Europäischer Schlagerwettbewerb: No Points for Dschörmäni…

Das Thema ist Ihnen allen bekannt und so peinlich, dass ich am liebsten gar nichts darüber schreiben möchte. Aber nun ist er nunmal da, der Eurovision Song Contest (ESC), ein gigantes europäischen Medienspektakel, in dem unser Land in der Regel eine feste Rolle einzunehmen hat – den als unkreativen Deppen, der von den Zuschauern in allen Möglichen Ländern munter abgewatscht wird.

Sie denken bestimmt, da war doch diese Nicole und Lena Meyer-Landrut, die das Ding mal gewohnen haben. Und ja, das war herausragend, und wir alle waren stolz auf diese begeisternden Damen.

Aber das ist nicht der Alltag

Der Alltag heißt „Lord of the Lost“, „unsere“ diesjährigen Vertreter, peinlich bis zum Abwinken, und aus Dutzenden Teilnehmerländern tatsächlich wieder einmal letzter. Absolut zurecht übrigens.

Am Tag vor dem Spektakel hatten „Experten“, laut dpa, der deutschen Band noch einen Platz „im Mittelfeld“ zugetraut. Aber Letzter, das ist nicht wirklich Mittelfeld, oder?

Vergangenes Jahr wurde Malik Harris Letzter, 2021 wurden „wir“ Vorletzter

Thomas Gottschalk fasste gestern zusammen: „Sie mögen uns einfach nicht.“

Und das ist falsch, viele mögen „uns“, aber sie mögen nicht die uninspirierenden Auftritte von schrillen Woke-Figuren, die nicht mit dem zusammenpassen, was mal das Bild unseres Landes in aller Welt gewesen ist.

Allein schon, dass Deutschland als einziges Team (!) nicht mit den schwarz-rot-goldenen Nationalfarben auflief, sondern mit dem aufdringlichen Regenbogen-Gedöns, vermiest jedem Musikfreund die Freude am Wettbewerb, der mit solchen losten Lords nie ernsthaft zu gewinnen wäre.

Wollen Sie meine Meinung hören?

Na klar, sonst würden Sie jetzt hier nicht lesen.

Der ESC muss weg vom NDR, weg vom Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, den keiner mehr braucht. Gebt ProSieben oder RTL eine Chance, holt Stefan Raab zurück und macht eine anständige Castingshow vorher. Dann finden wir eine neue Lena, und dann klappts auch wieder mit „Twelve Points für Germany“.

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Bremen hat gewählt…same Procedure as every year – oder doch nicht?

„In Bremen, in Bremen, da lässt sich’s gut leben…“

So heißt es in einem Lied, das auch ich in meinen Bremer Jahren im Bierzelt auf dem Freimarkt laut mitgesungen habe. Und es stimmt ja auch, die Lebensqualität in der Hansestadt ist phänomenal, zumindest wenn man in Oberneuland oder Schwachhausen wohnt und etwas Geld auf dem Konto hat.

Der Bremer ist gemütlich, nicht aufbrausend. Er trinkt Tee mit Kandis, schlendert über den großen Flohmarkt an der Weser und samstags geht’s ab ins Weserstadion. Viele Lokale bieten ihren herrlich zubereiteten Fisch an, man trinkt – natürlich – Beck’s Bier. Und am Wochenende unternimmt man eine Radtour nach Worpswede oder Fischerhude oder einfach irgendwo hin, wo’s schön ist.

Ich habe von 1985 bis 1988 in Bremen gelebt, erst als Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion gearbeitet, bin dann zum Sozi-Blatt Hamburger Morgenpost als Bremer Redaktionsleiter gewechselt. Mein Chefredakteur war Wolfgang Clement, Sie kennen ihn alle. Damals war das möglich, dass ein Schwarzer einen leitenden Job bei einer roten Zeitung bekam. Heute undenkbar im deutschen Mainstream-Einheitsbrei.

Die Sozis regieren Bremen seit 80 Jahren, und seit Jahrzehnten zahlen andere Bundesländer die Rechnungen, denn das Konstrukt Bremen als Bundesland ist ein Witz. Ich meine, zwei Städte mit zusammen nur 650.000 Einwohnern haben ein Landesparlament, Bundestags- und Europaabgeordnete, ein Verfassungsgericht, eine Landesbank, einen Verfassungsschutz, Ministerien…sagenhaft für ein Bundesland, das ungefähr die Einwohnerzahl von Düsseldorf hat.

