Als Frau von Storch mal nach Brasilien reiste

Die Erfolgsgeschichte der AfD ist ohne Beatrix von Storch nicht zu erzählen. Gern werden die Gründerväter Bernd Lucke, Joachim Starbatty und Hans-Olaf Henkel dann genannt als die geistigen Väter und die Gesichter der neuen Alternative für Deutschland, und das waren sie ja auch. Aber es sind weitere Persönlichkeiten in dem Zusammenhang zu nennen, der Publizist Konrad Adam etwa, das frustrierte CDU-Urgestein Alexander Gauland, die Alpha-Dame Frauke Petry, die quirlige Ulrike Trebesius und, ja, natürlich Beatrix von Storch.

Die markante Herzogin von Oldenburg, mit vollem Namen Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, hatte damals etwas, was eine neue Partei unbedingt braucht. Ein Netzwerk, ein wirkmächtiges Netzwerk, dem sich Tausende bürgerliche Konservative, Christen, Lebensschützer angeschlossen hatten. Das reichweitenstarke Portal „Freie Welt“, Unterstützer und Spender, Strukturen. So etwas braucht man, wenn man Deutschland verändern will. Und Beatrix von Storch hatte und hat all das, was sie zu einer mächtigen Frau in der AfD macht, auch wenn sie nicht ganz vorn in der ersten Reihe steht.

Und so eine Frau ist unabhängig vom Parteigedöns und Wohlwollen der Parteifreunde und Parteifeindinnen. Sie darf sich eine eigene Meinung leisten. Und das macht sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Gerade wieder, so schreibt der Mainstream, habe sie in Brasilien einen „Eklat“ provoziert.

Tatsächlich war die streitbare Politikerin Anfang Mai mit der deutsch-brasilianischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestags zu Besuch dort. Treffen mit brasilianischen Abgeordneten und Honoratioren, Besichtigungen, gutes Essen – was Politiker eben so machen, wenn sie ins Ausland reisen.

Doch die Stimmung schlug um, als Frau von Storch den Präsidenten des obersten Gerichts- und Wahlgerichtshofs von Brasilien, Richter Alexandre de Moraes (54), traf. Den bezeichnete sie danach auf Instagram als „Brasiliens größten Verbrecher“. Und schrieb: „Das Herz eines jeden Totalitären geht auf, wenn er die Machtfülle dieses Herrn sieht.“

Ja, Beatrix von Storch ist niemand, die sich den Mund verbieten lässt.

Und so haben jetzt alle wieder eine willkommene Gelegenheit, sich zu distanzieren. Die anderen Abgeordneten, der deutsche Gesandte in Brasilien, die brasilianische Regierung – erst mal so weit weg wie möglich von dieser bösen-bösen AfD-Politikerin.

Im Grunde stört die alle aber alle nur, dass Frau von Storch nicht in Verzückung gefallen ist, als der Sozialist Lula wieder an die Spitze gewählt wurde in Brasilia. Schlimmer noch, sie wagte es sogar, gemeinsam mit ihrem Mann Sven im Juli den damaligen konservativen Präsidenten Jair Bolsonaro zu besuchen. Der ist ein Freund vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump und wagte es, nach seiner Wahl die Weichen in vielen Politikfeldern komplett anders zu stellen. Denn genau dafür hatte in einer Mehrheit seiner Landsleute gewählt.

Die BILD fand nun heraus, dass „die Störchin“ bzw. „Trixi“, wie sie in der AfD genannt wird, auch beim Besuch im Mai Bolsonaros Sohn Eduardo (38) erneut traf. Und man fragt sich unwillkürlich: ja, warum denn auch nicht? In meiner Welt dürfen sich frei gewählte Abgeordnete treffen, mit wem sie wollen.

Dieser Beitrag erschien erstmals bei der Online-tageszeitung TheGermanZ.




