Liebe FDP, bitte, bitte, gebt mir irgendeinen Grund, Euch zu wählen

Die Freien Demokraten dümpeln in Umfragen zu Bundestagswahl derzeit an der Fünf-Prozent-Hürde herum. Heute hatten sie wieder zu ihrem alljährlichen Dreikönigstreffen nach Stuttgart eingeladen, und Parteichef Christian Lindner hielt eine gewohnt fulminante und kämpferische Rede. Nur leider sagte er wenig, dass seine Partei entscheidend nach vorne bringen wird im Superwahljahr 2017.

Ich gebe ehrlich zu, ich mag die Liberalen. Jedes Gemeinwesen sollte froh sein, eine politische Kraft zu haben, die den Einzelnen in den Mittelpunkt stellt. Freiheit ist das Thema, das die politische Debatte immer dominieren sollte. Zumal in einem Deutschland, das Privatinitiative und Leistung zu erdrücken droht – und das nicht nur im wirtschaftlichen Bereich. Ein Staat, nur mal zur Erinnerung, sollte einen Gestaltungsrahmen setzen und sich sonst aus dem Leben seiner Bürger einfach heraushalten. Demokratie grundsätzlich immer wieder neu denken, Regeln und Verbote immer wieder in Frage stellen. Eine Kraft wie die FDP müsste die Allparteien-Koalition im Deutschen Bundestag frontal angreifen. Atomausstieg, Integration, Gender-Schwachsinn – alles eine Soße da. Und die FDP macht mit, wenn auch mal der oder die ein oder andere wackere Abgeordnete den Mund aufmacht. Christian Lindner, Wolfgang Kubicki, das sind im Grunde klasse Politiker, die sich manch etablierte Partei in diesem Land auch wünschen würde. Aber was machen Sie daraus? Die zentrale Botschaft, die heute von Stuttgart aus in die Republik transport wurde, war, dass man bei der Sicherheitspolitik NICHTS ändern will. Das ist mal eine Aussage, die aufmerken lässt. Unsere Idee zu dem Problem Nummer 1 derzeit in Deutschland ist NICHTS zu ändern. Das macht einen interessierten Beobachter wie mich wirklich atemlos.

Fangt doch endlich an, mit dem großen liberalen Wurf für unser Land! Traut Euch mal wieder etwas! Das hat die liberale Partei schon oft in ihrer Geschichte getan, dass sie das können, etwa beim Schwenk der deutschen Ostpolitik damals mit den Sozis. Ich persönlich habe das als Jungunionist in den 70ern bekämpft bis aufs Messer. Aber die Geschichte hat Euch recht gegeben. Unsere Gesellschaft ist durchbürokratisiert, nur noch schwer erträglich. Ein Langweiler-Staat, in dem sich kaum eine politische Kraft mal etwas traut. Warum nicht mal die FDP, die Partei, die für die freiheitliche Bürgergesellschaft steht, und das mit wirtschaftlicher Vernunft paart. Irgendetwas! Bitte!

Es muss nicht eine große Revolution geben, aber vielleicht eine kleine. Nehm Euch endlich den Moloch vor! Den Öffentlich-Rechtlichen Staatsfunk zum Beispiel. Acht Milliarden Euro werden da jedes Jahr zu großen Teilen verplempert. Und wenn in der Türkei geputscht wird und US-Sender, BBC und Russia Today schon live senden, dann wird uns per Twitter mitgeteilt, am nächsten Morgen um neun Uhr dürfe man erfahren, was in Istanbul los ist. Müssen wir mit Zwangsgebüren Unterhaltung als Grundauftrag finanzieren? Cindy aus Marzahn und die Millionengehälter von 25-jährigen Fußballspielern? Warum steht Ihr nicht mal auf und sagt diesem Irrsinn den Kampf an? In Zeiten, in denen hunderte Unterhaltungsprogramme aus aller Welt im Fernsehen und im Internet zu sehen sind. Oder sucht Euch ein anderes Projekt. Bitte gebt einem bürgerlichen Wähler wie mir irgendeinen Grund, die FDP zu wählen. Bitte!




