehmen.
        Wenn selbige von sich aus getauft werden möchten, dann fühlen sich die Kirchen-Oberen in Bedrängnis!
        Meine Einlassung ist nicht gegen den christlichen Glauben, die christliche Kultur und christliche Werte gerichtet – im Gegenteil! Ich möchte klar und deutlich die menschlichen Organisationen Namens „Kirche“ kritisieren.
        Sofern diese „Kritik“ als etwas Positives, Verwertbares, Wertvolles annehmen können, dann darf ich guter Hoffnung sein.

  12. Alexander Droste Antworten

    trotz allem bleibe ich der evangelischen Kirche treu, gemäß dem Motto, es werfe den ersten Stein, der frei von Sünde.

    Kirche, das sind nicht Priester und Kirchenstaat. Den brauchen wir eigentlich nicht. Kirche, das sind die Menschen, die einen Glauben gemeinsam leben. Und Menschen sind nunmal fehlbar. Was wir allerdings brauchen, sind Menschen mit Herz und Hirn. Und die gibt es leider zu wenig an den entscheidenden Stellen.

    Da wurde die an sich rührende und christlich edle Schweigeminute für die ertrinkenden Flüchtlinge und Migranten im Mittelmeer gestört von einem, der die Heuchelei nicht mehr ertragen konnte. Er klagte an, dass das Elend jener Leute erheblich von einer christlichen Gesellschaft Europas und Amerikas mit verursacht wurde. Er forderte eine echte Anteilnahme und Hilfe der Menschen vor Ort. Ein aufrichtiger und von mir ideell sympathisierter Störer, er wurde entfernt. Dieser Störer war der aufrichtigste Christ dieser Veranstaltung. Ausgelassen von Schweigeminuten waren Terroropfer und verfolgte Christen weltweit. Warum?

    Ich bleibe der evangelischen Kirche treu und stelle mich an die Seite jener Störer, die Aufrichtigkeit lauthals verlangen. Man möge die Wechseltische in den Tempeln umwerfen! Man möge die Silberlinge zurückgeben! Man möge bereuen und bessern! Der heilige Geist möge über uns kommen und die Botschaft in allen Sprachen verkünden, dass Christus in Jesus erschienen ist um die Menschheit zu befreien von Lug und Betrug, von Eigensucht und Gier, von Eitelkeit und von der Furcht vor weltlicher Macht.

    Aufrichtigkeit! Furchtlosigkeit! Gerechtigkeit! Gott! Spiritualität! Kirche!

    • treu Antworten

      Mit Verlaub, ich denke, Sie verwechseln Glaube mit einer staatlichen Institution (Kirche), denn nichts anderes ist die Staatskirche heute, nicht nur aufgrund ihrer finanziellen Abhängigkeit und Verbandelung, sondern vor allem auch aufgrund ihrer Haltung als Erfüllungsgehilfe von Politik und Regierung.

  13. Friedrich Albrecht Antworten

    Wenn ich hier lese, wie kritisch obiger Mainstream-Event der EKD von Vielen kommentiert wird, beschleicht mich langsam die Furcht, dieses Portal könnte bald auch dem „Maulkorb-Paragraphen“ des Herrn Maas zum Opfer fallen, unter dem Vorwand, hier werde „Hatespeech“ veröffentlicht. Behüt´ uns Gott davor.

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