Gestern haben die Sozis die Wahlen in Bremen gewonnen. Das müssen Sie sich so vorstellen, als wenn einer sagt: der FC Bayern wird Deutscher Meister. Juckt keinen mehr…

Und trotzdem ist Bremen immer interessant, weil es so überschaubar und klein ist, dass hier häufig politische Experimente vollführt werden.

Die rechtsradikale, kaderhaft geführte, Deutsche Volksunion (DVU) konnte durch eine  Besonderheit im Landeswahlrecht und mit massiver finanzieller Unterstützung von Gerhard Frey aus München mehrfach einen Abgeordneten in die Bürgerschaft entsenden. Dabei hatte sie damals im Land Bremen nur ganze 60 Mitglieder.

Die Republikaner waren von 1985 bis 1987 als Gruppe mit drei Abgeordneten in der Bremischen Bürgerschaft, nicht durch Wahlerfolg, sondern durch drei Überläufer aus der CDU, die den notorischen Linkskurs ihrer Partei hier nicht mehr mitmachen wollten.

Von Links gab es auch mal etwas: die Wählervereinigung Arbeit für Bremen und Bremerhaven (AFB). Kein schlechter Name in einem Bundesland mit traditionell hoher Arbeitslosigkeit. Gegründet wurde sie von unzufriedenes SPD-Leuten und zog sogar mit 10,7 % und damit 12 Abgeordneten in die Bürgerschaft ein. Dann trat auch noch ein weiterer unzufriedener CDUler bei, so dass sie 13 Abgeordnete waren.

Außerdem war sie in zahlreichen Beiräten vertreten. Durch Übertritt eines CDU-Mitglieds wuchs die Zahl der Abgeordneten auf 13. Bei der nächsten Wahl waren es dann allerdings nur noch 2,4 Prozent – aus der Traum.

Und jetzt Jan Timke und seine „Bürger in Wut“

Sie hatten ersten Erfolg mit dem Thema Innere Sicherheit, in Bremen seit vielen Jahren ein Problem mit Araber-Clans und allerlei anderen Kriminellen. Jan Timke war selbst Bundespolizist und kann das Thema bis heute überzeugend aufs Tapet bringen.

Gestern konnte seine Wählervereinigung, die inzwischen eine Kooperation mit der neuen bundesweiten konservativen Partei Bündnis Deutschland hat, nahezu 10 Prozent der Wählerstimmen einsammeln. Möglich wurde das, weil die auch in Bremen massiv zerstrittene AfD zwei Wahllisten zur Bürgerschaftswahl einreichte, was natürlich vom Landeswahlleiter richtigerweise zurückgewiesen wurde. Ohne AfD sind die heimatlosen Konservativen im roten Bremen jetzt in Scharen zu Jan Timke gelaufen. Ich bin gespannt, was er mit seinem Erfolg jetzt machen wird…

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Liebe Mamis,…

…Ihr seid die Allerbesten! Ihr seid die Größten! Ihr seid einfach nur umwerfend!

An dieser Stelle könnte meine morgendliche Kolumne zum Start in den Tag enden. Mehr ist zu diesem Thema nicht zu sagen?

Leider doch!

Denn die Entscheidung eines Paares – wir nennen das eines MANNES und einer FRAU -, Kinder zu bekommen, ist nicht nur erfüllend und beglückend für alle Beteiligten, sondern auch ein wichtiger Beitrag für den Fortbestand unserer Gesellschaft.

Und kommen Sie mir heute bitte nicht mit all den Problemen, die Sie und ich kennen!

Natürlich sind manche Familien überfordert mit der Rundumbetreuung ihrer Kinder. Natürlich gibt es prekäre Lebensverhältnisse, wo Kinder morgen eine Tüte Chips in den Ranzen packen, bevor sie zur Schule gehen, während ihre Erzeuger – Eltern möchte ich das nicht nennen – noch schlafen. Aber in meiner bescheidenen Welt erkennt und löst man Probleme, stellt aber nicht die Grundsatzfrage. Wenn Olaf Scholz überfordert im Kanzleramt hockt, ist das kein Grund, Wahlen und die Demokratie abzuschaffen.

