Herr Lawrow erzählt der Welt wieder etwas Neues über die Ukraine
Russlands Außenminister Sergej Lawrow gilt als ein gewiefter Taktiker, als ein Fuchs auf diplomatischem Parkett, dem man auf der ganzen Welt mit Respekt begegnet, auch wenn er nun einmal diesen Präsidenten im Kreml hat, der da gerade sitzt. In jüngster Zeit und in Bezug auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kommt es aber immer wieder zu Aussetzern, die Beobachter zweifeln lassen, ob Lawrow selbst keinen Überblick mehr hat, wie gerade die russische Strategie ist, oder ob sein Boss die Strategie einfach alle paar Tage ändert.

Begonnen hat es mit großen Manövern der russischen Armee Anfang des Jahres an der Grenze zur Ukraine. Niemand habe die Absicht, die Ukraine anzugreifen, versicherten damals Putin selbst, Lawrow und andere Köpfe der Moskauer Nomenklatura. Ja, sie machten sich lustig darüber, als das Weiße Haus gestützt auf Analysen ihrer Geheimdienste erklärte, der russische Angriff sei beschlossen und stehe kurz bevor. Es war dann nicht der Mittwoch, den man in Washington erwartete, sondern ein paar Tage später. Aber die USA hatten jederzeit recht mit ihren Vorhersagen der Ereignisse.

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten…“ Sie erinnern sich noch an Walter Ulbricht vom Zentralkomittee der SED von Moskaus Gnaden? Manche Dinge ändern sich nie.

Das russische und ukrainische Volk würden künftig zusammenleben, prophezeite Lawrow jetzt in Moskau. Aber wenn man sich die Lage in der Ukraine so anschaut, hat man den Eindruck, dass kaum einer in der Ukraine – immerhin 44 Millionen Menschen, wenn nicht gerade ein paar Millionen auf der Flucht vor der Zerstörungmaschinerie der russischen „Befreier“ sind – mit Russen zusammenleben will. Im Gegenteil. Russland brutales Vorgehen, Raketenangriffe auf zivile Wohngebiete, Vergewaltigungen, Deportationen haben den Hass auf Moskau deutlich verstärkt. Diese beiden Völker werden auf Jahrzehnte nicht wieder friedlich zusammenleben, das ist mal sicher, egal, wie es jetzt ausgeht.

Die erklärten Kriegsziele des Kreml sind, nur zur Erinnerung, dass die Ukraine die Gebiete Donezk und Luhansk abtritt und die bereits 2014 von Russland annektierte Krim als russisch anerkennt.

«Wir haben nicht vor, das Regime in der Ukraine zu wechseln», hatte der russische Chefdiplomat zu Beginn des Angriffs in einem Interview mit dem Fernsehsender „India Today“ gesagt. Es sei Aufgabe der Ukrainer, selbst zu entscheiden, unter welcher Führung sie leben wollten. Und wie klingt das heute?

«Wir helfen dem ukrainischen Volk auf jeden Fall, sich von dem volks- und geschichtsfeindlichen Regime zu befreien», sagte Lawrow gerade in Kairo. Sprunghaft oder notorische Lügner? Ich tendiere zu Letzterem.

 

 

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Dieser Artikel wurde 33 mal kommentiert

  1. Angelika Antworten

    Die USA und ihre Verbündeten haben 20 Jahre in Afghanistan gekämpft, um am Ende zu verlieren. Für Mädchenschulen, den CSD und das Recht auf Abtreibung?
    Den Irak haben die Amerikaner von Hussein befreit und den Einfluss des Irans ausgeweitet. In Vietnam bekämpften die USA den Kommunismus erfolgreich.
    Nixon und Kissinger waren vielleicht Verbrecher, aber sie waren zynisch genug, um zu verstehen: ALLES ist Machtpolitik. Und sie verbündeten sich mit China gegen die Sowjetunion. Vielleicht eine der schlausten Aktion der USA nach 1945?
    Jemand sagte mal „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“. Ich sage: „Wenn ein Bürgerlicher von Moral sprechen will, soll er ins Kloster gehen.“
    ALLES ist Machtpolitik. Alles andere ist Opium fürs Volk.

  2. Gerd Rau Antworten

    Ich finde, über die USA kann man sich aufregen wenn die Krieg führen, wenn Russland Krieg führt sollte man darüber reden. Aber manchen ist alles Recht um von dem russischen Krieg abzulenken.

