Nicht der hellsten Kerzen auf der Torte: AfD und Polizei in Erfurt waren cleverer – Bundesparteitag störungsfrei und pünktlich eröffnet

Der AfD-Bundesparteitag in Erfurt hat am Morgen pünktlich begonnen.

So pünktlich wie wohl noch nie, denn schon anderthalb Stunden vor Eröffnung waren nahezu alle der 600 Delegierten im Gebäude der Messe der thüringischen Landeshauptstadt. Da waren viele der in ihrer Selbstwahrnehmung heldenhaften Demonstranten und Blockierer noch auf der Anreise zum Blockieren von Autobahnen und Straßenbahnhaltestellen in Erfurt unterwegs.

„Morgenstund‘ hat Gold im Mund“ – das ist kein populärer Leitsatz in der linken Szene, während man rechts durchaus zu diszipliniertem Verhalten und frühem Aufstehen fähig ist.

Viel Brimborium um nichts also

Den AfD-Parteitag verhindern? Nie waren die Herrschaften von ganz links weiter davon entfernt als heute früh. Und mal ernsthaft: Was für geistige Tiefflieger müssen die Blockade-Planer sein, die ernsthaft annehmen, dass in so einer aufgeheizten Atmosphäre AfD-Delegierte mit schwarz-rot-goldenen Ansteckern am Revers ausgerechnet mit der Straßenbahn zum Parteitag fahren?

Es sind schon nicht die hellsten Kerzen auf der Torte, aber natürlich dürfen sie gegen die AfD demonstrieren, wenn es friedlich bleibt. Wobei mir heute Morgen, als ich bei WELT TV zwei Dutzend bunt verkleidete, tanzende Frauen über 50 mit Trommeln sehen musste, erstmals wirklich in den Sinn kam, was die natürliche hormonelle Umstellung über 50 bei manchen Frauen bedeuten kann. Ganz praktisch.

Ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem man frei gegen Politiker demonstrieren kann.

Und ich bin froh, dass dieses Land auch Parteien, die bei den traditionellen Machteliten nicht sonderlich angesehen sind, die Durchführung ihrer verfassungsmäßigen Rechte und Pflichten garantiert – in diesem Fall durch Thüringens Innenminister Georg Maier, einen SPD-Genossen. Also halten wir fest: Unser Rechtsstaat funktioniert, wir alle können stolz auf unser Land sein – wenigstens heute mal wieder.

Über den Verlauf der Beratungen und die Wahlen informieren wir Sie später…




Nichts ist im Sport so einzigartig wie eine Fußball-Weltmeisterschaft

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Der Ball ist rund, und Foul ist, wenn der Schiri pfeift. Nur damit die Gelegenheits-Fußballfans der deutschen Nationalmannschaft mal einige der wichtigsten Kernsätze dieser Sportart gehört haben.

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat rasant an Fahrt aufgenommen, auch wenn Deutschland nicht mehr im Turnier ist.

Über das erneute Debakel – das dritte in Folge – ist viel berichtet und kommentiert worden. Ich will Sie nicht mit einer ausführlichen weiteren Einschätzung langweilen, zumal das, was Loddar Matthäus und andere gesagt haben, zu 100 Prozent meiner Meinung entspricht.

Kurz: Julian Nagelsmann war zu jung und zu unreif für die Position eines Nationaltrainers unserer Vier-Sterne-Elf. Seine Personalpolitik ist kaum nachzuvollziehen; die Familientreffen vor Beginn des Turniers haben den Fokus unserer Jungs vom großen Ziel abgelenkt. Wozu ich anmerken möchte, dass „große Ziele“ heute für den DFB erst mal das Überstehen der Vorrunde sind und nicht mehr der Titelgewinn. Aber das ist eine andere Geschichte.

Deutschland ist raus gegen Paraguay – Blamage

Keine ansteckende Spielidee – peinlich.

Keinen Spieler, der, wenn es eng wird, den Unterschied macht, wie ihn Engländer (Kane), Argentinier (Messi) oder Norweger (Haaland) eben haben. So einfach kann das sein mit dem Fußball.

Und jetzt verrate ich Ihnen mal was: Mund abwischen, weiter.

Leider hatte mir das Schicksal – oder sagen wir, der Kardiologe – zwei Wochen im Krankenhaus verordnet, sodass ich genau zu dieser Zeit Muße hatte, stundenlang live Fußball zu gucken, auch zu den Zeiten, die normale Menschen sonst nicht haben.

Die Schweiz gegen Algerien zum Beispiel, Spanien gegen unsere Freunde aus dem Alpenvorland und Portugal gegen Spanien.

Was für ein Spaß es macht, diesen Mannschaften zuzuschauen, oder?

Ich habe auch fasziniert Brasilien gegen Japan zugeschaut (und zu den Japanern gehalten, die leider verloren).

Aber Kampf, Leidenschaft und Spielwitz – wir alle erleben eine fantastische WM.

Und erinnern Sie sich noch an das Genörgel vor dem Start?

Die hohen Ticketpreise, Donald Trump und was weiß ich noch. Und was passiert? Genau! Nix … Die Leute haben Spaß, die ganze Welt ist live dabei.

Im ARD-„Morgenmagazin“ hatten sie vor dem Paraguay-Debakel einen deutschen Fan aus Stuttgart vor der Kamera – da noch in bester Stimmung. Der Mann, vielleicht 35 Jahre jung, aß während des Interviews einen Burger mit Krabbenfleisch und einem Klecks Mayonnaise. Die Moderatorin fragte, was der gekostet habe. 46 Dollar – in Worten: 46 DOLLAR. Für einen Krabbenburger – kennen Sie vielleicht von „Spongebob“. Und wissen Sie was? Der Preis war dem Mann vollkommen egal. Wer sich seinen Lebenstraum erfüllt und seiner Mannschaft in den USA zwei Wochen lang hinterherreist, der weiß, dass ihn das locker 5.000 oder 6.000 Dollar kostet. Aber es ist es ihnen wert.

Wenn alle vier Jahre eine Fußball-Weltmeisterschaft irgendwo stattfindet, dann trifft sich da das ganze globale Dorf zur großen Party.

Länder zelebrieren ihre nationalen Identitäten. Schotten in Kilts ziehen mit Dudelsäcken durch die großen Metropolen in den USA, Mexiko oder Kanada. Die Wikinger aus Norwegen machen uns allen Spaß mit ihrem Dauerrudern und den „Ro!“-Rufen – das ist Norwegisch für „rudern“. Dabei setzen sich Tausende Fans synchron auf den Boden, führen rhythmische Ruderbewegungen nach vorne und hinten aus und brüllen „Ro!“. Selbst im norwegischen Parlament zelebrierten die Abgeordneten ihren Schlachtruf, links, rechts und in der Mitte, weil die nämlich EIN Land sind und gemeinsame Interessen verfolgen.

Stellen Sie sich das mal im Deutschen Bundestag vor!

Fußball-Weltmeisterschaften – da wird mehr für den globalen Frieden getan als in den Vereinten Nationen, und das meine ich wirklich ernst

Kein internationales Sportereignis ist wie dieses. Kein Superbowl, keine Olympiade – und bitte, ich will das nicht abwerten, überhaupt nicht.

