Prien-Rausschmiss? Das reicht jetzt definitiv nicht mehr

Ich weiß nicht, ob Hans-Georg Maaßen tatsächlich „erschüttert“ ist, wie die BILD schreibt, oder einfach nur stinksauer. Jedenfalls ist ihm die schleswig-holsteinische CDU-Kultusministerin Karin Prien in seine intensive Wahlschlacht um das Direktmandat im thüringischen Wahlkreis 196 (Schmalkalden) reingegrätscht, als sie öffentlich aufgerufen hat, dort am 26. September den SPD-Kandidaten zu wählen. Mehr Parteischädigung geht nicht, und ganz sicher hat Prien – vielleicht durch reine Dummheit – auch ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet einen Bärendienst erwiesen, der von Tag zu Tag an den Umfragen nachlesen kann, wie ihm die Chance auf die Nachfolge von Angela Merkel im Kanzleramt unter den Händen zerbröselt.

Natürlich werden weder die Herrschaften in Priens Kreisverband an der Küste noch eine Mehrheit der Merkel-Claqueure im Bundesvorstand das einzig Gebotene tun und einen Antrag auf Parteiausschuß von Prien stellen, die seit längerem zu den wahren „CDU-Zerstörern“ gehört, an die der Blogger Rezo mit der blauen Asi-Frisur niemals auch nur ein Stück weit heranreichen wird.

Die CDU Deutschlands steht vor einer historischen Zäsur, wenn die Wähler in knapp drei Wochen so entscheiden, wie es die Demoskopen erahnen lassen. Und dann wird es nicht reichen, wenn Herr Laschet am Montagmorgen danach den Wählerinnen und Wähler dankt und als Bundesvorsitzender zurücktritt. Dieses Mal nicht.

An dem Tag gibt es nur eins: Rücktritt des gesamten Bundesvorstands und des Parteipräsidiums, schonungslose Abrechnung mit den letzten total verkorksten Merkel-Jahren, neue unverbrauchte Köpfe an die Spitze – und mit neu und unverbraucht meine ich nicht Jens Spahn – und programmatisch den Reset-Knopf drücken und bei Null wieder anfangen – auf der Basis der Werte, für die die Union einst gegründet wurde.

Und schafft die CDU das nicht – dann ist sie Geschichte. Und dann wird etwas ganz Neues beginnen…

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Um die CDU zu zerstören braucht es keinen Spätpubertierenden mit blauem Haarschopf

Es braucht in diesen Wochen vor der Bundestagswahl wirklich keinen Rezo – Sie erinnern sich, diese Spätbubertierende mit der blauen Frisur – um die CDU zu zerstören. Das kann und macht sie nämlich ganz aus eigenem Antrieb.

In den Meinungsumfragen liegen die Unionsparteien derzeit zwischen jämmerlichen 18,5 und 22 Prozent. Der Laschet-Effekt schlägt voll durch, und man hat den Eindruck, selbst langgediente Parteisoldaten sind müde geworden. Sehr müde. Die Bundeskanzlerin, letztlich die Verantwortliche für all das mit ihrem sogenannten „Modernisierungskurs“ trägt die volle Verantwortung für die komplette programmatische aber auch personelle Entkernung der Partei Konrad Adenauers und Helmut Kohls. Ob all das aus Naivität oder Dummheit geschehen ist und weiter geschieht, oder ob irgendwer die innere Destabilisierung unseres Landes von langer Hand geplant hat, wissen wir nicht. Vielleicht werden wir es niemals erfahren. Sie wissen, ich bin weit weg von großen Verschwörungstheorien. Für mich war 9/11 der größte islamistische Terroranschag in der Geschichte der Menschheit, geplant und organisisert von Osama bin Laden. Für mich waren die Amis natürlich auf dem Mond, und ich glaube auch nicht, dass Bill Gates uns allen Chips ins Gehirn ein pflanzen will.

Aber dass eine Frau aus dem Nichts auf die Bühne tritt, die bei der SPD einen Mitgliedsantrag gestellt hat, der abgelehnt wurde, die Gorbatschows Perestroika und den Sozialismus für gute Ideen hielt, die umringt war von Informellen Mitarbeitern der Staatssicherheit der DDR – Ibrahim Böhme, Wolfgang Schnur, Lothar de Maizière – und von der es keine Stasi-Akte gibt, nicht mal ein Blatt, nicht mal einen Klebezettel mit „IM Erika“ drauf, das ist schon…ein wenig…ungewöhnlich, finde ich. Und dass diese Frau, irgendwo irgendwas studiert in Moskau, dann Vorsitzende der rheinisch-katholischen CDU wird, das lässt sich in meinem Kopf nicht zusammenbringen.

Aber nun ist sie halt da, und 16 Jahre Bundeskanzlerin obendrauf. Ich sehne dem 26. September 2021 entgegen, wenn das Kapitel Merkel wenigstens formal und unwiderruflich endet. Ob es dann besser wird? Ich habe keine Hoffnung mehr, wenn ich ehrlich sein soll.

Am Wochenende war ich bei einer Geburtstagsparty von alten, guten Freunden am Ammersee in Bayern, weiß-blauer Himmel, Sonnenschein, Live-Musik, unendliche Segelboote auf dem Wasser. So ähnlich stelle ich mir das christliche Paradies vor – im islamischen soll ja, wie es heißt, eher eine Jungfrauen-Versammlung stattfinden. Ich bin zu alt für sowas. Die Gäste unserer Party waren typisches Publikum der guten alten CSU und CDU, bürgerlich, viele wohlhabend, gut gekleidet, wir redeten über Urlaub und Golfspielen in Schottland. Und über die CDU und was aus ihr geworden ist. Und das ist nicht gut.