Palaver und Ego-Trips statt Konzentration auf das Entscheidende

Endlich wird über die Sicherheit in unserem Land gestritten. Das Konzept des Bundesinnenministers zur Neustrukturierung der Sicherheitsdienste und Überlegungen, gesetzliche Regeln zu überarbeiten, um Abschiebungen reibungsloser organisieren zu können, hat Bewegung in den Alltagstrott der deutschen Politik gebracht. Man kann trefflich über Konzepte streiten, aber spätestens nach dem Terroranschlag kurz vor Weihnachten in Berlin und den wieder höchst unerfreulichen Massenaufmärschen von „Nafris“ in Köln, Hamburg und Dortmund – dort wurden aus Gruppen arabisch aussehender junger Männer „Allahu Akbar“-Sprechchöre skandiert – sollte klar sein, dass es so nicht weiter gehen darf.

Nicht die finanziellen Belastungen sind das Problem für Deutschland, die paar Milliarden wuppt ein reiches Land wie unseres allemal. Das Problem ist die Sicherheitslage. Gegen das, was wir in den genannten Großstädten in der Silvesternacht erlebt haben, sind früher bekannte Bandenkriminalität, Jugendgangs, Hütchenspieler und so weiter eine Lappalie. Der Aufmarsch dieser „jungen Männer“ am Wochenende mutete an wie eine…man mag es als Deutscher gar nicht sagen… Invasion. Ohne jede Übertreibung: In Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Dortmund und Hamburg waren nach polizeilichen Angaben 4.000 bis 5.000 „junge Männer“ aus den Maghreb-Staaten unterwegs, teilweise auch aus Belgien und den Niederlanden angereist. Und sie waren nicht hier, um mit uns ein unbeschwertes und fröhliches Silvester zu feiern. Es ist nicht mehr die Zeit, um über Begrifflichkeiten wie „Nafris“ (Nordafrikanische Intensivtäter) zu diskutieren. Deutschland und auch Teile Europas haben sich dramatisch verändert in den vergangenen 15 Monaten. Der Vorstoß von Thomas de Maiziére reicht sicher nicht aus, aber er ist ein Anfang. Und jetzt wird alles mit Zuständigkeits-Debatten zerredet…




Eine Liebeserklärung an Bayern

Meine Familie und ich waren vier Tage im Unterallgäu, also in Bayern. Wir waren privat eingeladen in ein schönes Haus, zusammen mit zwei weiteren Paaren und zwei einzelnen, lieben Menschen. „Programm“ war: Spazieren gehen, den Kopf frei bekommen nach einem anstrengenden Jahr, Rotwein trinken, die Heilige Messe besuchen und am Kamin über Gott und die Welt reden. Natürlich ging es auch um Merkel und die Flüchtlinge, um Trump und Putin (jetzt fällt mir gerade auf, dass Obama überhaupt nicht erwähnt wurde), um Papst Franziskus und Pastor Woelki aus Köln, wie der Erzbischof und Kardinal in jüngster Zeit zunehmend genannt wird. Jedenfalls in meinem Umfeld.

Was ich Ihnen aber erzählen möchte, ist von Bayern. Von Nachbarn, die „Grüß Gott!“ wünschen, wenn man sie zufällig auf der Straße trifft. Von einer Wanderung durch den Wald, wo wir zufällig an einer kleinen Kapelle vorbeikamen, reinschauten und einer beschloß, weil es so schön dort war, spontan den Rosenkranz zu beten. Und alle machten mit, einfach so. Von Wirtshäusern, wo freundliche junge Mädchen im Dirndl die „Hütt’n-Supp’n“ servierten. Von offener Rede, von Abenden am Kamin, wo wir über Thomas von Aquin sprachen und von der Demokratie an sich. Und gestern morgen, als es an der Tür klingelte und 15 junge Musiker – eine Blaskapelle – vor der Tür stand und einfach mal so zum Neuen Jahr ein Lied spielen wollte. Alle rein ins Wohnzimmer, ein paar Minuten Plausch, ein Schnäpsle, und dann zogen sie weiter zum nächsten Haus.

Es ist wunderbar, dieses Leben in der bayerischen Provinz. Dieses bei wohl den Meisten angeborene Herzliche, diese einzigartige Mischung von Laptop und Lederhose. Auf der Rückfahrt haben wir noch lange darüber diskutiert, was Bayern im Vergleich zu den anderen 15 Bundesländern so einzigartig macht. Deutschland ist ein schönes Land, überall gibt es wunderbare Landschaften und liebenswerte Menschen. Aber nirgendwo wird das so zelebriert wie im Süden. Schade eigentlich….




