Wie bekommen wir die bürgerliche Mitte wieder stark?
Die Diskussionen unmittelbar nach den Wahlerfolgen der SED/Linke in Berlin und der AfD in Mecklenburg-Vorpommern greifen viel zu kurz.
Ja, ich bin auch der Meinung, dass Friedrich Merz sowohl als CDU-Vorsitzender als auch als deutscher Bundeskanzler nicht mehr zu halten ist. Auch wenn laue Unterstützungsbekundungen der Ministerpräsidenten und des Präsidiums verbreitet werden. Niemand nimmt das ernst, alle wissen, dass Clara von Nathusius mit ihrer Analyse zu 100 Prozent richtig liegt, wenn sie sagt, mit Friedrich Merz als Frontmann ist in Deutschland keine Wahl für die Union mehr zu gewinnen. Die Frau sei eine „CDU-Influencerin“, lese ich – unglaublich, was es heute alles für Berufe gibt…
Einer meiner „all time“ besten Freunde, der gestern beruflich im Kalifat Berlin weilte, aber in Großbritannien lebt, lud mich in ein italienisches Restaurant zu einem Kalbsschnitzel und einem Warsteiner ein. Wir waren – wenn Sie sich hier auskennen – Chausseestraße, nahe Bernauer Straße, fußläufig von der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) – da ist zwar buntes Leben, aber da sind auch überall Baustellen, auf denen niemand arbeitet, Müllecken und verschleiertes Volk. „Erinnert mich an Beirut“, sagt mein Freund und weiter: „Aber bei uns in London sieht es ja auch so aus …“
In dieser Analyse sind wir uns alle einig
Doch zur Wahrheit gehört eben auch, dass wir, die lange zurecht als bürgerliche Mitte der Gesellschaft bezeichnet wurden, das alles zugelassen haben. Dir bürgerliche Mitte versagt immer, wird immer zerrieben zwischen kämpferischen Rändern.
Die Mehrheitsgesellschaft, die Deutschland nach dem Krieg zu einem lebens-, ja liebenswerten und starken Land gemacht hat, sie hat sich dieses Land aus den Händen reißen lassen. Ein schleichender Prozess über ungefähr drei Jahrzehnte.
Und wenn ich von bürgerlicher Mitte rede, dann meine ich damit nicht nur CDU/CSU und die FDP.
Zur bürgerlichen Mitte in Deutschland gehörte nach 1945 unbedingt und zu 100 Prozent die SPD dazu, die in diesen Tagen in Berlin darum ringt, dem linken Machtimpuls zu folgen oder das Richtige zu tun.
Die große Partei Kurt Schumachers, Carlo Schmids und Erich Ollenhauers, der Bundeskanzler Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder – ja, die haben ihren Job gut gemacht, manchmal brillant.
Mit dem Godesberger Programm von 1959 legte die SPD den Grundstein, Volkspartei zu werden
„Wohin sind wir bloß gekommen, dass Konservative wie wir heute hoffen und beten, dass die Grünen und Sozis jetzt in Berlin das Richtige tun und einer offen sozialistischen und staatszersetzenden Partei den Griff nach der Macht in der deutschen Hauptstadt verwehren“, fragt beim Freund von der britischen Insel. 61 Prozent der jungen Frauen in Berlin unter 25 Jahren haben am Sonntag für die SED/Linke gestimmt, 33 Prozent für die Grünen. Clankriminelle und Hamas-Freunde feiern auf der Wahlparty der möglicherweise zukünftigen Regierungspartei in Berlin mit – ist euch eigentlich klar, was hier gerade passiert?
Und die Mitte?
Die FDP pulverisiert sich selbst, die CDU ist im freien Fall und faselt vom „Herbst der Reformen“, der jetzt aber echt kommen wird. Und die SPD weiß nicht mehr, ob sie Judenfeindlichkeit und Clankriminalität wirklich noch ablehnt, wenn Pöstchen und Dienstwagen locken.
Zeit meines Lebens ist mein politischer Kompass unverändert geblieben
Ich bin Mitte-Rechts, unbedingter Verfechter der traditionellen Familie, von Recht und Gesetz, des Schutzes des Lebens vom natürlichen Anfang bis zum natürlichen Ende, des westlichen Bündnisses, der Marktwirtschaft und der Pressefreiheit. Und der Freiheit überhaupt – die ist wichtiger als alles andere. Unfreie Länder gibt es mehr als genug auf diesem Planeten.
Wenn es Ihnen hier nicht gefällt – Sie haben die Auswahl, auch ohne dass Ihnen jemand beim Versuch, Ihr Land zu verlassen, in den Rücken schießt. So wie einst in der DDR, die ja nach Ansicht mancher „das bessere Deutschland“ gewesen sein soll.
Deutschland ist in eine beängstigende Schieflage gerutscht
Ich verstehe, warum so viele Menschen die Schnauze voll haben und in Scharen zu Linken und AfD laufen. Weil sie sich nicht mehr zu helfen wissen, weil ihr Lebensalltag immer schwieriger zu bewältigen wird, weil bisherige Gewissheiten heute nicht mehr zu gelten scheinen. Vor allem aber: Weil sie den Wortstanzen, diesem Gelaber des politischen Spitzenpersonals nicht mehr glauben, ja, dieses Gerede vom Herbst der Reformen nicht mehr ertragen können und wollen.
Deutschland braucht ein neues Angebot – Antworten auf die Fragen, die offen auf dem Tisch liegen, und andere, frische Köpfe.
Friedrich Merz hatte seine Chance. Ich habe Anfang 2025 CDU gewählt, hauptsächlich, weil ich geglaubt habe, dass Friedrich Merz es besser machen wird als Merkel und Scholz.
Aber – bis auf einige internationale Auftritte – macht er es schlechter. Deutlich schlechter. Und wenn er jetzt ersetzt werden sollte durch Daniel Günther oder Hendrik Wüst – glauben Sie mir, ich würde mich für Merz entscheiden. Da weiß man wenigstens, dass es schlecht wird, aber noch schlechter geht eben auch immer…
Ich wiederhole mich, aber ich will es wieder und wieder sagen
Die Brandmauer muss weg. CDU/CSU müssen sich von dieser SPD in der Bundesregierung trennen und eine Minderheitsregierung versuchen. Wenn sie die Hose voll haben und nicht den Schneid dazu, wird der Remmo-Clan 2029 die dann neue Bundesregierung mitfeiern und jüdische Mitbürger dieses bunte Deutschland in Scharen verlassen.