„Let’s roll!“ Vom Tag, an dem alle begriffen, was passiert und die ersten den Kampf aufnahmen

Der 11. September 2001 war der Tag, an dem für einen Moment die Erde stillstand. Der Angriff islamistischer Terroristen auf die Supermacht USA endete mit fast 3000 Toten direkt und vermutlich noch einmal so vielen Toten, die an den Spätfolgen starben.

Der 11. September 2001 ist auch der Tag, an dem die westliche Welt begriffen hat, dass wir uns in einem Krieg befinden, der aber schon viele Jahre vorher begonnen hat – mit dem ersten Angriff auf das WTC am 26. Februar 1993, mit den Angriffen auf die amerikanischen Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) am 7. August 1998 und dem Angriff auf das amerikanische Kriegsschiff „USS Cole“ am 12. Oktober.

Alles hängt mit allem zusammen

Doch das ganze große Bid, den Angriff islamistischer Terrororganisationen wie Al Kaida, IS und andere auf den „großen Satan“ USA und die ganze westliche Welt hat man, haben wir alle erst begriffen, als 9/11 geschah und in dessen Folge tödliche Anschläge in allen Teilen der freien Welt, auch hier bei uns in Europa: London, Madrid, Brüssel, Berlin – niemand ist mehr sicher, so die Botschaft Osama bin Ladens, der zwischenzeitlich abrupt verstarb.
Wenn man das dann aber in einem Zusammenhang betrachtet mit der monatelangen unkontrollierten Grenzöffnung für Millionen junge Männer aus islamischen Ländern wie Syrien, Irak, Afghanistan und Nordafrika, dann ist es atemberaubend, wie leichtfertig damals unsere Politiker, an der Spitze Angela Merkel (CDU), die Sicherheit der Menschen in unseren Gesellschaften aufs Spiel gesetzt haben und wie viele verlorene Menschenleben sie direkt zu verantworten hat, ohne dass sie dafür jemals zur Rechenschaft gezogen wird.
Falls Sie es nicht kennen
Ich empfehle wirklich jedem, der sich für die ganze Entwicklung dieses anhaltenden Krieges interessiert, das Buch „Der Tod wird euch finden“ von Lawrence Wright aus dem Jahr 2026, in 25 Sprachen übersetzt, ein echter Weltbestseller, für den der Autor zurecht 2017 den Pulitzer-Preis verliehen bekam. Vertrauen Sie mir: das Buch ist atemberaubend und brillant recherchiert.
Aber dieser 11. September 2021 ist nicht nur ein Tag des Entsetzens, der Verzweiflung und der Trauer
Es ist auch der erste Tag, an dem mutige Menschen – Frauen und Männer – aufgestanden sind, um sich den Angreifern zu widersetzen, trotz des hohen realen Risikos, damit das eigene Leben zu verlieren. Es ist der Tag, an dem sich Passagiere und Flugbegleiter im vierten Flugzeug – in Flight 93 -, das Terroristen ebenfalls unter Kontrolle gebracht hatten, entschlossen, sich nicht in ihr Schicksal zu ergeben, sondern zu kämpfen.
Gestern entdeckte ich einen Tweet des früheren New Yorker Bürgermeisters Rudi Giuliani mit dem Telefonat eines der Passagiere, Todd Beamer, mit Lisa Jefferson, Supervisorin bei der Telefongesellschaft GTE Corporation im Wortlaut.
Ich denke, jeder sollte dieses bewegende Dokument kennen…

Todd: Hallo… Operator… Hör mir zu. Ich kann nicht sehr laut sprechen. Das ist ein Notfall. Ich bin Passagier auf einem United-Flug nach San Francisco. Unser Flugzeug wurde entführt.

Lisa: Ich verstehe. Können sie dich sehen?

Todd: Nein. Es gibt drei, die wir kennen. Sie haben Messer – Rasiermesser, wie Box-Cutter. Jemand hat aus dem Cockpit angekündigt, dass es eine Bombe gibt. Das klang unglaubwürfig.

Lisa: Dein Name?

Todd: Todd Beamer. United Flug 93. Sie haben einen Passagier in der ersten Klasse getötet. Sie zwangen die meisten von uns nach hinten. 14 von uns hier. Fünf Flugbegleiter. Der Typ mit der Bombe befahl uns, auf dem Boden zu sitzen.

Lisa: Geht es dir gut?

Todd: Wir gehen runter… warte. Nein. Wir haben die Richtung geändert. Wir fliegen wieder nach Osten. Ein Typ namens Jeremy hat seine Frau angerufen. Sie sagte ihm, zwei Flugzeuge hätten das World Trade Center getroffen. Lisa, stimmt das?

Lisa: Ich muss dir die Wahrheit sagen. Es ist sehr schlimm. Beide Türme sind verschwunden. Ein drittes Flugzeug traf das Pentagon. Unser Land wird angegriffen. Ich fürchte, Ihr Flugzeug könnte Teil ihres Plans sein.

Todd: Oh Gott. Lisa, tust du was für mich? Ruf meine Frau und meine Kinder an. Versprich mir, dass du anrufst.

Lisa: Das verspreche ich.

Todd: Unsere Telefonnummer zu Hause ist… Sie haben den gleichen Namen wie meine Frau. Lisa. Wir sind seit zehn Jahren verheiratet. Sie ist schwanger mit unserem dritten Kind. Sag ihr, ich liebe sie. Ich werde sie immer lieben. Wir haben zwei Jungs – David, er ist 3, und Andrew, er ist 1. Sag ihnen, dass ihr Vater sie liebt und er ist so stolz auf sie. Das Baby wird am 12. Januar zur Welt kommen. Ich sah den Ultraschall. Wir wissen immer noch nicht, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist.

Lisa: Ich werde es ihnen sagen. Ich verspreche es, Todd.

Lisa Patches FBI-Agent: Todd, dein Flugzeug ist auf einem Kurs nach Washington. Wir vermuten zum Weißen Haus oder dem Kapitol.

Todd: Ich verstehe. Jeder weiß, dass dies keine normale Entführung ist. Wir haben beschlossen, dass wir keine Opfer in ihrer Handlung sein werden.

Lisa: Was wirst du tun?

Todd: Vier von uns werden die mit der Bombe angreifen und überwältigen. Dann das Cockpit. Eine Stewardess bringt kochendes Wasser. Wir werden sie ausschalten.

Und dann: Würdest du mit mir beten? (Sie beten gemeinsam am Telefon das Vaterunser)

Lisa: Wenn ich auch durch das Tal des Todesschattens gehe, so fürchte ich mich nicht, denn du bist mit mir.