Was macht diese Kreaturen zu dem, was sie sind?

In der Heiligen Nacht haben fünf oder sechs Jugendliche an einer Berliner U-Bahn einen schlafenden Obdachlosen angezündet. Ohne erkennbaren Grund, wie es heißt, aber was könnte auch ein erkennbarer Grund sein, der eine selche Tat auch nur erklären geschweige denn begründen könnte? Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art, auch in anderen Großstädten hat sich ähnliches ereignet. Der 37-Jährige überlebte, weil Passanten beherzt eingriffen und halfen.

Wir leben in einer Gesellschaft, die zunehmend verroht. Da ziehen ein paar junge Leute – ausgerechnet auch noch in der Weihnachtsnacht – durch die Straßen, sehen einen hilflosen Mann, einen vom unteren Rand der Gesellschaft, einem den man einem natürlichen Impuls folgend eigentlich helfen müsste, und machen einen Lausbubenstreich. Sie wollen ihn töten… einfach so.

Was sind das für Kreaturen, die hier – noch jung an Jahren – auf unseren Straßen unterwegs sind? Was sind das für Hohlköpfe, was ist das für ein Menschenmüll, der zu so etwas fähig ist? Wie und bei wem sind sie aufgewachsen? Haben sie keine Freunde, die ihnen mal sagen, was richtig und was falsch ist? Was gut oder böse?

Wir leben in einer Gesellschaft, die sich selbst dafür rühmt, wie humanistisch gesinnt, aufgeklärt und vor allem bunt sie doch ist. So tolerant, immer bereit, dem Nächsten die helfende Hand hinzustrecken. Besonders wenn es gefahrlos ist. Die Wirklichkeit ist auch in diesem Fall weit weg vom schönen Schein. In unserem Land sind Menschen unterwegs, die völlig empathielos sind. Die andere Menschen grundlos quälen und in extremen Fällen umzubringen bereit sind. Was hat diese Kreaturen zu dem gemacht, was sie sind? Prekariats-Fernsehen? Nächte in der Cyber-Welt mit Baller-Spielen und Pornofilmen? Kaputte Familien? Es wäre Zeit, dass sich die Bundesfamilienministerin auch mal mit diesem Problem beschäftigt und nicht nur mit dem „Kampf gegen Rechts“.

erscheint zeitgleich in TheGermanZ




Nachschlag: Wut-Bürger gibt’s ja, aber gibt es auch Wut-Christen?

Am frühen Morgen des ersten Weihnachtstages habe ich heute meinen Unmut über das gestrige Erlebnis eines Weihnachtsgottesdienstes in der niederrheinischen Provinz niedergeschrieben. Sie finden den Text hier… Und weil der Beitrag viel gelesen und in Netzwerken intensiv diskutiert wird, erlaube ich mir hier im Blog einen „Nachschlag“ dazu.

Natürlich kann man in der Kirche ein Krippenspiel inszenieren, um insbesondere Kinder an die großartige Geschichte von Josef und Maria heranzuführen, die Gottes Sohn Jesus Christus in einem Stall in Bethlehem zur Welt brachten. Und natürlich ist es besser, kirchenferne Menschen, die aus Tradition einmal im Jahr am Heiligen Abend zur Kirche gehen, mit dieser Geschichte wieder in Berührung zu bringen, bevor sie nach Hause gehen, ein Bier aufmachen und RTL 2 gucken.

Mein Ärger resultierte aber aus etwas anderem. Weihnachten, der Heilige Abend, die Geburt Jesu – das ist das zweitwichtigste Fest im Kirchenjahr für Christen überhaupt (nach Ostern). Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, wenn dann in der überfüllten Kirche kein Pfarrer zugegen ist, sondern eine – sicher privat sympathische – Dame aus dem Pfarrgemeinderat – sagen wir – durch’s Unterhaltungs-Programm führt. Aber es gibt doch so wenige Pfarrer, werden Sie jetzt spontan erwidern? Falsch! Im Erzbistum Köln ist die Zahl der Priester seit Jahren recht konstant. Aber die Zahl der katholischen Gläubigen und Gottesdienst-Besucher nimmt spürbar ab. Das heißt: das Verhältnis Zahl der Priester zu Zahl der Gläubigen ist sogar BESSER geworden. Wieso soll es also nicht möglich sein, dass beim Gottesdienst oder bei der Messe am zweitwichtigsten Fest für die Christen ein Geistlicher anwesend ist? Ist das wirklich unzumutbar? Ist es unzumutbar, wenn ein Pfarrer zwei oder drei Gemeinden betreuen muss, zwei oder drei Messen zu lesen. An Weihnachten, dem christlichen Fest also, zu dem deutlich mehr Gläubige und Ungläubige strömen als zu den anderen Gottesdiensten im Jahreskreis?

