Wahltag ist Zahltag! Am Sonntag sind die Deutschen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen, das dann eine neue Regierung wählen wird. Viel spricht dafür, dass unser Land am Montag politisch deutlich anders sein wird, als es heute noch ist. Viel spricht auch dafür, dass sich Angela Merkel, wenn auch gerupft, irgendwie über die Ziellinie wird retten können. Zu schwach sind die Alternativen der SPD, zu jämmerlich ist das Bild, das Martin Schulz als Kanzlerkandidat abgibt. Und die AfD? Ein Gespräch gestern mit einem der wichtigsten Meinungsforscher in Deutschland verschafft mir den Eindruck, dass die langjährigen Gewissheiten aus dem Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Parteizentrale in Berlin, nicht mehr zu halten sein werden, nach denen es kaum noch Konservative im bunten Deutschland gibt und wenn doch, die „ja gar nichts anderes wählen können als CDU“.

Wahlempfehlungen gibt es hier nicht, liebe Leser, schon deshalb, weil ich selbst noch nicht sicher bin, wen ich am Sonntag ankreuzen werde. Wen ich auf keinen Fall wählen werde, habe ich ja verschiedentlich schon aufgeschrieben…

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Dieser Artikel wurde 11 mal kommentiert

  1. colorado 07 Antworten

    Dass die AfD eine Alternative geworden ist, geht allein auf die Kappe der überheblichen Selbstsicherheit der CDU, die die Konservativen irgendwie hinausgeekelt und „heimatlos“ gemacht hat. Leider, möchte ich hinzufügen.

  2. Andreas Schneider Antworten

    Ja, ich werde zur Wahl gehen. Und wieder wird der Wahltag ein Qualtag sein.

    Erstmals aber wird meine Stimme an eine Partei gehen, von der ich weiß, daß sie deutlich an der 5%-Hürde scheitern wird. Was mir im Grunde gleich wäre, wüßte ich nicht, daß sich die in den Bundestag einziehenden Parteien dieses „Bodensatzes“ an Wählerstimmen bemächtigen werden – oder gehen etwa diese Stimmen zu Lasten der Parlamentssitze?

    Und trotzdem verspüre ich darüber kein wirkliches Bedauern. Ich werde auch am 25. September ohne Scham in den Spiegel schauen können. Mein Gewissen ist mir etwas wert – offenbar mehr als so manchem „Volksvertreter“…

  3. S v B Antworten

    Im Zweifel Altmaier, würd‘ ich sagen. Allen Unentschlossenen und Stimm-vergeudern empfehle ich, auf Kanzleramtsministers Art zu wählen: entweder „staatstragend“ oder gar nicht, basta. So einfach liegen die Dinge in unserer Demokratie. Und solch ein Ausspruch kam ausgerechnet von einem der ranghöchsten Politiker des Landes. Puh, das musste erst mal verdaut werden. Aber – sooo erstaunlich schien’s mir dann auch wieder nicht.

    • H. Urbahn Antworten

      Wollen Sie tatsächlich die Parteien wählen, die nach Beliebigkeit Verfassung und Gesetze oder Verträge brechen?

      • S v B Antworten

        Sorry, H. Urbahn, hätte vielleicht doch darauf hinweisen sollen, dass mein Kommentar als Satire zu betrachten ist.

  4. Jens P. Antworten

    Es wird oft geschrieben, dass die CDU durch Aufgabe der konservativen Positionen die AFD gestärkt hat. Das ist nur eine Seite der Medaille. Die Wahlerfolge der AFD werden insbesondere in sogenannten Arbeitetvierteln erzielt. Klassisches SPD und Linke Territorium. Die Arbeiter sind ebenfalls sehr konservativ. Die SPD hat keinen Politiker mehr, der die Bevölkerungsschicht anspricht. In der Vergangenheit sind diese Wähler von der SPD zu den Nichtwählern gegangen. Dort werden sie gerade von der AFD abgeholt.

  5. Franz Reinartz Antworten

    Es bleibt schwierig!
    Ich werde wohl mit meiner Erststimme den Kandidaten der FDP wählen, auch wenn er keine Chance hat. Die gesetzte CDU-Kandidatin kann ich u.a. wegen ihrer Haltung zur „berufsmäßigen Sterbehilfe“ in keinem Fall wählen. Die Dame wird aber wohl wieder direkt in den BT einziehen.
    Und leider sehe ich mich gezwungen, mit der sog. „Zweitstimme“ alternativ abzustimmen. Nicht, weil ich das handelnde Personal – cum grano salis – so toll fände – obwohl es da auch integre Persönlichkeiten gibt -, sondern weil ich einerseits im Wahlprogramm nichts gefunden habe, das meinen ethischen Kriterien widerspräche, und ich andererseits durchaus der Meinung bin, dass meine beiden Kinder eine Zukunft in Deutschland mit einer spezifisch deutschen Kultur und Identität erleben können sollen.
    Meine Wahlentscheidung war heuer wirklich nicht einfach. Aber ich habe sie getroffen.