    • gerd Antworten

      Es sollte doch einigermassen erlaubt sein, sich über völkerrechtswidrige Kriege generell aufzuregen, ohne dafür in Verdacht zu geraten, von einem aktuellen Krieg abzulenken. Gerade unsere aktuelle Bundesregierung ist ein Paradebeispiel dafür, den Krieg in der Ukraine als Ablenkungsmanöver für ihr eigenes Versagen zu missbrauchen.
      Apropos „notorische“ Lügner: Aktuell ist die Aussenministerin unseres Landes u.a. mit einem gefälschten Lebenslauf in ihr Amt gehievt worden. Diese Feststellung hat nichts mit einem Ablenkungsmanöver für den russischen Krieg zu tun.

      • Gerd Rau Antworten

        Man kann doch auch über bestimmte Äußerungen unterschiedlicher Meinung sein, Meinungsfreiheit, hatten wir mal. Über die Qualität, oder Nichtqualität, unseres politischen Personals sind wir einer Meinung, das Problem ist nur, die sind am regieren, andere kriegen wir nicht.
        Ich empfinde es eben so, das solche Äusserungen wie von Angelika und von Ihnen von dem Krieg ablenken, weil über alles mögliche geredet wird, nur nicht über den russischen Krieg. Und Sie sind halt anderer Meinung, das sollte doch beides möglich sein, oder nicht?

        • gerd Antworten

          „Ich empfinde es eben so, das solche Äusserungen wie von Angelika und von Ihnen von dem Krieg ablenken, weil über alles mögliche geredet wird, nur nicht über den russischen Krieg. “

          Ihre Empfindung sei Ihnen unbenommen, aber was genau meinen Sie denn mit „von dem Krieg ablenken“? Der russische Krieg ist, wenn Sie so wollen, nicht mein Krieg. Wenn die Russen vor meiner Haustüre stehen, dann wäre es mein Krieg oder unser Krieg. Bis dahin ist es wohl hoffentlich noch hin. Wenn z.B. ein Herr Lindner davon schwafelt, dass die Ukraine den „Krieg gewinnen muss“ und dann zu seiner Traumhochzeit abreist um feudal dem deutschem Wahl- Schlachtvieh zu zeigen, wie toll er doch ist, bezeichne ich das als Ablenkung. Während dieser Möchegernfinanzminister seine wievielte Braut zum Altar führt, werden in der Ukraine Menschen abgeschlachtet. Und hier erscheint ein Artikel der von einer Fake-Neid-Debatte schwadoniert, die wohl typisch deutsch sein muss. Alles Ablenkung wenn Sie mich fragen.
          Und wenn Sie resumieren, dass wir keine anderen Politiker kriegen, dann überlegen Sie mal warum das so ist. Ich für meinen Teil habe diese Vollpfosten nicht gewählt, an mir lag es also nicht. Ich habe die Alternative gewählt, die auf diesem Blog auch nur erwähnt wird, wenn eine umstrittene Peronalentscheidung in der AfD ansteht. Jeden Montag bin ich auf der Strasse und zeige den ahnungslosen Zeitgenossen, die sich auf Strassen festkleben und ihre Augen nicht mehr vom Handydisplay bekommen den geistigen Mittelfinger. Also so lange wir noch können, benennen wir die Fakten, bevor uns der Verfassungsschutz die Wohnungstüre eintritt.

          • Gerd Rau

            Ich bin weiss Gott kein Fan von Lindner, aber ich glaube das er Recht hat, wenn er sagt die Ukraine muss den Krieg gewinnen. Wenn Sie sich anschauen wie sich Russland unter Putin entwickelt hat, 2008 besetzt man Teile von Georgien, 2014 krallt man sich die Krim, 2022 beginnt man endgültig den Krieg gegen die Ukraine. Was denken Sie, das es dann erledigt ist? Gerade vor dem Hintergrund der Äusserungen aus Russland, „die deutsche Wiedervereinigung war illegal, Alaska war mal russisch“ und so weiter.
            Ich finde schon das Sie mit den Äusserungen über Lindner ablenken auch wenn er 20 Frauen feudal heiratet, sagt das nichts über die Qualität seiner Politik oder seiner Äusserungen aus. Bevor Sie fragen, ich habe davon auch keinen gewählt.
            Allerdings wenn man denen mit anderen Meinungen nur den Mittelfinger zeigt ändert man nichts, man muss mit denjenigen reden und versuchen die Augen zu öffnen, anders erreicht man keine Änderungen. Einen anderen Weg als reden gibt es nun mal für Menschen nicht die etwas von Demokratie halten.