Die Entscheidungen, Armin Laschet zum Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten auszurufen, wirkt wie der Sargnagel auf dem Deckel der einst stolzen und bei der Gestaltung der Bundesrepublik überaus erfolgreichen Unionsfamilie. Was hatten wir damals alles gemacht, um Helmut Kohl zu unterstützen, Plakate geklebt nachts im strömenden Regen, Flugblätter vor Werkstoren und Schulen verteilt, Hausbesuche. Und für was? Für Atomausstieg? Für Gendersternechen und Homo-„Ehe“? Für Massenmigration aus islamistische Steinzeit-Gesellschaften wie Afghanistan oder Nordafrika? Ich kann mich nicht erinnern, dass mich das bewogen hatte, 1977 in die CDU einzutreten, denn all diese Entscheidungen sind grundfalsch, und die CDU hat sie durchgewunken, erkennbar fällt auch die CSU Stück für Stück um.

Machen wir uns nichts vor: Die Wahrscheinlichkeit, dass Laschet das Ding noch dreht, ist mehr als gering. Ausgeschlossen ist nichts, natürlich. Und bei der Party am Ammersee war man sich in zwei Dingen absolut einig: Die Union ist erledigt, und die AfD ist für Bürgerliche keine Alternative wegen ihres rechten Randes, wegen des Flügels, wegen der Ausreißer, die ein völkisches Reich wollen, wo wir uns alle selbst genügen, wo man Rentenkonzepte schreibt, die nach Sozialismus stinken und nicht nach Marktwirtschaft duften. Nein, in Deutschland sind viele Bürger, es sind Millionen, verzweifelt angesichts des aktuellen politischen Personals und der grassierenden Bereitschaft, unser Land in die Hände von Sozialisten und Verstaatlichern zu legen. Wir sind verzweifelt, ich bin verzweifelt, weil ich eine Ahnung habe, dass das untere Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht ist. Und dass die FDP bei 12 Prozent liegt, obwohl sie uns außer bunten Plakaten und guten Slogans nichts anbietet, schon gar nichts, was unsere Freiheit erhält, das ist einfach nur irrational.

Wenn mir auf Facebook in den vergangenen Jahren prophezeit wurde, die CDU würde dem Weg der italienischen DC in die Erfolglosigkeit folgen, dann habe ich energisch widersprochen und auf Sebastian Kurz und die ÖVP verwiesen. Aber die Wahrheit ist: Wir haben in Deutschland keinen Sebastian Kurz. Wir haben Armin Laschet. Und Jens Spahn. Und Heiko Maas.

Unser Land ist in einer bedrohlichen Schieflage, aber wir können uns noch in einem Strandkorb der Illusion hingeben, es sei alles in Ordnung.  Und die Regale in unseren Supermärkten sind noch voll schöner Sachen, die wir kaufen können – wenn wir eine Maske tragen. Und wir dürfen wieder in die Clubs unserer Großstädte und in schicke Restaurants gehen, wenn wir geimpft oder genesen sind. Und wir dürfen sogar frei unsere Meinung sagen, wenn wir mit den daraus resultierenden Folgen leben können.

Das Jahr 2021 wird eine politische Zeitenwende auslösen, die die tektonischen Platten unseres politischen Systems massiv verschiebt. Und keiner weiß, was dann folgt. Aber es wird nicht schön sein.

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Der Eisbär hat die Kurve gekriegt, der Komodowaran vielleicht auch?

Die Welt geht unter. Und: Wir werden alle sterben. Hören wir oft, kennen wir schon. Und wir wissen auch, dass es eine globale Klima-Industrie gibt, die ein üppiges Einkommen aus den Staatskassen und aus den Portemonnaies gutmenschlicher Spender und Spender_*Innen generieren. Und es ist ja erstmal auch in Ordnung, genau hinzuschauen, ob mit unserer Welt etwas schief läuft. Und wenn, dann muss man gegensteuern – ganz klar.

Aber in diesem speziellen Fall sagt die Weltnaturschutzunion (IUCN), dass der Komodowaran nur noch eine weltweite Population von 6000 Exemplaren ausweist. Das könnte schiefgehen, so wie beim Eisbär, wie Greenpeace damals warnte, begleitet von einer kleinen Spendenkampagne, versteht sich. Die war besonders erfolgreich, weil der einstige US-Vizepräsident Al Gore sich an die Spitze der Kampagne stellte und sogar einen Film produzieren ließ. „Eine unbequeme Wahrheit“, so hieß das Epos damals, das ganze Schulklassen oft mehrmals anschauen mussten. Die Erderwärmung bedrohe die Existenz der letzten 5.000 Eisbären behaupteten Gore und die Filmemacher. Seitdem wird die Erderwärmung immer heftiger, allerdings hat sich die Eisbären-Population schon wieder auf 25.000 vervierfacht.

Und was mich bei der aktuellen Warnung wirklich stört, ist dass keinerlei Kausalität erklärt, was man da behauptet. Warum ist der Komodowaran gefährdet in seiner Existenz, wenn es 1,2 Grad wärmer wird. ja, die Meere steigen auch um ein, zwei Zentimeter, aber wieso stirbt der Waran dadurch aus?

Auch die IUCN räumt in ihrem jüngsten Bericht ein, dass die Zahl der aus dem Mittelmeer stammenden und in ihrer Existenz bedrohten Blauflossen-Thunfische (Thunnus thynnus) innerhalb der vergangenen vier Jahrzehnte um 22 Prozent gestiegen ist. Wir werden alle sterben, das ist wahr. Und manche Tierarten auch. Aber Spenden an Greenpeace ist keine absolute Notwendigkeit.