Aber der Kampf um die Krone der Fußballwelt, all die Geschichten vom Wunder von Bern, von Sepp Herberger und Helmut Schön – zumindest für uns Jungs gibt es nichts Vergleichbares.

Ich erinnere mich heute noch an „mein“ erstes Fußball-WM-Spiel, natürlich zu Hause vor dem Farbfernseher im Wohnzimmer unseres kleinen Häuschens in Holzhausen-Sylbach. Ein paar Onkel und Nachbarn waren dabei, es gab Flaschenbier (Herforder Pils) und Käsewürfel, und Deutschland spielte – es war der 14. Juni 1970 – im mexikanischen León gegen den amtierenden Weltmeister England. Mit denen hatten wir seit dem Turnier 1966 noch Gravierendes zu klären, wie sich die Älteren von Ihnen erinnern werden.

Nach einer Flanke von Karl-Heinz Schnellinger stand der Hamburger Uwe Seeler mit dem Rücken zum Tor, sprang hoch und verlängerte den Ball mit dem Hinterkopf über den englischen Torwart Peter Bonetti ins Netz. Mit dem Hinterkopf! Nie werde ich das vergessen. Gerd Müller legte später noch einen nach zum 3:2, und die Schmach mit dem „Tor von Wembley“ aus 1966 war ausgeglichen.

Es folgte dann unmittelbar das Jahrhundertspiel der Deutschen gegen Italien im Aztekenstadion vor 100.000 Zuschauern, das für uns 3:4 verloren ging. Allein über dieses Spiel gibt es ganze Bücher.

Fußball ist einzigartig. Fußball ist höchste Ekstase und tiefster Absturz gleichzeitig

Und deshalb: Ja, die Auftritte unserer Mannschaft in Moskau, Katar und zuletzt in den USA waren beschämend für uns Veteranen. Und trotzdem werde ich in vier Jahren wieder im schwarz-rot-goldenen Trikot vor irgendeiner großen Leinwand stehen, Bier trinken und weinen, wenn Deutschland gewinnt.

Haben Sie alle Spaß! Und lassen Sie mich wissen, wer nach Ihrer Ansicht Weltmeister wird. Mein bester Freund sagt, Mexiko! Spanien, Frankreich und Argentinien sind auch im Topf. RO!




Lasst uns in Ruhe mit Eurer schlechten Laune! Jetzt ist Fußball und jetzt ist Deutschland…

Waren Sie gestern Abend auch raus, um das Spiel der deutschen Nationalmannschaft in Gemeinschaft zu schauen? Bei einem Public Viewing? Wir natürlich! Weil wir immer wissen wollen, wie Deutschland abschneidet und sich in der Welt präsentiert, und nirgendwo beäugt man uns so intensiv wie bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.

Vorweg: Wir sind noch nicht in einem „Sommermärchen“

Wie auch, das fand damals in Deutschland statt, und alle Welt war begeistert, wie nett und sympathisch wir Volk von Jammerern und Schwurblern sein können, wenn wir Gäste haben (die sich ordentlich benehmen).

Und wie leicht es ist, Parallelen zu anderen Staaten zu ziehen, wenn die in der Fremde unterwegs sind.

Vor zwei Jahren waren die Schotten, war die „Tartan Army“ zu Gast in Deutschland. Und es waren tolle Gäste, die in Schottenröcken (Kilts) zu Tausenden friedlich und stimmgewaltig durch unsere Städte zogen und mit ihren Dudelsäcken und ihren leidenschaftlichen Gesängen überall große Volksfeste feierten, wo sie auftauchten. Die BILD titelte, dass Münchner Bierhäuser schließen mussten, weil die Schotten alle Vorräte leergesoffen hatten.

Und, was soll ich sagen: Das Gleiche jetzt in Boston!

Lokale Brauereien wie die Boston Beer Co. meldeten, dass die Schotten innerhalb weniger Tage viermal so viel Bier getrunken haben, wie sonst am gesamten US-Feiertagswochenende zum 4. Juli vorrätig ist. Pubs im Zentrum der Stadt (wie das bekannte Hennessy’s oder die The White Bull Tavern) mussten Notlieferungen anfordern. Am Abend nach dem ersten Sieg war in vielen Kneipen schlichtweg jede Biermarke ausverkauft.

Ach, ich liebe diese großen friedlichen Sportturniere auf der Weltbühne – friedlich und multikulti, wie es sein könnte.

Am Nachmittag waren wir im Norden Berlins zu einem Straßenfest, um uns einzustimmen. Eine Bühne mit einem Elvis-Imitator, Rostbratwurst und Pommes Majo mit frischen Zwiebeln drüber. War das eigentlich früher auch so, dass mehr Stände da standen, wo für Thermomix und „Häusliche Pflege“ geworben wird, als für Lebkuchenherzen?

Der Deutsche braucht eine Weile Anlauf, bis er in die Ekstase gleitet

Das bemerkten wir dann gegen 22 Uhr, als wir uns im Biergarten einer Kneipe in Reinickendorf mit 200 Landsleuten wiederfanden, die fast alle Deutschland-Trikots trugen oder – die Damen – wenigstens schwarz-rot-goldene Haarkränze. Kristallweizen bestellt und los geht’s!

Als im allgemeinen Gequatsche auf dem Großbildschirm die deutsche Nationalhymne begann, nahm kaum einer Notiz davon, nur in der ersten Stuhlreihe stand ein einzelner Mann auf. Einer!

So stand ich auch auf, rechte Hand aufs Herz: „…fü-ür das deu-eutsche Vaterland…“. Rechts erhoben sich drei Frauen, links an einem Stehtisch entdeckte ich den CDU-Politiker gleichen Namens mit dem Deutschland-Trikot und dem Schriftzug „Dregger“, der sowieso schon stand und begann, zu singen. Jetzt standen alle, und bei „lasst uns alle strehe-ben“ sangen alle, zunehmend lauter werdend. Ich bin sicher, nach der Vorrunde stehen beim Public Viewing in Deutschland alle und singen ab der ersten Sekunde inbrünstig mit.

Haben sie uns ja auch ausgetrieben, stolz auf unser Land und unsere Farben zu sein. Ich bin es jedenfalls immer.

Das Spiel, die meisten von Ihnen werden es wissen, lief über weite Strecken eher zäh. Es war nicht schlecht, aber es war auch kein Spaziergang.

Und nach dem Ausscheiden unserer Nationalmannschaft bei den Turnieren in Russland und Katar wächst die Anspannung deutscher Fußballfreunde, wenn die Mitte der zweiten Halbzeit fast erreicht ist und der Gegner von der Elfenbeinküste immer noch 1:0 führt.

In der 68. Minute erlöste Deniz Undav die deutsche Fußballnation mit dem wichtigen 1:1, in der Nachspielzeit legte er noch einen nach – aus, aus, aus… das Spiel ist aus. Deutschland ist … im Sechzehntelfinale.

„Eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit einem Schritt“, soll der altchinesische Laotse im sechsten Jahrhundert vor Christus gesagt haben. Es gibt aber irgendwie kein Kurzvideo davon. Schauen wir also nach, und da isses:

Im 64. Kapitel des Buchs von Tao Te King heißt es: „Eine Reise von tausend Meilen beginnt unter deinen Füßen.“ Das muss es also sein. Wer auch immer – richtig ist es auf jeden Fall.