          • gerd

            „Einen anderen Weg als reden gibt es nun mal für Menschen nicht die etwas von Demokratie halten.“

            Ich halte sehr viel von der Demokratie, die im übrigen den Staatsbürgern im GG das Recht auf freie Meinungsäußerung garantiert. Das gilt immer noch. Der geistige(!) Mittelfinger ist auch eine Art von Kommunikation. In unserem Land bestehen berechtigte Zweifel, dass wir von der Demokratie so weit entfernt sind, wie die Volksrepublik Kongo von ihrer ersten Mondlandung.
            Wenn jemand privat seine Dekadenz auslebt, ist das sein Problem nicht meines. Wenn er aber seine Schlechtigkeit als gewählter Politiker zur Schau stellt, dann disqualifiziert sich diese Person als verantwortungsvoller Politiker, der zum Wohle des Volkes einstehen muss. Wenn sein Reden nicht mit seinem Handeln übereinstimmt ist er bestenfalls ein Lügner, ein notorischer noch dazu.

          • H.K.

            @ Gerd Rau

            „ Einen anderen Weg als reden gibt es nun mal für Menschen nicht die etwas von Demokratie halten.“

            Ach, Sie haben ja so recht …

            Das Dumme ist nur, daß alle die, die bisher reden wollten und geredet haben, ausnahmslos belogen wurden.

            Und wenn Sie den Eindruck haben, trotz all Ihrer redlichen und ehrenhaften Bemühungen, Sie könnten sich besser mit einer Wand unterhalten, das Sie zumindest von der nicht belogen werden: Wieviele Versuche des Redens und Verhandelns unternehmen Sie, bevor Sie entnervt aufgeben und sich etwas anderes überlegen ?

            Mit Lieb- und Nettsein kommen wir nicht weiter.
            Beides hilft international genauso wenig wie „Platzverweise“ und „Gefährderansprachen“ hierzulande.
            Wir werden ausgelacht und machen uns zum Hanswurst.

  3. H.B. Antworten

    Man wird in den meisten Ländern dieser Welt die Lüge als wichtigen Bestandteil der Politik registrieren können, aber die Russische Föderation hat es in diesem Jahr in diesem Punkt zu einer diabolischen Meisterschaft gebracht. Herrn Lawrows Gesichtszüge sind zudem nur als verschlagen zu charakterisieren, siehe obiges Bild!

    • gerd Antworten

      Von den Gesichtszügen abzuleiten, dass jemand ein notorischer Lügner ist, halte ich für eine steile These. Ich selber bin ein Fan von Photoshop und weiß wie man ein Portrait verändert, dass von einem Engel bis zu einem Teufel reicht. Aus dem obigen Bild könnte ich Ihnen eine weisen und charakterstarken Großvater zaubern und Sie würden es unter Garantie nicht merken.

  4. Angermann Antworten

    Auf die Idee, dass das alles Teil eines absichtlichen Verwirrspiels ist, das in Kriegszeiten nicht ungewöhnlich ist (sobald Dein Gegner glaubt, Deine Strategie durchschaut zu haben, ändere sie – hat schon Macchiavelli empfohlen), kommen Sie wohl nicht? Stattdessen glauben Sie lieber, dass die Russen den Überblick verloren haben und nicht mehr wissen, was sie wollen.

    Lawrow ist ein gewiefter Taktiker, und Putin ist es auch. Glauben Sie doch ja nicht, dass da irgendetwas rein zufällig geschieht oder aus Zufall oder Dummheit an das Licht der Öffentlichkeit gerät.

    • S v B Antworten

      Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mir Ihren Annahmen richtig liegen, dürfte ziemlich hoch sein.

  5. Günther M. Antworten

    Ein paar (unvollständige) Nachtgedanken zur Ukraine.

    „Der Internationale Gerichtshof hat am 22. Juli 2010 ein Rechtsgutachten zum Kosovo veröffentlicht und kam zu dem Ergebnis, dass eine einseitige Unabhängigkeitserklärung nicht gegen das Völkerrecht verstößt“.
    (Wenn zwei das gleiche tun, …?)

    Die Krim:
    war von 1921- 1945 eine „Autonome Sowjetrepublik“

    1945 – wird der Status „Autonome Sowjetrepublik“ entzogen und in Oblast umgewandelt. (kein Bestandteil der Ukraine)

    1954 – per Erlass an die Ukrainische Sowjetrepublik übergeben!
    Beteiligte:
    Nikita Chrustschow (Ukrainer), erster Sekretär der KPDSU.
    Kliment Jefremowitsch Woroschilow, Vorsitzender des Obersten Sowjets (Ukrainer)
    Leonid Kyrychenko (Ukrainer), erster Sekretär des ZK der kommunistischen Partei der Ukraine.

