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Um die CDU zu zerstören braucht es keinen Spätpubertierenden mit blauem Haarschopf

Es braucht in diesen Wochen vor der Bundestagswahl wirklich keinen Rezo – Sie erinnern sich, diese Spätbubertierende mit der blauen Frisur – um die CDU zu zerstören. Das kann und macht sie nämlich ganz aus eigenem Antrieb.

In den Meinungsumfragen liegen die Unionsparteien derzeit zwischen jämmerlichen 18,5 und 22 Prozent. Der Laschet-Effekt schlägt voll durch, und man hat den Eindruck, selbst langgediente Parteisoldaten sind müde geworden. Sehr müde. Die Bundeskanzlerin, letztlich die Verantwortliche für all das mit ihrem sogenannten „Modernisierungskurs“ trägt die volle Verantwortung für die komplette programmatische aber auch personelle Entkernung der Partei Konrad Adenauers und Helmut Kohls. Ob all das aus Naivität oder Dummheit geschehen ist und weiter geschieht, oder ob irgendwer die innere Destabilisierung unseres Landes von langer Hand geplant hat, wissen wir nicht. Vielleicht werden wir es niemals erfahren. Sie wissen, ich bin weit weg von großen Verschwörungstheorien. Für mich war 9/11 der größte islamistische Terroranschag in der Geschichte der Menschheit, geplant und organisisert von Osama bin Laden. Für mich waren die Amis natürlich auf dem Mond, und ich glaube auch nicht, dass Bill Gates uns allen Chips ins Gehirn ein pflanzen will.

Aber dass eine Frau aus dem Nichts auf die Bühne tritt, die bei der SPD einen Mitgliedsantrag gestellt hat, der abgelehnt wurde, die Gorbatschows Perestroika und den Sozialismus für gute Ideen hielt, die umringt war von Informellen Mitarbeitern der Staatssicherheit der DDR – Ibrahim Böhme, Wolfgang Schnur, Lothar de Maizière – und von der es keine Stasi-Akte gibt, nicht mal ein Blatt, nicht mal einen Klebezettel mit „IM Erika“ drauf, das ist schon…ein wenig…ungewöhnlich, finde ich. Und dass diese Frau, irgendwo irgendwas studiert in Moskau, dann Vorsitzende der rheinisch-katholischen CDU wird, das lässt sich in meinem Kopf nicht zusammenbringen.

Aber nun ist sie halt da, und 16 Jahre Bundeskanzlerin obendrauf. Ich sehne dem 26. September 2021 entgegen, wenn das Kapitel Merkel wenigstens formal und unwiderruflich endet. Ob es dann besser wird? Ich habe keine Hoffnung mehr, wenn ich ehrlich sein soll.

Am Wochenende war ich bei einer Geburtstagsparty von alten, guten Freunden am Ammersee in Bayern, weiß-blauer Himmel, Sonnenschein, Live-Musik, unendliche Segelboote auf dem Wasser. So ähnlich stelle ich mir das christliche Paradies vor – im islamischen soll ja, wie es heißt, eher eine Jungfrauen-Versammlung stattfinden. Ich bin zu alt für sowas. Die Gäste unserer Party waren typisches Publikum der guten alten CSU und CDU, bürgerlich, viele wohlhabend, gut gekleidet, wir redeten über Urlaub und Golfspielen in Schottland. Und über die CDU und was aus ihr geworden ist. Und das ist nicht gut.

Die Entscheidungen, Armin Laschet zum Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten auszurufen, wirkt wie der Sargnagel auf dem Deckel der einst stolzen und bei der Gestaltung der Bundesrepublik überaus erfolgreichen Unionsfamilie. Was hatten wir damals alles gemacht, um Helmut Kohl zu unterstützen, Plakate geklebt nachts im strömenden Regen, Flugblätter vor Werkstoren und Schulen verteilt, Hausbesuche. Und für was? Für Atomausstieg? Für Gendersternechen und Homo-„Ehe“? Für Massenmigration aus islamistische Steinzeit-Gesellschaften wie Afghanistan oder Nordafrika? Ich kann mich nicht erinnern, dass mich das bewogen hatte, 1977 in die CDU einzutreten, denn all diese Entscheidungen sind grundfalsch, und die CDU hat sie durchgewunken, erkennbar fällt auch die CSU Stück für Stück um.

Machen wir uns nichts vor: Die Wahrscheinlichkeit, dass Laschet das Ding noch dreht, ist mehr als gering. Ausgeschlossen ist nichts, natürlich. Und bei der Party am Ammersee war man sich in zwei Dingen absolut einig: Die Union ist erledigt, und die AfD ist für Bürgerliche keine Alternative wegen ihres rechten Randes, wegen des Flügels, wegen der Ausreißer, die ein völkisches Reich wollen, wo wir uns alle selbst genügen, wo man Rentenkonzepte schreibt, die nach Sozialismus stinken und nicht nach Marktwirtschaft duften. Nein, in Deutschland sind viele Bürger, es sind Millionen, verzweifelt angesichts des aktuellen politischen Personals und der grassierenden Bereitschaft, unser Land in die Hände von Sozialisten und Verstaatlichern zu legen. Wir sind verzweifelt, ich bin verzweifelt, weil ich eine Ahnung habe, dass das untere Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht ist. Und dass die FDP bei 12 Prozent liegt, obwohl sie uns außer bunten Plakaten und guten Slogans nichts anbietet, schon gar nichts, was unsere Freiheit erhält, das ist einfach nur irrational.

Wenn mir auf Facebook in den vergangenen Jahren prophezeit wurde, die CDU würde dem Weg der italienischen DC in die Erfolglosigkeit folgen, dann habe ich energisch widersprochen und auf Sebastian Kurz und die ÖVP verwiesen. Aber die Wahrheit ist: Wir haben in Deutschland keinen Sebastian Kurz. Wir haben Armin Laschet. Und Jens Spahn. Und Heiko Maas.

