10 Jahre Abenteuer Meinungsfreiheit – das soll so bleiben

Liebe Leserinnen und Leser,

echt was los in diesen Zeiten hier auf dem Blog, oder? Das Forum explodiert nahezu vor teils hitzigen Beiträgen und Gegenreden. Und das ist ja genau der Sinn eines solchen Blogs und Forums.

Wir unterscheiden uns von manchen anderen Blogs allerdings bisher deutlich im Stil. Persönliche Beleidigungen und Schmähungen hatten wir hier nie. DENKEN ERWUENSCHT existiert seit zehn Jahren, und ich habe in dieser Zeit genau neun Leute blockiert – NEUN! Und nur wenige werden sagen können, dass Klaus Kelle andere Meinungen zensiert oder unterdrückt. Einer von den neun Leuten hatte mir sogar Prügel angedroht…

Dieser Blog hat eine bürgerlich-konservative Ausrichtung, aber keine Agenda. Wir diskutieren, wir halten auch andere Meinung aus. Was Sie denken oder wählen, das ist allein Ihre Sache. Abenteuer Meinungsfreiheit hat die Wochenzeitung Junge Freiheit mal als Slogan gewählt. Besser kann man es nicht formulieren.

Tun Sie mir einen Gefallen, lassen Sie es uns weiter so halten wie bisher! Ich will Sie nicht zu irgendwas bekehren. Aber ich würde es auch begrüßen, wenn Sie mit zugestehen, dass ich den mörderischen Angriffskrieg Putins auch in Zukunft klar als das benennen darf, was er ist.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle




Warum gibt sich Alice Schwarzer für so ein Theater her?

Um zu erkennen, warum die gestrige Demonstration von Wagenknecht und Schwarzer eine einzige Peinlichkeit war, reichte ein kurzer Blick über die Menschenmenge in Berlin. Bei der sollte es ja angeblich um Frieden für die Ukraine gehen, behaupteten die Initiatorinnen. Frieden für die Ukraine – aber es war nicht eine einzige Ukraine-Fahne zu sehen. Nicht eine.

Stattdessen sammelte die Polizei vor Ort zahlreiche Fahnen der Russischen Föderation von den Demonstranten ein, die Winkelemente für den Agressor schwenken wollten. Diese ganze Veranstaltung gestern war eine Farce, und wenn Sarah Wagenknecht und Jürgen Elsässer aus langjähriger Verbundenheit zu Moskau so etwas machen, um die öffentliche Stimmung in Putins Sinne zu beeinflussen, kann man das noch nachvollziehen.

Aber dass eine beeindruckende Frau wie Alice Schwarzer sich als öffentliches Auhängeschild für dieses Kasperletheater hergibt, das ist schon beschämend. FOCUS-Journalist Jan Fleischhauer hat heute dazu die Sätze geschrieben, denen ich nichts hinzuzufügen habe:

„Anders als viele meiner Altersgenossen habe ich Schwarzer immer bewundert – für ihren Mut, ihre Frechheit, auch ihren Starrsinn. Ohne Schwarzer hätte es den Feminismus so in Deutschland nicht gegeben, jedenfalls nicht so schnell. Sie hatte ja außerdem meist recht. Sie sehen, mich verbindet ein starkes sentimentales Band mit dieser Frau.

Aber dann stieß ich vor zwei Wochen beim Surfen im Netz auf ein Video, in dem sie neben Sahra Wagenknecht stand und ein „Manifest für den Frieden“ vorstellte. Beide Frauen lachen in die Kamera. Sie knuffen und herzen sich. Vor allem Schwarzer scheint bester Stimmung. „Manche von euch sind vermutlich überrascht, mich hier mit Sahra Wagenknecht Schulter an Schulter zu sehen“, sagt sie strahlend in die Kamera.

