„Ich reiche Ihnen die Hand“ – Frau Wagenknecht pfeift auf Höckes vergiftetes Angebot

Die Parteigründerin Sarah Wagenknecht (BSW) hat das „Angebot“ des Thüringer AfD-Anführers, sie nächste Woche zur Ministerpräsidentin des Freistaates zu wählen als „weder ehrlich noch seriös“ zurückgewiesen.

Dabei kann man davon ausgehen, dass Höckes Idee – ausgerechnet am 61. Jahrestag des Berliner Mauerbaus – nicht wirklich ernstgemeint gewesen sein dürfte, sondern einfach der ihm eigene Klamauk, um alle anderen in helle Aufregung zu versetzen.

Das ist ihm schon häufiger gelungen, und ganz abwegig wäre das auch nicht. Eine „Querfront“ von rechts-sozialistischer (in Thüringen) und links-sozialistischer Programmatik, gepaart mit DDR-Nostalgie – und mathematisch würde es aus reichen.

So wie es in Magdeburg reichen würde, wenn das BSW einen AfD-Ministerpräsidenten Ulrich Siegmund auf den Sessel in der Staatskanzlei in Magdeburg befördern würde – was der auch schon abgelehnt hat.

+++Helfen Sie uns, seriös und engagiert publizistisch arbeiten zu können+++Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende auf das Konto DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder über PayPal auf das Konto @Vers 1 Medien GmbH+++

Aber so sehr politische Macht immer auch von zählbaren Mehrheiten abhängt, so wenig gibt es Politiker vornehmlich linker Parteien, die sich ihre falschen Überzeugungen nicht für schnöden Machterwerb abkaufen lassen wollen, wie das seit Jahren in der CDU zum Geschäftsmodell geworden ist.

Dort ist der Übergangs-Ministerpräsident Sven Schulze von der CDU tatsächlich in Sachsen-Anhalt nicht in der Lage, ein Bündnis seiner Partei – zur Erinnerung: der Partei Konrad Adenauers und Helmut Kohls, der Partei der Deutschen Einheit – mit der Linke, formerly knows as SED – auszuschließen.

Schulze und ohne Zweifel auch das Bundeskanzleramt und das Konrad-Adenauer-Haus sind wild entschlossen, dieses letzte Tabu niederzureißen, um bloß die AfD zu verhindern.

Ich habe in vielen Beiträgen und Diskussionen begründet, warum ich selbst die AfD nicht wählen würde

In Sachsen-Anhalt sowieso nicht, weil ich dort nicht wohne, aber auch sonst nicht. Und der entscheidende Punkt, die Rote Linie ist die schäbige Haltung von Weidel, Chrupalla & Co. gegenüber den ums nackte Überleben kämpfenden Menschen in der Ukraine.

Die würde auch Wagenknecht und ihr BSW und die früheren Genossen von der Kampfbrigade namens Linke opfern. Aber ein bisschen Selbstachtung hat sich Frau Wagenknecht, die sich angeblich in der Tradition von Rosa Luxemburg – nur im Escada-Kleid – sich bewahrt.

„Das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten ist kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Belieben vergeben kann“, stellt Wagenknecht sehr richtig klar. Natürlich sei der jetzige Amtsinhaber Mario Voigt auch ein CDU-Politiker, der jegliches Vertrauen der Bürger verloren habe. Deshalb müsse das BSW ihm auch das Vertrauen im Erfurter Landtag entziehen. Aber nicht mit unseriösen Taschenspielertricks, wie Höcke sie vorschlägt.

Und in Puncto Ehrlichkeit geht Wagenknecht noch einen Schritt weiter

AfD-Höcke wisse, dass „die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden“, analysiert Wagenknecht richtig. Denn die Thüringer BSW-Spitze und ihre prominente Vorturnerin sind seit langem in herzlicher gegenseitiger Ablehnung miteinander verbunden.

Zuvor hatte der AfD-Rechtsaußen ein Video auf X verbreitet, in dem er sich in selten erlebter Peinlichkeit an Frau Wagenknecht heranwanzt. „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen“, appelierte Höcke darin. Und – da wird es ganz schleimig: „Ich reiche Ihnen die Hand…“

Der 13. August wäre eher der Tag, den Opfern der sozialistischen SED-Diktatur die Hand zu reichen und zu bestätigen, dass in Deutschland nie wieder Sozialisten das Sagen haben dürfen, weder die vom rechten noch die vom linken Rand.

Aber kurz vor den Wahlen in Sachsem-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin geraten die politischen Dinge in Deutschland erheblich ins Rutschen

Nichts ist entschieden, aber wenn ich wetten müsste, würde ich darauf setzen, dass Ulrich Siegmund der nächste Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt wird.

In MeckPomm haben Manuela Schwesig und ihre SPD wohl wieder eine Chance, auch die nächste Landesregierung anzuführen. Und in Berlin – Honeckers Rache – könnte die SED als erste durchs Ziel laufen. Das bedeutet aber nicht, dass sie dann das Rote Rathaus übernähme mit 21 Prozent. Wahrscheinlicher erscheint mir eine neue Koalition unter Führung der CDU – ohne Kai Wegner – mit SPD und Grünen.

Egal was der Souverän – das Volk – aus welchen Gründen entscheidet im September: Der Himmel wird uns allen nicht auf den Kopf fallen. Aber Deutschland rückt immer näher darauf zu, nicht mehr stabil regiert werden zu können.




Von der Unfähigkeit, mit anderen zu reden: Im Herbst explodiert die Brandmauer – ob das Herrn Merz gefällt oder nicht

„Die Brandmauer wird in diesem Herbst zusammenbrechen und die Union ist nicht darauf vorbereitet.“ So lautet die Kernaussage von Professor Dr. Andreas Rödder, der – meine Formulierung – als der letzte halbwegs konservative Intellektuelle in der CDU gilt, heute Morgen bei WELT TV. Und Rödder hat mit jedem Wort recht, wenngleich er die Zeichen der Zeit auch lange nicht erkannt hat, die sich seit Jahren an Deutschlands politischem Horizont abzeichnen.

Ich erinnere mich noch gut an seinen Auftritt bei einer meiner bürgerlich-konservativen „Schwarmintelligenz“-Konferenzen vor Jahren, wo er einräumte, man müsse als Union eine Antwort auf den Erfolg der AfD finden, gleichzeitig aber die Politik Angela Merkels positiv würdigte.

Nun ist Rödder auch in der Wirklichkeit angekommen

Willkommen im Club!

Keine Woche vergeht, in der nicht immer deutlicher das Versagen, insbesondere der CDU, offen ausgesprochen wird. Nicht das politische Versagen, nicht die gebrochenen Wahlversprechen, nicht die devote Haltung gegenüber dem Koalitionspartner SPD im Bundestag. Das historische Versagen der Union ist die völlige Unfähigkeit, auf eine aktuelle dynamische Entwicklung zu reagieren und mit neuen Akteuren zu reden.

Ich habe seit 2017 versucht, so etwas auf die Beine zu stellen. Eine Art „Pizza-Connection“ hinter verschlossener Tür – mit Abgeordneten der CDU und der damals noch jungen AfD.

+++Konservativ und bürgerlich – das muss es auch in den Medien geben+++Deshalb gibt es uns+++Bitte spenden Sie für unsere publizistische Arbeit nach Ihren Möglichkeiten auf das Konto DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder über  PayPal auf das Konto @Vers 1 Medien GmbH+++

Da war noch nix mit „Nazi“ und völkischem Dummgequatsche. Prof. Bernd Lucke, Professor Hans-Joachim Starbatty, Ulrike Trebesius, Hans-Olaf Henkel – kein Hauch von radikal, höchstens als radikale Verteidiger eines Europas, in dem nicht die deutschen Steuerzahler die Zeche anderer wirtschaftlich schwacher EU-Staaten bezahlen sollten (und haben).

Warum sollte man mit der neuen aufstrebenden Kraft namens AfD also nicht sprechen?

Aber man verweigerte es. CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nachgesagt, sie habe damals ihrem Präsidium die Order gegeben: „Mit denen reden wir nicht!“

Und es hatte ja auch immer so schön funktioniert vorher, wenn sich eine neue Partei anschickte, in den Gewässern der damals noch Volkspartei CDU zu fischen. Konsequent ignorieren wie bei den Republikanern in den 90ern – dann sind die irgendwann weg.

Die AfD wird nicht irgendwann weg sein

Bei Hans-Georg Maaßens WerteUnion hat die Strategie des Konrad-Adenauer-Hauses noch ein letztes Mal funktioniert. Konsequent meiden, Parteiausschlussverfahren, widerliche „Krebsgeschwür“-Vergleiche abgehalfterter CDU-Granden.

Doch jetzt droht der Super-GAU

Und die AfD ist heute nicht mehr die Partei, mit der man sich in politischen Fragen weitgehend hätte einigen und Mehrheiten für die Zukunft schmieden können.

Die AfD ist heute keine Professorenpartei mehr mit liberalen, ja libertären Zielen. Die AfD ist heute rechts, was überhaupt kein Drama ist. Rechts gehört zu einer Demokratie dazu wie Links, als belebender Kontrapunkt, der die Mitte ständig herausfordert, damit die nicht übermütig wird.