Todd: Gott helfe mir. Jesus hilf mir! Seid ihr bereit? Let’s roll…




Das Vermächtnis von Charlie Kirk an uns

Gestern, am 10. September vor einem Jahr, wurde die amerikanische Gesellschaft durch ein brutales Verbrechen erschüttert, an das Sie sich alle erinnern. Während einer Open-Air-Diskussion auf dem Campus der Utah Valley University in Orem wurde Charles James „Charlie“ Kirk im Alter von nur 31 Jahren hinterrücks erschossen. Ein einziger Schuss aus einem Hochleistungsgewehr traf den Gründer von Turning Point USA (TPUSA) vor den Augen von mehr als 3.000 Zuschauern tödlich am Hals.
Für Konservative und Christen weltweit ist Kirks Tod bis heute mehr als ein tragischer Verlust – er ist ein historischer Wendepunkt und ein bleibender Auftrag für seine Anhänger.
Sein Mörder, der damals 22-jährige Elektriker-Auszubildende Tyler James Robinson, wurde 33 Stunden nach den Schüssen festgenommen. Den entscheidenden Hinweis gaben Robinsons eigene Angehörige, nachdem die Ermittlungsbehörden Fahndungsbilder einer Überwachungskamera veröffentlicht hatten. Robinson hatte sich nach der Tat vom Dach eines Universitätsgebäudes fallen lassen und war in ein nahegelegenes Waldstück geflohen, wo er die Tatwaffe zurückließ.
Die Beweislage, die die Staatsanwaltschaft im Spätsommer 2026 vorlegte, ist erdrückend, weshalb ich das übliche „mutmaßlich“ hier weglasse.  Neben DNA-Spuren an der Waffe und verräterischen Chatnachrichten  stieß die Justiz auf eine handschriftliche Notiz, die Robinson für seine Freundin hinterlassen hatte. Seine eigenen Worte – „Ich hatte die Gelegenheit, Charlie Kirk auszuschalten, und ich habe sie genutzt“ – lassen laut Anklage keinen Zweifel an dem kaltblütigen Vorsatz. Das Motiv war rein politischer Natur: Robinson handelte aus tiefer Ablehnung gegenüber Kirks dezidiert traditionellen Standpunkten zur Familie und seiner scharfen Kritik an der Transgender- und LGBT-Lobby.
Anfang September 2026 entschied Richter Tony Graf im Bundesstaat Utah, dass Robinson wegen besonders schweren Mordes (aggravated murder) vor eine Jury gestellt wird. Da der Schütze mit einem Repetiergewehr aus mehr als 122 Metern Entfernung bewusst in eine dicht gedrängte Menschenmenge feuerte, billigte das Gericht den Antrag der Staatsanwaltschaft auf die Todesstrafe. Robinson selbst plädiert weiterhin auf „nicht schuldig“.
Das Attentat auf Charlie  hat die politische Polarisierung in den Vereinigten Staaten auf eine neue, durchaus gefährliche Stufe gehoben. Während die politische Linke im Netz und sogar im deutschen Staatsfernsehen teilweise mit hämischen Kommentaren reagierte erhob das konservative Amerika Charlie Kirk umgehend in den Rang eines politischen Märtyrers. Donald Trump verlieh ihm postum die Presidential Medal of Freedom. Und auf dem Parteitag der Republikaner im September 2026 in Dallas hallten emotionale „Charlie, Charlie“-Rufe durch die Arena, als Vizepräsident JD Vance die Widerstandskraft der konservativen Bewegung würdigte.
Entgegen den Absichten des Attentäters führte der feige Mord nicht zur Zerschlagung der konservativen Jugendbewegung, sondern zu einer beispiellosen Mobilisierung.
Kirks Witwe Erika übernahm kurz nach der Tragödie die Führung von Turning Point USA als CEO. Unter ihrer Leitung erlebte die Organisation einen historischen Mitgliederboom. Die Zahl der aktiven Highschool- und College-Gruppen stieg innerhalb eines Jahres rasant an – getragen von einer Generation junger Amerikaner, die sich durch die Gewalt nicht einschüchtern lassen.
Am Ort des Verbrechens in Utah erinnert heute ein monumentales Holzkreuz sowie eine Bronzestatue an den Aktivisten, während der Gouverneur des Bundesstaates den 10. September offiziell zum „Charlie Kirk Day“ erklärte.
Warum wir Charlie Kirk nie vergessen dürfen
Für gläubige Christen und wertorientierte Konservative geht die Bedeutung von Charlie Kirk weit über seine Rolle als erfolgreicher Medienunternehmer hinaus.
Lange Zeit überließen konservative Kräfte das Bildungssystem und die Universitäten kampflos der progressiven Ideologie. Kirk erkannte diese strategische Schwachstelle bereits im Alter von nur 18 Jahren und gründete TPUSA. Er bewies, dass traditionelle Werte – Familie, Glaube, freie Marktwirtschaft und Vaterlandsliebe – für junge Menschen hochattraktiv sind, wenn man sie mutig und zeitgemäß artikuliert. Er gab Millionen Schülern und Studenten den Mut, zu ihrer Identität zu stehen.

Kirk war aber auch kein rein säkularer Denker und Aktivist; sein politisches Fundament ruhte fest auf dem christlichen Glauben und der US-Verfassung. Er predigte unermüdlich, dass wahre Freiheit ein Geschenk Gottes ist und eine moralische Verantwortung erfordert. In einer zunehmend säkularisierten Welt erinnerte er die Kirche daran, dass das Christentum im öffentlichen Raum nicht schweigen darf, sondern eine gestaltende Kraft sein muss.

Kirks Ermordung zeigt aber auch in erschreckender Deutlichkeit, wohin blinder ideologischer Hass führt. Es erinnert daran, mit was für Leuten wir Kämpfer für die Freiheit, für die traditionelle Familie und Menschen, die Jesus Christus nachfolgen, wir alle es zu tun haben. Charlie Kirk bezahlte seinen Einsatz für die Wahrheit mit seinem Leben. Und er mahnt uns, niemals zurücvkzuweichen bei all der Niedertracht und dem Hass, die Menschen wie ihm immer wieder entgegenschlägt.




Für die CDU öffnet sich das Tor zur Hölle – und es war lange absehbar

Für Journalisten, die tagesaktuell arbeiten, ist es üblich, am Abend einer wichtigen Wahl nicht nur das Ergebnis zu vermelden, sondern auch eine erste Bewertung vorzunehmen. Das mache ich üblicherweise Zeit meines Journalistenlebens auch so. Gestern allerdings nicht.

Ich habe bis zum frühen Morgen gewartet, weil ich gedacht habe, da muss doch jetzt noch irgendwas kommen nach diesem Ergebnis in Sachsen-Anhalt. Und ich hatte gehofft, dass, wenn mein Wecker um 4.30 Uhr klingelt, die Meldung vom Rücktritt des Parteichefs und Bundeskanzlers Friedrich Merz bereits im Orbit kreist.

Doch nichts dergleichen

Anscheinend glaubt man in der verbliebenen CDU-Wagenburg, man könne das Wahldesaster mit einem Stimmenverlust von 19,9 Prozent irgendwie aussitzen und verkünden, dass es jetzt aber so richtig losgeht mit den Reformen in Berlin.

Das wird nicht passieren. Dieses Mal nicht, wahrscheinlich überhaupt nicht mehr.

Zeit meines Lebens habe ich mich als Christdemokrat verstanden, bis 2009 habe ich aus meiner Erinnerung nicht ein einziges Mal bei einer Wahl irgendwas anderes gewählt als die CDU oder die CSU. Mit Angela Merkel begann meine Entfremung von der einst großartigen Partei eines Konrad Adenauer und Helmut Kohl.

Viele von Ihnen kennen das vielleicht mit einer einstigen Liebe, die schwer enttäuscht wurde, die man sich aber dennoch eine Zeit lang nach der Trennung immer noch zurückwünscht. So war das lange auch bei mir und der CDU.

Und Anfang 2025 bei der Bundestagswahl habe ich mir – wie viele Freunde und Bekannte auch – noch mal ein Herz gefasst, die Faust in der Tasche geballt und im Wahllokal zweimal bei der CDU angekreuzt. Was für ein schlimmer Fehler.

Ich kannte den alten Friedrich Merz noch, den schneidigen Fraktionschef nach der Kanzlerschaft von Helmut Kohl, den scharfen Debattenredner, der etwas von Wirtschaft versteht, finanziell unabhängig ist und ein klares Koordinatensystem hat, wo Deutschland steht – im Westen und besonders in Europa.

Man werde Deutschland innerhalb eines Jahres so zum Positiven verändern, dass es jeder Bürger merke, hat er versprochen. Und sparen werde man. Und, das Beste: „Links ist vorbei!“

Ja, das wäre schön gewesen

Aber Pustekuchen… Friedrich Merz ist als Parteivorsitzender und Bundeskanzler ein Totalausfall, wie ich mir das in meinen Alpträumen nicht hätte vorstellen können.

