Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kann Reden halten, gehaltvolle Reden, mit überzeugendem Gesichtsausdruck vorgetragen. Damit erfüllt er schonmal die Grundvoraussetzung eines Staatsoberhauptes. Gestern hielt Deutschlands Staatsoberhaupt die Ansprache zum Tag der Deutschen Einheit.

Er beklagte darin richtigerweise, dass es hierzulande eine „Mauer aus Entfremdung, Enttäuschung und Wut“ gebe, eine Teilung des Landes ohne Stacheldraht aber in der Köpfen der Bürger. Das Ergebnis der jüngsten Bundestagswahl hat das eindrucksvoll belegt.

Nur: Selbstkritik ist nicht so die Sache unseres politischen Führungspersonals. Die Entwicklungen der vergangen Jahre – Stichwort Euro-Schuldenkrise -, der Verzicht auf politischen Streit zugunsten einer kaum noch zu ertragenden Konsenssoße und dann ganz dramatisch die ungeregelte Massenzuwanderung aus dem islamischen Kulturkreis nach Deutschland, ohne dass uns irgendwer mal gefragt hat: all das hat zu der Mauer geführt, von der Steinmeier gestern sprach.

Ich erinnere mich an einen seiner Amtsvorgänger, der in einer Jahresansprache davon sprach, dass Ausländer auf Bahnsteigen in Deutschland Angst vor Deutschen hätten, aber mit keinem Wort die Hunderttausenden Deutschen erwähnte, die Angst haben, wenn sie auf den Zug warten und eine Gruppe „junger Männer“ um die Ecke kommen.

Sich der Wirklichkeit zu stellen, ohne Scheuklappen Probleme benennen und dann lösen – solche Politiker wünsche ich mir. Und an erster Stelle sollte unser Bundespräsident stehen.

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Dieser Artikel wurde 5 mal kommentiert

  1. Klaus Beck Antworten

    Steinmeier?
    Ist das jener Steinmeier, der einen Kranz am Grab des Terroristen Jassir Arafat niederlegte, die saudische Kopfab-Kriegstreiber-Regierung demütigst huldigte und die Anerkennung des türkischen Massenmords an den Armeniern ablehnte?
    Jener Steinmeier, der den amerikanischen Präsidenten als „Hassprediger“ bezeichnete, ihm die Gratulation nach der Wahl verweigerte und auch mehrfach das deutsche Volk auf übelste Weise verunglimpfte?

    Nein, die „Stacheldraht“-Zäune um ihre obszön-arrogant dargebotene Obsession nach Macht haben solche, scheinbar aus der Retorte stammenden Politiker wie Steinmeier schon ganz persönlich gezogen. Dazu braucht es gar kein Volk mehr.

  2. labrador12 Antworten

    Liebe gefeiert Habende,

    etwas Genderstumpfsinn muss sein 🙂 ab nun wieder ernsthaft …

    Ich bin ziemlich entsetzt über die Rede des DE Bundespräsidenten

    Hadmut Danisch hat dazu unter „Bundesblender Steinmeier“ eine treffende und scharfe Kritik geschrieben.

    Ich will einen Satz herausgreifen: „Und ich meine die Mauern aus Entfremdung, Enttäuschung oder Wut, die bei manchen so fest geworden sind, dass Argumente nicht mehr hindurch dringen.“

    Ich gehe aufgrund des Kontextes davon aus, dass Herr Steinmeier aus seiner Sicht spricht und nicht davon, dass die Mauer der Entfremdung (ja auch die der Enttäuschung bei Merkels „nicht mein Land“ und Gabriels „Pack“ und „Arschlöchern“) zwischen uns, dem Volk und den Politikern „so fest geworden sind, dass unsere Argumente nicht mehr hindurch dringen“.

