Kann mal bitte jemand 112 anrufen?

Der Auflösungsprozess der Wagenknecht-Partei BSW nimmt Fahrt auf. Jetzt ist Vorstandsmitglied Zaklin Nastic aus der Partei ausgetreten und tritt in ihrem Brief an den Vorstand noch mal richtig nach.

Wagenknechts Co-Vorsitzende Mohamed Ali stehe für die »katastrophalen Wahlergebnisse, schlechte Ausstrahlung und miserable Außenwirkung in sozialen Medien«, so Nastic. Sie verlasse das BSW u. a. wegen »Katzbuckelei« vor Medien. Die Parteigründerin habe »Putin mediengerecht ›einen Kriegsverbrecher‹« genannt und setze »auf das Lob von NATO-Medien«, die »Russland und China zu Hauptfeinden erkoren haben«.

Außerdem habe die Parteispitze versäumt, sich an den »Interessen der arbeitenden Bevölkerung und deren Friedenssehnsucht zu orientieren«. Es dränge sich der Eindruck auf, dass man es »sich mit den etablierten Parteien nicht verderben will«.

Nastic kritisierte die „falsche Außenpolitik“ des BSW. Dort seien Personen, »die für punktuelle und pragmatische Zusammenarbeit mit Friedensbewegten in der AfD geworben« hätten, einfach nicht in die Partei aufgenommen worden.

Bei den Regierungsbildungen in Brandenburg und Thüringen »mit den extremistischen Aufrüstern« in SPD und CDU sei »mit der doch eher gemäßigten AfD nicht einmal verhandelt« worden. In dem Schreiben lobt sie auch explizit den AfD-Kochef Tino Chrupalla, »der den Mut hat, den Abzug der US-Soldaten aus Deutschland zu fordern«, während die BSW-Spitze »hier nur herumeiert«.