Heftiger Streit um den Schutz des ungeborenen Lebens in Texas

Joe Biden, die Gender- und Femo-Lobby in den USA, die Mainstreammedien – alle schäumen, wie schon lange nicht mehr. Da haben es die demokratisch gewählten Volksvertreter in Texas doch tatsächlich gewagt, das umzusetzen, was sie ihren Wählern vorher versprochen haben. Und dazu gehört in Texas der Schutz des ungeborenen Lebens.

Abtreibungen sind dort nun künftig zwar nicht gesetzlich verboten, aber die Hürden für einen legalen Schwangerschaftsabbruch wurden deutlich höher gelegt als vorher. So dürfen keine Abtreibungen mehr „vorgenommen“ werden, wenn erkennbar das Herz des Babys im Mutterleib zu schlagen begonnen hat. Und Verwandte oder öffentlich Bedienstete, die einer Frau helfen, eine Abtreibung zu „organisieren“, können dafür strafrechtlich belangt werden.

Das gefällt denjenigen nicht, die die Tötung eines ungeborenen Kindes für so eine Art Betriebsunfall halten, eine kurzzeitige Erkrankung, die man wieder beheben kann. Und genau das ist der Grund, warum Konservative, Christen und die Pro Life-Bewegung gegen diese Denkart zu Felde ziehen. Ich übrigens auch. Es geht nicht darum, Frauen zu drangsalieren, ihnen ihre Rechte zu beschneiden, sondern um den Schutz des kleinen Kindes in ihrem Bauch, das sonst niemanden hat, der es schützt, meistens nicht einmal den Staat. „Mein Bauch gehört mir“ ist wirklich ein dummer Spruch, denn es geht nicht um den Bauch, sondern das Kind im Mutterleib.

Ich will das Fass des großen Themas Abtreibung hier nicht aufmachen. Aber so ein Kind ist alles andere als ein „Zellhaufen“ nach zwölf Wochen. Es ist ein Kind. Jetzt tobt der Streit in Amerika, Joe Biden wird sich damit beschäftigen, es wird Demonstrstionen für und wider geben, und der Oberste Gerichtshof entscheidet dann, ob Texas im Einklang mit der großartigen Verfassung der Vereinigten Staaten gehandelt hat. Aber ich fühle mich erst einmal bestätigt, wie gut es ist, dass Ex-Präsident Donald Trump damals die beiden konservativen Richter Brett Kavanaugh und Amy Coney Barrett ernannt hat.

 




In der Warteschlange: Aktuelles Bulletin zu meiner Gesundheit und Befindlichkeit

Es dauert eine Weile und Mühe, mich wirklich auf die Palme zu bringen, aber vorhin wurde ich gegenüber einer Bediensteten meines bis heute noch Facharztes des Vertrauens etwas deutlicher. Nach einer Stunde und 45 Minuten mit – erträglichen aber unangenehmen – Schmerzen im Wartezimmer sitzend, beschloß ich, mir einen neuen Arzt für diese Art von Krankheit zu suchen.

Nun können Sie sagen, der Lack ist halt ab in Deinem Alter, Kelle, aber wenn das sogenannten Gesundheitswesen nach Profit strebt – manche sagen sogar das machen sie mehr als sich um die Gesundheit der Leute zu kümmern – dann erwarte ich als Kunde, zumal mit Schmerzen, dass ich auch wie ein Kunde behandelt werde.

Vorweg: Ja, ich bin Kassenpatient. Damals, als wir zunehmend Kinder in die Welt setzten, war es irgendwann kostengünstiger, in einer gesetzlichen Krankenversicherung zu sein. Und jetzt hänge ich da halt immer noch drin. Aber irgendwann hat ein Rechtspopulist mit Schmerzen auch das Recht, behandelt zu werden, wie ein normaler Patient. Und zu Ihrem besseren Verständnis: Ich hatte keinen Termin, sondern hab gestern in der Praxis angerufen, nachdem der Versuch, mich brav online anzumelden, mit der Mitteilung endete, ich könne in drei Wochen kommen. Aber weil mir ja was wehtut, wollte ich halt früher. Man sagte mir am Telefon, zwischen 8 und 10 Uhr könnten Patienten kommen, denen was wehtut und würden dann auch behandelt. Klaus also um 8.30 Uhr da, Versichertenkarte zur Hand, Impfausweis dabei, Mund-Nasen-Maske ordnungsgemäß angelegt, Hände desinfiziert. Immerhin die Urinprobe wurde zeitnah eingefordert (und geliefert), dann saß ich da rum und saß und saß…

In meiner Zeit als Kolumnist der „Rheinischen Post“ schrieb ich im November 2013 einen wirklich viel beachteten Beitrag mit der Überschrft „Auf dem Fließband zum Herrn Doktor“ – nachzulesen hier – in dem ich mich mit der Gewinnmaximierung in Arztpraxen beschäftigte. Auch der Artikel war getrieben von persönlichen Erlebnissen – so wie dieser hier. Viele Ärzte aus allen Fachrichtungen schrieben mir danach, manche riefen auch an, mit zweien traf ich mich später zum persönlichen Meinungsaustausch. Sie teilten meine Diagnose und erklärten mir aber auch, warum sie bei dem Abrechnungssystem mit den Kassenärztlichen Vereinigungen in den Ruin getrieben würden, wenn sie ihre Praxel nicht auf Effektivität trimmten. Inzwischen denke ich, dass die Ärzte absolut recht haben.

Aber mir geht es hier ja  um die berühmte Zwei-Klassen-Medizin. Wenn mir etwas weh tut, dann brauche ich einen kompetenten Arzt, der mir Ibuprofen verschreibt und mir nach der Schmerzlinderung das Problem durch Therapie und Heilung vom Hals oder von sonstwo her schafft. Ich brauche kein Callcenter und keinen Online-Service, keinen separaten Hintereingang und kein Wartezimmer mit Lederssesseln und Espressomaschine. Ich brauche einfach einen  Arzt, der mich gesund macht. Und daran mangelt es zunehmend nach meiner subjektiven Wahrnehmung.

