Patriotismus und Selbsthass passen nicht zusammen

Es ist also genauso gekommen, wie Spötter das erwartet und zunehmend auch öffentlich artikuliert haben. Fußball-WM in Katar, erstes Spiel der Vorrunde, Klatsche gegen Japan. Und wer sich am Abend das 7:0 unseres nächsten Gruppengegners Spanien gegen Costa Rica angeschaut hat – den beschleicht eine Ahnung, dass am Sonntagabend im deutschen Mannschaftsquartier schon die Reisetaschen gepackt werden könnten.

Uli Hoeneß, sozusagen der Vater aller deutschen Fußballmanager, hat es heute in einem RTL-Interview klar ausgesprochen:

„Die WM, wie sie sich derzeit darstellt, wird auf jeden Fall kein Erfolg sein, das ist jetzt schon klar, und sie wird dem Fußball insgesamt auf jeden Fall schaden.“ Amen!

Aber so einfach wollen wir es uns nicht machen. Der Bayern-Ehrenpräsident klagt nämlich nicht nur über das Ansehen der globalen Sportveranstaltung, über sinkende Zuschauerzahlen in den Stadien und vor dem TV-Bildschirmen. Er sagt auch:

„Jahrelang hatte man Zeit genug, die Dinge anzusprechen und die entsprechende Macht auszuüben. Ich glaube, die europäischen Verbände haben überhaupt noch nicht erkannt, welche Macht sie wirklich haben.“

Und das ist der Punkt. Jetzt sind alle gratismutig. Die Mannschaft, unsere Nationalmannschaft, macht sich mit der Beteiligung an der selten dämlichen Binden-Diskussion zum Gespött selbst gutwilliger Fußballfans. Rund um die Uhr wird über fehlende Vielfalt bei der WM und Homosexuellenrechte in Katar in den Medien palavert. Rundfunkmoderatorinnen, deren Namen ich noch nie vorher gehört habe, schaffen es auf Titelseiten, weil sie im Studie diese alberne Binde tragen, die den Sportlern von der FIFA verboten wurde. Und Bundesinnenministerin Nancy Faeser ist besonders mutig und trägt die Armbinde in der Ehrenloge neben dem peinlichen FIFA-Päsidenten. Wo seid Ihr alle die vergangenen zwölf Jahre gewesen?

Was soll das alles? Ein einziges Kasperletheater, und Deutschland ganz vorn dabei.

Wie Sie wissen, teile ich die Kritik an all dem und noch vielen anderen Dingen im Zusammenhang mit dieser Fußball-WM. Aber ich bin auch Fußballfan, und ich bin Deutscher.

Vorhin war es ein bisschen so wie früher – für 45 Minuten wenigstens und ohne Grill. Mit ein paar Freunden vor der Glotze, Deutschland gegen Japan, Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft. Bier auf dem Tisch (König Ludwig Hefeweizen), Siegeszigarren griffbereit. Die erstes Halbzeit unserer Mannschaft war richtig gut, schnell, ballsicher, bestens eingestellt. Wer da etwas anderes gesehen hat, der hat vom Fußball nicht den Hauch einer Ahnung.

Was man den Männern im deutschen Trikot vorwerfen kann, ist einzig, dass sie nach dem 1:0 nicht nachlegen konnten. Meine kühne Behauptung, die wir nie belegen können werden: Wäre das zweite Tor kurz vor der Halbzeit nicht aus einer Abseitsposition gefallen, und die Jungs wären mit 2:0 zum Pausentee gegangen, dann hätte die deutsche Mannschaft das Ding gewonnen, vielleicht letztlich sogar noch 3:0. Und Deutschland läge im Siegestaumel. Aber hätte, hätte, Fahrradkette…

Es kam anders, wie Sie wissen.

Die Japaner kamen auf den Platz zurück, rannten und dribbelten und kämpften, als ginge es um ihr Leben. Sie wollten das Spiel gewinnen. Sie zeigten diesen unbändigen Willen, den man früher bei deutschen Mannschaften bewundert hat. Und sie siegten, völlig verdient mit 2:1 gegen unsere Helden, die dafür bei Armbinden und Haltungsgesten aber stilbildend sind.