Als wir gegen ein Uhr nach Hause kamen, zogen junge Menschen singend durch unseren Stadtteil, Trikots an, schwarz-rot-goldene Fahnen schwenkend. Das wird den Grünen und Linken nicht gefallen, ebenso wie die Bilder heute Morgen im Fernsehen von Autokorsos vergangene Nacht auf dem Kurfürstendamm.

Ich verspreche Ihnen: Das ist erst der Anfang

Die Zahl der Fahnen an Hauswänden und Autos ist exponentiell gestiegen. Wir haben auch geflaggt, natürlich. Jetzt ist Fußball und jetzt ist Deutschland.

Ob das den Miesmachern in den sozialen Netzwerken gefällt, die uns jeden Tag wissen lassen, dass sie aber nicht gucken und hoffen, dass Deutschland verliert, weil – bitte ankreuzen – der falsche Trainer, Spieler mit falscher Hautfarbe, Spieler, die beten, oder was sonst noch. Setzt euch in den Keller und schaut alte „Lindenstraßen“-Folgen auf YouTube! Und lasst uns in Ruhe mit eurem Gemecker!




Warum die bürgerliche Mitte noch lange kein Auslaufmodell für Deutschland sein muss

In der Heiligen Messe heute Mittag in meiner katholischen Gemeinde in Berlin wurde ein Ehepaar gesegnet, das genau an diesem Tag vor 40 Jahren vor dem Altar geheiratet hat. Und die sind immer noch zusammen und es scheint so, als seien sie das durchaus glücklich.

Hammer, oder?

Ich bewundere solche Menschen wirklich, die einmal Ja sagen und dann durch dick und dünn, durch Sonnenstunden und Stürme zusammenhalten und auch zusammenbleiben.

Und meine Gedanken schweiften ab zu der Frage, die mich seit Jahren zunehmend beschäftigt: Was genau ist eigentlich bürgerlich und was ist diese ominöse „Mitte“, die Deutschland über Jahrzehnte geprägt hat und ein weltweit bewundertes Erfolgsmodell war?

Ich meine, die wunderbarste Eigenschaft der freiheitlichen Demokratie ist, dass sie Raum für jeden Einzelnen lässt, sein Leben so zu leben, wie er oder sie es gern möchte.

Wer die Ehe eines Mannes und einer Frau doof findet, der darf das. Natürlich. Leben Sie im Alter mit Ihrer ebenso alten Schwester zusammen, leben Sie mit einem Partner gleichen Geschlechtes zusammen. Oder leben Sie als Single – mir wurscht, es ist IHR LEBEN.

Das gilt natürlich auch für andere Bereiche

Lernen Sie einen anständigen Beruf oder studieren Sie! Ihr Ding.

Arbeiten Sie in einer Behörde oder beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und führen Sie ein Vollkasko-Leben. Freie Entscheidung.

Oder wagen Sie sich hinaus in die Selbstständigkeit, werden Sie Ihres Glückes Schmied mit großen Visionen, oder scheitern Sie jämmerlich.

Glauben Sie an Gott oder vertrauen Sie auf die Unfallversicherung. Sie können alles machen.

Sie dürfen auch am rechten oder linken Rand unterwegs sein – solange Sie keine Gesetze brechen, Strom- oder Wasserversorgungswerke sprengen oder dem Bundesgesundheitsminister einen Sack über den Kopf werfen und ihn entführen– denken Sie, was Sie wollen, wählen Sie, was Sie wollen!

Mein Platz ist in der Mitte der Gesellschaft

Davon bin ich überzeugt, dort fühle ich mich wohl und für diese Mitte engagiere ich mich. Konkreter: für Mitte-Rechts, aber Mitte.

Wer Reiche erschießen will oder damit kokettiert, das „freundliche Gesicht des Nationalsozialismus“ zu sein oder bei einer Parteitagsrede „den Freisler machen“ will, der ekelt mich an. Das ist nicht meine Welt.

Ich engagiere mich für diejenigen, die in Deutschland etwas leisten – für sich und für andere.

Die morgens aufstehen, ihren Kindern das Schulbrot schmieren und neben Schokolade auch geschnittene Apfelstücke einpacken.

Die sich engagieren im Beruf, in der Nachbarschaft, im Ehrenamt. Die im Verein etwas tun, damit die Jugendmannschaften am Samstag ordentliche Umkleideräume und gewaschene Trikots haben.

Die beruflich etwas für die Allgemeinheit leisten: Ärzte und Pflegerinnen, Soldaten der Bundeswehr, THW, Polizei. Also alle, die dafür sorgen, dass wir frei und sicher leben können, auch die Richter und die Justizvollzugsbeamten, die Mitarbeiter der deutschen Geheimdienste, es gäbe so viele an dieser Stelle zu nennen.

Und natürlich auch diejenigen, die dafür sorgen, dass das christliche Abendland ein christliches Abendland bleibt: die Priester, Nonnen und Ordensleute, die Sozialdienste von der Caritas und den Johannitern, aber auch die vom ASB oder von der Arbeiterwohlfahrt.

Jeder Mosaikstein trägt dazu bei, dass Deutschland trotz aller Probleme ein lebenswertes Land bleibt.

Und wieder noch lebenswerter wird, wenn wir die Probleme mit Migranten, die hier nicht mitmachen wollen, lösen. Wenn wir die Kriminalität in den Griff bekommen, die Schulen mit besseren Lehrern und klaren Regeln und überarbeiteten Lehrplänen besser machen für die Zukunft unserer Kinder.

Das ist es, weshalb ich mich engagiere in den Medien und in der Politik

Und das ist es, wozu ich Sie alle einlade mitzumachen. Es gibt viele Möglichkeiten. Schreiben Sie mir, wenn Sie eine Idee haben, was Sie aktiv tun können oder möchten: k.kelle@the-germanz.de




Warum hat Herr Laue bis heute keinen Hausausweis für den Bundestag?

Seitdem der aktuelle (21.) Deutsche Bundestag seine Arbeit am 25. März vergangenen Jahres aufgenommen hat, wurde acht Mitarbeitern von AfD-Abgeordneten der Hausausweis des Reichstag und damit der Zugang zu den Büros, Sitzungssälen und auch zum hauseigenen Computersystem verweigert. Zuletzt traf es Tobias Laue aus Mülheim an der Ruhr. Er ist dort Kommunalpolitiker, sitzt im Stadtrat und arbeitet für den Dortmunder Bundestagsabgeordneten Peter Bohnhof Doch Laue wird bis heute ein Hausausweis von der Bundestagsverwaltung verweigert. Warum, das weiß er selbst nicht genau.

