Nicht unsere Feinde sind das Problem,  sondern die gnadenlose Realitätsverweigerung

In der Frage, ob Deutschland für die Wiederherstellung der staatlichen Souveränität der Ukraine in den Krieg ziehen würde, herrscht quer durch alle politischen Lager und gesellschaftlichen Millieus Einigkeit. Nein, niemand von uns würde für die Ukraine in den Krieg ziehen, und müsste es auch nicht, denn das gebeutelte Land gehört nicht zum westlichen Bündnis, der NATO. Aber bereits vor einigen Wochen habe ich an dieser Stelle einmal die Frage aufgeworfen, ob wir bereit wären, in den Krieg zu ziehen, um zum Beispiel die baltischen Staaten im Falle eines Angriffs zu verteidigen. Meine Antwort war Nein, und sie hat nun dramatische Bestätigung erhalten. Eine aktuelle Umfrage ergab jetzt, dass 58 Prozent der Deutschen der Meinung sind, auch wenn ein anderes NATO-Land angegriffen würde, sollten wir nicht militärisch eingreifen. Das ist ein Offenbarungseid und belegt schonungslos, dass wir Deutschen aus dem Zweiten Weltkrieg eben nichts gelernt haben. Die Erziehung zu einem Volk, in dem sich Mehrheiten lieber mit Mülltrennung, Gartenzäunen und Homo-„Ehe“ beschäftigen, als den eigenen Selbsterhaltungstrieb und die Solidarität mit anderen zu pflegen, ist beispiellos in der Geschichte.
Nun mag der ein oder andere denken: Ist doch gut und richtig, wenn wir uns schwer damit tun, mit Panzern auszurücken und singend in die Schlacht zu ziehen. Ja, das ist gut, nichts liegt mir ferner als Hurra-Patriotismus und „Germans to the front“-Geschrei. Aber wir reden hier davon, dass eine Mehrheit offenbar inzwischen bereit ist, sich wem und was auch immer zu unterwerfen, wenn man nur nicht kämpfen muss. Besetzt uns, plündert uns aus, nehmt Euch, was ihr wollt, aber lasst uns bitte die gesetzliche Krankenversicherung, die Umwelt-Plakette und das „Dschungelcamp“ auf RTL! Die Umfrageergebnisse sind umso schlimmer, als die Deutschen mit ihrer Haltung Schlusslicht in der NATO sind. Unsere europäischen Partner im Osten und Westen, Amerikaner und Kanadier sowieso, sind abwehrbereiter und solidarischer. Und nahezu grotesk wird es, wenn 56 Prozent der Befragten in Deutschland sagen: Wenn ein NATO-Land angegriffen wird, sollen die USA auf jeden Fall militärisch zur Hilfe kommen. Also: Wenn es wirklich ernst wird, erwarten wir, dass die Amis kommen und helfen. Wir selbst warten so lange im Keller, bis alles vorbei ist. Und wenn wir wieder rauskommen, demonstrieren wir gegen diese bösen, kriegslüsternen Amerikaner.
Mich ekelt eine solche Haltung an, und ich meine das wörtlich. Unser Wohlstand und unsere sozialen Sicherheiten und all‘ die Lappalien und Idiotien, mit denen sich die Politik hierzulande oftmals beschäftigt – alles das beruht auf dem Grundprinzip Freiheit. Vielleicht sollte das mal wieder ein Lehrer in der Schule oder ein Professor in der Universität oder sogar ein meinungsführendes Medium deutlich aussprechen. Selbst die Ostermarsch-Hanseln, die Jahr für Jahr Bratwürste gegen Bundeswehr und USA grillen, können das nur tun, weil genau die ihre (Meinungs-)Freiheit sicherstellen.
Doch es kommt ein zweiter Aspekt hinzu. Neben dem Unwillen einer Mehrheit, unsere Freiheit und meinetwegen unseren Wohlstand im Ernstfall zu verteidigen, kommt offenbar eine hanebüchene Unfähigkeit hinzu. Jeder Zeitungleser weiß inzwischen, dass die militärischen Fähigkeiten unserer Armee offenbar einer ernsthaften Herausforderung nicht gewachsen sind. Damit meine ich ganz ausdrücklich nicht unsere Soldaten, also die schrumpfende Zahl junger Männer und Frauen, die bereit sind, für wenig Geld und reichlich Verachtung mit ihrem Leben für unsere satte, prinzipienlose und feige Gesellschaft einzustehen. Ich rede von Transportflugzeugen, die nicht bereit stehen, von Schnellfeuergewehren, die bei Wärme nicht mehr treffen, von Drohnen, die nicht starten dürfen, von Kampfflugzeugen, die nicht einsatzbereit sind, von Marine-Hubschraubern, die nicht über Wasser fliegen können, und, und, und…. Was macht eigentlich Frau von der Leyen beruflich? (natürlich muss bei dieser Frage auch ihr Amtsvorgänger genannt werden und dessen Amtsvorgänger auch)
Man könnte die Liste des Grauens ausdehnen auf weitere Bereiche. Das Handy der Bundeskanzlerin wurde von einem US-Geheimdienst abgehört. Und nun legt ein Hackerangriff das komplette Netzwerk des Deutschen Bundestages lahm. Alle Daten liegen offen, der Angriff läuft weiter und kann von unseren Herrschaften im IT- und Sicherheitsbereich offenbar nicht aufgehalten werden. Schon ist die Rede davon, dass 20.000 Rechner ausgetauscht und ein komplettes Netzwerk neu angelegt werden muss. Das kostet Millionen und dauert wahrscheinlich Monate, in denen es effektive Geheimhaltung wohl nur noch für Abgeordnete gibt, die irgendwo im Keller eine alte Kugelkopfschreibmaschine stehen haben. Nicht der Angriff ist der Skandal, so etwas passiert ständig, fragen Sie einmal deutsche Banken! Und niemand erwartet, dass jetzt ein Botschafter einbestellt oder ein Untersuchungsausschuss eingerichtet wird, denn der Angriff kommt, wie man aus gewöhnlich gut unterrichteten Quellen hören kann, wohl aus Russland, und die sind ja jetzt angeblich unsere tollen, neuen Freunde. Nein, der Skandal ist die völlige Unfähigkeit dieses Landes, derartiges zu verhindern. „Nationales Cyber Abwehrzentrum“ klingt geil, oder? Was machen die, was können die? Die Linke im Bundestag will nicht, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz im Fall des Hackerangriffs hinzugezogen wird. Ja, wofür haben wir den dann? Was kommt morgen? Diskutieren wir dann über den CO2-Ausstoß bei Hackerangriffen oder Elektro-Autos für James Bond? Man könnte irre werden angesichts der Realitätsverweigerung, die in diesem Land – Volk ebenso wie Regierende – herrscht.
Niemand, der wenigstens halbwegs bei Verstand ist, will Krieg führen. Wäre ich begeistert, wenn einer meiner Söhne später Soldat werden möchte? Wohl nur verhalten, wenngleich ich es akzeptieren würde. Nicht, dass er seinem Land dienen möchte, würde mich stören, sondern dass er es für ein Land tun müsste, dessen Bevölkerung den Wert eines solchen Dienstes schlicht ignoriert, und dessen Regierende unwillig oder unfähig sind, die Sicherheit Deutschlands und seiner Verbündeten überzeugend zu organisieren.

