Halbtot an der „Kö“: Was passierte Hector L. in der Düsseldorfer Altstadt?

Hector L. war am Freitagabend in der Düsseldorfer Altstadt mit Freunden feiern. So viel weiß man sicher. Doch als seine Eltern am nächsten Morgen feststellten, dass der 27-Jährige nicht nach Hause gekommen ist, machten sie sich Sorgen und informierten die Polizei. Die stellte schnell fest, dass der junge Rheinberger mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus der Rhein-Metropole gebracht worden war und im Koma lag.

Zwei Passanten hatten Hector L. am Samstagmorgen zwischen zwei und drei Uhr auf Höhe der Hausnummer 21 an der Königsallee („Kö“) entdeckt und den Rettungsdienst verständigt. Die Verletzungen des Mannes hätten nicht so dramatisch ausgesehen, sodass die Rettungskräfte zunächst von einem Sturz ausgingen. Doch die Ärzte im Krankenhaus stellten ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, einen Schädelbruch und eine Hirnschwellung fest. Nach Angaben seiner Lebensgefährtin ringt Hector in diesen Stunden immer noch um sein Leben.

Die Polizei hält erstmal alles für möglich, vom Sturz bis zu einer Straftat. Zunächst würden jetzt Überwachungskameras in der Altstadt gecheckt und seine Freunde befragt.

Der aus meiner Sicht entscheidende Aspekt wird von der „Rheinischen Post“ (RP) erst am Schluss des Artikels erwähnt. Journalisten, die ihren Job beherrschen oder wenigstens ernstnehmen, hätten die Geschichte damit begonnen…

Als nämlich Hector L. am Samstagmorgen nicht nach Hause kam und telefonisch nicht erreichbar war, nutzten die Angehörigen offenbar eine vorinstallierte Ortungsfunktion (wie „Mein iPhone suchen“), auf die sie Zugriff hatten. Und die Familie ortete Hectors Gerät – in unmittelbarer Nähe zu einer Asylbewerberunterkunft in Mönchengladbach. Beim schwerverletzt aufgefundenen Hector fehlten in Düsseldorf sein Handy, das Portemonnaie, seine Uhr und sein Schlüssel. Zumindest wissen wir jetzt, wo das Handy abgeblieben ist.

Wenn ich die Polizei wäre, ich würde dort auch mal nachschauen… für die Rheinische Post nur ein Randaspekt im vorletzten Absatz kurz erwähnt.