Ich will nicht so weit gehen, mir Angela Merkel zurückzuwünschen. Das wäre wirklich noch schlimmer, denn diese Frau hat Deutschland, unserem Land, mehr geschadet als jeder andere Regierungschef seit 1949.

Friedrich Merz dagegen hat das Haus selbst nicht angezündet, aber er ist als Feuerwehrmann zum Löschen des Brandes ausgerückt, ohne Wasser mitzubringen.

Ich glaube übrigens, das alles hat seinen Ursprung in der Sozialisation von Friedrich Merz in der Kohl-Ära. Der heutige (noch) CDU-Chef hat immer noch nicht kapiert, dass wir im Jahr 2026 nicht nur ein buntes Parteiensystem haben, sondern dass diese Gesellschaft insgesamt ganz anders tickt. Nicht nur, aber auch wesentlich den ostdeutschen Landsleuten geschuldet.

Die Bereitschaft zum Disruptiven ist hier vielleicht ausgeprägter als bei Donald Trump. Wenn man in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg merkt, dass etwas in die ganz falsche Richtung läuft, dann begehrt man auf, dann schreit man es heraus.

Das bedeutet nicht, dass man immer die richtigen Schlüsse daraus zieht

Natürlich verstehe ich seit Langem, warum so viele Menschen inzwischen überall in Deutschland die AfD wählen, obwohl sie wissen, dass da nicht nur nette Volldemokraten am Werk sind. Aber die Einstufung „gesichert rechtsextrem“ durch den Verfassungsschutz schreckt augenscheinlich niemanden mehr ab, der sein Familienauto mit Benzin für 2,40 Euro pro Liter betanken muss und dessen Kinder auf den Schulhöfen von sogenannten Brennpunktschulen Schutzgeld an die Kinder arabischer Gäste dort zahlen, damit sie sicher nach Hause kommen.

Ich bin immer noch wirklich schockiert von einem Abendessen in Berlin vor fünf Jahren mit drei befreundeten hochrangigen CDU-Politikern und Wirtschaftsleuten. Damals stümperte die Ampelregierung von Olaf Scholz noch vor sich hin, und es roch nach Wechsel.

Während wir da beim Rotwein zusammensaßen, wurde eine halbe Stunde darüber gesprochen, dass man nach der Machtübernahme dringend an die Erbschaftssteuer ran müsse. Ich kaute an meinem Fleischstück und wagte nach etwa 20 Minuten zaghaft einzuwenden, dass das Thema Massenmigration entscheidend für die Zukunft Deutschlands sein werde. Und wissen Sie was? Die anderen drei lachten.

Nicht hämisch gegenüber dem dummen Amateur aus der Journaille, sondern eher mitleidig.

Die Flüchtlingswelle sei unter Kontrolle, das sei kein wahlentscheidendes Thema mehr.

Es war wirklich atemberaubend. Und ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder an diesen Abend gedacht. Immer wieder auch versucht, zumindest einen feinen Gesprächsfaden zwischen Union und der rasant wachsenden AfD zu spinnen. Nicht mit dem völkischen Rand, nicht mit den Putin-Fanboys, aber mit den Abgeordneten und Mitgliedern, die kluge, ehrliche Patrioten sind.

Die Bereitschaft, miteinander zu reden, scheiterte immer an der Unionsseite

Bei der AfD fanden sich leicht Abgeordnete, die offen für eine Pizza-Connection nach dem schwarz-grünen Vorbild waren. Es scheiterte immer an den CDU-Politikern. Es gab welche, die mitgemacht hätten, aber fürchteten, dass man im Konrad-Adenauer-Haus oder in der Fraktion davon erfährt und dann die schöne Karriere dann gelaufen sei.

Gestern Abend hat sich für die CDU das Tor zur Hölle geöffnet

Mehr als die Hälfte der CDU-Wähler von vor fünf Jahren hat sich von der Partei abgewendet, die hier 24 Jahre meistens ganz ordentlich regiert hat. Und der Grund dafür ist nicht der arme Sven Schulze, den man jetzt zum Sündenbock machen will, sondern die „Brandmauer“-Strategie und die unterirdische Performance von Merz und seiner sogenannten Bundesregierung.

Den Bock des Tages leistete sich gestern Abend in einer ersten Reaktion vor Kameras die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann, als sie sagte, man werde das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt „nicht hinnehmen“. Hat die Frau den Schuss noch gehört? Will sie wie einst Merkel nach Thüringen eine Wahl „rückgängig machen“?

Aussitzen wird dieses Mal nicht gelingen

Denn nach dem Desaster ist vor dem Desaster.

In zwei Wochen finden Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern statt. Für die Abgeordnetenhauswahl in der Hauptstadt lag die CDU zuletzt auf Platz 4 mit 18 Prozent. Das dürfte nach gestern Abend nicht besser geworden sein. Und in MeckPomm bewegt sich die CDU zwischen 8 (Infratest dimap) und 10 (INSA) Prozent. Wie gesagt, das Tor zur Hölle ist weit offen. Ich schau jetzt mal schnell nach, ob Friedrich Merz noch im Amt ist…




„ungeskriptet“ und der russische Botschafter – Stichwortgeber für Kreml-Narrative, sonst leider nichts

Zwei Podcaster sind derzeit das Maß aller Dinge in der öffentlichen Debatte in Deutschland. Der eine heißt Paul Ronzheimer, kommt von Springers BILD und hatte damit einen Startvorteil gegenüber allen anderen. Der andere heiß Benjamin „Ben“ Berndt, stammt aus Köln und wurde zu einem erfolgreichen Selfmade-Unternehmer, bevor er den deutschen Debattenraum eroberte.

Sein podcast „ungescripted“ war schon 2014 beim Publikum ein Knaller mit Hunderttausenden Abonnenten, der vordere Plätze in den Spotify- und Apple-Charts und siebenstellige Jahresumsätze generiert haben soll. Das Interview mit dem AfD-Flügelstürmer Björn Höcke im April dieses Jahres hob Ben und „ungescripted“ dann auf eine ganz andere Ebene. 

Sechs Millionen Menschen schauten sich das Höcke interview ungeschnitten und unbearbeitet an, um sich eine eigene Meinung von dem zu bilden, was den ehemaligen Geschichtslehrer aus Westdeutschland, der heute in Thüringen schon Starkult innehat, weltanschaulich bewegt. Und wer Erfolg hat, bekommt Gegenwind.

Der Mainstream wurde auf Ben aufmerksam und kritisierte, dass der Mann seine Gesprächspartner einfach ausredem lässt, was ich persönlich als deutlich wohltuender empfinde als dieses Gekeife und Belehrungen der Fragensteller in Dauerschleife.

Die frühere Chefin der Kleinpartei SPD, Saskia Esken, ein Sympathiebolzen, der inzwischen etwas in Vergessenheit geraten ist, forderten, Bens Podcast zu boykottieren, was interessante Gesprächspartner bisher erkennbar nicht abschrecken konnte. Und wenn Bundeskanzler Friedrich Merz auf die Einladung zu „ungescripted nicht reagierte – Pech für ihn.

Tja, was soll ich sagen?

Ich habe mir gestern von Anfang bis Ende das Interview von Herrn Berndt mit dem russischen Botschafter Sergej Netschajew angehört, das mir geradezu schreiend in Ereinnerung rief, warum ich einmal Journalist geworden bin. Nicht einfach zuhören, wenn hanebüchener Unsinn unkommentiert – was noch ginge – aber ohne nachzufragen in die Welt rausgeblasen wird.

Sergej Netschajew ist ein Meister seines Fachs, ein Top-Diplomat, seit 20 Jahren in der DDR, dem vereinten Deutschland und zwischendurch in Österreich im Dienste seines Landes unterwegs.