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Dieser Artikel wurde 39 mal kommentiert

  1. Henning Pettenberg Antworten

    Die Menschen snd nicht in der Lage oder bereit, sich einen Ernstfall auszumalen.
    Wieso auch, es läuft doch alles.
    Bei einer Diskussion muss man mit sagenhaft verquasten Argumentationen rechnen.
    Putin erscheint mit dem Papst auf einem Bild, der Mann ist doch gar nicht so, wie die Kritiker es immer behaupten.
    Es herrscht eine Oberflächlichkeit ohnegleichen. Gleichheit vor Freiheit ist die Parole. Komplexes nachzuvollziehen kostet zuviele Kalorien und Zeit.
    Außerdem ist die NSA alles schuld, fragen Sie doch Herrn Snowden.
    Verdammt , lieber Herr Kelle, Sie haben allzu recht

  2. heribert joppich Antworten

    mich wundert das alles nicht. Wenn einem Voölk lt. Umfrage alles wichtiger ist als die Freiheit, dann frage ich mich, wo ich lebe?! Das deutsche Volk ist inzwischen so dummund dekadent, dass es kaum noch nachvollziehbar ist. Wo wäre Westberlin, wenn es die USA, GB und Frankreich nicht gewesen wären. Und für das deutsche Volk sind die USA immer die Schlimmen. Wer hat im Kosovo für Ruhe und Ordnung gesorgt? Natürlich die USA, da Europa dazu nicht in der Lage war. Wer macht die schlimmsten Hackerangriffe nicht nur beim Bundestag sondern auch in der Wirtschaft?! Russland und China – und wer wird angegriffen, die USA. Alle anderen sind die Gutmenschen. Das deutsche Volk verfährt nach dem Motto: wasch mich aber mach mir den Pelz nicht nass. Wir wollen alles aber richten sollen es die USA, wenn es gefährlich wird, damit wir sie anschließend in das verlängerte Rückgrad treten. Diese Haltung des deutschen Volkes und hier ist auch in einem Atemzug die so heißgeliebte Neiddebatte zu berücksichtigen ekelt mich an. Mehr ist nicht zu schreiben.

  3. Docmed40 Antworten

    Klaus, Du weißt, dass Du Dich mit diesen herzhaften Worten dem Vorwurf, ein Wutbürger zu sein, aussetzt? Sei es drum… dann bin ich auch einer! Danke!

  4. Arnold Steimle Antworten

    Zwei Gedanken bewegen mich, nachdem ich Ihren Artikel hier gelesen habe. Ich pflichte Ihrer Analyse uneingeschränkt bei und bedanke mich für Ihre klaren Worte. SI VIS PACEM PARA BELLUM … das wussten bereits die Römer. Wenn Du ernsthaft den Frieden möchtest, musst Du bereit sein, in den Krieg zu ziehen und dafür Vorsorge treffen. Der Krieger aber ist in Verruf geraten. Kein Wunder freilich. Die Weltkriege, Vietnam, Irak … Gründe genug zu Misstrauen und Kritik. Leider wurde einmal mehr das Kind zusammen mit dem Bade ausgeschüttet. Die Erkenntnis, dass eine Gesellschaft, die den friedliebenden Krieger eliminiert, sich selbst dem Untergang weiht, ist dem Deutschen so fern und fremd, dass man daran verzweifeln könnte. Dennoch halte ich den Ekel, der sich einstellt, wenn man den feige gewordenen adulten Säugling unserer Epoche betrachtet, den ich verstehe und selbst verspüre, für einen wichtigen Teil des Problems. Wer sich ekelt, möchte mit dem Gegenstand des Ekels möglichst wenig zu tun haben; entwickelt womöglich Hass auf jene, die ihn mit diesem Gegenstand konfrontieren oder ihn nicht davor bewahren, mit dem ekeligen Gegenstand in Berührung zu kommen. Wir ekeln uns vor Unreinem. Aber ich fürchte, dass die Verachtung für den Krieger darauf zurückzuführen ist, dass wir uns vor unseren eigenen kriegerischen Fähigkeiten zu ekeln begonnen haben, nachdem wir mit ansehen mussten, wie verbrecherisch und falsch Kriege sein können. Scham und Schande haben dazu geführt, dass der Krieger als solcher verachtet wird. Statt sorgsam zu analysieren, wer aus welchen Gründen den Missbrauch der Krieger zu verantworten hat, hat sich insbesondere der Deutsche einen selbstgerechten Pazifismus zurecht gelegt, der ihn in die kommode Lage versetzt, sich selbst als Träger überlegener moralischer Werte zu betrachten, der nicht allein die Berechtigung, sondern die Pflicht hat, allen wehrhaften und wehrbereiten seine Verachtung entgegen zu schleudern. Wer sich in dieser Attitüde gefällt, hat nichts verstanden. Aber auch wir, die wir dies sehen, müssen auf uns achten, damit wir nicht, derselben Struktur und Mechanik verfallend, unsererseits denen mit Verachtung begegnen, die den Krieger aus vermeintlich überlegener Warte verurteilen. Denn sie wissen nicht, was sie tun. Es ist die Verantwortung der Sehenden, den gesellschaftlichen Dialog zu suchen und zu fördern. Der Ekel muss ebenfalls verstanden und angemessen eingeordnet werden. Bei ihm stehen zu bleiben, ihn gar zu pflegen, was ich Ihnen beileibe nicht unterstellen möchte, ist nicht zielführend.