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Ich war als Vater bei der Geburt meiner fünf Kinder dabei – völlig nutzlos, wie ich das in der Selbstwahrnehmung bewerten würde. Denn im Grunde können wir nix tun, um den Geburtsvorgang zu unterstützen. Wir sind, ich war…da. Und sonst nix. Gemeinsam Atmen? Hören Sie mir auf mit dem Quatsch.

Händchenhalten mit der geliebten Frau, da sein bei diesem gewaltigen Moment, in dem sich die Zukunft aller Beteiligten verändert – das ist wichtig. Sagen mir Mütter, und die müssen es ja wissen.

Der erste Moment, wenn man als Eltern den neuen Erdenbürger zum ersten Mal sieht, der ist gewaltig. Das ist ein Moment, in dem alles andere völlig egal erscheint. Er oder sie sind da, und sie werden ab diesem Moment auch unser Leben für Jahrzehnte beeinflussen.

Ich habe nicht nur Respekt vor der Leistung all der Mütter, die ein Kind empfangen, gebären und mit Hingabe und Liebe großziehen. Respekt ist gut und wichtig, aber es ist zu wenig.

Ich empfinde, und das sollten Sie auch tun, ein großes Gefühl der Dankbarkein gegenüber all den Frauen, die eine Schwangerschaft nicht als Belastung oder Störung der Urlaubsvorbereitungen ansehen, sondern als das, was es ist. Ein echtes Wunder!

Danke, und Gott segne Euch nicht nur heute, liebe Mamis!

Dieser Beitrag erscheint zeitgleich auf denken erwünscht und TheGermanZ…




Julian Reichelt versetzt NDR-Reschke juristische Klatsche

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat der frühere BILD-Chef Julian Reichelt gegen den NDR vor Gericht gewonnen. Viele Behauptungen aus der Anja-Reschke-Sendung „Julian Reichelt und die Frauen: Bumsen, belügen, wegwerfen“ darf der öffentlich-rechtliche Sender nicht mehr verbreiten. Auch muss der Beitrag aus der NDR-Mediathek gelöscht werden, was inzwichen geschehen ist.

Reichelt hat eine umfassende einstweilige Verfügung gegen Reschkes Sendung vom 16. Februar 2023 durchgesetzt. Das Magazin dürfe zahlreiche Aussagen der Ausgabe vom 16. Februar 2023, in der es um mutmaßlichen Machtmissbrauch Reichelts ging, nicht mehr verbreiten, teilte dessen Anwalt Ben Irle unter Verweis auf einen Beschluss des Landgerichts Hamburg mit. Das Gericht hat die Angaben bestätigt.

In 11 von 16 beanstandeten Passagen, und damit wesentliche Teile der Berichterstattung“ habe der NDR Reichets Persönlichkeitsrecht verletzt.

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Untersagt wurden demnach Behauptungen, die Reichelt „etwa ein Bedrängen und Umwerben mit Komplimenten von Mitarbeitern, Drogenkonsum am Arbeitsplatz oder die Einstellung von Mitarbeitern aus rein privatem Interesse vorwerfen“. Als unzulässig habe das Gericht auch die Äußerung einer früheren Mitarbeiterin eingestuft, die Reichelt vorwerfe, sie in einem Hotel zu „Sex on demand“ genötigt zu haben, teilte Reichelts Anwalt mit.

Dieser Vorwurf lasse sich „als frei erfunden und damit unwahr widerlegen“, argumentiert Irle. Denn der NDR habe keine eidesstattliche Versicherung der Frau vorgelegt. Dies sei „auffällig, aber nicht überraschend“, denn eine falsche eidesstattliche Versicherung wäre strafbar.




Hip hip hooray für the King!

Halten Sie für vorstellbar, dass ein deutscher Bundespräsident gewählt und vereidigt wird und dann auf den Balkon des Schlosses Bellevue in Berlin kommt, um sich Hunderttausend jubelnden Untertanen zu zeigen? Das ist schon nicht möglich, weil wir  beim Sitz des deutschen Staatsoberhauptes nicht einmal einen Balkon haben.