Ein sympathischer Vertreter der Russischen Föderation – ja, das gibt es – der die Welt, wie sein Arbeitgeber sie sieht, bisweilen meisterhaft an Mann und Frau bringt. Zwischendurch hat mich Netschajew an den früheren US-Außenminister Henry Kissinger erinnert: Verbindlich im Ton, hart in der Sache. Fortiter in Re suaviter in Modo – ein Jesuitenparter namens Claudia Acquaviva hat den im 16. Jahrhundert aufgeschrieben, ich kenne diese Weisheit seit der Zeit meines Jurastudiums.

Botschafter Sergej Netschajew ist ein brillanter Vertreter der Interessen des Kreml
Er weiß, was das deutsche Publikum hören will: „Russland hat nicht die Absicht die NATO oder Deutschland anzugreifen“, versichert er, um direkt danach zu drohen, dass Russlands Geduld natürlich auch nicht endlich sei. Drohnenangriff auf den Flughafen in Leipzig? Wenn Russland dahinter gesteckt hätte, wäre das ein spektakuläres Schauspiel geworden…

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Aber man liebe die deutsche Kultur und habe immer so schöne Geschäfte miteinander zum gegenseitigen Nutzen gemacht. Und dann erst die vielen Gesprächsformate wie den „Petersburger Dialog“ in Bonn und die Runden Tische mit Experten aus allen möglichen Bereichen.
Wer will das denn alles zerstören, nur weil Russland jede Nacht Städte in der Ukraine, Wohn- und Krankenhäuser, Schulen mit Raketen- und Drohnenangriffen überzieht? Weil wegen der Großmachtphansatien im Kreml inzwischen Hunderttausende Russen und Ukrainer gestorben sind.
Tatsächlich wurde das nicht mit einem einzigen Wort erwähnt in Bens Gespräch mit dem Botschafter. Es kam gar nicht vor. Stattdessen hatte Nstschajew ausführlich Zeit, über die Drohnenangriffe der Ukraine auf – wie er behauptet – „zivile Ziele in Russland“ zu klagen. Berndt ließ es einfach laufen. Auch als der Kreml-Lobbyist erzählte, dass im März 2022 die russische Armee schon vor Kiew stand und sich dann wegen eines Gespächsangebots der Ukraine wieder zurückgezogen habe.
Das ist nicht nur Unsinn, das ist eine dreiste Lüge
So wie es eine Lüge ist, dass die russischen Massaker in Butscha frei erfunden worden seien und der Maidan – Überraschung – sei natürlich ein von den westlichen Staaten orchestrierter Umsturz gewesen. Ja, da hüpft das Herz der Putinfans in Ostdeutschland.
Russland habe Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg nie etwas getan, sich immer um gute und freundschaftsliche Beziehungen bemüht, behauptet der Botschafter. Niemand fragt nach dem Tiergarten-Mord und nach dem von russischen Agenten vorbereitetem Anschlag auf den Rheinmatall-Chef. Kein Wort zu Brandsätzen in DHL-Flugzeugen, Sabotage auf Schiffeb der Bundesmarine und Hackerangriffe auf das IT-System des Deutschen Bundestages, die alle klar Russland zuzuordnen sind.
Stattdessen ein netter Märchenonkel, der seine Propaganda unhinterfragt verbreiten kann. Dialog und Journalismus gehen anders.
Das ganze Gespräch hören Sie hier  



Wahl in Sachsen-Anhalt: Liebe Bischöfe, bitte mal wieder ins Lukasevangelium schauen…

Morgen ist es so weit. Sachsen-Anhalt wählt und das politisch interessierte Deutschland schaut mit angehaltenem Atem auf das, was sich am Abend nach Schließung der Wahllokale ereignen wird.

Persönlich glaube ich, dass es wenig spektakulär wird.

Natürlich werden Ulrich Siegmund und die AfD mit Abstand als Sieger durchs Ziel rennen. Um das zu wissen, muss man kein Hellseher sein. Und, liebe Freunde, die CDU arbeitet ja auch seit Jahren intensiv daran, dass die AfD immer größer und einflussreicher wird.

Und wenn wir in die demoskopische Glaskugel schauen

Ich persönlich halte es für unwahrscheinlich, dass die AfD die absolute Mehrheit der Mandate im Landtag von Magdeburg erreichen wird. Die finanziellen Möglichkeiten der linksgestrickten Kampagnenmacher von NGOs wie „Campact“ zeigen natürlich Wirkung. SPD und Grüne, die vor wenigen Wochen noch am Fünf-Prozent-Abgrund zu scheitern drohten, sind inzwischen in den Umfragen spürbar erholt. Und je mehr Parteien es in den Landtag schaffen, desto mehr schrumpft die Chance für Siegmund, mit 42 Prozent allein regieren zu können.

Aber will er das überhaupt?

Kurz vor Öffnung der Wahllokale irritiert der smarte Wahlkämpfer die Öffentlichkeit mit der Aussage, man müsse jetzt erst mal warten, bis gewählt wurde, und sich dann am Montag das Ergebnis anschauen.

Im Gespräch bei der BILD sagte er: „Was mache ich, wenn mal ein oder zwei oder drei Abgeordnete im Krankenhaus sind? Soll ich die dann mit der Trage in den Landtag reintragen zum Abstimmen?“

Der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) wurde mit einer Stimme Mehrheit gewählt – seiner eigenen. Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hatte bei seiner Wiederwahl im Dezember 1976 genau eine Stimme Mehrheit im Bundestag, und sein Nachfolger Bundeskanzler Helmut Kohl 1994 exakt zwei Stimmen Mehrheit.

Beide gewählt, Mund abwischen und weiter!

Siegmunds Aussage irritiert wirklich. Ich verstehe, wenn er sagt, er will nur mit absoluter Mehrheit regieren, dann kann ich das nachvollziehen. Aber ein politischer Spitzenjob – und die Wahl des ersten AfD-Ministerpräsidenten in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wäre ein historisches Ereignis – ist nicht mit einer Vollkasko-Mentalität zu erreichen.

Was machen die Kirchen eigentlich?

In den vergangenen Tagen habe ich immer wieder Bischöfe und andere einflussreiche Stimmen aus den christlichen Kirchen vernommen, die ihre Schäfchen intensiv davor warnen, die AfD zu wählen. Bei der evangelischen Amtskirche wundert das niemanden mehr, seit sie zu einer rot-grünen Vorfeldorganisation verkümmert ist, für die alles rechts von Dunja Hayali eine Gefahr für den Fortbestand der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist.

Aber dass ein gestandener Mann wie Berlins Erzbischof Heiner Koch auf dieses Niveau herabsteigt, hätte ich so nicht erwartet.

In einem Interview auf dem Portal katholisch.de sagt Koch, man müsse als Kirche „auch das Risiko eingehen, dass sich AfD-Wähler innerhalb der Gemeinde abwenden“. Solche Fälle sind mir nicht bekannt, aber ich kenne viele Fälle, in denen die Kirche gläubige AfD-Mitglieder zum Beispiel aus Pfarrgemeinderäten und anderen Funktionen rausgeschmissen hat.

Ausgrenzung statt ausgestreckte Hand

Denken Sie an den saarländischen AfD-Landtagsabgeordneten Christoph Schaufert, der 2024 aus dem Verwaltungsrat der Kirchengemeinde St. Marien in Neunkirchen entlassen wurde!

Oder im Erzbistum Paderborn, wo man Julian-Bert Schäfer, einem Beisitzer im AfD-Kreisvorstand, untersagte, weiter Messdiener sein zu dürfen und in seiner Gemeinde die Orgel zu spielen.

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Mir scheint, in den Kirchenverwaltungsgremien und beim hohen Klerus hat man den Blick dafür verloren, was eigentlich Auftrag als christliche Kirche ist. Das erfahren wir etwa im Lukasevangelium (5,31-32). Da sagt Jesus Christus:

„Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Umkehr.“

Politiker der SED-Nachfolgepartei wie Gregor Gysi, Bodo Ramelow und Jan van Aken dürfen übrigens bisweilen als Gastprediger in Gottesdiensten auftreten. Da hört man wenig Kritik von Bischöfen. Aber was waren schon DDR-Mauerschützen und Stasi gegen so einen gefährlichen Beisitzer im AfD-Vorstand von Paderborn, oder?