Es gibt keine „gute“ Gewalt

Da sind wir alle gespannt. Am kommenden Mittwoch wird in Dresden das Urteil über die Linksextremistin Lina E. und drei ihrer Genossen gesprochen. Sie sollen zwischen 2018 und 2020 Menschen aus der rechten Szene  in Leipzig, Wurzen und Eisenach überfallen und zusammengeschlagen haben. Außerdem sind sie noch wegen der „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ angeklagt.Insgesamt sollen die Angeklagten 13 „Rechte“ angegriffen und verletzt haben, zwei davon lebensgefährlich.Die Bandenchefin der Schlägertruppe ist eine 28-jährige Studentin aus Leipzig, die drei Komplizen stammen aus Leipzig und Berlin. Alle schwiegen im Prozess zu den schweren Vorwürfen.

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Wenn Frau E. verurteilt wird, drohen ihr acht Jahre Haft. Ich finde das mehr als angemessen.

Die linke Szene in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren deutlich radikalisiert. Denken Sie allein an die brutalen Überfälle in Erfurt auf offener Straße durch ein Schlägerkommando (mutmaßlich aus Jena) auf „rechte“ Fußgänger oder ein Bekleidungsgeschäft, dass die bei rechten Jugendlichen beliebte Marke „Thor Steinar“ im Angebot hat!

Gewalt ist vollkommen inakzeptabel, ich hoffe, dass die Richter die taten von Lina E. und ihren Schlägern entsprechend sanktioniert. Und damit auch deutlich zum Ausdruck bringen, dass es in Deutschland keine „gute“ linke Gewalt und „böse“ rechte Gewalt gibt.




Den Abflug gemacht: Warum liegen überall E-Roller herum?

Mir tut nahezu alles weh im Moment. Am vergangenen Donnerstag war ich im Holländischen Viertel in Potsdam mittags unterwegs. Ich erblickte am Horizont die Fassade eines griechischen Spezialitätenrestaurants und dachte spontan, jetzt so ein Biftekim gefüllt mit Schafskäse, bisschen Paprikareis, Weißbrot, Tsatziki – kann man machen. Und während ich den Geruch von gegrilltem Hackfleisch quasi schon wahrzunehmen schien. legte ich mich voll auf die Fresse.

Vor meinen Füßen hatte ich nämlich einen dort herumliegenden E-Roller übersehen, blieb mit dem rechten Fuß hängen und Abflug. Während ich noch stürzte, wusste ich, dass es schmerzhaft sein würde.

Ich also lag da lang auf dem Gehsteig, eine Rippe links ist zwar nicht angebrochen, tut aber unangenehm weh, Platzwunden an beiden Knien und beide Ellbogen schmerzen immer noch vom Aufprall.

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Das Schöne ist ja, wenn man 63 Jahre alt ist, alter weißer Mann, dann springen sofort Leute aus den umliegenden Straßencafes auf, um zur Hilfe zu eilen. „Geht’s Ihnen gut?“, „Alles klar?“, „Sind Sie schwindelig?“ Einer streckte mit den Hand entgegen, und so hievte ich mich wieder hoch, bisschen wackelig auf den Beinen. Besonders ein junger Mann mit wilden Haaren macht mir Freude, als er mir die kleine Montechristo wiederbrachte, die mir beim Sturz aus der Hand geflogen war. Wenn ich erst 40 Jahre alt wäre, ich bin sicher, die hätten mich erstmal liegen lassen, um zuzuschauen, ob ich wohl von selbst wieder hochkomme.

Aber warum liegen in den Innenstädten überall diese sch…E-Roller nutzlos herum? Ich möchte mal wissen, wie viele Leute auf diese Art und Weise schon mal den Abflug gemacht haben und wie viele sich dabei schwerer verletzt haben als ich dieses Mal….




Erdo hängt vier Jahre dran

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan regiert seit 20 Jahren mit harter Hand die Türkei. Und seinen Bürgern gefällt es offenbar, denn heute hat er im zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen nach Aussage von Ahmet Yener, dem Chef der Wahlbehörde in Ankara erneut gut 55 Prozent der Stimmen hinter sich gebracht.