Und wenn dann die Arzthelferin noch patzig wird und mich belehrt, dass sie ja auch vertraglich garantierte Arbeitsstunden habe, dann ist das genau das, was ich nicht hören will, wenn mir…was weh tut. Nebenbei bemerkt: Beim Einchecken fragte mich eine andere der Damen dort, was mir denn wehtut, und ich sagte es ihr, weil es jetzt nicht irgendwie peinlich war. Aber hinter, vor und neben mir standen wildfremde Leute und hörten interessiert zu. Das zum Thema Datenschutz. Ich ärgere mich jetzt noch, dass ich ihr nicht laut geantwortet habe: „Ich habe infektiöse Syphilis…und Sie jetzt auch.“

Ich bin weit entfernt vom Ärzte-Bashing, und wenn die einen guten Job machen, sollen sie sich auch eine Ehefrau mit Cabrio leisten können (Achtung, Sexismus! Bitte melden Sie mich bei der städtischen Gleichstellungsbeauftragten!) . Aber das Fließband-System in vielen Arztpraxen ist nur noch schwer zu ertragen – zumindest für mich, bei dem die Zeitökonomie einen hohen Stellenwert hat. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere von Ihnen noch an meinen schmerzenden rechten Fuß auf der Reise nach Kroatien? Zwei wunderbare Ärztinnen aus meinem Facebook-Netzwerk berieten mich nach dem Beitrag am Telefon, meine Tochter – die von vorgestern mit Rezo – wickelte mir mit Handtüchern Kühlaggregate um den Fuß, und die 78-jährige Mutter – frühere Ärztin – eines Freundes in Split besorgte mir Antibiotika. Irgendwie funktionierte es, die Schwellung war weg, wir hatten einen schönen Urlaub, aber es tut heute noch weh. Mal schauen, wie es weitergeht.

Im September steht meine tournusmäßige Herzkatheteruntersuchung an, die sollte bereits im Juli stattfinden, aber man hatte den Termin in der Klinik für den Vortag eingetragen. „Tut uns leid“, klar, kann ja mal passieren.

Fassen wir also zusammen: Mein rechter Fuß tut weh, irgendwo anders in meinem Körper – Sie brauchen gar nicht nachfragen – schmerzt es gerade, und ich habe mich soeben vom Facharzt getrennt, es ist Freitagmittag und ich muss um 14 Uhr los – viereinhalb Tage und 2.500 Kilometer-Tour – Termine, Gespräche, eine öffentliche Veranstaltung. Wenigstens ist ein Kurzaufenthalt im Kloster dabei, ich werde beten, ob Gott vielleicht den Schmerz etwas lindert. Ich hoffe, da läuft dann kein Anrufbeantworter mit Verweis auf göttliche Online-Portale, wo man sich registrieren muss. Und wenn nicht, dann nehme ich halt noch eine Ibu…

Am Sonntagnachmittag bin ich in Regensburg zu einer Veranstaltung der Kleinpartei LKR eingeladen, reden und diskutieren. Christian und Daniela haben mich gefragt, und da kann ich echt nicht nein sagen, so engagiert und sympathisch die Beiden sind. Ich war vor 20 Jahren mal bei einem Konzert von John Lee Hooker, damals schön gefühlt mindestens 120 Jahr alt. Als es losging, wurde er gestützt von zwei…ich sage Pflegern… auf die Bühne geleitet, auf einen Stuhl gesetzt und man drückte ihm eine Gitarre in die Hand. Dann ging es ab.

Christian, Daniela, wenn Ihr mich übermorgen zum Rednerpult tragt, dann rocke ich den Laden trotz Fuß und Wehwehchen. Wir schaffen das…

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GASTSPIEL VERA LENGSFELD: Kanzlerkandidat Olaf Scholz als Trojanisches Pferd

Seit der Vereinigung habe ich acht Wahlkämpfe mitgemacht. Keiner war wie dieser. Eine inoffizielle Einheitsfront liegt wie Mehltau über dem Land. Die Programme der Altparteien ähneln sich zum Verwechseln. Alle wollen das Klima schützen, soziale Gerechtigkeit und Vielfalt. Die Haltungs-Medien wollen das auch, aber nicht von jedem. Die Union soll an einer künftigen Regierung nicht beteiligt sein.

Nur dreißig Tage vor dem Wahltermin scheint dieses Ziel in greifbare Nähe zu rücken: Die SPD, die sich dank ihres Kanzlerkandidaten aus dem Umfragetief herausgearbeitet hat, hat es mit 23 Prozentpunkten an die Spitze geschafft. Ihr Kanzlerkandidat Scholz kann sogar auf 41Prozent Zustimmung verweisen und liegt weit vor Annalena Baerbock und Armin Laschet.

Das hat Niemand voraussehen können, als die SPD vor einem Jahr bei 14 Prozent lag und Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten kürte. Damals wurde über den “14 Prozent-Olaf“ oder den “König ohne Land“ Hohn und Spott ausgegossen. Die klaren Favoriten für das Kanzleramt waren die Grünen, egal mit welchem Kandidaten sie ins Rennen gehen würden. Zwar wetteten viele Kenner, dass es Annalena Baerbock würde, aber es stand eben noch nicht fest.

Das sich die überwiegend linksradikale SPD-Führung auf Olaf Scholz verständigte, der im Kampf um den Parteivorsitz dem Duo Saskia Esken/ Walter Borjans unterlag, war einerseits verwunderlich, andererseits die einzige Chance, die der Partei noch geblieben war. “Es gibt Mehrheiten diesseits der Union“, war die Botschaft von Scholz, auf die er und die Partei sich einigen konnten.