Vermutlich hängt es damit zusammen, dass er als junger Mann eine Zeit lang des Motorradclubs „Bandidos“ in Bochum war und dass es einen Strafprozess wegen angeblicher häuslicher Gewalt gegen ihn gab, der aber mit einer Einstellung und ohne Verurteilung endete. Doch dazu später…

<strong>Auch eine parlamentarische Demokratie muss Werkzeuge haben, ihre Feinde rauszuhalten</strong>

Das kann nicht ernsthaft bestritten werden, wenn man die deutsche Geschichte kennt und weiß, welche Feinde von Rechts- und Linksaußen die demokratischen Institutionen zerstören und das verhasste „System“ abschaffen wollen. Extremistischen Bodensatz hat es immer und wird es immer geben.

Es sind (uns) nicht alle abgelehnten Personen bekannt. Bei einem weiß man, dass er ein – so die Bundestagsverwaltung – »bedenkliches Maß an Sorglosigkeit« im Umgang mit einem »russischen Einflussagenten« gezeigt habe. Klar, will man nicht nur keine Abgeordneten im Parlament haben, die das miese Spiel fremder uns feindlich gesonnener Mächte spielen und sich dafür auch noch von uns üppig bezahlen lassen. Natürlich will man keine Abgeordneten mit Sympathie für die antifa, die Hamas oder völkisches Geschwurbel im Parlament haben. Aber wenn sie gewählt werden vom Volk, dann kann man es nicht verhindern. Bei den Angestellten schon.

 Tobias Laue ist der jüngste Fall in dieser Reihe

Und um uns ein Bild von ihm zu machen, trafen wir uns zu einem ausführlichen Gespräch. Nicht nur über die Entscheidung der Bundestagsverwaltung, sondern auch über sein Leben, seinen beruflichen Werdegang und falsche und richtige Entscheidungen, die er als junger Mann getroffen hat. Und, das vorweg, es hat mich ratlos zurückgelassen, warum man Herrn Laue einen Hausausweis verweigert.

1989, im Jahr, in dem die Mauer fiel, kam Laue in Mülheim an der Ruhr zur Welt. 173.761 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2025), 30.038 besitzen keinen deutschen Pass, haben einen Migrationshintergrund (19%). Mülheim ist die einzige Großstadt des Reviers, die mehr Wald- und Grünflächen als Verkehrs- und Siedlungsflächen besitzt, und zeichnet sich durch eine hohe Lebensqualität direkt am Fluss aus. Hier ist der historische Stammsitz der Unternehmensgruppe Aldi Süd und die Konzernzentrale des Handelsriesen Tengelmann. Außerdem beherbergt die Stadt zwei renommierte Forschungseinrichtungen: das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung und das Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion.

„Ich wuchs wohlbehütet und absolut bürgerlich auf„, erinnert sich Tobi Laue und erzählt von seinen Großeltern, die in Magdeburg/DDR lebten und kurz vor dem Mauerbau 1961 rübermachten in den Westen.

Für Politik hat er sich schon als Junge interessiert, wollte nach dem Abi In der Filmindustrie oder als Mediengestalter arbeiten“, so wie heute Jugendliche irgendwas mit „Games“ machen wollen, bevor sie die Normalität einholt. Laue wird Kaufmann, arbeitet dann zunächst für das Rote Kreuz, bevor er das Thema Sicherheit für sich entdeckt. 2018 gründete er sein eigenes kleines Security-Unternehmen.

Damals war er schon lange Mitglied der Jungen Union (JU), sogar während er Bandido war, der jungen Truppe der CDU, doch wie bei so vielen anderen: mit Angela Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik war die Union für ihn durch. Folgerichtig trat er 2018 in die AfD ein, die „alles vertritt, was die CDU mal vertreten hat“.

In seiner Freizeit war Tobias Laue viel mit seinem Motorrad unterwegs, und als er einmal mit seiner Maschine am Wochenende bei einem Oberliga-Fußballspiel vorbeischaute kam er ins Gespräch mit einem anderen Mann, der ebenfalls Biker war. Der erzählte, dass er Mitglied beim „Bandidos“-Motorradclub in Oberhausen sei und ludt Laue auf ein Bier ins Clubhaus ein. Und so begann die „Rocker-Geschichte“. Laue kaufte sich eine Harley, wurde „Prospect“ (Anwärter) und Member (Mitglied), wechselte dann irgendwann nach Bochum, wo er „Sekretär“ wurde. Der Club ist wie ein Verein aufgebaut auch hier gibt es einen Vorstand.

Er fuhr Motorrad, organisierte für den Club Stadtteilfeste in Bochum. Den Erlös der bei ca. 1500 Besuchern zusammen kam, wollten sie an ein Kinderheim in Bochum spenden, das das Geld ablehnte. Dann boten sie es dem Tierheim an, die gern annahmen.

Es ist wichtig, das alles zu erzählen, um zu verstehen, weshalb sich ein 20-Jähriger Motorrad-Begeisterter bei so einer Gruppe anschließt. „Natürlich waren auch Hitzköpfe dabei“, erzählt Laue und erinnert sich auch, dass es zu Auseinandersetzungen kam, nachdem in der Motorradszene zunehmend „Migranten aufgenommen wurden“ und die Clubs die Kontrolle über Teile der Mitgliedschaft verlor.

Als seine Frau erst ein, dann ein zweites Kind bekam, verschoben sich die Prioritäten im Leben des jungen Mannes. „Das war ein schleichender Prozess“, sagt er, nicht „mehr das, was es war“. Die Szene habe sich „langsam immer negativer entwickelt“. So trat Laue aus, noch bevor er zur AfD kam.

Austreten bei den Bandidos?

Ist das überhaupt möglich aus einem Männerbund fürs Leben und so? „Austreten kannst Du immer“, widerspricht Laue energisch.

Probleme gebe es nur, wenn einer in der Gruppe bei anderen Mitgliedern oder in der Clubkasse noch Schulden hat. Dann müsse das „Glatt gemacht werden“. Aber er hatte keine Schulden.

An dieser Stelle könnte die Geschichte enden, aber nicht, wenn man beschließt, Mitglied der AfD und kommunal ein bekanntes Gesicht der Partei zu werden.

Ein Parteikollege, der den Vorstandsposten von Laue haben wollte, bekam ein Foto in die Hände von Laue mit „Bandidos-Kutte“ und „stach das zur WAZ durch“, der regionalen Tageszeitung. Und die – alte SPD-Regionalzeitung – veröffentlichte das mit wahrscheinlich großem Vergnügen. Seine Partei stand hinter Laue und wenn man in seinem Stadt- aber auch im Landesverband herumhört, niemand ist auch im vertraulichen Gespräch willig, irgendetwas Schlechtes über den Mann zu sagen.

So bekam er den Job beim Bundestagsabgeordneten Bohnhof als Referent für Social Media-Aktivitäten. Um ein Laptop des Bundestages dafür und Zugang zum Computersystem zu bekommen, beantragten sie im Sommer vergangenes Jahres den Hausausweis, auch um Besuchergruppen des Abgeordneten in Berlin begleiten zu können.

Doch dann – „Shit happens“ – ploppte ein neues Problem auf

Denn Tobias Laue wollte sich 2022 von seiner Lebensgefährtin trennen. „Du kennst manchmal Menschen erst dann richtig, wenn Du sie kennst“, erzählt er freimütig.