Und das Ganze bei einer Wahlbeteiligung von 85 Prozent

Erdo ist das Enfant Terrible in Europa. Er zieht kalt seine Agenda durch. Er hält die Türkei in der NATO, droht dem NATO-Partner Griechenland unverholen mit militärischen Angriffen. Er macht trotz Ukraine-Krieg mit Putin rum, hat aber keine Scheu, russische Kriegsschiffe im schwarzen Meer zu blockieren. Er organisiert, dass Weizen aus der Ukraine trotz russischer Seeblockade nach Afrika kommt, blockiert den NATO-Beitritt Schwedens, versteht sich mit Orban bestens und setzt Miss Europa, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, an den Katzentisch, wenn die großen Jungs zu Besuch kommen.

Erdogan macht, was er will

Und warum? Weil er es kann. Und weil seine Leute diesen selbstbewussten Kurs anscheinend wollen…




Gesegnete Pfingsten! Gruß aus dem „Affenfelsen“

Liebe Leserinnen und Leser,

erlauben Sie mir, Ihnen und Ihren Familien zunächst von Herzen ein gesegnetes Pfingstfest zu wünschen!

Pfingsten, Sie wissen das, ist das Fest, an dem die Christen in aller Welt die Aussendung des Heiligen Geistes an die Jünger Jesu feiern. Oder anders gesagt: Pfingsten ist im Grunde die Geburtsstunde der Kirche Christi.

Ich erwähne es hier nur kurz, weil ich sicher bin, dass die meisten Leser dieses Blogs eine gute Bildung genossen haben, und anders als 75 Prozent der Deutschen wissen, was dieses Pfingstfest bedeutet. Drei Viertel unserer Bevölkerung haben keine Ahnung, was Pfingsten ist, muss irgendwas mit Fleisch grillen und Bier trinken sein…

Wir waren am Morgen in Velbert-Neviges, genau im Mariendom. Pfingstmesse, die Kirche voll bis auf den letzten Platz, mehrheitlich junge Leute.

Der Dom ist kein Gotteshaus, wie Sie es sich vorstellen würden. Spötter nennen den Betonbau des Architekten Gottfried Böhm „Affenfelsen“. Der Mariendom thront erhaben über dem 80.000-Einwohner-Städtchen im Bergischen Land. Auf mich wirkte er vorhin beim ersten Besuch wie ein Gebäude aus einem Endzeit-Film im Kino. Mad Max in Neviges. Ein großer grauer Klotz, verschachtelt, durchaus modern und trotzdem so, dass man sich spirituell wohlfühlt da.

Ich habe es jedenfalls, Sie wissen, dass ich – frei nach Habermas – religiös musikalisch bin. Ich liebe alte Kirchen, barocke bayerische Gotteshäuser, opulente Deckenmalereien, Gold und natürlich Weihrauch bis zum Abwinken. Aber ich weiß, dass das nur etwas für katholische Feinschmecker ist. Die Zukunft wird es nicht sein. So, wie viele von Ihnen es lieben, in einem Kaffeehaus zu sitzen und eine gedruckte Zeitung zu lesen. So mit Papier und umblättern. Aber das ist nicht die Zukunft – weder die mediale noch die kirchliche.

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Ich habe meinen Frieden mit modernen Kirchen gemacht, mit Video-Bildschirmen oder Betonwänden, auf die Liedtexte  per Beamer gestrahlt werden. Ich bin begeistert von den jungen Kirchenmusikern, die mitreißende Kirchenlieder schreiben und vertonen – und alte neu interpretieren. Die Kirche darf, sie kann sich in ihren Überzeugungen nicht veränden. Und deshalb existiert sie ja seit über 2000 Jahren, eben weil die meisten Christen nicht den modernistischen Irrwegen etwa der Mehrheit der deutschen Bischofskonferenz folgen.

Die Lehre kann nicht geändert werden, denn sie kommt direkt von Gott, wie wir glauben. Und wer das nicht glaubt – hey, gibt viele andere Dinge da draußen. Suchen Sie sich aus, was zu Ihnen pass!

Aber die Verpackung ändert sich, die Kirchen, die Musik, die Präsentationsformen. Und ich denke, das ist der Weg in die Zukunft, auch wenn so ein kräftiger Gregorianischer Gesang etwas Erhabenes hat.

Herzliche Grüße, Gottes Segen!