Ich habe kein Verständnis dafür, nicht weil ich Kirchensteuer zahle und eine „Gegenleistung“ erwarte, sondern weil ich denke, dass auch die heutigen Priester die Nachfolger der Jünger Jesu sind, und eigentlich brennen müssten für ihren Glauben. Eigentlich immer, aber mindestens am Fest der Geburt ihres, unseres Herrn…

Ich soll mich mal nicht schon wieder so aufregen, wird jetzt der ein oder andere der geschätzten Leser denken? Doch, ich rege mich auf! Dass meine Kirche, nein, falsch, meine deutsche Kirche zu so einem Quasi-Beamtenladen geworden ist, wo zur Messe der Caritas am Jahresanfang bei 1.000 Hauptamtlichen nicht mehr als zwei Dutzend kommen. Wo in der einzigen katholischen Grundschule in der Nachbarstadt einmal im Jahr Erstklässler eingeschult werden und die Gemeindereferentin den Job übernehmen muss, den eigentlich der Pfarrer ausüben sollte. Und wo ein katholischer Kardinal und Erzbischof des größten Bistums in Deutschland Flüchtlingsboote ankauft und vor den Dom stellen lässt. Und mit einer Spaydose das Wort „Gutmensch“ aufs Kölner Straßenpflaser sprüht. Was haben wir bloß in der Kirche Jesu in Deutschland für ein belangloses und uninspiriertes Personal?

Noch ein Wort zur Klarstellung: Es gibt großartige Priester in deutschen Gemeinden und den Ordensgemeinschaften. Evangelische, Katholische, Orthodoxe. Sie sind der Grund, warum ich immer wieder hingehe. Sie erkären mir den Glauben. Sie sind für meine Familie und mich da, wenn wir Beistand und Rat brauchen. Sie haben Zeit für uns, hören zu, beten gemeinsam mit uns. Aber in diesem Land werden sie subjektiv betrachtet immer weniger.




Herr Amri ist verstorben. Ich bin nicht traurig!

Anis Amri ist ein Name, den Sie sich nicht mehr merken müssen. Der Terrorist, der am vergangenen Montag mit einem Laster in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gerast ist, 12 Menschen tötete und 48 teils schwer verletzte, hat seine gerechte Strafe erhalten. Er ist nun auch tot, erschossen heute am frühen Morgen in Mailand von einem Polizisten. Und das ist auch gut so. Darf man das so sagen? Oder muss man beklagen, dass man ihn doch noch hätte verhören, vor Gericht stellen und dann sozialisieren sollen? Damit er als besserer Mensch noch eine Berufsausbildung machen kann und dann im Alter seinen wohlverdienten Ruhestand auf unsere Kosten genießen? Mir egal, ob man das sagen darf! Als heute Vormittag die Kunde vom plötzlichen Tod des Herrn Amri bekannt wurde, hatte ich ein gutes Gefühl. So, wie damals beim überraschenden Tod von Herrn bin Laden, als nach zehn Jahren Jagd die Navy Seals durch seine Haustür brachen. Viele geplante Anschläge islamistischer Terroristen in unseren Gesellschaften sind tatsächlich verhindert worden, und wenn es doch zu schrecklichen Ereignissen wie in Berlin, Brüssel, Paris oder New York kommt, haben die Täter in der Regel nicht lange zeit, um sich über ihren „Erfolg“ zu freuen. Das ist die gute Nachricht. Und nicht nur weil Weihnachten ist, möchte ich an dieser Stelle einmal aus vollem Herzen den Leuten von Polizei, Nachrichtendiensten und ja, auch und gerade denen, die ihrem Land in der Bundeswehr dienen, Danke sagen.