Mir geht das Bild der lachenden Alice seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Immer wenn ich Meldungen aus der Ukraine lese, sehe ich diesen Ausbund an guter Laune. Es ist wie ein Fluch. Ich lese über gefallene Soldaten oder verschleppte Kinder – und zack ploppt das Bild der fröhlichen Alice vor meinem geistigen Auge auf.

Worüber lacht Frau Schwarzer? Was verschafft ihr so gute Laune? Sie selbst sagt, dass es einen sehr ernsten Grund für ihre Intervention gebe, nämlich das Sterben und die Zerstörung in der Ukraine. Das sind ihre Worte. Aber sie stehen in eigenartigem Kontrast zu ihrem sonnigen Auftritt.“

Den ganze Text von Fleischhauer lesen Sie hier




53 Stimmen sind der seidene Faden, an denen Giffeys Hoffnungen hängen

Morgen wird in Berlin das amtliche Endergebnis der jüngsten Abgeordnetenhauswahl verkündet. Dass die CDU klar gewonnen hat, bestreitet niemand. Immerhin. Aber wer wird zukünftig regieren?

Wenn ich wetten müsste, dann würde ich sagen: Franziska Giffey und ihre Verlierer-Koalition. Weil Linke so sind, wie sie sind. Weil sie sich an die Macht krampfen mit einer Brutalität, die der der Bürgerlichen vielfach überlegen ist. Wenn es rechnerisch reicht, dann sichern sich Rote und Grüne die besten Plätze an der Futterkrippe.

Vergangene Woche sprach ich mit einem aus dem inneren Kreis der Beliner CDU. Die glauben weiter an ein Wunder.

Weil die SED/Linke die Messlatte mit ihren Verstaatlichungsphantasien so hoch gelegt hat, dass Giffey das eigentlich unmöglich mitmachen kann.

Weil sich Giffey und Jarasch nicht mögen, weil sie sich im Zickenkrieg befinden um den roten Stimmenvorsprung vor 53 Stimmen (!) bei 1,5 Millionen Wählern. Allein diese 53 Stimmen sind der Faden, an dem Giffeys letzte Hoffnung hängt, Regierende Bürgermeisterin zu bleiben.

Warten wir es ab…




Zum Tod von Corinna Miazga

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga ist tot. Sie starb an den Folgen eines jahrlangen Brustkrebsleidens, und obwohl wir uns kannten, war es nicht so eng, dass ich mich berufen fühle, einen umfangreichen Nachruf zu schreiben. Dass ich überhaupt etwas dazu schreibe, zeigt nur, dass mich die Todesnachricht vorhin wirklich berührt hat, denn wie so viele andere habe ich immer gehofft, dass es ein gutes Ende für Corinna geben würde.

„Im Herbst 2020 machte sie eine Brustkrebserkrankung öffentlich, die später als geheilt galt“, steht heute immer noch auf Wikipedia.

Ich hatte sie völlig zufällig an dem Tag angerufen, an dem sie wohl die furchtbare Prognose erhalten hat. Sie ging an ihr Handy und sagte, sie sei gerade beim Arzt wegen schlimmer Rückenschmerzen und rufe mich zurück, wenn Sie aus der Praxis herauskomme.

Sie rief nie wieder zurück, reagierte auch nicht auf WhatsApp-Nachrichten mit der Frage nach ihrem Befinden oder auf Glückwünsche zum Geburtstag.

Corinna Miazga aus Oldenburg, die später bayerische Landesvorsitzende wurde, war eine Realpolitikerin. Eine, die ihre selbst gewählte Aufgabe, unserem Land zu dienen, sehr ernst nahm. Eine von der Art, von der Deutschland mehr brauchen würde.

Ruhe in Frieden, Corinna!