  5. Hans-Jürgen Merten Antworten

    Werter Herr Kelle,

    Was ich seit Jahren wahrnehme, lässt sich am besten mit der folgenden Parabel beschreiben:

    In einer 500.000m² Fläche umfassenden Wüste herrschen Temperaturen bis zu 45° Celsius. Es gibt nur einen Brunnen in der Mitte der Wüste. In diesen Brunnen ist ein Kind gefallen. Es soll gerettet werden – und es gibt dazu zwei Vorschläge!

    Die Beduinen wollen jemanden am Seil herunterlassen, der das Kind greift und wieder mit nach oben befördert.

    Der deutsche Entwicklungshelfer jedoch will den Brunnen trocken legen und mit Wasser gefüllte Flaschen herab lassen, damit das Kind nicht verdurstet…

    Das Verhalten des Deutschen in dieser Parabel nehme ich als das wahr, was in der Deutschen Presse und Politik derzeit als opportun betrachtet wird!

    Und das gilt nicht nur für unsere Verteidigungsfähigkeit- und bereitschaft, welche sie in Ihrem obigen Text so hervorragend skizziert haben.

  6. Felix Becker Antworten

    Auch ich bin bestürzt über das erwähnte Umfrageergebnis. Die „Rheinische Post“ schreibt heute zum Gedenken an die Schlacht von Waterloo, dass damals das Vertrauen zwischen den Verbündeten letztlich das Endscheidende war, dass zum Sieg geführt hat. Dieses Vertrauen kann man im Licht der o.a. Umfrage uns Deutschen wohl kaum noch entgegen bringen. Offensichtlich sind wir mit unserer kindlichen Friedensliebe zu fetten, überfütterten Weicheiern geworden. Als ob wir unseren Wohlstand ohne Bereitschaft unsere Werte notfalls auch bei unseren Verbündeten zu verteidigen erhalten könnten!

  7. Uwe_aus_DO Antworten

    Ich pflichte jedem Satz bei, Wort für Wort. Und beginne zu begreifen, wie es passieren konnte, dass die Weimarer Republik sich abschaffen ließ, von einem erkennbar größenwahnsinnigen Völkermörder.

    • Friedrich-Wilhelm Giroud Antworten

      Als die Weimarer Republik zu Ende war, war dieser „Herr“ noch kein Völkermörder. Das konnte damals keiner ahnen. Er wurde es erst später!

      • Peter M. Werner Antworten

        Wer seine Feinde kennt ahnt wozu sie fähig sind!
        Wer also heute der einen oder anderen Gruppierung skeptisch gegenübersteht tut dies meistens weil er deren Veröffentlichungen, Reden, Programme, Glaubensbekenntnis etc. kennt!
        Wer beizeiten „Mein Kampf“ gelesen hatte wußte ganz genau was bevorstand!
        Aber auch damals gab es die Versteher und Abwiegler: „Laßt den erst mal ein paar Wochen im Amt und er wird klein beigeben!“ So oder ähnlich klang es seinerzeit im Reichstag. So ähnlich klingt es heute. Irgendwie beängstigend vertraut!

  8. Susanne v. Belino Antworten

    Was kann man von den politischen Entscheidungsträgern eines Landes erwarten, die es fertig gebracht haben, selbst über Pipifax-Themen wie die Pendlerpauschale und den Zahnersatz jahrelang(!) zu debattieren?

    Die von Herrn Kelle zu Recht angeprangerte, allgemeine Realitätsverweigerung geht noch dazu Hand in Hand mit hochgradigen politischen Lähmungserscheinungen, welche allenthalben mit einem Schulterzucken quittiert werden. So werden wir wohl in Deutschland all das verdienen, was auf uns zukommt. Ja, es ist zum Verrücktwerden.

    Einen Ausweg aus der fast flächendeckenden Lethargie, die wie eine schwere Wolldecke auf diesem Land lastet, kann ich zur Zeit leider auch nicht erkennen.

  9. Friedrich-Wilhelm Giroud Antworten

    Lieber Herr Kelle,
    was regen Sie sich denn so auf?! Diese von Ihnen so deutlich kritisierte Haltung ist doch nur das Ergebnis der „re-education“ der Siegermächte des sog. 2. WK , eines großen geistigen Menschheitsverbrechen. Die linksliberale und linke „Mischpoke“ ( um Herrn Özdemir zu zitieren ) hat das doch längst verinnerlicht.

  10. Alexander Droste Antworten

    Erstens: um was für eine Bedrohung geht es? Steht der Russe schon auf dem Kudamm?
    Zweitens: Ich schicke Herrn Kelle vor.
    Drittens: Krieg wird in Zukunft per Mausklick erledigt.

    • Uwe_aus_DO Antworten

      Zu erstens: Ähnlich könnte die Frage 1938 in Polen Frankreich, Großbritannien usw. gestellt worden sein. Ganz sicher ist: Wenn „der Russe“ bereitrs auf dem Kudamm steht, dann ist es zu spät.

      Zu zweitens: Aus meiner Sicht höchst egoistisch.