Aber in ihrer ständigen Benachteiligung durch Medien und mit Geschäftsordnungstricks, durch ihre Ausgrenzung, die soziale Ächtung und gewaltsame Angriffe auf ihre Repräsentanten bis hin zu Mitgliedern, die aus dem Kirchengemeinderat oder dem Fußballverein geworfen wurden, hat sich die AfD erkennbar immer mehr radikalisiert. Und wie Angela Merkel es lakonisch sagen würde: Jetzt sind sie nun mal da…

Stark und selbstbewusst wie nie

Die AfD in Sachsen-Anhalt kratzt an der absoluten Mehrheit der Mandate am 6. September. Und die ekelhafteste Partei in Deutschland, Sahra Wagenknechts BSW, ranzt sich gehörig ran gerade, um als weiterer politischer Paria irgendwie mit in Ulrich Siegmunds Regierungsboot zu klettern. In der Politik ist nahezu alles möglich, aber ehrlich, mir fehlt die Fantasie, wie der Durchmarsch dieses begnadeten Wahlkämpfers im September noch aufzuhalten sein könnte.

Sie haben es versemmelt, die CDU und die CSU, die Konrad-Adenauer-Stiftung und das Konrad-Adenauer-Haus. Nicht weil da dumme Leute säßen, sondern weil sie vor allem eines nicht sein wollen: irgendwie mit einem Hauch von „Räächts“ behaftet. Ein bisschen rechts ist aber genau das, was der Union und unserem Land seit spätestens 2016 fehlt.

Gestern habe ich in Berlin ein paar „Wesselmänner“ gesehen, so heißen die mobilen Großplakate mit Parteiplakaten drauf (erfunden hatte die einst die Agentur Wesselmann in Bochum).

Da wird Stefan Evers plakatiert, Typ Schwiegermutters Liebling wie Wüst in Nordrhein-Westfalen.

Überhaupt, wenn Sie mit dem Auto durch Berlin fahren: Alle Kandidaten der CDU, die da gezeigt werden, wirken auf mich wie Mitarbeiter einer Sparkassen-Filiale. Nichts Buntes, nichts Kreatives, nichts Witziges, kein Hip-Hop, nichts Freches – einfach alle freundlich und gut gekleidet. Wie „Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer“ in den 70er Jahren.

Aber zurück zu Stefan Evers, der lässt sich in großen Buchstaben plakatieren mit „Ich bin konservativ – und das ist auch gut so“, wohl in Anlehnung an den früheren SPD-Regierungschef Klaus Wowereit mit seinem legendären Satz auf dem Nominierungsparteitag: „Ich bin schwul, und das ist auch gut so.“

Wowereit ist homosexuell und er hat mit seinem Bekenntnis damals gewonnen.

Aber Stefan Evers ist nicht konservativ, und jeder weiß das in der Berliner CDU und bei den Bürgern, die ihn wählen sollen.

Schon wieder eine Mogelpackung

Die CDU muss sich ehrlich machen, sie muss ihren politischen Kurs, sofern man das überhaupt noch so nennen kann, radikal ändern – personell wie inhaltlich. Professor Dr. Werner Patzelt, einer der klügsten Politexperten Deutschlands, hat es vor Jahren auf den Punkt ausgedrückt: „Die CDU wird konservativ sein oder sie wird nicht sein.“




Polizeigewerkschafter stößt schräge Debatte an: Darf die Polizei einem Innenminister den Befehl verweigern, wenn der von der AfD kommt?

Droht in Deutschland bald ein Staatsstreich? Oder, wie BILD-Kolumnist Harald Martenstein das letztens in seiner fulminanten Rede in Hamburg formulierte: „Man kann die Demokratie beim Versuch, sie zu retten, auch.“

Tatsächlich zeichnet sich auch nach aktuellen Umfragen z. B. von INSA weiter ein großer Wahlsieg der AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund im September ab. Wenn SPD, Grüne und FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, hätte die AfD ihren ersten Ministerpräsidenten in einem Bundesland und der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, eine neue Verwendung als Innenminister von Sachsen-Anhalt.

Außerdem ranzt sich die notorisch erfolglose Wagenknecht-Partei BSW als möglicher Partner für eine Regierungsbildung an.

Tatsächlich ist – ich habe das immer und immer wieder in Beiträgen und bei öffentlichen Auftritten klar benannt – der Umgang der lange etablierten Parteien mit der AfD im Deutschen Bundestag und vielen Bundesländern unterirdisch und demokratietheoretisch nicht mehr zu erklären.

Gleiche Chancen für alle relevanten Parteien, also die, die in Parlamente gewählt worden sind. Die AfD ist dabei in den vergangenen Jahren die erfolgreichste Partei, die größte Opposition im Bundestag. Und noch immer verweigert man ihr die ihr zustehenden Vorsitze von Fachausschüssen, einen Platz im Bundestagspräsidium und die Gelder für ihre Stiftung.

Das ist undemokratisch und eine Schande

Ich kenne Abgeordnete der Union im Bundestag, die das im vertraulichen Gespräch auch zugeben. Aber das sei halt die Linie und außerdem Höcke und so…

Gleichzeitig scheint die Union hingegen wenig Berührungsängste mit der früheren SED zu haben, die dank TikTop-Heidi wieder in Fraktionsstärke eingezogen ist und all das bekommt an Sitzen und Geld, was man der AfD verweigert.

Und das, obwohl der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU auf einem Bundesparteitag einstimmig sowohl die AfD als auch die Linke betrifft. Prominente CDU-Politiker der alten Merkel-Linie wie Daniel Günther in Schleswig-Holstein schwadronieren offen über eine Zusammenarbeit mit Honeckers Erben. In Thüringen regiert ein CDU-Ministerpräsident, dem gerade der Doktortitel aberkannt wurde, nur dank gelegentlicher Aushilfe der Linke.

Was für eine Heuchelei

Nun kommt ein neuer Aspekt hinzu, der atemlos macht.

Der stellvertretende Vorsitzende einer der großen Polizeigewerkschaften, der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Sven Hüber, warnt in einem Beitrag seine Mitglieder vor einen AfD-Innenminister in Sachsen-Anhalt vor. Hüber schreibt über den „Elefanten im Raum“, nämlich ein Szenario, in dem die AfD das Landesinnenministerium übernähme. Polizisten sollten die AfD gar nicht wählen, empfiehlt er seinen GdP-Mitgliedern: „Wer seinen geleisteten Eid ernst nimmt, kann gar nicht anders: No-Go mit der AfD!“

Aber es kommt noch besser

Den Hüber, was sonst, zieht Parallelen zur Verfolgung von Polizeigewerkschaftern durch die Nationalsozialisten und erwähnt dabei die sogenannte „Köpenicker Blutwoche“, in der Hitlers SA-Männer politische Gegner einsperrten, folterten und töteten. Hübner weiter: Man darf nicht zulassen, dass „mit den demokratischen Instrumenten einer Wahl an die Macht gekommene undemokratische, verfassungsfeindliche Machthaber die Verfassung brechen und die Demokratie letztlich abschaffen können“. Und damit meint er die AfD.

+++Freie und unabhängige Medien sind wichtig für eine funktionierende Demokratie+++Bitte spenden Sie für unsere publizistische Arbeit auf das Konto DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder über  PayPal auf das Konto @Vers 1 Medien GmbH+++

Er verpackt seine Gedanken in allerlei unverdächtige Formulierungen wie den Aufruf, es sei „höchste Zeit“ für die Polizeiführungen, sich auf den Fall der Fälle vorzubereiten. Der Auftrag der Polizei sei klar: „Die verfassungsmäßige Ordnung garantieren“.

Also: Wenn die AfD irgendwo in einer freien geheimen Wahl von der Bevölkerung in die Regierung gewählt wird.

Die Gleichsetzung von AfD und NSDAP, die hier mitschwingt, ist grotesk. Aber noch ekelhafter wird es, wenn man den Hintergrund Hübers betrachtet.

Denn der Historiker Hubertus Knabe, der 17 Jahre lang die Stasi-.Unterlagenbehörde leitete, deckte heute auf, dass Sven Hüber von der GdP seine Diplomarbeit in der DDR einst an der Offiziersschule der Grenztruppen schrieb.

Als Politoffizier des Regiments 33 (das 1989 Chris Gueffroy erschoss) war der heutige GdP-Offizier dafür zuständig, seine Wehrpflichtigen gegen den westdeutschen Klassenfeind richtig in Stimmung zu bringen.

Wie kann so ein Mann in die Spitze der Gewerkschaft der Polizei“ (GdP) gewählt werden, und welches Mandat hat ausgerechnet so ein einstiger Apparatschik des SED-Staates, heute die Polizei zum Widerstad gegen einen möglichen frei gewählten AfD-Innenminister aufzustacheln?