Alte Frau nachts um 3 Uhr an der Bushaltestelle ausgeraubt

Vier „junge Männer“ haben eine obdachlose Frau an der  Bushaltestelle „Obertürkheim Bahnhof“ in Stuttgart angegriffen. Die 67-Jährige saß um 03.25 Uhr allein dort in der eisigen Kälte. Laut Polizei gingen die Täter auf die Frau zu, drückten ihren Kopf gewaltsam nach hinten und hielten ihr die Augen zu. Dann klauten sie ihr das bisschen Geld, was in der Jackentasche steckte, und flüchteten.

Es gelang der Polizei, einen der Typen zu finden und festzunehmen. Der 27-Jährige wurde nach der Vernehmung wieder freigelassen. Die anderen drei Männer flüchteten. Sie wurden als zirka 25 Jahre alt und dunkel bekleidet beschrieben. Falls Sie die Herren also kennen sollten, rufen Sie bitte unter der Telefonnummer 0711-89905778 die Kripo an.

Ob sich irgendjemand um die arme Frau gekümmert hat, oder ob sie da immer noch sitzt, wurde nicht mitgeteilt.




Verfassungsrichter geben AfD Recht – und was passiert jetzt konkret?

Der Ausschluss der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung von der staatlichen Förderung hat die Partei 2019 in ihrem Recht auf Chancengleichheit verletzt. Das ist heute höchstrichterlich entschieden worden. Es ist gut für die AfD und es bestärkt mich in meiner Auffassung, dass Deutschlands Gerichte immer noch frei in ihren Entscheidungen sind.

Aber…

Was folgt denn ganz konkret aus dieser höchstrichterlichen Erkenntnis?

Ein Eingriff in die Chancengleichheit sei nur durch ein besonderes Parlamentsgesetz zu rechtfertigen, urteilten die Verfassungsrichter. Ein solches gibt  es aber noch nicht. Ergo: Dann müsst ihr jetzt mal eins machen, liebe Damen und Herren Abgeordneten des Deutschen Bundestages!

Aber….

Das kann natürlich dauern, und gut Ding will Weile haben, wie der Volksmund das formuliert.

Während sich CDU, CSU, SPD, Grüne, FDP und SED schamlos an im Jahr 660 Millionen Euro Steuergeld bedienen, bekommt die Oppositionspartei AfD, die derzeit in Umfagen bei 16 Prozent Zustimmung liegt, keinen Cent.  Und wenn Sie jetzt denken, Umfragen sind nicht der Maßstab, dann haben Sie recht. Aber Wahlergebnisse sind es, und die AfD ist außer in Schleswig-Holstein in allen Landtagen, dem Bundestag, dem EU-Parlament vertreten. Und in zahllosen Stadträten und Kreistagen. Und man versucht so zu tun, als seien diese Leute und ihrer Wähler nicht da.

Kennen Sie das Lied des früheren DKP-Barden Franz-Josef Degenhardt „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern…“? So ähnlich verhalten sich die sogenannten etablierten Parteien, die der AfD das ihr zustehende Geld verweigern, einfach, weil sie es können.

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Ich habe viel mit Abgeordneten des Bundestages zu tun, naturgemäß vor allem von der Union und der AfD. Da wird viel geredet, was – vorher vereinbart – nicht geschrieben oder gesendet wird. Ich treffe immer wieder, das kann ich ohne konkreter zu werden sagen, Nicht-Afdler, die offen bekennen, dass der Umgang mit „den Blauen“ nicht fair ist, nicht den einfachsten demokratischen Regeln entspricht.

Nun werden sie erstmal weiter verhandeln, die Bundestagsparteien haben gerade Wichtigeres zu tun, bald ist dann auch wieder Bundestagswahl und dann nehmen wir dass mal in aller Ruhe in Angriff. Währenddessen stecken sich alle anderen – auch die linksradikale SED – jedes Jahr viele  Millionen in die Taschen. Und die AfD schaut ins Leere…ach halt, klar, die sind ja rechts irgendwie…

Ist das eigentlich inzwischen verboten?

