„Das alles wird einmal Dir gehören“

Haben Sie gestern die tollen Fotos vom Treffen zwischen Friedrich Merz und Markus Söder gesehen? Am Kirchsee in Oberbayern trafen sich die beiden starken Männer (darf man das sagen?) der Union zu einem ersten ausführlichen Meinungsaustausch, seit über 60 Prozent der CDU-Mitglieder ihrem Wunsch Ausdruck verliehen haben, dass Merz endlich ihr politischer Chef sein soll.

Niemand außer den beiden weiß wirklich, was gestern besprochen wurde. Politiker schauen immer entweder entspannt oder grimmig-entschlossen, wenn Fotografen in der Nähe sind. Und nichts wird dem Zufall überlassen, alles, wirklich alles ist inszeniert. Das vertraute Gespräch auf der Holzbank, die stürmische See als Kulisse zweier Männer, die sich ihrer schweren Verantwortung bewusst sind, der vertraute Klaps auf die Schulter des anderen und so weiter.

Im Netz tobte gestern der Bär, weil auf einem der Bilder Söder seinem Gast irgendetwas Imaginäres am Horizont mit ausgestrecktem rechten Arm zu zeigen scheint. Ein Politiker, den rechten Arm erhoben, das hatten wir schon mal, und es war nicht gut. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Söder jetzt als Verdachtsfall vom bayerischen Verfassungsschutz eingestuft wird, ist wohl überschaubar. Wirklich zum Lachen brachten mich verschiedene Leute auf Twitter, die die inszenierten Aufnahmen mit kreativen Sprechblasen begleiteten. So auch zu dem Foto, wo Söder dem Merz eben mit diesem ausgestrecktem rechten Arm etwas zeigt. Dazu stand geschrieben: „Das alles wird einmal Dir gehören“ – das hatte schon was….

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Dieser Artikel wurde 8 mal kommentiert

  1. Franz Reinartz Antworten

    Nun ja, da wird keine Substanz übrig sein, die noch jemandem gehören könnte. Ich nehme an, mit drei verlorenen Landtagswahlen bis Mitte Mai wird die cdu Geschichte sein. Und das ist auch gut so. Dass die spd wohl in den Ländern allein wird regieren können, ist leider der Essig im Wein. Aber bleiben wir im noch neuen 2022 optimistisch: Es wird schlimmer kommen!

  2. gerd Antworten

    Kreative Sprechblasen:

    „Sieh mal Friedrich, da hinten sind die Blödköpfe die immer noch glauben, man müsste sich mit Maske und Abstand auf einem Steg aufhalten!“

    „Da hinten irgendwo werde ich ins Wasser gehen, wenn das Lügengebäude einstürzt.“

  3. Zorn Dieter Antworten

    „Der Kini auf Besuch beim Prinzregenten“, wie die Bayern sagen würden. Die Oberfläche der Geschichte ist zwar durch die Technik frisch poliert worden, aber im Verhältnis Regent und Untertan hat sich wenig geändert. „Das Volk soll arbeiten und das Maul halten, den Rest machen wir scho“, sagt der Prinzregent zum Kini. Das ist der neue Parteienfeudalismus. P.S. Und mit Merz hat der deutsche Stadthalter von Blackrock, der größten Vermögensverwaltung der Welt (um schlimmere Ausdrücke zu vermeiden), nun auch offiziell die Herrschaft in der CDU übernommen. Na bitte, geht doch! Das ist eine klare Verbesserung im Vergleich mit Merkel – für das Kapital.

  4. Alexander Droste Antworten

    Damit ist nicht Hans-Georg Maaßen gemeint. Dem sagt man gerade, dass im Neuen Reich kein Platz mehr für ihn ist.

    • Hans Wolfgang Schumacher Antworten

      Ja, Karin Priem hatte das los getreten. Vermutlich wird sie damit auch Erfolg haben. Ich halte es für eine Illusion zu glauben, dass die von Frau Merkel auf links gedrehte CDU jemals wieder zu ihren Wurzeln zurück findet. Politiker wie Wolfgang Bosbach oder Hans Georg Maaßen haben in der CDU schon länger keine Heimat mehr. Sie wollen es nur nicht wahrhaben.

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  6. Berthold Bohner Antworten

    Mt 4,8 Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht
    Mt 4,9 und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.

  7. Berthold Bohner Antworten

    Wobei ich nicht sagen will , dass Merz Jesus ist. Für Söder gilt das Zitat von Franz Josef Strauß :„Wer Menschen in Unsicherheit, Aufregung und Furcht versetzt, betreibt das Werk des Teufels.“

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