Aber dennoch: es gibt keinen Grund für diese Gesellschaft, sich beruhigt zurückzulehnen. Die Sicherheitslage in Deutschland, in ganz Europa, ist so angespannt, wie niemals seit dem 26. September 1983 nicht mehr, als der russische Oberstleutnant Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow als leitender Offizier in der Kommandozentrale der sowjetischen Satellitenüberwachung die…sagen wir…beunruhigende Nachricht erhielt, dass amerikanische Interkontinentalraketen in der Luft und auf dem Weg seien, ein Angriff also unmittelbar bevorstehe. Petrow tat das richtige und stufte die Situation als Fehlalarm ein. Das war knapp, und er hat damit zweifellos den dritten Weltkrieg verhindert. Schlimm genug, dass ein einziger Offizier die letzte Hürde vor der nuklearen Katastrophe für die gesamte Menschheit sein kann.

Aber zurück zu unserem Problem mit Allahs zornigen Mitarbeitern. In Deutschland gibt es nach Informationen der Sicherheitsbehörden rund 500 „Gefährder“. Das sind in der Regel Männer, die in einem Lager islamistischer Terrororganisationen ausgebildet wurden, oder auch schon direkt für den Ismalischen Staat (IS) gemordet, gefoltert und geköpft haben. Und nicht, dass es schon skandalös ist, dass solche Leute, die hier in Deutschland untergekommen sind, die von der Allgemeinheit der weitgehend gesetzestreuen und fleißigen Bürger finanziert werden, dann zum Dschihad ausfliegen dürfen. Nein, die dürfen, vom Kampf gestählt und mit verbesserten Fähigkeiten auch wieder nach Deutschland einreisen. Dieses Land ist einzigartig, oder?

Um einen „Gefährder“ rund um die Uhr zu überwachen, werden zwischen 40 und 60 Polizeibeamte benötigt. Die kümmern sich nur um diesen einen bösen Buben, sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Sonn- und Feiertage gibt es nicht. Sie alle werden für ihre Arbeit bezahlt. 500 potentielle Terroristen à sagen wir 50 Beamte, das sind dann 25.000 Beamte, die natürlich jetzt nicht alle und immer und zeitgleich aufpassen müssen. Aber jeder kann feststellen, ohne Mathematik studiert zu haben, dass das viel Arbeitskraft bindet und viel Geld kostet. Und weil die Behörden diese 500 „Gefährder“ ja kennen, sonst könnte man sie nicht überwachen, fragen wir einfachen gefährlichen Rechtspopulisten uns: Warum schmeißt man die nicht einfach raus aus diesem Land? Sollen sie doch beim IS in Syrien eine Bleibe finden. Sollen sie doch irgendwo in einem Reservat, Hollywood würden das „Dschihadi-Park“ nennen, untergebracht werden. Kennen Sie den Film „Die Klapperschlange“ aus den 80ern? Dann wissen Sie, was ich meine.

Wir wollen hier in Deutschland in einem Regionalzug fahren können, ohne befürchten zu müssen, dass da einer mit der Axt auf uns zustürmt. Wir wollen auf einem Weihnachtsmarkt Glühwein trinken, ohne befürchten zu müssen, dass da ein zorniger Mann aus Tunesien mit einem 40-Tonner durchrast. Man muss das Problem grundsätzlich angehen. Man muss möglicherweise Gesetze ändern, um Abschiebungen schneller durchsetzen zu können. Man muss denen übrigens auch weiter Schutz und Hilfe bieten, die wirklich Schutz und Hilfe brauchen, und die sich an die Regeln hierzulande halten.

Und man muss in der Regierung noch mal den Taschenrechner zur Hand nehmen. Man geht offiziell von zwischen 500 und 800 „Gefährdern“ in Deutschland aus. Durch die Entscheidung unserer Bundesregierung im vergangenen Jahr, für einige Monate unkontrollierte Massenzuwanderung zuzulassen, sollten wir vielleicht mal mit einfachem Dreisatz nachrechnen, wie viele „Gefährder“ da zusätzlich in unser Land gekommen sind. Hochgerechnet. Hypothetisch…