Der wichtigste Schritt, Deutschland wieder besser zu machen: Das Bildungssystem und die Lerninhalte müssen konsequent auf den Kopf gestellt werden

Meine erste Woche Reha ist vorbei, und ich habe dabei mehr Sport gemacht als in den vergangenen fünf Jahren insgesamt. Aber ich lerne dort auch sehr viele andere nützliche Dinge, zum Beispiel, wie man richtig sitzt, Stress bewältigt und was Arteriosklerose konkret bedeutet.

Und wie immer, wenn ich etwas Neues erlebe, habe ich danach ein tiefes Bedürfnis, darüber zu schreiben und mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Warum lernen die Schüler im deutschen Bildungssystem eigentlich so etwas nicht?

Dass man beim Kochen von Nudeln nicht unbedingt Salz braucht, sondern das auch mit Kräutern wunderbar machen kann? Oder dass ein erwachsener Mensch die Menge von sechs Würfeln Zucker am Tag verbrauchen sollte, dass aber ein einfacher Fruchtjoghurt bereits neun Zuckerwürfel enthält? Ich bin jetzt 67 Jahre jung und höre das zum ersten Mal so konkret.

Warum ist gesunde Ernährung nicht Pflichtfach an unseren Schulen – dafür aber frühkindliche Sexualerziehung?

Warum lernen nicht alle Eltern, dass sie ihren Kindern nichts Gutes tun, wenn sie jeden Morgen „Fruchtzwerge“ in den Brotbeutel packen? Warum hat Schulsport nicht einen deutlich höheren Stellenwert im Unterrichtsplan? Warum können so viele Schüler heutzutage nicht schwimmen?

Wie funktioniert so ein Körper, was ist gesund, was ist ungesund, was kann man tun, damit man nicht Jahre später eine Fettleber hat?

Und: Wie funktioniert Marktwirtschaft?

Wie entwickelt man einen Businessplan, wenn man sich selbstständig machen will? Wie finanziert man sich ohne Bankkredite? Was sind die wichtigsten Punkte, die man klären muss, bevor man eine Firma gründet?

Und was ist eigentlich Recht und Ordnung? Warum gehören Gewaltverbrecher eingesperrt und nicht in „Freigang“?

+++Es ist noch lange nicht sicher, dass wir über das Jahresende hinaus weitermachen können+++Freie Medien leben nur dank der Unterstützung durch ihre Leser+++Bitte helfen Sie mit!+++Spenden Sie auf unser Konto DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder über  PayPal auf das Konto @Vers 1 Medien GmbH+++

Die Liste wäre lang, was unseren Kindern in der Schule nicht ausreichend oder überhaupt nicht vermittelt wird.

Was sind Steuern und warum gibt es die, worauf muss man in Miet- und Versicherungsverträgen achten? Wie funktioniert das Internet, wo liegen die Gefahren, wie nutze ich Medien so, dass ich nicht manipuliert werde?

Wo lernen unsere Kinder das in der Schule?

Ein Projekttag kurz vor den Sommerferien reicht bei Weitem nicht aus. Hinzu kommt natürlich der Föderalismus, der jedem der 16 Bundesländer Autonomie bei der Bildungspolitik zubilligt. Dazu kommt der Lehrermangel, Burn-out an Stress-Schulen. Die BILD hat gerade ein Interview mit einer Lehrerin in NRW veröffentlicht, 80 Prozent Migrantenkinder: Iraker, Syrer, Afghanen. Da verweigern Eltern den Unterricht ihres Sohnes durch eine Lehrerin, da schlagen Schüler auch mal Lehrkräfte und in dem genannten Fall prostituierte sich eine Minderjährige im Schulklo für Geld und Drogen.

Der unerfreuliche Zustand Deutschlands hängt auch damit zusammen, dass das mit der Bildung nicht mehr funktioniert

Elternhäuser und Kirchen versagen, viele Schulen auch. Nicht, weil sie keine guten Absichten oder engagierten Lehrer hätten, sondern weil ihre Voraussetzungen schlecht sind. Und die Lehrpläne auch. Wir haben ein Bildungssystem, das den Anforderungen der heutigen Zeit nicht gerecht wird. Wir haben Lehrer, die unverhohlen den Unterricht politisieren für Klima, Gender, gegen Rechts. Aber wir schicken Schulabgänger auf die Straße, die nicht schreiben oder einen einfachen Dreisatz rechnen können.

Warum Reformen so langsam sind

Jedes der 16 Bundesländer bestimmt seine Lehrpläne selbst. Ein bundesweit einheitliches, schnelles Umdenken ist dadurch rechtlich unmöglich.

Schulen kämpfen mit massivem Personalmangel. Die Einführung neuer Inhalte scheitert oft schlicht daran, dass niemand da ist, der sie unterrichten kann.

Entscheidend ist aber: Die Entwicklung und Genehmigung neuer Curricula und Schulbücher dauert in Deutschland oft mehrere Jahre.

Und selten geht es um das Wohl unserer Kinder und darum, sie zu selbstbewussten und lebensfähigen Staatsbürgern zu machen. Stattdessen werden sie indoktriniert für vermeintlich hehre Ziele und niemand in der Politik fällt den Leuten in den Arm.

Wer Deutschland zurück auf einen besseren Weg bringen will, der muss bei der Bildungspolitik anfangen!




Gescheiterter Drohnenangriff in Leipzig: Die „Zeitenwende“ ist jetzt – und die Konsequenzen müssen härter sein als bisher

Sie alle kennen die gratismutigen Bekenntnisse mit bunten Kacheln in den sozialen Netzwerken, in denen „Kurt Schulze“ und „Edeltraud Meierdirks“ heldenhaft bekunden, sie persönlich seien „nicht im Krieg mit Russland“. Ich habe lange aufgehört, mich über diese Naivität, ja Dummheit, aufzuregen.

Wir alle befinden uns in einer – nennen wir es – hybriden Auseinandersetzung mit Putins Trümmerstaat. Ob wir das wollen oder nicht. Weil Russland das so will.

„Eine neue Gefahrenqualität“, nannte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gestern Abend am Leipziger Flughafen den Fund einer Drohne mit tödlicher Sprengvorrichtung dort. Und das ist noch nett umschrieben.

Es sei unübersehbar, „dass wir es hier mit einem hybriden Anschlagsszenario zu tun haben“, so der Minister, der für unseren Schutz die Verantwortung trägt und gestern direkt nach Bekanntwerden des Anschlagsversuchs seinen Urlaub abgebrochen hat und nach Sachsen geeilt ist, um an den Sitzungen der Krisenstäbe teilzunehmen. Nebenbei bemerkt: So stelle ich mir einen verantwortlichen Politiker im Krisenfall vor. Manche gehen dann ja erstmal lieber Tennis spielen.

Die Drohne, wohl von einem Busfahrer am Flughafen entdeckt, sei „bewaffnet mit Sprengstoff“ gewesen. Und dass feindliche Drohnen mit Sprengstoff über unserer kritischen Infrastruktur kreisen, ist tatsächlich eine neue, höchst beunruhigende Entwicklung in Deutschland. Zwar wurden im vergangenen Jahr von der Bundespolizei und anderen Behörden mehr als 1.200 Sichtungen unbekannter Drohnen registriert, aber eine massive Bewaffnung – das gab es noch nie.

Und weil die Drohne in unmittelbarer Nähe von zwei Transportflugzeugen des Typs Antonow AN-124 Condor der Ukraine herumflog, braucht man keine Glaskugel, um erahnen zu können, wer hier mit Terrorabsicht aktiv war.

+++Bitte unterstützen Sie meine publizistische Arbeit mit Ihrer Spende auf das Konto DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder über  PayPal auf das Konto @Vers 1 Medien GmbH+++

Hätte die Drohne eines der großen Transportflugzeuge getroffen und hätte die Zündtechnik funktioniert, dann hätte der Flughafen Leipzig gestern eine Katastrophe erlebt. So konnte die Bundespolizei mit ihrer „Entschärfergruppe“ Schlimmeres verhindern.

Nur der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass noch ein anderes Flugzeug mit „einem Flugobjekt“ zusammengestoßen ist, was uns jetzt an dieser Stelle erstmal nicht weiter beschäftigt, da auch zu wenig Informationen zur vermeintlich zweiten Drohne vorliegen.

Bundesinnenminister Dobrindt ließ keinen Zweifel daran, dass der Anschlagsversuch in Leipzig „nicht von Amateuren durchgeführt“ worden sei, sondern „sehr professionell vorbereitet“ war. Heißt: Hinter der Attacke stecken keine „Wegwerfagenten“ oder dumme Amateure. Die Terroristen seien vermutlich im Auftrag eines Staates gegen Deutschland eingesetzt worden mit einem „hohen Maß“ an Technik- und Sprengstofferfahrung: „Wir reden hier von einer professionellen, hybriden Bedrohungslage…“ Und Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) ergänzte: „Die Gefahrenlage ist nicht mehr abstrakt, sie ist hoch“.

Für diejenigen, die sich mit der Materie befassen, kommt diese Entwicklung nicht überraschend

Besonders Russland, aber auch China und der Iran bedrohen unsere Sicherheit seit Jahren massiv durch Spionage und Sabotage.

Sie kaufen sich in Unternehmen ein, schmieren Abgeordnete der parteiübergreifenden „Beutegemeinschaft“, denen ihr Land vollkommen egal ist, wenn es nur den eigenen Wohlstand mehrt.

Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte allein im vergangenen Jahr 321 Sabotagefälle in Deutschland. In den allermeisten Fällen führte die Spur schnell nach Russland, besonders zum Militärgeheimdienst GRU.

So entzündete sich im DHL-Frachtzentrum in Leipzig im Juli 2024 ein aus dem Baltikum stammendes Paket mit einem versteckten Brandsatz. Ziel war offenkundig, das Frachtflugzeug während des Fluges zum Absturz zu bringen.

Im April 2024 wurden zwei deutsch-russische Staatsbürger festgenommen, weil sie im Auftrag russischer Geheimdienste Militär- und Industrieinfrastruktur ausspionierten. Ihr Ziel war es, Sprengstoff- und Brandanschläge auf Transportwege für deutsche Militärhilfen an die Ukraine zu verüben.

Ein verheerender Großbrand zerstörte eine Werkshalle der Rüstungssparte Diehl in Berlin-Lichterfelde im Mai 2024. Obwohl zunächst von einem technischen Defekt gesprochen wurde, stuften westliche Geheimdienste den Vorfall später als eine von Russland orchestrierte Sabotageaktion ein, um die Produktion von Verteidigungsgütern (wie IRIS-T) zu schwächen. NATO-Geheimdienste hatten dazu russische Kommunikation gehackt und abgehört.

Unbekannte Täter haben im Mai 2025 in den Antrieb der im Bau befindlichen Bundeswehr-Korvette „Emden“ massenhaft Metallspäne gekippt.

Ende 2024 und im Verlauf des Jahres 2025 kam es zu mehreren Brüchen kritischer Daten- und Telekommunikationskabel am Meeresboden der Ostsee. Unter anderem stand der unter russischer Flagge fahrende Tanker „Eagle S“ im Fokus der Ermittlungen, der mit seinem Anker absichtlich fünf Unterseekabel zerstörte.

An den Bundeswehr-Standorten Köln-Wahn und Geilenkirchen (NATO-AWACS-Aufklärer) wurden Zäune durchtrennt und ein Sabotageverdacht bezüglich des Trinkwassers gemeldet, was zu zeitweisen Sperrungen führte.

Seit Jahren führen russische Dienste massive, koordinierte Cyberattacken gegen die Zentralen von Regierungsparteien, Ministerien und Logistikunternehmen in Deutschland durch. Der Generalbundesanwalt leitete Ermittlungen ein, nachdem Bundestagsabgeordnete durch gefälschte Konten des Messengerdienstes Signal gezielt kompromittiert wurden, um sensible politische Kommunikation abzufangen.

Und so weiter, die Liste ließe sich lange fortführen

Auch wenn Rosemarie aus der Niederlausitz auf Facebook tapfer bekennt, dass Russland ihr Freund sei – Russland ist nicht unser Freund.

An der Grenze zwischen Belarus und der Europäischen Union haben erst gerade polnische und litauische Grenzsoldaten geheim angelegte Tunnel entdeckt, über die wohl vom belarussischen Regime gezielt Migranten aus Krisenregionen an den Grenzzäunen vorbei in die EU geschleust werden sollten.

Deutsche Sicherheitsbehörden haben in den vergangenen Tagen festgestellt, dass im Internet eine umfangreiche Angriffswelle mit Fake-News-Videos läuft, bei der die Täter das Design und die Original-Logos etablierter deutscher und internationaler Medienhäuser wie BBC oder ARD nutzen, um gezielt gegen Kandidaten von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken bei den anstehenden Landtagswahlen im Herbst zu agitieren.

Auffällig ist dabei, dass Politiker von AfD und BSW konsequent ausgespart werden, die in Moskau als russlandfreundlich eingestuft werden.

Erstaunlich auch: Viele der gefälschten Videos sind in englischer Sprache verfasst. Sprachliche Muster und zahlreiche Übersetzungsfehler weisen jedoch eindeutig auf russischsprachige Urheber hin.

Konsequent gegen unsere Feinde vorgehen

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat vielen Menschen die Augen geöffnet – auch in Deutschland. Unsere Geheimdienste und die Bundeswehr erleben seit etwa zwei Jahren eine Frischzellenkur wie niemals zuvor in der bundesdeutschen Geschichte.

Die Regierung arbeitet daran, dem Bundesnachrichtendienst (BND) und dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) deutlich mehr Kompetenzen bei der Überwachung von Finanzströmen (Kryptowährungen) und verschlüsselter Kommunikation (Telegram) zu geben. Der Echtzeit-Informationsaustausch innerhalb der NATO Joint Intelligence and Security Division und von Europol wird drastisch beschleunigt.

Die Deutsche Marine und die Bundespolizei benötigen mehr Schiffe, Unterwasserdrohnen und Sensorik, um Seekabel und Pipelines in der Nord- und Ostsee permanent zu überwachen und russische „Forschungsschiffe“ lückenlos zu beschatten.

Nach dem Vorbild skandinavischer Staaten wie Finnland sollen russische Desinformationskampagnen in Echtzeit identifiziert, öffentlich demaskiert (Debunking) und soziale Netzwerke rechtlich zur sofortigen Löschung gezwungen werden.

Die deutsche Bevölkerung muss intensiv und konkret über die ständigen Angriffe aus Russland informiert und mit deutlich mehr Medienkompetenz ausgestattet werden.

 Landesverrat muss härter und schneller bestraft werden

Und ganz wichtig: Das russische Spinnennetz in Parlamenten, Behörden und Unternehmen muss aufgedeckt und konsequent zerschlagen werden.

31.000 Unternehmen in den Staaten der Europäischen Union haben russische Beteiligungen: die großen Skandale um den Tengelmann-Konzern und die Wirecard-Bank sind nur die Spitze des Eisbergs.

Es bestehen nach wie vor rechtliche Hürden, konsequent gegen russische Destabilisierungsmaßnahmen und Desinformation vorzugehen.

Als Erstes muss dazu das Personal der russischen Botschaft drastisch ausgedünnt werden

Nach Artikel 9 des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen (WÜDB) kann Deutschland jeden russischen Diplomaten jederzeit zur „unerwünschten Person“ erklären.

Berlin könnte das Kontingent für die maximale Anzahl russischer Botschafts- und Konsulatsmitarbeiter deutlich senken. Dies zwingt Moskau, Personal im großen Stil abzuziehen, und erschwert das Nachrücken neuer, als Diplomaten getarnter Geheimdienstmitarbeiter.

Das würde natürlich direkt symmetrische Gegenreaktionen Moskaus nach sich ziehen. Aber die russische Regierung hat ohnehin die Arbeitsmöglichkeiten unserer diplomatischen Vertretung dort stark eingeschränkt.

Im Zuge solcher Schachzüge wäre es an der Zeit, die Beziehungen zu Putins Russland ohnehin auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren. Und Nebendiplomatie von Russland-Lobbyisten im Bundestag wie Ralf Stegner (SPD) und ostdeutschen AfD-Bundestagsabgeordneten zu unterbinden, was schwer genug wäre.

Aber die Zeit des Laissez-faire ist vorbei

Das gilt zum Beispiel auch für das sogenannte „Russische Haus für Wissenschaft und Kultur“ an der Berliner Friedrichstraße. Das ist ein wichtiges Instrument russischer Desinformation und Beeinflussung. Betrieben wird es von der russischen Staatsagentur Rossotrudnitschestwo, die auf der EU-Sanktionsliste steht. Ein Urteil des Berliner Oberverwaltungsgerichts bestätigte, dass das Haus unter die EU-Sanktionen fällt. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz (z. B. durch Ticketverkäufe oder Kursgebühren, die Einnahmen generieren). Über ein striktes Einfrieren aller Konten und ein Verbot jeglicher wirtschaftlicher Aktivität ließe sich der Betrieb faktisch lahmlegen.

Auch das hätte sofort eine Reaktion Moskaus zur Folge

Schließt Deutschland das Russische Haus, wird Putin das deutsche Goethe-Institut sowie deutsche Schulen in Russland schließen und deren Vermögen beschlagnahmen.

Aber ein „Weiter so!“ kann und darf es nicht geben!

Die von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekündigte „Zeitenwende“ ist jetzt. Und wer Landesverrat betreibt und Sabotage verübt, der muss konsequent bekämpft werden. Viel konsequenter noch, als das bisher der Fall war.




Friedrich Merz hatte seine Chance – warum jetzt die zweite Reihe übernehmen muss, um die CDU vor dem Absturz zu retten

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist eine einzige Enttäuschung – für mich, der 2025 nach 16 Jahren bei einer Bundestagswahl erstmals wieder die CDU gewählt hat – gerade auch wegen Friedrich Merz – aber auch für viele andere bürgerliche Wähler in Deutschland, die die Mitte noch nicht aufgeben und zusehen wollen, wie sie zwischen dynamischen Rechten und Linken zerrieben wird.

Wer historisch ein bisschen belesen ist, erkennt die Parallelen zum Ende der Weimarer Republik – wenngleich TikTok-Heidi nicht mit den Kommunisten und Alice Weidel überhaupt nicht mit der Nazipartei zu vergleichen sind. Nicht einmal im Ansatz!

