«Ein großartiger Tag im Weißen Haus!» twitterte US-Präsident Donald Trump wieder einmal, nachdem der neue Kommunikationschef im Weißen Haus nach nur zehn (!) Tagen im Amt gehen musste. Großartig ist gar nichts…außer dem Unterhaltungswert, den diese Administration der ganzen Welt Tag für Tag beschert.

Ja, die Welt ist nicht untergegangen, seit Trump im Januar die Amtsgeschäfte übernommen hat. Manches, was er in Angriff genommen hat, endete als Desaster („Obamacare“ abschaffen), manches hat er gut gemacht (Nahost-Reise). Aber dass er seinen Laden offenbar nicht in den Griff bekommt, ist durchaus beunruhigend.

Nichts ist für den mächtigsten Mann der Welt so wichtig, wie das Team, das er um sich herum versammelt. Die Leute, denen er bedingungslos vertrauen kann. Den Leuten, die Profis im politischen Geschäft sind, die Ahnung haben, wie das große Spiel der Macht läuft. Die seine Regierungskunst mit Rat und Sachkenntnis begleiten.

Machtkämpfe sind da auch normal und müssen geführt werden. Aber irgendwann ist auch mal gut, dann muss das Team stehen. Nach einem halben Jahr zum Beispiel.

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Dieser Artikel wurde 7 mal kommentiert

  1. Uwe_aus_DO Antworten

    Die Nahost-Reise ein Erfolg? Z. B. der Schulterschluss mit den Saudis, den Förderern von Radikal-Islamismus und Terror? Kann ich nicht nachvollziehen.

    Und die Liste der Flops läßt sich erheblich verlängern. Der Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen ist nur das deutlichste Beispiel. Und, natürlich weiß auch ich nicht, was vor der Präsidentschaftswahl mit Putin gelaufen ist, aber allein die Tatsache, dass der Präsident das Thema nicht in den Griff bekommt, das immer wieder Namen aus seinem engsten Umfeld auftauchen, ist schlimm genug.

    Wie fiele das Urteil über Donald trump aus, legte man an ihn dieselben Maßstäbe an wie an Barack Obama nach sechs Monaten Amtszeit?

    • S v B Antworten

      Ein Nobelpreis ist Herrn Trump, im Gegensatz zu Herrn Obama, in der Kürze seiner Regierungszeit jedenfalls noch nicht zuteil geworden. Vielleicht kann dies etwas beruhigen.

  2. Alexander Droste Antworten

    „Machtkämpfe sind da auch normal und müssen geführt werden.“

    Absprachen und Aufgabenverteilung wäre einer zivilisierten Nation, wie sie eine Nation wie die USA sein könnten, angemessener. Machtkampf ist primitiv und zeit- wie kraftraubend, erzeugt eine Stimmung von Agrressivität und Misstrauen. Sie verstellen den Sinn für das Wesentliche, für Verantwortlichkeit und Konstruktivität.

    Mir wird schwül bei dem Gedanke, dass eine Elite, die über die größte Streitmacht inklusive Atombomben verfügt, gebildet wird aus Schaumschlägern, Egomanen und Profilneurotikern. Keinem von denen würde ich nur einen Fussel Vertrauen geben.

  3. Ruth Antworten

    Sehr geehrter Herr Kelle,

    hire and fire im Hause Trump. Es geht immer noch turbulent dort zu. Warum, weil viele eben nicht mit Herrn Trump an einem Strang ziehen. Weil viele sich weigern, die Pläne und Versprechen – wegen denen Herr Trump gewählt wurde – auch umzusetzen.

    Ein heruntergewirtschaftetes Land wieder auf die Beine zu stellen ist nicht leicht, das geht nicht von heute auf morgen. Um so wichtiger ist es, dass man hier eine klare Linie hat.

    Wenn jedoch Mitarbeiter im Team sind, die immer wieder quer schiessen oder bei denen es sich herausstellt, dass „sie versagen“, dass sie es „nicht können“, dann muss man sich von diesen Mitarbeitern auch wieder trennen.

    Wünschen wir uns nicht ähnlich konsequentes Vorgehen bei unseren Ministern, die es eindeutig nicht können, die eine Fehlbesetzung sind, die eindeutig versagt haben, bei unserem Innenminister ebenso wie z.B. bei unserer ach so kompetenten Frau von der Leyen?

    In diesem Sinne ….

  4. colorado 07 Antworten

    Es ist von außen schwer zu beurteilen, weil ja fast alles , was Trump tut, an uns negativ herangebracht wird. Seien wir also vorsichtig mit vorschnellen Urteilen.

    • S v B Antworten

      Ich stimme Ihnen zu. Kein Tag, was sage ich?, kaum eine Stunde vergeht, ohne dass die deutschen Medien sich den amerikanischen Präsidenten vorknöpfen. Mein diesbezüglicher Sättigungsgrad ist inzwischen überschritten. Ich kann den Namen schon nicht mehr hören. Herr Trump hat mittlerweile sogar dem russischen Präsidenten den Rang des medialen Prügelknaben streitig gemacht.

      Ganz sicher ist sowohl amerikanische als auch die russische Politik für Deutschland von Interesse; allerdings geraten die großen innenpolitischen Probleme in diesem Land darüber zu sehr in den Hintergrund. Hier gelangt also mal wieder das berüchtigte Peter-Prinzip zur Anwendung. Wie stets, wenn die Aufgaben für die Verantwortlichen eine Schuhnummer – oder auch zwei – zu groß sind.

  5. Alexander Droste Antworten

    Demnächst Handelskrieg. Sanktionen gegen Russland und Deutschland, wenn wir weiter NorthStream2 unterhalten.
    Dazu kann ich alles bekräftigen, was ich in dr Vergangenheit über die USA gehört und gelesen habe. Wir sind deren Kolonie und Vasallen, wir sind nicht souverän und können jeder Zeit mit allem möglichen rechnen, wenn wir etwas mit Russland vorhaben.
    Meine Meinung dazu lautet, alle Embargos gegen Russland sind auf den Prüfstand zu stellen. Die Ukraine bleibt blockfrei und die Krim wird unabhängige Republik. Mit den USA machen wir die gleichen Geschäfte wie zuvor und wenn die nicht wollen, weil wir nicht so wollen wie die, dann eben mit Russland und China. Die USA werden uns sicherlich wieder „befreien“.

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