Leihmutterschaft: Die Empörung über Jens Spahn (CDU) kocht immer höher – stehen wohlhabende Politiker über dem Gesetz?

Die Empörung über den CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn, der gemeinsam mit seinem Ehemann Daniel Funke am Mittwoch bekannt gegeben hatte, sie seien „Eltern“ geworden, ebbt nicht ab.

Eine sogenannte Leihmutter in den USA hatte das Baby für das prominente gleichgeschlechtliche Paar ausgetragen und zur Welt gebracht.

Gelten für die, die es sich leisten können und/oder die prominent sind und politischen Einfluss haben, andere Regeln als für die einfachen, normalen Bürger?

Denn „Leihmutterschaft“ ist aus guten Gründen in Deutschland verboten. Weil es die Kommerzialisierung des menschlichen Körpers bedeutet, wie wir das aus illegalem Organhandel oder im Grunde von der Prostitution auch kennen. Es macht Menschen und ihre Körper zu einer Ware.

„Es sollte im Jahre 2026 doch absoluter Konsens sein, dass Frauen sich nicht gegen Geld hergeben müssen, damit sich eine kleine, wohlhabende Gruppe selbstverwirklichen kann“, schreibt heute Morgen ein Freund von mir auf Facebook, und ich stimme ihm zu 100 Prozent zu.

Jens Spahn und vorher der CDU-Politiker und Suchtbeauftragte der Bundesregierung Prof. Dr. Hendrik Streeck haben sich – entgegen der Gesetzes- und Beschlusslage in Deutschland und ihrer eigenen Partei – etwas in Deutschland Verbotenes herausgenommen – einfach, weil sie es sich leisten können.

Und das, dazu muss man kein Prophet sein, wird die Politikverdrossenheit weiter anheizen und wird weitere Menschen von der Union wegtreiben. Zumal in Berlin glaubhaft erzählt wird, dass Jens Spahn Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor der Veröffentlichung über den möglicherweise heraufziehenden Sturm informiert und dieser gratuliert habe.

In (a)sozialen Netzwerken wird neben der Doppelmoral Reicher auch die Homosexualität von Spahn und Streeck herausgestellt, was ich für höchst abstoßend halte.

Denn Leihmutterschaft ist kein „Homo-Thema“

Es ist ein Thema von Ethik und Moral. Auch heterosexuelle Paare, die sich ihren Kinderwunsch auf natürliche Art nicht erfüllen können, suchen sich Leihmütter im Ausland, die für materiellen Gegenwert ein Kind mit dem Sperma des männlichen Partners austragen. Und weil sich das alles in einer Grauzone bewegt, ist es schwer, das Thema konkret zu fassen. Experten und Lobbyisten schätzen, dass in Deutschland alljährlich mehrere hundert Kinder durch internationale Leihmütter geboren werden (Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren).

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Nach deutschem Recht (§ 1591 BGB) ist immer die Frau die rechtliche Mutter, die das Kind geboren hat. Wunscheltern müssen die Kinder oft über Umwege (wie eine Stiefkindadoption oder Vaterschaftsanerkennung) im deutschen System registrieren. Ein zentrales Register für den Weg über eine Leihmutter gibt es dabei nicht.

Agenturen vermitteln weltweit in Länder mit schwammigen Gesetzen, darunter auch bestimmte Bundesstaaten der USA (wie Kalifornien), nach Georgien, in die Ukraine oder neuerdings auch vermehrt nach Südamerika.

In den Resten der einst christlich-werteorientierten CDU kocht die Empörung über Jens Spahn besonders hoch.

Der habe sich „komplett unglaubwürdig gemacht“ und bewiesen, dass George Orwell in seinem Roman „Animal Farm“ recht hatte, als er schrieb: „All animals are equal, but some animals are more equal than others.“ Das heißt: „Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher als andere.“ Orwell wollte auf heuchlerische Ideologien wie den Sozialismus hinweisen, die trotz Versprechen auf Gleichheit privilegierte Klassen schaffen, die tun und lassen können, was sie wollen.
Inzwischen mehren sich auch in der Union die Stimmen, die Spahn einen Rücktritt nahelegen, der noch vor Jahren selbst führend dazu beigetragen hat, dass Leihmutterschaft in Deutschland verboten wurde. Tritt er nicht selbst zurück, so seine Kritiker, sollte die Bundestagsfraktion ihn als ihren Chef abwählen.

So äußerte sich Marion Rosin, Vorsitzende der Thüringer Frauen Union, gegenüber Funke-Medien, dass Leihmutterschaft in Deutschland aus guten ethischen Gründen verboten ist. „Wer dieses Verbot durch eine Auslandslösung umgeht, setzt sich über den Geist des deutschen Gesetzes hinweg.“ Und: Wenn die Glaubwürdigkeit eines Spitzenpolitikers verloren gehe, „ist Rücktritt eine Frage der Konsequenz“, so Rosin.

Besonders deutlich äußerte sich auch Hubert Hüppe, langjähriger CDU-Bundestagsabgeordneter und jetzt Chef der einflussreichen „Senioren-Union“. Gegenüber dem Magazin „Focus“ sagte Hüppe, den ich persönlich für einen der ehrlichsten, anständigsten und glaubwürdigsten CDU-Politiker der vergangenen Jahrzehnte halte: „Die Union war immer eindeutig dagegen, Frauen und Kinder zu einer Ware zu machen. Es sei nicht gut, wenn sich Politiker mit Macht und Geld darüber hinwegsetzen.“ Hüppe bekannte, er sei von der Nachricht über Spahns Elternschaft „persönlich geschockt“ gewesen.

„Ich kann den Kinderwunsch verstehen. Aber man hat von Politikern, von unseren Volksvertretern, etwas anderes zu erwarten“, sagte Sean Zielinski, Vorsitzender der Jugendorganisation des christdemokratischen Arbeitnehmerflügels. Und weiter: „Spahn kann schlecht seine Handlungen als Privatmensch und Vater von der politischen Debatte trennen.“

Die CDU in Hilchenbach (NRW) schrieb auf Instagram: „Wer als führender CDU-Politiker an einem Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland festhält, selbst aber den Weg über das Ausland nutzt, schafft einen Widerspruch, der viele Mitglieder und Wähler irritiert.“

Und so weiter und so weiter …

Spahn war von 2018 bis 2021 Bundesgesundheitsminister. Im Jahr 2020 antwortete sein Ministerium auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion, dass eine Änderung in der damals laufenden Legislaturperiode nicht geplant sei – und erklärte, die Ratio der Regelung liege „primär in der Wahrung des Kindeswohls“. Und im Jahr 2015 hatte das Magazin „GQ“ Spahn, damals gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, mit den Worten zitiert: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden. Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht.“

Nun wissen wir es alle…




„Operation Filibuster“. Die AfD in NRW steht vor der nächsten offenen Feldschlacht

Was schon vor Jahren hätte passieren müssen, bricht nun in der AfD unkontrolliert aus: die Auseinandersetzung zwischen – ich sage es salopp – Realos und Fundis, zwischen denen, die ernsthaft eine andere Politik für Deutschland wollen, und Extremisten, die dieses „System“ von innen heraus zerstören wollen.

Die Grünen standen nach ihrem ersten Wahlerfolg 1983 vor ganz ähnlichen Problemen.

Die Gruppe um den Hessen Fischer erkannte das Dilemma und nahm den Kampf auf gegen Maoisten, „Stadtindianer“ (Pädophile) und Spinner aller Art.