    Pawel Titow Erster Sekretär der kommunistischen Partei der Krim protestiert gegen diese (Schenkung?, Annexion ?) und wird durch Dmitri Poljanski (Ukrainer) ersetzt.

    20. Januar 1991 – Krim Referendum Nr.1
    93 % der Krimbewohner sprechen sich für die „Wiederbegründung der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Krim (ASSK) als Subjekt der UdSSR und Teilnehmer des Unionsvertrages“ aus.

    Zwischen 1991 & 2014 – ständige Versuche der Ukraine, den Status der Krim zu verändern.

    16. März März 2014 – Krim Referendum Nr.2
    Für die Arbeit beim Referendum sind 135 Beobachter aus 23 Ländern registriert.
    Das offizielle Endergebnis des Referendums lautet 96,77% für den Anschluss an Russland bei einer Wahlbeteiligung von 83,1%.

    Die Ereignisse zwischen 2014 & 2022 wurden einigemale von Kommentatoren angeschnitten.

    März 2021 – Wolodymyr Selenskyj gibt den Auftrag an die Regierung und an die Streitkräfte, einen Aktionsplan für die „Wiedereingliederung der Krim in die Ukraine“ zu erarbeiten.

    01.02.2022 – Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet ein Dekret, das vorsieht, die ukrainische Armee, die aktuell ca. 250.000 Soldaten umfasst, in den nächsten drei Jahren auf 361.000 aufzustocken.

    25.05.2022 – Lyudmila Denisova, Menschenrechtsbeauftragte des Ukrainischen Parlaments wird entlassen, nachdem das ganze Ausmaß ihres Lügennetzes aus sexuellem Gräuelgeschichten bekannt geworden wird.

    Juli 2022 – Der Geheimdienstchef Iwan Bakanow (Selenskys Jugendfreund) und die Generalstaatsanwältin Irina Wenediktowa werden entlassen. Scheinbar finden Verhaftungswellen statt.

    Juli 2022 – die in der ukrainische Armee vorhandenen Raketen mit einer Reichweite von 300 Kilometern zwingt Russland die Ukrainer mindestens 300 Kilometer vom Donbass zurückzudrängen.
    Aus militärischer Sicht völlig einleuchtend, ebenso die vorherigen „Nebelkerzen“ von Sergej Lawrow, oder hat der Herr Kelle nicht „gedient“?

    Die USA sollen ihre Botschaft in Kiew und ihr Konsulat in Odessa wieder geschlossen haben, allerdings ohne es medial an die große Glocke zu hängen?

    • gerd Antworten

      Ein paar vollständige Nachtgedanken zur Ukraine.

      Nancy Faeser, Hubertus Heil und die deutsche Botschafterin Anke Feldhusen, sowie der Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko, schwenken auf dem Balkon der deutschen Botschaft in der Ukraine gut gelaunt und lachend ihr Sektkelchen in die Kamera. Während der böse Putin die Landsleute von Vitali abschlachten, erzählen sich die Koriphäen der deutschen und ukrainischen Politik Witze und saufen den Wein, den sie ihren Bürgern vorenthalten wollen.
      Zu Nancy Faesers Besuch in Kiew teilte ihr Ministerium mit, es sei ihr darum ge­gangen, „sich vor Ort einen Eindruck von den Geschehnissen zu machen“.
      Geht es noch perverser? Nein geht es nicht. Damit ist die unterste Stufe der Menschlichkeit erreicht und das wird nicht zu toppen sein. Da macht sich die Innenministerin ein Bild von den Geschehnissen vor Ort und feiert das Ergebnis mit Sekt und billigen Witzen auf einem Balkon. Da könnte man glatt meinen in der Ukraine sei alles in bester Ordnung. Es könnte allerdings auch ein
      @Gerd Rau Ablenkungsmanöver sein. Was von einem Balkon ausgehen kann, hat der ehemalige Bundesaussenminister Genscher bewiesen, als er in Prag den Gefangenen des DDR Regimes die Ausreise in die BRD verkündet hat. Da wäre Sekt angebracht gewesen. Wie erbärmlich die heutige Politikerkaste unterwegs ist, davon wagte damals ein Herr Genscher noch nicht einmal in den finsteresten Albträumen zu ahnen.

      • Günther M. Antworten

        Ein Spötter meinte vor einigen Jahrzehnten – Genosse käme von genießen.