Viel spricht dafür, dass am Sonntag gegen Spanien für die deutsche Mannschaft Schluss sein wird. Spanien und Japan kommen weiter, die Deutschen fliegen mit ihren ungetragenen Armbinden nach Hause.

Was mich aber bei all dem stört, ist die Häme eines nicht unerheblichen Teils des Publikums gegen die deutsche Mannschaft.

Das macht man nicht. Auch wenn ich das ganze Theater um Manuel Neuer und Oliver Bierhoff und die FIFA und den DFB und die Armbinde und die Hände vorm Mund für ätzend, ja lächerlich, halte, ist dies unsere deutsche Fußballrepräsentanz in aller Welt. „Unsere“ Nationalmannschaft. Und ich weiß nicht, wie man sich als Patrioten verstehen kann und dann unbedingt will, dass die eigene Mannschaft verliert. Da ist dann der Punkt, wo ich nicht mitgehe.

Wenn man „Deutschland zuerst!“ fordert, und aber gleichzeitig hofft, dass unsere Mannschaft in der Vorrunde ausscheidet, dass es im Winter in unseren Wohnungen kalt bleibt, oder – wie neulich ein Vollhonk auf Facebook schrieb – dass „die Russen gleich durchmarschieren bis zum Rhein“, dann ist man nichts eeniger als ein Patriot.

Und im Übrigen: Die deutsche Mannschaft hat noch immer alle Chancen, das Turnier erfolgreich zu bestreiten. Wir werden im Winter beheizte Wohnungen haben in Deutschland. Und die Russen kommen augenscheinlich nicht mal an Cherson vorbei. Also: den Superpatrioten spielen, aber gleichzeitig hoffen, dass alles zusammenbricht, das ist vollkommen unlogisch.

 




Die nächste bitte: Joana Cotar verlässt die AfD

Die hessische Bundestagsabgeordnete Joana Cotar verlässt die AfD, zu deren Gründern in Hessen sie vor zehn Jahren zählte. Cotar ist das, was man eine Realpolitikerin nennt, sie interessiert sich für das, was im Parlament diskutiert und beschlossen wird, auch abseits der großen gesellschaftlichen Aufregerthemen. Eine engagierte Politikerin, die sich zuletzt intensiv in das wichtige Zukunftsthema Digitalisierung eingearbeitet hatte.

In den vergangenen Jahren gehörte Cotar zu den profiliertesten Politikern in ihrer Partei gegen den Rechtsruck durch das Erstarken des Höckeschen „Flügels“. Im Bundesvorstand kämpfte sie an der Seite ihres (damaligen)Vorsitzenden Jörg Meuthen gegen die Träumer von der völkischen Idylle. Und mit Abscheu schaute sie zunehmend auf das, was man in der AfD nicht nur hinter vorgehaltener Hand als „Beutegemeinschaft“ bezeichnet: den Kampf um Mandate, Pöstchen und Staatskohle.

Joana Cotar war denen lästig, die in der AfD heute den Ton angeben. Nicht wenige werden froh sein, dass die Frau aus Hessen nun nicht mehr mit am Fraktionstisch sitzt, die immer so störende Fragen stellte, und die es sogar vor der vergangenen Bundestagswahl wagte, zusammen mit dem Ex-General Joachim Wundrak als alternatives Duo gegen Chrupalle/Weidel um die Spitzenkandidatur anzutreten – allerdings erfolglos.

Joana Cotar war lästig in der AfD, aber sie war wichtig, weil sie für offenen Meinungsstreit stand und keiner politischen Keilerei aus dem Weg ging. Wie es jetzt weitergeht mit ihr? Zumindest ich weißt es (noch) nicht. Im Bundestag wird sie wohl bleiben. Ob sie sich später politisch weiter engagiert? Ich halte das eher für unwahrscheinlich. Denn Joana Cotar ist finanziell nicht abhängig von Mandaten und der Politik. Es gibt noch ein Leben da draußen…




Unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung

Heute Morgen war die Kirche wieder randvoll, die Sitzbänke reichten nicht aus bei uns in der Gemeinde. Lag es am Christkönigsfest? Ich nehme an, es hatte wohl eher mit der Firmung von einigen Dutzung jungen Christen zu tun, die sich bewusst für ein Leben mit Gott entschieden haben. So ist jedenfalls der Plan. Und ich hoffe, das ist der Antrieb wenigstens von Einigen.