Die AfD als honorige Professorenpartei hat es nach ihrer Gründung leider laufen lassen – im Irrglauben, man müsse nur die besseren Konzepte bei der Euro-Staatsschuldenkrise mit den Belastungen für die deutschen Steuerzahler haben, dann werde schon alles gut.

Nichts ist gut geworden

Außer natürlich die Wahlergebnisse und Umfrageergebnisse. Die AfD steht bärenstark da und kann im Herbst sogar bei ein oder zwei Landtagswahlen in Ostdeutschland auf eine erste echte Machtperspektive hoffen. Die unterirdische etablierte Politik spielt ihr in die Karten, allen voran Friedrich Merz, der unbeliebteste Bundeskanzler seit 1949, der leider nicht „liefert“. Immerhin versucht er es jetzt erkennbar, aber das wird nicht reichen, solange zum Beispiel das Problem mit der Massenmigration nicht erkennbar gelöst ist. 25 Afghanen raus, 1000 rein – das ist kein Erfolgsrezept.

Die Bürgerlichen versagen in Deutschland irgendwie immer

Sie haben in den 30er Jahren in der Weimarer Republik versagt, sie haben in den 60ern in Westdeutschland versagt, und sie versagen heute. Im Großen wie im Kleinen. Und, glauben Sie mir, es ist deprimierend, wenn man – wie ich – bürgerlich ist und sein will.

Man kann das an vielen großen und kleinen Beispielen deutlich machen. Die Extremen, das sind in der Regel diejenigen, die „Action“ veranstalten. Die gehen raus, die demonstrieren, die gründen neue Parteien, veranstalten „Geheimtreffen“ und spenden auch nennenswertes Geld für ihre Pläne. Die Bürgerlichen legen ihre Ersparnisse für die Kinder an und planen Urlaub auf Norderney.

Als in Schleswig-Holstein der Machtkampf in der AfD einst tobte und ein Landesparteitag anstand, bei dem die schrille „Doris“ re-installiert werden sollte, wurden von ihren Anhängern Bustouren und Hotelübernachtungen organisiert, damit bloß alle Kader rechtzeitig da waren, um ihre Wahlunterlagen in Empfang zu nehmen. Die „Anderen“ schauten mal, wer so kommt am Samstag.

Ähnlich bei der spektakulären Abwahl der niedersächsischen AfD-Vorsitzenden Dana Guth im Herbst 2020 auf einem Parteitag in Braunschweig, bei dem ich zugegen war.

Alle Zeichen standen auf Sieg der Realpolitikerin, und dann wurde sie vom rechtsnationalen Lager Jens Kestners mit 278 zu 248 Stimmen weggefegt. Später erzählte man mir, dass auf den Unterstützerlisten für Guth etwa 80 AfD-Mitglieder standen, die zugesagt hatten zu kommen – und die dann aber nicht da waren. Ich weiß noch, es war ein herrlicher Sonnentag. Da haben „Bürgerliche“ auch mal etwas anderes vor.

Die Rechten in der AfD ticken anders

Die sammeln ein, was sie kriegen können. Erstmal stark werden, dann sehen wir weiter. Und wenn wir ehrlich sind, ist das nicht dumm.

Wenn die Basis steht, dann machen wir etwas Richtiges daraus. Blöd nur, wenn dann die Falschen die Strippen ziehen.

Bernd Lucke, Frauke Petry, Jörg Meuthen – ich kenne alle drei, alles honorige und auch beeindruckende Leute. Aber das Sagen in der AfD haben heute andere. Die Strategie von Schnellroda, die den Höcke-„Flügel“ so stark und einflussreich machte, spielte eine wichtige Rolle. Auch Einfluss und – wie man hört – Geld „von außen“.

Und damit kommen wir nach Nordrhein-Westfalen

Dort ist im kommenden Jahr Landtagswahl, und die AfD wird vermutlich erheblich stärker als bisher. Das hat sie im Wesentlichen ihrem Vorsitzenden Dr. Martin Vincentz zu verdanken, einem Arzt und Realo. Weil NRW der mitgliederstärkste Landesverband der AfD ist und mehr Mitglieder hat als die AfD in ganz Ostdeutschland zusammen, versuchen die destruktiven rechtsnationalen Kräfte, den Mann wegzubeißen. Da werden Koalitionen geschmiedet, das können Sie sich in Ihren schlimmsten Alpträumen nicht ausdenken.

Das „freundliche Gesicht des NS“, der Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich, ist im Kampf gegen Vincentz die zentrale Figur in NRW, und er hat mächtige Unterstützer in Berlin. Welche Rolle die Sprecherin Alice Weidel dabei spielt, wird in den Kulissen offen erzählt. Ich beobachte nur, aber es scheint keine gute zu sein. Bloß nicht Herrn Vincentz zu mächtig werden lassen…

Am vergangenen Wochenende fand in Marl ein erster Showdown statt

Da begann die AfD, ihre Liste für die Landtagswahl aufzustellen. Der Verlauf der Veranstaltung war überaus bemerkenswert, denn die „Realos“ wählten durch. Auf den ersten 22 Listenplätzen finden sich nun ganze zwei zukünftige Abgeordnete, die dem rechten Lager um Helferich klar zuzurechnen sind. Eine Wackelkandidatin soll dabei sein – der Rest ist Vincentz-Lager.

Das sorgte für Aufsehen und in der Helferich-Kulisse für blankes Entsetzen.

Fortan verlegte man sich auf pure Destruktion ohne Rücksicht auf Verluste oder das Ansehen der AfD. Helferichs Helfer schlugen dann am Sonntag mehr als 100 Kandidaten für einen einzigen Listenplatz vor. Offenkundig geht es jetzt nur noch um Chaos. Am Wochenende geht es weiter und am Wochenende danach auch.

„Wir appellieren an alle Teile der Partei, sich entsprechend professionell zu verhalten und nicht zu spalten“, erklärten die Bundessprecher Tino Chrupalla und Alice Weidel in einer gemeinsamen Erklärung. Sie schlugen einen „Mediator“ für den Parteitag vor, was von Vincentz und der Vorstandsmehrheit in Nordrhein-Westfalen brüsk abgelehnt wurde.

Der Grund für die Ablehnung ist nachvollziehbar.

Denn die Vincentz-Gegner mobilisieren in einer internen Chatgruppe heftig gegen ihn und seine Leute. Name der Gruppe: „Operation Filibuster“. Prominente AfD-Mitglieder und Abgeordnete sind da drin, Vertraute von Alice Weidel auch, die doch eigentlich Mediatoren für den innerparteilichen Frieden vorschlägt.

Auf jeden Fall wird es wieder bunt bei der AfD an Rhein und Ruhr, wenn man am Wochenende zur nächsten Runde zusammenkommt. Ich habe mal ein bisschen geschmökert in den Screenshots aus der Gruppe. Da wird eine Menge auszuzählen sein bei der zu erwartenden Kandidatenflut…




Der Gipfel links-woker Verblödung: Ausgelieferter Rechtsextremist Liebich will jetzt „Anne Frank“ heißen und sein Geschlecht erneut wechseln

Der schillernde Rechtsextremist Marla-Svenja Liebich ist wieder in Deutschland. Am Vormittag übergaben tschechische Justizbeamte den Mann, der sich zur Frau erklärt hat, am Grenzübergang in Breitenau an der A17 an die deutsche Polizei. Von dort wird er jetzt in die JVA Chemnitz gebracht, wo auch die verurteilte NSU-Terroristin Beate Zschäpe (51) einsitzt.