Unser Land ist in einer bedrohlichen Schieflage, aber wir können uns noch in einem Strandkorb der Illusion hingeben, es sei alles in Ordnung.  Und die Regale in unseren Supermärkten sind noch voll schöner Sachen, die wir kaufen können – wenn wir eine Maske tragen. Und wir dürfen wieder in die Clubs unserer Großstädte und in schicke Restaurants gehen, wenn wir geimpft oder genesen sind. Und wir dürfen sogar frei unsere Meinung sagen, wenn wir mit den daraus resultierenden Folgen leben können.

Das Jahr 2021 wird eine politische Zeitenwende auslösen, die die tektonischen Platten unseres politischen Systems massiv verschiebt. Und keiner weiß, was dann folgt. Aber es wird nicht schön sein.

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In der Warteschlange: Aktuelles Bulletin zu meiner Gesundheit und Befindlichkeit

Es dauert eine Weile und Mühe, mich wirklich auf die Palme zu bringen, aber vorhin wurde ich gegenüber einer Bediensteten meines bis heute noch Facharztes des Vertrauens etwas deutlicher. Nach einer Stunde und 45 Minuten mit – erträglichen aber unangenehmen – Schmerzen im Wartezimmer sitzend, beschloß ich, mir einen neuen Arzt für diese Art von Krankheit zu suchen.

Nun können Sie sagen, der Lack ist halt ab in Deinem Alter, Kelle, aber wenn das sogenannten Gesundheitswesen nach Profit strebt – manche sagen sogar das machen sie mehr als sich um die Gesundheit der Leute zu kümmern – dann erwarte ich als Kunde, zumal mit Schmerzen, dass ich auch wie ein Kunde behandelt werde.

Vorweg: Ja, ich bin Kassenpatient. Damals, als wir zunehmend Kinder in die Welt setzten, war es irgendwann kostengünstiger, in einer gesetzlichen Krankenversicherung zu sein. Und jetzt hänge ich da halt immer noch drin. Aber irgendwann hat ein Rechtspopulist mit Schmerzen auch das Recht, behandelt zu werden, wie ein normaler Patient. Und zu Ihrem besseren Verständnis: Ich hatte keinen Termin, sondern hab gestern in der Praxis angerufen, nachdem der Versuch, mich brav online anzumelden, mit der Mitteilung endete, ich könne in drei Wochen kommen. Aber weil mir ja was wehtut, wollte ich halt früher. Man sagte mir am Telefon, zwischen 8 und 10 Uhr könnten Patienten kommen, denen was wehtut und würden dann auch behandelt. Klaus also um 8.30 Uhr da, Versichertenkarte zur Hand, Impfausweis dabei, Mund-Nasen-Maske ordnungsgemäß angelegt, Hände desinfiziert. Immerhin die Urinprobe wurde zeitnah eingefordert (und geliefert), dann saß ich da rum und saß und saß…

In meiner Zeit als Kolumnist der „Rheinischen Post“ schrieb ich im November 2013 einen wirklich viel beachteten Beitrag mit der Überschrft „Auf dem Fließband zum Herrn Doktor“ – nachzulesen hier – in dem ich mich mit der Gewinnmaximierung in Arztpraxen beschäftigte. Auch der Artikel war getrieben von persönlichen Erlebnissen – so wie dieser hier. Viele Ärzte aus allen Fachrichtungen schrieben mir danach, manche riefen auch an, mit zweien traf ich mich später zum persönlichen Meinungsaustausch. Sie teilten meine Diagnose und erklärten mir aber auch, warum sie bei dem Abrechnungssystem mit den Kassenärztlichen Vereinigungen in den Ruin getrieben würden, wenn sie ihre Praxel nicht auf Effektivität trimmten. Inzwischen denke ich, dass die Ärzte absolut recht haben.

Aber mir geht es hier ja  um die berühmte Zwei-Klassen-Medizin. Wenn mir etwas weh tut, dann brauche ich einen kompetenten Arzt, der mir Ibuprofen verschreibt und mir nach der Schmerzlinderung das Problem durch Therapie und Heilung vom Hals oder von sonstwo her schafft. Ich brauche kein Callcenter und keinen Online-Service, keinen separaten Hintereingang und kein Wartezimmer mit Lederssesseln und Espressomaschine. Ich brauche einfach einen  Arzt, der mich gesund macht. Und daran mangelt es zunehmend nach meiner subjektiven Wahrnehmung.

Und wenn dann die Arzthelferin noch patzig wird und mich belehrt, dass sie ja auch vertraglich garantierte Arbeitsstunden habe, dann ist das genau das, was ich nicht hören will, wenn mir…was weh tut. Nebenbei bemerkt: Beim Einchecken fragte mich eine andere der Damen dort, was mir denn wehtut, und ich sagte es ihr, weil es jetzt nicht irgendwie peinlich war. Aber hinter, vor und neben mir standen wildfremde Leute und hörten interessiert zu. Das zum Thema Datenschutz. Ich ärgere mich jetzt noch, dass ich ihr nicht laut geantwortet habe: „Ich habe infektiöse Syphilis…und Sie jetzt auch.“

Ich bin weit entfernt vom Ärzte-Bashing, und wenn die einen guten Job machen, sollen sie sich auch eine Ehefrau mit Cabrio leisten können (Achtung, Sexismus! Bitte melden Sie mich bei der städtischen Gleichstellungsbeauftragten!) . Aber das Fließband-System in vielen Arztpraxen ist nur noch schwer zu ertragen – zumindest für mich, bei dem die Zeitökonomie einen hohen Stellenwert hat. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere von Ihnen noch an meinen schmerzenden rechten Fuß auf der Reise nach Kroatien? Zwei wunderbare Ärztinnen aus meinem Facebook-Netzwerk berieten mich nach dem Beitrag am Telefon, meine Tochter – die von vorgestern mit Rezo – wickelte mir mit Handtüchern Kühlaggregate um den Fuß, und die 78-jährige Mutter – frühere Ärztin – eines Freundes in Split besorgte mir Antibiotika. Irgendwie funktionierte es, die Schwellung war weg, wir hatten einen schönen Urlaub, aber es tut heute noch weh. Mal schauen, wie es weitergeht.