      Und zu drittens: Ja, Krieg findet auch oder hauptsächlich per Mausklick statt, da gebe ich Ihnen Recht. Aber dann müssen wir uns bitteschön genau zu dieser Frage einige Gedanken machen. Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken, ich zitiere aus einer Email, die ich heute morgen erhalten habe:

      „Es ist wirklich unglaublich, Deutschland wird angegriffen (selbst die Fraktionsvorsitzende der Grünen nahm in einem Satz gleich zweimal das Wort „Angriff“ in den Mund), in Mittelbarer Umgebung entsteht eine reale Bedrohung (RUS), Afrika überschwemmt uns mit Flüchtlingen und wir gehen zu Tagesordnung über.
      Wenn ich mich recht erinnere, wurde die Marine 1848 gegründet, als es im Deutsch-Dänischen Krieg zu der Situation kam, dass man den Dänen nicht über das Wasser folgen konnte.
      Ein Raum blieb also dem Militär verwährt.
      Man entschied sich eine neue Truppengattung zu gründen, – nicht das Heer zum Schwimmen zu bringen.
      Genau so, war es als der Luftraum wichtig wurde.

      Nun haben wir Angriffe im Cyberraum. Dort haben wir eine Fleischwunde und kleben ein Pflaster drauf. China, RUS und Konsorten haben hunderte, wenn nicht sogar tausende von Menschen (Soldaten) die sich um diesen Raum kümmern, was haben wir? Wir haben das CERT (Computer Emergency Response Team). Team kann man wörtlich nehmen. Einfach lachhaft und einem Land wie Deutschland nicht angemessen.“

      Der Widerstand gegen die Volkszählung und die Anträge auf Verpixelung bei Google Street View waren eine Massenbewegung, nun werden nicht nur private Dinge, sondern die Grundlagen unserer Wirtschaft, unseres Wohlstands und unserer Freiheit auf dem Silbertablett serviert – und niemand wehrt sich. Das ist mehr als nur Dekadenz.

      • Alexander Droste Antworten

        Erstens: Der Russe steht nicht auf dem Ku-Damm, allenfalls die Russin nach dem Einkaufen.
        Zweitens, Herr Kelle hat, glaube ich, die Umfrage bzw. Studie der Amerikaner gelesen. Die legen sich die Dinge traditionell so zurecht, wie sie es am besten gebrauchen können.
        Drittens, der Cyberangriff ist ungerichtet. Er betrifft alle. Wo man spähen kann, wird gespäht. Das ist die menschliche Natur. Der größte Späher von allen ist übrigens unser großer Freund USA. Der hat auch über 1100 Militärstützpunkte rund um Eurasien – natürlich nur um uns zu beschützen.

        Der große Freund möchte in der ganzen Welt bestimmen, katastrophale Naturausbeutung betreiben und die Länder, die dem Teufel die Hand gereicht haben, verklagen auf Begleichung von Gewinneinbußen. Das ist nur ein klitzekleiner Auszug. Da wären noch Altlasten, die den Nazis in nichts nachstehen. Wir hatten 12 Jahre Nazis, die Indigenen Völker Amerikas haben 250 Jahre und mehr USA. Der Genozid dort ist bis heute kein Thema. Die Schwarzen werden immer noch schikaniert und unterdrückt, die Japaner leiden immer noch an Hiroshima und Nagasaki, Korea immer noch an Agent Orange. Afghanistan und Irak leiden an Bush, Lybien und Syrien auch. Der Ganze Globus leidet an Monsanto (das übrigens mit Agent Orange ganz groß wurde). Die Amerikanische und viele andere Bevölkerungen leiden an Coca Cola (Zuckerbombe) und Hamburgern (Fettbombe). In den Paar Jahrhunderten, in denen die Amerikaner Amerika besiedeln, sind schon zahlreiche Tierarten ausgestorben, manche beinahe. Der halbe Kontinent ist eine Agrarwüste, von der einst prächtigen Prärie nur noch kleine Restbestände. Der mächtige Colorado River ist ein kleines Rinnsal, das für Mexico nichts mehr übrig hat. Fracking ist der neueste Schrei, da kommt in weiten Landstrichen Methan aus den Wasserleitungen. Bäche blubbern nur so von Methan. Alles Verschwörungstheorie, nicht war? Nordamerika schmiert Südamerika, damit die Urwälder zu Heizöl werden oder zu Hamburgern. Die Liste wird immer größer. Wer möchte diesen Freunden die Stange halten? Ich jedenfalls nicht.

        Es ist nicht so, dass die Deutschen nicht wehrhaft wären. Ganz im Gegenteil. Aber sie sind gelassen weil vernünftig und klug. Es ist auch nicht so, dass sie nicht solidarisch wären, schließlich sind sie nach Afghanistan gegangen um das Chaos, das die Amis initiiert haben, ein wenig mit auszubügeln. Die Deutschen sind die größten Zahlmeister Europas und sie sind die größten Flüchtlingsretter nach den Mittelmeeranrainerstaaten. Mit denen ist es lohnender solidarisch zu sein.
        So egoistisch bin ich, dass ich solchen Aggressoren keinerlei Unterstützung leiste. Anderen werde ich Widerstand durch Ungehorsam leisten. Das ist viel effektiver, wenn das alle machen, als rumballern. Der althergebrachte Krieg mit Waffen ist was für die Entwicklungsländer, wenn die es nicht besser wissen. Hier machen das Flugzeuge, Satelliten, Raketen, wenn wir Pech haben mit atomaren Sprengköpfen.
        Wie naiv muss man eigentlich sein, um dem Krieg noch eine Berechtigung zu geben? Krieg lässt alle Moral fallen. Es wird geraubt, gemordet, Alte, Frauen wie Kinder, und vergewaltigt. Das natürlich um den Gegner zu demoralisieren , nicht war? Das gehört dazu! Möchten wir das nach unseren Erfahrungen, wenn uns jeden Tag diese Gräuel vor Augen gehalten werden? Sind wir da verweichlicht oder haben wir es begriffen?! Beim Schreiben steigt mein Blutdruck auf „Dampfkessel“, wenn ich diesen Blödsinn weiterhin hier vernehme. Als wenn es nichts besseres gäbe als die Schlacht.

