Blackout im Berliner Südwesten: Linksterroristen bekennen sich zum Anschlag – 45000 Wohnungen weiter ohne Strom

Die linksextreme Berliner „Vulkangruppe“ hat sich zum Anschlag auf das Stromnetz im Berliner Südwesten bekannt. In ihrem Bekennerschreiben sprechen sie von einer „gemeinwohlorientierten Aktion“, wie der Berliner „Tagesspiegel“ berichtet. Die Terrororganisation ist den Sicherheitsbehörden bestens bekannt, denn der aktuelle Anschlag – noch immer sind 45.000 Haushalte im Großraum Zehlendorf ohne Strom – ist nur der aktuelle Fall in einer Reihe ähnlicher Verbrechen.

So bekannten sich die Linksterroristen vorher schon zu den Angriffen 2021 und 2024 auf die Stromversorgung der „Tesla-Gigafactory“ im brandenburgischen Grünheide. Und im Mai 2025 legte die „Vulkangruppe“ an einem Trafohäuschen und einer Funkmastanlage im Berliner Stadtteil Dahlem Feuer. Das damalige Bekennerschreiben war mit „Villenviertel lahmlegen“ überschrieben. „Wir können uns diese Reichen nicht mehr leisten“, heißt es im damaligen Text.

Der Berliner Verfassungsschutz analysiert, die Sabotageakte der „Vulkangruppe“ hätten das Ziel, „die Verwundbarkeit der urbanen Mobilitäts- und Kommunikationsinfrastruktur zu offenbaren und die öffentliche Ordnung zu stören“.

So deute ein Strategiepapier der Terrororganisation aus dem Jahr 2015 auf eine feste Organisationsstruktur hin. Danach gebe es Hinweise, dass die „Vulkangruppe“ dem anarchistischen Spektrum in Berlin zuzuordnen sei.

„Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft. Bei den weniger wohlhabenden Menschen im Südwesten Berlins entschuldigen wir uns. Bei den vielen Besitzern von Villen in diesen Stadtteilen hält sich unser Mitleid in Grenzen.“

Na, dann ist ja alles gut, oder?

Das wird die Menschen, die in großen Teilen noch bis Donnerstag frieren oder ihr Wohnungen verlassen mussten, ja beruhigen.

Ich meine, Zyniker könnten sagen: Selbst schuld, wenn eine Stadt seit vielen Jahren linksextreme Biotope nicht nur zulässt, sondern auch aktiv fördert. Der CDU-geführte Senat von Kai Wegner ist da leider keine Ausnahme.

Der Anschlag wurde am Samstag auf eine Kabelbrücke über den Teltow-Kanal verübt. Betroffen waren die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass die Notlage außergewöhnlich lange dauern werde.

Am 9. September des vergangenen Jahres kam es ebenfalls zu einem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz, durch den rund 50.000 Haushalte im Südosten der Stadt (Köpenick und Adlershof) zeitweise ohne Strom waren.
Die Reparaturarbeiten an den beschädigten Kabeln dauern bis heute an. Urheber sollen ebenfalls die Linksterroristen der „Vulkangruppe“ sein, zumindest deuten Erkenntnisse der Ermittler vom LKA darauf hin. Wie ich Berlin kenne, wird jetzt erstmal der Kampf gegen rechts intensiviert…




Die Silvesternacht 2016 und das skandalöse Versagen des medialen Mainstreams sind nicht vergessen

Als ich gestern vor zehn Jahren in der Küche einen Filterkaffee aufbrühte und mich anschließend an den PC setzte, um die morgendliche Nachrichtenlage zu checken, wusste ich noch nicht, was für ein ungewöhnlicher Tag in meinem Journalistenleben das werden würde. Ich betrieb damals ein kleines Nachrichtenportal namens „NRWjetzt“ mit wenig mehr als 3000 Aufrufen am Tag, also jetzt nicht gerade die BILD-Zeitung.

Ich schaute online, was da so berichtet wurde in der Neuen Westfälischen(Bielefeld), der Münsteraner Zeitung und dem Kölner Stadt-Anzeiger über die Silvesterfeierlichkeiten überall. Und alles schien fein zu sein, Silvesternacht eben – Feuerwerk, Saufen, ein paar Schlägereien. Ich erinnere mich sogar noch, dass ein FAX von der Pressestelle der Kölner Polizei in meiner Redaktion ankam, wo man mitteilte, was für eine fröhliche und wunderbare Silvesternacht die Domstadt erlebt habe. Zitat: „weitgehend friedlich“.

Doch die Silvesternacht in Köln und – wie sich später herausstellte – in Hamburg, Berlin, Bielefeld und anderswo auch – war alles andere als friedlich gewesen.

Irgendwann am Vormittag schrieben mir Facebook-Freunde und fragten, ob ich schon gehört habe, was in Köln losgewesen sei. Und ich antwortete: Nichts war los.
Aber von Minute zu Minute verdichtete sich die Indizienlage, dass in Köln Empörendes geschehen war.
Auf dem großen Platz vor und im Hauptbahnhof waren geschätzt 1500 „junge Männer“, Migranten größtenteils auf Nordafrika, in Horden unterwegs und begrabschten, belästigten und beklauten Frauen. „Die waren mit ihren Händen wirklich überall. So etwas habe ich noch nie erlebt“, zitierte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ eine 22-Jährige, die es miterlebt hatte, Aber die Zeitung berichtete nicht am 1. Januar, sondern erst ab dem 4. Januar, was tatsächlich passiert war.

Sie erinnern sich: Es war die Zeit von „Refugees welcome“

Und ich bin nicht so vermessen zu denken, ich hätte mehr gewusst als die Kollegen von WDR, Kölnischer Rundschau und Express. Sie wagten nur nicht, das Offensichtliche zu berichten. Wie auch BILD, ARD, RTL nicht. Einfach niemand.

Und ich werfe das auch niemandem vor, der da als Jungredakteur in seinem Büro sitzt zum Beispiel bei der BILD, für die ich vorher gearbeitet hatte, und die „Arschkarte“ für den Frühdienst am Neujahrsmorgen gezogen hatte.

„Refugees welcome“ – das war im September 2015 eine BILD-Zeile, von Kai Diekmann selbst erfunden, soweit ich weiß. BILD unterstützte anfangs die von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorangetriebene Aufnahme der Flüchtlinge aus aller Welt. Und dann sitzt da ein junger Mann allein in der Redaktion, sein Boss ist noch im Skiurlaub und nicht erreichbar, und muss entscheiden, was berichtet wird. Nicht leicht, das können Sie mir glauben! Da kann so in schöner Job auch mal schnell weg sein…

Als mir jedenfalls damals Handyvideos aus dem hysterischen Gekreische und Gedränge im Kölner Hauptbhnhof geschickt wurden, war mir klar, dass da etwas Großes passiert. Und ich dachte: Jetzt müssen doch die großen Medien einsteigen.
Aber es geschah nichts
Null. Irgendwann am Nachmittag gab es eine 15-Zeilen-Meldung, ich glaube in der „Kölnischen Rundschau“, es habe ein paar Übergriffe von „jungen Männern“ gegeben. Das war alles. Niemand verwendete das Wort Flüchtling, niemand beschrieb das Ausmaß der Ausschreitungen.
Was soll ich sagen? Irgendwann gegen Mittag wagte ich es dann zu veröffentlichen, was ich wusste. Die Täter waren sogenannte „Flüchtlinge“.

„Ich habe es leider auch genau so erlebt und mir steigen bei deinen Worten schon wieder die Tränen in die Augen! Das was ich gestern erlebt habe, hat mich ehrlich schockiert. Man kam nicht vor und nicht zurück und konnte auch nicht ausmachen, wer es war. (….) Leider wird damit alles in Frage gestellt, alle Hilfesuchende in Verruf gebracht“
schriebt eine „Andrea“ später. Eine andere: „Als wir um Hilfe gerufen haben, haben sie gelacht.“ In einer Facebook-Gruppe aus Köln berichteten immer mehr Augenzeugen: „Also ich war gestern auch dort und es war eine Katastrophe. Fleischbeschau, man konnte nirgends hinsehen weil man angegafft und angequatscht wurde.“

Als jemand in dieser Facebook-Gruppe schrieb, die Täter seien überwiegend „Araber“ gewesen, wurde – kein Witz – die ganze Gruppe gelöscht.

Am 2. Januar wagt es dann mit dem „Focus“ als erstes großes Medium in Deutschland, zu berichten, was passiert war. Beim WDR, von dessen Zentrale aus man in Köln direkt auf den Bahnhofsvorplatz schauen kann, kein Wort, was wirklich passiert war. Erst am 4. Januar, als der Kölner Polizeipräsident eine Pressekonferenz veranstaltete und danach zurücktrat, brachen medial alle Dämme.