Ich muss zugeben, irgendwo hinten, inmitten der Gläubigen ohne Sitzplatz, kam mir beim Blick auf die sicher 300 – nennen wir sie – Gläubigen kurz der Gedanke: Wie viele von diesen Menschen leben ihren Glauben wirklich noch, jedenfalls so konsequent wie möglich? Ich hatte eher den Eindruck, dass mehr als die Hälfte Verwandte und Freunde der Firmlinge waren, deren Gedanken abschweiften zum anschließenden Mittagessen im Gasthaus in der Nachbarschaft. Vielleicht tue ich den Brüdern und Schwestern auch Unrecht. Aber ich denke immer mal auch am Heiligen Abend, warum sind all die vielen Menschen hier, die ich sonst nie sehe? Klar, Tradition, aus Rücksicht auf die Oma und so weiter, ich kenne die Erklärungen alle.

Ich habe seit ungefähr vier Jahren den Eindruck, dass es bei der christlichen Basis in unserem Land einen deutlichen Umbruch gibt. Der drückt sich selten im Gottesdienst in der Kirchengemeinde aus – leider. Aber bei den evanglischen Freikirchen und bei den neuen Geistlichen Gemeinschaften in der Katholischen Kirche. Ich bin da viel unterwegs und staune wirklich, was alles unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung heranwächst, jung und tiefgläubig.  Gezetter über Segnung der Homo-Ehe und Abendmahl für alle ist da überhaupt kein Thema. Bischofsstreit über den „Synodalen Weg“? Nur etwas für die immer gleichen Lobbygruppen und Funktionäre a la Herrn Bätzing. Wenn interessiert das, was die erzählen?

Es geht um Jesus Christus, nicht um Kirchensteuern und Klimarettung. Glauben Sie mir: Wenn Sie sich einmal darauf einlassen, ist es plötzlich alles ganz schlüssig….




Pfirsich-Eistee in der Wüste

Es war doch klar, dass das Ärger geben würde. Fußball-WM in einem islamisch geprägten Land Arabiens, wie naiv muss man sein, um einen solchen Austragungsort zu wählen, damit „die Welt zu Gast bei Freunden“ eine Party feiern kann? Freunde trinken zusammen Alkohol, jedenfalls die Freunde aus der westlichen Hemisphäre. Und die Freunde aus der östlichen Hemisphäre übrigens auch. Eigentlich alle außer die Freunde in Arabien.

Aber nun hat die FIFA in ihrer unendlichen Weisheit entschieden, und jetzt ist das so.

Immerhin hatte Gastgeber Katar das Zugeständnis gemacht, dass in ausgewiesenen Bereichen alkoholische Getränke an die Freunde aus aller Welt ausgeschenkt werden dürfen. Das hat der oberste Scheich nun – zwei Tage vor Anpfiff – kassiert. Und das ist nicht gut, denn Fußball und Bier – das gehört zusammen, wie ich aus eigener jahrzehntelanger Erfahrung weiß.

Eine Fußball-WM ohne Bier mit Alkohol, das ist wie der Weltkongress der Veganer in der Metzgerei an der Ecke, das ist wie die Osternachtsmesse im Kölner Dom mit Atheisten. Kurz: das ist unmöglich.

Alkoholfreies Bier soll es immerhin geben, haben wir erfahren, und ich habe in meinem wirklich großen Freundes- und Bekanntenkreis sage und schreibe EINEN, der das regelmäßig und gerne trinkt. Zählen wir die Kölsch-Freunde dazu, sind es eine Handvoll mehr.

Ich bin sehr gespannt, wie sie das durchsetzen werden in Katar, wenn England das Halbfinale erreicht und da 10.000 sehr durstige Liverpool-Fans durch Doha schlendern, denen man Pfirsich-Eistee und alkoholfreies Bier anbietet…




Runterkommen

Haben Sie schon Weihnachtsgeschenke eingekauft? Oder wenigstens die ersten Dominosteine gegessen, ein, zwei Becher Glühwein dazu?