Als er ihr mitteilte, dass er die Beziehung beenden wolle, ging es heftig rund in seinem Haus, wo beide zusammen lebten. „Ich wurde physisch von ihr attackiert“, erinnert er sich. Und die Frau habe ihm gedroht, wenn er sie verlasse, dann zeige sie ihn an. Und das machte sie: Strafanzeige im Jahr 2022.

Obwohl sie ihn auch geschlagen habe, habe er nie mit Gewalt reagiert: „Ich schlage keine Frau“.  Bei einer dieser Auseinandersetzungen (seine einstige Liebe warf ihm einen Konservendose an den Kopf) rief seine Partnerin die Polizei, ein Streifenwagen rückte aus und sprach am nächsten Tag gegenüber Laue ein Betretungsverbot für zwei Wochen aus. Laue: „Das Haus gehört mir, und ich darf nicht rein. Das ist alles irre.“

Das Strafverfahren, mehrfach vertagte man sich, wurde schließlich eingestellt. Ein Gericht verfügte, dass sie das Haus verlassen muss und er wieder dort wohnt. Laues polizeiliches Führungszeugnis zeigt bis heute nicht einen einzigen Eintrag hat.

Einen erneuten Antrag werden sie wohl nicht stellen, denn die Bundestagsverwaltung kann nach eigenem Ermessen entscheiden, wem sie einen Ausweis gibt oder verweigert. Es gibt keine objektivierbaren Regeln dafür in der Hausordnung.

Bevor wir uns verabschieden eine letzte Frage: Hat irgendwer aus der Bundestagsverwaltung mal das persönliche Gespräch gesucht und Laue wenigstens angerufen. Er lacht auf, niemand habe es auch nur versucht…




Gut, dass sich Sport-Prominente „outen“ – als Jünger in der Nachfolge von Jesus Christus

Felix Nmecha ist ein Gewinn – für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und für uns alle. Gestern schoss er das erste Tor gegen Curacao und legte so den Grundstein für den fulminenten 7:1-Sieg im ersten Vorrundenspiel der WM.
Nach dem Abpfiff trifft sich Nmecha mit seinem Teamkollegen Jonathan Tah und drei Spielern in den blauen Trikots des Gegners Curacao, die Köpfe gesenkt. Was machen die denn da, so wird mancher Fußballfan vor dem Bildschirm gedacht haben. Weil man das so selten sieht in Deutschland. Die Sportler beteten nämlich gemeinsam.

„Wir sind im Spiel Gegner. Nach dem Spiel sind wir alle Christen und Brüder“, erklärte Nmecha dann gegenüber der ARD. Der Profi von Borussia Dortmund weiter: „Vom Ergebnis her ist es natürlich schön für uns, aber auch im Ganzen glauben wir alle, dass Jesus durch das Spiel verherrlicht wird. Deswegen sind wir zusammengekommen und haben zusammen gebetet.“

Fußballprofis, die zu Gott beten, das gibt es in Deutschland nur höchst selten auf dem Rasen zu sehen.

Dann schon eher, wenn Mannschaften aus muslimischen Ländern die Gegner sind, die auf dem Rasen knien, um zu Allah zu beten. Und unser Nationalspieler Antonio Rüdiger empörte deutsche Fans im März 2024, als er zu Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan ein Foto auf Instagram postete, das ihn im weißen Gewand auf einem Gebetsteppich zeigt. Dabei streckte er den Zeigefinger der rechten Hand nach oben und schrieb dazu: „Möge der Allmächtige unser Fasten und unsere Gebete annehmen“. Da war echt was los.

Aber sogleich finden sich in unserer Gesellschaft Verteidiger, die um Verständnis und Toleranz für den Muslim werben.

Eine Toleranz, die gläubige oder – wie das heute heißt „praktizierende Christen“ in unserer rot-grün-woken Gesellschaft nicht erwarten dürfen.
Gläubige Christen, kennen die Bibel
Sie kennen Levitikus 18,22 und 20,13, wo Geschlechtsverkehr zwischen Männern als „Gräuel“ bezeichnet und unter Strafe gestellt wird.
Und sie wissen, dass die Geschichte von Sodam und Gomorra aus der Genesis 19 direkt mit sexuellen Ausschweifungen unter Männern zusammenhängen soll.
Im Römerbrief (1,26-27) benennt der Apostel Paulus gleichgeschlechtliches Verhalten von Frauen und Männern als Folge der Abkehr der Menschheit von Gott. Und im Korinther- und Timotheusbrief (1. Kor 6,9–10 / 1. Tim 1,9–10) gibt es sogenannte „Lasterkataloge“, in denen griechische Begriffe wie malakoi und arsenokoitai auftauchen, die „Knabenschänder“ oder „Homosexuelle“ übersetzt werden.

Also: In der Heiligen Schrift der Christenheit sind homosexuelle Handlungen Verstößte gegen das Naturrecht, meistens aber Sünde.

Nmecha als strenggläubiger, konservativer Evangelikaler weiß das und sagt,  jeder Ruhm und jeder Sieg gebührt Jesus Christus.

Glauben Sie mir, diese Treue zum Christentum gefällt mir nicht nur, sie beeindruckt mich.

Doch der Dortmunder geriet wegen seiner weltanschaulichen Überzeugugen schon oft in die Kritik der modernen Gutmenschen-Blase.

Etwa als er  2023 in seiner Instagram-Story ein Video des konservativen US-Autors Matt Walsh postete. Dieser war mit einem Dokumentarfilm mit dem Titel „What is a woman“ (Was ist eine Frau) bekannt geworden, der sich kritisch mit GenderGaga und Transgender auseinandersetzt.

Nmecha postete einen Ausschnitt, in dem Walsh einen Vater kritisiert, dessen Trans-Kind sein Coming-out hatte. Walsh warf dem Vater vor, mit seinem transgeschlechtlichen Kind tugendhaft wirken zu wollen. Nmecha schrieb dazu damals laut Medienberichten: „Wenn wir nicht sehen, was daran falsch ist.“

Im Juni des Jahres teilte er bei Instagram ein Bild, in dem das Wort „Pride“ mit dem linksgesellschaftlichen Kontext der LGBTQ-Szene mit dem Teufel in Verbindung brachte.

So etwas bringt einem Prominenten keine Freunde beim politischen Juste Milieu, wo jeder Fußballprofi, der sich mit seiner Homoseualität „outet“ öffentlich in den Medien gefeiert wird.

Gut, dass es auch die andere Seite gibt und dass sie den Mut hat, sich als Jünger Jesu zu „outen“.




GASTSPIEL PATRICK ZÄUNER: 13 Euro Eintritt für den Kölner Dom?

Der Kölner Dom und ihm folgend wohl auch andere Kirchen werden für den Besuch außerhalb von Messzeiten Eintritt verlangen. Für den Dom sind Preise von bis zu 13 EUR im Gespräch. Die Gier der Kirchenfunktionäre scheint keine Grenzen zu kennen.

Ich empfinde es immer schon als ein Übel, wenn man Kirchen zu Museen degradiert und Eintritt verlangt. Auch wenn das vielerorts üblich ist, so widerspricht es doch meinem religiösen Empfinden, dem tiefen Wunsch, einen Ort der Nähe Gottes aufzusuchen, um im Schatten des Tabernakels mit Blick auf das Ewige Licht mein Herz öffnen zu können.