Damals noch als Sven Liebich wurde er im Juli 2023 zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt – wegen Volksverhetzung, übler Nachrede, Beleidigung und der Billigung eines Angriffskriegs.

Der Mann hatte systematisch über einen längeren Zeitraum im Internet und bei Kundgebungen gegen Minderheiten und politische Gegner gehetzt, „Menschen verächtlich gemacht, herabgewürdigt und diffamiert“, wie die Richterin in der Urteilsbegründung ausführte.

Tatsächlich war Liebich seit Jahrzehnten in Halle rechtsextremistisch unterwegs, führte eine „Kameradschaft“ an und betrieb einen Onlineshop. Dort konnte man u. a. einen Baseballschläger mit der Aufschrift „Abschiebehelfer“ kaufen.

Als seine Berufung gegen das Urteil scheiterte, flüchtete Liebich nach Tschechien und wurde dort erneut festgenommen.

Zu diesem Zeitpunkt begann er ein Possenspiel, das die ganze Idiotie unserer links-woken Gesellschaft demaskiert.

Denn der rechtsextreme Hetzer änderte sein Geschlecht von männlich auf weiblich, was dank der Segnungen des „Selbstbestimmungsgesetzes“ problemlos jedes Jahr möglich ist.

Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP initiierte und ließ das am 12. April 2024 im Bundestag beschließen. Bei der namentlichen Abstimmung stimmten 372 Abgeordnete der Koalition (SPD, Grüne, FDP) sowie der Gruppe „Die Linke“ (SED) für das Gesetz, 251 Abgeordnete der Union, AfD und des BSW stimmten dagegen.

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Liebich saß dann bis heute in Auslieferungshaft im tschechischen Gefängnis Bory. Vor Gericht in Pilsen argumentierte er gegen seine Auslieferung, er habe Angst, in Deutschland in ein Männergefängnis zu kommen und fürchte um sein Leben. Beim Termin vor Gericht erschien er mit rot lackierten Nägeln, Lippenstift und Leo-Top. Genutzt hat es nichts: Tschechien entschied, den Mann auszuliefern, was heute vollzogen wurde. Jetzt wird er zunächst in Chemnitz ins Frauengefängnis gebracht.

Ja, lesen Sie das ruhig nochmal!

Inzwischen gibt es Bestrebungen, seine Erklärung, eine Frau zu sein, gerichtlich anzufechten und ihn nach Dresden in ein Männergefängnis einzusperren, wo er zweifellos hingehört.

Aber es wird noch besser

Da ein Jahr abgelaufen ist, hat Liebich beantragt, nun nicht mehr Frau zu sein, sondern sein Geschlecht zu „non-binär“ wechseln zu wollen, berichtet heute Morgen WELT TV. Er wolle fortan „Anne Frank“ heißen.

Nichts dokumentiert die ideologische Verblödung eines Teils der deutschen Linken so wie dieser ganze Vorgang um Liebich. Unfassbar, dass so ein Schwachsinn Mehrheiten im Deutschen Bundestag finden kann.




Sachsen-Anhalt: Ein tiefer Ausdruck von Hilflosigkeit

Sie kennen das sicher auch alle. Sie erwachen morgens um 3.55 Uhr anlasslos und denken an die AfD.

Ist mir vorgestern passiert, kein Witz.

Alles dunkel und plötzlich sind Sie wach und werden den Gedanken nicht mehr los: Was bedeutet das eigentlich praktisch, wenn Ulrich Siegmund und die AfD in Sachsen-Anhalt im September die absolute Mehrheit der Mandate bei den Landtagswahlen gewinnen und dann alleine regieren in Magdeburg?

Persönlich glaube ich nicht, dass das passieren wird, aber wenn eine Allparteienformation dann mit ein oder zwei Stimmen Mehrheit unter Einbeziehung von SED und Rosa Luxemburg oder wie die heißt die AfD verhindert und dem Wählerwillen komplett ins Gesicht schlägt, macht es das ja nicht besser. Es macht es schlimmer, es verstärkt den Frust in der Bevölkerung, es treibt der AfD weiter neue Wähler in Scharen zu.

Was passiert also, wenn die AfD tatsächlich eine absolute Mehrheit der Mandate erringt?

Es wird keine Revolution geben, keine Fackelmärsche Uniformierter durch irgendwelche historischen Tore. Der Gestaltungsspielraum für einen Ministerpräsidenten Siegmund wird begrenzt sein, besonders durch die Kassenlage, die nicht die AfD zu verantworten hat. Eine AfD-Alleinregierung würde Personal austauschen – das würde jede andere Regierung auch. Sie können nicht ein Bundesland umsteuern mit den Apparatschiks, die jahrzehntelang diesen ganzen Murks mit zu verantworten haben. Natürlich muss Siegmund ein paar hundert Leitungspositionen in der Landesverwaltung und den Landesbetrieben austauschen. Spannend wird es dann zu sehen, wo er die hernehmen wird.

Woher kommen die zukünftigen Ministerialen?

Woher die Staatssekretäre? Ein Bildungs- und Forschungsministerium lässt sich mit „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ nicht führen. Woher kommen die Finanzexperten, die Sachsen-Anhalt in der Norddeutschen Landesbank zukünftig vertreten, wer übernimmt die Leitung der Investitionsbank Sachsen-Anhalt ab Herbst? AfD-Chefin Alice Weidel war klug genug, schon vor Monaten einen Stab von „Headhuntern“ zusammenzustellen, die kluge und fähige Köpfe finden und coachen sollen für den Fall der Fälle.

Sagt man in diesen Kreisen eigentlich „Headhunter“? Besonders in den ostdeutschen Landesverbänden der AfD hasst man doch Anglizismen, wie ich höre. Aber Kopfjäger ist jetzt auch kein charmanter Begriff, oder?

Ich denke, wenn die AfD tatsächlich Sachsen-Anhalt erobert, wird die Welt nicht untergehen

Das ist genau so, als wenn SED, SPD und Grüne im September die Macht im Roten Rathaus in Berlin erobern sollten. Berlin wird seit vielen Jahren links außen regiert. Auch unter dem unseligen Kai Wegner von der CDU war das nicht anders.

Vor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit einem CDU-Politiker in Berlin und fragte ihn, ob die Regierung Wegner seines Wissens in diesen vier Jahren auch nur einen einzigen Fördertopf für eine linksextreme NGO der Hauptstadt finanziell trockengelegt habe. Ihm fiel nicht ein einziges Beispiel ein.

CDU, SPD, Grüne – völlig wurscht, Sie bekommen in der großen Linie immer die gleiche Sauce. Wenn die SED in Berlin gewinnt, wird es kosmetische Korrekturen geben, zu mehr reicht das Geld nicht. Sie werden Reiche schröpfen und Leistungsträger, sie werden Polizei und Justiz gängeln, und in irgendeiner Eckkneipe in Lichtenberg werden Egon Krenz und Genossen – Altersdurchschnitt über 100 – eine verstaubte SED-Fahne aufhängen, Billigbier saufen und sich auf die Schulter klopfen, dass man ja letztlich nach 1989 nun doch noch gewonnen habe.

So habe ich mir die Einheit nicht vorgestellt…

Aber hey, that’s democracy, Stupid!

Also denken wir weiter über Sachsen-Anhalt nach.

