Julian Reichelt siegt vor Gericht gegen den „Spiegel“

Der frühere Chefredakteur der BILD, Julian Reichelt, hat vor dem Hamburger Landgericht einen Teilsieg gegen das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ errungen. Das Magazin hatte in einer Printausgabe und online im März einen Artikel mit der Überschrift „Vögeln, fördern, feuern“ veröffentlicht und darin Interna aus der Redaktion über Reichelt und seinen Führungsstil veröffentlicht.

Dagegen hatte Reichelt schon kurz nach der Veröffentlichung des Textes eine Einstweilige Verfügung erwirkt. Seine Begründung: Der „Spiegel“ habe ihm vor Veröffentlichung keine Gelegenheit gegeben, Stellung zu nehmen. Außerdem habe es die Presseabteilung des Springer-Verlages versäumt, ihn über Fragen des „Spiegel“, die dort eingegangen waren, zu informieren.

Nach dem Urteil verbreitete das Magazin den Artikel in der Printausgabe nicht mehr und „schwärzt ihn bei Heft-Nachbestellungen komplett“, bestätigte das Landgericht. Die Onlinefassung blieb jedoch – ergänzt um einige Sätze Reichelts im Verfahren – weiter abrufbar. Reichelt sah darin einen Verstoß gegen die Einstweilige Verfügung und bekam nun Recht. Der „Spiegel“ hat Beschwerde beim Oberlandesgericht eingereicht.

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Dieser Artikel wurde 4 mal kommentiert

  1. Martin Ludwig Antworten

    Julian Reichelt ereiltet ein zu erwartendes Schicksal. Er steht damit in einer Reihe mit vielen anderen positiv hervorstechenden Persönlichkeiten wie Karl-Theodor zu Guttenberg, Hans-Georg Maaßen oder auch Heinz-Christian Strache. Man kann und darf es durchaus schon als „Ritterschlag“ bezeichnen, wenn anstelle von Sachargumenten oder echten persönlichen Verfehlungen Geschichten inszeniert und skandälchen aufgebauscht werden müssen um den Austausch einer hoch intelligenten aber politisch unliebsamen Person rechtfertigen zu können. Die BILD war unter Herrn Reichelt kritisch und zugleich sachlich wie nie. Das journalistische Niveau stieg um Welten…und hat mit Johannes Boie wieder ein jähes Ende gefunden. Regierungskritik ist in diesem Land vollkommen unerwünscht und jeder der sich an ihr übt wird über kurz oder lang zum gesellschaftlich Geächteten. Meinungsfreiheit gilt nur, so lange man die Mehrheitsmeinung vertritt…und der Korridor an „Freier Meinung“ wird stetig enger. Ich warne alle Zensoren und Denunzianten eindringlich vor ihrem Gehabe, Morgen schon könnten auch sie unter die Räder dieser hirnlosen Woke-Gesellschaft gelangen und mit uns zusammen auf der „dunklen Seite“ stehen. Die „Guten“ rufen lauthals wir haben Platz, ich entgegne leise: „Kommt zu uns, wir haben Plätzchen.“

    • H.K. Antworten

      Herr Ludwig,

      „Karl-Theodor zu Guttenberg, Hans-Georg Maaßen oder auch Heinz-Christian Strache“ auf eine Stufe zu stellen, halte ich schon für arg steil.

      Allein schon den fränkischen Multimillionär, der die Bundeswehr und damit unsere „Äußere Sicherheit“ mit Anlauf und Karacho vor die Wand gefahren und seine Wähler und uns alle mehrfach belogen hat, mit einem Hans-Georg Maaßen in eine Schublade zu stecken, ist schon mehr als verwegen.

      • Friedrich Albrecht Antworten

        Nach meiner Erinnerung hat der damalige Verteidigungsminister zu Guttenberg die Wehrpflicht nur ausgesetzt, weil die FDP in den Koalitionsvertrag sogar die Abschaffung der Wehrpflicht eingebracht hatte; er hat damit das geringere Übel umgesetzt. Daß er nun als Abschaffer der Wehrpflicht kritisiert wird, halte ich für ungerecht.

        • H.K. Antworten

          Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt, kommt so etwas vor.

          Zumindest hat weder der Inhaber der Befehls-und Kommandogewalt noch die Inhaberin der Richtlinienkompetenz irgend etwas Wahrnehmbares dagegen gesagt, geschweige denn unternommen.

          Und: Ja, die Wehrpflicht ist de jure „ausgesetzt“, de facto jedoch „abgeschafft“.

          Kasernen wurden abgerissen oder in Sozialwohnungen umgewandelt, Kreiswehrersatzämter abgeschafft, das Personal entlassen.

          Also, eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ( für die über 56 % der Bevölkerung wären ) ist kurz- und auch mittelfristig gar nicht möglich.

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