Mir geht es um die Funktionsweisen, wie auf demokratischem Wege ein „System“ komplett ausgehebelt werden kann.

Genau daran arbeiten Extremisten auf beiden Seiten, an einer „Querfront“, die erst einmal unser in vielen Bereichen überaus erfolgreiches System und seine Repräsentanten aus dem Weg schaffen will, um dann „etwas Neues“ zu schaffen. Auch das kennen wir aus der Geschichte, und nein, meistens endet das gar nicht gut.

Aber reden wir über Kanzler Merz und die Union

Inzwischen ist sie die zweitstärkste, aber immer noch dominierende Parteienfamilie in Deutschland – Tendenz stark fallend.

Die Hasser der Christdemokratie prophezeien bereits seit zehn Jahren, dass der Weg der CDU in den Abgrund führt. Lesen Sie nach, wie die Democrazia Cristiana (DC) in Italien pulverisiert wurde, Herr Kelle!

Das wird in Diskussionen in den (a)sozialen Netzwerken immer gern vorgebracht, damit es dramatisch klingt. Aber DC und CDU sind nur vergleichbar darin, dass sie einst auf einem christlichen Wertefundament gegründet wurden und dass sie jahrzehntelang die Geschicke ihrer Länder leiten konnten – und das bei weitem nicht immer schlecht.

Doch das Scheitern der DC war nicht die Folge falscher politischer Orientierung, sondern krimineller Verstrickungen mit dem Organisierten Verbrechen, volkstümlich: mit der Mafia.

Denken Sie nur als ein prägnantes Beispiel an den siebenmaligen DC-Ministerpräsidenten Giulio Andreotti, dem enge Kontakte zur sizilianischen Cosa Nostra nachgewiesen wurden.

Diese Enthüllungen zerstörten das christlich-wertkonservative Fundament der Partei total, die sich 1994 nach massivem Wählerschwund, internen Flügelkämpfen und dem totalen moralischen Bankrott offiziell auflöste.

+++Wollen Sie Analysen aus dem Maschinenraum der Macht in Berlin?+++Dann unterstützen Sie unsere publizistische Arbeit mit einer Spende aus das Konto DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder über  PayPal auf das Konto @Vers 1 Medien GmbH+++

Das ist nicht zu vergleichen mit der Spendenaffäre um Helmut Kohl, der auf geheimen Wegen Geld einwarb, um im letzten Volkskammerwahlkampf mit der „Allianz für Deutschland“ gegen die DDR-Kommunisten und ihr Milliardenvermögen bestehen zu können.

Weder Kohl noch Schäuble, weder Merkel noch Merz kann irgendjemand ernsthaft vorwerfen, sich persönlich bereichert und mit dem Organisierten Verbrechen paktiert zu haben.

Giulio Andreotti war dazu über Jahre hinweg im Zentrum eines der spektakulärsten Mordprozesse der europäischen Nachkriegsgeschichte. Ihm wurde vorgeworden, die Ermordung des investigativen Journalisten Carmine „Mino“ Pecorelli im Jahr 1979 in Auftrag gegeben zu haben. Das ist eine ganz andere Kategorie, als wenn Helmut Kohl seine Staatsgäste immer wieder zum „Saumagen“-Essen einlud.

Ich bin überzeugt, dass die CDU eine Chance hat

Eine Chance zu überleben und die Chance, auch wieder stärkste politische Kraft in Deutschland zu werden.

Aber nicht mit diesem Führungspersonal, nicht mit dieser Hasenfüßigkeit und „Brandmauer“ und vor allem: nicht jetzt.

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte das Ende von Friedrich Merz als Regierungschef einläuten.

Könnte, persönlich glaube ich nicht an eine absolute Mehrheit der AfD im Magdeburger Landtag. Weil nicht nur die Rechten taktisch wählen können, sondern auch die anderen nicht doof sind.

Ob die CDU in Sachsen-Anhalt mit 23 oder 20 Prozent verliert, ist egal. Wenn dafür SPD, Grüne und FDP mit Leihstimmen knapp über die Fünf-Prozent-Hürde gehievt würden.

Dann hat Herr Siegmund keine absolute Mehrheit der Mandate

Aber: Das löst kein Problem, denn die Union und die anderen traditionellen Parteien müssten eine Allparteienkoalition bilden, und das wäre schlecht. Niemals darf die Union mit der Linken gemeinsame Sache machen!

Eine Minderheitsregierung der CDU in Sachsen-Anhalt unter Kooperation mit der AfD oder diese als Juniorpartner – man kann sich vieles vorstellen. Aber keine Koalition mit dem einzigen gemeinsamen Nenner, bloß die AfD zu verhindern. Wenn die das erneut versuchen, ist die absolute Mehrheit der AfD beim nächsten Mal sicher.

In dem vielen Hickhack um Friedrich Merz, Jens Spahn und Patrick Schnieder in den vergangenen Tagen ist eine Personalie aus Brandenburg nicht sonderlich aufgefallen. Aber sie ist es wert, genau betrachtet zu werden

Denn die 29-jährige JU-Landesvorsitzende Laura Strohschneider, eine Juristin und Geschäftsführerin eines mittelständischen Immobilienunternehmens, galt als stilles, aber eines der profiliertesten Nachwuchstalente der Christdemokraten in Ostdeutschland. Ohne Bundestagsmandat führte sie als JU-Chefin ihren Verband mit klarem politischem Kompass, was in der notorisch zerstrittenen Brandenburger CDU an sich schon ein Wert ist.

Ihr Rücktritt als Landesvorsitzende der Jungen Union und gleichzeitig der Austritt aus der CDU reißt die Fassade der personellen Geschlossenheit ein, die Bundeskanzler Friedrich Merz nach der Wahl des neuen Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Thorsten Frei, mühsam aufrechtzuerhalten versucht.

In ihrer fulminanten Austrittserklärung sezierte Strohschneider die Glaubwürdigkeitskrise der aktuellen schwarz-roten Bundesregierung.

Sie warf der Parteispitze vor, aus nackter „Angst vor dem Verlust des Koalitionspartners SPD“ notwendige Reformen zu blockieren. Konkret geißelte sie die Verwässerung der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse zu Beginn der Legislaturperiode und die jüngsten Pläne zur Einkommensteuerreform. Diese führe in Verbindung mit explodierenden Sozialabgaben dazu, dass „die Fleißigen“ in der Gesellschaft immer weniger Netto vom Brutto übrigbehalten.

Das „Zünglein an der Waage“ war für sie jedoch die unappetitliche, rein machtpolitisch motivierte Kabinettsrochade von Kanzler Merz: Dass ausgerechnet Carsten Linnemann – einst als programmatischer Hoffnungsträger der Jungen gefeiert – nun das Bundesgesundheitsministerium übernimmt, obwohl er dieses Amt zuvor explizit für sich abgelehnt hatte, empfand Strohschneider als finalen Bruch mit jeglicher politischer Wahrhaftigkeit.

Ähnliches gelte für den Umgang mit dem gestürzten Fraktionschef Jens Spahn, dessen privates Handeln im eklatanten Widerspruch zu den offiziell verkündeten Leitlinien der Partei stehe. „Ich habe angefangen, mein politisches Engagement in Gesprächen zu umschiffen, weil ich es nicht mehr rechtfertigen konnte“, so ihr bitteres Fazit.

Frau Strohschneider ist jetzt raus

Aber sie hat ihrer Partei einen unschätzbaren Dienst erwiesen, nämlich die Erkenntnis, dass pragmatische Kompromisse kein Ersatz für anständige Politik im Sinne der eigenen Wähler sein können.

Und in der zweiten und dritten Reihe der CDU sitzen junge, kluge Köpfe, die sich noch erinnern, was christdemokratisch bedeutet und dass man die Versprechen an seine Wähler auch nach dem Wahltag halten muss.

Pascal Reddig, Chef der Jungen Gruppe der Bundestagsfraktion, wäre da zu nennen, der das Netzwerk der unter 35-jährigen Abgeordneten organisiert.

Oder Johannes Winkel, Bundesvorsitzender der Jungen Union (JU), der frisch in den Bundestag eingezogen ist. Winkel liefert die rhetorische und inhaltliche Munition für den Generationenkonflikt. Er treibt die Partei in der Renten- und Steuerpolitik vor sich her und warnt unermüdlich vor einer Politik, die auf Kosten der Jugend die Gegenwart finanziert.

Johannes Volkmann fällt mit schneidigen Reden auf. Der Enkel von Altbundeskanzler Helmut Kohl hat sich im Auswärtigen Ausschuss längst aus dem Schatten seines berühmten Großvaters herausgearbeitet. Volkmann argumentiert hochgradig analytisch, sachbezogen und fernab von plattem Populismus. Er verkörpert den Typus des intellektuellen Realpolitikers, der die strategischen Fehler der Merkel- und Merz-Jahre penibel seziert, um außen- und wirtschaftspolitisch neue Leitlinien für ein zukunftsfähiges Deutschland zu entwerfen.