        Wenn es um die mittelalterlichen IS-Leute geht, gibt es nichts effektiveres, als ihnen den Saft abzudrehen. Militär nützt da gar nichts und bewirkt eher das Gegenteil! Die kleinen Stellungskriege dort haben bisher nichts gebracht. Statt dessen bekommen diese Verbrecher immer noch mehr Zulauf.
        In der Ukraine läuft ein Schwelbrand, der ganz ohne Russland abläuft. Woraus nährt der sich? Ob da nicht unser großer Freund auch seine Finger im Spiel hat? Genaues weiß man nicht.
        Im Übrigen, wer glaubt, dass Russland sich aggressiv mit Europa o.Ä. anlegen will so sehen sich 140 Mio. Russen 500 Mio. Eu-Europäern gegenüber, nebst unserem tüchtigen Freund mit seinen 1.100 Stützpunkten rund um Eurasien.
        Also hört auf, mit Schwertern auf Schilder zu klopfen und Pfeil und Bogen in Anschlag zu nehmen, das ist archaisch. Und hört endlich auf, auf den Deutschen herum zu dreschen. Die deutsche Nation ist die tüchtigste, fairste und barmherzigste Nation bei allen Schatten, die dabei noch geworfen werden. Deutschland schafft sich nicht ab sondern siegt – mit Liebe.

        • Uwe_aus_DO Antworten

          Obwohl es schwer fällt, versuche ich einmal, mich auf die zwei für mich offensichtlichsten Fehler in Ihrer Sichtweise zu beschränken:
          – Wäre es nach der Bevölkerungszahl gegangen, hätte Hitler niemals den 2. Weltkrieg begonnen. Er zählte Panzer, U-Boote und andere Waffen, und nicht zuletzt die Wehrhaftigkeit seiner Bevölkerung. Wie sieht es da heute aus, was macht Putin?
          – Der „Schwelbrand Ukraine“ läuft ganz ohne Russland ab?? Sind USA-Truppen in die Krim einmarschiert? War es US-Munition, die MH17 vom Himmel holte?

          Oder mache ich mir ganz unnötige Gedanken, haben Sie, sehr geehrter Herr Droste, beim Schreiben einfach versehentlich das „Achtung, Ironie/Satire!“ gelöscht?

        • Klaus Kelle Antworten

          1) Die Russinen stehen nicht mehr auf dem Ku’damm, weil sie Einreiseverbot haben.
          2) Die Informationen und Fakten, die einem nicht passen, einfach mit irgendeiner lausigen Begründung auszuschließen, ist nicht sonderlich aktuell. Oder haben Sie konkrete Belege, dass bei dieser Umfrage manipuliert wird? Oder manipulieren Amis immer, weil sie ja böse Amis sind?
          3) Ich bin froh, dass sie mal wieder die Indianer für das übliche USA-Bashing benutzen. War schon ein wenig aus der Mode gekommen und ich hatte mir bereits Sorgen gemacht.
          4) „In der Ukraine läuft ein Schwelbrand, der ganz ohne Russland abläuft.“ – Danke für diesen Satz, lieber Herr Droste. Ich habe seit Jahren nicht mehr so gelacht.
          5) Wie passt eigentlich Ihre These, dass herkömmlicher Krieg etwas für Entwicklungsländer ist (dem ich durchaus zustimme) zu ihrer Aufzählung von Einwohnerzahlen? Zumal ja viele der 500 Mio Europäer – wie Sie eindrucksvoll darlegen – gar nicht mehr mitverteidigen oder sogar die andere Seite unterstützen würden. Wenn Sie 50% der bewohner von EU-Ländern, die nicht mitverteidigen wollen, zu den 140 Mio. Russen, die gern mal wieder so richtig doll Großmacht sein wollen, zählen, haben die eine Mehrheit.

          • Alexander Droste

            Hallo Herr Kelle,

            das erscheint ja alles völlig vernünftig. Jedoch zu
            1.) In Berlin leben eine Menge Russinnen, die nicht ausgewiesen wurden.
            2.) u. 3.) Nur um des Ausgleichs willen will ich den bösen Ami dem bösen Russen gegenüber stellen. Beide sind keine Engel aber zu beiden wird übertrieben polemisiert. Das Misstrauen, das ich argumentativ hier ausgebreitet habe, stammt ja nicht von mir. Die Argumente sind nicht neu. Das Beste ist es, man lässt die Kirche im Dorf und hält den Ball flach. Denn besonnenes Abwägen zwischen Tatsachen und Befürchtungen sowie das Interesse für die Belange des Anderen sind sicherlich nützlicher für die Politik als das Aufbauen eines Feindbildes und Heraufbeschwörung eines Waffenkonflikts. Über Kompromisse, die alle zumindest halb zufrieden machen, kann man ja diskutieren. Wenn die Russen tatsächlich imperialistische Expansionsbestrebungen hätten, was ich bezweifele, sie haben genug Probleme damit, den Rest des alten Imperiums zusammenzuhalten, dann hätte Russland nicht so lange gewartet.
            4.) Nachdem Sie sich vor lachen eingenässt haben, hoffe ich doch, dass noch etwas übrig ist für die nächste Lachsalve. Denn nach dem Minsker Abkommen haben sich die Russen vereinbarungsgemäß zurückgezogen, soviel ich von hier aus mitbekommen habe. Mein Eindruck ist auch, dass Putin sich um eine Annäherung an Europa ernsthaft bemüht. Aber die Krim ist offensichtlich nicht verhandelbar. Die Scharmützel, die jetzt im Ukrainer Osten wieder aufflammen halte ich nicht für Provokationen aus Russland, sondern für Gefechte von autonomen Gruppen, denen das Minsker Abkommen Wurscht ist. Ich glaube auch, dass es Gruppen auf beiden Seiten sind – also pro Separatisten wie pro Antiseparatisten. Wenn sich das Kiewer Militär einmischt, was ja ein territoriales Recht wäre, würde auch dieses gegen das Minsker Abkommen verstoßen. Ich glaube, dass auch Kiew an einer Beilegung der bewaffneten Kämpfe und an einem Kompromiss mit Russland interessiert sind. Also wer schießt denn da tatsächlich noch immerfort?
            5.) Wenn Russland imperialistische Bestrebungen hätte, dann hätte es nicht so lange gewartet mit irgendwelchen Aktionen. Außerdem war der Handel mit dem Westen bis zum Maidan gerade am aufblühen. Weswegen sollte Putin das zerstören wollen? Aber dann kam es anders und Russland hat Tatsachen geschaffen – ohne Blutvergießen (ich meine jetzt ausschließlich die Krim). Ich glaube auch nicht, wenn es tatsächlich und offensichtlich so wäre, dass dann 50% der Westseite eine Russlandinvasion gutheißen würde. Ich kann jedoch die Russen verstehen, wenn sie sich von der NATO bedrängt fühlen. Dann versuchen sie doch, das würden Sie sicherlich auch tun, mit ihrem Arsenal Eindruck zu schinden. Sie würden auch versuchen, das, was sie noch an Einfluss besitzen, aufrecht zu halten.