Ich habe heute Morgen in TheGermanZ einen Beitrag geschrieben, warum ich die Briten bewundere und Charles und Camilla alles Gute wünsche:

Ich bin Kaffeetrinker, aber heute Morgen habe ich mir aus Gründen der Tradition eine Kanne PG-Tee aufgebrüht. Ich mag die Briten, ihre Traditionen, ihren Humor, ihre Schrulligkeit und sogar die Art, wie sie Fußball spielen. Ich mag Tea Time, Scones mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade, Frühstück mit Ei, Bacon und Baked Beans und Urlaub in Cornwall.

Die Briten sind ein beeindruckendes Volk

Obwohl eine vergleichsweise kleine Armee, wenn die Brits in den Krieg ziehen, gewinnen sie normalerweise.

Ich habe britische Verwandte, drei Cousinen. Nach dem Krieg hat sich einer der beiden Brüder meines Vaters in die Tochter eines englischen Offiziers verliebt. Mit einem Pappkoffer wartete er in Calais auf die Fähre nach Dover, um in Bristol ein neues Leben mit seiner Barbara zu beginnen. Nicht leicht wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.

Meine Eltern waren mit dem kleinen Klaus damals oft auf der britischen Insel. Mein Vater unverwüstlich mit seinem Volvo in London unterwegs im Linksverkehr. Wir haben überlebt.

Ich weiß noch, dass unsere Urlaubsreisen generalstabsmäßig vorbereitet wurden. Vom ADAC gab es zwei dicke Pakete mit Informationsmaterial, Landkarte, Flyer mit Sehenswürdigkeiten, Umrechnungstabellen für Währungen. Was mich als kleinen Klaus auf dem Rücksitz immer beeindruckt hat, war, dass die Autobahnen in Belgien nachts beleuchtet sind. Wenn ich mal- wie kürzlich – mit dem Auto nach Brüssel fahre und die Lichtmasten sehe, denke ich jedemal an die unbeschwerte Zeit mit meinen Eltern in den 70er Jahren zurück…

Nun isser nun mal da

Ich mag die Windsors, und ich mag den neuen König und auch seine Frau Camilla. Wirklich, ich mag, wie sie durchgehalten haben gegen all die Widerstände aus der eigenen Familie und dem Volk nach der dramatischen Ehekrise mit Prinzessin Diana und der Scheidung. Glauben Sie mir, ich weiß wie das Leben ist und welche unerwarteten unliebsamen Überraschungen es für jeden von uns – nicht nur Royals – bereithält. Aber Ehebruch ist echt ekelhaft.

Wir alle wissen noch von den Tampon-Affäre, die über ein abgehörtes Telefonat der ganzen Welt bekannt wurde. Der Prinz und seine Mätresse im Sex-Rausch. Hey, wer hätte das gedacht, oder?

Und dann die schrulligen politischen Ansichten, der Thronfolger als Bewunderer moderner Stadtentwicklung und als Öko-Bauer. Ehrlich, ich war über viele Jahre überzeugt, dass Charles niemals König wird. Dass nach seinem Tod der älteste Sohn den Thron besteigt, oder dass Queen Elisabeth II 115 Jahre alt wird und ihren Spross damit überlebt.

Aber Charles hat es geschafft, sogar mit seiner großen Liebe Camilla an seiner Seite, die nach Lady Di’s Tod die zwiefellos meistgehasste Frau im Vereinten Königreich war.

Ich freue mich für die Beiden, wirklich. Ich mag es, wenn Menschen durchhalten. Wie sagte Oli Kahn nach dem erstaunlichen Gewinn der Meisterschaft Deutschen Meisterschaft damals? „Weiter, immer weiter…niemals aufgeben!“ Auch ein bisschen mein Lebensmotto inzwischen.

Hip hip hooray für the King! Es leben König Charles und seine Königin Camilla!

 

 

 




Fahne erlaubt

Ein Gericht hat heute entschieden, dass am 8. und 9. Mail ukrainische Fahnen in Berlin aufgezogen werden DÜRFEN. Ist es nicht schön, zu wie viel Demokratie Deutschland noch fähig ist? jetzt darf man sogar fahnen aufhängen, wie man möchte. Toll! Schade, dass das erst ein Gericht entscheiden muss, und es nicht selbstverständlich ist.




Gaumenfreuden und Servicewüste: Sie können gez auch hier ufflejen….