Ihr Klaus Kelle

 




Medwedew hat eine Idee – schauen wir doch mal in die Geschichtsbücher

Unter Historikern unbestritten ist, dass der Nichtangriffspakt, den das Deutsche Reich und die Sowjetunion Ende August 1939 abschlossen, für den Beginn des Zweiten Weltkrieges entscheidende Bedeutung hatte. Am 1. September rollten dann die Panzer, oder wie „der Führer“ es formulierte: „Ab 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen…“

Was populärwissenschaftlich gern in Kreisen der Russland-Fans weggelassen wird, ist, dass dieses Abkommen zwischen Hitler-Deutschland und Stalin auch noch ein geheimes Zusatzprotokoll hatte. Darin wurden die Interessensphären beider Mächte abgesteckt. Und das gemeinsame Interesse von Hitler und Stalin war es, Polen von der Landkarte zu tilgen. Für „Lebensraum“ und so….

Für die Geschichtsinteressierten unter Ihnen zur Vollständigkeit: Am 28. September 1939 schlossen die beiden Invasoren den „Deutsch-Sowjetischen Freundschafts- und Grenzvertrag“, der den Hitler-Stalin-Pakt komplettierte, indem er die Interessensphären endgültig aufteilte: Darin war geplant, dass Westpolen inklusive Lublin und Warschau an das Deutsche Reich gehen würden, der Rest Polens sowie Finnland, Estland, Lettland, Litauen und das heutige Rumänien an die Sowjetunion. Damit setzten sich Berlin und Moskau über das Selbstbestimmungsrecht von fünf souveränen Nationalstaaten hinweg.

Wenn man im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, dann weiß man, dass sowas dann zu sowas führt.

Zweiter Weltkrieg, 55 Millionen Tote, weil Irre an den Schalthebeln der Macht, ihren Traum von Machtfülle für die Ewigkeit zu verwirklich suchen.

Und da kommen wir zu all den Hobby-Analytikern, die dieser Tage in den Sozialen Netzwerken einfache Lösungen verbreiten.

Der Westen müsse doch bloß anerkennen, dass die ukrainische Halbinsel Krim und die vier leidlich von russischen Soldaten und Söldnern überrollten Gebiete im Osten der Ukraine fortan zur Russischen Föderation gehören. Und dann könne man…verhandeln. Verhandeln sagen Putin und sein Kläffer Medwedew – hat er diese Woche eigentlich schon mit Atomraketen gegen Deutschland gedroht? – , nicht etwa Einstellen der Kampfhandlungen. Es geht nicht um Waffenruhe und Frieden, es geht um Unterwerfung.

Leute wie Putin und Medwedew verachten uns, verachten den Westen, den sie für schwach und dekadent halten. Und letzteres ist er ja leider auch zunehmend. Aber schwach?

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Ich glaube, dass seit Mitte vergangenen Jahres in Moskau die Verzweiflung groß ist, dass der „schwache Westen“ alles andere als schwach ist. Und dass die ukrainische Armee getrieben vom Willen, sich gegen die verhassten Invasoren zu verteidigen, zusammensteht und klar Kante zeigt.

Medwedew hat gestern vorgeschlagen, die Ukraine quasi zu teilen. Der Osten geht an Russland, der Westen wird in Teilen an angrenzende EU-Staaten aufgeteilt. Die Ukraine verschwindet von der Landkarte.

Es sind genau solche Typen wie Medwedew, die nicht begreifen, dass nur ein rechtsbasiertes Zusammenleben zwischen den Systemen Frieden garantiert. Aber vermutlich ist es ihm auch egal, wenn man sieht, wie die Russen in der Ukraine Hunderttausend junge Soldaten verheizt haben. Der einzelne Mensch zählt nichts in solchen kollektivistischen Systemen, zählte noch nie was.

Dass es in Moskau nun ein paar Glaspaläste und Superreiche gibt, die sich in schwarzen Limousinen am Pöbel vorbeifahren lassen und in edlen Clubs Parties feiern, während 18-Jährige im ukrainischen Morast verrecken und oft nicht einmal wissen, für was sie eigentlich sterben.

Je mehr ich mich mit diesem Thema befasse, desto sicherer bin ich, dass Russland mit dieser Barbarei nicht durchkommen darf. Sonst können wir das Völkerrecht gegen das Recht des Stärkeren eintauschen.