            So ganz realitätsfern sind meine Ausführungen doch nicht, oder doch? Belehren Sie mich eines Besseren.

  11. Karin Dahl Antworten

    Oh, nein! Das ist wirklich alles zum Verzweifeln mit der Politik. Herr Kelle, und der Regierung, die ein Volk sich generell “ verdient“. Ich bin so auf Ihrer Seite und verstehe die ganze deutsche Politik nicht mehr. Ich kann mir das nur unter dem Aspekt der Nachkriegsschuldgefühle ( die wir berechtigt haben müssen) vorstellen. Diese ist ja auch jahrelang vom Ausland geschürt worden, um die Deutschen klein zu halten und genauso lange versuchen unsere Links“intellektuellen“ das Feuer gegen Anerika zu schüren. Aber die Konflikte sollen die USA für uns lösen, die sich ständig dt Kritik ausgesetzt sehen. Wie vergleisweise mild und nachsichtig kommentiert wird in den Medien, dass Russlsnd und China den Bundestag aller Daten berauben, aber die schlimme NSA!!! Und dass der dt Bundestag nicht vom einheimischen Geheimdienst sicherheitsmässig kontrolliert werden darf, spricht Bände für die Ignoranz und den Realitätsverlust der meisten Politiker. … Ich finde es auch sehr beängstigend.
    Aber man muss das Volk nur durch schlechte Bildungspolitik und linke Medienberieselung dumm halten, und nicht mehr urteilsfähig, dann hat man die Ergebnisse schon auf dem Tisch. Armes Deutschland! Trotz allem Optimismus, den ich mir zu bewahren versuche, die Situation, die Sie für meine Begriffe richtig schildern, Herr Kelle, macht einen ratlos und wütend zugleich.
    Mit besten Grüßen
    Karin Dahl

  12. Alexander Droste Antworten

    Ach ja. Wie war das nochmal mit dem Bündnisfall 1914? Versailler Vertrag und so …. Das war der Steigbügel für Hitler. Unsere lieben Freunde im Westen verspeisen uns mit Vergnügen aufs Neue. Und der böse Feind im Osten macht demnächst Geschäfte ohne uns. Dafür tranzpazifisch mit den USA. Naja oder mit China. Wetten?
    Aber die Islamisten, die lassemer net rein. Denen halten wir tapfer das Kruzifix entgegen.

    Hallo Herr Kelle. Haben Sie mal bemerkt, was unser großer Freund USA für ein Chaos in der Welt anrichtet? Und zwar kollateral. Wenn Sie da helfen wollen, bitte. Aber lassen Sie die friedlichen und unschuldigen Landsleute in Ruhe. ES GIBT KEINEN GRUND FÜR KRIEGSGESCHREI!

  13. Casimira Antworten

    Ich finde es toll, wenn keiner in den Krieg zieht. Wenn nämlich keiner in den Krieg geht, gibt es keinen Krieg. Und das finde ich toll.

    • Uwe_aus_DO Antworten

      Das Problem ist nur, dass Sie davon weder Herrn Putin noch den IS (und noch diverse andere) überzeugen werden.

  14. mehrdad beiramzadeh Antworten

    Aus der Sicht eines Migranten muss man sagen, dass es auf der Welt wohl kaum ein Volk gibt, das wie die Deutschen so bereitwillig seine Kultur, Traditionen, Freiheit und Gesetze aufzugeben bereit ist..Vieleicht mit Ausnahme der Schweden, die auch Appeasement betreiben. Man muss sich ernsthaft fragen, wieso sich Migranten in ein Land integrieren sollen, wo die einheimische Bevölkerung sich für sein Land, seine Landesflagge und seine Nationalhymne schämt. Zum Thema Stellenwert der Bundeswehr ist alles gesagt, aber vielleicht noch eines dazu: Ein ehemaliger Bekannter war Fallschirmjäger in Afghanistan und sagte, dass die BW jahrelang die einzige Armee ohne jegliche schwere Bewaffnung war, weil das politisch unerwünscht war. Ich möchte nicht wissen, was mit einem britischen, französischen oder amerikanischen Politiker geschieht, der den eigenen Soldaten die Werkzeuge vorenthält. Aber in D darf die BW ja nichtmal an den Schulen für sich werben…Es klingt vielleicht platt, aber D schafft sich ab und anscheind wollen die Deutschen das auch.

  15. Lechschwabe Antworten

    Realitätsverweigerung? Niemand, der halbwegs bei Verstand ist, will Krieg führen? Da haben Sie Recht. Die Amis wollen den Krieg – aber nicht selbst führen. Das soll gefälligst Europa tun. Und dafür bezahlen. Die Amis liefern dann. Wie immer halt. Und bitte sehr: Wenn Deutschland stark war, wurde es gefürchtet. Also wurde jetzt psychologisch hochwertige Arbeit geleistet, damit das nicht mehr passiert. Gehirne wurden gewaschen, Muskeln aufgeweicht. Brot und Spiele für die Masse. Das wussten schon die Römer… Die Amerikaner waren einmal korrekt und hatten hehre Ziele, doch das ist längst Geschichte. Heute geht es nur noch um Öl und Gas und Dollar.
    Der Marshalplan kostete uns ganze Industriezweige und jede Menge Wissenschaft.