Vorher herrschte ein Komplettversagen des deutschen Journalismus
Und auch der Politik. Die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) war jedenfalls bis zum 4. Januar nicht zu erreichen.

Mein Artikel auf dem kleinen NRW-Portal verzeichnete an diesem Tag 65.000 Aufrufe, ein für uns nicht zu träumen gewagter Erfolg. Als wir am nächsten Tag in einem weiteren Stück die Frage aufwarfen, wo eigentlich die Feminismus-Industrie heute sei, die mit Schwarzers Magazin „Emma“ ja ihren Sitz in Köln hat, riefen 350.000 Leser diesen Beitrag auf in ganz Deutschland.

Journalismus ist das Abbilden der Realität, nicht das Bewerten und nicht das Unterdrücken von Wirklichkeit. Ich bin da vielleicht ein wenig altmodisch…bis heute.




Lernen aus Le Bons Meisterwerk „Psychologie der Massen“: Wir müssen aufhören, über jedes digitale Stöckchen zu springen, das man uns hinhält

In einer Zeit, in der das Smartphone unser Tor zur digitalen Welt geworden ist, die uns sekündlich mit den globalen Erregungskurven konfrontiert, wirkt Gustave Le Bons Buch von der „Psychologie der Massen“ aus dem Jahr 1895 wie eine Prophezeiung, die heute ihre schärfste Form vermutlich in dieser Zeit und in diesem Land erreicht hat.

Wir blicken oft mitleidig auf die 30er Jahre in Deutschland zurück und fragen uns, wie eine ganze Gesellschaft so kollektiv den Kompass verlieren konnte.

Wir wiegen uns in der bürgerlichen Sicherheit, dass Bildung, Aufklärung, eine wenigstens rudimentäre christliche inspirierte Erziehung und inzwischen sogar das Internet uns immun machen könnte gegen allerlei wahnsinnige Verführungen. Wie konnten die nur so blöde sein, fragen wir uns dann, wenn wir auf „Phoenix“ eine Dokumentation sehen, die uns ekstatische Österreicher bei der Ankunft „des Führers“ an der Wiener Hofburg im März 1938 zeigen. Was hat man denen vorher ins Trinkwasser geschüttet, so fragt man sich dann unwillkürlich, wenn man den Irrsinn betrachtet.

Doch die Wirkung der Masse auf das Individuum hat noch immer nach dem gleichen Muster funktioniert.

Wenn Sie schon mal in ausverkauften großen Fußballstadien waren, wissen Sie, was ich meine. Oder wenn einst bei Konzerten von Michael Jackson oder auch den „Backstreet Boys“ ohnmächtige Kids zuhauf aus der Menge gezogen wurden von Ordnern und Sanitätern, lange bevor die Popidole überhaupt auf der Bühne angekommen waren – es funktioniert immer auf die gleiche Art und Weise.

Le Bons zentrale These ist schlicht und beängstigend

Sobald der Einzelne Teil einer Masse wird, sinkt sein intellektuelles Niveau. Punkt.

Das Individuum, der Einzelne, gibt seine kritische Urteilskraft an der Garderobe des Kollektivs ab und tauscht sie gegen die Wärme der Zugehörigkeit in der Menge und die Wucht der einfachen Parole ein.

In der Masse, so behauptet Le Bon, ist der Mensch nicht mehr fähig zu logischen Schlussfolgerungen; er denkt in Bildern, in Affekten und in absoluten Wahrheiten. Was Le Bon im 19. Jahrhundert an physischen Menschenansammlungen auf den Boulevards von Paris beobachtete, erleben wir heute als eine digitale Ansteckung.

Die sozialen Medien wirken dabei als Brandbeschleuniger. Ein Tweet, ein kurzes TikTok-Video oder eine aus dem Kontext gerissene Schlagzeile lösen beim Einzelnen eine Erregung aus, die keine sachliche Prüfung des Themas mehr zulässt.

Die deutsche Aufregungsgesellschaft ist heute genauso leicht zu lenken wie früher

Das ist die ernüchternde, ja erschreckende Wahrheit. Die Ränder des politischen Spektrums, ob links oder rechts, beherrschen die Klaviatur der Massenpsychologie meisterhaft. Sie arbeiten mit dem, was Le Bon „Prestige“ nennt – einer aura-artigen Autorität, die keinen Widerspruch duldet.

Wenn die radikale Rechte heute von „Widerstand“ spricht und gleichzeitig einem autoritären Führer in Russland huldigt, ist das ein logischer Widerspruch, der jedoch in der Logik der Masse überhaupt keine Rolle spielt.

Die Masse hungert nicht nach Logik, sondern nach Identität und Feindbildern. Sie will das Selbstbestimmungsrecht der Völker predigen und es im nächsten Moment opfern, wenn es der eigenen Erzählung vom „er konnte ja nicht anders“ dient.

Das können Sie besonders beim Umgang mit dem ukrainischen Präsident Selenskyj in den Putin-freundlichen Milieus rechts und links erkennen.

Gebt den Leuten nur ein Feindbild, und zwei Drittel marschieren sofort los

Oder, wie Kriegsphilosophen empfehlen: „First take out the Leader“. Das ist der halbe Sieg. Deshalb setzen die hybriden Angriffe aus St. Petersburg und ihre Hilfstruppen in Deutschland genau dort an, bei dem tapferen Anführer in Kiew.

Was über Selenskyj im Netz, auf Telegram und auf TikTok geteilt und verbreitet wird, ist in den meisten Fällen dermaßen grotesk, dass ich oft spontan lachen muss, wenn ich wieder irgendeine neue „Enthüllung“ über den Mann lese oder anschaue. Etwa, dass er über eine Mailänder Anwaltskanzlei, die ihm gehören soll, das Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg gekauft habe. Das ist zwar frei erfunden, aber sie schauen es zu Hunderttausenden an und – schlimmer noch – sie glauben den Schmonzes.

Oder, noch dümmer, mitten im Krieg habe Selenskyj ein Spielcasino auf Zypern für 60 Millionen Euro erworben, natürlich mit abgezweigtem deutschen Steuergeld.

Sie lesen das, und müssen spontan loslachen 

Aber eine Masse Mensch, die solche Schauergeschichten aus der St. Petersburger Trollfabrik unbedingt glauben will, ist für rationale Argumente heute gar nicht mehr erreichbar.

Hier zeigt sich auch die gefährliche Parallele zu den 1930er Jahren der Weimarer Republik: Viele Menschen empfinden eine tiefe Sehnsucht nach einfachen Lösungen in einer immer komplexeren Welt.

Damals war es das Radio und die Masseninszenierung auf dem Marktplatz; heute ist es der Algorithmus, der uns in Echokammern einpfercht, bis wir glauben, unsere kleine, laute Gruppe sei „das Volk“.

In der Logik der Aufregungsgesellschaft gilt Sachlichkeit heute als mangelnde Leidenschaft.

Wer differenziert, wer das „Einerseits-Andererseits“ versucht, wird zwischen den mahlenden Steinen der Ideologen zerrieben.

Die „Psychologie der Massen“ lehrt uns, dass die Zivilisation oft eine sehr dünne Decke ist, die jederzeit reißen kann, wenn die „Führer“ der Masse die richtigen Knöpfe drücken.

Für uns Deutsche ist das eine paradoxe Angelegenheit heutzutage. Während wir technisch im 21. Jahrhundert leben, sind unsere emotionalen Reaktionsmuster oft noch immer auf dem Stand der 30er Jahre – impulsiv, unversöhnlich und sehnsüchtig nach der starken Hand, die das Chaos ordnet.

Ruhiges Abwägen der vorgetragenen Argumente, andere Meinungen auch auszuhalten und standhaft zu bleiben, auch wenn man damit mal in der Minderheit ist, sowas wäre wie ein Immunsystem gegen das, was wir in unserem Land gerade erleben.

Erst wenn wir aufhören, über jedes digitale Stöckchen zu springen, das man uns hinhält, entziehen wir der toxischen Massenpsychologie die Energie.

Die Zukunft unseres Landes entscheidet sich nicht nur an der Wahlurne, sondern auch in der täglichen persönlichen Entscheidung, kein Rädchen im Getriebe der kollektiven Erregung zu sein, sondern sich die Zeit zu nehmen, zu prüfen und abzuwägen, was Wahrheit und was Fiktion ist.

Wie konnte das damals passieren, fragen Sie?

Genau so, weil man sich damals von der gesteuerten Erregung genauso hat treiben lassen, wie das heute auch wieder versucht wird.