Wollen Sie noch mehr? Marc Henrichmann, Vorsitzender des extrem wichtigen Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) für die Geheimdienste, den Sie in diesen Tagen auf allen Fernsehkanälen finden. Carolina Bosbach wäre zu nennen, Bundesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrates der CDU. Sie transportiert die ordnungspolitische Kritik des Nachwuchses medienwirksam in Talkshows und Wirtschaftsforen.

Die CDU steckt in einer tiefen Krise, um das zu erkennen, müssen Sie kein Politologe sein.

Aber zu glauben, Merz, Wüst oder Günther würden den Weg aus der Sackgasse finden, ist naiv.

Diese Leute sind nicht die Hoffnung für bürgerliche Christdemokraten, sie sind der Weg in die Bedeutungslosigkeit der großen, stolzen Volkspartei von Konrad Adenauer und Helmut Kohl.

Es wäre zu wünschen, dass dieses Kabinett und dieser Bundeskanzler bald an ihr Ende kommen.

Und danach darf auf gar keinen Fall weitergewurschtelt werden wie in den vergangenen Jahren. Sie erinnern sich: Kramp-Karrenbauer, Laschet, Spahn. Jetzt muss konsequent verjüngt und neu aufgestellt werden. Dann klappt’s auch wieder mit dem Wähler.




Mit der Wahl von Frei ist gar nichts gut für Merz und die CDU

„Die Personal-Rochade, die Friedrich Merz vorgenommen hat, finde ich schwierig, weil sie auf einer persönlichen Ebene ganz seltsam und unschön gelaufen ist. Ich finde sie aber auch schwierig, weil ich nicht nachvollziehen kann, inwiefern das ein Zeichen nach vorne sein soll.“

Das hat die Landesvorsitzende der Jungen Union (JU) Brandenburg, Laura Strohschneider, in ihrer Rücktrittserklärung und zum gleichzeitigen Austritt aus der CDU geschrieben. Und die Frau ist dabei beileibe nicht die einzige, die so empfindet.

Wer nach der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gestern und der Wahl von Thorsten Frei mit überzeugenden 92 Prozent in die Nachfolge von Jens Spahn an der Spitze der Fraktion meint, nun sei die Krise der Union und ihres Bundeskanzlers Friedrich Merz vorbei und diese könne nun locker im Sommerloch versickern, der hat keine Ahnung, wie Politik funktioniert.

Natürlich denken Abgeordnete der Union auch ans persönliche politische Überleben. Das ist systemimmanent.

Und natürlich wäre jedes Ergebnis unter 90 Prozent bei der Wahl zum Fraktionschef peinlich gewesen. Aber die Wahl von Thorsten Frei ist die Wahl von Thorsten Frei. Ganz sicher ist sie kein Zeichen des Vertrauens in den Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz.

+++Bitte helfen Sie uns für unsere publizistische Arbeit mit einer Spende auf das Konto DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder über  PayPal auf das Konto @Vers 1 Medien GmbH+++

Allein wie Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder nach der Fraktionssitzung in Berlin und in Anwesenheit von Merz den aus dem Amt gedrängten Jens Spahn geradezu überschwänglich lobte und ihm eine politische Zukunft attestierte, das war ganz großes Polit-Kino. Und man sah Merz an, wie sehr ihn das anko… ihm das missfiel.

„Ich glaube, dass der Weg von Jens Spahn noch nicht beendet ist“, so Söder und weiter: „Jemand mit solchen Talenten und so einer politischen Kraft, der wird sicher irgendwann wieder eine führende Rolle übernehmen.“

Wir alle sind gespannt

Und da ich die CDU über Jahrzehnte in der Innenansicht erlebt habe, halte ich das nicht einmal für unwahrscheinlich. Masken-Milliarden, Leihmutter-Kind, Brosius-Gersdorf – was schert mich mein Geschwätz von gestern, oder?

Der Unmut in der Union ist bei Funktionären, Abgeordneten, Mitgliedern und Wählern immens.

Dabei kocht die Empörung besonders um das Hickhack mit Verkehrsminister Patrick Schnieder hoch, der in der Fraktion offenbar ein gutes Standing hat. Am Donnerstag vergangener Woche rief der Bundeskanzler mit dem Händchen für richtige Zeitpunkte Schnieder am letzten Urlaubstag auf einem Campingplatz in Island an, um ihm mitzuteilen, dass er gefeuert sei.

Dumm nur, dass der von Merz vorgesehene Nachfolger im Ministeramt, Fritz Güntzler, am folgenden Freitagmorgen um 4 Uhr in der Nacht dem Kanzler eine SMS schickte, dass er es sich anders überlegt habe und nicht Minister werden wolle, weil er vom Verkehrssektor keine Ahnung habe.

Man wünschte sich, auch andere Ministeranwärter in der Vergangenheit hätten so viel Schneid gehabt. Dann hätten wir auf manchen Baer-Bock verzichten können.

Carsten Linnemann, jetzt neuer Gesundheitsminister, hatte einen Ministerjob bei Merz im vergangenen Jahr abgelehnt, weil er selbst einräumte, er hätte – nur als Beispiel – Beispiel als Gesundheitsminister keinerlei Fachkompetenz. Ein Jahr später ist nun alles tutti!

Wahrscheinlich hat er als Generalsekretär im Konrad-Adenauer-Haus nebenbei ein paar Fachbücher über Gesundheitspolitik gelesen und ist jetzt unser bester Mann dafür…




Das Strandkorb-Paradoxon: Warum die Deutschen trotz Dauerkrise im Buchungsrausch sind

Sind Sie auch unterwegs in diesen Tagen? Mit Freunden und der Familie auf Rügen, Mallorca oder am Tegernsee? Die Seele baumeln lassen, bei 35 Grad Eis essen und abends bei Gino noch drei Averna aus Sizilien bestellen?

Wir schreiben den Sommer 2026, und auf den ersten Blick wirkt Deutschland wie ein Land in tiefer Agonie.

Schlägt man die Zeitungen auf, dominieren Berichte über wirtschaftliche Stagnation, steigende Lebenshaltungskosten und – unübersehbar – es herrscht eine tief sitzende Frustration über die politische Führung im Land insgesamt und über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Besonderen.

Und diese Unzufriedenheit ist ohne Zweifel begründet. Aktuellen Umfragen zufolge blicken fast 60 Prozent der Bürger mit Sorge auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Handlungsfähigkeit dieser Regierung.

Doch zur Wahrheit gehört auch ein Blick auf die Flughäfen und Autobahnen Richtung Süden

Denn Deutschland befindet sich trotz allerlei Krisen erneut im kollektiven Urlaubsrausch.

Diese Sommerwochen bescheren der Reisebranche eine erstaunlich resiliente Konsumlust.

Für das gesamte Touristikjahr rechnen Analysten mit einem Rekordmarktvolumen von fast 85 Milliarden Euro, wovon allein die aktuelle Sommersaison knapp 57 Milliarden Euro verschlingt.

Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung haben konkrete Urlaubspläne oder sind bereits an ihrem Urlaubsort. Die Reisefrequenz hat damit den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren erreicht.

Erfreulicherweise wählen 35 Prozent der Deutschen den Urlaub im eigenen Land

Das ist nämlich wirklich schön und steigert – na klar – das Bruttosozialprodukt.

Die Küsten an Nord- und Ostsee sowie die Bergregionen in Bayern sind restlos ausgebucht. Wer es ins Ausland schafft, drängt vorzugsweise ans Mittelmeer. Spanien bleibt mit Mallorca an der Spitze der Beliebtheitsskala, dicht gefolgt von Italien und Frankreich, wo Urlauber gezielt nach Entschleunigung und kulinarischer Verlässlichkeit suchen.

Gleichzeitig erleben Flugpauschalreisen in die Türkei und nach Griechenland einen massiven Boom.

Trotz gestiegener Kosten geben die Deutschen im Schnitt mehr als 1.500 Euro pro Person für ihren Haupturlaub aus – so viel wie noch nie zuvor.

Wie passt das aber zusammen: maximale Unzufriedenheit und maximaler Konsum?

Die Bürger beklagen an der Supermarktkasse jeden Cent Preiserhöhung, schimpfen über die Belastungen durch die Energiewende und strafen die Politik in den Umfragen ab – doch sobald es um die Ferien geht, sitzt das Portemonnaie locker. Schimpfen wir Deutschen also, wie so oft kritisiert, lediglich „auf höchstem Niveau“?

Soziologen und Tourismusforscher warnen vor einer Pauschalisierung und sprechen von einer Art „Kompensationskonsum“. In Zeiten, in denen langfristige Lebensentwürfe – wie der Traum vom Eigenheim oder eine verlässliche Altersvorsorge – durch Inflation und wirtschaftspolitische Unsicherheit für viele in weite Ferne rücken, verschiebt sich die Prioritätensetzung.

Wenn das Ersparte auf der Bank ohnehin an Wert verliert und die Zukunft ungewiss scheint, investieren die Menschen ihr Geld lieber im Hier und Jetzt.

Der Jahresurlaub wird so zum unantastbaren mentalen Schutzraum

Man spart im Alltag, verzichtet unter dem Jahr auf Restaurantbesuche oder neue Kleidung, um sich gleichzeitig die zwei Wochen Auszeit im Sommer nicht nehmen zu lassen.