Einige von Ihnen ahnten bereits, dass ich meinen Arbeits- und damit Lebensmittelpunkt vor einigen Wochen nach Ostdeutschland verlegt habe, genau ins Berliner Umland. Nach Brandenburg. Hätte ich vor drei  Monaten noch nicht für möglich gehalten, aber jetzt isser nun mal da, der Klaus.

Und weil ich mich auch als Wessi und „Systemjournalist“ immer mal gern rauswage, mache ich jeden Tag hier so viele schöne und skurrile Erfahrungen, dass ich ernsthaft überlege, ein „Ostdeutsches Tagebuch“ zu schreiben.

Heute Morgen im Aldi bei mir im neuen Ort vier Kassen, nur eine besetzt. Zwischen den Regalen drängten sich viele Erwachsende, quengelnde Kinder, volle Einkaufswagen. Eine Frau ruft zaghaft: „Kann hier vielleicht jemand eine zweite Kasse öffnen?“, und die eine Kassiererin antwortet laut „Kollegin ist draußen, eine rooochen,…“. Man weiß im ersten Moment nicht, ob man eine Schusswaffe ziehen oder lauthals lachen soll. Die Servicewüste Deutschland manifestiert sich in Tausenden solcher kleiner Dinge.

Schließlich kam die Raucherin doch wieder rein, blond ist sie, und erlöste uns alle mit einem herzlichen „Sie können gez auch hier ufflejen….“ Machte ich dann, Waschmittel, Putzmittel, Schwämme…was man so braucht beim Umzug.

Mettbrötchen, Teil II

Letztens hatte ich Ihnen von meinem morgendlichen Mettbrötchen für 4,60 Euro erzählt hier. Das wurde viel gelesen und tagelang in den Sozialen Netzwerken diskutiert. Draußen geht die Welt unter, und wir unterhalten uns über Mettbrötchen. Ich wollte noch nachtragen, dass ich in unserer  Landbäckereit am Niederrhein vergangene Woche ein vollständiges Mettbrötchen mit Zwiebeln für 2,40 Euro erwerben konnte – statt in Potsdam ein halbes für 2,30. Es ist nicht alles schlecht im Westen…

Toll war auch die Anreise am Dienstag

Mit dem Auto 550 Kilometer die A2 entlang. Am Abend gegen 20.30 Uhr ich in die Raststätte Helmstedt. Voller Freude auf eine Currywurst mit Pommes für 12,40 Euro. Ich, der einzige „Gast“. Ein Großteil der AUTOBAHNRASTSTÄTTE schon dunkel, die Stühle hochgestellt. Zwei junge  Damen, eine auffällig tätowiert, putzten die Theke mit Glasreiniger und unterhielten sich über irgendwas. Dann bemerkten Sie mich, den Kunden. Der war da.

Sie sagten nicht, guten Abend oder fragten, was es sein darf. Beide schauten mich mitleidig an und die eine begann das Gespräch mit „Das sieht aba janz schlecht aus…“ Unwillkürlich schaute ich auf mein weißes Hemd, ob da vielleicht ein Spritzer Tomatensoße drauf ist. War aber nicht…

Dann konkretisierte sie: „Wir schließen nämlich gleich…“

Schließen? Eine Autobahnrststätte? Um 20.30 Uhr? Ich setzte ein enttäuschtes Gesicht auf und gab zu, dass ich mich so auf Currywurst/Pommes für 12,40 Euro gefreut habe. Aber nichts zu machen. Als ich mich umdrehte, um das…Lokal…zu verlassen, rief mir die Tätowierte hinterher: „Weil Sie so nett sind, schenke ich Ihnen noch was!“ Sie drückte mir die letzte Laugenbrezel in die Hand, begleitet mit der Bemerkung: „Die hätten wir sonst sowieso weggeschmissen…“ Ich mich auch, vor Lachen.

Am nächsten Tag in meinem neuen Wohnort per Handy eine Currywurstbude gesucht. Schön sah die nicht aus, aber die über 50-Jährige im grauen Kittel an der Fritteuse machte einen sympathischen Eindruck. Allerdings auch geprägt vom Leben, mit einem grausammen Zug um die Mundwinkel. Currywurst/Pommes kosten hier 5,50 Euro. Dafür werden sie in Berlin an so einer Bude nicht einmal begrüßt. „Kann ich bei Ihnen mit Karte bezahlen“, fragte ich. Und – Sie ahnen es – das sei leider, leider nicht möglich.