Im September steht meine tournusmäßige Herzkatheteruntersuchung an, die sollte bereits im Juli stattfinden, aber man hatte den Termin in der Klinik für den Vortag eingetragen. „Tut uns leid“, klar, kann ja mal passieren.

Fassen wir also zusammen: Mein rechter Fuß tut weh, irgendwo anders in meinem Körper – Sie brauchen gar nicht nachfragen – schmerzt es gerade, und ich habe mich soeben vom Facharzt getrennt, es ist Freitagmittag und ich muss um 14 Uhr los – viereinhalb Tage und 2.500 Kilometer-Tour – Termine, Gespräche, eine öffentliche Veranstaltung. Wenigstens ist ein Kurzaufenthalt im Kloster dabei, ich werde beten, ob Gott vielleicht den Schmerz etwas lindert. Ich hoffe, da läuft dann kein Anrufbeantworter mit Verweis auf göttliche Online-Portale, wo man sich registrieren muss. Und wenn nicht, dann nehme ich halt noch eine Ibu…

Am Sonntagnachmittag bin ich in Regensburg zu einer Veranstaltung der Kleinpartei LKR eingeladen, reden und diskutieren. Christian und Daniela haben mich gefragt, und da kann ich echt nicht nein sagen, so engagiert und sympathisch die Beiden sind. Ich war vor 20 Jahren mal bei einem Konzert von John Lee Hooker, damals schön gefühlt mindestens 120 Jahr alt. Als es losging, wurde er gestützt von zwei…ich sage Pflegern… auf die Bühne geleitet, auf einen Stuhl gesetzt und man drückte ihm eine Gitarre in die Hand. Dann ging es ab.

Christian, Daniela, wenn Ihr mich übermorgen zum Rednerpult tragt, dann rocke ich den Laden trotz Fuß und Wehwehchen. Wir schaffen das…

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GASTSPIEL VERA LENGSFELD: Kanzlerkandidat Olaf Scholz als Trojanisches Pferd

Seit der Vereinigung habe ich acht Wahlkämpfe mitgemacht. Keiner war wie dieser. Eine inoffizielle Einheitsfront liegt wie Mehltau über dem Land. Die Programme der Altparteien ähneln sich zum Verwechseln. Alle wollen das Klima schützen, soziale Gerechtigkeit und Vielfalt. Die Haltungs-Medien wollen das auch, aber nicht von jedem. Die Union soll an einer künftigen Regierung nicht beteiligt sein.

Nur dreißig Tage vor dem Wahltermin scheint dieses Ziel in greifbare Nähe zu rücken: Die SPD, die sich dank ihres Kanzlerkandidaten aus dem Umfragetief herausgearbeitet hat, hat es mit 23 Prozentpunkten an die Spitze geschafft. Ihr Kanzlerkandidat Scholz kann sogar auf 41Prozent Zustimmung verweisen und liegt weit vor Annalena Baerbock und Armin Laschet.

Das hat Niemand voraussehen können, als die SPD vor einem Jahr bei 14 Prozent lag und Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten kürte. Damals wurde über den “14 Prozent-Olaf“ oder den “König ohne Land“ Hohn und Spott ausgegossen. Die klaren Favoriten für das Kanzleramt waren die Grünen, egal mit welchem Kandidaten sie ins Rennen gehen würden. Zwar wetteten viele Kenner, dass es Annalena Baerbock würde, aber es stand eben noch nicht fest.

Das sich die überwiegend linksradikale SPD-Führung auf Olaf Scholz verständigte, der im Kampf um den Parteivorsitz dem Duo Saskia Esken/ Walter Borjans unterlag, war einerseits verwunderlich, andererseits die einzige Chance, die der Partei noch geblieben war. “Es gibt Mehrheiten diesseits der Union“, war die Botschaft von Scholz, auf die er und die Partei sich einigen konnten.

Kevin Kühnert kommentierte die Wahl von Scholz so: “Bei Martin Schulz sind wir ja mit überschwappender Euphorie, aber ohne programmatische Einigung gestartet. Und haben gesehen: Da geht einem der Treibstoff auf halber Stecke aus.”

Die SPD scheint aus diesem Fehler gelernt zu haben: “Vielleicht ist es andersherum sinnvoller: Erst die inhaltliche Klärung zu haben, mit ein bisschen weniger Euphorie in den Wahlkampf reinzugehen …“, so Kühnert. Nun hat die Partei einen scheinbar seriösen, bürgerlichen Vorsitzenden, aber ein „progressives“, sprich linksradikales Programm. Wenn die SPD mit den Grünen und der Linken koaliert, bekommen wir eine totalitäre Regierung. Scholz, der einen „internationalen Klimaclub für ambitionierte Klimaziele“ gründen will, wird gegen das von den Grünen geforderte Klimaministerium mit Vetorecht gegenüber allen anderen politischen Vorhaben nichts einzuwenden haben, obwohl das bedeutet, dass nicht mehr er als Kanzler die Richtlinien der Politik bestimmt, sondern Annalena Bearbock, der mit diesem Ministerium ein Schattenkanzleramt zufallen würde.

Auch gegen ein Migrationsministerium wird er sich nicht stemmen, weil seine Partei die Einwanderungspolitik von Merkel fortsetzen und womöglich noch verstärken will. Wer das alles bezahlen soll, bleibt offen. Scholz, der als Finanzminister für die größte Verschuldung der Nachkriegsgeschichte verantwortlich ist, scheint auch dem Glauben anzuhängen, dass mit Gelddrucken alles erledigt ist.

Scholz, der auf seinen Wahlplakaten stocknüchtern, aber seriös daherkommt, ist in zahlreiche Skandale und Fehlentscheidungen verstrickt. Weil wir aber eine zwar freie, aber willig regierungskonforme Presse haben, hat er kaum unangenehme Fragen von Journalisten zu befürchten.