  6. Gerd Rau Antworten

    an H.K.
    Sie haben Recht das Reden in der internationalen Politik leider nicht viel bringt. Aber wenn man in der Demokratie, die wir ja angeblich sind, andere Meinungen verbieten oder unterdrücken will, dann sind wir doch keine Demokratie mehr! Meinungsfreiheit heisst doch nicht jeder muss meiner Meinung sein. So wie es unter Merkel gelaufen ist, das Kritiker verleumdet und diffamiert wurden, das ist nicht demokratisch! Entschuldigung, ich steiger mich rein.
    Das Problem ist, wenn ich aufgebe zu reden, dann muss ich zu Gewalt greifen, ich befürchte das vieles anders nicht zu regeln ist.
    https://www.welt.de/print/die_welt/politik/article154744287/Der-Staat-darf-nicht-barmherzig-sein-aber-gerecht.html Sehr lesenswert, finde ich.

    • H.K. Antworten

      Lieber Herr Rau,

      wenn Sie vielleicht hier den einen oder anderen meiner Kommentare zum Krieg in der Ukraine gelesen haben, dann wissen Sie sicher, daß ich einer der extrem kriegsskeptischen Menschen bin und immer wieder u.a. betont habe, daß wir – wie, ist mir selbst noch nicht klar – einen diplomatischen Weg finden müssen, auf den Überfall Rußlands auf die Ukraine zu reagieren.

      Ich habe sogar Olaf Scholz, dem ich nun politisch nicht unbedingt nahestehe, den Rücken gestärkt, als ihm alle Welt Zögerlichkeit und „Kriegsmüdigkeit“ vorwarf.

      Sie haben somit m.E. absolut recht, daß REDEN, REDEN, REDEN das Gebot dieser Zeit ist.

      Ich sehe nur, daß die Ergebnisse all dieser Redereien nicht dazu führen, daß sich in der Ukraine etwas zum Besseren wendet. Und daß Herr Putin all die westlichen Politiker, die mit ihm reden wollten und das auch taten, mehr oder weniger plump und ohne rot zu werden angelogen hat.

      Das letzte Beispiel dafür war doch das Abkommen bzgl. Getreidelieferungen aus Odessa. Bereits als klar wurde, daß von russischer Seite der Verteidigungsminister Schoigu die Verhandlungen führte, wurde doch jedem klar, daß Rußland den Weizen als Waffe sieht.
      Und prompt wurde am nächsten Tag, als die Tinte unter dem Vertrag noch nicht trocken war, der Hafen von Odessa mit russischen Raketen beschossen. Angeblich galten die einem Kriegsschiff …

      Ich bin absolut für Diplomatie und Reden, Reden, Reden – aber nicht gegen eine Wand und nicht bis zum Sanktnimmerleinstag.

      Dummerweise ist nicht nur Rußland im Besitz von Bergen von Atomwaffen. Die iranischen Mullahs basteln weiter daran und der nette, freundliche, vollschlanke Herr aus Pjöngjang droht wohl heute offen den USA und Südkorea mit einem Atomschlag.
      Auch bei Iran und Nordkorea bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob alles Reden noch etwas nützen könnte.

      Der Iran will am liebsten Israel auslöschen, Nordkorea seinen südlichen Bruder.
      Und Rußland wird im dümmsten Fall auch merken, daß konventionelle Waffen nicht das bewirken, was sie wollen – und dann haben wir den Salat.

    • gerd Antworten

      „Das Problem ist, wenn ich aufgebe zu reden, dann muss ich zu Gewalt greifen, ich befürchte das vieles anders nicht zu regeln ist.“

      Das Problem ist, dass jemand der reden will, mit Gewalt daran gehindert wird. Das ist der Zustand in Deutschland. Leider…

  7. Günther M. Antworten

    @H.K.
    Beschäftigen Sie sich einmal mit Fakten, dann dürften die Zielsetzungen der USA klar sein, z.B.:
    Zbigniew Brzezinski
    Stratfor
    Madlein Albright (Russische Bodenschätze)
    RAND Corporation
    Paul Christie (Institute for Global Perspectives – Columbia University)
    Victoria Nuland
    Joe & Hunter Biden (Geschäftsbeziehungen seit ???? / Ukraine)

    Hören oder lesen Sie einmal, was z.B. so unaufgeregte Männer wie…
    Peter Scholl-Latour (Phoenix Interview zu seinem 90. Geburtstag),
    Klaus von Dohnanyi
    Harald Kujat (General a.D.),
    Günther Greindl (General i.R., Österreich),
    Kay-Achim Schönbach (Vizeadmiral a.D.),
    Erich Vad (Brigadegeneral a.D.),
    Jacques Baud (Oberst a.D., Schweiz),
    Ralph Thiele (Oberst a.D.)
    zu diesem Konflikt und Wladimir Putin zu sagen haben.