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Geld könne man sich einen Kilometer entfernt in einem Baumarkt auszahlen lassen. „Aber passen Sie auf, da müssen Sie für mindestens 10 Euro kaufen, sonst kriegen sie nix!“

Ich fuhr dann zur Sparkasse am Bahnhof, fünf Kilometer, um Bargeld zu ziehen. Meine neue Freundin in der Wurstbude war echt überrascht, dass dieser schnöselige Wessi wirklich zurückkam, um eine Currywurst zu essen. Die war gut, aber die Pommes völlig laberig. Mein Stammladen wird das nicht hier.

Gestern entdeckte in am Straßenrand eine „Feldküche“ in olivgrün. Ich nehme an aus alten Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA) preiswert erworben. Ein total witziger junger Mann im Blaumann rührte da mit einer großen Schöpfkelle in irgendeiner Suppe. Aber es gibt da auch feste Nahrung. „Was darf’s denn sein, junger Mann“, fragte er. Knacker mit Senf, Rinderbouletten mit Kartoffelsalat, die unvermeidliche Soljanka und – der Klassiker – Rinderroulade mit Kartoffeln und Rotkohl. Ich entschied mich für Königsberger Kloppse mit Kartoffeln, Kapern und gelber Soße. War lecker. Auf dem Biertisch Senf und Ketchup aus Bautzen. Guter Laden. Bis nächste Woche, verabschiedete ich mich vom jungen Mann.

An der „Feldküche“ noch ein großes Werbeschild: „Gournet-Genuss aus dem Havelland“…So ist es wohl…

Habe ich schonmal erzählt, dass ich mich hier total wohlfühle?

+++Am 17.




Einmann wieder

Ein 30-Jähriger hat vorhin an einer evangelischen Grundschule in Berlin-Neukölln zwei Mädchen (7 und 8) niedergestochen und schwer verletzt. Eines der Mädchen schwebt noch in Lebensgefahr. Der Täter wurde festgenommen, irgendwas mit psychisch gestört oder so.

Was wir vom Täter mit dem Messer wissen? Ein Mann… ich hab da so eine Ahnung….




Die Stunde der Doppelmoralisten

Russland ist ganz empört. Angeblich soll die Ukraine versucht haben,  den Kremlchef Wladimir Putin mit zwei Drohnen in Moskau zu töten. Und der fühlt sich ja schon lange total bedroht irgendwie.

Hat aber nicht geklappt, nix passiert

Die Ukraine weist den Anschlagsversuch zurück. Sein Land führe ausschließlich einen Verteidigungskrieg und greife daher keine Objekte auf russischem Staatsgebiet an, schrieb der ukrainische Präsidenten-Berater Mychajlo Podoljak auf Twitter. «Wozu?

Ja, wozu? Dieser ganze Krieg, all die Zerstörungen, Vergewaltigungen, 200.000 Tite schon jetzt auf beiden Seiten.

Für was alles? Ach klar, Putin will die Ukraine von den Nazis befreien…man kann gar nicht so viel essen, wie man ko…. möchte, wenn man Kreml-Verlautbarungen liest.

Erinnern Sie sich noch, wie es begonnen hat. Im Februar 2022? Da drangen russische Speznaz-Kommandos in Kiew ein, um Präsident Selenskyj umzubringen. Auch das hat nicht geklappt, wie wir alle wissen. Aber diese russische Doppelmoral, diese Heuchelei ist einfach nur ekelhaft…




Ruuuummmmssss!!!! Promi oder nicht: Wer was „Falsches“ sagt ist raus

Es ist fast ein wenig witzig, dass ich am Rechner sitze und begonnen habe, über Til Schweiger zu schreiben, als die Eilmedlung von dpa eintrifft, dass Boris Palmer  – immerhin Oberbürgermeister von Tübingen – bei den Grünen austritt. Rausgemobbt von dein eigenen Parteifreunden und _*Innen oder *Außen

Aber irgendwie passt es auch, denn sowohl Palmer als auch Schweiger dokumentieren exemplarisch, was in unserer Gesellschaft gerade schiefläuft.

Beide sind aus der berühmten Mitte der Gesellschaft. Beide sind populär, beide haben ausgesorgt, und trotzdem will man sie nicht mehr.