Sie werden das Verfahren so lange hinziehen, wie es nur irgendwie möglich ist. Sie werden der AfD weiter Ausschussvorsitzende verweigern, einen Platz im Präsidium des Bundestages auch noch bei der 100. Abstimmung. Und sie zertrampeln damit alle demokratischen und rechtsstaatlichen Regeln, auf die wir alle ja so stolz sind, mit ihren Füßen.

Wenn Sie nicht verstehen, warum immer mehr Leute nicht mehr wählen, dann schauen Sie sich an, wie eine politische Mehrheit in Deutschland mit diesem ungewünschten Mitbewerber AfD umgeht!




Karneval 2023…von Eierlikör, Geschlechtsverkehr und „Arschlöchern“ in der Bütt

Gestern Abend habe ich unseren Sohn von einer ganztägigen Sause beim Straßenkarneval am Niederrhein abgeholt. Er hatte…ein bisschen was…getrunken und ist aber so schlau, dann nicht aufs Motorrad zu steigen, sondern den Alten anzurufen. „Papa, magst Du mich abholen?“, schreibt er dann auf WhatApp, eine interessante Formulierung, die er häufiger benutzt. Und Papa mag dann natürlich seinen Film unterbrechen und losfahren. Dafür gibt’s uns….

Ich selbst habe vorhin beim Brötchenholen einen Berliner erworben mit Vanillecreme und Eierlikör. Helau! Das war es dann für mich in dieser „Session“, wie man das hier nennt.

Karneval, Sie wissen das ist nicht so meins

Ich habe aber auch gar nichts dagegen, zumal es ein zutiefst katholisches Fest ist, was aber kaum einer der betrunkenen Leute weiß, die torkelnd und lallend durch die Altstadt-Gassen unterwegs sind und mit brüchiger Stimme „Die Karawane zieht weiter, dä Sultan hätt Doosch! …“ krächzen. Kulturvolk durch und durch.

Aber, wie der Kölner sagt, man muss auch jönne könne. Und das tue ich, wenn ich mir auch wünschen würde, dass es weniger Schlägereien und Schnapsleichen dabei gäbe. Karneval ist ebenso wie Schützenfest nicht meins. Für ersteres bin ich als (einst) evangelischer Ostwestfale nicht sozialisiert worden. Wenn am Rosenmontag in Bielefeld vor 40 Jahren einer mit Papnas auf der Straße rumgelaufen wäre, hätte man 110 gerufen…

Dennoch war ich in meiner Kölner Zeit immer mal wieder mittendrin. Der große kommerzielle Sitzungskarneval ist dabei Zeitverschwendung, Nepp oder wie immer Sie das nennen wollen. Fünf Stunden lang weitgehend blöde Büttenreden hören, unverschämt teuren Wein trinken, angeblich Chardonnay, wo nach einer halben Stunde alle am Tisch Kopfschmerzen haben – das habe ich alles durch. Soll machen, wer Spaß dran hat.

Eine Kneipenwirtin am Chlodwigplatz in der Kölner Südstadt erzählte mir mal, dass sie über Karneval für des Benutzen der Toilettenin ihrem Laden von jedem  2 Euro kassiere. „Hier kommen immer wieder kostümierte Paare und gehen durch das Gastraum gezielt „nach hinten“, um dort Sex auf dem Klo zu haben oder das, was manche Menschen dafür halten.

Bei der traditionsreichen SWR-Festsitzung mit dem Titel „Mainz bleibt Mainz“ hat sich gerade ein sogenannter „Komiker“ mit dem Namen Lars Reichow für die Ewigkeit ins Karnevalsbuch eingetragen. In einer sogenannten „Büttenrede“ sagte der „Karnevalist“ wörtlich:

„Die AfD ist eine nutzlose, rassistische und extremistische Partei, geführt von radikalen, gescheiterten und gestörten Persönlichkeiten. Und ich darf das hier ganz klar sagen: Die AfD-Fraktion im Bundestag ist ein Haufen ungehobelter Arschlöcher.“

Und das Publikum im liebenswerten Südwesten unserer Republik?