Die stille Rebellion: Warum Bürgerlichkeit das radikalste Projekt unserer Zeit werden könnte

In einer Welt, die jeden Tag ein Stück schriller, lauter und impulsiver wird, in der Algorithmen die Empörung bewirtschaften und die radikale Rhetorik das Samtschwert des Arguments durch den Vorschlaghammer des Ressentiments ersetzt, wirkt ein Begriff seltsam aus der Zeit gefallen: Bürgerlichkeit.

Wer heute von Form, Anstand und Sachlichkeit spricht, erntet oft ein müdes Lächeln oder wird als Ewiggestriger oder schlimmer abgestempelt.

In der hitzigen gesellschaftlichen Debatte um den NATO-Doppelbeschluss griff der frühere SPD-Politiker Oskar Lafontaine seinen Bundeskanzler Helmut Schmidt in einem Interview mit dem stern massiv öffentlich an. Schmidt spreche weiter von Pflichtgefühl Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. Das aber seien „Sekundärtugenden“, mit denen man auch ein KZ betreiben könne.

Doch bei genauerer Betrachtung ist das Festhalten an diesen Werten und Begriffen heute kein Eskapismus in eine vermeintlich heile Welt von gestern. Es ist ein Akt der Rebellion, vielleicht sogar die letzte verbliebene Form des intellektuellen Widerstands gegen den kollektiven Kontrollverlust.

Ich kenne zwei junge Musiker, die sehr erfolgreich mit christlicher Rap-Musik sind und die manchmal vor Zehntausend tanzenden Teenies auftreten und bei Spotifi amerikanische Rap-Größen mühelos bei den Klickzahlen überholen. Die beiden Jungs („O’Bros“) sind nicht nur sympathisch und musikalische Supertalente, sie sind auch klug. „Eigentlich machen wir doch das, was Rap ausdrücken sollte“, sagte mir einer der Beiden mal, als wir uns in Augsburg zufällig trafen.

Rap-Musik ist in seinem Ursprung Ausdruck einer Kultur des Dagegen-seins, eine Rebellion gegen „das System“, aber auch gegen den gesellschaftlichen Mainstream. „Fast alle Rapper singen das Gleiche, ey, yo, Motherfucker, Bullen, Sex Drogen Gewalt“, erklärt er mir weiter. Nichts mehr von weg vom Mainstream, von Ausbrechen, alles immer das gleiche dem Zeitgeist angepasste langweilige Zeugs.“

Und ich finde, da ist verdammt viel dran

So wie auch der einstige TV-Late Night-Talker Harald Schmidt recht hat, der mal in einem Interview sagte, es sei ja leicht und gefahrlos, Witze über die katholische Kirche zu machen. Die intellektuelle Avantgarde aber müsse sich in solchen Zeiten gerade auf die Seite des Papstes stellen. Das ist verdammt revolutionäres Denken.

Heute bürgerlich zu sein, das wird oft missverstanden. Es ist nicht die Farbe der Gardinen oder das Bausparkonto oder Gartenzwerge auf dem Rasen.

Wahre Bürgerlichkeit ist eine innere Architektur

Sie ist die Fähigkeit, Distanz zu den eigenen Impulsen zu wahren und die Welt nicht als Schauplatz der eigenen Selbstverwirklichung, sondern als einen Raum der Mitverantwortung zu begreifen.

Es ist gewissermaßen die Haltung des „Citoyens“, der weiß, dass Freiheit keine freundliche Gabe eines mildtätigen Staates ist, sondern Freiheit ist erst einmal da.
Oft musste sie mühsam erkämpft werden. In unserer heute hektischen Zeit, in der das „Ich“ alles und das „Wir“ nur noch ein Kampfbegriff ist, wirkt bürgerliche Selbstbescheidung geradezu radikal.

Welche Partei in Deutschland steht heute noch für Bürgerlichkeit, fragte ich vorhin meine KI

Und sie bot mir die CDU, die WerteUnion und die Freien Wähler als Antwort an.

Aber das stimmt nicht.

Auch die alte SPD, die wohlstandverwahrlosten Grünen und – manche erinnern sich – die FDP stehen in großen Teilen für Bürgerlichkeit.

Meine erste große Liebe in der Schule war eine schönes 16-jähriges Mädchen aus einem, ich sage es mal salopp, SPD-Haushalt. Ihre Eltern, unglaublich liebenswerte Menschen, waren SPD-Genossen, sie waren im Sportverein dort in dem Ort aktiv, am Samstag guckte man Fußball in der ARD-„Sportschau“, dann wurde gegrillt und Herforder Pils getrunken, oft kamen Freunde und Nachbarn einfach dazu.
Wer würde diesen Menschen absprechen, dass sie zutiefst bürgerlich sind, auch wenn nicht in der CDU?

Bei der Bewertung der Bürgerlichkeit der politischen Flügelstürmer in Deutschland, ist es zumindest auf der Linken einfach

Die radikale Linke diskreditiert das Bürgerliche oft als bloßes Herrschaftsinstrument.

Wenn Identität über Leistung gestellt wird und die Sprache nicht mehr dem Austausch von Argumenten, sondern der moralischen Erziehung dient, wird das Fundament der bürgerlichen Gesellschaft untergraben. Das war ja die Idee der Aufklärung.

Bürgerlichkeit bedeutet eben, den anderen als ebenbürtiges Individuum zu betrachten, nicht als Repräsentanten einer Gruppe oder „Klasse“. Sie verlangt den Mut zur Sachlichkeit, auch wenn das Gefühl nach lauter Empörung schreit.

Auf der anderen Seite, also der AfD, ist das Maß an Bürgerlichkeit noch nicht final zu bewerten.

Natürlich gibt es den zutiefst bürgerlichen Kern an der Basis der Partei. Unübersehbar, jeder weiß das, der AfD-Leute in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis hat.

Aber die Partei hat es bisher nicht geschafft, auch nicht gewollt, die klare Trennlinie zu ziehen zwischen dem im Grunde bürgerlichen Geist der Partei und der radikalen Rechten dort. Die bezeichnen sich zwar auch gern als bürgerlich, aber entkernen den Begriff im gleichen Atemzug schon wieder. Da könnte ich viele Beispiele aus eigenem Erleben hier anführen.

Bürgerlichkeit ist untrennbar mit der Souveränität des Individuums und der Loyalität zum Rechtsstaat verbunden.

Wer jedoch im Namen der Heimat auf das Scheitern der Fußball-Nationalmannschaft hofft, weil ihm die Hautfarbe der Spieler (Nachbar Boateng) oder deren Gesinnung (Regenbogen-Binde) nicht gefällt, wer jahrelang für die Wiedereinführung der Wehrpflicht und starke deutsche Streitkräfte streitet, und das dann aufgibt, weil man Herrn Putin in Moskau nicht beunruhigen will, der ist nicht bürgerlich und übrigens auch nicht patriotisch. Bürgerliche und Patrioten stehen IMMER zu ihrem Vaterland.

Vielleicht wirkt Bürgerlichkeit auf viele Menschen so „langweilig“, weil sie keine einfachen Heilsversprechen bietet.

Bürgerlichkeit ist anspruchsvoll

Sie ist tolerant, sie hält die Komplexität der Welt aus, ohne in Zynismus zu verfallen oder einfachen „Lösungen“ hinterherzulaufen. Sie ist der Versuch, im Sturm nicht mitzuschreien, sondern den Deich zu verstärken.
Bürgerlich zu sein heißt heute: den Laden zusammenzuhalten, wenn alle anderen ihn anzünden wollen. Das gab es schon einmal in den 30er Jahren in Deutschland. Damals versagte das Bürgertum komplett. Wir alle sollten die Fehler von damals nicht noch einmal machen…




Die dunkle Seite der Sicherheit: Wie Jack Bauer und Carrie Mathison unser Rechtsverständnis herausforderten

Ich habe die Dezember-Abende genutzt, mir noch einmal die Staffeln der US-Serie „Homeland“ anzuschauen. Da geht es – natürlich – um die Nationale Sicherheit der USA, die unbedingt geschützt werden muss – in diesem Fall von der famosen Claire Danes in der Hauptrolle als CIA-Agentin Carrie Mathison.

Atemberaubende Plots, Spannung und Ernsthaftigkeit in einer Zeit nach den Anschlägen von 9/11. Eine andere atemberaubende, wenn auch ganz anders angelegte Serie ist „24“, die mir mein Freund Ralf vor vielen Jahren empfahl, als es noch kein Netflix, dafür an jeder Ecke Videoshops gab. Als ich ihm sagte, ich hätte noch nie eine Folge von „24“ gesehen, das damals – glaub ich – auf ProSieben ausgestrahlt wurde, antwortete er spontan, ich solle ihm einfach vertrauen, in die nächste Videothek gehen und Geld ausgeben für die erste Staffel, damals auf DVD.