Das war’s dann, Frau Wagenknecht!

In der deutschen Politik ist heutzutage alles möglich. Aber ich lege mich jetzt mal fest: Heute dürfte das Ende der Partei von Sahra Wagenknecht besiegelt werden.

Zehn BSW-Abgeordnete haben vorhin im Landtag von Thüringen ihren Austritt erklärt, darunter Vize-Ministerpräsidentin und Finanzministerin Katja Wolf, Digitalminister Steffen Schütz und Umweltminister Tilo Kummer.

Die ausgetretenen Abgeordneten werden in der kommenden Woche über den weiteren Weg beraten, sagte Fraktionschefin Sigrid Hupach. Digitalminister Schütz sprach außerdem von „klarem Zeichen“ gegenüber einem zunehmend oligarchisch agierenden Team um die Parteigründerin Wagenknecht.

Bereits am Mittwoch waren die Abgeordneten Stefan Wogawa, Roberto Kobelt und Dirk Hoffmeister aus Partei und Fraktion ausgetreten. Sie wollen mit einer eigens gegründeten Partei „Deine Stimme zählt“ eine parlamentarische Gruppe im Landtag bilden.

Das BSW ist im Freistaat Teil der Regierungskoalition von CDU, BSW und SPD. Das Bündnis hatte im Landtag schon bisher keine eigene Mehrheit – es bestand ein Patt von 44 von 88 Sitzen zur Opposition von AfD und Linke. Mehrheiten hatte sich die Koalition in der Regel mit Kompromissen mit der Linke-Fraktion organisiert.

Sollte das in Sachsen-Anhalt jetzt auch so kommen, wird das das Ende der einst großen und stolzen CDU als Vokspartei einleiten.

Die Partei der Deutschen Einheit mit ihrem großen Bundeskanzler Helmut Kohl zusammen mit den Erben der Mauermörder-Partei – es ist undenkbar, dass das von der verbliebenen Stammwählerschaft der Union einfach so hingenommen wird, zumal die vorwiegend älter als 60 Jahre ist und sich noch gut an Mauertote und Selbstschussanlagen erinnern kann, und auf wen wir Deutsche uns damals immer verlassen konnten.

Wagenknechts Resterampe hatte ja zuletzt versucht, sich an den kommenden Wahlsieger Ulrich Siegmund und seine AfD in Sachsen-Anhalt ranzuwanzen. Erfolglos. Siegmund ist ein smarter Typ, der weiß, was geht und was nicht geht. Das BSW ist eine sozialistische Kleinpartei, dem Egotrip ihrer Gründerin mehrheitlich verbunden. Aber in Thüringen nicht mehr.

Zur Erinnerung: Aufgrund der Wahlarithmetik konnte das BSW nach seiner Gründung und aufgrund der idiotischen „Brandmauer“ der CDU in die Landesregierungen von Brandenburg und Thüringen Einzug halten. In Brandenburg sind sie kläglich gescheitert, da regieren jetzt SPD und CDU.

In Thüringen stützen sie idiotischerweise aber machttaktisch clever die Landesregierung des CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt, den im Grunde kein Mensch in diesem Amt braucht. Immerhin ist das BSW mit seiner dortigen Frontfrau Katja Wolf clever genug, sich von Wagenknechts Anbiederung an AfD und Putin abzugrenzen und „Thüringen zuerst!“ auszurufen.

Bei 3 Prozent lag das BSW in Sachsen-Anhalt zuletzt. Nach den heutigen Ereignissen in Thüringen ist unvorstellbar, dass jetzt Linke in Sachsem-Anhalt so begeistert von Wagenknecht sind, dass sie zu Tausenden am Sonntag unbedingt BSW wählen wollen. Wer Siegmund will, der wird Siegmung wählen…




Vergewaltigungen gab es schon immer? Euer Ernst?

Eine 27-jährige Frau ist vor vier Wochen in der kleinen Gemeinde Friedland in Mecklenburg-Vorpommern vergewaltigt worden. Nachmittags, am helllichten Tag, als sie auf einem Gehweg unterwegs war. Der Täter zog sein Opfer in ein Gebüsch und vergewaltigte sie dort, dann ließ er sie verletzt zurück und floh.

Niemand, kein Nachbar, kein Passant will etwas davon mitbekommen haben.

Obwohl die junge Frau den Täter und seine Kleidung genau beschreiben konnte, sah man von einer Öffentlichkeitsfahndung ab – aus Opferschutz, wie es heißt.

Nun, der Täter wurde dennoch gefasst – ein 24-jähriger abgelehnter Asylbewerber aus Benin (Westafrika)

Warum, erzähle ich Ihnen so einen Fall, da derartige Verbrechen doch nahezu jeden gottverdammten Tag in Deutschland irgendwo stattfinden?

Weil wir uns nicht daran gewöhnen dürfen, auch wenn rote und grüne Politiker gerne erzählen, dass es Vergewaltigungen hierzulande ja auch vor 2015 gegeben habe. Und das stimmt, ist aber als „Argument“ ähnlich blöde wie, Russland „war immer ein verlässlicher Partner, der uns nie etwas getan hat“.

Ja, es gab immer Vergewaltigungen, und es gab und gibt immer viele deutsche Täter. Schlimm genug. Aber ist das eine Rechtfertigung dafür, dass wir diejenigen, die nach Merkels tragischer Fehlentscheidung zur Öffnung der Grenzen 2015 hinzugekommenen potentiellen Vergewaltiger nicht konsequent abschieben?

Im Jahr 2024 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik 13.320 Fälle registriert. 1.316 Täter hatten den Status „Zuwanderer“. Für den Deutschen Bundestag hat das BKA im vergangenen Jahr 751 „Gruppenvergewaltigungen“ registriert. 53 Prozent der Tatverdächtigen hatten keinen deutschen Pass. Und, das ist ja das „Schöne“: Auch viele, die heute einen deutschen Pass besitzen, haben eine Migrationsgeschichte, d. h. die tatsächlichen Zahlen darüber, was ein Teil unserer „Gäste“ hier veranstaltet, dürfte deutlich höher liegen.
Weil wir gerade bei Statistik sind: Die häufigsten Tatverdächtigen bei Sexualdelikten unter Asylbewerbern sind – in der Reihenfolge – Syrer, Afghanen und Iraker.

 




Die „Zeitenwende“ nimmt Fahrt auf: Es gibt noch viele Ansatzpunkte, russische Möglichkeiten in Deutschland einzuschränken

Für deutsche Verhältnisse war die Pressekonferenz der Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) und Johann Wadephul (CDU) gestern höchst bemerkenswert. So wie der öffentliche Auftritt des Bundesfinanzministers Lars Klingbeil (SPD) beim G20-Treffen der Finanzminister der wichtigsten Volkswirtschaften in North Carolina, bei dem die amerikanischen Gastgeber unabgestimmt den russischen Finanzminister Anton Siluanow dazu geladen hatten.

Im Grunde war das ein Affront der Amerikaner gegenüber ihren wichtigsten Verbündeten, aber so etwas scheint unter Präsident Donald Trump ohnehin Methode geworden zu sein. Seiner Politik allerdings ist es auch zu verdanken, dass die europäischen Verbündeten inzwischen auf eigenen Beinen stehen und laufen gelernt zu haben scheinen.

