Die alte Weltordnung erledigt sich gerade – gut für uns!

„Doch wenn wir nur bilateral mit einer Hegemonialmacht verhandeln, verhandeln wir aus der Schwäche heraus. Wir nehmen an, was uns angeboten wird. Wir wetteifern miteinander, wer am entgegenkommendsten ist.Das ist keine Souveränität. Es ist die Zurschaustellung von Souveränität bei gleichzeitiger Unterordnung.“
Das ist nur ein kleiner Auszug aus der großartigen und wegweisenden Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney gestern beim Weltwirtschaftsforum in Davos. (Die ganze Rede im Wortlaut finden Sie hier)
Wir befinden uns in einer dramatischen Zeitenwende, oder wie Carney das formuliert: „Wir befinden uns mitten in einem Bruch, nicht in einem Übergang.“
Begonnen hat das alles mit Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine und dem Herumlavieren des Präsidenten der westlichen Führungsmacht USA.
Das zwingt das Verteidigungsbündnis NATO eine eigene Handlungsfähigkeit auch ohne Washington auf die Beine zu stellen.
Und weil die Strukturen wie bei der EU auch bei der NATO so veraltet sind, hat sich innerhalb des Bündnisses eine „Koalition der Willigen“ rund um England, Frankreich, Deutschland und die Skandinavier gebildet. Alleine das war noch vor zwei Jahren unvorstellbar, aber es war ein erstes Zeichen, dass sich etwas irreversibel verändert. Auch wenn die Ära Trump in zwei Jahren Geschichte sein wird.
Die alte regelbasierte Weltordnung ist erledigt
Im Grunde kann man die Vereinten Nationen auflösen.
Neue kluge Staatenlenker beginnen, abseits von trägen Institutionen wie UN, EU und NATO, die Zukunft zu entwickeln. Persönlichkeiten wie Carney, aber auch Alexander Stubb aus Finnland, Mark Rutte spielt als NATO-Generalsekretär ebenfalls eine wichtige Rolle.
Der globale Westen als Gemeinschaft der freien und wohlhabenden Ländern emanzipiert sich von Amerika.
Das ist eine gute Nachricht und muss dennoch keinen Bruch mit den USA bedeuten, denen gerade wir Deutschen viel zu verdanken haben und mit denen wir grundsätzliche Werte und Menschenrechte ganz automatisch teilen.
Schauen wir, was jetzt passiert, aber wir alle treten in eine neue Phase der Weltpolitik ein, die ich höchst spannend finde und sehr begrüße.

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