Die werden einige Dinge schnell beschließen, die gut sind, da habe ich keinen Zweifel. Dinge, die auch die CDU längst hätte machen können. Eine AfD wird im öffentlichen Dienst und in den Schulen sicher nicht gendern, wenn da überhaupt jetzt noch gegendert wird. Sexuelle Vielfalt für Kleinkinder? Vorbei. Staatsknete für Antifa-Kriminelle? Vorbei. Kündigung des Rundfunkstaatsvertrages – überfällig. Meine Hoffnung, vielleicht würde auch an den öffentlichen Schulen ein morgendliches Gebet zum Unterrichtsbeginn eingeführt, bleibt wohl ein Traum. Zu kirchenfeindlich sind Teile der Partei, die sich eher zu Sonnenwendfeiern am Lagerfeuer als am Sonntagmorgen in einer Kirchenbank trifft.

Die AfD in Sachsen-Anhalt verfolgt einen klar kirchenfeindlichen Kurs, der im Entwurf ihres Wahlprogramms für die Landtagswahl offen formuliert wird. Die Partei kritisiert die beiden großen Kirchen als „zutiefst gottferne Institutionen“, die sich von ihrem christlichen Auftrag entfernt hätten und politisch zu aktiv seien. Auch da steckt leider ein Kern Wahrheit drin, aber in dieser Absolutheit ist es einfach nur Unsinn.

Und damit kommen wir zum wirklich ernsten Teil

Eine AfD-Alleinregierung in Magdeburg bekäme direkten Zugriff auf die Landespolizei und das Landesamt für Verfassungsschutz. Diejenigen, die seit Jahren als gesichert rechtsextrem überwacht werden, übernehmen im September vielleicht den Laden. Geschieht denen recht, werden viele von Ihnen wahrscheinlich denken. Das ist aber gar nicht lustig.

In Sachsen-Anhalt sitzt die wichtigste Denkfabrik der Neurechten, die über Jahre den Einfluss des Höcke-Flügels in der AfD maßgeblich strukturiert und gestärkt hat. Dass aus der bürgerlich-libertären „Professorenpartei“ AfD heute zumindest in Ostdeutschland eine weitgehend rechte völkische Kaderpartei mit sozialistischen Anwandlungen geworden ist, das hängt eng mit Götz Kubitschek und seinem „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda zusammen. Darüber werden Historiker einst Bücher schreiben im Zusammenhang mit dem unaufhaltsam erscheinenden Aufstieg der AfD.

Wenn es irgendwo überhaupt einen Verfassungsschutz braucht, dann in Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Berlin. Denn überall da sitzen Menschen verschiedener politischer Ausrichtung, die dieses Land und dieses System zerstören, zumindest komplett auf den Kopf stellen wollen. Eine einzelne Landesregierung kann das nicht bewirken, aber sie kann massiv Sand ins bundesdeutsche Getriebe streuen, wenn es um die Sicherheit Deutschlands geht.

Im Falle eines russischen Angriffskrieges gegen die NATO-Ostflanke spielt Sachsen-Anhalt eine strategische Schlüsselrolle im Rahmen der nationalen Gesamtverteidigung. Der „Operationsplan Deutschland“ plant Sachsen-Anhalt als logistische Drehscheibe und Schutzraum im rückwärtigen Gebiet ein. Das Heimatschutzregiment in Möckern und Altengrabow muss dann hier die kritische Infrastruktur – Kraftwerke, Brücken, Bahnhöfe – für die Bevölkerung schützen. Über die Autobahnen A2 und A14 und das Schienennetz müssen im Konfliktfall Zehntausende NATO-Soldaten und militärisches Gerät durch Sachsen-Anhalt Richtung Osten verlegt werden. Die Bundeswehr hält in dem kleinen Bundesland wichtige Convoy Support Center vor: Rastplätze, Treibstoff, Verpflegung für die alliierten Verbände.

Wie soll das alles dann funktionieren?

In einem Landesverband, wo es nicht nur den freundlichen Herrn Siegmund gibt – ein begnadeter Wahlkämpfer übrigens –, sondern wo man Russischunterricht an den Schulen einführen will, die Sanktionen gegen den Massenmörder Putin aufheben und Geschäfte mit ihm machen will? Wo ein einflussreicher AfD-Politiker wie der stellvertretende Landeschef Hans-Thomas Tillschneider, der das aktuelle Wahlprogramm maßgeblich geschrieben hat, an einer Feier zum Geburtstag von Wladimir Putin in der russischen Botschaft in Berlin teilgenommen hat? Wo irgendwelche Hanseln aus der Landtagsfraktion Pilgerreisen in den russisch besetzten Donbass zu Propagandazwecken flogen, was die Bundes-AfD rügte und die Sachsen-Anhalt-AfD mit Übernahme der Reisekosten unterstützte.

Die Sicherheit unseres Landes und seiner Bürger muss höchste Priorität haben. Ist das unter einer AfD-Alleinregierung in Sachsen-Anhalt noch garantiert? Garantiert nicht.

Und genau das ist das Problem

Nicht die AfD an sich, schon gar nicht die Millionen Menschen, die sie wählen, weil sie das politische Elend der vergangenen 20 Jahre in Deutschland nicht mehr weiter ertragen wollen. Ohne das Versagen der Union, SPD und Grünen gäbe es gar keine so starke  AfD in unserem Land.

Und die Union heute? Die hat es nicht einmal hinbekommen, auf Bundesebene wenigstens einen Gesprächskanal mit der AfD zu öffnen. Stattdessen streiten sie gerade darum, ob man die ganze AfD verbieten soll oder einen Teil oder nur das passive Wahlrecht für Björn Höcke aufheben. Alles hat nicht den Hauch einer Chance, es ist einfach nur lächerlich, wie hilflos die Union auch in diesen Wochen wieder ist, wenn es um die Frage geht: Wie umgehen mit der AfD?

 




Kai Wegner schmeißt endlich hin: Doch für das bürgerliche Berlin gibt es keine Hoffnung

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) wird am Abend seine Spitzenkandidatur für die Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses im September zurückziehen. Das kündigte er am Nachmittag an. Bis zur Neuwahl eines Regierenden werde er im Amt bleiben. Auch als Berliner CDU-Chef schmeißt Wegner hin. Wörtlich: „Ich kriege es nicht mehr hin, Botschaften zu senden, weil eine andere Debatte alles andere überlagert.“

Nicht weil alles andere überlagert wird

Sondern weil Wegner jämmerlich versagt hat, als er die Chance hatte, Statur zu zeigen und das Ticket für eine weitere Amtszeit sozusagen nebenbei zu lösen.

Doch Wegner nutzte seine Chance nicht. Ja, er entblößte sich vor den Menschen in Berlin und Deutschland als der Typus Politiker, den immer mehr Bürger einfach nur noch verachten.

Und sein Statement vorhin dokumentiert geradezu erschütternd, dass diese Generation von CDU-Politikern bis heute nicht begriffen hat, dass sie selbst es sind, die die Erosion der großen Volkspartei der Mitte, die Partei von Konrad Adenauer und Helmut Kohl, bis heute auf den Abgrund zutreiben.

Seit vielen Jahren ätzt die AfD, dass die Union den Weg der italienischen Democrazia Cristiana (DC) beschreiten und in die Bedeutungslosigkeit untergehen werde. Und ich habe stets energisch widersprochen.

CDU und DC – das sei überhaupt nicht vergleichbar. Merkels Harakiri auf der deutschen und Korruption und Mafia auf der italienischen Seite – das sei nun wirklich nicht vergleichbar. Inhaltlich ist das auch heute so.

Aber wenn eine Partei mutwillig ihre treuesten Anhänger und Wähler immer und immer wieder enttäuscht, wenn die Arroganz der Macht wichtiger ist als die Nöte und Bedürfnisse der Bevölkerung, dann laufen irgendwann auch die Treuesten der Treuen in Scharen weg.