Es grölt begeistert wie seine Vorfahren 1943 im Berliner Sportpalast.

Stellen Sie sich mal vor, was los wäre, würde ein Büttenredner im Fernsehen so einen Satz über Baerbock, Scholz und Roth formulierten! ARD-Brennpunkt? ARD-„Aufsichtsgremien“ in Dauer-Krisensitzung, Rücktritte, Hausdurchsuchungen mit SEK beim Büttenredner wären das Mindeste. Aber hier sind es ja nur die AfD und Millionen ihrer Wähler, deren GEZ-Grbühren man gern kassiert, um Idioten ihre Honorare bezahlen zu können.

Und deshalb, um Ihnen zu beweisen, dass auch Ostwestfalen Karneval können: Herr Reichow, was sind Sie bloß für ein Arschloch? Tätä, Tätä, Tätä…Helau!

Beim Schützenfest in meiner ostwestfälischen Heimat ziehen sich Honoratioren der Stadt einmal im Jahr grüne Uniformen an, um mit Holzgewehren durch die Straßen zu marschieren. Dann nehmen sie Aufstellung auf dem Salzhof zur Befehlsaufgabe. Kommandos werden gebrüllt, als ginge es danach ab in den Domnbass. Und anschließend saufen sie sich im Festzelt zünftig den Kopf zu. Und wenn einer aus dem Nachbardorf zufällig mifeiern durfte und zu später Stunde seine Hand vorsichtig aber zielgerichtet in den Ausschnitt von Ursel schob, dann war schnell die ganze Dorfjugend aus dem Nachbarort zur Stelle, um die lange verlorene Jungfräulichkeit von einer der ihren mit Holzknüppeln zu verteidigen. Ach, wie ich deutsche Sitten und Gebräuche liebe.

Meine Sache sind diese Volksbesäufnisse nicht, es sei denn, sie finden in meinem Fußballstadion statt. Auf der Südtribüne. Da gibt’s auch alles wie beschrieben. Wir haben ein Kostüm an, besaufen uns und singen und die Preise für Bratwurst und Bier steigen regelmäßig. Nur auf Typen wie Lars Reichow verzichten wir gern am teutoburger Wald.

Jeder muss wissen, wo er sich auslebt.

Es wäre schön, wenn Sie den Rosenmontag nutzen, um für solche Beiträge mal eine kleine Spende zu veranlassen: PayPal @KelleKlaus und Überweiosung DE18 1005 0000 6015 8528 18.




Luxemburg droht China

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat China in einem Interview vor Waffenlieferungen an Russland gewarnt.

Das Großherzogtum Luxemburg hat 640.000 Einwohner, weniger als die Hälfte von Hamburg.

China hat ungefähr 1,5 Milliarden.

Klingt ein bisschen grotesk, Asselborns Warnung, oder?

Ich meine, mit was will Luxemburg drohen, sollte man Asselborn in Peking einfach nicht zuhören, was wahrscheinlich ist?

«Das wäre eine Wende – und nicht zum Guten», sagte Asselborn im Deutschlandfunk weiter, und da hat er natürlich recht. Wenn China als großer Spieler auf dem Globus massiv Waffen an die heruntergekommene Putin-Armee liefert, könnte das zu einem Game-Changer werden, wie man das jetzt nennt in unseren modernen Zeiten. Und, da gerade Chinas Außenminister bei der Münchner Sicherheitskonferenz einen neuen umfassenden Friedensplan für die Ukraine angekündigt hat, wären darauf folgende Waffenlieferungen an Russland ein weiterer Beleg für ein durch und durch  verlogenes System.

Es sei denn, der Westen legt dann auch nochmal kräftig nach. Die Spirale der Gewalt würde sich immer schneller drehen. Und das kann auch niemand von uns Deutschen wollen.




