Herr Streeck und sein Partner sind glücklich – weil die Kommerzialisierung menschlicher Frauenkörper möglich ist
Anfang Juni sind wir wieder zur Taufe eines Zweijährigen aus der Verwandtschaft eingeladen, und vor zwei Wochen war ich zum zweiten Geburtstag meines Enkels.
Es gibt nichts Schöneres als Kinder. Und nichts Sinnstiftenderes. Kinder sind auf dieser Welt der wesentliche Grund, warum wir leben, und ich bedauere jeden, der aus Gründen der Selbstverwirklichung keine Kinder haben will und irgendwann allein in seiner Bude hockt und auf den Tod wartet.
Und nun sind der Virologe Hendrik Streeck und sein Ehemann Paul Zubeil Eltern geworden.
Eltern eines Sohnes, der im US-Bundesstaat Idaho zur Welt kam. Allerdings nicht von Hendrik oder Paul geboren, sondern von einer sogenannten „Leihmutter“.
Allein der Begriff zeigt, wie pervers das alles ist
Eine Mutter leihen, gegen Geld, um ein Kind für andere Leute auszutragen – warum macht man so was?
Die Antwort fällt leicht: Es ist das marktwirtschaftliche Prinzip von Nachfrage und Angebot. „Wir wollten doch so gern ein Kind, aber es funktionierte nicht“, hört man immer mal wieder auch im Bekanntenkreis. So wie: „Ich wollte so gern ein Eis, aber ich hatte kein Geld dabei.“
Es gibt kein Recht auf ein Baby. Punkt!
Es ist tragisch, wenn man einen innigen Wunsch nach einem Kind hat, der sich auf natürliche Weise nicht erfüllt – etwa bei heterosexuellen Paaren. Aber zwei Männer oder zwei Frauen, oder auch vier Männer oder die ganze Nachbarschaft – ein Kind zu haben, ist kein Grundrecht. Deshalb ist Leihmutterschaft in Deutschland auch verboten. Und das aus gutem Grund.
Viele Paare weichen deshalb in Länder aus, in denen Leihmutterschaft legal ist (z. B. USA, Ukraine, Georgien). Bei der Rückkehr nach Deutschland entstehen jedoch oft erhebliche rechtliche Probleme bei der Anerkennung der ausländischen Geburtsurkunden und der deutschen Staatsangehörigkeit für das Kind. Aber möglich ist alles, vor allem, wenn man Geld und „Connections“ hat.
„Wir sind von Herzen überglücklich über die Geburt unseres Sohnes. Plötzlich ist da noch einmal ein ganz neuer Sinn in unserem Leben“, schwärmt Papa Streeck gegenüber der „Bunte“. Aber wer spricht über die Frauen, die Kinder anderer Leute austragen? Untersuchungen aus den USA belegen, dass Leihmütter dort ihren „Job“ als eine Art „Dienstleistung“ verstehen. Meistens hatten sie vorher mindestens ein eigenes Kind und lassen sich ihren „Dienst“ mit 30.000 bis 50.000 US-Dollar vergüten.
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In Ländern mit niedrigerem Wohlstandsstandard wie der Ukraine oder Georgien spielt der finanzielle Aspekt für die Frauen meistens die entscheidende Rolle.
Die normale Vergütung liegt dort zwischen 15.000 und 20.000 Euro, was dem Wert von mehreren Jahresgehältern entspricht. Frauen verkaufen bzw. vermieten dort ihren Körper oft aus echter wirtschaftlicher Not. Eine Kommerzialisierung des Körpers sollte es in einer humanistischen Gesellschaft nicht geben dürfen, finde ich. Weder zum Zweck der Leihmutterschaft noch des Organhandels oder der Prostitution.