Nicht nur der Deutsche Klingbeil, sondern auch andere Amtskollegen weigerten sich schlicht, sich mit einem hochrangigen Vertreter des außer Rand und Band geratenen Kriegstreiber-Regimes in Moskau auch nur zum traditionellen Abschlussfoto aller Teilnehmer ablichten zu lassen. So durfte Siluanow nicht mit aufs Foto, weil er eben auch nicht dazugehört. Oder wie Andrzej Domański es treffend formulierte, der polnische Finanzminister: „Wir vertrauen Russland nicht. Sie lügen ständig, und man muss wirklich extrem vorsichtig sein, wenn man mit ihnen diskutiert.

Doch zurück zu Deutschland

Die vom ehemaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach Russlands Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 proklamierte „Zeitenwende“ ist da. Nicht erst seit gestern, denn die Neuaufstellung unserer Streitkräfte und Nachrichtendienste im Einklang mit den westlichen Verbündeten hat nicht in Leipzig begonnen.

Der Drohnenangriff am Flughafen, mutmaßlich gegen dort stationierte ukrainische Transportflugzeuge geplant, ist nur ein kleines Glied in einer langen Kette hybrider Angriffe, mit denen Russlands Geheimdienste Deutschland seit Jahren angreifen. Da nützt auch das inszenierte Gejaule der nützlichen Idioten Moskaus in den sozialen Netzwerken nichts, die unermüdlich behaupten, Russland habe uns „nichts getan“.

Russland tut uns dauernd etwas

 Und die Konsequenzen waren bisher überschaubar. Hier mal eine Protestnote, da mal zwei Spione mit Diplomatenpass ausweisen – alles ein „Fliegenschiss“ in den Augen der russischen Möchtegern-Weltmacht. Dass aber Kriegspräsident Wladimir Putin gestern im kirgisischen Bischkek zur Pressekonferenz zweier deutscher Minister öffentlich geantwortet hat, ist ungewöhnlich und zeigt, dass die Botschaft aus Deutschland angekommen ist.

Denn Minister sind nicht die Ebene Putins, das wären allenfalls Staatschefs. Und dass er persönlich Bundeskanzler Friedrich Merz auf globaler Medienbühne attackiert, zeigt, dass man zu begreifen scheint, dass sich das Klima jetzt auch in Deutschland verändert.

Der in Leipzig gefundene Sprengstoff und die Zündtechnik der gefundenen Drohnen sind eindeutig russischen Geheimdiensten zuzuordnen.

Jetzt beginnt das altbekannte Spielchen wieder, das Putin selbst orchestriert, wenn er gestern spöttisch fragt „Wo sind die Beweise?“ und von „konstruierten Vorwürfen“ fabuliert. Dieses Narrativ wird heute auf allen Kanälen über uns hinwegspülen, es gibt genügend „nützliche Idioten“, die quasi als ziviles Äquivalent der „Wegwerf-Agenten“ das schmutzige Geschäft des Kreml in Deutschland betreiben.

Das darf Deutschland nicht beeinflussen!

Die gestern von Dobrindt und Wadephul verkündeten Maßnahmen dürfen erst der Anfang sein!

Aktuell wird das russische Generalkonsulat in Bonn zum 18. September geschlossen. Auch der Vertrag für das „Russische Haus“ an der Berliner Friedrichstraße wird gekündigt, ein russisches Agentennest, das schon vor Jahren hätte dichtgemacht werden sollen, was aber am politischen Widerstand derjenigen scheiterte, die Putin bloß nicht reizen wollten.

Gemeinsam mit den europäischen Partnern wird Deutschland sein Vorgehen gegen die russische „Schattenflotte“ intensivieren, die nicht nur Sanktionen umgeht, sondern seit Längerem auch eine aktive Rolle in Spionageaktionen Russlands gegen uns spielt.

Berlin schlägt den EU-Partnern zudem eine neue Sanktionsliste vor und wird die Grenzkontrollen für russische Staatsbürger deutlich verschärfen. Auch das hätte längst getan werden müssen: die Bewegungsfreiheit von Feinden unseres Staates einschränken, egal, ob sie im Häuschen am Starnberger See ihr Luxusleben genießen, ihre Geliebte im Apartment in London oder ihre Kinder in Schweizer Internaten besuchen. Es muss aufhören. Alles!

Solange Russland Krieg führt, bombardiert und mordet in der Ukraine, Zehntausende Kinder nach Russland verschleppt – kann es keine Normalität geben. Und schon gar keine Geschäfte.

Unglaublich, dass auch im fünften Kriegsjahr immer noch Handel mit Russland stattfindet – extrem reduziert, aber er findet statt. Der verbliebene Handel mit Pharma- und Agrarprodukten muss konsequent beendet werden!

Deutschland und die EU müssen endlich die Schlupflöcher schließen, über die sensible Güter – auch Technologie – immer noch nach Russland gelangen: via die Türkei, Kasachstan, Kirgistan oder die VAE. Ärgerlich auch, dass es bis heute russische Banken gibt, die im internationalen Zahlungssystem SWIFT verblieben sind. Ein vollständiges Verbot aller Finanztransaktionen mit Moskau würde den legalen Rest-Warenverkehr technisch unmöglich machen.

Durch mehr Personal und den Einsatz von KI-gestützten Datenanalysen könnten Scheinfirmen in Deutschland, die als Strohmänner für russische Akteure agieren, schneller enttarnt werden. Nach Daten der Bundesbank gibt es in Deutschland etwa 1.700 Unternehmen, bei denen eine russische Person oder ein russisches Unternehmen der „wirtschaftlich Letztbegünstigte“ ist. Die russische Präsenz konzentriert sich dabei auf rund 40 größere strategische Kernunternehmen.

Diese sind vor allem in den Bereichen Erdölraffinerie (z. B. Anteile an der PCK-Raffinerie Schwedt), Gasversorgung, Metallverarbeitung und chemische Produktion verankert. Viele dieser kapitalstarken Beteiligungen wurden seit Kriegsbeginn unter staatliche Treuhandverwaltung des Bundes (über die Bundesnetzagentur) gestellt oder durch Sanktionen eingefroren, sodass der Kreml heute operativ keinen Zugriff mehr darauf hat.

Deutschland und Russland haben wechselseitig eine Obergrenze von diplomatischem Personal in ihren Vertretungen von 350 Personen vereinbart. Tatsächlich wird diese Anzahl seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine heute nicht einmal mehr ansatzweise erreicht. Der Bundesnachrichtendienst (BND) schätzt, dass für die russische Botschaft in Berlin heute noch zwischen 100 und 150 „Diplomaten“ arbeiten, davon geschätzt ein Drittel als Agenten russischer Geheimdienste FSB, SWR und GRU.




Hans-Thomas Tillschneider (AfD) und die russische Armeetasse

Mir kann niemand vorwerfen, dass ich der AfD Böses will. In zig Artikeln, Reden und Diskussionen habe ich die Unfairness kritisiert, mit denen die Partei vom Establishment in „Altparteien“ und Medien behandelt wird. Sie alle wissen, was ich meine: Ausschussvorsitze und Platz im Präsidium des Deutschen Bundestages, Geld für die Desiderius-Eersamut-Stiftung und ähnliches.

Gleichzeitig werde ich nicht müde, öffentlich zu begründen, warum ich persönlich die AfD derzeit nicht wählen kann und werde – nämlich wegen ihrer schwammigen bis menschenverachtenden Haltung gegenüber der Ukraine und gegenüber Putin.

Im aktuellen Podcast von Paul Ronzheimer ploppt jetzt genau dieses Thema wieder auf

Denn Ronzheimer hat sich zum Interview mit dem ideologischen Kopf der AfD zumindest in Sachsen-Anhalt getroffen, im Wahlkreisbüro des Landtagsabgeordneten Hans-Thomas Tillschneider. Dort fiel Ronzheimer gleich zu Beginn eine schwarze Tasse mit rotem Stern in einem Regal in Tillschneiders Büro auf.