    • Klaus Kelle Antworten

      „Die Amis wollen den Krieg – aber nicht selbst führen.“ Steile These, die aber nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Bisher führen die Amis ihre (und unsere) Kriege im Wesentlichen selbst und die Europäer ducken sich weg – Großbritannien einmal ausgenommen. Wenn ich mal an den Balkan erinnern darf. Drei Jahre Abschlachten und die EU hat Konferenzen veranstaltet und Waffenstillstände verkündet, die niemanden interessiert haben. Dann haben die USA und NATO eingegriffen und nach einer Woche war der Spuk vorbei. Aber wahrscheinlich ging es da nur um die gewaltigen Ölvorkommen in Bosnien-Herzegowina.

  16. Dieter Krüll Antworten

    Lieber Herr Kelle,
    absolute Zustimmung!
    Wir haben uns durch unsere Scheckbuch-Diplomatie verweichlicht. Wer hat uns unsere Freiheit seit 1945 bewahrt, die West-Alliierten, insbesondere die verpönten Amis (ja die machen Fehler, aber..). Die 1968 er Revolution hat bei uns gesiegt. Der Nato-Doppelbeschluss hat unsere Freiheit bewahrt.
    Viele der oben ersichtlichen Kommentatoren haben Ihnen, Herr Kelle, zugestimmt. Und was passiert in der Öffentlichkeit? Nichts! Alle denken nur an ihren Wohlstand und an ihr Gutmenschentum. Bis es zu spät ist!
    Ziel ist Rot-Rot-Grün, auch weil die Konservativen Kräfte auch nicht viel besser sind. Man möchte CSU wählen können, aber das will ich auch nicht.

    Dieter Krüll, Neuss

  17. Helmut Schliebs Antworten

    Ja, lieber Herr Kelle, sie sehen das mal wieder sehr realistisch, und ich stimme Ihnen voll zu!
    Die Frage, wie man diese Haltung einer Mehrheit ändern kann, ist derzeit nicht zu beantworten, solange es derart viele Medien gibt, die dem sogenannten Mainstream folgen und mehrheitlich links orientiert sind. Hier muss unbedingt eine Änderung erfolgen, doch diese kann nur aus dem Volk heraus kommen, und dafür ist die Zeit einfach noch nicht reif. „Reif“ist angeblich die Zeit derzeit für die Anerkennung der Homo-Ehe mit allen Rechten einer normalen Ehe, so die Aussage, die heute in der Zeitung zu lesen war.
    Ja, ja, Deutschland ist tatsächlich dabei, sich abzuschaffen.

  18. B aus B Antworten

    @ Alexander Droste

    „Deutschland siegt mit Liebe“
    Herr Droste, vielen Dank für diese Zusammenfassung. Deutlicher kann man nicht zeigen, welches geistes Kind sie sind.

    Lasses Sie sich ihre Bratwurst beim nächsten „Grillen für den Weltfrieden“ schmecken.
    Sollten Sie dabei die Würste meine Schweinefleisch bevorzugen, beeilen Sie sich lieber dabei.

    • Alexander Droste Antworten

      Jetzt stehe ich auf dem Schlauch – verstehe nicht recht, wie’s gemeint ist.

      Naja, das wir mit Liebe siegen, mag etwas übertrieben sein, so wie die Furcht vor den Russen. Ein Wunschbild von mir, gewiss. Deutschland ist drittgrößter Waffenexporteur der Welt. Liefert nicht in Krisengebiete außer Israel, Saudi-Arabien und weiß nicht an wen noch. Mit Ruhm bekleckern wir uns damit nicht. Was ist, wenn wir die Waffen einfach behalten? Was hätten wir da nicht ganz flux ein tolles Arsenal! Die Bundeswehr hat außerdem jetzt eine steigende Nachfrage von Freiwilligen. Sie bekommen eine schöne Ausbildung in Aussicht gestellt. Und wenn es nötig ist, sind diese sicherlich nicht zu feige. Angst vor den Russen? Angst vor den Urmenschen in Syrien? Einmischen aus humanitären Gründen mit Waffengewalt? Lächerlich! Letzteres wäre alles andere als humanitär.

      Auch IS-Kämpfer sind Menschen, religiös fanatisch, dogmatisch, völlig verroht und völlig gegen alles Westliche. Warum? Da sollte sich die westliche Welt, die sich so sehr rühmt, mal an die Nase fassen, woran das denn liegen kann. Wir sind als raffgierig, verschwenderisch, ignorant und arrogant verhasst.

      Ja, wenn es dem Weltfrieden dienlich sein kann, würde ich auch mit Alawiten, oder wie die da alle heißen, grillen. Aber das ist wohl zur Zeit eher aussichtslos.

      • Klaus Kelle Antworten

        Wenn die IS umherzieht, Leute köpft, Frauen vergewaltigt, Kinder verschleppt und als Sklaven verkauft, dann muss sich die westliche Welt nicht „an die Nase fassen“, sondern die IS stoppen. Und zwar so schnell wie möglich. Wer sollte es sonst tun? Putin vielleicht?

        • Alexander Droste Antworten

          Ja, warum nicht auch Putin. Aber jetzt, wo man ihn verfemt, hat er vielleicht einen größeren Nutzen, die Wahnsinnigen mit Waffen zu versorgen. Ich weiß es aber nicht. Zur Zeit jedenfalls haben die IS-Kämpfer eroberte Waffen von den USA und welche aus Deutschland, die sie aus Saudi-Arabia bekommen.
          Aber Sie können es nicht von der Hand weisen, dass diese grausige Bande ihre lange Vorgeschichte hat – und zwar in vielen Kapiteln. Diese ist maßgeblich eine europäisch-amerikanische. Den IS hat man sich gezüchtet!