Schuldbewusstsein hat er offensichtlich nicht. Im Sommerinterview der ARD prallen alle Fehler, wie der Sender berichtete, an ihm ab: G20, Cum-Ex, Wirecard – worauf er auch angesprochen wird, er erklärt mantramäßig, dass er entweder für das Problem eine Lösung gefunden hat, nicht schuld war, oder auch einfach nichts darüber wusste. Das deutet darauf hin, dass Scholz die Politik Merkels, politische Fehlentscheidungen ohne Konsequenzen bleiben zu lassen, fortsetzen wird.

Auf Rücktrittsforderungen aus der Bevölkerung, ob gegen ihn wegen Wirecard oder Außenminister Maas wegen Afghanistan reagiert Scholz nicht. Er will sich nicht einmal entschuldigen.

Stattdessen zählt er das auf, was er schon immer sagte: Man habe die BaFin ja reformiert, bessere Kontrollen auf den Weg gebracht, Hausaufgaben gemacht und daher abgehakt. Die Schicksale derer, die ihm vertraut haben, zählen offenbar nicht.

Ähnlich im Falle des Versagens des SPD-Außenministers, “Ich finde, bei einer so ernsten Angelegenheit sollte man nicht mit sehr wenig fundierten Behauptungen durch die Gegend laufen“ hält er seinem Mitbewerber Armin Laschet entgegen, als der Maas kritisiert. “Sondern man sollte einfach dafür sorgen, dass wir hier als Land unsere Aufgabe auch erfüllen.“

„Wir hier als Land“ ist die Entlastungsformel, mit der ein Politiker, der Kanzler werden will, jegliche Verantwortung von der Politik abwälzt. Scholz & Co wollen zwar unbedingt an die Macht, aber keine Regierungsverantwortung übernehmen.

Selbst wenn Scholz aus anderem Holz wäre und eine seriöse Politik, die dringend notwendige Sanierung Deutschlands und den damit verbundenen Politikwechsel in Angriff nehmen wollte, sitzen ihm Esken, Kühnert und das linksradikale Wahlprogramm im Nacken. Es wäre nicht das erste Mal, dass die SPD einen amtierenden Kanzler durch einen anderen ersetzt. Das weiß Scholz genau und es wird ihm eine Warnung sein.

Scholz ist die trügerische bürgerliche Fassade, das Trojanische Pferd, mit dem die SPD ins Kanzleramt möchte. Es ist zu befürchten, dass die Wählertäuschung gelingt und er es schafft.




Das Gleichnis von der verlorenen Tochter

Es gibt so Momente, da muss man alles stehen und liegen lassen, weil Alarmstufe Rot ist. Wenn man zum Beispiel im Haus nachts Rauch riecht, oder wenn beim Nachbarn nachts um drei die Warnanlage an der Garage losheult. So etwas Ähnliches gab es gestern bei Kelles, als unsere Jüngste (13) mir freimütig erzählte, dass sie auf TikTok das neueste Filmchen des „CDU-Zerstörers“ namens Rezo angeschaut habe. Der 29-Jährige verdient sein Geld, wer immer es auch bezahlt, mit Kurzvideos, in denen er u. a. Partei-Bashing betreibt, er hat echt eine scheiß Frisur, deren Haare er zu allem Überfluss noch blau eingefärbt hat und ist leider manchmal auch ziemlich witzig.

Also unsere Kleene findet Rezo gut, der – so erzählte sie – sagt, dass im Grunde alle Parteien doof und unwählbar seien.

Zugegeben: Leser meiner Beiträge wissen, dass ich – fast 50 Jahre älter – auch bisweilen zu dieser Ansicht neige, dass Rezo und in der Folge meine Tochter damit also gar nicht einmal falsch liegen. Aber, bitte, liebe Freunde, zwischen Klima-Annalena, Frau Blücher von der SPD, den SED-Nachlassverwaltern und Merz, Lindner oder Meuthen sehe ich dann doch schon noch einige Unterschiede.

So also gestern Abend spontane Einladung zur Vater-Tochter-Grundausbildung im Sushi-Restaurant meines Vertrauens in Düsseldorf, was ein bisschen fies von mir war, weil die süße TikTok-Konsumentin rohen Fisch partout nicht mag. Wir fanden dann aber Avocado-Röllchen, Rinderfiletbrocken mit Knoblauchsoße und Reis ohne alles, da kommt Kind zurecht, wenn genug kaltes Ginger Ale bereitsteht.

Es ist spannend, mit einer 13-Jährigen den Unterschied zwischen Kollektivismus und Individualismus zu diskutieren, denn sie findet, dass es doch gut ist, wenn sich der Staat um alles kümmert und keiner durchs Netz fällt. Diese soziale Hängematte schätzen auch freiheitlichlich Gesinnte wie ich, allerdings nur rudimentär und nicht als Vollkasko-Nanny-Staat. Und dass man mehr fürs Klima tun müsse, findet mein Mädchen mit der Zahnspange auch noch. Und ihr Lehrer habe im Unterricht gesagt, dass man sich impfen lassen und das Klima schützen müsse. An dieser Stelle der Unterhaltung ging ich zum Alkohol über und bestellte ein Glas Dada, ein herrlicher argentinischer Rotwein, damit es bei mir nicht aus dem Ruder läuft.

Wir beendeten den schönen Vater-Tochter-Abend, ohne dass unser Verhältnis getrübt wurde. Ich versicherte ihr, dass sie denken und später wählen könne, was immer sie will – Individualität halt. Aber ich vergaß bei der Rückfahrt auch nicht so erwähnen, dass ich in meinem ganzen Leben niemals die Grünen gewählt habe und sowas auch nie, nie, nie tun werde. Ich hoffe, ich habe damit einen kleinen Gedanken in ihrem schönen Köpfchen gepflanzt, der wächst, und den sie irgendwann ihren eigenen Kindern weitergeben wird. Gern auch beim Sushi, dann aber mit Fisch.