Doch der kollektive Milliarden-Umsatz verschleiert auch eine tiefe gesellschaftliche Spaltung in Deutschland

Die Rekordsummen der Reisebranche werden vor allem von der oberen Einkommenshälfte getragen, die trotz der Krise über genügend finanzielle Polster verfügt und teilweise sogar zwei- oder dreimal im Jahr verreist.

Am anderen Ende der Skala sieht die Realität eher bitter aus: Fast ein Viertel der Deutschen kann sich statistisch gesehen nicht einmal eine einwöchige Urlaubsreise leisten.

Die statistische (und reale) Reiselust der Deutschen ist kein Gegenbeweis für eine existierende Krise. Sie ist eher ein Symptom dieser Krise.

Das kollektive Verreisen scheint eher so etwas wie eine kurze Flucht aus der Realität zu sein, die als überfordernd, teuer und politisch instabil wahrgenommen wird.

Für wenige Wochen im Jahr tauschen Millionen Bürger die Sorgen über die nächste Nebenkostenabrechnung und den Frust über die Bundespolitik gegen Sonne, Strand – vielleicht ein Stückchen altgewohnter Normalität.

Wenn dann der Herbst kommt und die Koffer wieder ausgepackt sind, wird die politische und wirtschaftliche Realität die Urlauber dann wieder einholen – und im September gehen die Wähler dann braungebrannt in die Wahllokale in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.




Aus, Aus, Aus! Das Spiel ist aus: Spanien ist Weltmeister – Beobachtungen zu einer fantastischen Fußball-WM

Spanien ist Fußball-Weltmeister 2026 – und das ist auch gut so. In einem insgesamt eher enttäuschenden Finale setzte sich die „Selección“ dank des Treffers von Ferran Torres in der 106. Minute mit 1:0 durch.

Gestatten Sie mir die persönliche Anmerkung, dass ich schon vor Anpfiff auf Spanien gesetzt und gehofft hatte, obwohl ich mit denen eigentlich nicht viel zu tun habe.

Aber wenn in einem Turnier der besten Nationalmannschaften des Planeten Deutschland ausscheidet – immer meine Nummer 1 – und unter den verbleibenden acht Mannschaften sieben aus Europa und eine aus Südamerika kommen, dann bin ich immer auf Seiten der Europäer.

Obwohl jeder Fußballfan eine Grundsympathie für Argentinien, für Maradona und Messi hat – ich auch. Im Grunde ja auch für Brasilien, weil uns allen immer wieder die spielerische Leichtigkeit des Auftretens der Südamerikaner fasziniert hat.

Deutschland, das war früher immer Disziplin und Struktur, die Britten waren volle Pulle nach vorn. Aber Südamerika – das ist Samba und Tango statt Stehblues und Foxtrott.

Und wenn nach Abpfiff die Statistik zeigt, dass die Spanier 20-mal aufs Tor des Gegners geschossen haben und Argentinien ganze zwei Mal einen Abschluss versuchte, dann ist Spaniens Sieg zu 100 Prozent verdient.

Kommen wir also zur Begleitmusik

Argentiniens Trainer Lionel Scaloni brach nach dem Finale seine Pressekonferenz unter Tränen ab und konnte kaum noch sprechen, so sehr ging ihm die Niederlage ans Herz. Und die Millionen in den Straßen Argentiniens und die Zehntausenden live im Stadion werden ähnlich empfunden haben. Sie alle hätten besonders ihrem Superstar Lionel Messi zum Abschluss seiner Karriere noch einmal den WM-Titel gegönnt.

„Er ist der beste Fußballer, der jemals einen Fußballplatz betreten hat“, brachte Scaloni über Messi noch heraus: „Daran wird sich nichts ändern!“

Kann sein, wenngleich man mit Superlativen immer vorsichtig sein sollte. Lamine Yamal ist erst 19 Jahre alt und schon jetzt herausragend. Wer weiß, was aus dem noch wird, wie viele Trophäen er einsammelt in der Zukunft. Und, ganz ehrlich: Pelé, Beckenbauer, Beckham, Mbappé, Haaland, Kane und viele andere Superstars konnten und können an guten Tagen auch Spiele im Alleingang gewinnen.

Ein Tropfen Wasser in den Wein

Fußball, auch wenn eine WM ein Milliardengeschäft ist, hat auch viel mit Sportsgeist, Ehre und Respekt zu tun. Wenngleich man bei einer WM oder Europameisterschaft sein Land repräsentiert. Dass die argentinischen Spieler bei der Siegerehrung der Spanier denen demonstrativ den Rücken zuwandten, war würdelos und eine Schande. Denn der Sieg der Spanier war verdient und sportlich errungen. Selbst wenn man nach einer Niederlage enttäuscht ist, muss man Haltung zeigen.

O.k., von Donald Trump war zu erwarten,

dass es nicht ohne Peinlichkeit enden würde. Wie er nach der Pokalübergabe bräsig im Jubel-Bild stehen blieb und erst vom FIFA-Chef Gianni Infantino mit sanftem Druck aus dem Bild gezogen wurde, das war schon strange. Aber hat es Sie wirklich überrascht? Mich nicht. Dass die WM in den USA die schönste, beste aller Zeiten sein würde, wussten wir schon vor dem ersten Anpfiff, oder?

Doch bleiben wir bei Infantino und allem, was vorausgesagt wurde über die Drei-Länder-WM.

Nichts davon hat sich bewahrheitet

Die Amis, Kanadier und Mexikaner waren perfekte Gastgeber. Die Stadien waren nahezu immer ausverkauft, die WM hat Milliarden Dollar in die Kassen des Weltfußballverbandes FIFA, aber auch in Gastronomie und Hotels gespült. Es gab keine Sicherheitsprobleme, die Sonne schien und die an Wucher grenzenden Preise hielten niemanden ab, Spaß zu haben mit Menschen aus der ganzen Welt. Schotten im Kilt mit Dudelsäcken, rudernde Norweger – jeden Tag konnten wir vor dem Bildschirm sehen, wie es sein könnte in einer friedlichen Welt. Könnte.

Und natürlich gab es zum Schluss noch Meinungsstreit in den (a)sozialen Netzwerken

Eine „Half-Time-Show“ wie beim Super Bowl – passt das zu einem WM-Finale im Weltfußball? 27 statt 15 Minuten Halbzeit – nein, mir persönlich kam das fremd vor.

Aber Versuch macht kluch – ich finde es ok, dass sie es versucht haben, und die Show mit Superstars wie Madonna, Justin Bieber und Shakira war perfekt, wie die Begrüßungsworte vor Spielbeginn von Tom Cruise und der Auftritt von Robbie Williams auch.

Hey, das ist Amerika!

Die USA und die FIFA haben der Welt ein rasantes Spektakel geschenkt, das für uns Deutsche den Blick geschärft hat, dass wir trotz vier Sternen sehr weit von der Weltspitze entfernt sind. Aber ich hoffe auf Jürgen Klopp und eine goldene Zukunft für den Fußball hierzulande.

Und ich habe unglaublich viel Freude gehabt an den Spielen unserer europäischen Freunde. England hätte ich es nach 60 Jahren von Herzen mal wieder gegönnt. Die Norweger, Belgier, Franzosen und Spanier – die Musik im Weltfußball spielt immer noch auf dem alten Kontinent. Und da kann ich mich ehrlich mitfreuen…

Alternative und freie Medien gibt es heute viele in Deutschland. Bürgerlich-konservativ und dennoch in der Mitte – das ist selten geworden. Wenn Sie möchten, dass wir mit unserem Kurs weiterfahren in die Zukunft, dann unterstützen Sie unsere publizistische Arbeit mit einer Spende auf das Konto DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder mit PayPal auf das Konto @Vers 1 Medien GmbH…




Rechts ist machbar, Herr Nachbar!

Oft werde ich durch Veranstaltungen, bei denen mir etwas auffällt (wie zuletzt das Classic Open Air auf dem Berliner Gendarmenmarkt), oder durch private Treffen mit Freunden zu Themen motiviert, die ich Ihnen dann im „Frühen Vogel“ mit ein paar eigenen Gedanken präsentiere.

Gestern war wieder ein Moment, als mich ein sehr guter langjähriger Freund besuchte, um sich nach der Entwicklung meines Gesundheitsprozesses zu erkundigen und vor Ort davon zu überzeugen.

Das medizinische Thema war schnell geklärt – es geht voran, jeden Tag ein Stück.

Und welches Thema folgte dann? Na klar, die AfD und der heftige Streit zwischen dem größten Landesverband NRW und der Bundespartei, zwischen Alice Weidel und Martin Vincentz.

Viele sagen, es gehe dabei um reine persönliche Machtinteressen und in Einzelfällen um persönliche Abneigungen, keineswegs aber um den Kampf zwischen Realpolitikern und Extremisten. Ich sehe das anders.