Zur Ehrenrettung von Wegner muss man sagen…

Berlin ist für die CDU immer ein schwieriges Pflaster gewesen. Auch wenn von Weizsäcker und Diepgen hier einst gut regiert haben.

Und ich gebe zu, es hat mich gefreut, als Wegner zum Regierenden gewählt wurde. Weil Berlin nichts mehr braucht als wirtschaftliche Vernunft, Sicherheit, eine Vision und weniger soziale Wohltaten mit dem Füllhorn, sozialistische Spinnerei und kriminelle Araber-Clans und Palästinenser-Extremisten.

Aber nach Wegners Amtsübernahme in Berlin änderte sich nichts. Nichts. Null. Nada.

Und das lag – anders als im Bund – weniger am Koalitionspartner SPD.

Doch wenn Sie hier im Auto unterwegs sind, stundenlang im Stau stecken wegen Baustellen und Absperrungen an jeder Ecke, ohne dass Sie über Monate einen einzigen Menschen dort sehen, der irgendwas arbeitet, dann stellt sich irgendwann die Sinnfrage.

Die Berliner, die sich zuletzt für die Union entschieden hatten, wollten ein marktwirtschaftliches Profil – besonders in der Wohnungsbaupolitik. Sie wollten mehr Sicherheit auf den Straßen. Und sie wollten – meine subjektive Einschätzung – weniger Müll und Dreck im Stadtbild, weniger Elend und Drogenhandel.

Stattdessen bekamen sie eine Regenbogenflagge am Roten Rathaus, Abweichen von der Schuldenbremse und alles Mögliche, was ganz sicher nicht CDU-Kernpolitik ist.

Und dann der Stromausfall im Januar

100.000 Berliner bei eisiger Kälte direkt betroffen. Kein Naturereignis, sondern durch einen linksradikalen Terroranschlag.

Jeder, der sich mit politischer Kommunikation und Strategie auskennt, hätte nicht einmal zum Handbuch greifen müssen. Hier lag auf der Hand, was zu tun ist.

Der Regierende Bürgermeister als Kümmerer, morgens früh vor Ort.

Sprechen mit Anwohnern, dafür sorgen, dass seine Verwaltung heißen Tee und belegte Stullen für die Helfer organisiert. Hilfe zusagen, Krisenstab einberufen, den energischen Stadtvater geben. Was man in einer solchen Situation aber auf gar keinen Fall machen darf, ist Business as usual, ist Freizeitvergnügen.

Als bekannt wurde, dass Wegner am ersten Tag nicht in Zehlendorf war, sondern Tennis spielen. Als er die Öffentlichkeit mehrfach belog und behauptete, er habe am 3. Januar den ganzen Morgen telefoniert, um die Notfallmaßnahmen für seine Bürger zu organisieren und zu koordinieren, und sich dann herausstellte, dass er an diesem ersten Tag nicht ein einziges Telefonat in dieser Sache geführt hat, da war im Grunde klar, dass dieser Mann aus dem Amt raus muss. Am besten sofort.

Was ist die wichtigste Aufgabe eines Landesvaters?

Für seine Bürger da zu sein, in guten wie in schlechten Zeiten. 18.494,37 Euro brutto bekommt er jeden Monat neben all den anderen Vergünstigungen des Amtes. Und in seiner Stadt findet ein Terroranschlag statt, der Auswirkungen auf 100.000 Bürger hat. Und dann geht dieser Regierende Tennis spielen? Ernsthaft?

Was geht im Kopf dieses Mannes vor? Wie zynisch ist sein Amtsverständnis?

Die Berliner CDU hat das endlich auch begriffen. In aktuellen Umfragen liegt die CDU nur noch auf Platz 4, viele Mandate könnten im September weg sein, der Sitz an der Spitze der Regierung sowieso. 17 Prozent der Berliner wollen heute noch CDU wählen. Mancher im Konrad-Adenauer-Haus wird das für stabil halten, wette ich.

Weil den sogenannten Strategen dort immer noch nicht klar ist, dass nach dem vordergründigen Ende der Ära Merkel keineswegs wieder alles gut ist.

Vielleicht wird es nie wieder gut. Sollte doch ein Wunder geschehen, dann ist das ein sehr langer Weg. Denn die Politiker-Kaste, die uns regiert, ist ja nicht nur Wegner. Friedrich Merz ist der unbeliebteste Bundeskanzler in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Günther (Schleswig-Holstein), Wüst (NRW) und andere sind genau der Typus von Kai Wegner: angepasste Manager der Macht ohne jeden idealistischen Kompass und das Feuer im Herzen, das die Union einst so groß und erfolgreich gemacht hat.

Glauben Sie mir, der Niedergang der einst stolzen Volksparteien CDU und SPD bereitet mir keine Freude.

Es ist ein Desaster für die Menschen in unserem Land. Und niemand weiß, wohin für uns alle die Reise führt. Es sieht nicht danach aus, dass es besser werden könnte.

Die Berliner Union muss jetzt schnell handeln, am Abend findet eine Kreisvorsitzenden-Konferenz statt.

Die Spitzenkandidatur übernehmen wird wohl Finanz- und Kultursenator Stefan Evers. Vereinzelt wurde auch Felor Badenberg genannt, Justizsenatorin und frühere Vizepräsidentin des Bundesamtes für Verfassungsschutz, aber parteilos.

Evers wird es wohl machen. Ob er noch eine Chance hat, das Ruder herumzureißen, ist mehr als fraglich.

Und das stürzt das arbeitende, bürgerliche Berlin in eine tiefe Krise

Eigentlich will man die CDU nicht mehr wählen, die AfD hat null Chance, irgendwie an der Macht im Roten Rathaus partizipieren zu können, die FDP existiert praktisch nicht. Stärkste Partei in den Umfragen ist die frühere SED, die sich heute Linke nennt. Zusammen mit SPD und Grünen könnten sie ab September die Vier-Millionen-Metropole übernehmen, unsere Hauptstadt. Der Horror – Palästinenserfreunde leiten dann die Polizei, Araber-Clan-Versteher die Justiz und der Verfassungsschutz liegt in den Händen von Sympathisanten aller möglichen Extremistenfreunde.
Hier stirbt gerade jede Hoffnung auf bessere Zeiten…




Angriff auf Reporter von „Apollo News“: Jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen

„Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten. Ich weiß nicht, was Sie nicht verstanden haben.“ Bestimmt haben die meisten von Ihnen diese dummdreiste Antwort eines Sprechers des Aktionsbündnisses „Widersetzen“ gehört. Gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt  wollte man mobilisieren, ihn blockieren, verzögern, manche sicher auch ganz verhindern.

Eine jämmerliche Aktion, ein Flop

Als das bunte Linksgeschwurbel vor Ort erschien, um Straßenbahngleise zu blockieren, die gar nicht benutzt wurden, und Autobahnteilstücke zu besetzen, waren die AfD-Delegierten längst komplett in der Messe, saßen in der Lobby herum, tranken Kaffee und aßen Kekse. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, sagt der Volksmund, aber früh aufstehen – das ist für das staatsalimentierte Linkspack in Deutschland schon immer eine Herausforderung gewesen.

FDP-Chef Wolfgang Kubicki stellte gestern auf WELT TV die richtigen Fragen und regte an, nachzuforschen, ob das Aktionsbündnis „Widersetzen“ wohl aus Steuermitteln gefördert werde. Ich halte das für gut möglich.

