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Halloween ist kein Problem: Die spätrömische Dekadenz ist eins

Ob man Halloween mag oder nicht, das ist eine Angelgenheit, die jeder für sich selbst entscheiden muss. Oder auch nicht, man kann es auch einfach ignorieren, so wie ich. Oder etwas darüber schreiben.

Polizeidienststellen im ganzen Land melden im Zusammenhang mit diesem ursprünglichen Gemisch aus keltischen, heidnischen und katholischen Bräuchen Randale im ganzen Land. Und bitte, nichts liegt mir ferner, als den jungen Leuten, die sich gruselige Kostüme überziehen und friedlich ihren Spaß haben, diesen Tag und ihr Fest zu vermiesen.

In „failed state“ Berlin musste die Polizei in den Bereichen Gesundbrunnen, Neukölln und Märkisches Viertel mehrfach ausrücken zu Halloween. Randalierer – im Polizeibericht steht „Randalierende“, aber ich versuche, diesen Schwachsinn zu vermeiden -hatten auch dort Böller und Pyrotechnik geworfen und „mit Eiern sei auf die Beamten gezielt worden“. Und dann das Beste: «Typisch Halloween in Berlin, aber ohne Höhepunkte» bilanziert ein Polizeisprecher zufrieden. Es hat ja immerhin keine Toten und Schwerverletzten gegeben…

Mancher von Ihnen wird jetzt denken, Berlin und Hamburg – das sind eben so Sonderfälle, aber mitnichten. Es gab auch in anderen Städten – Darmstadt allein 20 Einsätze gestern – Halloween-Einsätze.

Wie eingangs gesagt, ich will das gar nicht auf Halloween schieben, denn beim Kölner Karneval haben sie mehr Gewalt und komatöse Zwölfjährige als beim ganzen Halloween in Deutschland. Mein Thema ist eher: Was sind das für Leute unter uns, die nicht feiern können, ohne über die Strenge zu schlagen? Wer kommt auf den Gedanken, bei einer fröhlichen Feier mit Freunden Eier und Kartoffeln auf Polizeibeamte zu werfen? Das mit der spätrömischen Dekadanz geht mir nicht aus dem Kopf. Es gibt so viele ernsthafte Herausforderungen für unser Land, so viele Menschen, die mit ihrem Einkommen nicht mehr zurechtkommen. Hängt auch hier alles mit allem zusammen? Ich denke ja…

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