„Vertrau mir einfach!“ – was soll ich da machen, und Ralf, der mich seit Jugendzeiten wahrscheinlich besser kennt als jeder andere Mensch auf der Welt, hatte natürlich recht. Ich habe „24“ mit allen Sinnen verschlungen damals, die ersten fünf Staffeln habe ich über die Jahre bestimmt jede fünfmal komplett angeschaut. „Failure is not an Option“, so auch heute noch mein Lebensmotto.

Es war ein bizarrer Moment der Mediengeschichte, als im Jahr 2006 eine Delegation hochrangiger US-Militärs und Verhörspezialisten in den Produktionsbüros der Serie 24 in Los Angeles erschien. Ihr Anliegen war kein technisches, sondern ein moralisches: Sie baten die Produzenten, die Folterszenen der Hauptfigur Jack Bauer in den Filmen zu reduzieren.

Der Grund für den überraschenden Besuch hatte einen konkreten Hintergrund: Junge US-Soldaten im Irak und in Afghanistan begannen, die brutalen Methoden Bauers eins zu eins in die Realität zu übertragen. Wenn der Held im Fernsehen durch Schmerz in Sekunden an Informationen kam, warum sollte man sich dann im Feld an die komplizierte „Genfer Konvention“ halten?

Dieser Vorfall, der sich tatsächlich ereignet hat, markiert den Beginn einer gesellschaftlichen Debatte, die bis heute nachwirkt: Inwieweit darf ein Rechtsstaat seine eigenen Fundamente einreißen, um sein Überleben zu sichern? Die Serien 24 und Homeland wurden zu den wichtigsten Laboratorien für dieses ethische Experiment.

<strong>24: Das Diktat der tickenden Uhr</strong>

In 24 wurde ein Szenario zur moralischen Norm erhoben, das Juristen als „Ticking Time Bomb“ bezeichnen.

Prämisse: Eine Atombombe tickt im Herzen einer Stadt, tausende Leben sind in Gefahr, und ein Verdächtiger schweigt beharrlich. Ist Folter in diesem Fall legitim? Die Serie beantwortete dies durch alle Staffeln mit einem lauten und eindeutigen „Ja“.

Die Machart der Serie „24“ ist das sogenannte Echtzeitformat, die unerbittlich tickende Uhr. Die Bombe tickt, keine Zeit mehr zum Nachdenken oder um in Gesetzbüchern zu blättern.

Jack Bauer wurde damals zum Prototyp des „notwendigen Ungeheuers“. Er handelte außerhalb des Gesetzes, um das Gesetz zu retten. Die Serie suggerierte dabei zwei gefährliche Gedankenmodelle, die in die reale Politik einsickerten: Erstens, dass Folter verlässlich und sofort funktioniert. Zweitens, dass derjenige, der die Folter ausübt, ein tragischer Held ist, der die moralische Schuld für uns alle auf sich nimmt.

Rechtsphilosophisch ist das eine Katastrophe, denn ein Staat, der Folter zulässt, verliert seine moralische Überlegenheit gegenüber den Terroristen. Dennoch führten die Bilder von Jack Bauer dazu, dass in der Ära nach 9/11 die Akzeptanz für „verschärfte Verhörmethoden“ in der US-Bevölkerung signifikant stieg. Die Fiktion hatte die Hemmschwelle der Realität gesenkt.

<strong>Homeland: Die Erosion der Seele</strong>

Während 24 die Action feierte, blickte Homeland ab 2011 auf die Trümmer dieser Politik. Die Serie war ein Stück weit so etwas, wie das intellektuelle Korrektiv.

Hier hieß unsere (und meine persönliche) Heldin, Carrie Mathison, keine unbesiegbare Kampfmaschine, sondern eine psychisch labile Analystin. Homeland verlagerte die Frage der Legitimität vom physischen Schmerz hin zur moralischen Erosion staatlichen Handelns.

Hier wurde der „Krieg gegen den Terror“ als eine endlose Spirale aus Drohnenangriffen, Überwachung und Verrat dargestellt. Während Jack Bauer das Gesetz mit dem Messer brach, brach Carrie Mathison es mit dem Computer und der Drohne. Die Serie thematisierte die „gezielte Tötung“ – ein rechtsstaatliches Paradoxon. Wenn ein Staat Menschen auf Basis von Geheimdienstinformationen ohne Prozess per Knopfdruck liquidiert, verlässt er den Boden des Due Process (des ordentlichen Gerichtsverfahrens).

Homeland zeigte die Kosten: Jedes Kind, das durch einen „Kollateralschaden“ einer US-Drohne starb, wurde zum Rekrutierungswerkzeug für die nächste Generation von Terroristen. Die Serie stellte die unbequeme Frage: Wenn wir alle überwachen und jeden Verdächtigen aus der Luft eliminieren, welche Freiheit verteidigen wir dann eigentlich noch?

Der fundamentale Unterschied beider Serien, die ich Action-Fans und politisch interessierten Mitbürgern unbedingt empfehle, liegt in der Perspektive. 24 ist eine Serie der Bestätigung. Sie gibt dem Zuschauer das Gefühl, dass es einfache, wenn auch schmutzige Lösungen für komplexe Probleme gibt. Sie ist ein Plädoyer für den Ausnahmezustand als Dauerzustand.

Homeland hingegen ist eine Serie der Zerrüttung. Sie zeigt, dass staatliches Handeln zur Terrorabwehr oft ein verzweifeltes Tasten im Dunkeln ist, das die Handelnden selbst zerstört. Carrie Mathison verliert ihre Familie, ihren Verstand und ihre Heimat an den Dienst – ein Symbol für den Staat, der sich im Kampf gegen den äußeren Feind innerlich selbst zerfrisst.

Der Rechtsstaat sollte sich aber dadurch auszeichnen, dass er auch im Angesicht der tödlichen Bedrohung nicht die Mittel seiner Feinde übernimmt.

<strong>Das klingt gut, oder?</strong>

Ist aber gar nicht so einfach, wenn Sie US-Präsident sind und ein entführtes Passagierflugzug ist unterwegs, um sich ins Capitol in Washington zu bohren. „24″ zeigte uns die Versuchung, diesen Pfad zu verlassen; „Homeland“ zeigte uns den Preis, den wir dann dafür zahlen.

Schön, in einem Staat zu leben, wo man sich über solche Themen Gedanken macht….




Silvester auf den Straßen? Ich brauche das lebensgefährliche Theater nicht mehr

Unsere deutschen Landsleute sind ja inzwischen auch international bekannt dafür, dass sie gerne und viel jammern. Dies ist zu teuer, da klappt etwas nicht, hier kommt die Bahn zu spät, da wird der Müll in Problemhäusern nicht abgeholt, Messerstechereien und, und, und …

Dennoch erstaunt die Meldung gestern, dass die Kauflust der Deutschen bei Feuerwerkskörpern und Silvesterböllern zum Jahreswechsel 2025/2026 Rekordwerte erreicht.

Vor dem anstehenden Jahreswechsel erzielte die Branche bereits einen Rekordumsatz von rund 197 Millionen Euro – ein Plus von etwa 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und das Statistische Bundesamt meldet, dass die Importe von Feuerwerkskörpern bis September 2025 bereits um 62,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen sind.

Ein Grund sei der Trend zu teureren Verbundfeuerwerken und Batterien. Diese kosten pro Stück deutlich mehr als einzelne Raketen, bieten dafür aber eine längere, choreografierte Show.

Was gerne dabei ausgeblendet wird, ist, was in der Silvesternacht überall in Deutschland in den Krankenhäusern los sein wird. Mindestens fünf Todesfälle und zahlreiche Verletzte durch Feuerwerkskörper gab es im vergangenen Jahr.

<strong>Ich muss Ihnen sagen: Ich will das alles nicht mehr</strong>

Nicht, weil ich alt geworden oder eine Spaßbremse bin, das ist es überhaupt nicht.

Fast mein ganzes Leben habe ich Silvester geliebt. Raclette oder Fondue essen, Gesellschaftsspiele und dann nachts raus und ordentlich böllern. Feuerwerk mit Tausenden goldenen und silbernen Sternchen – oder erinnern Sie sich noch an diese kleinen Ballons, die man zum Schweben brachte? Bis ein Mal ein Haus, ich glaube im Sauerland, abfackelte und es dann – na klar – verboten wurde.

Als ich selbst jung und schön war, gehörte Silvester zu den Höhepunkten des Jahres.