Die kunst- und kulturhistorischen Schätze, die für vielen den Reiz eines Kirchenbesuchs ausmachen, wurden von vielen Generationen tiefgläubiger Christen unter großen Mühen und mit der Bereitschaft, einen großen Teil ihres oft kargen Einkommens zur höheren Ehre Gottes abzugeben, geschaffen. Sie sind nicht museal, sondern werden von Christen nach wie vor als Teil ihres religiösen Lebens benötigt.

Wer in eine Kirche geht, um sich die Schätze aus Wertschätzung der menschlichen Leistung anzusehen, der hat nicht verstanden, worum es geht. Alles, was in der Kirche Wert hat, soll zu Christus führen. Es soll eine Vorstellung des Himmlischen Jerusalems ermöglichen, katechetisch Szenen aus der Heiligen Schrift und den uns vorangegangen Heiligen erläutern und somit im Glauben stärken.

Wer für den Erhalt dieser Dinge Eintritt verlangt, offenbart damit eine Glaubensferne, wie man sie eigentlich nur von Atheisten her kennt. Das Anliegen, auch Menschen ohne und mit anderem Glauben an die Frohe Botschaft, das Evangelium, heranführen zu wollen, ist nicht gegeben. Man reduziert die Gottesbegegnung auf Zeiten, an denen man seine als Liturgie getarnten Polit-Propagandashows aufführt, zu der die Messen und sonstigen „Gottes“dienste heute regelmäßig verkommen.

Es ist an sich schon ein Unding, Kirchen nicht den ganzen Tag über für Publikumsverkehr geöffnet zu haben. Zwar verstehe ich, dass man die Gotteshäuser vor Vandalismus schützen möchte, aber wenn ich auf einer Wanderung an einer Kirche vorbeikomme, möchte ich kurz reinschauen, ein kleines Gebet verrichten, evtl. eine Kerze anzünden. Die Gitter unter der Empore, wie man sie oft im süddeutschen Raum hat, sehe ich da als möglichen Kompromiss, aber ein völliges Schließen lässt am Sinn des Erhaltes eines solchen Ortes grundsätzlich zweifeln.

Wir sind kein esoterischer Club, der sich mit seinem Geheimwissen abschottet und hin und wieder (sei es über Beziehungen oder für Bezahlung) ein Fenster öffnet. Für Christen gibt es den klaren Auftrag, das Heil zu verkünden und gerade in der heutigen Zeit, wo selbst Kirchgänger kaum mehr Glaubenswissen haben, wäre das eine grundsätzliche Notwendigkeit.

Stattdessen sperren wir die Kirchen für Arme! Wer sich in der heutigen Zeit selbst die einfache Lebenshaltung, immer weniger leisten kann, der soll nun für eine Familie 50 EUR Eintritt in den Dom zu Köln ausgeben? Man bekommt den Eindruck, dass die Stuhlkreischristen, die Verwalter und Veruntreuer im kirchlichen Verkündigungsdienst in erster Linie Strategien zur Fernhaltung von Menschen im Sinn haben, soweit sie nicht direkt vermarktet werden können – sei es ideell oder finanziell.

Was Christus von Geschäften im Tempel gehalten hat, sollten sie aber dennoch vage in Erinnerung halten. Dies zu ignorieren zeigt entweder von völliger Unkenntnis der eigenen Lehre oder aber es zeugt von dem Bewusstsein, sich nicht an sie halten zu müssen. So oder so: Als Vertreter und Verkündiger des Glaubens sind solche Menschen bestenfalls eine Fehlbesetzung.

Der Text von Patrrick Zäuner erschien erstmals hier

 




„Bürgerdialog“ mit Kanzler Merz – nah bei den Menschen geht anders

Ich habe in den vergangenen Monaten mehrfach an dieser Stelle ehrlich bekundet, wie fassungslos ich über die „Performance“ der Regierung des Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) bin.

Über das Kabinett – mit Ausnahme vielleicht von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) – aber besonders über den Kanzler aus dem wirklich schönen Sauerland. Und ich habe öffentlich bekannt – trotz Wahlgeheimnis –, dass ich bei Bundestagswahlen seit 2009 nicht mehr die CDU gewählt habe, obwohl ich seit meiner Jugend überzeugter und damals auch engagierter Christdemokrat bin. Aber der schleichenden Zerstörung meiner Partei und meines Landes durch Frau Merkel einfach zusehen? No way…

Als Merz dann im dritten Anlauf CDU-Chef wurde, flammte bei mir – wie bei vielen Freunden und Bekannten – die Hoffnung auf, wir könnten die verlässliche und strukturierte Volkspartei der Mitte mit liberalen, konservativen und sozialen Grundbausteinen doch noch wieder zurückbekommen.

Es sollte sich als Irrtum herausstellen…

Ich habe am 23. Februar vergangenen Jahres nach 16 Jahren bei einer Bundestagswahl erstmals wieder die CDU angekreuzt, zwei Kreuze auf dem Stimmzettel hinter der Union, so wie ich es vorher jahrzehntelang gemacht hatte.

Aber ich hätte schon bald darauf wissen können, dass das ein Missverständnis, ein echter Fehler war, als Merz zwei Anläufe brauchte, um im Deutschen Bundestag zum Kanzler gewählt zu werden.

Ja, ich hätte es wissen können

Schon bei seiner ersten Kandidatur als Parteichef, wo man in weiten Teilen der CDU bereit war, Merz zu wählen, aber nicht wusste, wie man mit ihm dran sein würde.

Ein guter Freund, Funktionär aus der Nord-CDU und kein Freund des Ministerpräsidenten Günther in Schleswig-Holstein, erzählte mir von Gesprächen mit CDU-Politikern an der Küste, die die Merz-Ideen gut finden und sogar begeistert von seinen Redeauftritten waren, aber sagten: „Der spricht nicht mit uns…“

Gerade die Funktionärsebene, die Abgeordneten, sie alle wollen bei einer neuen Führung frei nach Heide Simonis (SPD) wissen: Was wird dann aus mir?

Und da kommt nichts

Friedrich Merz ist ein guter Rhetoriker, aber ein erschütternd schlechter Kommunikator.

Helmut Kohl war brillant. Der rief selbst, als er Bundeskanzler war, morgens erst einmal Kreisvorsitzende seiner CDU an, um ihnen persönlich zum Geburtstag zu gratulieren. Phantastisch! Selbst Frau Merkel, die ich inzwischen verachte für das, was sie der Partei Adenauers und Kohls angetan hat und noch mehr unserem Land mit ihrer irren Flüchtlingspolitik, wusste, wie Macht funktioniert und Volksnähe („Äntschie“). Auch von ihr gibt es viele Geschichten in der CDU, wo sie sich um kleine Dinge bemüht hat, wo sie persönlichen Kontakt suchte und auch half.

Aber Friedrich Merz kann das nicht

Er hat kein Gespür für die Leute. Er ist keiner, den man umarmen oder mit dem man in der Kneipe ein Bier trinken möchte, so wie das der legendäre frühere NRW-Ministerpräsident Johannes Rau von der SPD machte.