    Zu Odessa und Getreide:
    1.) Das Abkommen besagt, dass die Parteien keine Angriffe auf Getreideschiffe, und im Abkommen genannte zivile Schiffe bzw. Hafenanlagen durchführen werden.
    1.1) Es ist nicht davon die Rede, dass in dem Abkommen Angriffe auf die Häfen generell ausgeschlossen werden, sondern dass in dem Abkommen konkrete Hafenanlagen genannt sind, die für den Export des Getreides nötig sind und daher nicht angegriffen werden dürfen.

    2.) Bei einem Angriff mit seegestützten Langstreckenraketen wurden ein ukrainisches Militärschiff, ein ziviles Schiff, ein Depot mit von den USA an die Ukrainischen Streitkräfte geliefertes Harpoon-Schiffsabwehrraketen im Seehafen von Odessa getroffen, sowie die Produktionsanlagen eines Unternehmens, das auf die Reparatur und Modernisierung der Flotte der ukrainischen Marine spezialisiert ist.
    2.1) Die ukrainische Seite bestätigte, dass Verladeeinrichtungen für Getreide nicht getroffen wurden.

    3.) Selenskij in einer Videobotschaft – die Ukraine brauche mehr und schwerere Waffen.
    3.1) Klarstellung USA – keine Raketen größerer Reichweite für die Mehrfachraketenwerfer des Typs »Himars«.

    23.07.2022 – Auszug BILD?:
    Neulich wurde in der Ukraine eine Internet-Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse frappierend sind.
    Es wurde nur eine Frage gestellt: in welchem Land möchten Sie leben?
    Es wurden 3 Varianten zur Wahl vorgeschlagen:
    Ukraine, Polen, Russland.
    Es erwies sich, daß 68% der Ukrainer in Russland leben wollen, 27% in Polen, und nur 5% in der Ukraine.

    26.07.2022 – Auszug Euronews?:
    Es haben sich lange Schlangen von Flüchtlingen gebildet, die aus der Ukraine in den Donbass fliehen.

    FAKES OR NOT, THAT IS THE QUESTION, BECAUSE IN WAR THE TRUTH DIES FIRST, SIR!

    Anmerkung:
    Der Verfasser dieser Zeilen hat seinen aktiven Dienst bei der Bundeswehr vor 50 Jahren als ZgFhr beendet.
    Der potentielle Gegner war damals der „Warschauer Pakt“.
    Zu dieser Zeit hat sich allerdings eine Dämonisierung des Gegners, damit das simple Gemüt eine Möglichkeit hat seinen gehirnakrobatischen Masturbationen zu frönen, aus Gründen der geistigen Hygiene verboten.

    • H.K. Antworten

      Ja, ich stimme Ihnen zu:

      Im Krieg stirbt die Wahrheit als ERSTES.

      Ich sagte es hier auch schon an anderer Stelle mehrfach: Für mich sind die Ukrainer nicht „NUR DIE Guten“ und die Russen nicht „NUR DIE Bösen“.

      Vieles, was dort passiert, wissen wir nicht ( SOLLEN wir nicht wissen ? ).

      Bemerkenswert finde ich die Sendung „Monitor“ von gestern abend, von dem ultra links-grünen Georg Restle moderiert.

      Ich habe sie mir wegen des Beitrags „Kyrill und Putin“ angesehen.

      Darin wurde u.a. auch Gloria von Thurn und Taxis in die Nähe, ach, was sag ich: ins ZENTRUM der Rechten, der Trump-Anhänger und „LGBTQIXYZ“-Gegner gestellt, weil sie u.a. sagte „Vieles, was in der Ukraine passiert, warum, wieso, weshalb, wissen wir gar nicht“ und weil sie gegen das „Recht auf Abtreibung“ ist.

      Der Beitrag quoll geradezu über vor wokem, links-grünem Geifer.

      Sollte sich in der Mediathek finden lassen.

      Ein Musterbeispiel für Indoktrination.

      Fazit:
      Jeder, der nicht FÜR die Ukraine und GEGEN Putin ist, ist

      Trump-Anhänger
      Ultra konservativ
      Queer-feindlich
      gegen das „Recht auf Abtreibung“
      gegen freies, selbstbestimmtes Leben

      kurz: ein rääächtes A…….

      Öffentlich Rechtlicher Rundfunk im Jahr 2022 – im „besten Deutschland, das wir jemals hatten“ …

    • Klaus Kelle Antworten

      @Günter M.

      nicht Ihr Ernst, oder?