Der verlorene Sohn kommt ja im berühmten Gleichnis (Lukas 15,11–32) nach langer Verwirrung auch wieder zurück ins Haus…seines Vaters….

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Nicht „der Westen“ ist erledigt, wir brauchen bloß neue Anführer

Die dramatischen Ereignisse in Afghanistan und insbesondere jetzt gerade in der Hauptstadt Kabul werfen neben der Tagesaktualität eine weit darüber hinausgehende Frage auf: Ist mit dem Fotos des CH-47 Chinook-Hubschraubers auf dem Dach der amerikanischen Botschaft in Kabul, der amerikanische Staatsbürger aus dem Hexenkessel heraus schaft, endgültig das Zeitalter des global dominierenden Westens und des ihn anführenden Amerikas eingeläutet?

Haben wir abgedankt, ist das Modell Demokratie und Menschenrechte ein Ladenhüter? Aber kommen jetzt die dynamischen Megastaaten wie China und Indien an die Reihe?

Ganz ehrlich: Ich glaube das nicht. Demokratie und Menschenrechte sind immer gut und immer allen anderen Systemen vorzuziehen, wo man politischen Gegnern heimlich auch mal Nervengift in den schwarzen Tee träufelt und die Menschen bis in den kleinsten Privatbereich überwacht, wo die gesellschaftliche Realität allen Albträumen eines George Orwell längst den Rang abgelaufen hat.

Beim Wein im Urlaub mit einem kroatischen Unternehmer vergangene Woche, fragte ich ihn, ob man sich in seinem Land heute zum Westen gehörig fühle oder noch so eine Nostalgie verspürt, wenn man an früher denke, war sein Standpunkt 100 Prozent klar, so deutlich, wie selbst unsereins es heutzutage nicht mehr so einfach zu formulieren wagt. Die EU ist unsere Zukunft, und die NATO sorgt für die Sicherheit von uns vor den Gefahren, die da draußen lauern. Sagt er. Dabei möchte ich nebenbei anmerken, dass Kroatien im kommenden Jahr seine Währung Kuna abschaffen und den Euro einführen wird.

Ob das wirklich das Modell der Zukunft ist, will ich mal dahingestellt lassen, ich habe Vorträge und Bücher von Freunden wie Markus Krall und Max Otte aufgesogen, die den Crash vorhersagen und bestens begründen, warum es so auf Dauer mit dem internationalen Finanzsystem kein gutes Ende nehmen wird. Und Markus und Max sind brillante Köpfe. Aber auch sie konstatieren in Diskussionen, dass es wohl noch eine Weile so weitergehen wird, dass man Geld druckt, wenn man es braucht, dass Brüssel bereit ist, internationale Verträge zu brechen und sich über die Belange der Mitgliedsstaaten hinwegzusetzen, ohne mit der Wimper zu zucken.

Aber stehen wir, steht der Westen vor dem Zusammenbruch? Ich kann das nicht erkennen, trotz der jämmerlichen Vorstellung der westlichen Staatengemeinschaft am Hindukusch. Alle Leute, die ich kenne, und die China toll finden, sind Menschen, die irgendwie geschäftlich von dem aufsteigenden Riesen profitieren. Und mit fällt auf, dass alle, die Herrn Putin preisen, im Westen leben und froh sind, dass sie ihr Gehalt am Monatsende in Euro und nicht in Rubel überwiesen bekommen.

Als unsere erste Tochter vor sechs Jahren zum Schüleraustausch geschickt werden sollte (und wollte), waren meine Frau und ich bei mehreren Austauschorganisationen und -Unternehmen, die so etwas professionell organisieren. Klar, die Tendenz ging von Anfang an in Richtung Vereinigte Staaten, Kanada oder Australien, aber wir sind nicht beratungsresistent. Ich werde nie vergessen, wie mir einer dieser Berater den Hinweis gab, dass wir die Kosten für ein solches Jahr deutlich minimieren könnten, wenn wir unsere Tochter in die Türkei oder nach Russland schickten. Da gäbe es sogar staatliche Förderprogramme, die ein solches Austauschjahr wesentlich preisgünstiger machten als die 12.000 Euro für die USA oder die 16.000 für ein Jahr Australien. Und auf meine Frage, warum das so sei, antwortete uns der Mann mit entwaffnender Direktheit: “Weil da kaum jemand seine Kinder hinschicken will.” Das ist so wie grüne Gutmenschen, die mit dem SUV zum Bioladen fahren, um ehrliche Zuccinis zu erwerben oder Spitzensozis, die uns allen die Gesamtschulen reindrücken wollen, aber ihre eigenen Kinder in teuren Privatschulen anmelden.

Ich weiß, jetzt bekomme ich wieder Mails, dass ich ja islamophob sei und es in Russland auch glitzernde Großstädte und Supermärkte mit süßen Orangen gäbe. Ja, klar, dass weiß ich doch, aber ich referiere hier einfach nur die Fakten. Wenn Sie Ihrem Kind die Auswahl vorlegen, ob es lieber nach Russland, in die Türkei oder in die USA will, dann bekommen Sie ein sehr eindeutiges Ergebnis. Nicht, weil ich von Herrn Soros ferngesteuert werde, sondern weil im Grunde jeder weiß, dass das Leben in westlichen Gesellschaften für jeden Einzelnen von uns viel mehr Verheißungen verspricht, als bei den anderen Modellen. Oder, wie es der große Winston Churchill einst formulierte:

“Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.”