Die Kollekte heute ist…für uns

Liebe Leserinnen und Leser,

alle Jahre wieder… der Blog denken-erwuenscht ist nun schon im dritten Jahr eine publizistische Größe für die Bürgerlichen in Deutschland. Für die, die gesunden Menschenverstand nicht für etwas Rechtspopulistisches halten. Für die, die jeden Morgen zur Arbeit gehen, nicht ohne ihren Kindern vor der Schule noch ein ordentliches Frühstück bereitet zu haben. Für die, die Kassierer oder Platzwart im Sportverein um die Ecke sind, die in einem Chor singen oder bei der Freiwilligen Feuerwehr mitmachen, Messdiener sind oder das Erntedankfest bei den Landfrauen vorbereiten. Dieses Deutschland, das uns am Herzen liegt, und dass sich durch fatale politische Fehlentscheidungen in den vergangenen eineinhalb Jahren so dramatisch verändert hat, auch wenn die Geschäfte wieder überfüllt sind und alles so aussieht wie immer. Nur die Beton-Poller rund um den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin stören etwas die Idylle.

Ich möchte mein altes Deutschland zurück. Nicht das spießige und muffige der 60er und 70er Jahre, sondern das freie und weltoffene aus den Zeiten, als sich alle Welt die Augen rieb angesichts des „Sommermärchens“ 2006. Die Deutschen, wohlhabend, gut drauf, tolerant und frei. Und sicher. Dieses Deutschland wünsche ich mir zurück in diesen Tagen. Und dafür werbe und schreibe ich – auch und gerade auf diesem Blog und bei unserer neuen Online-Tageszeitung TheGermanZ .

Diese publizistischen Angebote werden mit viel Herzblut betrieben, und sie sind frei verfügbar für jeden, dem oder der es gefällt. Wir werden keine „Bezahlschranken“ errichten, sondern wir freuen uns über jeden Leser und jede Leserin. Eine Dame, die hier von Anfang an liest, schrieb mir vor einigen Wochen, sie möchte den Newsletter abbestellen. Sie habe kein Geld, um etwas für diesen Blog zu bezahlen und wolle aber auch nicht „schmarotzen“. Ich habe ihr geantwortet, dass sie weiterhin herzlich willkommen ist, auch wenn sie nichts bezahlt. Den Newsletter bekommt sie natürlich auch weiterhin…

Im Grunde lasse ich hier den Kommunismus wieder aufleben: jeder nach seinen Möglichkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen. Zugegeben, beim Kommunismus hat es nicht funktioniert. Und wenig hasse ich mehr, als um Geld zu betteln. Aber all das, was wir publizistisch hier machen, auf diesem Blog, den beiden Nachrichtenportalen NRW.jetzt und Bayern.jetzt und ganz neu bei TheGermanZ kostet auch Geld. Oben finden Sie den „Button“, wo man eine kleine Weihnachtsspende für unsere Arbeit geben kann. Die üppigen Gelder für „Projekte“, mit denen sich in Deutschland ganze politische Netzwerke aus dem Staatshaushalt finanzieren – Gruß an Frau Schwesig und Herren Maas an dieser Stelle! – sind nicht für das bürgerliche Deutschland gedacht, nicht für Konservative und Liberale. Wir müssen uns selbst finanzieren. Und das machen wir auch!

Ich wünsche Ihnen allen ruhige, sichere unbd gesegnete Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr!

Ihr Klaus Kelle




Kleine Geschichten aus dem bunten Deutschland

Gestern Abend waren meine Frau und ich zum Essen eingeladen. Bürgerliche Leute, Mitte der Gesellschaft, Familie, Steuerzahler, absolut sympathisch. Wir haben uns gerade erst kennengelernt. Sie erzählen uns von sich. Ihre beiden Töchter waren kürzlich mit dem Fahrrad unterwegs am Waldrand. Plötzlich tauchten drei „junge Männer mit Migrationshintergrund“ ebenfalls auf Fahrrädern auf und versuchten, die Mädchen einzuholen. Die radelten mit aller Kraft und so schnell sie konnten, weil sie Angst hatten. Sie erreichten schließlich ein Geschäft und suchten dort Schutz. Nach einer Viertelstunde trauten sich die Teenager raus, um festzustellen, dass die drei jungen Männer immer noch da waren und offenbar auf sie warteten. Die Mädchen riefen daraufhin ihren Vater an, der sofort von zu Hause aus mit dem Auto losfuhr, um die Mädchen sicher nach Hause zu bringen.