19. November, da kann man den Blick schon mal auf die bevorstehende Adventszeit richten, oder? Aber ich bin sicher, die meisten von Ihnen haben das ebensowenig im Blick wie ich. O.k., zugegeben, vergangene Woche habe ich mir im Edeka ein paar Zimtsterne gegönnt. Weil ich die gern mag, und das Gebäck, das innerfamiliär produziert wird, noch auf sich warten lässt.

Irgendwie haben wir alle andere Sorgen jetzt: Inflation, Rezession, Krieg, und das alles nach zwei Jahren Corona-Pandemie. Aber vielleicht brauchen wir gerade jetzt ein bisschen Normalität. Runterkommen, Freunde treffen, gut essen, und raus aus dem Stress und den Sorgen. Welche Zeit im Jahr wäre da besser geeignet als die kommenden Wochen?

Nächstes Wochenende beginnt die Adventszeit. Haben Sie schon einen Kranz mit vier Kerzen besorgt?




Fußballspielen im Unrechtsstaat – was ich schauen darf oder nicht, würde ich gern selbst entscheiden

Am Sonntag beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar, und ob Ihnen oder mir das gefällt, ist vollkommen egal. Sie wird stattfinden. Die Fußball-Giganten aus Katar und Ecuador treffen dann um 17 Uhr deutscher Zeit aufeinander. Und die Einschaltquoten werden schwach sein. Wahrscheinlich sind die Pressemitteilungen der LSGTQ-Industrie, oder wie ich das nenne, der Homo-Lobby jetzt schon geschrieben.

Sie werden behaupten, dass die Fernsehzuschauer ihren starken Protest zum Ausdruck gebracht haben, dass nicht genug Regenbogen-Fahnen an den Stadien hängen. Und die Rassismus-Industrie wird bemängeln, dass  sich viel zu wenige weißhäutige Spieler entblöden und vor dem Anpfiff niederknien, weil sie diese böse, böse helle Hauptfarbe haben. Shame on us!

Aber in Wirklichkeit werden die Einschaltquoten schlecht sein, weil es ein Fußballspiel ist, das außer den Einwohnern dieser Länder keine Sau interessiert. Und auch diese Menschen interessiert Niederknien und Regenbogen null, weil sie einfach Fußball schauen wollen.

Ich bin eingeladen, am Sonntag an einer Diskussion teilzunehmen, wie wir deutschen Fußballfreunde es mit der WM in Katar halten sollten. Klar habe ich da zugesagt.

Erst einmal werde ich da meine persönliche Meinung zum Besten geben. Ich habe keinen Drang, andere Menschen zu irgendeinem Verhalten zu nötigen. Wenn Ihr Fußball gucken wollt, dann guckt es halt. Und wenn ihr kein Fußball gucken wollte, dann lasst es halt. Punkt.

Meine These ist: Der Erfolg oder Misserfolg der Fußball-WM hängt einzig von derem Verlauf ab. So einfach ist das. Ich gucke Fußball-WM seit ich lebe, das erste Mal als kleiner Klaus bewusst das Turnier 1970 in Mexiko. Gerd Müller, Franz Beckenbauer, Uwe Seeler, ich fange an zu weinen vor Freude, wenn ich an die deutschen Spiele damals zurückdenke. Viertelfinale gegen England, dann im Halbfinale gegen Italien ausgeschieden. Das waren nationale Tragödien, die sich in brütender Hitze auf dem Rasen abspielten. Und die deutsche Nationalmannschaft hieß auch noch so, nicht Das Team oder Die Bunten.

Damit Sie verstehen, was ich meine: Die Vergabe der WM durch die FIFA ist ebenso ein Skandal wie vorher die Vergabe an Russland. Ich bin absolut überzeugt, dass beide Vergaben durch massive Bestechung zustande gekommen sind. Wie ich die FIFA einschätze, werden vermutlich seit Jahrzehnten WM-Vergaben durch Korruption entschieden. Wie kam eigentlich 2006 das Sommermärchen nach Deutschland?