Gerade in dieser Zeit wissen wir, was alles auch in unserem Deutschland furchtbar schief läuft. Und auch in Amerika ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber ich sehe kein System auf diesem Planeten, in dem ich lieber leben möchte, als in einer Demokratie mit Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Meinungsvielfalt. Ja, werden Sie sagen, wo ist denn die Gewaltenteilung, wenn die höchsten Richter unseres Landes Schweinelendchen im Kanzleramt zusammen mit der Bundeskanzlerin genießen, wenn sie ein paar Tage später in einem Prozess über Frau Merkels Politik entscheiden müssen? Das ist eine wirklich gute Frage. Wo ist die Demokratie, wenn Frau Merkel ohne Debatte und ohne das Parlament zu fragen, am Telefon anordnet, die Kernkraftwerke abzuschalten oder mal eben 1,6 Millionen “junge Männer” mit Islam-Hintergrund an unseren Grenzen durchzuwinken. Da fällt es auch mir schwer, darauf locker zu antworten. Aber dieses System bietet wenigstens die Chance auf eine Veränderung. Viele der alternativen Medienmacher in Deutschland säßen in China längst im Umerziehungslager oder würden wie der Blogger Roman Protassewitsch in Belarus nachts aus dem Verkehrsflugzeug gezerrt, misshandelt, eingesperrt und dem eigenen Volk als Sprechpuppe vorgeführt. Oder wunderten sich beim Schwarztee in Russland über so ein merkwürdiges stärker werdendes Kribbeln in den Unterarmen.

Nein, ich bin weit entfernt davon, die Merkel-Republik schönzureden. Und die 20 Jahre Krieg in Afghanistan waren eine schlechte Idee, und wenn wir uns anschauen, wie handwerklich erbärmlich nicht nur der Abzug der NATO-Staaten, sondern jetzt offenkundig auch die Evakuierung läuft, möchte man verzweifeln. Oder können Sie mir erklären, warum die Bundeswehr-Airbusse erst heute aufgestiegen sind und nicht schon gestern? Gab es da ein Nachtstartverbot? Oder verbieten Manteltarifverträge, dass unsere Soldaten am Wochenende arbeiten dürfen? Und warum werden die ersten paar Dutzend Deutsche aus Kabul nicht von uns ausgeflogen, sondern von einem amerikanischen Flieger? Alles Fragen, die noch zu klären sein werden.

Aber wir alle, der Westen, haben noch eine Chance, die Dinge in die richtige Richtung zu drehen. Es fehlt nicht am Wissen, an klugen Köpfen, an technologischer Überlegenheit oder an Wirtschaftskraft und militärischer Schlagkraft. Das ist alles noch da. Es fehlt an einer gemeinsamen Strategie für die Zukunft, es fehlt am Handbuch für den Krisenfall, vor allem aber fehlt es an Anführern, die den Namen verdienen.

In Berlin sind alle ganz überrascht, dass die Taliban nach dem Abzug der NATO durchmarschieren. Wieso eigentlich? Ich bin nicht überrascht, Sie sind nicht überrascht, aber unsere Regierenden sind überrascht. Und genau da ist das Problem. Wir müssen uns kompetente Anführer suchen und wählen, wir müssen Gesetze verändern, Schwerpunkte neu definieren. Nicht Kampfanzüge in Regenborgenfarben sind wichtig, sondern Flugzeuge, die dann starten, wenn sie gebraucht werden. Und Annalena Baerbock würde ich jederzeit wählen, wenn es um “Deutschland sucht den Grundschullehrer-Superstar” ginge. Aber dass immer noch zwischen 15 und 20 Prozent der Deutschen ernsthaft überlegen, dieser…unbedarften… Frau und ihrer grünen Partei das deutsche Kanzleramt anzuvertrauen, damit sie uns sicher durch Krisen, Katastrophen und Kriege führen, genau das ist das eigentliche Problem. Wir müssen uns besinnen auf die alten deutschen Tugenden. Und wir müssen Politiker wählen, die ihrem Land dienen wollen. Und die konservativ sind.

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Ein Kampf ist nur dann sicher verloren, wenn man ihn gar nicht beginnt

„Alle, die Kaffee ohne Milch und Zucker trinken,
Sollen aufstehn –
Alle die im Hirn nicht nach Deospray stinken
Sollen aufstehn –
Alle die noch wissen, was Liebe ist-
Alle die noch wissen was Hass ist –
Und dass das, was wir kriegen, nicht das ist, was
Wir wollen,
Sollen aufstehn….“
(Georg Danzer, „Morgenrot“)

Heute am frühen Morgen schickt mir ein Freund und Förderer per WhatsApp ein kleines Audio, das einen katholischen Priester bei der Predigt zu Wort kommen lässt. Der Gottesmann, ich nenne ihn so, weil er so predigt, wie es früher mal in der katholischen Kirche üblich war, beklagt, wie sich die Sitten und Normen in Deutschland innerhalb weniger Jahrzehnte komplett gedreht haben und nennt konkrete Beispiele, die einigen von Ihnen nicht gefallen werden, als Beispiel: Homosexualität und Abtreibung. Über diese Themen will ich mich aber heute mit Ihnen nicht austauschen, sondern mit dem Thema des Kampfes um die Seele Deutschlands.

Was ist das? Was ist originär Deutsch, was macht uns aus? Fleiß? Anstand? Moral? Die Kunst unserer Maschinenbauer, Ingenieure und der Autoindustrie? Die Fußball-Nationalmannschaft? Die Kleingärtner und Taubenzüchter? Die Vereinsmeierei? Was immer es ist, es ist Geschichte.

So wie die CDU als große Volkspartei der Mitte Geschichte ist, und das ist ein schöner Vergleich, weil man beispielhaft an der Entkernung der CDU sehen  kann, was in unserem Land schief läuft. Bürgerliche, wir Wohlstandsbürger, wir wissen gar nicht mehr, wie das funktioniert, FÜR etwas zu kämpfen. Wir haben keine Agenda, außer das Schlimmste zu verhindern. Aber ich glaube, das Schlimmste ist gar nicht mehr zu verhindern, wenn wir nicht von der reinen kläglichen Abwehr in die Offensive übergehen. Die Dämme sind längst überall gebrochen…

Ein anderer guter Freund, mit dem ich vor zwei Wochen telefonierte, und der innerlich von seiner alten CDU so weit entfernt ist wie…ich, sagte mir allen Ernstes: „Klaus, wir müssen jetzt im September Armin Laschet wählen!“ Ich fragte spontan, ob er ein Alkoholproblem habe, doch nein, er meinte das völlig ernsthaft. Unser Land sei in der Gefahr, nun endgültig zu kippen, zu einem linksgrün dominierten sozialistischen Staat zu werden. Die AfD, die er eigentlich wählen wollte, sei anscheinend unfähig, das Nazi-Problem am Rand der Partei zu lösen. Und vielleicht sei es ja auch schon gar kein Randproblem mehr. Für Bürgerliche, für Mitte, sei die AfD mit all diesen Leuten um Höcke und Gauland nicht mehr wählbar (ich hatte in dem Moment den sicheren Eindruck, dass er 2017 heimlich schon mal sein Kreuz bei der AfD gesetzt hatte…) Also ich sollte jedenfalls meine Stimme „nicht verschenken“ und CDU wählen. Weil dann wenigstens in den nächsten vier Jahren das Schlimmste verhindert würde.