Klar dreht es sich in der Parteipolitik auch immer um Macht, das ist das Wesen des politischen Kampfes, sozusagen systemimmanent. Es geht auch um Pöstchen, Geld und Perspektiven. Und was in diesem Fall das vorherrschende Motiv ist, kann ich als Betrachter von außen nicht abschließend beurteilen.

Aber gewollt oder ungewollt: Mit dem mutigen Vorgehen von Martin Vincentz ist – endlich – die Schlacht um Seele und Zukunft der AfD eröffnet.

Das hätte schon vor vielen Jahren geschehen sollen, dann wäre womöglich auch keine „Brandmauer“ entstanden – eine unfassbar dumme Strategie der CDU, die die AfD immer nur stärker gemacht hat.

Viele in der AfD haben lange auf Alice Weidel gesetzt: Bundessprecherin, Kanzlerkandidatin, leidenschaftliche Oppositionsführerin im Deutschen Bundestag, das bürgerliche Gesicht aus dem Westen. Nicht völkisch, nicht national.

Zu gern hat man die Kehrseite der Medaille dabei ignoriert

Denn Frau Weidel hat keine echte eigene Hausmacht in ihrer Partei. Sie war und ist immer darauf angewiesen, strategische Bündnisse auch mit zwielichtigen Gestalten des Höcke-Schnellroda-Lagers zu schließen, um ihre Mehrheiten zusammenzubekommen. Und, liebe Freunde, so ist Politik. Kaum jemand auch in den lange etablierten Parteien, der nicht zu solchen schrägen „Moves“ gegriffen hätte, um innerparteilich weiterzukommen.

Das ist erstmal nicht zu skandalisieren. Dann – im Falle Weidel – schon eher ihre Nebenaußendiplomatie.

Die AfD-Bundessprecherin hat eine beeindruckende Biografie. Sie absolvierte ihr Wirtschaftsstudium mit einer Doktorarbeit über das chinesische Rentensystem, lebte und arbeitete mehrere Jahre lang in Shanghai und Peking und spricht fließend Chinesisch. Unter anderem war sie als Analystin der Bank of China tätig.

Medien deckten dann aber auf, dass sich Alice Weidel – abseits ihres offiziellen Terminkalenders, also konspirativ – häufig mit dem damaligen chinesischen Botschafter Wu Ken in Berlin getroffen hat. Bei den Gesprächen in einer „privaten Berliner Villa“ habe es sich um einen Austausch über den Ukraine-Krieg und die geopolitische Rolle Chinas gehandelt, erklärte Weidel.

Aber warum fanden diese Treffen geheim statt?

Warum gibt es keine Pressemitteilung, mit der die AfD informiert, dass Frau Weidel den chinesischen Botschafter zu einem Meinungsaustausch über das Thema Ukraine und die Rolle Chinas in der Welt trifft – selbst wenn das Gespräch selbst vertraulich ist?

Aber beide Seiten versuchten, es zu verschleiern? Warum? Hat Weidel die deutsche Regierung über ihre Gespräche mit Ken informiert, wie das bei den etablierten Parteien üblich ist? Nichts deutet darauf hin. Führt sie diese Art von Nebenaußenpolitik heute weiter? Vielleicht auch mit Moskau?

Und jetzt dieses Macht-Bündnis gegen Vincentz und die NRW-AfD zwischen der gebildeten Kosmopolitin gemeinsam mit dem völkisch-nationalistischen Fahnenschwenker Helferich, dem „freundlichen Gesicht des NS“, wie es heißt. War ja nur Spaß, sagt der. Ich kenne seinen Humor nicht, aber ich empfinde eine Selbstbezeichnung als freundliches Gesicht des NS als alles andere als „Spaß“. Es ist widerwärtig.

So wie die kolportierte Geschichte von einem Parteitag der AfD, wo er vor seinem Redeauftritt gescherzt haben soll, er mache jetzt „den Freisler“.

Die AfD kann ihre Personalien natürlich entscheiden, wie sie will

Aber warum die Bundestagsfraktion 2021 beschloss, diesem Herrn Helferich den Zutritt zu verweigern, obwohl er auf dem AfD-Ticket für den Bundestag kandidierte und ihn 2025 – trotz laufendem Parteiausschlussverfahrens – plötzlich durchwinkte, als gäbe es die Vorgeschichte nicht, ist mehr als erklärungsbedürftig.

Denn es ist ja nicht das Grundsatzprogramm der AfD, das zu „Brandmauern“ führt.

Es sind die gewollten Grenzüberschreitungen Einzelner. Der eine Funktionär trägt am Rednerpult einer AfD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt ein T-Shirt der russischen Söldnergruppe Wagner, der andere AfD-Kreisverband organisiert eine Studienreise nach Österreich zum Geburtshaus von Adolf Hitler, wieder andere posieren vor einem Weinregal mit Flaschen mit Hitler-Konterfei und neuerdings wird auf AfD-Wahlveranstaltungen auch schon mal die Hymne des untergegangenen SED-Staates gesungen. Ist ja alles nur Satire, oder? Einfach nur Spaß…

Aber es ist gar kein Spaß

Denn so sehr ich die „Brandmauer“ gegenüber der AfD ablehne und es für einen Skandal halte, wie man die größte Oppositionspartei und derzeit in Umfragen stärkste Partei in Deutschland mit der Arroganz der Macht ihrer parlamentarischen Rechte beraubt, so sehr kann ich nachvollziehen, dass niemand mit einer Helferich-Höcke-Moosdorf-Ebner-Steiner-Schnellroda-AfD wie auch immer zusammenarbeiten wird. Niemand.

Die einzige Möglichkeit, diesen Zustand auch im Sinne Deutschlands zu verändern: Die AfD muss ihren Laden in Ordnung bringen, saubermachen. Feinde des „Systems“, Einflussagenten Russlands und anderer unappetitlicher Gefahren für unser Land konsequent politisch kaltstellen, sie aus Ämtern und Mandaten drängen, so wie Joschka Fischer das einst bei den Grünen erfolgreich betrieb.

Ist Martin Vincentz also jetzt der Joschka Fischer der AfD?

Zumindest hätte er das Zeug dazu. In AfD-internen Chatgruppen ist heute Morgen durchaus viel Respekt vor dem sympathischen Arzt aus dem niederrheinischen Tönisvorst zu lesen – von „last man standing“, Mut und Härte, die man dem Familienvater gar nicht zugetraut hätte. Angeblich hat er gestern eine Einstweilige Verfügung gegen den AfD-Bundesvorstand auf den Weg gebracht: Weidel und Co. sollen sich gefälligst aus der Kandidatenaufstellung des Landesverbandes heraushalten. Hammer, der Mann.

Martin Vincentz könnte der Mann sein, der die AfD in eine Machtteilhabe führt, sie zu einer normalen rechtskonservativen Partei formt, die Deutschland wieder auf Kurs bringt. Wenn sie ihn nicht vorher politisch killen – all die Nutznießer des bisherigen AfD-Systems.

Denn rechte Politik ist demokratisch machbar

Und damit komme ich zurück zum Besuch meines Freundes gestern. Der ist nämlich, das müssen Sie wissen, ein strikter Gegner der AfD.

Völkisch-nationalistisch, das stößt ihn genauso ab wie mich und die große Mehrheit der Deutschen. Und nicht umsonst lehnen viele der großen, einflussreichen europäischen Rechtsparteien jede Zusammenarbeit mit der deutschen AfD-Delegation in Brüssel im EU-Parlament ab.

Aber Giorgia Meloni, die imponiert auch meinem Freund, der politisch meistens leicht links von der Mitte gewählt hat. Und Péter Magyar in Ungarn findet er gut. Und ich wagte einzuwerfen, dass im Grunde – trotz Fußfessel – auch Marine Le Pen eine beeindruckende Frau und rechts ist.

Rechts ist ja keine Seuche, keine Krankheit. Es ist einer der beiden entscheidenden Faktoren, die eine Demokratie in der Balance halten.

Das vergessen wir oft, weil heute „rechts“ medial und von linken Parteien immer als „Nazi“ geframt wird, gegen die man kämpfen müsse. Tatsächlich galt ich während meiner Schulzeit, als ich politisch sozialisiert wurde, als rechts – weil ich in der Jungen Union (JU) aktiv war. Und meine Mitschüler bei den Jusos, die waren links.

Ganz normal alles. Und im Grunde ist es das heute auch noch

Aber es braucht einen Common Sence in der Gesellschaft, ein paar Essentials, auf die sich alle politischen Kräfte einigen, damit es funktioniert. Ja zu Demokratie, Rechtsstaat und Meinungsfreiheit. Eigentlich ganz einfach. Und frei, fair und tolerant gegenüber allen, die mitmachen wollen – für ein besseres Deutschland. Für und gegen alles andere können und müssen wir streiten und kämpfen.Gar nicht so schwer, oder?

 

P. S. Alternative und freie Medien gibt es heute viele in Deutschland. Bürgerlich-konservativ und dennoch in der Mitte – das ist selten geworden. Wenn Sie möchten, dass wir mit unserem Kurs weiterfahren in die Zukunft, dann unterstützen Sie unsere publizistische Arbeit mit einer Spende auf das Konto DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder mit PayPal auf das Konto @Vers 1 Medien GmbH…