 

 




Der Neue

Dr. Philipp Peter  Nimmermann wird Nachfolger von Patrick Graichen als Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Der Mann hat Wirtschaftswissenschaften studiert, er hat einen ABSCHLUSS an der Goethe-Universität in Frankfurt als Diplom-Volkswirt.

Er hat bei der BHF-Bank gearbeitet und wurde 2013 dort sogar Chefvolkswirt. Danach Staatssekretär im hessischen Finanzministerium.

O.k., Nimmermann ist ein Grüner, und das bedeutet, auf den Mann muss man ein Auge haben. Aber er weiß defintiv, was eine Insolvenz ist, und er hat einen Uni-Abschluss.

Damit unterscheidet er sich von vielen deutschen Spitzen-Grünen (ist so ein Begriff zulässig?)

Sein Minister Habeck sagte heute: «Er hat mehrfach bewiesen, dass er hochkomplexe Aufgaben stringent strukturieren kann, in einem politisch aufgeladenen Umfeld breit getragene Lösungen schaffen und mit seinem ökonomischen Verstand und seiner Kenntnis der politischen Debatten sofort in die Themen finden kann.»

Besser als sein Chef scheint Nimmermann also auch zu sein…




Damenwahl: Warum nicht eine Frau an der Spitze der NATO?

Im September endet die Amtszeit von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Die sollte eigentlich schon früher enden, aber Russlands Präsident Wladimir Putin hat erstmal dafür gesorgt, dass NATO (und EU) wieder aufgemöbelt werden – in Rekordzeit. Stoltenberg hat dabei, wenn Sie mir die Anmerkung erlauben, einen wirklich großartigen Job gemacht, das träge gewordene westliche Verteidigungsbündnis zusammenzuhalten und fit für die Zukunft zu machen. Sie erinnern sich: Vor wenigen Jahren wollten Trump und Macron die NATO noch abschaffen.

Die NATO wird modernisiert, strukturell handlungsfähiger gemacht, kann schneller agieren im Krisenfall und bekommt die modernsten Waffen, die derzeit auf dem Planeten zu haben sind. Dazu mit Finnland und Schweden zwei neue vorzügliche Mitglieder. Finnlands Armee gilt dabei als besonders effektiv und hat auch noch 1300 Kilometer gemeinsame Grenze mit dem russischen Unruheherd. Putin hat auf ganzer Linie versagt bei seinen Planungen.

Die Ukraine überrennen? Davon ist Russlands Armee samt Söldner-Gruppen Lichtjahre entfernt. Gerade feiert man in Moskau, dass die Stadt Bachmut nach vier Monaten Angriffen der angeblichen Weltmacht Russland nun aber wirklich…fast…dieses Mal wirklich unter russischer Kontrolle sei. Na, toll.

Die NATO von den russischen Außengrenzen fernhalten?
Dank Putin bekommt er jetzt erstmals eine lange Außengrenze mit einem NATO-Bündnisstaat. Vorher war so gut wie nichts.

Die Amerikaner aus Europa vertreiben? Als Putin vergangenes Jahr seinen Irrsinns-Feldzug gegen das Nachbarland Ukraine begann, waren in Europa noch 30.000 GI’s stationiert. Dank Putin, sind jetzt wieder 120.000 amerikanische Soldaten hier. Und das ist gut und richtig so!

Schauen wir aufs Kandidatenfeld

Zwei ernsthafte Bewerber gibt es bisher für die Nachfolge von Jens Stoltenberg an der Spitze der NATO. Das sind der Favorit Ben Wallace, britischer Verteidigungsminister, ein Konservativer. Bevor Putin im Februar 2022 den Krieg begann, hatte Wallace einen international beachteten Aufsatz geschrieben, in dem er vor dem russischen Expansionsstreben unter einem Präsidenten Putin warnte. Wallace ist gut, zweifellos.

Und dann ist da noch Ursula von der Leyen, einst genauso erfolglos als deutsche Verteidigungsministerin wie ihre Nachfolgerinnen Kramp-Karrenbauer (CDU) und Christine Lambrecht (SPD). Eine einzige Katastrophe für die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes. Alle drei Damen von der Hardthöhe.