Ich weiß noch: Vor 50 Jahren gab es Spendensammelvereine auch im Umfeld der Union.

Und jeder wusste, wenn man so einen Verein zur Förderung beispielsweise von Veranstaltungen der Jungen Union (JU) gründen wollte, war das Wichtigste, dass irgendwo in der Satzung der Begriff „staatsbürgerliche Bildung“ stand. Das war sozusagen das Sesam-öffne-dich zu „den Töpfen“. Heute ist wichtig, dass irgendwo etwas „gegen Rechts“ oder pro „bunte Vielfalt“ steht. Dann kann mit den Geldquellen nichts mehr schiefgehen.

Dieses NGO-Unwesen in Deutschland ist die Pest

Jeder soll denken, sagen und schreiben können, was er oder sie will. Gründen Sie Initiativen, tragen Sie Kröten über die Fahrbahn, schwenken Sie Putin- oder Palästinenserfähnchen! Aber warum zur Hölle müssen wir das mit unseren Steuergeldern finanzieren?

Der gewalttätige Angriff gegen ein Reporterteam von „Apollo News“ am Samstag ist für eine Zivilgesellschaft nicht akzeptabel, und selbst die linksextreme „taz“ schreibt: „Pressefreiheit gilt auch für Rechte“. Wenn selbst die das begreifen…

Es gilt jetzt, nicht zur Tagesordnung überzugehen. Und dabei auch klar zu differenzieren zwischen den friedlichen Demonstranten aus dem Gewerkschafts- und grün-linken Milieu auf der einen Seite und den „Antifa“-Idioten auf der anderen Seite.

In dieser Szene wurde schon vor dem Wochenende z. B. über das Extremisten-Portal „Indymedia“ informiert, wie man am effektivsten Polizisten mit Gewalt angreifen kann. All das passiert in unserem Staat; all das kann passieren, weil die linken Revolutionserotiker diesen Staat zerstören und Gegner mundtot machen wollen – auch mit nackter Gewalt.

Leider gibt es kein starkes und entschlossenes Bürgertum mehr, das sich dem entgegenstellt.

Ich wünsche den drei Kollegen von „Apollo News“ alles Gute. Und ich danke ihnen – sicher auch in Ihrem Namen – für ihren Mut und ihr Engagement für unsere freie und offene Gesellschaft.




Nicht der hellsten Kerzen auf der Torte: AfD und Polizei in Erfurt waren cleverer – Bundesparteitag störungsfrei und pünktlich eröffnet

Der AfD-Bundesparteitag in Erfurt hat am Morgen pünktlich begonnen.

So pünktlich wie wohl noch nie, denn schon anderthalb Stunden vor Eröffnung waren nahezu alle der 600 Delegierten im Gebäude der Messe der thüringischen Landeshauptstadt. Da waren viele der in ihrer Selbstwahrnehmung heldenhaften Demonstranten und Blockierer noch auf der Anreise zum Blockieren von Autobahnen und Straßenbahnhaltestellen in Erfurt unterwegs.

„Morgenstund‘ hat Gold im Mund“ – das ist kein populärer Leitsatz in der linken Szene, während man rechts durchaus zu diszipliniertem Verhalten und frühem Aufstehen fähig ist.

Viel Brimborium um nichts also

Den AfD-Parteitag verhindern? Nie waren die Herrschaften von ganz links weiter davon entfernt als heute früh. Und mal ernsthaft: Was für geistige Tiefflieger müssen die Blockade-Planer sein, die ernsthaft annehmen, dass in so einer aufgeheizten Atmosphäre AfD-Delegierte mit schwarz-rot-goldenen Ansteckern am Revers ausgerechnet mit der Straßenbahn zum Parteitag fahren?

Es sind schon nicht die hellsten Kerzen auf der Torte, aber natürlich dürfen sie gegen die AfD demonstrieren, wenn es friedlich bleibt. Wobei mir heute Morgen, als ich bei WELT TV zwei Dutzend bunt verkleidete, tanzende Frauen über 50 mit Trommeln sehen musste, erstmals wirklich in den Sinn kam, was die natürliche hormonelle Umstellung über 50 bei manchen Frauen bedeuten kann. Ganz praktisch.

Ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem man frei gegen Politiker demonstrieren kann.

Und ich bin froh, dass dieses Land auch Parteien, die bei den traditionellen Machteliten nicht sonderlich angesehen sind, die Durchführung ihrer verfassungsmäßigen Rechte und Pflichten garantiert – in diesem Fall durch Thüringens Innenminister Georg Maier, einen SPD-Genossen. Also halten wir fest: Unser Rechtsstaat funktioniert, wir alle können stolz auf unser Land sein – wenigstens heute mal wieder.

Über den Verlauf der Beratungen und die Wahlen informieren wir Sie später…




Nichts ist im Sport so einzigartig wie eine Fußball-Weltmeisterschaft

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Der Ball ist rund, und Foul ist, wenn der Schiri pfeift. Nur damit die Gelegenheits-Fußballfans der deutschen Nationalmannschaft mal einige der wichtigsten Kernsätze dieser Sportart gehört haben.

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat rasant an Fahrt aufgenommen, auch wenn Deutschland nicht mehr im Turnier ist.

Über das erneute Debakel – das dritte in Folge – ist viel berichtet und kommentiert worden. Ich will Sie nicht mit einer ausführlichen weiteren Einschätzung langweilen, zumal das, was Loddar Matthäus und andere gesagt haben, zu 100 Prozent meiner Meinung entspricht.

Kurz: Julian Nagelsmann war zu jung und zu unreif für die Position eines Nationaltrainers unserer Vier-Sterne-Elf. Seine Personalpolitik ist kaum nachzuvollziehen; die Familientreffen vor Beginn des Turniers haben den Fokus unserer Jungs vom großen Ziel abgelenkt. Wozu ich anmerken möchte, dass „große Ziele“ heute für den DFB erst mal das Überstehen der Vorrunde sind und nicht mehr der Titelgewinn. Aber das ist eine andere Geschichte.

Deutschland ist raus gegen Paraguay – Blamage

Keine ansteckende Spielidee – peinlich.

Keinen Spieler, der, wenn es eng wird, den Unterschied macht, wie ihn Engländer (Kane), Argentinier (Messi) oder Norweger (Haaland) eben haben. So einfach kann das sein mit dem Fußball.

Und jetzt verrate ich Ihnen mal was: Mund abwischen, weiter.

Leider hatte mir das Schicksal – oder sagen wir, der Kardiologe – zwei Wochen im Krankenhaus verordnet, sodass ich genau zu dieser Zeit Muße hatte, stundenlang live Fußball zu gucken, auch zu den Zeiten, die normale Menschen sonst nicht haben.

Die Schweiz gegen Algerien zum Beispiel, Spanien gegen unsere Freunde aus dem Alpenvorland und Portugal gegen Spanien.

Was für ein Spaß es macht, diesen Mannschaften zuzuschauen, oder?

Ich habe auch fasziniert Brasilien gegen Japan zugeschaut (und zu den Japanern gehalten, die leider verloren).

Aber Kampf, Leidenschaft und Spielwitz – wir alle erleben eine fantastische WM.

Und erinnern Sie sich noch an das Genörgel vor dem Start?

Die hohen Ticketpreise, Donald Trump und was weiß ich noch. Und was passiert? Genau! Nix … Die Leute haben Spaß, die ganze Welt ist live dabei.