Auch als Ministerpräsident ging der meistens jede Woche in seine Stammkneipe „Richter in der Beek“ in Wuppertal, meistens mittwochs und sonntags, um als Privatmann mit Freunden dort Skat zu spielen und Bier zu trinken. Ein Ministerpräsident zum Anfassen, auf jeden Fall zum Ansprechen. Einer aus dem Volk.

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Selbst als Rau Bundespräsident war, ging er gelegentlich in Berlin raus zum Skatspielen.

Und jemand aus seinem direkten Umfeld erzählte mir mal, wie akribisch seine Besuche zum Beispiel in Betrieben vorbereitet wurden.

Da machte der MP irgendwo im Ruhrgebiet eine Runde durch den Betrieb, blieb beim Schweißer oder Werkzeugmacher stehen, um die Hand zu schütteln, und sagte dann so was wie: „Freut mich, Sie wiederzusehen. Wie macht sich denn Ihr Sohn Felix, Matheunterricht läuft? Und hat er noch ein Brüderchen bekommen?“ Da fallen die Leute fast in Ohnmacht: Der Ministerpräsident fragt nach meinem Sohn und weiß sogar noch dessen Namen! Das vergessen Menschen das ganze Leben nicht. Das ist so wie vorgestern beim Papstbesuch in Madrid, wo der Heilige Vater zahlreiche Babys gereicht bekam, um sie zu segnen. One Moment in Time, sang die große Whitney Houston einst…

Und Friedrich Merz?

Der steigt im blauen Designeranzug mit James-Bond-Sonnenbrille in sein Privatflugzeug. Verstehen Sie mich nicht falsch, das kann er machen. Aber „nah bei den Menschen“ – das funktioniert anders.

So wie ja auch Berlins Regierender Bürgermeister – leider auch ein CDU-Politiker – den Matchball zur Wiederwahl im September versemmelt hat, als er beim Stromausfall von 50.000 Haushalten im Südwesten seiner Stadt – wo übrigens ein großer Teil seiner Stammwählerschaft wohnt – nicht gleich am ersten Tag vor Ort war, heißen Tee an die Feuerwehrleute verteilte und Hilfszusagen für die Bürger machte, sondern Tennis spielen ging und das auch erst noch verschwieg.

Es ist atemberaubend für jemanden, der sich wie ich seit Jahrzehnten mit politischer Kommunikation und Kampagnen beschäftigt, das beobachten zu müssen.

Und damit kommen wir noch kurz nach Salzwedel in Sachsen-Anhalt, wo Anfang September möglicherweise einer von der AfD zum neuen Ministerpräsidenten gewählt wird.

Gut, dass Merz da zum „Bürgerdialog“ fährt, um gute Stimmung zu verbreiten

Im Kulturhaus Salzwedel hatten sich 250 Bürger versammelt, um mit dem Regierungschef zu diskutieren und auch ihre Alltagssorgen und Nöte vorzutragen. Vor laufenden Kameras erzählte Silvia Dronsch (53) aus Suhlendorf davon, wie sie im Frühjahr 2025 von ihren Ärzten die Diagnose (schwarzer) Hautkrebs im Endstadium IV erhalten habe und nun auf die Operation der befallenen Lymphknoten warte. Sie schilderte, dass sie sich nicht einmal mehr ihre eigene Beerdigung leisten könne, und kritisierte die Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem sowie die gleichzeitig diskutierten Pläne, die Politikerbezüge zu erhöhen.

Und wie reagiert der Bundeskanzler?

Der wies die Vorwürfe der Frau schroff zurück, warf ihr vor, falsche Behauptungen aufzustellen, und forderte sie auf, diese „nicht einfach ungeprüft zu wiederholen“. Merz: „Zu keinem Zeitpunkt ist von irgendjemandem erwogen worden, die Bezüge der Mitglieder der Bundesregierung anzuheben.“

Das kann er klarstellen, und es ist sogar richtig, aber es war sein Tonfall, mit dem er Frau Dronsch öffentlich abbügelte, der bundesweit für Empörung sorgte.

Eine schwer kranke Frau, die sich sorgt, ob sie ihre eigene Beerdigung noch bezahlen kann, schroff und belehrend abzukanzeln – was ist das für ein Mensch?

Will man so jemanden, der unfähig zu demonstrativem Mitgefühl ist, der Empathie, so er sie empfindet, nicht zeigen kann? Bundeskanzler der Herzen wird Friedrich Merz ganz sicher nicht mehr.

Was würde also ein Berater, ein Pressesprecher, ein Spindoctor dem Kanzler nach diesem Desaster raten?

Ich zum Beispiel hätte gesagt: Ruf die Frau an und entschuldige Dich für den blamablen Auftritt!

Andere hätten die Wagenkolonne mit Merz direkt auf die A2 in Marsch gesetzt, um mit ein paar Blumen – und meinetwegen Fotografen – an ihrer Haustür zu klingeln, sich zu entschuldigen und zu fragen, was er persönlich tun kann, um zu helfen und ihre Lage zu verbessern.

Doch mitnichten

Stattdessen bekam Frau Dronsch im Juni einen Brief aus dem Kanzleramt. Ein Mitarbeiter übermittelte ein Schreiben, das der Krebspatientin „Kraft“ und „Zuversicht“ für ihren weiteren Lebensweg wünschte. Beigelegt war eine Autogrammkarte von Friedrich Merz, auf der er handschriftlich die Widmung „Alles Gute“ hinterlassen hatte.

In diesem Land passieren Dinge, die kann man sich gar nicht vorstellen.

Der „Vorfall“ erinnert an das Jahr 2004 (Hinweis: Im Original stand fälschlich 2024), als Merz, damals einfacher Bundestagsabgeordneter, sein Dienst-Notebook an einem Berliner Taxistand liegen ließ.

Der damals obdachlose Enrico J. fand das Gerät, auf dem sich hochsensible Daten der Bundesregierung und der CDU befanden, auch die private Telefonnummer von Angela Merkel.

Statt das Notebook auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen, verhielt sich der Mann ehrlich und gab es ordnungsgemäß beim Bundesgrenzschutz am Bahnhof ab. Als Kontaktadresse hinterließ er die eines Obdachlosenheims.
Vier Wochen später erhielt der Finder ein Paket. Darin befand sich kein Finderlohn in bar, sondern ein von Merz handsigniertes Exemplar seines eigenen Buches über das Ende der Wohlstandsillusion.




Warum mag uns die Welt nicht mehr? Deutschland scheitert krachend bei der Kandidatur zum UN-Sicherheitsrat

Wir werden in den nächsten Tagen mal schauen, was die Analysten und Beobachter als Gründe herausfiltern, weshalb Deutschland wieder einmal gescheitert ist. Aber ich habe so eine Ahnung.

Deutschland stand international mal für die besten Autos auf der Welt, für Maschinenbau, für Oktoberfest und Spitzenfußball. Heute sind wir immer noch eine Wirtschaftsmacht, aber im Abwärtsstrudel. Und natürlich Weltmeister im Moralisieren.

Deutschland ist jedenfalls heute mit seiner Kandidatur für einen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen krachend gescheitert. Bei der Abstimmung im Hochhaus am Hudson River in New York verlor die Bundesrepublik gegen Portugal und Österreich schon im ersten Wahlgang.