Was haben wir für Partys gefeiert, was wurden da an Wahrheiten morgens um vier ausgesprochen, geknutscht sogar – ach, ich habe gute Erinnerungen an diese Zeiten. Später, als ich dann älter wurde und politisch aktiv war, ich schwöre es: Vor jeder Silvesterparty schauten wir zusammen mit allen Gästen die Silvesteransprache des Bundeskanzlers Helmut Kohl. Die war gar nicht immer so bewegend, aber es gehörte einfach zum Silvesterabend dazu, so wie für andere „Dinner for One“ oder Bleigießen.

Ich gönne wirklich jedem seinen Spaß, und unsere Kinder werden natürlich mit Gleichaltrigen feiern. Ich hoffe, dass sie gut ins neue Jahr hinüberkommen, vor allem aber, dass sie gesund und heil irgendwann in der Nacht nach Hause kommen.

Ich habe ein paar Mal in meinem späteren Leben in Großstädten nachts auf der Straße den Übergang ins neue Jahr gefeiert. Am Brandenburger Tor in Berlin, in der Düsseldorfer Altstadt oder in Augsburg auf irgendeinem kleinen Berg, wo man sich traf, um das Feuerwerk über der Stadt anzuschauen mit „Aaaahhhh“ und „Oooohhh“. Aber es waren immer auch einzelne dabei, die meinten, zum Feiern gehöre es dazu, Raketen in die Menge zu schießen oder Böller zwischen Menschengruppen zu werfen. Wer so etwas macht, ist ein Verbrecher. Ich weiß, vor Jahren haben sich „Gastfamilien“ in Berlin-Neukölln gegenseitig beschossen, von Balkon zu Balkon, aus Gründen der „Nachbarschaftspflege“ wohl.

<strong>Es ist irre, wie sich unser Land verändert hat in nur 10 oder 15 Jahren</strong>

An Silvester vergangenes Jahr wurden – ich habe es oben erwähnt – fünf Menschen bei den „Feierlichkeiten“ getötet. 100 Menschen wurden in Deutschland mit schweren und schwersten Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert, und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) registrierte über 905 Augenverletzungen, was einen traurigen Höchststand seit Beginn der Erfassung darstellt. In vielen Fällen führten diese Verletzungen zur völligen Erblindung dieser Personen.

<strong>Bitte führen Sie sich das vor Augen!</strong>

Das ist kein Spaß mehr, was hier abgeht. In unserem Land, das mal für Ordnung und Anstand international gerühmt wurde.

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Dirk Peglow, hat die von der Bundesregierung geplante Gesetzesverschärfung bei Angriffen auf Einsatz- und Rettungskräfte, Polizisten sowie Angehörige der Gesundheitsberufe begrüßt. „Die Ankündigungen sind kurz vor der Silvesternacht ein wichtiges Signal“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte zuvor in einem aktuellen Lagebild einen Rekordstand bei Angriffen auf Polizeibeamte gemeldet. 2024 gab es demnach in Deutschland 46.367 registrierte Fälle, so viele wie noch nie seit Erhebung der Daten. Gegenüber dem Vorjahr sei das eine Steigerung. Seit 2015 haben Gewalttaten gegen Polizisten laut BKA um 38,5 Prozent zugenommen. Noch stärker angewachsen ist in der gleichen Zeit die Zahl der von den Gewalttaten betroffenen Einsatzkräfte insgesamt – sie liegt um 67,2 Prozent (!) höher als 2015.

<strong>Es ist einfach nur noch Irrsinn, was hier passiert</strong>

Und wir schicken junge Polizeibeamte zu Tausenden in die Stadtzentren zu dem, was man immer noch „Feiern“ nennt, um die Situation auf den Straßen unserer Städte irgendwie halbwegs wieder unter Kontrolle zu behalten.

Das Asi-Verhalten gibt es von Deutschen, aber – Achtung, böse, böse, Herr Kelle – massiv wachsend von jungen Migranten. Unvergessen ein Fernsehbeitrag, ich glaube von BILD, kann aber auch schon NIUS gewesen sein, wo junge Gäste aus Arabien fröhlich vor der Kamera im Feuerwerks-Chaos von Berlin lachend standen und bekannten, das erinnere sie an den Bürgerkrieg in Syrien.

Nein, dieser Staat, unser Staat ist nicht mehr fähig, auf derartige Herausforderungen zu reagieren.

In Berlin hörte ich vorhin einen Radiobeitrag darüber, dass in einigen Problemzonen ein Böllerverbot von den Behörden ausgerufen wurde. Das wird bestimmt ein ebenso großer Erfolg wie all die Messerverbote überall…

Wir gehen Silvester um 17 Uhr in Berlin in den Gottesdienst zum Jahresabschluss, dann um 18.30 Uhr essen in einem Restaurant. Spätestens um 21.30 Uhr sind wir zu Hause, vertreiben uns irgendwie die Zeit, halten die Hunde bei Laune, damit sie ab Mitternacht nicht komplett durchdrehen, und hoffen, dass wir dann ab vier Uhr schlafen können, wenn es draußen langsam ruhiger wird. Und das Schönste ist am 1. Januar morgens, wenn die Kinder nach und nach wach werden und mir per WhatsApp gute Wünsche und Herzchen schicken.

Passen Sie auf sich auf! Es wird nicht lustig morgen Abend …

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus Kelle

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Fremd im eigenen Land – kennen Sie dieses Gefühl auch?

Der einzige Grund, warum sie bei der Ankunft am Krefelder Hauptbahnhof nicht automatisch denken, sie seien versehentlich nach Marrakesch durchgefahren, ist, dass sich zwischen all den zahlreichen nordafrikanischen Gästen unseres Landes auch Osteuropäer und Menschen mit irgendeinem arabischen Hintergrund gemischt haben.

Jedenfalls, wenn sie hier ankommen und aus dem ICE aussteigen, den Bahnsteig entlanglaufen, durch die Bahnhofshalle zum Ausgang gehen – ich schwöre es – ich habe keinen Menschen Deutsch sprechen hören. Nicht einen einzigen.

Heute Morgen als ich durch Gott sei Dank menschenleere Straßen mit meinem Rollkoffer vom Hotel wieder zum Bahnhof ging und die frische Morgenluft genoss, schwebte mir plötzlich im Freien von irgendwoher direkt vor dem Eingang eine wirklich atemberaubende Marihuana-Wolke entgegen. Morgens um 8 Uhr … im Freien.

Als ich gestern spätabends vom wunderbaren harmonischen Familientreffen zurückkam – der Liebe Gott hat meinem ältesten Sohn eine tolle Frau geschenkt, die gleichzeitig eine professionelle Spitzenköchin ist – warf ich beim letzten Rundgang vor dem Schlafengehen durch mein Hotelzimmer in Shorts und T-Shirt noch einen schnellen Blick aus dem Fenster im dritten Stock auf das nächtliche Krefeld. Direkt auf der anderen Straßenseite standen zwei junge Männer mit sehr dunkler Haut-Hintergrund, in Parkas und mit Wollmütze herum. Einfach so. Ich meine, die taten…nichts, die standen da einfach nur. Nachts um zwei Uhr, bei minus 10 Grad in Jogginghosen. Wahrscheinlich wollten sie die ersten sein, die sich anstellen, um Montag bei der Arbeitsagentur nach einem Job zu fragen.

Im Krefelder Hauptbahnhof ging es dann munter weiter – ich muss Ihnen all die kleinen Beobachtungen einfach erzählen

Also, man geht durch Marihuana-Dämpfe rein, trifft Menschen mit schwarzafrikanischem Hintergrund und einen gelangweilten Security-Mann unbekannter Herkunft mit leuchtend gelber Jacke.
Der Mann vom Imbiss in der Haupthalle ist schon da. Morgens um 8 Uhr – es gibt frischen Dönerteller, Börek, Lahmakum – alles, was die neue deutsche Küche so zu bieten hat. Auf dem Weg zum Gleis 4, wo meine ICE-Abfahrt aber dann auf Gleis 2 verlegt wurde, komme ich dann am Laden vom Düsseldorfer Großbäcker Kamps vorbei, die Frau und der Mann am Verkaufsschalter hatten weiße Hautfarbe und sprachen deutsch – vermutlich also Polen oder Ukrainer. Jedenfalls belegt die Schlange vor den Brötchenregalen eindrucksvoll, dass man auch in Nordafrika und Arabien deutsche Backkunst auch heute noch zu schätzen weiß.

Während ich auf den ICE um 8.18 Uhr wartete – der pünktlich ankam – wird über Lautsprecher mitgeteilt, dass irgendein Regionalzug, der über Krefeld-Oppum fährt eigentlich, heute ausfällt, weil er repariert werden muss. Spontan fangen einige der inzwischen angekommenen anderen Zugreisenden auf dem Bahnsteig an zu lachen, einfach so, und ich stimme fröhlich ein. Die Deutsche Bahn eben, regt niemanden mehr wirklich auf. Defätismus pur…

Bitte entschuldigen Sie, dass ich heute ins Plaudern komme!