Im ARD-„Morgenmagazin“ hatten sie vor dem Paraguay-Debakel einen deutschen Fan aus Stuttgart vor der Kamera – da noch in bester Stimmung. Der Mann, vielleicht 35 Jahre jung, aß während des Interviews einen Burger mit Krabbenfleisch und einem Klecks Mayonnaise. Die Moderatorin fragte, was der gekostet habe. 46 Dollar – in Worten: 46 DOLLAR. Für einen Krabbenburger – kennen Sie vielleicht von „Spongebob“. Und wissen Sie was? Der Preis war dem Mann vollkommen egal. Wer sich seinen Lebenstraum erfüllt und seiner Mannschaft in den USA zwei Wochen lang hinterherreist, der weiß, dass ihn das locker 5.000 oder 6.000 Dollar kostet. Aber es ist es ihnen wert.

Wenn alle vier Jahre eine Fußball-Weltmeisterschaft irgendwo stattfindet, dann trifft sich da das ganze globale Dorf zur großen Party.

Länder zelebrieren ihre nationalen Identitäten. Schotten in Kilts ziehen mit Dudelsäcken durch die großen Metropolen in den USA, Mexiko oder Kanada. Die Wikinger aus Norwegen machen uns allen Spaß mit ihrem Dauerrudern und den „Ro!“-Rufen – das ist Norwegisch für „rudern“. Dabei setzen sich Tausende Fans synchron auf den Boden, führen rhythmische Ruderbewegungen nach vorne und hinten aus und brüllen „Ro!“. Selbst im norwegischen Parlament zelebrierten die Abgeordneten ihren Schlachtruf, links, rechts und in der Mitte, weil die nämlich EIN Land sind und gemeinsame Interessen verfolgen.

Stellen Sie sich das mal im Deutschen Bundestag vor!

Fußball-Weltmeisterschaften – da wird mehr für den globalen Frieden getan als in den Vereinten Nationen, und das meine ich wirklich ernst

Kein internationales Sportereignis ist wie dieses. Kein Superbowl, keine Olympiade – und bitte, ich will das nicht abwerten, überhaupt nicht.

Aber der Kampf um die Krone der Fußballwelt, all die Geschichten vom Wunder von Bern, von Sepp Herberger und Helmut Schön – zumindest für uns Jungs gibt es nichts Vergleichbares.

Ich erinnere mich heute noch an „mein“ erstes Fußball-WM-Spiel, natürlich zu Hause vor dem Farbfernseher im Wohnzimmer unseres kleinen Häuschens in Holzhausen-Sylbach. Ein paar Onkel und Nachbarn waren dabei, es gab Flaschenbier (Herforder Pils) und Käsewürfel, und Deutschland spielte – es war der 14. Juni 1970 – im mexikanischen León gegen den amtierenden Weltmeister England. Mit denen hatten wir seit dem Turnier 1966 noch Gravierendes zu klären, wie sich die Älteren von Ihnen erinnern werden.

Nach einer Flanke von Karl-Heinz Schnellinger stand der Hamburger Uwe Seeler mit dem Rücken zum Tor, sprang hoch und verlängerte den Ball mit dem Hinterkopf über den englischen Torwart Peter Bonetti ins Netz. Mit dem Hinterkopf! Nie werde ich das vergessen. Gerd Müller legte später noch einen nach zum 3:2, und die Schmach mit dem „Tor von Wembley“ aus 1966 war ausgeglichen.

Es folgte dann unmittelbar das Jahrhundertspiel der Deutschen gegen Italien im Aztekenstadion vor 100.000 Zuschauern, das für uns 3:4 verloren ging. Allein über dieses Spiel gibt es ganze Bücher.

Fußball ist einzigartig. Fußball ist höchste Ekstase und tiefster Absturz gleichzeitig

Und deshalb: Ja, die Auftritte unserer Mannschaft in Moskau, Katar und zuletzt in den USA waren beschämend für uns Veteranen. Und trotzdem werde ich in vier Jahren wieder im schwarz-rot-goldenen Trikot vor irgendeiner großen Leinwand stehen, Bier trinken und weinen, wenn Deutschland gewinnt.

Haben Sie alle Spaß! Und lassen Sie mich wissen, wer nach Ihrer Ansicht Weltmeister wird. Mein bester Freund sagt, Mexiko! Spanien, Frankreich und Argentinien sind auch im Topf. RO!




Lasst uns in Ruhe mit Eurer schlechten Laune! Jetzt ist Fußball und jetzt ist Deutschland…

Waren Sie gestern Abend auch raus, um das Spiel der deutschen Nationalmannschaft in Gemeinschaft zu schauen? Bei einem Public Viewing? Wir natürlich! Weil wir immer wissen wollen, wie Deutschland abschneidet und sich in der Welt präsentiert, und nirgendwo beäugt man uns so intensiv wie bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.

Vorweg: Wir sind noch nicht in einem „Sommermärchen“

Wie auch, das fand damals in Deutschland statt, und alle Welt war begeistert, wie nett und sympathisch wir Volk von Jammerern und Schwurblern sein können, wenn wir Gäste haben (die sich ordentlich benehmen).

Und wie leicht es ist, Parallelen zu anderen Staaten zu ziehen, wenn die in der Fremde unterwegs sind.

Vor zwei Jahren waren die Schotten, war die „Tartan Army“ zu Gast in Deutschland. Und es waren tolle Gäste, die in Schottenröcken (Kilts) zu Tausenden friedlich und stimmgewaltig durch unsere Städte zogen und mit ihren Dudelsäcken und ihren leidenschaftlichen Gesängen überall große Volksfeste feierten, wo sie auftauchten. Die BILD titelte, dass Münchner Bierhäuser schließen mussten, weil die Schotten alle Vorräte leergesoffen hatten.

Und, was soll ich sagen: Das Gleiche jetzt in Boston!

Lokale Brauereien wie die Boston Beer Co. meldeten, dass die Schotten innerhalb weniger Tage viermal so viel Bier getrunken haben, wie sonst am gesamten US-Feiertagswochenende zum 4. Juli vorrätig ist. Pubs im Zentrum der Stadt (wie das bekannte Hennessy’s oder die The White Bull Tavern) mussten Notlieferungen anfordern. Am Abend nach dem ersten Sieg war in vielen Kneipen schlichtweg jede Biermarke ausverkauft.

Ach, ich liebe diese großen friedlichen Sportturniere auf der Weltbühne – friedlich und multikulti, wie es sein könnte.

Am Nachmittag waren wir im Norden Berlins zu einem Straßenfest, um uns einzustimmen. Eine Bühne mit einem Elvis-Imitator, Rostbratwurst und Pommes Majo mit frischen Zwiebeln drüber. War das eigentlich früher auch so, dass mehr Stände da standen, wo für Thermomix und „Häusliche Pflege“ geworben wird, als für Lebkuchenherzen?

Der Deutsche braucht eine Weile Anlauf, bis er in die Ekstase gleitet

Das bemerkten wir dann gegen 22 Uhr, als wir uns im Biergarten einer Kneipe in Reinickendorf mit 200 Landsleuten wiederfanden, die fast alle Deutschland-Trikots trugen oder – die Damen – wenigstens schwarz-rot-goldene Haarkränze. Kristallweizen bestellt und los geht’s!

Als im allgemeinen Gequatsche auf dem Großbildschirm die deutsche Nationalhymne begann, nahm kaum einer Notiz davon, nur in der ersten Stuhlreihe stand ein einzelner Mann auf. Einer!