Ursula von der Leyen soll beim großen Bruder in Amerika hoch angesehen sein, heißt es. Aber ihr Versagen als Bundesverteidigungsministerin, ihre Geldverschwendung an ein stehendes Heer von „Beratern“ sind unvergessen. Dazu kommt noch die Kungelei mit Merkel und Macron, die sie – ohne ein demokratisches Mandat dafür zu haben – an die Spitze der europäischen Staatengemeinschaft spülte. All das ist – für mich zumindest – ein absolutes Ausschlusskriterium.

Doch der Gedanke, eine GEIGNETE Frau an die Spitze der NATO zu stellen, ist nicht schlecht. Und nun kommt ein dritter Name ins Spiel, nämlich der von Kaja Kallas.

Die erst 45-Jährige wurde im Januar vergangenen Jahres zur Premierministerin Estlands gewählt, wenige Wochen vor dem russischen Angriff auf die Ukraine. Estland ist eines der drei kleinen baltischen Staaten, die vom großen russischen Nachbarn seit langem rund um die Uhr bedroht werden. Zu gern würde Herr Putin diese bösen, bösen abtrünnigen ehemaligen Sowjetrepubliken heim ins ungeliebte Reich holen. Blöd nur, dass die inzwischen Mitglieder der NATO sind. Und da hat man Freunde.

Fast an jedem Tag fangen Kampfjets der Briten und der deutschen Luftwaffe russische Militärflugzeuge an den Grenzen der Balten ab. Ein Katz-und-Maus-Spiel, aber auch eine ständige Erinnerung an Moskau, dass der Westen auch die Balten im Falle eines Angriffs nicht allein lassen wird. So wie er die Ukraine nicht im Stich lässt. Und die ist nicht einmal NATO-Mitglied.

Kaja Kallas, übrigens verheiratet, zwei Söhne und eine Tochter, ist eine durchsetzungsstarke Frau. Mit einer beeindruckenden Familiengeschichte.

Ihre Mutter wurde einst von der Sowjetunion nach Sibirien verschleppt. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges, ja im Grunde schon vorher, nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim 2014, hat sie jegliche territorialen Zugeständnisse an Putin abgelehnt. Als Russlands Armee vergangenes Jahr begann, Raketen auf das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja abzufeuern, bezeichnete sie Russland als „terroristischen Staat“. Nicht nur Putin, sondern das russische Volk trage eine Mitschuld an diesem Krieg, sagte sie: „Man kann einfach nicht behaupten, dass dies nur Putins Krieg ist.“

Also, Ben Wallace wäre eine gute Wahl für den Chefposten bei der NATO. Aber wenn es mal eine Frau sein soll, dann wäre Kaja Kallas für mich die allererste Wahl.

Dieser Beitrag erscheint zeitgleich auf der Online-tageszeitung TheGermanZ.




SlavaUkraini – einfach mal ein paar nüchterne Fakten

Eine spannende Diskussion hat sich heute Morgen auf meinem Facebook-Profil entwickelt. Meinem aktuellen Beitrag über den Ukraine-Krieg hatte ich mit dem Gruß #SlavaUkraini unterzeichnet. Das bedeutet „Ruhm der Ukraine“ und wird vielfach in den Sozialen Netrzwerkene als Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der von russischen Truppen überfallenen Ukraine verwendet. Auch ich verwende es immer wieder auf Facebook, Twitter und GettR.

Sofort kam die Grätsche aus Thüringen. Eine Mitdiskutantin erzählte die Mär von den bösen, bösen Bandera-Faschisten, mit denen ich mich ja wohl nicht gemein machen wolle.

Kurz darauf antwortete ihr ein anderer Poster klar und entwaffnend mit folgendem Beitrag dazu:

„Der Gruß lässt sich bis in die Zeit des ukrainischen Unabhängigkeitskrieges (1917–1921) nach der Februarrevolution zurückverfolgen. Der Ausdruck wurde als Begrüßung unter ukrainischen Partisanen verwendet, welche die bolschewistische Invasion ihrer Heimat zu verhindern versuchten.