Wenn wir das Turnier der besten Fußballmannschaften der Welt austragen, dann kann das nicht jedesmal in Europa oder den USA stattfinden. So einfach ist das. Und kommen Sie mir nicht mit dem bösen Kommerz – ohne den gäbe es solche Turniere ebenso wenig wie die Fußball-Bundesliga, die Premier League oder Serie A in Italien. Das  ist alles ein gewaltiges Geschäft und dient nicht heren Zielen. Als aktiver Fußballfan seit 45 Jahren weiß ich, dass die jungen Millionäre auf dem Rasen einfach nur Söldner sind. Fußballprofis, Manager, Trainer kommen und gehen – das Einzige, was bei einem Verein (und der Nationalmannschaft) immer da ist und bleibt, das sind die Fans. denken Sie mal darüber nach!

Jetzt also Katar. Die hätten das Turnier niemals bekommen dürfen.

Die beuten ihre Arbeitssklaven aus Asien gnadenlos aus. Und Minderheiten wie Homosexuelle werden dort übelst diskrimiert und auch unterdrückt. Wer wollte das bestreiten? All das hätte man auch wissen können, bevor man bei der FIFA diesen Irrsinn beschlossen hat. (Und, nebenbei bemerkt, all die Gratismutigen jetzt hätten auch damals schon dagegen demonstrieren können.) Und ich bin gegen die Diskriminierung von Homosexuellen und gegen die Ausbeutung von Arbeitern. Ohne Wenn und Aber – zu 100 Prozent.

Aber ich liebe Fußball. Wer das Turnier nicht gucken will – hey, freies Land. Müsst Ihr nicht.

Doch ob ich am Mittwoch um 14 Uhr Deutschland gegen Japan gucke oder nicht, dass darf die versammelte Gutmenschlickeit dann doch bitte mir selbst überlassen. Ich rede Euch nicht rein, und Ihr lasst mich in Ruhe. Ist das ein Deal?




Elon Musk hat 44 Milliarden Dollar gezahlt: Er kann mit seiner Firma machen, was er will

Elon Musks Kauf des weltweiten Twitter-Netzwerkes ist ein Husarenstück. Nicht nur, weil er für die Summe von 44 Milliarden Dollar keine Investoren finden und Kredite aufnehmen musste. Er hat den Kaufpreis einfach überwiesen.

Das allein ist genial, und ich habe früher schon darüber geschrieben, dass ist Entrepreneure wie Elon Musk, Richard Branson und Jeff Bezos bewundere für ihren Mut, Neues zu wagen, Visionen zu verwirklichungen und Träume wie etwa die Besiedelung des Mars konkret werden zu lassen. Es sind diese Macher, Kapitalisten im besten Sinne des Wortes, die unsere Welt voranbringen. Und nicht Gewerkschaftsfunktionäre, die sich den Kopf darüber zerbrechen, wie sie solchen Machern, denen, die reich geworden sind, solange zusetzen, bis sie etwas von deren Geld abkassieren können. Ist ein bisschen vereinfacht, denken sie? Ja, ist es, aber im Grunde stimmt es dennoch.

Ich weiß nicht, warum Musk Twitter gekauft hat.

Will er aus dem linkswoken Netzwerk endlich einen Ort des freien globalen Meinungsaustausches machen? Einfach so, weil er es kann? Will er Donald Trump seine 82 Millionen Follower zurückgeben? Und diejenigen wieder dem Arbeitsmarkt zuführen, die meinen, sie hätten die Deutungshoheit, was diskutiert und welche Meinungen vertreten werden dürfen auf diesem Planeten?

Dass Musk Eigentümer von Twitter geworden ist, finde ich gut. Richtig gut! Und wenn einer 44 Milliarden Dollar für ein Unternehmen ausgibt, dann muss er niemanden fragen, mit welchen Mitarbeitern er zusammenarbeiten will. Er macht es, und das ist gut so. Lasst die linke Blase ruhig aufheulen, die Karawane zieht weiter.