Denn die Idee, über all diese Dinge zu schreiben, hatte ich gestern schon auf der Zugfahrt von Berlin-Spandau nach Krefeld. Da las ich nämlich – einer von zwei Zügen war pünktlich – einen aktuellen Text meines Freundes und Kollegen Boris Reitschuster. Der stammt gebürtig aus Augsburg, dem einstmals schönen Augsburg.

Boris wollte das Gefühl von Weihnachten in der alten Heimat noch einmal spüren dort. Und ich weiß genau, was er meint, denn ich habe dort selbst mal gelebt, unsere erste Tochter wurde in Augsburg geboren, einer mediterranen Stadt in Bayern. Aber Boris fühlte sich – wie er selbst schreibt – fremd in der eigenen Heimat, wie sie heute ist.

Lesen Sie selbst:

„Da war der Besuch in meiner Lieblings-Konditorei, Eber am Rathausplatz, deren Weihnachtsgebäck für mich zum Heiligabend gehört, seit ich denken kann. Der erste Versuch scheiterte an einer nicht langen, aber chaotischen Warteschlange, in der ich den Altersdurchschnitt erheblich senkte – und jeder jedes Plätzchen einzeln und erst nach dreimaligem Überlegen orderte. Als der Juniorchef dann noch plötzlich die Herrschaften hinter mir bediente, war ich weg. Ich habe das Schlangestehen und die Geduld, die heute in Deutschland üblich erscheint, im Ausland verlernt.

Am nächsten Tag kam ich dann im leeren Laden an eine sehr nette Verkäuferin. Sie schockierte mich mit der Nachricht, dass es mein letztes Weihnachten mit Eber-Weihnachtsgebäck sein werde. „Im März schließen wir“. Seit Corona sei das Geschäft nie mehr richtig in die Gänge gekommen. Die Chefs reagierten mit Preiserhöhungen – und machten das Elend so nur noch größer. Im März zieht jetzt eine Kette in die Räume der Konditorei mit Café, die für mich zu Augsburg gehörte wie der Papst zum Vatikan. Seit 1925 bestand sie, familiengeführt in vierter Generation – bis zu den Corona-Maßnahmen. Die brachen ihr das Genick. Die Mitarbeiter stehen bald auf der Straße. Eine der Verkäuferinnen ist seit vierzig Jahren im Laden.“

Den ganzen Text von Boris lesen Sie hier


Ganz ehrlich: Friedrich Merz ist derzeit die „ärmste Sau“ im ganzen Land

Denn er hat etwas ausgesprochen, das 100 Prozent zutrifft, und wir alle wissen das. Unser „Stadtbild“ und das alltägliche Leben in Deutschland haben sich in den vergangenen zehn Jahren dramatisch verändert. Und auch, wenn ich den Bundeskanzler als „arme Sau“ bezeichnet habe und mich vorbereite, dass morgen früh um 6 Uhr Uniformierte vor unserer Haustür stehen – der Bademantel ist griffbereit im Bad – muss ich ihm einfach zustimmen.
Ich hänge an meiner Heimat, Deutschland ist mein Vaterland, und ich würd es gegen jeden Angriff von Innen und Außen auch mit der Waffe verteidigen, selbst nachts im Umfeld des Krefelder Hauptbahnhofs, aber ich fühle mich auch selbst zunehmend fremd im eigenen Land.

Nicht wegen „die Ausländer“ wieder, sondern wegen den kulturfremden Ausländern, die nicht arbeiten, die unsere Gesetze und Traditionen missachten.

Die Pflegekräfte aus Polen oder Südostasien, die hier arbeiten in Krankenhäusern und Altenheimen – die brauchen wir doch dringend, um den Laden am Laufen zu halten. Weil mehr als zwei Millionen Deutsche arbeitslos gemeldet sind, obwohl so viel Arbeit überall ist. Und zum Spargelstechen holen wir jetzt nicht nur Leute aus Rumänien und Bulgarien, sondern auch schon aus Usbekistan, wie mir ein Bauer vergangene Woche erzählte.

Auf dem Bahnsteig vorhin in Krefeld sprach mich und dann auch andere Auf-den-Zug-Wartende, oder wie das jetzt heißt, an.

„Guten Morgen, hätten Sie vielleicht ein bisschen Kleingeld…?“ „Nein!“, bellte ich zurück, viel barscher als ich eigentlich bin. Der Typ war vielleicht 25 Jahre alt, Jeans, Kapuzenpulli, Turnschuhe – warum ist der morgens um 8 auf dem Bahnsteig und schort Leute um Geld an? Hätte er gesagt: „Wo finde ich hier die Bahnhofsmission?“ Oder: „Wo kann ich mich hier irgendwo für einen Job bewerben?“ – ich hätte den nächsten Zug genommen und ihm geholfen. Aber so? Warum arbeitet der nicht für seinen Lebensunterhalt, wie wir alle das auch tun müssen?

Fremd im eigenen Land…ja, das sind wir und das wird immer schlimmer. Weil wir keine politischen Anführer haben, die dieses Problem ernsthaft angehen. Weil niemand die eine Million rechtkräftig abgelehnten Asylbewerber nach Hause schickt. Und weil es eben nicht reicht, wenn der Bundeskanzler das Richtige sagt, ohne dass etwas daraus folgt…

Genießen Sie den Weihnachtstag!

Herzliche Grüße

Ihr Klaus Kelle

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Als Jesus mal eine Art „Kleinpartei“ gründete und bis heute weltweit Erfolg damit hat

Ich verrate Ihnen heute ein lange streng gehütetes Geheimnis: Ich gehöre dazu.

Zu den Männern, die selbst am 24. Dezember vormittags noch verzweifelt unterwegs sind, um Geschenke für die Liebsten daheim zu finden und einzusammeln. Dann ab nach Hause, im Büro einschließen. Mist, Geschenkpapier reicht nicht, Tesafilm im ganzen Haus nicht zu finden. Also nochmal raus, alles besorgen – 13.50 Uhr. Auf geht’s!

Ich gebe zu, ich bewundere die Menschen, die im August schon anfangen, sich Gedanken darüber zu machen, mit was sie ihren Lieben heute Abend eine Freude machen können.

Meine Schwiegertochter hat tatsächlich schon im Spätsommer in der Familiengruppe bei WhatApp die Frage aufgeworfen, wann wer zu welchen familiären Zusammenkünften in welchen Städten mit welchen Verwandten dabei sein wird. Das ist großartig, weil ich weiß, bei ihr funktioniert das dann Weihnachten alles perfekt. Währende andere, naja, Sie wissen schon…

Weihnachten wird ja heutzutage zumindest in Deutschland zunehmend als Familienfest betrachtet, weil ein in den vergangenen Jahren wachsender Teil der Bevölkerung das Gefühl für diese ganz besondere Nacht verloren hat. Für diese Nacht vor über 2000 Jahren, die den Gang der Geschichte der Menschheit fulminant verändert hat, ohne dass es vielen Menschen überhaupt bewusst ist, die denken, wir feiern heute den Tag des klimaneutralen Tannenbaums oder wahlweise den der Marzipankartoffeln und der Lichterketten.

Tatsächlich hat mit der Geburt von Jesus Christus eine globale Zeitenwende eingesetzt, die bis heute nicht abgeschlossen ist und vielleicht noch auf Millionen Jahre nicht abgeschlossen sein wird.

Aber mit Jesus Christus ist ein wirkmächtiger Revolutionär auf der Weltbühne erschienen, der das Denken, Empfinden und Tun auf der ganzen Welt beeinflusst und mancherorts auch prägt. Und angefangen hat er mit zwölf Gleichgesinnten, die an Gott und die Lehre Jesu glaubten. 12 Leute nur, und einer von ihnen war auch noch ein Verräter. Das klingt so, wie man heute konservative Kleinparteien gründet, oder? Bloß, dass deren Einfluss auf das Weltgeschehen dann doch eher überschaubar ist.

Wir feiern heute Nacht den Geburtstag unseres Herrn Jesus Christus

Und wer sich dem bewusst verweigern will oder lieber Computerspiele daddelt, der oder die tun mir ehrlich leid.

Eine ganz wichtig liebe Freundin in meinem Leben, die leider schon vor zehn Jahren verstorben ist, war – ernsthaft – überzeugt linksradikal und total Atheistin. Einmal feierten wir – wäre jetzt eine zu lange Geschichte – zusammen am 24. Dezember in meiner damaligen Wohnung in Berlin. Irgendwann wechselte sie in eine melancholische Stimmung und bekannte überraschend, dass auch sie sich der Magie dieses Abends überhaupt nicht entziehen kann. Irgendwas ist anders, irgendwas ist besonders in dieser Nacht – ob man glaubt oder nicht.