Kevin Kühnert kommentierte die Wahl von Scholz so: “Bei Martin Schulz sind wir ja mit überschwappender Euphorie, aber ohne programmatische Einigung gestartet. Und haben gesehen: Da geht einem der Treibstoff auf halber Stecke aus.”

Die SPD scheint aus diesem Fehler gelernt zu haben: “Vielleicht ist es andersherum sinnvoller: Erst die inhaltliche Klärung zu haben, mit ein bisschen weniger Euphorie in den Wahlkampf reinzugehen …“, so Kühnert. Nun hat die Partei einen scheinbar seriösen, bürgerlichen Vorsitzenden, aber ein „progressives“, sprich linksradikales Programm. Wenn die SPD mit den Grünen und der Linken koaliert, bekommen wir eine totalitäre Regierung. Scholz, der einen „internationalen Klimaclub für ambitionierte Klimaziele“ gründen will, wird gegen das von den Grünen geforderte Klimaministerium mit Vetorecht gegenüber allen anderen politischen Vorhaben nichts einzuwenden haben, obwohl das bedeutet, dass nicht mehr er als Kanzler die Richtlinien der Politik bestimmt, sondern Annalena Bearbock, der mit diesem Ministerium ein Schattenkanzleramt zufallen würde.

Auch gegen ein Migrationsministerium wird er sich nicht stemmen, weil seine Partei die Einwanderungspolitik von Merkel fortsetzen und womöglich noch verstärken will. Wer das alles bezahlen soll, bleibt offen. Scholz, der als Finanzminister für die größte Verschuldung der Nachkriegsgeschichte verantwortlich ist, scheint auch dem Glauben anzuhängen, dass mit Gelddrucken alles erledigt ist.

Scholz, der auf seinen Wahlplakaten stocknüchtern, aber seriös daherkommt, ist in zahlreiche Skandale und Fehlentscheidungen verstrickt. Weil wir aber eine zwar freie, aber willig regierungskonforme Presse haben, hat er kaum unangenehme Fragen von Journalisten zu befürchten.

Schuldbewusstsein hat er offensichtlich nicht. Im Sommerinterview der ARD prallen alle Fehler, wie der Sender berichtete, an ihm ab: G20, Cum-Ex, Wirecard – worauf er auch angesprochen wird, er erklärt mantramäßig, dass er entweder für das Problem eine Lösung gefunden hat, nicht schuld war, oder auch einfach nichts darüber wusste. Das deutet darauf hin, dass Scholz die Politik Merkels, politische Fehlentscheidungen ohne Konsequenzen bleiben zu lassen, fortsetzen wird.

Auf Rücktrittsforderungen aus der Bevölkerung, ob gegen ihn wegen Wirecard oder Außenminister Maas wegen Afghanistan reagiert Scholz nicht. Er will sich nicht einmal entschuldigen.

Stattdessen zählt er das auf, was er schon immer sagte: Man habe die BaFin ja reformiert, bessere Kontrollen auf den Weg gebracht, Hausaufgaben gemacht und daher abgehakt. Die Schicksale derer, die ihm vertraut haben, zählen offenbar nicht.

Ähnlich im Falle des Versagens des SPD-Außenministers, “Ich finde, bei einer so ernsten Angelegenheit sollte man nicht mit sehr wenig fundierten Behauptungen durch die Gegend laufen“ hält er seinem Mitbewerber Armin Laschet entgegen, als der Maas kritisiert. “Sondern man sollte einfach dafür sorgen, dass wir hier als Land unsere Aufgabe auch erfüllen.“

„Wir hier als Land“ ist die Entlastungsformel, mit der ein Politiker, der Kanzler werden will, jegliche Verantwortung von der Politik abwälzt. Scholz & Co wollen zwar unbedingt an die Macht, aber keine Regierungsverantwortung übernehmen.

Selbst wenn Scholz aus anderem Holz wäre und eine seriöse Politik, die dringend notwendige Sanierung Deutschlands und den damit verbundenen Politikwechsel in Angriff nehmen wollte, sitzen ihm Esken, Kühnert und das linksradikale Wahlprogramm im Nacken. Es wäre nicht das erste Mal, dass die SPD einen amtierenden Kanzler durch einen anderen ersetzt. Das weiß Scholz genau und es wird ihm eine Warnung sein.

Scholz ist die trügerische bürgerliche Fassade, das Trojanische Pferd, mit dem die SPD ins Kanzleramt möchte. Es ist zu befürchten, dass die Wählertäuschung gelingt und er es schafft.




Das Gleichnis von der verlorenen Tochter

Es gibt so Momente, da muss man alles stehen und liegen lassen, weil Alarmstufe Rot ist. Wenn man zum Beispiel im Haus nachts Rauch riecht, oder wenn beim Nachbarn nachts um drei die Warnanlage an der Garage losheult. So etwas Ähnliches gab es gestern bei Kelles, als unsere Jüngste (13) mir freimütig erzählte, dass sie auf TikTok das neueste Filmchen des „CDU-Zerstörers“ namens Rezo angeschaut habe. Der 29-Jährige verdient sein Geld, wer immer es auch bezahlt, mit Kurzvideos, in denen er u. a. Partei-Bashing betreibt, er hat echt eine scheiß Frisur, deren Haare er zu allem Überfluss noch blau eingefärbt hat und ist leider manchmal auch ziemlich witzig.

Also unsere Kleene findet Rezo gut, der – so erzählte sie – sagt, dass im Grunde alle Parteien doof und unwählbar seien.

Zugegeben: Leser meiner Beiträge wissen, dass ich – fast 50 Jahre älter – auch bisweilen zu dieser Ansicht neige, dass Rezo und in der Folge meine Tochter damit also gar nicht einmal falsch liegen. Aber, bitte, liebe Freunde, zwischen Klima-Annalena, Frau Blücher von der SPD, den SED-Nachlassverwaltern und Merz, Lindner oder Meuthen sehe ich dann doch schon noch einige Unterschiede.