  6. Walter Lerche Antworten

    In den Medien wird seit geraumer Zeit Herr Maschmeier nach vorn gebracht. Das erinnert mich an Gerhard Schröder, seinem wohlwollenden Freund. Das erinnert mich an das Jahr 2004, als Rot/Grün von Ulla Schmidt Vertraugensbruch gegenüber vielen fleißigen, für das Alter vorsorgenden Menschen beging. Rückwirkend erklärte man Betriebsrenten und Direktversicherungen als beitragspflichtig für die GKV (gesetzliche Krankenkassen). Da ich schon im Jahr 2000 mit Beginn meiner beruflichen Selbständigkeit meine damalige Direktversicherung auf mich privat umschreiben ließ, und weil ich damals keine Information zu dieser Abzocke bekam, war ich in 2016 umso mehr vor den Kopf geschlagen, als die TKK (Techniker Krankenkasse), in der ich wegen meines Alters freiwillig versichert geblieben bin, auf den gesamten Auszahlbetrag inkl. Zinsen ca. 16% beansprucht.
    Immerhin zahlte ich seit dem Jahr 2000 von meinem bereits verbeitragtem privaten Geld weiter in diese Lebensversicherung ein. Hätte ich gewusst, hätte mir jemand gesagt, dass ich bei jährlich 5% Zinsen am Ende netto 20% Beiträge zahlen soll, dann hätte ich das damals sofort beitragsfrei gestellt und gestoppt.
    Mein Fall liegt seit über einem Jahr beim Sozialgericht. Die CDU und FDP haben trotz sprudelnder Steuereinnahmen diese Abzocke beibehalten und zudem keine Rechtssicherheit geschaffen. Wie komme ich bei Riester und Rürupp nur auf Maschmeier und Schröder…? Wie kann ich eine von den daran bis heute beteiligten Parteien wählen, die solch eine Abzocke mit lebenslang arbeitenden Menschen betreiben? Ich kann diese unmöglich wählen! Ich bin stocksauer und wähle als ehemaliger Stammwähler seit 2016 stets diejenigen, die mit großer Aussicht es den Abzockern schwer machen könnten.

  7. Alexander Droste Antworten

    Auf keinen Fall Grüne, Linke, AfD, SPD, CDU oder FDP, letztere vielleicht noch aus Gewohnheit, aber nicht mehr aus Überzeugung.
    Völlig abwegig MLDP, KPD, DVU, REP, NPD
    Bleiben nur noch so Merkwürdigkeiten wie die Violetten oder Ein-Programm-Parteien. „Die Partei“ vielleicht für die ganz Verzweifelten, damit es wenigstens ein bisschen lustig ist.
    Oder aber die Deutsche Mitte, die ja schon Nazi ist, weil sie Deutsche heißt. Nicht rechts, nicht links sondern Mitte.

  8. Konrad Kugler Antworten

    Die AfD ist als Popanz aufgebaut, täglich wird sie geräuchert, nein nicht ge“weih“räuchert, sondern mit Schwefel.

    Welche Gefahr kann von der AfD ausgehen? Keine! Erstens bekommt sie keine Absolute Mehrheit, für die sie noch nicht einmal genügend Personal hätte. Zweitens hat sie keinen Koalitionspartner, weil die Undemokraten eine solche vorab ausschließen. Abgesehen davon hätte die AfD den ganzen Verwaltungsapparat gegen sich. Wir haben heute das Gegenteil von 1933

    Wo ist also die Gefahr???

    Ich sehe nur extremistische Kräfte in der Regierung und in den Parteien.

  9. Wolfgang Andreas Antworten

    Abgekartetes Spiel von CDU-CSU-SPD!
    Seit einem dreiviertel Jahr poste ich an diversen Stellen, daß es wieder eine Große Koalition geben wird, alternativlos!, und daß BEIDE Lager auf dieses Ziel hinsteuern – zur Sicherung ihrer Pfründe. Das eine mehr, das andere weniger. Aber Frau Merkel füttert die SPD, wie letztes Mal, fürstlich mit Posten! Und so wird es heute kommen! – Man denke nur an das Duell Merkel-Schulz. Wie weichgespült und sanft! Im Endspurt sammelte man dann noch mit markigen Worten die Unentschlossenen – leider mit Pfeifkonzerten – ein. Das alles erinnert mich an ein Fußball-Weltmeister(?)schaftsspiel, als Deutschland und Österreich ein Unentschieden inszenierten, damit BEIDE Länder weiterkamen. Eine Karnevalsgruppe dichtete und sang damals nach der Melodie „O du mein Österreich…“: DANN GEGEN ÖSTERREICH, HAT MAN DER WELT GEZEIGT, WAS ALLES MÖGLICH IST, WENN MAN SICH EINIG IST…!

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