So stand ich auch auf, rechte Hand aufs Herz: „…fü-ür das deu-eutsche Vaterland…“. Rechts erhoben sich drei Frauen, links an einem Stehtisch entdeckte ich den CDU-Politiker gleichen Namens mit dem Deutschland-Trikot und dem Schriftzug „Dregger“, der sowieso schon stand und begann, zu singen. Jetzt standen alle, und bei „lasst uns alle strehe-ben“ sangen alle, zunehmend lauter werdend. Ich bin sicher, nach der Vorrunde stehen beim Public Viewing in Deutschland alle und singen ab der ersten Sekunde inbrünstig mit.

Haben sie uns ja auch ausgetrieben, stolz auf unser Land und unsere Farben zu sein. Ich bin es jedenfalls immer.

Das Spiel, die meisten von Ihnen werden es wissen, lief über weite Strecken eher zäh. Es war nicht schlecht, aber es war auch kein Spaziergang.

Und nach dem Ausscheiden unserer Nationalmannschaft bei den Turnieren in Russland und Katar wächst die Anspannung deutscher Fußballfreunde, wenn die Mitte der zweiten Halbzeit fast erreicht ist und der Gegner von der Elfenbeinküste immer noch 1:0 führt.

In der 68. Minute erlöste Deniz Undav die deutsche Fußballnation mit dem wichtigen 1:1, in der Nachspielzeit legte er noch einen nach – aus, aus, aus… das Spiel ist aus. Deutschland ist … im Sechzehntelfinale.

„Eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit einem Schritt“, soll der altchinesische Laotse im sechsten Jahrhundert vor Christus gesagt haben. Es gibt aber irgendwie kein Kurzvideo davon. Schauen wir also nach, und da isses:

Im 64. Kapitel des Buchs von Tao Te King heißt es: „Eine Reise von tausend Meilen beginnt unter deinen Füßen.“ Das muss es also sein. Wer auch immer – richtig ist es auf jeden Fall.

Als wir gegen ein Uhr nach Hause kamen, zogen junge Menschen singend durch unseren Stadtteil, Trikots an, schwarz-rot-goldene Fahnen schwenkend. Das wird den Grünen und Linken nicht gefallen, ebenso wie die Bilder heute Morgen im Fernsehen von Autokorsos vergangene Nacht auf dem Kurfürstendamm.

Ich verspreche Ihnen: Das ist erst der Anfang

Die Zahl der Fahnen an Hauswänden und Autos ist exponentiell gestiegen. Wir haben auch geflaggt, natürlich. Jetzt ist Fußball und jetzt ist Deutschland.

Ob das den Miesmachern in den sozialen Netzwerken gefällt, die uns jeden Tag wissen lassen, dass sie aber nicht gucken und hoffen, dass Deutschland verliert, weil – bitte ankreuzen – der falsche Trainer, Spieler mit falscher Hautfarbe, Spieler, die beten, oder was sonst noch. Setzt euch in den Keller und schaut alte „Lindenstraßen“-Folgen auf YouTube! Und lasst uns in Ruhe mit eurem Gemecker!




Warum die bürgerliche Mitte noch lange kein Auslaufmodell für Deutschland sein muss

In der Heiligen Messe heute Mittag in meiner katholischen Gemeinde in Berlin wurde ein Ehepaar gesegnet, das genau an diesem Tag vor 40 Jahren vor dem Altar geheiratet hat. Und die sind immer noch zusammen und es scheint so, als seien sie das durchaus glücklich.

Hammer, oder?

Ich bewundere solche Menschen wirklich, die einmal Ja sagen und dann durch dick und dünn, durch Sonnenstunden und Stürme zusammenhalten und auch zusammenbleiben.

Und meine Gedanken schweiften ab zu der Frage, die mich seit Jahren zunehmend beschäftigt: Was genau ist eigentlich bürgerlich und was ist diese ominöse „Mitte“, die Deutschland über Jahrzehnte geprägt hat und ein weltweit bewundertes Erfolgsmodell war?

Ich meine, die wunderbarste Eigenschaft der freiheitlichen Demokratie ist, dass sie Raum für jeden Einzelnen lässt, sein Leben so zu leben, wie er oder sie es gern möchte.

Wer die Ehe eines Mannes und einer Frau doof findet, der darf das. Natürlich. Leben Sie im Alter mit Ihrer ebenso alten Schwester zusammen, leben Sie mit einem Partner gleichen Geschlechtes zusammen. Oder leben Sie als Single – mir wurscht, es ist IHR LEBEN.

Das gilt natürlich auch für andere Bereiche

Lernen Sie einen anständigen Beruf oder studieren Sie! Ihr Ding.

Arbeiten Sie in einer Behörde oder beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und führen Sie ein Vollkasko-Leben. Freie Entscheidung.

Oder wagen Sie sich hinaus in die Selbstständigkeit, werden Sie Ihres Glückes Schmied mit großen Visionen, oder scheitern Sie jämmerlich.

Glauben Sie an Gott oder vertrauen Sie auf die Unfallversicherung. Sie können alles machen.

Sie dürfen auch am rechten oder linken Rand unterwegs sein – solange Sie keine Gesetze brechen, Strom- oder Wasserversorgungswerke sprengen oder dem Bundesgesundheitsminister einen Sack über den Kopf werfen und ihn entführen– denken Sie, was Sie wollen, wählen Sie, was Sie wollen!

Mein Platz ist in der Mitte der Gesellschaft

Davon bin ich überzeugt, dort fühle ich mich wohl und für diese Mitte engagiere ich mich. Konkreter: für Mitte-Rechts, aber Mitte.

Wer Reiche erschießen will oder damit kokettiert, das „freundliche Gesicht des Nationalsozialismus“ zu sein oder bei einer Parteitagsrede „den Freisler machen“ will, der ekelt mich an. Das ist nicht meine Welt.

Ich engagiere mich für diejenigen, die in Deutschland etwas leisten – für sich und für andere.

Die morgens aufstehen, ihren Kindern das Schulbrot schmieren und neben Schokolade auch geschnittene Apfelstücke einpacken.

Die sich engagieren im Beruf, in der Nachbarschaft, im Ehrenamt. Die im Verein etwas tun, damit die Jugendmannschaften am Samstag ordentliche Umkleideräume und gewaschene Trikots haben.

Die beruflich etwas für die Allgemeinheit leisten: Ärzte und Pflegerinnen, Soldaten der Bundeswehr, THW, Polizei. Also alle, die dafür sorgen, dass wir frei und sicher leben können, auch die Richter und die Justizvollzugsbeamten, die Mitarbeiter der deutschen Geheimdienste, es gäbe so viele an dieser Stelle zu nennen.

Und natürlich auch diejenigen, die dafür sorgen, dass das christliche Abendland ein christliches Abendland bleibt: die Priester, Nonnen und Ordensleute, die Sozialdienste von der Caritas und den Johannitern, aber auch die vom ASB oder von der Arbeiterwohlfahrt.

Jeder Mosaikstein trägt dazu bei, dass Deutschland trotz aller Probleme ein lebenswertes Land bleibt.

Und wieder noch lebenswerter wird, wenn wir die Probleme mit Migranten, die hier nicht mitmachen wollen, lösen. Wenn wir die Kriminalität in den Griff bekommen, die Schulen mit besseren Lehrern und klaren Regeln und überarbeiteten Lehrplänen besser machen für die Zukunft unserer Kinder.

Das ist es, weshalb ich mich engagiere in den Medien und in der Politik

Und das ist es, wozu ich Sie alle einlade mitzumachen. Es gibt viele Möglichkeiten. Schreiben Sie mir, wenn Sie eine Idee haben, was Sie aktiv tun können oder möchten: k.kelle@the-germanz.de