      „Es erwies sich, daß 68% der Ukrainer in Russland leben wollen, 27% in Polen, und nur 5% in der Ukraine.“

      Ist Ihnen mal aufgefallen, dass die Ukrainer da gar nicht an der Straße stehen und Fähnchen schwenken, wenn russische Panzer erscheinen, sondern ihre Panzerfäuste rausholen?

      Niemand hat geglaubt, dass die Ukraine auch nur eine Woche durchhält, wenn Russland einmarschiert. Und jetzt sind sechs Monate rum, und die ukrainische Armee erobert im Donbass Gebiete zurück.

      Kein Mensch will freiwillig nach Russland. Auch die größten Putin-Fans in Deutschland freuen sich abends vor dem Einschlafen heimlich, dass ihr Gehalt in Euro und nicht in Rubel überwiesen wird, dass es diese tollen amerikanischen und südkoreanischen Smartphones gibt und dass die NATO aufpasst, dass es uns nicht so geht wie den Ukrainern.

      Klaus Kelle

      • Günther M. Antworten

        @Klaus Kelle
        Natürlich ist dies nicht mein Ernst, aus dem Grunde befindet sich nach Datum und den sogenannten „Quellen“ (BILD & Euronews) jeweils ein FRAGEZEICHEN und danach der, in GROSSBUCHSTABEN und Englisch gehaltene Hinweis.
        FAKES OR NOT, THAT IS THE QUESTION, BECAUSE IN WAR THE TRUTH DIES FIRST, SIR!
        (Fälschungen oder nicht, das ist die Frage, denn im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst,..)

        Der „BILD“ Artikel im Internet lautet…
        Wozu brauchen die Deutschen die Ukraine, wenn die Ukrainer selbst sie nicht brauchen?
        Björn Stritzel, Fredrik von Erichsen – 23.07.2022

        Hier der Link
        https://www-bild-de.bild.pics/wozu-brauchen-die-deutschen-die-ukraine.bild.html

        Der Artikel beginnt mit…
        Neulich wurde in der Ukraine eine Internet-Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse frappierend sind. Es wurde nur eine Frage gestellt: in welchem Land möchten Sie leben? Es wurden 3 Varianten zur Wahl vorgeschlagen: Ukraine, Polen, Russland. Es erwies sich, daß 68% der Ukrainer in Russland leben wollen, 27% in Polen, und nur 5% in der Ukraine.

        (Mein Fehler war, diesen ersten Absatz nicht als Zitat zu kennzeichnen)

        Ergo
        1.) Schnappatmung einstellen und bei Ihrem ehemaligen Arbeitgeber nachfragen ob obiger Artikel aus dem Hause Springer gekommen ist, oder ob vielleicht „Wladimirs Kremlhacker“ am werkeln waren.

        2.) weiter unten Klaus Kelle zu @Gerd: „nein, auf dem Balkon mit Sekt stehen die Deutschen und schauen zu – wie immer“.

        2.1) Na denn, nicht zuschau’n Herr Kelle (Dienstgrad unbekannt)
        Gewehr schultern (falls Sie im Offiziersrang stehen-Pistole an die Seite)
        Sturmgepäck auf,
        Erkennungsmarke nicht vergessen (für den Fall dass der Gegner schneller schießt und besser trifft).
        Stillgestanden-rechts um-im Gleichschritt marsch-rührt euch-ein Lied.
        Marschgeschwindigkeit auf festem Untergrund ~ 114 Schritte/min

        Da bleibt nur noch zu sagen – immer feste druff und VIEL SOLDATENGLÜCK!

        • Klaus Kelle Antworten

          Wenn 68 Prozent der Ukrainer in Russland leben wollen, warum stehen die dann nicht mit Fähnchen zur Begrüung an der Straße, sondern mit Panzerfäusten. Oder warum nehmen Sie nicht einfach einen Reisebus und machen rüber? Kein Menschen will freiwillig in Russland leben. Auch diejenigen hier nicht, die Putin verteidigen.

          • gerdg

            Es gibt ausser Russland noch einige andere Länder in denen die Menschen nicht leben wollen. Die Fussgängerzonen in unseren Städten sind voll davon.

          • Günher M.

            Nochmal…
            DIE ADRESSE für Ihre Zweifel an dieser sogenannten Umfrage ist die BILDZEITUNG und kein Günther M., ist das so schwer zu begreifen?

            Bizarr oder entzückend – Zitat Kelle:
            „Oder warum nehmen (Sie) nicht einfach einen Reisebus und machen rüber?“

            Hatten wir ab ca. 1954 schon einmal, der Feind (s.Punkt 5.) wurde damals „SOFFJETT“ genannt.