    Auf die Problematik derer, die noch nicht so lange hier leben bezogen:
    – ist „Wir schaffen das“ ein Argument? wirklich? Das nenne ich vielleicht einen Appell, aber sicher nicht Argument.
    Muss ich jetzt wegen Steinmeiers Rede diesen „Gefühlsausbruch von Frau Merkel für ein Argument halten?
    – Schäubles Rede von „Inzucht“ ist zwar ein Argument, aber ein falsches und das auf vielen Ebenen. Jeder der auch nur mit den Grundzügen der Biologie vertraut ist, erkennt es.
    Will Herr Steinmeier uns vorwerfen, dass wir ein unhaltbares Argument von Herrn Schäuble ablehnen?
    – Martin Schulzen’s „Wertvoller als Gold“ halte ich für einen Slogan, aber mir fehlt noch etwas zum Argument.
    + Wenn es ihm um den intrinsischen Wert des Menschen geht, dann frage ich mich, warum Herr Schulz den ebenso intrinsischen Wert der abgetriebenen Kinder ignoriert. Da wird, um bei seinem Vergleich/Bild zu bleiben, etwas, das „Wertvolleres als Gold“ ist, also z. B Diamanten, einfach verbrannt und den Gully runtergespült …
    + Wenn es ihm aber um Materielles geht, dann hoffe ich nicht, dass Schulz damit sagen wollte, dass die noch nicht so lange hier lebenden dem Deutschen Staat mehr als ihr Gewicht in Gold aufgewogen kosten werden. Bei geschätzten 70 kg und einem Goldpreis von 35.000 Euro pro kg käme man da auf mehr als 2,4 Millionen Euro pro Person. Das scheint mir übertrieben.
    Muss ich ab sofort das Denken einstellen, um die Mauer zwischen Herrn Steinmeier und mir abzutragen?

    Bleibt nur noch die Frage: Was tragen Herr Steinmeier und Konsorten seinerseits dazu bei?

  3. S v B Antworten

    Herr RuhendeSPDMitgliedschaft-Bundespräsident Steinmeier enttäuscht mich auf ganzer Linie; fast schon so wie sein Vorgänger, der Herr Pastor. Für mich sind/waren beide nichts weiter als Galionsfiguren des Establishments.

    Während Gauck sich nicht entblödete, die ohnehin schon mehr als deutlich wahrnehmbare, abgrundtiefe Spaltung unserer Gesellschaft noch weiter voranzutreiben, scheint auch Herr Steinmeier in seiner Eigenschaft als Bundespräsident aller Deutschen (jawohl, erst einmal aller Deutschen) mit seiner neuen Aufgabe, welche ganz gewiss die Verpflichtung einschließt, für Ausgleich und inneren Frieden in unserem Lande zu sorgen, überfordert zu sein. Er bediente sich in seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit jedenfalls der gewohnten Phrasen und Inhalte des Mainstreams. Schade, es hätte so ganz anders sein können.

    Auch auf der Achse oder bei Tichy (sorry, Gedächtnislücke) stieß ich auf einen sehr treffenden Artikel, in welchem die Rede Steinmeiers auf ihren Gehalt – und somit auf ihren eigentlichen Wert – hin recht beeindruckend analysiert wurde. Nur soviel: gut kam Steinmeier in dieser Betrachtung ebenfalls nicht weg. Für mich stellt er, wie schon sein Vorgänger, nicht den Prototypen eines echten, von einer überwältigenden Mehrheit wenn vielleicht auch nicht gerade geliebten, so doch zumindest sehr geachteten „Landesvaters“ dar. Wie denn auch, wenn man alleine die Umstände betrachtet, unter denen Steinmeier in sein Amt gehievt wurde?

    Sollte man allmählich nicht doch in Betracht ziehen, den nächsten BP vom ganzen Volk (au wei, klingt das jetzt völkisch?) wählen zu lassen, in einer Art Urwahl sozusagen? Auf jeden Fall weit, weit ab von jeglichem Partei-Geklüngel. Hier wäre eine Änderung unseres so geschundenen Grundgesetzes vielleicht ausnahmsweise einmal zu vertreten.

  4. colorado 07 Antworten

    Ja, Herr Bundespräsident, wenn wir keine Wut mehr haben sollen, sind wir dann nicht mausetot? Es gibt Zustände bei uns „im besten und freiesten Deutschland , das wir je hatten“, die müssen Wut und Empörung auslösen.

  5. Werner Meier Antworten

    Von einem Bundespräsidenten sollte man erwarten können, dass er beispielsweise an die Toleranz gegenüber Andersdenkenden und zu Gewaltverzicht aufruft. Dazu scheint Steinmeier überhaupt nicht bereit oder in der Lage zu sein, kam es doch im vergangenen Bundestagswahlkampf lt. BKA zu 4.301 (!) registrierten Straftaten, darunter 1.631 von linken Straftätern und nur 577 von Rechtsextremen. „Von 116 Gewaltdelikten seien 66 von Linksextremisten verübt worden und 14 von Rechtsextremisten. Insbesondere die Kandidaten der AfD und deren Parteiveranstaltungen seien attackiert worden.“ http://www.deutschlandfunk.de/medienbericht-mehr-straftaten-von-links-im-wahlkampf-opfer.1939.de.html?drn:news_id=798269

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