Darauf angesprochen versuchte der AfD-Politiker, der nach einem Wahlerfolg am kommenden Sonntag bei der Landtagswahl Bildungsminister werden soll, abzuwiegeln und reagiert dann zunehmend unwirsch. Nach dem Interview versuchte Tillschneider Medienberichten zufolge, den Teil mit der Tasse im Gespräch per Rechtsanwalt verhindern zu lassen.

Tatsächlich war auf der Tasse in russischer Sprache der Schriftzug „Armee Russlands“ zu lesen: „Armija Rossii“

Solche Tassen sind in einem russischen Onlineshop zu bestellen, der nach BILD-Recherchen mit der russischen Armee kooperiert.

Von Ronzheimer gefragt entwortete der AfD-Politiker: „Die Tasse steht da einfach rum. Ich verbinde damit nichts Großes. Die ist mir mal geschenkt worden.“ Und als das Gespräch hitziger wurde, schnauzte Tillschneider den Journalisten an: „Jetzt hören Sie mit dieser blöden Tasse auf.“

Naja, es ist schon erhellend, was es bedeutet, wenn jemand, der zukünftig die Erziehung der Kinder in Sachsen-Anhalt verantworten soll, eine Fan-Tasse der russischen Armee in seinem Büro stehen hat, die seit mehr als vier Jahren zerstört, vergewaltigt und tötet in der Ukraine.

Ich finde Politiker gut, die eine Tasse der deutschen Bundeswehr in seinem Büro stehen hätte. Denn als Volksvertreter gewählt werden sie gut dafür bezahlt, DEUTSCHE Interessen zu vertreten, nicht die Interessen von Staaten, die in Deutschland Sabotage und Terroranschläge betreiben.

Medien berichen inzwischen, dass Tillschneider wenige Monate nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine nach Russland gereist war. Damals brach er die Reise ab, weil der damalige Bundesvorstand der Partei über diese nicht abgesprochene Tour wenig amüsiert war. Im Oktober 2025 entblödete sich Tillschneider dann nicht, in der russischen Botschaft in Berlin auch noch den Geburtstag des Kriegstreibers Wladimir Putin mitzufeiern.

Ja, die politischen Darbietungen von CDU, SPD, Grünen und FDP in den vergangenen Jahren waren und sind unterirdisch. Und ich verstehe jeden, der sagt, er habe genug von der Stümperei und werde die AfD wählen.

Aber ist bei solchen Gestalten wie Tillschneider nicht eine Grenze überschritten?

Im Wahlprogramm der AfD zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird unter Punkt 14 gefordert, den Russisch-Unterricht an den Schulen im Land auszubauen. Dazu sollen gezielt akademisch gebildete russische Muttersprachler als Seiteneinsteiger für den Schuldienst gewonnen werden.

Und man fragt sich: Warum eigentlich?

Russland ist in der zivilisierten Welt inzwischen ein Paria, die Bevölkerung schrumpft massiv, die Wirtschaft liegt am Boden und die Gesellschaft ist deutlich überaltert. Warum also soll der Russisch-Unterricht in einem deutschen Bundesland ausgebaut werden? Wem dient das? Deutschland ganz sicher nicht, den jungen Menschen in Magdeburg und Stendal auch nicht.

Russische Geheimdienste lassen Sabotage und Terroranschläge in unserem Land verüben, im russischen Staatsfernehen wird immer wieder von Atomangriffen auf deutsche Städte schwadroniert, ohne dass jemand widerspricht.

Ulrich Siegmund hat einen fulminenten Wahlkampf hingelegt, und die AfD wird kommenden Sonntag die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt klar gewinnen.

Wie hoch, das werden wir sehen. Aber ich kann mir vorstellen, dass der ein oder andere Wähler dort durch Herrn Tillschneider daran erinnert wird, was auf dem Spiel steht. Wenn der Mann seiner AfD einen Dienst erweisen will, dann sollte er noch heute zurücktreten und seine Kandidatur für Sonntag aufgeben.

Ronzheimer zum Thema hören Sie hier 

Und hier

 

 

 




Die sowjetische Massendeportation der Deutschen: Wie die blühende Wolgarepublik 1941 ausgelöscht wurde

Das Schicksal von Viktor Heinrich ist nur eines, das stellvertretend für Hunderttausende wolgadeutsche Familien steht. 1909 im kleinen Ort Fischer (1500 Einwohner) geboren, hatte sich seine Familie über Generationen ein bescheidenes, aber friedliches Leben an der Wolga aufgebaut.

Als im Spätsommer 1941 die NKWD-Soldaten in das Dorf einmarschierten, blieben seiner Familie nur wenige Minuten, um ein Bündel Kleidung und etwas Brot zu greifen.

Viktor, seine Frau und die kleinen Kinder wurden wie Vieh in die Waggons getrieben. Doch der schlimmste Albtraum folgte nach der Ankunft in der eisigen Steppe: Viktor wurde erbarmungslos von seiner Familie getrennt und in die sogenannte „Trudarmee“ (Zwangsarbeitslager) gepresst. Mütter blieben mit ihren Kindern allein in der bitteren Kälte Zentralasiens zurück, ohne Nahrung und ohne Schutz, während die Väter hinter Stacheldraht im Ural schufteten. Viele Kinder sahen ihre Väter nie wieder.

Der NKWD, Narodny Komissariat Wnutrennich Del, übersetzt „Volkskommissariat für innere Angelegenheiten“, vereinte die reguläre Polizei, den Geheimdienst, die Grenztruppen und sogar die Verwaltung der Zwangsarbeitslager in einer Hand.

Die Unterdrückungsbehörde war das primäre Werkzeug Stalins, um die sowjetische Bevölkerung zu kontrollieren, politische Gegner auszuschalten und den totalitären Staat aufrechtzuerhalten. Dazu gehörte auch die Verwaltung eines riesigen Netzes von Zwangsarbeitslagern, sogenannten Gulags, dessen unmenschliche Barbarei der russische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn in seinem erschütternden Monumentalwerk „Der Archipel Gulag“ beschrieben hat.

Erstmals 1973 im Westen veröffentlicht, deckte das Buch die brutale Wahrheit über den sowjetischen Staatsterror auf und erschütterte das weltweite Bild der Sowjetunion grundlegend.

Solschenizyn verknüpfte in dem dreibändigen Werk seine eigenen elfjährigen Erfahrungen als Häftling mit den Berichten und Briefen von 257 anderen Zeitzeugen.

Solschenizyn beschreibt im „Archipel Gulag“ nicht nur das Leben hinter Stacheldraht, sondern er widmet sich im fünften („Die Katorga“) und im sechsten Teil („Die Verbannung“) seines Werkes explizit den Massendeportationen ganzer Völker, darunter der Wolgadeutschen, Krimtataren und Tschetschenen.

Sie wurden kollektiv zu „Staatsfeinden“ erklärt und als vollkommen Rechtlose zur wirtschaftlichen Ausbeutung in Taiga und Steppe getrieben.

Wie grausam die Realität in diesen Zwangsarbeitslagern der Trudarmee wirklich war, beschreibt der wolgadeutsche Zeitzeuge Heinrich Wick in seinen Erinnerungen:


„Die Menschen wurden ohne Gericht und gesetzliche Untersuchung nicht ‚mobilisiert‘ … sondern verhaftet und mit bewaffneten Soldaten ins Lager befördert […]. Auch in unserer Kolonne Nr. 152 starben die Menschen wie Fliegen und wurden frühmorgens auf den Schlitten geladen und dicht am Wäldchen gestapelt – bis zum Frühjahr.“

Es ist der 28. August 1941, als das Schicksal der Wolgadeutschen, einer jahrhundertealten Kultur, mit einem Federstrich besiegelt wurde.

Mit dem Dekret des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR über die „Umsiedlung der in den Wolgabezirken wohnhaften Deutschen“ initiierte die sowjetische Führung unter Josef Stalin eines der brutalsten ethnischen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs.