Heute hat sich die EU-Kommissarin Věra Jourová zu Wort gemeldet und den neuen Twitter-Eigentümer kritisiert: «Wir wollen soziale Medien, die den Menschen dienen und keine schädlichen Inhalte verbreiten», sagte die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission dem Nachrichtenportal ZDFheute.de. Und wer entscheidet, welche Inhalte schädlich sind und welche nicht? Frau Jourová etwa? Manche sehen das so, dass diese EU-Kommission schädlich ist für den Gedanken eines Europas als Staatengemeinschaft souveräner Länder.

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Herr Precht hat es bemerkt

Der Philosoph und Buchautor Richard David Precht gibt zu, sich geirrt zu haben. «Wir wissen jetzt erst, wie unglaublich stark die ukrainische Armee von Anfang an gewesen ist, bevor die Waffenlieferungen kamen», sagte er jetzt in einem Interview. «Insofern bin ich natürlich von einer Fehlannahme ausgegangen, dass es sich nicht lohnt, sich zu verteidigen, wenn der Krieg in ein, zwei Wochen verloren ist. Man kann sehen, wie man sich täuschen kann.»

Ja, das kann man sehen, lieber Herr Precht. Wenn es nach Ihnen gegangen wäre, hätten sich die russischen Truppen wie im Selbstbedienungsladen am Nachbarland bedient, an deren Waschmaschinen, Fernsehern und Frauen. Sie hätten die Regierung in Kiew gestürzt, irgendeinen Reichsprotektor, oder wie das bei den Russen heißt, eingesetzt und davon geträumt, dass nun die Sowjetunion wiederersteht. Aber all das ist nicht passiert, und all das wird auch in Zukunft nicht passieren.

Weil die Ukraine stark ist. Weil die Ukrainer – im wahrsten Sinne des Wortes – ums Verrecken nicht unter Putins Herrschaft leben wollen. So wie es auch all die Maulhelden hierzulande nicht wollen würden. Und weil der Westen, allen voran die USA und Großbritannien, inzwischen aber alle, den Freiheitswillen der Ukrainer massiv unterstützen mit Geld, Ausbildung und Waffen.

Putin wird diesen Krieg verlieren, und das ist gut so. Ich schreibe bewusst nicht Russland, denn jeder kann sehen, dass Hunderttausende Russen seit dem Angriff auf die Ukraine ihr Land verlassen haben. Wir alle wollen in Frieden mit Russland leben, wir wollen Handel treiben, Gas und Öl kaufen, meinetwegen durch die zu reparierenden Nord Stream-Rohre. Aber wir wollen nicht abhängig sein von einem menschenverachtenden Verbrecher im Kreml.

Russland hat es in der Hand, Putins Umfeld, die geheimdienste, die Armee, die Oligarchen. Sie sind die Einzigen, die jetzt das Zerstören, Morden und Vergewaltigen schnell beenden können. Aber so lange sie es laufen lassen mit ihrem Führer muss und wird der Westen die Ukraine in ihrem Freiheitskampf unterstützen. Nun auch mit Herrn Precht an der Seite.




Kapitalismus funktioniert

In Deutschlands Vollkasko-Gesellschaft sind sich viele Bürger einig, dass es der Staat schon richten wird. Probleme? Die machen das schon. Heizkosten nicht mehr bezahlbar? Die Regierung verteilt Milliarden. The Show must go on.

Wahrscheinlich bin ich wieder ein rechtspopulistischer Büttel der USA, wenn ich jetzt darauf hinweise, dass auf Dauer ein Staat nur das verteilen kann, was seine Unternehmen vorher erwirtschaftet haben. Zugegeben, unserer Politelite neigt dazu, auch mal Kredite für Wohltaten an die Wählerschaft aufzunehmen oder die Gelddruckmaschinen hochzufahren. Aber der Grundsatz, dass man nur das verteilen kann, was man hat, ist dennoch unbestreitbar, also richtig.

Deutschland befindet sich unbestreitbar in einer schwerden Krise, wie andere Länder auch. Eine blauäugige (Energie-)Politik hat dazu geführt, jetzt sind der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen hinzugekommen. Manche Firmen geben auf, weil es einfach nicht mehr funktioniert.

Und dann gibt es aber auch erstaunlich viele Unternehmen, die volle Auftragsbücher und gute Ergebnisse vorweisen in diesen Tagen, so dass man sich automatisch fragt, wie das möglich ist.