Die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, einst grüne Außenministerin, verkündete das Ergebnis:

Deutschland: 104 Stimmen
Österreich: 131 Stimmen
Portugal: 134 Stimmen

Um in das prestigeträchtige Gremium einzuziehen, hätten wir 127 Stimmen gebraucht.

Ob Frau Baerbock, als sie das Ergebnis verkündete, wohl kurz darüber reflektiert hat, dass auch ihre Amtszeit als Bundesaußenministerin im unseligen Ampel-Kabinett Anteil am Scheitern gehabt haben könnte?

Wir werden es nie erfahren.

Die Bundesregierung – Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU), aber auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) – haben auf der Weltbühne wieder einmal eine derbe Klatsche kassiert.

Dabei war die Bundesrepublik Deutschland früher insgesamt schon sechsmal als nichtständiges Mitglied im großen Friedensgremium dabei. Noch nie zuvor waren wir bei einer Kandidatur gescheitert – aber heute.

Die Regierung in Berlin hat keine Fortune, werden Kritiker jetzt sagen. Hatte der Bundeskanzler bei Amtsantritt doch versprochen, Deutschland werde eine stärkere Rolle auf der europäischen, aber auch auf der Weltbühne spielen. Und der Sicherheitsrat könnte eine wichtige Rolle beispielsweise bei der Suche nach Lösungen im Ukraine-Krieg oder für die Zukunft im Gazastreifen spielen.

Nur in diesem Gremium können Beschlüsse mit völkerrechtlich bindender Wirkung für die UN-Mitgliedstaaten gefasst werden. Es kann Sanktionen verhängen, Waffenembargos beschließen, Friedenstruppen losschicken und militärische Einsätze legitimieren.

Aber Deutschlands Haltung im Nahost-Konflikt mit seiner klaren Politik pro Israel und im Ukraine-Krieg mit der eindeutigen Unterstützung des von Russland angegriffenen Landes dürfte Stimmen der Araber und der verbliebenen Russland-Kombattanten gekostet haben.

Dem arroganten, aber zahnlosen Tiger Deutschland mal eine Maulschelle verpassen, das dürfte in manchen Länder-Delegationen eine starke Antriebskraft gewesen sein.

Ganz sicher aber werden sich die Kritiker in Deutschland jetzt laut zu Wort melden. Denn immerhin überweist die Bundesrepublik jährlich zwischen 4,4 und 5,1 Milliarden Euro an die UN. Damit sind wir nach den USA der zweitgrößte Beitragszahler überhaupt. Aber zu melden haben wir wenig, und nun mag man uns auch nicht mehr…




„Hart aber fair“: Gut gemeint gestern, aber wieder zu feige, einen von der AfD einzuladen

Als Stammleser wissen Sie, dass ich mich von den öffentlich-rechtlichen Palaverrunden schon vor Jahren weitgehend verabschiedet habe. Manchmal höre oder lese ich danach, dass es etwas Spektakuläres gab, dann schaue ich in der entsprechenden Mediathek nach. Aber freiwillig? No way …

Anders gestern, als ich beim Zappen am späteren Abend zufällig in eine Sonderform von „Hart aber fair“ rutschte … und tatsächlich hängen blieb.

„Was hält Deutschland noch zusammen?“, so das Thema in den sogenannten „ARD-Dialogwochen“, und neben Politikern kamen offenbar dieses Mal nicht ausgesuchte rot-grüne Stichwortgeber, sondern ernsthaft verärgerte Bürger zu Wort.

Was verbindet uns Deutsche eigentlich noch?

Das ist eine gute, ja zentrale Frage, denn selbst in einem konservativen Biotop wie diesem Blog fällt es heute oft schwer, das noch zu erkennen.

Wie viel schwerer ist es dann erst draußen unter den 84 Millionen Bewohnern Deutschlands?

Nehmen uns die da oben überhaupt noch ernst?

Wissen Politiker in Berlin, weiß der Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) überhaupt, woran seine Mitbürger im Alltag fast verzweifeln? Und versteht er, warum er seit Wochen auf dem letzten Platz im allwöchentlichen Politiker-Ranking steht?

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Er und die anderen wissen das, aber sie haben wenige Möglichkeiten, schnell Gravierendes zu verändern, behauptete der frühere SPD-Chef und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, der so langsam zu meinem Lieblings-Sozi avanciert.

Und er erzählte, wie sich die Versammlungen in seinem SPD-Ortsverein verändert haben über die Jahre. Früher, sagte er, da saßen da 150 Leute in einem rauchgeschwängerten Hinterzimmer. Da war die Verkäuferin dabei und der Facharbeiter und Menschen aus der ganzen Breite dieses Landes und redeten sich über Themen aus ihrem Alltag die Köpfe heiß. Heute hocken da eine Handvoll Leute, die nicht einmal ansatzweise den Querschnitt in Deutschland repräsentieren und über die Straße von Hormuz debattieren.

Das kann man machen, denn – auch da haben Gabriel und die frühere Grünen-Chefin Ricarda Lang recht – alles hängt mit allem zusammen.

Wenn der US-Präsident beschließt, den Iran anzugreifen, dann ist das ein ganz praktisches Problem für den Transportunternehmer in Bocholt, der seine Autos morgens tanken und viel mehr dafür bezahlen muss, als er geplant hatte. Trump fragt Deutschland nicht, kein Politiker in Berlin trägt die Schuld daran, aber wir alle müssen unsere Autos tanken können.

Doch die deutschen Politiker bekommen natürlich zurecht auch ihr Fett weg.

Wenn Friedrich Merz im Wahlkampf eine Schuldenbremse verspricht und dann Milliarden rausballert für vermeintlich gute Zwecke, das Geld aber dann dort gar nicht ankommt, dann ist das Betrug am Wähler. Sowas macht man einfach nicht. Doch sie haben es gemacht.

Ich muss zugeben, dass auch Ricarda Lang gar keinen schlechten Eindruck machte in der Runde, sogar davon sprach, dass man in der praktischen Politik immer auch als Grüne bereit sein müsse, Kompromisse zu machen. Auch sie wusste von Besucherinnen ihrer Bürgersprechstunden zu erzählen, wo man ihr sagte, man würde ja gerne die Grünen wählen…aber…

Warum konnte die AfD so stark werden und wird sogar noch immer stärker?

Das beherrschte das letzte Drittel der TV-Runde gestern. Sven Schulze (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt vielleicht nur noch bis zum 6. September, bekräftigte das Nein seiner Partei zu jeder Zusammenarbeit mit der AfD. Aber auch er bestritt nicht, dass die Stimmung schlecht sei und die AfD enormen Zulauf verzeichnet.

Genau an diesem Punkt wurde ganz klar, warum die AfD immer stärker und auch gute Sendeformate im Staatsfunk immer unbeliebter werden.

Warum sitzt in einer solchen Runde nicht wenigstens ein einziger Vertreter der derzeit mit Abstand stärksten politischen Partei in Deutschland? Warum reden Sie alle über die AfD, aber niemand hat den Arsch in der Hose, sich direkt, hart aber fair mit der Partei auseinanderzusetzen?