So also gestern Abend spontane Einladung zur Vater-Tochter-Grundausbildung im Sushi-Restaurant meines Vertrauens in Düsseldorf, was ein bisschen fies von mir war, weil die süße TikTok-Konsumentin rohen Fisch partout nicht mag. Wir fanden dann aber Avocado-Röllchen, Rinderfiletbrocken mit Knoblauchsoße und Reis ohne alles, da kommt Kind zurecht, wenn genug kaltes Ginger Ale bereitsteht.

Es ist spannend, mit einer 13-Jährigen den Unterschied zwischen Kollektivismus und Individualismus zu diskutieren, denn sie findet, dass es doch gut ist, wenn sich der Staat um alles kümmert und keiner durchs Netz fällt. Diese soziale Hängematte schätzen auch freiheitlichlich Gesinnte wie ich, allerdings nur rudimentär und nicht als Vollkasko-Nanny-Staat. Und dass man mehr fürs Klima tun müsse, findet mein Mädchen mit der Zahnspange auch noch. Und ihr Lehrer habe im Unterricht gesagt, dass man sich impfen lassen und das Klima schützen müsse. An dieser Stelle der Unterhaltung ging ich zum Alkohol über und bestellte ein Glas Dada, ein herrlicher argentinischer Rotwein, damit es bei mir nicht aus dem Ruder läuft.

Wir beendeten den schönen Vater-Tochter-Abend, ohne dass unser Verhältnis getrübt wurde. Ich versicherte ihr, dass sie denken und später wählen könne, was immer sie will – Individualität halt. Aber ich vergaß bei der Rückfahrt auch nicht so erwähnen, dass ich in meinem ganzen Leben niemals die Grünen gewählt habe und sowas auch nie, nie, nie tun werde. Ich hoffe, ich habe damit einen kleinen Gedanken in ihrem schönen Köpfchen gepflanzt, der wächst, und den sie irgendwann ihren eigenen Kindern weitergeben wird. Gern auch beim Sushi, dann aber mit Fisch.

Der verlorene Sohn kommt ja im berühmten Gleichnis (Lukas 15,11–32) nach langer Verwirrung auch wieder zurück ins Haus…seines Vaters….

Keiner wird zurückgelassen! Mit Ihrer Hilfe könnten wir noch viel mehr Menschen erreichen und ihnen vermitteln, was hier los ist. Bitte unterstützen Sie meine publizistische Arbeit auf PAYPAL hier oder durch eine Überweisung auf unser Konto bei der Berliner Sparkasse DE18 1005 0000 6015 8528 18 !




Warum sollte ich nicht bei der LKR sprechen?

Ehrlich gesagt, mit so viel Resonanz hatte ich gar nicht gerechnet, als mich Daniela von der bayerischen LKR (Liberal-Konservative-Reformer) am Chat anschrieb, ob ich Lust hätte, am Wochenende bei einer Veranstaltung ihrer (Klein-)Partei in Regensburg aufzutreten. Daniela ist ein klasse Mädel, unglaublich engagiert und beseelt, mithelfen zu können, dass Deutschland wieder auf die Beine kommt. Ich sagte spontan aber zurückhaltend zu, und als ich dann drei Tage später mit Christian telefonierte, früher CSU/WerteUnion, jetzt auch LKR, war es fix. Gasthaus gebucht, Hotelzimmer, die vier Stunden im Auto ist für unsereins ein Klacks.

Nachdem nun eine Zeitungsanzeige erschienen ist, mit der für die Veranstaltung geworben wird und neben Bundeschef Jürgen Joost der Kollege Thilo Schneider von der „Achse des Guten“ (achgut) und ich erwähnt werden, bekomme ich Mails und Anrufe. Viele Mails und Anrufe. Ob das mein Ernst sei, fragt mich auf WhatsApp eine Bundestagsabgeordnete, aus dem Bundesvorstand der WerteUnion will man wissen, ob ich mich jetzt in der LKR engagiere und so weiter. Diese Zuschriften basieren offenbar auf einem grundsätzlichen Missverständnis, nach dem ich ein Parteipolitiker sei. Das bin ich aber gar nicht, ich bin Publizist und Journalist, bürgerlich-konservativ mit deutlichen liberalen und libertären Einsprengseln. Und wenn ich Einladungen von sympathischen Parteien, Organisationen oder auch Unternehmen bekomme, dann gehe ich da gern hin. Und die LKR ist bürgerlich und sympathisch.

Vor zweieinhab Jahren habe ich eine Veranstaltung der AfD in Dresden mit den Chefredakteuren von ARD und ZDF moderiert. Gehen die dort hin, um zur Wahl der AfD aufzurufen? Natürlich nicht. Ich auch nicht. Ich war Redner und Diskussionspartner bei vielen Veranstaltungen der FDP, der Naumann-Stiftung, auch mal der Hayek-Gesellschaft? Wähle ich deshalb die FDP? Ja, leider einige Maile, um es am Montag danach regelmäßig wieder zu bereuen. Bei der CDU und Junger Union und Schüler Union und MIT und Adenauer-Stiftung habe ich in meinem Leben Hunderte Auftritte gehabt. Und trotzedem werde ich nicht zur Wahl von Armin Laschet aufrufen. So wie ich mal bei der Frauen Union (FU) in Nettelal über Medien gesprochen habe, ohne mich anschließend umoperieren lassen zu müssen und jetzt Claudia heißen muss. Schöne Veranstaltung übrigens, 72 Frauen und ich in der Schlafzimmerabteilung eines Möbelhauses. Hat man in meinem Alter auch nicht so oft…

Bitte entspannt Euch! Glauben Sie es oder nicht, ich habe selbst noch keine Ahnung, wer meine beiden Stimmen bei der Bundestageswahl bekommt. Ich werde mir das gut überlegen und dann wahrscheinlich in der Wahlkabine eine Affekthandlung ausführen.