Unsere Gastgeber erzählten auch vom Gemüseladen im Ort, wo ebenfalls drei #wirschaffendas vormittags beim Klauen erwischt wurden. Die Polizei kam, nahm die – mutmaßlichen – Personalien auf und ließ die Jungs wieder laufen. Alltag im bunten Deutschland. Am Nachmittag tauchten die Drei wieder im Laden auf und pinkelten ungeniert auf das ausgestellte Gemüse und Obst. Dann liefen sie weg. Die Ware wurde komplett abgeräumt, die Laden-Besitzerin war mit den Nerven runter, das Geschäft wurde erst einmal geschlossen und die Stadtverwaltung informiert.

Sehen wir es positiv: es waren keine Terroranschläge, keine sexuellen Belästigungen, keine schweren Straftaten. Es waren nur zwei der vielen kleinen Ereignisse, die unsere Gesellschaft seit einem Jahr rapide verändern, und die zum wachsenden Unmut in der Bevölkerung beitragen. Und unsere neuen Bekannten sind mutmaßlich ganz sicher Rechtsradikale, die etwas gegen Ausländer haben. Ich denke, wir sollten sie bei der Amadeu-Stiftung melden…




Wetten, dass er heute gewählt wird?

Die Beiträge im öffentlich-rechtlichen Staatsfunk heute sind wieder allererste Sahne. Man kann fast den Eindruck gewinnen, als gäbe es kein anderes Thema, als die Frage, ob die Mehrheit der 538 Wahlmänner und -frauen in den USA auch wirklich dafür stimmen werden, Donald Trump zum Präsidenten zu machen. Nur mal so: noch niemals in der Geschichte der Vereinigten Staaten gab es eine Abweichung der Stimmen über ein Prozent der abgegebenen Stimmen. Noch niemals wurde ein gewählter Präsident verhindert durch das Wahlleute-System. Eine völlig groteske und noch dazu absurde Diskussion, die da deutsche Moderatoren im Radio anheizen. Freunde der unterlegen Kandidation Hillary Clinton appellieren jetzt auf der anderen Seite des Atlantiks an die GOp-Delegierten, mit Nein zu stimmen. Und sie bieten Abweichlern Rechtsberatung an. Und deutsche Moderatoren und Korrespondenten tun so, als gäbe es auch nur den Hauch einer Chance, dass Trump nicht gewählt wird. Und sollte er aus irgendeinem Grund – kollektiver Drogenrausch im Abstimmungs-Saal – tatsächlich die Mehrheit verpassen, müsste das US-Repräsentantenhaus entscheiden. Da haben die Republikaner auch eine klare Mehrheit. Es wird keine Sensation heute in den USA geben. Nur wieder Kopfschütteln über Deutschlands Medien. Zu recht.




Wo man ganz weit weg von den Problemen der Leute ist

Es ist faszinierend, aber irgendwie auch beängstigend, wie sich ein Teil der Gesellschaft, unserer Gesellschaft, der Deutschen, von der etablierten Politik abwendet. Das Phänomen ist nicht neu, über Politiker wurde, wird und wird auch in Zukunft immer geschimpft. Wie sollte es anders sein, in einer Demokratie? Und die Kritiker der etablierten Parteien haben ja recht mit ihrer Kritik. Kritik an der personellen aber vor allem inhaltlichen Alternativlosigkeit. Wenn in Umfragen 70 Prozent der Deutschen sagen, sie wünschen keinen weiteren Massenzuzug aus islamischen Ländern nach Deutschland, und im Bundestag steht kein einziger Abgeordneter auf, und sagt genau das, was diese Wähler meinen, dann suchen sich die Leute eben andere Abgeordnete. So einfach ist das. Flüchtlinge, Integration, Atomausstieg, Gender Mainstreaming – es wird nicht mehr kontrovers diskutiert, es wird nicht mehr gestritten. Man ist sich einig. Das Bundeskabinett hat jetzt wieder viel Geld zur Verfügung gestellt, um 100.000 Kita-Plätze zu schaffen. Warum nicht, wenn so viele Familien das wollen oder brauchen? Man muss ja mal daran erinnern, dass es auch viele Familien in Deutschland gibt, die solche Plätze in Anspruch nehmen MÜSSEN, weil sie sonst ihr Arbeits-Leben nicht organisieren können. Weil sie das Geld brauchen, um ihr und das Leben ihrer Kinder zu finanzieren. Da kann man die traditionelle Familie loben und preisen, aber da gibt es eben auch die normative Kraft des Faktischen.