Das ist möglich, weil es auch im Jahr 2022 viele innovative und erfolgreiche Unternehmen in Deutschland gibt

Der Halbleiterkonzern Infenion zum Beispiel hat heute die höchste Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte angekündigt. Fünf Milliarden Euro wird der Konzern in Dresden investieren und damit 1000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Denn Infineon jammert nicht, Infenion ist auf Wachstumskurs. Im Frühjahr kündigte der Konzern bereits den Ausbau seiner Fertigung in Indonesien an. Mit der angekündigten Investition in Dresden verbreitere Infineon «vorausschauend die Basis für unseren beschleunigten profitablen Wachstumskurs», sagte Konzernchef Jochen Hanebeck.

Es sind solche und viele weitere Unternehmen, die den deutschen Karren ziehen und die der Beweis dafür sind, dass das kapitalistische und marktwirtschaftliche Modell allen anderen auf der Welt weit überlegen ist.




Wer steuerte die beiden „Dark Ships“ in der Nähe der Nord Stream-Pipelines?

Sie alle erinnern sich an die Explosionen, die sich am 26. September an den Pipelines Nord Stream 1 und Nor Stream 2 ereigneten. Also, nicht ereigneten, sondern durch einen Anschlag hervorgerufen wurden.

Anders als ich, wissen die Freunde des Kriegsherrn Putin vom ersten Tag an ganz genau – woher auch immer – dass das die bösen Amerikaner waren. Erst einmal, weil es immer die bösen Amerikaner sind bei diesen Lesern. Und für viele Lansdleute in Ostdeutschland, weil man ihnen 28 Jahre lang gesagt haben, dass die Amerikaner ganz doll böse sind.

Liebe Freunde, denken Sie persönlich, wie immer auf diesem Blog und in dieser Gemeinschaft, was Sie wollen!

Und vielleicht waren es ja wirklich die Amerikaner. Wer weiß? Ich weiß es jedenfalls immer noch nicht, wer und was dahintersteckt. Allerdings spricht die unbestreitbare Tatsache, dass in zeitlichem Zusammenhang ein US-Marineverband in der Ostsee operierte, für mich eher gegen eine Beteiligung der USA. Wer würde denn eine Geheimoperation starten und dabei gleichzeitig in die Überwachungskameras grinsen? Aber warten wir ab…

Jetzt hat es zumindest wieder Bewegung in der Sache gegeben.

Die (amerikanische) Firma SpaceKnow, deren Geschäft die Analyse von Satellitenbildern ist, hat herausgefunden, dass sich kurz vor den Explosionen an den Röhren in der Ostsee zwei große Schiffe in der Nähe befanden, die ihr Identifikationssystem ausgeschaltet hatten.

25 Schiffe in der Nähe des Anschlagsortes – zwei ohne AIS-Signal

Für die Analyse wurden alle Satellitenbilder ausgewertet, die über einen Zeitraum von 90 Tagen von der Ostsee gemacht wurden. Dafür wurden alle zugänglichen Satellitensysteme genutzt. In den Wochen vor den Explosionen sind danach 25 Schiffe nahe an den Explosionsorten unterwegs gewesen. 23 hatten ihr automatisches Identifikationssystem (AIS) eingeschaltet, was eigentlich alle müssten. Zwei hatten es jedoch ausgeschaltet. Auch diese beiden Schiffe passierten die Stelle in den Tagen vor dem Anschlag.

Der Fachbegriff für Schiffe, die ohne AIS unterwegs sind, ist „dark ships“, also dunkle nicht identifizierbare Schiffe. Die beiden, von denen wir hier reden seien zwischen 95 und 130 Metern lang gewesen. Von wo sie geschickt wurden, mit welchem Auftrag sie unterwegs waren, wer am Steuer stand – all das wissen wir nicht. Nur dass sie unterwegs waren.

Jerry Javonicky, CEO von SpaceKnow, sagte dem Computermagazin „Wired“: „Sie hatten ihr System ausgeschaltet. Es gibt deshalb keine Informationen über die Schiffsbewegungen, den genauen Standort und auch keine allgemeinen Informationen.“ Und: „Wir haben alle Informationen an die NATO weitergegeben.“