Aber ich mache keinen Wahlkampf im Sinne von Parteipolitik. Ich warne nur vor einer Bundesregierung, in der die Grünen oder auch die Linke am Kabinettstisch sitzen. Denn das ist schlecht für Deutschland. Und Deutschland ist die einzige Partei, die wichtig ist.

Liebe LKRler, ich freue mich darauf, bei Euch in Regensburg zu reden und zu diskutieren. Und, Christian, wenn Du mir danach ein Helles ausgibst, lehne ich das nicht ab.




Sie denken, das kann unsereins nicht passieren?

Liebe Leserinnen und Leser,

heute Nachmittag hat das sogenannte soziale Netzwerk „Facebook“ alle accounts von mir persönlich, aber auch den unserer Online-Tageszeitung TheGermanZ für drei Tage komplett gesperrt. Facebook missachtet dabei das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH), das das Unternehmen verpflichtet, VOR einer Sperrung den Betroffenen anzuhören. Das ist nicht geschehen.

Es gibt bei TheGermanZ auch keine Fake News und kein Framing, aber wir berichten intensiv und kritisch über das komplette Versagen der Bundesregierung in der Afghanistan-Thematik. Das hat nun offenbar zur Sperrung geführt.

Uns wurde nicht mitgeteilt, gegen welchen Artikel konkret sich die Maßnahme richtet. Unser Einspruch rief lediglich eine Standard-Antwort hervor, dass man derzeit keine Einsprüche bearbeite. Aber in einem freien Land sollte die Arbeit unabhängiger Journalisten ohne Sanktionierung möglich sein.

Wir werden heute Abend umfangreich auf dem Portal TheGermanZ berichten. Wir haben den Hamburger Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel am Abend mandatiert, gegenüber Facebook unsere und meine Interessen zu vertreten. Jede Unterstützung insbesondere beim Verbreiten dieses Vorgangs (bitte immer mit Hinweis auf www.the-germanz.de) hilft uns weiter.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr Klaus Kelle




Nicht „der Westen“ ist erledigt, wir brauchen bloß neue Anführer

Die dramatischen Ereignisse in Afghanistan und insbesondere jetzt gerade in der Hauptstadt Kabul werfen neben der Tagesaktualität eine weit darüber hinausgehende Frage auf: Ist mit dem Fotos des CH-47 Chinook-Hubschraubers auf dem Dach der amerikanischen Botschaft in Kabul, der amerikanische Staatsbürger aus dem Hexenkessel heraus schaft, endgültig das Zeitalter des global dominierenden Westens und des ihn anführenden Amerikas eingeläutet?

Haben wir abgedankt, ist das Modell Demokratie und Menschenrechte ein Ladenhüter? Aber kommen jetzt die dynamischen Megastaaten wie China und Indien an die Reihe?

Ganz ehrlich: Ich glaube das nicht. Demokratie und Menschenrechte sind immer gut und immer allen anderen Systemen vorzuziehen, wo man politischen Gegnern heimlich auch mal Nervengift in den schwarzen Tee träufelt und die Menschen bis in den kleinsten Privatbereich überwacht, wo die gesellschaftliche Realität allen Albträumen eines George Orwell längst den Rang abgelaufen hat.

Beim Wein im Urlaub mit einem kroatischen Unternehmer vergangene Woche, fragte ich ihn, ob man sich in seinem Land heute zum Westen gehörig fühle oder noch so eine Nostalgie verspürt, wenn man an früher denke, war sein Standpunkt 100 Prozent klar, so deutlich, wie selbst unsereins es heutzutage nicht mehr so einfach zu formulieren wagt. Die EU ist unsere Zukunft, und die NATO sorgt für die Sicherheit von uns vor den Gefahren, die da draußen lauern. Sagt er. Dabei möchte ich nebenbei anmerken, dass Kroatien im kommenden Jahr seine Währung Kuna abschaffen und den Euro einführen wird.

Ob das wirklich das Modell der Zukunft ist, will ich mal dahingestellt lassen, ich habe Vorträge und Bücher von Freunden wie Markus Krall und Max Otte aufgesogen, die den Crash vorhersagen und bestens begründen, warum es so auf Dauer mit dem internationalen Finanzsystem kein gutes Ende nehmen wird. Und Markus und Max sind brillante Köpfe. Aber auch sie konstatieren in Diskussionen, dass es wohl noch eine Weile so weitergehen wird, dass man Geld druckt, wenn man es braucht, dass Brüssel bereit ist, internationale Verträge zu brechen und sich über die Belange der Mitgliedsstaaten hinwegzusetzen, ohne mit der Wimper zu zucken.

Aber stehen wir, steht der Westen vor dem Zusammenbruch? Ich kann das nicht erkennen, trotz der jämmerlichen Vorstellung der westlichen Staatengemeinschaft am Hindukusch. Alle Leute, die ich kenne, und die China toll finden, sind Menschen, die irgendwie geschäftlich von dem aufsteigenden Riesen profitieren. Und mit fällt auf, dass alle, die Herrn Putin preisen, im Westen leben und froh sind, dass sie ihr Gehalt am Monatsende in Euro und nicht in Rubel überwiesen bekommen.