Aber wird es das dann wirklich? Die Merkelisierung der CDU und der ganzen deutschen Politik hat uns doch gerade in diesen ganzen Klima-Migranten-Gender-Schlammassel erst hineingebracht. Das Schlimmste verhindern und CDU wählen, das habe ich Jahrzehntelang gemacht. Und es ist immer schlimmer geworden.

Erinnern Sie sich noch an 1983, als die Grünen mit etwas über fünf Prozent erstmals in den Bundestag eingezogen sind? Diese niedlichen Zottelbärte mit Sonnenblumen auf dem Tisch und Strickzeug im Plenum, die man mitleidig belächelte für ihre Naivität. Deren politische Nachfahren, liebe Freunde, bestimmen heute mit ihren Themen die Agenda der deutschen Politik.

Hätte vor 30 Jahren jemand öffentlich behauptet, es gäbe nicht zwei, sondern 60 Geschlechter, dann wäre ein großes weißes Auto gekommen, mit zwei weiß gekleideten kräftigen Männern und hätten denjenigen in so eine Jacke mit Schnallen gepackt und in die Klappse gebracht. Heute diskutiert eine einstige Volkspartei mit einer wirklich stolzen Tradition darüber, ob Männer „menstruieren“ können. Frau Baerbock wäre sicher eine hervorragende Grundschullehrerin, aber sie will deutsche Bundeskanzlerin werden. Und Armin Laschet wäre in der alten CDU vermutlich nicht einmal Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt geworden. Nun wird er Kanzler, wenn er es nicht selbst noch versemmelt.

Wir schütteln den Kopf, wir lachen über unser politisches Spitzenpersonal und deren Themen, die oftmals so weit ab von der Lebensrealität der ganz normalen Menschen sind. Aber wir wehren uns nicht, wir organisieren uns nicht. Wir haben keinen Plan für die Zukunft unseres Landes, für die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Stattdessen geht es immer nur darum, wieder einmal das Schlimmste zu verhindern. Bis das neue Schlimmste kommt.

So werden wir das Deutschland endgültig verlieren, das so viele Millionen von uns schätzen, ja sogar lieben.

Wir haben den Kampf um die Zukunft nicht verloren, weil wir ihn ja noch gar nicht begonnen haben. Weil ein solcher Kampf lange dauert, weil er viel Geld kostet, weil er persönlichen Wagemut erfordert, weil es immer wieder Rückschläge geben wird, immer wieder schwere Gegenangriffe. Und die anderen spielen nicht fair, Regeln sind denen egal. Aber ist es die Zukunft unserer Kinder nicht wert, dass wir Bürgerlichen endlich, endlich, endlich vom Sofa aufstehen anstatt vorrangig darüber nachzudenken, wie wir ohne Corona-Schnelltest einen Strandkorb auf Usedom bekommen?

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Facebook ignoriert BGH-Urteil und zensiert munter weiter

Das Soziale Netzwerk Facebook hat mich heute Morgen gesperrt – für geplant 24 Stunden. Ich konnte über Stunden keine Beiträge einstellen und keine Links der Online-Tageszeitung <em>TheGermanZ</em> posten: Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards, so nennen die Zensoren bei Facebook das standardmäßig und lapidar. Das Vorgehen der Zuckerberg-Maschine ist ein Schlag ins Gesicht des Bundesgerichtshofes (BGH), der gestern entschieden hat, dass Facebook VOR Sperren und Blockieren den Betroffenen anhören MUSS. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass mich keiner vorher angesprochen hat-

Der Hamburger Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel hat eben eine Einstweilige Verfügung beantragt für mich und ich habe Widerspruch bei FB Widerspruch eingelegt. Man teilte mir mit, man freue sich über meine Rückmeldung, habe aber zu wenig Personal derzeit und Corona und so und es könne sein, dass ich keine Antwort bekomme.

Aber für mich ist das Thema damit nicht vorbei. Es ist beängstigend, was in diesem Land inzwischen möglich ist. Man hat mich gesperrt, weil ich in einem Kommentar argumentiert habe, dass die Nutzung des Wortes „Zigeunerschnitzel“ an sich unproblematisch sein sollte. Damit verstößt man heute gegen „Gemeinschaftsregeln“ bei Facebook und wird ausgesperrt. Hass-Postings gegen Israel und „die Juden“ werden konsequent gelöscht, wenn sie von Rechtsradikalen formuliert werden. Kommen die Hater aus der „Religion des Friedens“ läuft das einfach weiter, man will ja tolerant sein.

Facebook, Twitter und Instagram sind quasi Monopolisten in Sachen Meinungsfreiheit. In Zeiten, in denen viele der meinungsbildenden Medien angepasst und unterwürfig gegenüber den Mächtigen sind, haben die Sozialen Netzwerke eine extrem wichtige Funktion für alternative Medien und Journalisten wie mich. Wenn hier die Axt an unser Grundrecht nach Artikel 5 des Grundgesetzes gelegt wird, haben wir allen Grund, uns Sorgen um die Demokratie in Deutschland zu machen. Der Bundesgerichtshof hat gestern gut entschieden, nun muss er mit Hilfe des Staates solche Urteile auch konsequent durchsetzen. Das Vorgehen von Facebook heute ist ein Schlag ins Gesicht der Richter am BGH. Mein Video dazu sehen Sie hier

Wehren wir uns gegen die Macht von Facebook, Twitter und Co.! Bitte unterstützen Sie meine Arbeit auf PAYPAL hier oder durch eine Überweisung auf unser Konto bei der Berliner Sparkasse DE18 1005 0000 6015 8528 18 !