So wie man Fernseh-Darsteller beim Staatsfunk nicht mehr will, wenn sie Kritisches zu den Corona-Maßnahmen sagen. So wie man Thilo Sarrazin nicht mehr will, jahrzehntelanges prominentes SPD-Mitglied. Einmal was Verstörendes (aber Richtiges) geschrieben und – ruuummmsss, raus bist Du!

Hans-Georg Maaßen, allgemein anerkannter Jurist, sieben Jahre lang der oberste Verfassungsschützer Deutschlands – einmal Gottkanzlerin widersprochen, und dann auch noch bei der WerteUnion – pfui, buuh, bäh!

Die Liste ließe sich hier ohne viel Nachdenken locker erweitern.

Da ist jemand allseits respektiert, erfolgreich, everybody’s darling – und dann ist es vorbei. Weil man etas gesagt hat, was das linkswoke Juste Milieu in Politik und Medien nicht wünscht.

Bei BILD tobt die Schlacht der Leserbriefschreiber von „ich mochte seine Filme nie“ bis zu „Seine eigene Meinung haben und sich nicht verbiegen lassen, auch wenn es mal nicht bequem ist – das nennt man auch Charakter“.

Vorweg angemerkt: ich mag Til, zumindest in seiner Rolle als „Tatort“-Polizist. Da ist er ein echter Bulle, wie man ihn seit Schimanski im Staatsfernsehen nicht mehr gesehen hat. Aber hier geht es nicht um ihn als Darsteller oder Regisseur, hier geht es darum, dass die Hatz auf ihn eröffnet ist.

Denn er hat – böseböse – Kritisches zu sagen gewagt

Natürlich, die aktuelle Kampagne zielt auf persönliche Dinge. Alkoholiker soll er sein, unfreundlich am Set, einer, der seine Mitarbeiter schlecht behandelt. Ich kann das nicht beurteilen. Kann sein, kann nicht sein. In Internetforen melden sich Leute zu Wort, die ihn kennengelernt haben und begeistert über seine nuschelnde Freundlichkeit waren.

Aber der eigentlich Grund für die Jagd auf den Schauspieler ist nach Ansicht vieler Bürger seine Haltung zur Corona-Impfung.

Da ist Schweiger in einem Youtube-Film „Die andere Wahrheit“ aufgetreten. Darin sagte der „Keinohrhase“-Star zum Beispiel, für Kinder sei das Virus „absolut harmlos“. Oder, dass die Gefahr „so einer Impfung, die man nicht erforscht hat“ ungleich höher sei als die Gefahr durch das Virus selbst. Schweiger wörtlich: „Deswegen halte ich das persönlich für entsetzlich. Entsetzlich finde ich das.“Als er im Netz dann auch noch von sogenannten „Querdenkern“ gelobt wurde, war klar, dass Til Schweiger ein ernstes Problem bekommen würde.

Irgendein Anlass lässt sich bei jedem finden. Ich bin seit 45 Jahren Journalist, glauben Sie mir das!

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Jetzt soll er miese Stimmung am Filmset für den zweiten Teil von „Manta, Manta“ verbreitet haben. Als ihn ein Mitarbeiter bei Dreharbeiten auf seinen angeblich alkoholisierten Zustand ansprach, habe Schweiger dem Mann ins Gesicht geschlagen.

Sollte es so gelaufen sein, ist das nicht in Ordnung. Dann kann man zum Beispiel eine Anzeige erstatten wegen Körperverletzung oder zivilrechtlich auf Schadenersatz klagen. Aber so läuft das heute nicht. Wenn man einen Prominenten zur Strecke bringen will, dann geht man zum „Spiegel“ und packt aus. Wahres, Unwahres, wer weiß das schon?

Ich hoffe, Til Schweiger kommt irgendwie davon, denn so viele echte Stars haben wir in Deutschland auf der Leinwand ja nicht.

Aber niemand sollte in einer freien Gesellschaft für seine oder ihre Meinung bestraft werden. Das passiert in Diktaturen, nicht bei uns, nicht in Deutschland. Und wir müssen alles tun, damit Freiheit wirklich für jede Meinung gilt. Auch für die, die einem selbst nicht gefällt. Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden…. Das gilt!