Als unsere erste Tochter vor sechs Jahren zum Schüleraustausch geschickt werden sollte (und wollte), waren meine Frau und ich bei mehreren Austauschorganisationen und -Unternehmen, die so etwas professionell organisieren. Klar, die Tendenz ging von Anfang an in Richtung Vereinigte Staaten, Kanada oder Australien, aber wir sind nicht beratungsresistent. Ich werde nie vergessen, wie mir einer dieser Berater den Hinweis gab, dass wir die Kosten für ein solches Jahr deutlich minimieren könnten, wenn wir unsere Tochter in die Türkei oder nach Russland schickten. Da gäbe es sogar staatliche Förderprogramme, die ein solches Austauschjahr wesentlich preisgünstiger machten als die 12.000 Euro für die USA oder die 16.000 für ein Jahr Australien. Und auf meine Frage, warum das so sei, antwortete uns der Mann mit entwaffnender Direktheit: “Weil da kaum jemand seine Kinder hinschicken will.” Das ist so wie grüne Gutmenschen, die mit dem SUV zum Bioladen fahren, um ehrliche Zuccinis zu erwerben oder Spitzensozis, die uns allen die Gesamtschulen reindrücken wollen, aber ihre eigenen Kinder in teuren Privatschulen anmelden.

Ich weiß, jetzt bekomme ich wieder Mails, dass ich ja islamophob sei und es in Russland auch glitzernde Großstädte und Supermärkte mit süßen Orangen gäbe. Ja, klar, dass weiß ich doch, aber ich referiere hier einfach nur die Fakten. Wenn Sie Ihrem Kind die Auswahl vorlegen, ob es lieber nach Russland, in die Türkei oder in die USA will, dann bekommen Sie ein sehr eindeutiges Ergebnis. Nicht, weil ich von Herrn Soros ferngesteuert werde, sondern weil im Grunde jeder weiß, dass das Leben in westlichen Gesellschaften für jeden Einzelnen von uns viel mehr Verheißungen verspricht, als bei den anderen Modellen. Oder, wie es der große Winston Churchill einst formulierte:

“Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.”

Gerade in dieser Zeit wissen wir, was alles auch in unserem Deutschland furchtbar schief läuft. Und auch in Amerika ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber ich sehe kein System auf diesem Planeten, in dem ich lieber leben möchte, als in einer Demokratie mit Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Meinungsvielfalt. Ja, werden Sie sagen, wo ist denn die Gewaltenteilung, wenn die höchsten Richter unseres Landes Schweinelendchen im Kanzleramt zusammen mit der Bundeskanzlerin genießen, wenn sie ein paar Tage später in einem Prozess über Frau Merkels Politik entscheiden müssen? Das ist eine wirklich gute Frage. Wo ist die Demokratie, wenn Frau Merkel ohne Debatte und ohne das Parlament zu fragen, am Telefon anordnet, die Kernkraftwerke abzuschalten oder mal eben 1,6 Millionen “junge Männer” mit Islam-Hintergrund an unseren Grenzen durchzuwinken. Da fällt es auch mir schwer, darauf locker zu antworten. Aber dieses System bietet wenigstens die Chance auf eine Veränderung. Viele der alternativen Medienmacher in Deutschland säßen in China längst im Umerziehungslager oder würden wie der Blogger Roman Protassewitsch in Belarus nachts aus dem Verkehrsflugzeug gezerrt, misshandelt, eingesperrt und dem eigenen Volk als Sprechpuppe vorgeführt. Oder wunderten sich beim Schwarztee in Russland über so ein merkwürdiges stärker werdendes Kribbeln in den Unterarmen.

Nein, ich bin weit entfernt davon, die Merkel-Republik schönzureden. Und die 20 Jahre Krieg in Afghanistan waren eine schlechte Idee, und wenn wir uns anschauen, wie handwerklich erbärmlich nicht nur der Abzug der NATO-Staaten, sondern jetzt offenkundig auch die Evakuierung läuft, möchte man verzweifeln. Oder können Sie mir erklären, warum die Bundeswehr-Airbusse erst heute aufgestiegen sind und nicht schon gestern? Gab es da ein Nachtstartverbot? Oder verbieten Manteltarifverträge, dass unsere Soldaten am Wochenende arbeiten dürfen? Und warum werden die ersten paar Dutzend Deutsche aus Kabul nicht von uns ausgeflogen, sondern von einem amerikanischen Flieger? Alles Fragen, die noch zu klären sein werden.

Aber wir alle, der Westen, haben noch eine Chance, die Dinge in die richtige Richtung zu drehen. Es fehlt nicht am Wissen, an klugen Köpfen, an technologischer Überlegenheit oder an Wirtschaftskraft und militärischer Schlagkraft. Das ist alles noch da. Es fehlt an einer gemeinsamen Strategie für die Zukunft, es fehlt am Handbuch für den Krisenfall, vor allem aber fehlt es an Anführern, die den Namen verdienen.

In Berlin sind alle ganz überrascht, dass die Taliban nach dem Abzug der NATO durchmarschieren. Wieso eigentlich? Ich bin nicht überrascht, Sie sind nicht überrascht, aber unsere Regierenden sind überrascht. Und genau da ist das Problem. Wir müssen uns kompetente Anführer suchen und wählen, wir müssen Gesetze verändern, Schwerpunkte neu definieren. Nicht Kampfanzüge in Regenborgenfarben sind wichtig, sondern Flugzeuge, die dann starten, wenn sie gebraucht werden. Und Annalena Baerbock würde ich jederzeit wählen, wenn es um “Deutschland sucht den Grundschullehrer-Superstar” ginge. Aber dass immer noch zwischen 15 und 20 Prozent der Deutschen ernsthaft überlegen, dieser…unbedarften… Frau und ihrer grünen Partei das deutsche Kanzleramt anzuvertrauen, damit sie uns sicher durch Krisen, Katastrophen und Kriege führen, genau das ist das eigentliche Problem. Wir müssen uns besinnen auf die alten deutschen Tugenden. Und wir müssen Politiker wählen, die ihrem Land dienen wollen. Und die konservativ sind.

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