Und da gibt es die Berater, die PR-Strategen, die Spin-Doktoren, die Einflüsterer in Berlin, die bei Gambas in Curryrahm sitzen, italienischen Edel-Rotwein schlürfen und Politikern gute Ratschläge erteilen, obwohl sie selbst nichts verstehen. Ein paar von ihnen kenne ich, sind auch nette Kerle dabei (Frauen übrigens, wie ich gerade merke, überhaupt nicht… sollten wir da nicht mal ein paar staatliche Beauftrage auf dieses Problem ansetzen, damit die Diskriminierung nicht weiter fortschreitet?) Aber zurück zu den „PR-Spezialisten“. Einer von ihnen, der mich bei Facebook aus der Freundesliste gekickt hat, weil ich mich nicht tief genug vor der Bundeskanzlerin verneigen wollte, ist mir in bester Erinnerung geblieben. Immer wenn irgendwo in den Netzwerken jemand was von Verbrechen schrieb, in denen Flüchtlinge als Akteure waren, grätschte er rein. Frauen massenhaft durch Nordafrikaner sexuell belästigt, Islamisten, die einen FKK-Strand in der Provinz stürmen, Hassprediger, die öffentlich in unseren Fußgängerzonen predigen und ihre Bücher verteilen – sie nehmen es gar nicht zur Kenntnis, was sich in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren verändert hat. Die Arbeitslosenzahlen sind deutlich gesunken, sagen sie dann. Und die Rente steigt. Und geht es uns im Vergleich zu den meisten Ländern der Erde nicht gut? Klar! Aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist unsere Nachbarin, die nachmittags an der Tür klingelt, völlig aufgelöst, weil sie mit ihrem achtjährigen Sohn Kastanien im Stadtpark sammeln wollte. So wie früher, vor #wirschaffendas. So, wie auch meine Mutter mit mir früher Kastanien sammelte im Stadtpark. Ohne dass da dutzende junge Männer aus Nordafrika betrunken abhängen – wahrscheinlich die, die intensiv Deutschkurse besuchen – und sie und ihren Sohn anpöbeln, beleidigen und obszöne Gesten machen. Unserer Nachbarin ist egal, ob sie später 2,40 Euro Rente im Monat mehr bekommt. Die will wissen, wo man einen Verteidigungskurs machen kann. Und ob wir im Wechsel unsere Kinder mit dem Auto fahren können, weil wir keine ruhige Minute mehr haben, wenn wir die Achtjährigen morgens im Dunklen mit dem Fahrrad zwei Kilometer zur Schule fahren lassen. Einen Brief an einen Politiker schreiben? Auf den Gedanken würde sie gar nicht kommen. Jüngst hörte ich von einer Bundestagsabgeordneten, die jetzt ins EU-Parlament wechseln will. Sie erzählte im kleinen Kreis, dass das für sie besser sei, weil man nicht mehr so viel reisen müsste und sie dann mehr Zeit für ihre Kinder habe. Ob sie wohl Leute wie unsere Nachbarin kennt?

Und damit komme ich noch einmal zum Anfang dieses Beitrages zurück. Horst Seehofer, CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident, hat gestern etwas Gutes und Richtiges gesagt. An die Adresse von Frau Merkel und ihrer CDU sagte er: Wenn nach der Bundestagswahl 2017 eine Koalition unter Führung der CDU zustande kommen könnte, wird die CSU nur dann dabei sein, wenn es eine feste Obergrenze von maximal 200.000 für die Aufnahme von Flüchtlingen gibt. Andernfalls gehe die CSU in die Opposition. Gegen die CDU. Spontan sprang ich von meinem Bürostuhl auf und begann, 12:25 Uhr Minuten zu klatschen. Doch heute Morgen, auf Facebook war es genau anders herum. „Der bayerische Löwe miaut mal wieder“, „Dampfplauderer“, „Lächerlich – wer soll das glauben“, „der labert wieder nur“ und so weiter und so weiter. Mein PR-Kollege in Berlin wird das leider nicht lesen. Der hat mich ja blockiert. Da bleiben ihm die schlechten Nachrichten für seine Auftraggeber erspart….