Wegschauen, wenn nebenan die Hütte brennt? Ist die Schweiz eine „Nutte“?

In Friedenszeiten und wenn die Sonne scheint, dann ist es schön zu sagen, man ist neutral, oder? Man ist zu nichts verpflichtet, hält sich aus allem raus und macht nebenbei gute Geschäfte. Ist Ihnen bei dieser Beschreibung auch spontan unser sympathisches Nachbarland Schweiz eingefallen? Mir schon.

In der Schweiz ist gerade eine heftige Debatte ausgebrochen in der Bevölkerung. Wie Schweden und Finnland zuvor hat man jahrzehntelang allen Verlockungen widerstanden, die eigene militärische Neutralität aufzugeben und sich einem Bündnis/Staatenbund anzuschließen. Doch Russlands Angriffskrief gegen die Ukraine und die täglich auf allen Kanälen übertragenen Grausamkeiten der russischen Invasoren haben auch in der Schweiz bei Vielen ein Umdenken bewirkt.

Die Schweiz hat sich erstmals 1815 darauf verständige, neutral sein zu wollen. Konkret: Die Eidgenossen halten sich aus Kriegen heraus, schlagen sich auf keine Seite einer Kriegspartei und liefern keine Waffen in Staaten, die in einen Krieg verwickelt sind.

Angesichts einer deutlich pro-ukrainischen Stimmung auch in der Bevölkerung der Schweiz scheinen die lange geltenden Regeln nun aufzuweichen. Die beiden Sicherheitsausschüsse des Parlaments haben gerade empfohlen, die bestehenden Vorschriften zu lockern. „Wir wollen neutral sein, aber wir sind Teil der westlichen Welt“, sagte Thierry Burkart, Präsident der liberalen FDP.

Er hat beantragt, die Weitergabe von Waffen an Länder mit ähnlichen demokratischen Werten wie die Schweiz zu ermöglichen. „Wir sollten nicht das Vetorecht haben, andere daran zu hindern, der Ukraine zu helfen“, sagte Burkart zur Nachrichtenagentur Reuters.

„Wenn wir das tun, unterstützen wir Russland, was keine neutrale Position ist“

So ist es. Und betroffen sind neben Dänemark, denen die Schweiz die Ausfuhr von Schützenpanzern aus heimischer Produktion ebenso verweigert hat, wie sie Deutschland keine Munition für unsere Flugabwehrpanzer Gepard mehr verkaufen, die an Kiew geliefert wurden.

Das hat in Berlin für mächtige Verärgerung gesorgt.

Gute Geschäfte mit den europäischen Staaten abschließen, und sich ansonsten einen schlanken Fuß machen, das ist in diesen Zeiten nicht mehr akzeptabel.

Denn die Schweiz kann nur deshalb „neutral“ sein, weil sie militärisch bestens eingebettet ist vom mächtigen NATO-Bündnis. Da kann man schön zu Hause sitzen mit einem Sturmgewehr im Wohnzimmerschrank und Käsefondue zelebrieren, weil man ja weiß, dass es nie einen Verteidigungsfall geben wird, weil Angreifer, die sonst nicht bis nach Zürich kommen, erstmal an der NATO vorbeimüssen. Und das ist gar nicht so einfach…

„Kim Jong Un hat doch sogar in der Schweiz studiert“, empört sich vorgestern mein Freund Christian beim Feierabend-Treffen mit mir in der Düsseldorfer Cigarworld Lounge. Die russischen Oligarchen horten in der Schweiz unbelangt Milliarden, Waffenhändler, Diktatoren, islamische Terrorstaaten – alle haben ihre Nummerkonten, alle haben eine  sicheren Hafen in der Schweiz. Nur wenn Olaf aus Deutschland anruft, um Munition zu bestellen, dann sind sie – leider, leider – neutral.