Erst dann kam der Nationalist Bandera, der ihn auch verwendete.

Der Begriff hat sich aber längst in seiner Bedeutung wieder gewandelt, die meisten Ukrainer verbinden die Grußformel heute nicht mit der historischen Herkunft. 1991 wehrten sich Tausende Ukrainer damit gegen die Beitritt zur Sowjetunion-Nachfolgeorganisation, 2004 gegen die Wahlfälschung durch Janukowitsch. 2013/2014 schließlich war es der Ausruf der nach Europa strebenden Demonstranten auf dem Maidan.

Und jetzt gilt er als Schlachtruf gegen die einzig echten Faschisten aus Russland.

Amen! möchte ich hinzufügen.

Die rechtsradikalen Parteien erhielten bei der vergangenen ukrainischen Parlamentswahl im Jahr 2019 übrigens zusammen 7 Prozent der Stimmen. Die Swoboda 2,4%, die Radikale Partei Oleh Ljaschkos 4,1%. Da es auch in der Ukraine eine  Fünf-Prozent-Hürde gibt, sidn beide rechtsradikalen Parteien im Parlament in Kiew nicht mit einem einzigen Abgeordneten vertreten.

 




Prozess gegen verhinderte Lauterbach-Entführer beginnt

Vor dem OLG in Koblenz beginnt heute der Prozess gegen vier Männer und eine 75-jährige Frau aus der sogenannten „Reichsbürger“-Szene. Die hatten geplant, Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu entführen und andauernde flächendeckende Stromausfälle auszulösen. So sollte die Bundesregierung gestürzt werden. Und eine Rentnerin aus Sachsen hatte die Aufgabe, das Deutsche Reich wiederherzustellen. Dazu hatte sie auch einen Brief u. a. an Russlands Präsident Wladimir Putin verfasst.

Die Fanpost aus Sachsen wird Putin nun nicht zu Gesicht bekommen.
Und doch denke ich immer, was sind das für naive Idioten, die meinen, man könne mit fünf Leuten mal eben ein Land wie Deutschland destabilisieren und eine neue Regierung einsetzen? Oder nehmen wir mal an, es gelänge irgendwem, einen Bundesminister zu entführen – löst das dann Bürgerkrieg aus? Brennen dann Barrikaden auf den Straßen? Oder machen alle einfach weiter wie vorher?

Deutschland ist ein stabiles Staatswesen, natürlich. Vieles läuft hier falsch, die Bundesregierung hätte enormes Verbesserungspotential, das sie aber nicht ausschöpfen kann mit diesem Personal.

Aber, liebe Freunde, auch wenn ein Heinrich XIII Prinz Reuß König von Deutschland werden und ein Esotherik-Ministerium errichten wollte, wenn eine Lehrerin aus Sachsen versucht, die globale Ordnung mit ihrem Briefen ins Wanken zu bringen – das alles ist lächerlich. Oder sagen wir: Man könnte es für lächerlich halten, wenn es diese Leute nicht bitterernst meinten mit ihrem politischen Wahn.

Bei bundesweiten Durchsuchungen wurden im Zusammenhang mit diesem Verfahren Schusswaffen und Munition, Bargeld, Goldbarren, Silbermünzen und Devisen sichergestellt. Und deshalb ist es gut, dass sich unsere Sicherheitsbehörden mit ihnen befassen. Und sie rechtzeitig aus dem Verkehr ziehen.

Nachher wird in den sozialen Netzwerken zu lesen sein, wie dilettantisch diese Gruppe war, und wer denn schon einer 75-Jährigen ernsthaft einen Umsturz zutraut. Und dann setzen sie Grinsesmileys dahinter. Aber wissen Sie was? Wenn so ein Anschlagsplan doch mal funktionieren sollte, wenn ein Bundesminister entführt oder gar getötet würde – dann wären das dieselben Leute, die laut schreien, wie unfähig unsere Sicherheitsbehörden und dieser Staat doch seien. Das hätte man alles schon viel früher verhindern müssen….

Dieser Beitrag erscheint zeitgleich in der Online-tageszeitung TheGermanZ.