            Da die Empfehlung mit dem Reisebus wohl an meine Person gerichtet ist (Sie),
            wollen wir doch mal den Lackmustest machen:

            1.)1973 haben hunderttausende Männer (Günther M. war includiert), die ihren Dienst in der Bundeswehr ableisteten, dafür gesorgt, dass Klaus Kelle aus Lage konfirmiert werden konnte, anstatt in FDJ Kluft an der sozialistischen Jugendweihe teilzunehmen.

            2.) Ca.1978 – 1980 hätte die Wehrpflicht des mittlerweile Herrn Kelle beginnen können/müssen, entsprechende Hinweise fehlen.

            3.) Hat denn nun der Herr Kelle seine Bringschuld als Verteidiger des Rechtes & der Freiheit des Deutschen Volkes beglichen und den Dienst in einer Teilstreitkraft geleistet?

            4.) Falls ja – nennen Sie mal Zeitraum, Truppenteil, Dienstgrad und PK!

            5.) Falls nein – wäre es angebrachter jetzt und in Zukunft zu schweigen, statt antiquiertes „Feindstaatengedöns“ etc.pp vom Stapel zu lassen (Ihre klägliche Antwort auf A. Drostens hervorragende, faktenbasierte Kommentare vom 06.06.22 spricht Bände).

            6.) Tja Herr Kelle, jetzt mal Butter bei die Fische geben.

      • Günther M. Antworten

        @Klaus Kelle
        Natürlich ist dies nicht mein Ernst, aus dem Grunde befindet sich nach Datum und den sogenannten „Quellen“ (BILD & Euronews) jeweils ein FRAGEZEICHEN und danach der, in GROSSBUCHSTABEN gehaltene Hinweis.
        FAKES OR NOT, THAT IS THE QUESTION, BECAUSE IN WAR THE TRUTH DIES FIRST, SIR!
        (Fälschungen oder nicht, das ist die Frage, denn im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst,..)

        Der „BILD“ Artikel im Internet lautet…
        Wozu brauchen die Deutschen die Ukraine, wenn die Ukrainer selbst sie nicht brauchen?
        Quelle: Björn Stritzel, Fredrik von Erichsen 02:31 23.07.2022
        Der Artikel beginnt mit…

        Neulich wurde in der Ukraine eine Internet-Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse frappierend sind. Es wurde nur eine Frage gestellt: in welchem Land möchten Sie leben? Es wurden 3 Varianten zur Wahl vorgeschlagen: Ukraine, Polen, Russland. Es erwies sich, daß 68% der Ukrainer in Russland leben wollen, 27% in Polen, und nur 5% in der Ukraine.

        1.) Mein Fehler war, diesen ersten Absatz nicht als Zitat zu kennzeichnen.

        2.) Ein Link zu dem Artikel wurde geblockt. (Kopie des Artikels vorhanden)

        3.) Also, „Schnappatmung“ einstellen und bei Ihrem ehemaligen Arbeitgeber nachfragen ob obiger Artikel aus dem Hause Springer gekommen ist.
        Nennt man Recherche?

        4.) Diesen emotionsgeschwängerten Nonsens weiter unten – bitte hinter den Spiegel…

        Günther M.

  8. gerd Antworten

    „Ist Ihnen mal aufgefallen, dass die Ukrainer da gar nicht an der Straße stehen und Fähnchen schwenken,“

    Sarkasmus: Die stehen auf Balkone, trinken Sekt (Vitali) und schlagen in Wien zwei Taxifahrer bewusstlos, weil der sich über die falsch geparkten Luxuskarossen der Kriegsgeschädigten beschwert hatte.

      • Günther M. Antworten

        Na denn, nicht zuschau’n Herr Kelle (Dienstgrad unbekannt)
        Gewehr schultern (falls Sie im Offiziersrang stehen-Pistole an die Seite)
        Sturmgepäck auf,
        Erkennungsmarke nicht vergessen (für den Fall dass der Gegner schneller schießt und besser trifft).
        Stillgestanden-rechts um-im Gleichschritt marsch-rührt euch-ein Lied.
        Marschgeschwindigkeit auf festem Untergrund ~ 114 Schritte/min

        Da bleibt nur noch zu sagen – immer feste druff und VIEL SOLDATENGLÜCK!

      • gerd Antworten

        Werter Herr Kelle,

        es geht natürlich noch eine Stufe höher in der Dekadenz. Selenski nebst Gattin possieren für die Vogue, eine Zeitschrift der Modewelt und Trends, während in ihrem Heimatland die Russen die eigene Bevölkerung abschlachten. Wieviel Sekt da geflossen ist…….

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