Ich wünsch Ihnen allen, dass Sie glauben können und dass Sie nachher die Magie dieser Nacht auch im Herzen spüren, ohne dass Netflix läuft oder Bierflaschen kreisen. Suchen Sie für sich den Zauber dieser Nacht!

Meine Kinder wissen übrigens, dass Papa immer wieder gute Geschenkideen hat, aber – leider, leider – nicht immer alles zusammenkriegt bis zum 24. Dezember. Und dann die guten alten Gutscheine zum Einsatz kommen… Ich glaube, Sie nehmen mir das nicht übel…

Ich wünsch Ihnen allen und Ihren Familien gesegnete und friedliche Weihnachtstage!

Ihr Klaus Kelle

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Was vor 2022 im Donbass wirklich geschah – und was nicht

Wie bei jeder Ehekrise, so gibt es auch bei Konflikten zwischen oder innerhalb von Staaten meistens zwei Seiten zu berücksichtigen. Das gilt natürlich auch für die Ukraine und die Donbass-Region. Dort lebten vor Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 sechseinhalb Millionen Menschen, davon waren fast 40 Prozent ethnische Russen. Es gab damals auch noch kleinere Volksgruppen von Griechen, Belarussen und Tataren, die aber für diese Betrachtung unerheblich sind.

Bis zum Jahr 2014 war Russisch die dominierende Alltags-, Wirtschafts- und Mediensprache im Donbass. Die Region verfügte über ein dichtes Netz an russischsprachigen Schulen, Zeitungen und lokalen TV-Sendern. Und, wichtig: Noch zwei Jahre vorher hatte die Regierung in Kiew unter Viktor Janukowytsch ein Gesetz verabschieden lassen, das Russisch als regionale Amtssprache in Gebieten mit hohem russischsprachigen Anteil anerkannte.

Alles änderte sich im Jahr 2014, als Janukowytschs vom Volk gestürzt wurde und sich mit seiner Familie nach Russland absetzte.

Denn schon im Februar 2014 entschied das ukrainische Parlament, dieses Sprachengesetz von 2012 aufzuheben. Übergangspräsident Turtschynow hatte wohl so eine Ahnung, was nun passieren könnte und legte sein Veto ein. Aber es gab nur eine kurz Verzögerung, bevor Russisch als Amtssprache wieder abgeschafft wurde. Und die Spannungen in der Bevölkerung nahmen sofort deutlich zu.

Betrachten wir es mal ganz unaufgeregt

Wenn in einem Landesteil der Ukraine 60 Prozent Ukrainer und 40 Prozent Russn leben – vereinfacht – dann muss man die Amtssprache nicht ändern, weil ein kleinerer Teil der Bevölkerung das fordert, oder?

Die „Kellesche Lösung“ wäre gewesen, zwei Amtssprachen zu belassen – Ukrainisch und Russisch. Das ist doch sowieso dasselbe, werden nun einige Leser denken, aber mitnichten ist das dasselbe.

Russisch und Ukrainisch sind zwar beide ostslawische Sprachen, unterscheiden sich jedoch deutlich stärker, als viele annehmen. Es gibt zwar ähnlich geschriebene Wörter, die aber eine ganz andere Bedeutung haben, und unterschiedliche spezifische Buchstaben.

Warum also nicht einfach zwei Amtssprachen zulassen?

Das funktioniert doch nicht, werden jetzt einige von Ihnen denken. Aber Irrtum, es funktioniert sehr gut. Schauen Sie mal nach Belgien, die haben sogar drei offizielle Amtssprachen: Niederländisch, Französisch und Deutsch.

Doch Amtssprach hin oder her – auf gar keinen Fall rechtfertigt ein solcher Streit zwischen Volksgruppen einen großflächigen Angriffskrieg, der bis heute Hunderttausende Menschen das Leben gekostet hat.

Ja, aber Selenskyj hat doch…

Ich kann es echt nicht mehr hören. Selenskyj und die Ukraine haben gar nichts. Internationale Organisationen wie die UN, die OSZE und der Internationale Gerichtshof (IGH) haben bis heute keinerlei Beweise für einen Völkermord oder eine systematische Vernichtung russischstämmiger Menschen im Donbass durch den ukrainischen Staat gefunden. Nichts, null!

Die immer wieder genannten 14.000 Toten bis 2022 resultierten ausschließlich aus Kampfhandlungen zwischen von Russland mit schweren Waffen unterstützten „Separatisten“ und der nach Ausbruch der Kampfhandlungen gegen die Zentralregierung in Kiew. Und die Opfer starben auf beiden Seiten in den Kämpfen.

Es gab keine staatliche Verfolgung oder physische Bedrohung der russischsprachigen Bevölkerung vor 2014. Was es gab, waren tatsächliche Sorgen der ethnischen Russen im Donbass um Sprachrechte und Identität. Und was es bis heute gibt, ist die russische Desinformationskampagne im Westen, um Putins völlig unnötigen und idiotischen Krieg gegen das Brudervolk irgendwie zu rechtfertigen.

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Spurensuche… wo ist eigentlich die CDU in Ostdeutschland?

Kurz vor dem Weihnachtsfest habe ich Ihnen heute eine schöne Erkenntnis mitgebracht. Es gibt sie noch, die gute alte CDU. Und zwar im Osten Deutschlands, also sozusagen die Ost-CDU, aber ohne Blockflöten, sondern erstaunlich lebendig.

Die CDU, die Älteren erinnern sich, das war die Partei der Deutschen Einheit, und das ist sie bis heute. Im Grunde wird sie das für immer bleiben, wenigstens in den Geschichtsbüchern.

Nicht, weil sie die Einheit gemacht hätte, das wäre nun wirklich zu viel der Ehre. Aber nachdem Reagan, Gorbatschow & Co. ihre Arbeit gemacht haben, und sich die Deutschen in der früheren DDR mit großem Mut zu Zehntausenden auf die Straßen wagten und dann noch Günter Schabowski am 9. November 1989 versehentlich auf einer Pressekonferenz in Ost-Berlin einen Notizzettel zur neuen Reiseregelung vorlas und falsch interpretierte („unverzüglich, sofort“) und damit Weltgeschichte schrieb, in dem er versehentlich den sofortigen Fall der Mauer und das Ende der DDR einleitete, kam die Stunde von Helmut Kohl und der Union.

Und die machten es gut, da sind sich nicht nur die belesenen Historiker nahezu einig, manches davon durfte ich als Journalist damals selbst aus nächster Nähe verfolgen. Die unvergessliche Nacht vom 9. auf den 10. November mit einem Kopfhörer auf, Mikrofon in dr Hand, Lederjacke über dem Smoking, den ich vorher bei der feudalen Geburtstagsfeier des Filmemachers und Radio-Pioniers Uli Schamoni trug, als der „Befehl“ zum Ausrücken und Berichten kam.

Ich könnte hier stundenlang erzählen, von den Ereignissen zwischen diesem 9. November und dem 3. Oktober 1990 und den Jahren danach. Heute lebe ist, der einstige „Wessi“, selbst im Land Brandenburg – und es lebt sich schön hier, selbst wenn die Wahlergebnisse bis heute gewöhnungsbedürftig sind.

Nehmen Sie die Landeshauptstadt Potsdam!

Die hat ein großes historisch Erbe, ist wirklich schön mit dem Alten Markt und der Nikolaikirche, dem rekonstruierten Stadtschloss (heute der Landtag), und das Museum Barberini gilt als eines der schönsten Ensembles des Klassizismus.

Potsdam ist eine einzigartige Kombination aus prunkvoller Architektur, weitläufigen Parkanlagen und Seen und Flüssen ohne Ende, was der Stadt und der Havel-Region im Frühling und Sommer eine mediterrane Atmosphäre verleiht. Und vom Schloss Sanssouci mit seinen berühmten Weinbergterrassen will ich gar nicht erst anfangen.

Der Fernsehmoderator Günther Jauch lebt hier, nicht nur ein bundesweit bekanntes Gesicht, sondern ein großzügiger Mäzen, der viel privates Geld in die Entwicklung der Stadt investiert hat (Wiederaufbau des Stadtschlosses, Villa Kellermann). Und der Modemacher Wolfgang Joop ist Potsdamer, Friede Springer, Matthias Döpfner, Kai Diekmann, und SAP-Gründer Hasso Plattner, ein waschechter Milliardär.