Es geht so nicht weiter, das merken inzwischen auch immer mehr Schweizer

Im vergangenen Jahr veröffentlichte ein Verbund internationaler (Mainstream-)Medien (darunter die Süddeutsche Zeitung, WDR und NDR) Daten der Credit Suisse, immerhin die zweitgrößte Bank der Schweiz, nach denen das Geldinstitut  über viele Jahre hinweg korrupte Autokraten, Kriegsverbrecher, Menschenhändler und Drogendealer als Kunden akzeptiert hatte.  Die geleakten Unterlagen betrafen Konten von mehr als 30.000 dubiosen Kunden aus aller Welt. Die Credit Suisse reagierte hilflos mit dem Hinweis, dass die meisten dieser Konten inzwischen geschlossen worden seien.

Denken Sie auch an die Rolle Schweizer Banken bei Steuerhinterziehung wohlhabender Deutscher in Milliarden-Höhe vor einigen Jahren, die über den Umweg Schweiz organisiert wurden! Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte zu dem Thema bei einem G20-Gipfel damals den schönen Satz, man müsse die Kavallerie nicht ausreiten lassen; die Indianer müssten nur wissen, dass es die Kavallerie gibt. Und meinte mit den Indianern die geschäftstüchtigen schweizer Banker. Da war die Empörung groß bei den Eidgenossen, doch im Grunde hatte Steinbrück natürlich recht.

Und nur der Vollständigkeit halber:

Während des Zweiten Weltkriegs kauften Schweizer Banken tonnenweise geraubtes Gold von den Nazis gegen harte Devisen, mit denen das Dritte Reich militärisch wichtige Rohstoffe aus dem Ausland besorgte. Neutralität? Keine Spur. Geld stinkt ja bekanntlich nicht. Und das geraubte Gold stammte zu einem großen Teil von jüdischen Holocaust-Opfern, die man zuvor umgebracht hatte.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich mag die Schweiz, wirklich. Aber in Zeiten schwerer Krisen oder gar eines großen Krieges wie derzeit kann man sich vielleicht als Einzelperson entscheiden, nicht mitzumachen – jedenfalls in der westlichen Welt. Aber als Staat? Das ist nicht akzeptbal. Auch nicht für die Schweiz.

Wenn man sich selbst zur westlichen Wertegemeinschaft zählt, dann kann man sich nicht feige wegducken und gleichzeitig beide Hände aufhalten. Die Vorteile der EU mitnehmen, aber keine Verpflichtungen eingehen. Die Sicherheit durch das westliche Bündnis mitnehmen, ohne einen eigenen Beitrag zu leisten. Und dann aber Geld waschen und aufbewahren für die Mordbuben dieser Welt.

Christian greift, als wir aufbrechen am Donnerstagabend, in der Düsseldorfer Lounge zu seinem Glas, um die letzten Tropfen peruanischen Rums zu genießen. Und er sagt: „Klaus, die Schweiz ist eine Nutte….“

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Warum stürzte Marina aus dem Fenster im 16. Stock?

Irgendwas ist mit den Fensterrahmen in Russland nicht in Ordnung. Dauernd stürzen da Leute plötzlich aus den Fenstern. Im vergangenen Jahr immer mal wieder Energiemanager der staatlichen Gas- und Öl-Multis, einer auch mal aus einem Fenster der russischen Botschaft in Berlin, und jetzt traf es Marina Yankina (58), hochrangige russische „Verteidigungsbeamtin“, was immer das sein soll.

Nach Presseberichten war sie für die Finanzierung von Putins Krieg zuständig, leitete eine Abteilung des Verteidigungsministeriums im westlichen Militärbezirk von St. Petersburg. Die Polizei fand ihre Leiche unter den Fenstern eines Hochhauses in der Zamshina-Straße im  Stadtteil Kalininsky.

Die Behörden erklärten, es handele sich wahrscheinlich um einen Suizid. Wie immer halt.

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