Innerhalb weniger Wochen wurde eine blühende Gemeinschaft von mehr als 400.000 Menschen im europäischen Teil der Sowjetunion restlos zerschlagen, entrechtet und in die Weiten Sibiriens und Zentralasiens verschleppt. Es ist der Beginn eines jahrzehntelangen Leidensweges, der als kollektives Trauma tief im Gedächtnis der Russlanddeutschen verankert geblieben ist.

Dazu muss man wissen: Die Wolgadeutschen waren keine Neuankömmlinge

Ihre Ahnen waren ab 1763 dem Ruf der Zarin Katharina II. gefolgt, die ausländische Siedler für die Erschließung der landwirtschaftlich ungenutzten Steppenregionen an der Wolga anwarb. Den Kolonisten wurden weitreichende Privilegien garantiert: Religionsfreiheit, Landbesitz, Steuerbefreiung und die Befreiung vom Militärdienst.

Über Generationen hinweg bauten die Einwanderer unter härtesten Bedingungen hunderte florierende Dörfer auf. Sie bewahrten ihre deutschen Dialekte, ihre Konfessionen (meist lutherisch oder katholisch) und ihre kulturellen Traditionen, während sie gleichzeitig zu loyalen Untertanen des russischen Zarenreiches wurden.

Nach der Oktoberrevolution trug der sowjetische Staat dieser Identität zunächst Rechnung: 1924 wurde die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen (Wolgarepublik) mit der Hauptstadt Engels gegründet. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs lebten hier etwa 600.000 Menschen, eingebettet in eine eigene Verwaltung, ein deutsches Schulsystem und eine eigene Presselandschaft.

Mit dem Überfall des nationalsozialistischen Deutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 änderte sich alles

Ungeachtet der Tatsache, dass Zehntausende Russlanddeutsche in der Roten Armee dienten und bereit waren, ihre sowjetische Heimat gegen die Wehrmacht zu verteidigen, geriet die gesamte Volksgruppe unter Generalverdacht.

Das berüchtigte Dekret vom 28. August 1941 lieferte die pseudorechtliche Begründung für eine umfassende ethnische Säuberung. Darin wurde den Wolgadeutschen pauschal und ohne jeden Beweis vorgeworfen, „Tausende von Diversanten und Spionen“ in ihren Reihen zu verstecken, die auf ein Signal aus Berlin warteten, um Sabotageakte zu verüben.

Da niemand diese vermeintlichen Verräter den Behörden gemeldet habe, so die infame Logik des Dekrets, sei die gesamte Bevölkerung mitschuldig. Die Kollektivschuld wurde zum Dogma erhoben. Die Wolgarepublik wurde liquidiert, ihr Territorium aufgeteilt und die Totaldeportation befohlen.

Die Durchführung der Deportation glich einer militärischen Strafaktion, koordiniert vom sowjetischen Geheimdienst NKWD unter Lawrenti Beria.

Den betroffenen Familien wurde oft nur wenige Stunden, manchmal nur eine halbe Stunde Zeit gegeben, um das Nötigste zu packen. Alles, was sie sich über Generationen aufgebaut hatten – ihre Häuser, das Vieh, der Hausrat und die Ernte –, mussten sie zurücklassen.

Es folgte ein beispielloser Terror gegen die Deutschstämmigen

Zwischen September und Dezember 1941 wurden schätzungsweise 440.000 Wolgadeutsche (und im weiteren Kriegsverlauf fast eine Million Deutsche aus anderen Teilen der UdSSR) in tagelangen, qualvollen Transporten deportiert. Zusammengepfercht in fensterlosen, ungeheizten Viehwaggons, mangelhaft versorgt mit Wasser und Nahrung, rollten die Züge Richtung Osten.

Die hygienischen Zustände waren katastrophal. Krankheiten wie Fleckfieber und Ruhr brachen aus. Wer die tagelange Fahrt nicht überlebte, wurde bei kurzen Zwischenstopps von den Wachmannschaften lieblos am Bahndamm verscharrt. Zielgebiete waren dann die unwirtlichen Regionen Kasachstans, der Ural und Sibirien.

Dort angekommen wurde es für die Überlebenden noch schlimmer

Nahezu alle Männer im Alter von 15 bis 55 Jahren und bald darauf auch Frauen von 16 bis 45 Jahren – sofern sie keine Kleinkinder zu versorgen hatten – wurden zwangsrekrutiert. Mütter wurden erbarmungslos von ihren Kindern getrennt, die in den Dörfern der Einheimischen oft völlig schutzlos zurückblieben.

Hinter Stacheldraht und unter Bewachung von NKWD-Einheiten mussten die Russlanddeutschen unter unmenschlichen Bedingungen Schwerstarbeit leisten.

Sie bauten Rüstungsbetriebe, schufteten in Kohlebergwerken, fällten Bäume in der Taiga oder errichteten Eisenbahnlinien. Bei eisigen Temperaturen von bis zu minus 40 Grad, unzureichender Kleidung und einer täglichen Essensration, die kaum zum Überleben reichte, starben die Menschen massenhaft an Entkräftung, Unterernährung und Erfrierungen. Historiker schätzen, dass bis zu einem Drittel der Trudarmisten diese Lager nicht überlebt hat.

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Als der Zweite Weltkrieg im Mai 1945 mit dem Sieg über den Nationalsozialismus endete, bedeutete dies für die deportierten Deutschen aber nicht das Ende ihres Leidens.

Während andere deportierte Kaukasusvölker in den 1950er Jahren begnadigt wurden und in ihre Heimat zurückkehren durften, legte ein Dekret des Sowjet-Regimes im Jahr 1948 fest, dass die Verschleppung der Deutschen „auf ewig“ gelten sollte

Jedes unbefugte Verlassen des zugewiesenen Wohnortes wurde mit bis zu 20 Jahren Zwangsarbeit bestraft. Die Deutschen lebten unter dem repressiven Status von „Sondersiedlern“ unter strengster polizeilicher Aufsicht.

Erst nach dem Tod Stalins und dem Besuch von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) in Moskau im Jahr 1955 kam Bewegung in die Sache.

Die offizielle, moralische Rehabilitation durch den Obersten Sowjet erfolgte jedoch erst spät, im Jahr 1964.

Der pauschale Vorwurf des Landesverrats wurde endlich als haltlos zurückgenommen. Doch der entscheidende Schritt zur Wiedergutmachung blieb aus: Die Autonome Republik der Wolgadeutschen wurde nicht wiedererrichtet. Die ehemaligen Häuser und Ländereien der Deutschen waren längst von anderen Sowjetbürgern besiedelt worden. Eine Rückkehr an die Wolga blieb politisch unerwünscht und praktisch unmöglich.

Die Vertreibung der Wolgadeutschen war ein schweres Staatsverbrechen des sowjetischen Regimes. Es handelte sich um einen gezielten Ethnozid: Eine vitale, eigenständige Kulturlandschaft wurde physisch und geografisch ausgelöscht.

Die systematische Zerstörung der deutschen Sprache durch das jahrzehntelange Verbot von deutschem Schulunterricht führte dazu, dass spätere Generationen der Russlanddeutschen ihrer sprachlichen Identität weitgehend beraubt wurden.

Als Folge dieses bleibenden Unrechts und der anhaltenden Benachteiligung im sowjetischen Alltag suchten Millionen Russlanddeutsche nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ab den späten 1980er Jahren einen Ausweg. Über 2,3 Millionen Menschen machten von ihrem Recht Gebrauch, als Spätaussiedler in das Land ihrer Vorfahren nach Deutschland zurückzukehren. Die leeren, verfallenen oder zweckentfremdeten Kirchenruinen in den ehemaligen deutschen Dörfern entlang der Wolga stehen bis heute als stumme Zeugen eines blühenden Lebens, das im Spätsommer 1941 von einer brutalen Diktatur für immer vernichtet wurde.