Ich habe mal gelesen, dass Potsdam – in Relation zur Einwohnerzahl – die höchste SUV-Dichte in Deutschland hat – vor München, Düsseldorf und Hamburg.

Und wenn dann Wahltag ist?

Genau, dann wählt man hier links. Seit 1990. Immer.

Die SED-Nachfolger sammeln hier immer noch jede zehnte Wählerstimme ein, das wird endlich weniger von Wahl zu Wahl, aber dass in Potsdam überhaupt noch jemand die Fußkranken der Weltrevolution wählt – ich werde das nie verstehen.

Und klar, die AfD wächst deutlich, liegt inzwischen bei über 13 Prozent. Aber die Masse wählt hier regelmäßig chaotische Stadtplanung, Bürokratie, Sozialismus und Gedöns.

Stärkste Partei ist – fragen Sie mich nicht warum – weiter die SPD (19,4%), gefolgt von den Grünen (14,5%), dann „die anderen“ links und stärker als Die Linke, Volt, die linke „Spaßpartei“ namens „Die Partei“, die kaum zu Spaß in der Lage ist, und wenn ich mir das so anschaue, frage ich mich unwillkürlich: WARUM? Was ist hier los?

Oberbürgermeisterin ist jetzt die parteilose Noosha Aubel, die am 12. Oktober richtig abräumte, nachdem das SPD-Dauerabonnement fürs Regieren in der Landeshauptstadt vom Wähler deutlich gekündigt wurde. Zuvor gab es nach dem Mauerfall nur Sozis an der Stadtspitze. Aber als OB Mike Schubert (SPD), der unfähigste Mann in diesem Amt hier jemals, mit schweren Korruptionsvorwürfen konfrontiert wurde und die Staatsanwaltschaft Ermittlungen einleitete, reichte es selbst den geduldigsten Potsdamer SPD-Genossen. Endlich.

Noosha Aubel wurde im Wahlkampf getragen von allerlei linken Parteien, die Grünen an der Spitze. Ihre Agenda: Allerlei Erwartbares, linkes Zeugs: Autoarme Innenstadt, Wohnen als Grundrecht und bezahlbare Mieten – was sehr zu begrüßen ist – die „Sicherung kreativer Freiräume“, mehr Fuß- und Radwege. Alles harmlos, nichts auf den ersten Blick Bedrohliches, aber ganz sicher kein Neuanfang, kein Aufbruch.

Und damit komme ich dann zur CDU

Ja, die gibt es auch in Potsdam noch. Mit 14,7 Prozent liegt sie gleichauf mit den Grünen – nur: sie hat nichts zu melden hier. Bei der Landtagswahl im September vergangenen Jahres kamen die Christdemokraten sogar nur auf 12,1 Prozent der Zweitstimmen. Die CDU schafft es im Land Brandenburg nicht, den Bürgern überzeugend zu erklären, warum man sie wählen sollte. Und das „Spitzenpersonal“ der CDU im Land…naja. Heute noch erinnern sie sich hier mit feuchten Augen en den früheren Landesvorsitzenden und Innenminister, General Jörg Schönbohm. Das war noch einer….

Vergangene Woche war ich bei einer CDU-Veranstaltung auf dem „Spargel- und Erlebnishof Klaistow“ in Beelitz. Das ist eine tolle Einrichtung, ein „Bauer“ aus Ostwestfalen hat hier eine Art Gemüse-Disneyland geschaffen. Wirklich beeindruckend.

Die örtliche CDU-Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig hatte Unternehmer aus der Region zum „Klaistower Gespräch“ mit Christian von Stetten, dem Wirtschaftsexperten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eingeladen. Volle Bude, über 100 Gäste, und – hier im Osten trauen sich auch CDUler, wenn sie unter sich sind, Klartext zu reden.

Der Gast, Chef des einflussreichen Parlamentskreises Mittelstand (PKM) in der Fraktion, war selbstkritisch, zeigte immerhin auf, was die neue Bundesregierung trotz aller Startschwierigkeiten angeschoben habe. Das klang gar nicht so schlecht, aber – so wollte einer wissen – ob von Stetten das Gefühl habe, dass die Bürger in Deutschland eine „Politikwende“ erkennen, wie von Bundeskanzler Merz im Wahlkampf versprochen? Jeder weiß, dass es überhaupt nicht gut läuft.

Aber was können wir denn machen?

Mit Frau Bas und Herrn Klingbeil, der angeblich „nicht ganz so schlimm“ sei. Politikwende mit SPD oder Grünen? Das ist ausgeschlossen.

Jeder weiß das, auch Politiker und Mitglieder der Union, die das aber nicht sagen können.

„Ich weiß schon, worauf Sie hinauswollen“, reagiert von Stetten auf zunehmendes Murren im Saal. Ja, in vielen Bereichen könnte man sofort die politischen Fehlentwicklungen stoppen und korrigieren, wenn es eine Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD gäbe, der inzwischen mit Abstand stärksten Kraft im Land Brandenburg. Die aber auch einer der „rechtesten“ Landesverbände der AfD überhaupt sind, deren Abgeordnete auch mal Besuchergruppen in die Russen-Botschaft einladen. Und sie stellen seltsame Anfragen zur kritischen Infrastruktur im Land, fast so wie eine Auftragsarbeit aus Moskau.

„Sollen wir mit einer Partei zusammenarbeiten, die aus der EU und der NATO raus will?“, fragt von Stetten, und nein, so einen Unsinn will hier im Saal keiner. Erstaunlich und erfreulich, wie viele an der CDU-Basis in Ostdeutschland sich noch erinnern an die Zeit mit „den Freunden“, wie die russischen Besatzer zu DDR-Zeiten zynisch genannt wurden.

Hier hat an diesem Abend niemand Lust auf die „gute alte Zeit“, hier ist CDU pur.

So wie Saskia Ludwig CDU pur ist. Sie redet niemandem nach dem Mund, sie ist Klare Kante pur. Sie war die erste Bundestagsabgeordnete der Union, die nach der SPD-Nominierung der zweifelhaften Kandidatin Brosius-Gersdorf für das Bundesverfassungsgericht im Fernsehen erklärte, sie werde diese Frau nicht wählen. Fraktionsdisziplin hin oder her. Und nachdem sie das öffentlich gesagt hatte, schlossen sich fast 60 Abgeordnete der Union an, Frau Brosius-Gersdorf ist Geschichte.

Und die CDU-Frau Ludwig gibt auch beim Thema Corona keine Ruhe und fordert unentwegt die konsequente Aufarbeitung aller staatlichen Maßnahmen damals, was nicht allen Parteifreunden gefällt, die damals dabei waren.

Ja, die CDU lebt – auch in Ostdeutschland

Das erfahre ich auch, als ich gestern einen alten Freund im Berliner Bezirk Pankow (Sie wissen schon: Sonderzug und so…) besuche. „Hier ist es schon noch bürgerlich“, erzählt er mir beim Kaffee. Aber die Leute trauten der Union einfach nicht mehr, die Partei ist in Ost-Berlin alles andere als verwurzelt. „Und es waren ja nicht nur die Besten, die nach der Wende aus dem Westen rüberkamen, um hier politische Karriere zu machen.“ Wer wollte da widersprechen?

Björn Höcke (AfD) und Bodo Ramelow (Linke) seien aber auch Wessis, werfe ich zaghaft ein, und die würden in Ostdeutschland bejubelt. So ganz stringent ist das nicht. Und es waren CDU-Politiker wie Kurt Biedenkopf, Bernhard Vogel oder auch Lothar Späth, die entscheidenden Anteil daran hatten, dass der deutsche Osten nach 28 Jahren Sozialismus wieder auf die Beine gekommen ist. Das gehört auch zur Wahrheit, oder?


P.S. Der Blog „Denken erwünscht“ existiert seit nun elf Jahren und ist eine wichtige Stimme für das bürgerlich-konservative Deutschland. Aber der Medienmarkt verändert sich rasant, und in der Krise ist die Bereitschaft der geneigten Bürger, Geld zu spenden, verständlicherweise nicht allzu ausgeprägt.

Wir haben zu Beginn im Jahr 2014 mal vereinbart, dass wir nicht mit Bezahlschranke oder Werbung arbeiten, sondern auf die Freiwilligkeit der Community hier setzen. Viele der Stamm-Foristen helfen auch unermüdlich mit, diesen Blog zu erhalten. In den vergangenen Wochn haben die „üblichen Verdächtigen“ auch wieder gespendet.

Ich möchte heute an die appellieren, die hier gern lesen, aber noch nie etwas gespendet haben: Bitte helfen Sie uns und mir, damit es hier weitergehen kann! Konto DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder mit PayPal auf @Vers 1 Medien GmbH.