          • Klaus Kelle

            Ob man sie „gezüchtet“ hat, weiß ich nicht. Wahr ist aber, dass der Westen beim sogenannten „Arabischen Frühling“ mehrfach auf die Falschen gesetzt hat. Viel entscheidender für das Desaster mit der IS ist allerdings, dass die USA ihre Truppen viel zu früh aus dem Irak abgezogen haben, damit Riesenstaatsmann und Friedensnobelpreisträger seine innenpolitische Show im Kasten hatte. Während noch 80.000 GIs im Irak stationiert, gäbe es keine IS-Kämpfer dort, jedenfalls keine lebenden.

        • Alexander Droste Antworten

          Und dieses Gezücht wird man nicht so schnell wieder los. Wie ich schon anmerkte, bekommt man es am wenigsten mit Waffengewalt los. Da züchtet man eher weiter. Da muss man sich einmal mit dem Islam befassen um das zu begreifen. Auch wenn so manches, was die treiben, anti-islamisch ist.

          Den IS stoppt man nur, wie eine Seuche: Trocken legen und totlaufen lassen. Im Anschluss heilen helfen, was noch zu retten ist. Aber nicht auf die herkömmliche Art, sonst züchtet man die Seuche erneut.

          • Klaus Kelle

            das sehe ich wirklich anders, lieber Herr Droste. Totlaufen lassen bedeutet in diesem Fall töten lassen. Und das ist inakzdeptabel, zumal, wenn es vielleicht sogar ein „Eigengewächs“ ist. Wer den Dreck verursacht, muss auch saubermachen.

        • Alexander Droste Antworten

          Sicherlich hätte eine dauerhafte Stationierung der GIs den IS verhindert. Aber im Untergrund kochte es. Der Terror wäre trotzdem überall gewesen.
          Die Politik Israels tut ihren Teil dazu. Sicherlich fühlt sich Israel bedroht, vielleicht zu Recht. Im Vorfeld ist schon einiges schief gelaufen und das hat wiederum mit Europa und Amerika zu tun.
          Da gibt es aber viel, was diese zum Frieden beitragen könnten. Selbst israelische Bürger sind da kritisch. Es gibt dort gemeinsame Friedensaktionen von Israelis und Palästinensern, die aber immer wieder ad Absurdum geführt werden. Immer wieder die Radikalen auf beiden Seiten. Aber wenn die Palästinenser schon um das Notwendigste, das Wasser kämpfen müssen, dann kann da kein Frieden entstehen.

        • Alexander Droste Antworten

          Das ist ein Dilemma. Wie hält man die jetzt auf ohne Gewalt? Nicht möglich? Da sind jetzt kluge Strategen gefragt. Gibt es in Deutschland welche?

  19. Stefan Roth Antworten

    Dass eine Mehrheit der Deutschen einem anderen Nato-Land im Verteidi- gungsfall nicht beispringen will, ist aus der Erfahrung doch verständlich. Das Kaiserreich hatte statt Durchziehen der kleindeutschen Lösung sich in seiner Nibelungentreue den problematischen Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn ans Bein gebunden und das bitter gebüßt. Der Grundsatz „Der Starke ist am mächtigsten allein.“ wurde missachtet.

    Aus je mehr Ländern ein Verteidigungsbündnis besteht, wird es nicht unbedingt stärker, sondern durchaus auch gefährdeter, weil die potentiellen Angriffsziele, für die man in eine Auseinandersetzung hingezogen wird, mehr werden. Zum Beispiel die baltischen Staaten bringen doch wegen ihres speziellen Verhältnisses zu Russland mehr Gefährdungspotential als zusätzlich Wehrkraft für das Bündnis.
    Seit es im Baltikum keine Deutschbalten mehr gibt, wird dort die Freiheit Deutschlands genausowenig verteidigt wie am Hindukusch.

    Soll sich eine Vertriebenenfamilie vorbehaltlos für die Verteidigung Polens oder der Tschechei einsetzen müssen?
    Mit der Nato-Osterweiterung wurde dem deutschen Volk einfach etwas aufgestülpt.

    Ich bin mir sicher, dass, wenn die Frage sich auf Bündnispartner wie Frankreich oder England bezogen hätte, die Beistandswilligkeit der Befragten deutlich höher wäre.
    Das Gegenbeispiel ist vergleichbar mit der „Rettung“ von den Griechen: Für diese reingemogelte Gesellschaft hat doch ganz verständlich niemand aus der Bevölkerung (anders natürlich in der Politik) Lust, sich aus dem Fenster zu lehnen.

    Ebenfalls einleuchtend ist die in der Umfrage geäusserte Erwartung, dass im Konfliktfall die Ameikaner die Hauptlast tragen sollen. Wir sind schließlich die amerikanischste Kolonie in Europa und dass Mutterland muss seine Kolonie beschützen.
    Die Aufgabe de rKolonie ist nicht die Teilnahme am Krieg, sondern für die Kriegführung des Mutterlands Hilfsmittel bereitzustellen und das kann Deutschland durch die Kombination von Wohlstand und allgemeiner Einknicknotwendigkeit am besten.
    Hatten nach Titos Tod durch die Empfehlung unseres Aussenministers Genscher wildgewordene Stammesfürsten sich gegenseitig ihre Landstriche verwüstet, Deutschland macht das Spielzeug wieder heile.

  20. Uwe_aus_DO Antworten

    Also, wenn ich Sie richtig verstehe, dann sollen wir einen Bündnispartner nur dann aufnehmen, wenn er zusätzlich Wehrkraft für ein Bündnis nimmt. Jetzt einmal abgesehen davon, dass die westliche Wertegemeinschaft solches Kalkül eigentlich verbietet, fragen Sie sich doch bitte einmal, Herr Roth, wer nimmt denn dann die Bundesrepublik Deutschland auf?

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