Coronaregeln gelten im Berliner Wahljahr für die rot-rot-grüne Blase einen Dreck

„Alle Schweine sind gleich, aber manche Schweine sind gleicher“, formulierte der große Schriftsteller George Orwell („1984“), ein Sozialist übrigens, und wollte damit auf seiner „Animal Farm“ zum Ausdruck bringen, dass es zwar in einer Gemeinschaft Regeln für alle geben muss, dass aber manche Gruppen erfolgreich darin sind, für sich üersönlich andere Regeln in Anspruch zu nehmen und durchzusetzen.

Irgendwo hab ich mal gelesen, was ein kluger Kopf schrieb, sinngemäß: „Im Grunde war der Kommunismus schon an dem Tag 1917 gescheitert, als das Zentralkomittee der KPDSU mit 7 gegen 6 Stimmen beschloss, dass man das tägliche Mittagessen gesondert von den anderen Genossen in einem extra Raum einnehmen will.“ Ich konnte jetzt so schnell nicht recherchieren, ob das wirklich so gewesen ist, aber ich halte es für wahrscheinlich. Wer an den Trögen der Macht sitzt, handelt genau so.

Auch in Deutschland gelten – trotz Lockerungen – immer noch klare Regeln bei Massenveranstaltungen was den Abstand und das Tragen von Corona-Masken angeht. „Querdenker“ müssen sich dran halten, sonst kommt der Wasserwerfer. Und Bundesligaclubs müssen vorgeschriebene Zuschauerzahlen strikt einhalten, sonst macht die Stadtverwaltung das ganze Stadion dicht.

Gestern fand in Berlin die traditionelle Christopher Street Day-Parade statt, so eine Art Rosenmontagszug in halbnackt, schrill, laut, bunt, so wie die Berliner anscheinend sein wollen. Die Masse tanzte zu wummernden Beats dicht gedrängt vor sich hin. Abstandsregeln? Mund-Nasen-Schutz? Keine Rede davon. Die gleiche Klientel, die einer ganzen Gesellschaft Vorschriften machen will, was sie denken und tun dürfen oder eben nicht, kümmert sich selbst einen feuchten Kehrricht um diese Regeln.

Der jämmerliche rot-rot-grüne Senat von Herrn Müller genehmigt und toleriert das alles, ist ja für die eigene Klientel. In einem Doppelwahljahr (Bund, Berlin) will man die Leute froh gestimmt halten nach dem Motto „Panem et Circences“ (Bot und Zirkusspiele), das schon bei den alten Römern funktioniert hat. „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, hat Bertold Brecht dieses Phänomen mal treffend beschrieben. Gut gelaunte Wähler sind leichter zu führen. Was kümmert uns da das angeblich so gefährliche Coronavirus, wenn Berlin eine Sause feiert?

Am Abend feierten noch 4000 übriggebliebene CSDler ein bisschen weiter in der Neuköllner Hasenheide, natürlich ohne jede Rücksicht wegen Corona oder gar dem schnöden Schlafdürfnis der Anwohner. Dann endlich rückte die Polizei in beachtlicher Mannschaftsstärke an, baute Riesenscheinwerfer auf und begann stundenlang den Park zu räumen, was glücklicherweise einmal ohne Krawall funktionierte. Wer das bezahlt? Na, wer wohl?

In der Hasenheide feiert man gern, und es bleiben jedes Jahr Müllberge zurück, und es entstehen erhbeliche Sachbeschädigungen durch Vandalismus. Im vergangenen Jahr – so weiß der Tagesspiegel – musste der Bezirk drei Tage lang die Wiesen wässern, um den Uringestank einigermaßen zu beseitigen. Wie sagt man so schön: Seh’n se, dit is Berlin…

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Heute Sangria, morgen in Quarantäne – das Pingpong-Spiel mit der Inzidenz

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt seit zweieinhalb Wochen wieder. Das Robert Koch-Instituts (RKI) informiert uns, dass sie gestern bei 13,6 liegt nach 13,2 am Vortag. Der Tiefstwert Anfang Juli lag bei 4,9.Im Grunde weiß man auch nach Monaten nicht, wo das alles endet.

Sie verfügen einen harten Lockdown, dann sinken die Zahlen rapide. Das hat zur Folge, dass die Menschen nach Rückgabe ihrer Freiheit rufen. Wochen vor der nächsten Bundetagswahl ist das ein ernstzunehmender Faktor für die Politiker, die gerne wiedergewählt werden möchten. Also heben sie die Beschränkungen auf. Restauramts und Biergarten überall in Deutschland sind ausgebucht, auf unseren Fllughäfen ist endlich wieder nennenswerter Betrieb – lange nicht wie früher, aber das Rad dreht sich spürbar wieder schneller.

Mein Freund Gerald postet Strandbilder von den Malediven, auf Malle verlangen ungesund braungebrannte Mitvierzigerinnen in knapper Badebekleidung nach der nächsten Runde Sangria. Und genau deshalb beginnen die Zahlen wieder zu steigen. Die 14-Tage-Inzidenz in Spanien liegt gerade bei 624, die in Holland sogar bei 670. Bei uns in Deutschland steht sie angeblich ganz aktuell noch bei 17.

Wohin führt uns also dieses Pingpong-Spiel? Mal harter Lockdown, mal Brot & Spiele?

Die Impfung mit Biontech wurde uns als das Nonplusultra angepriesen, dann hieß es, nach zwei Impfungen müsse es – leider, leider – wohl für alle Geimpften noch eine dritte Impfung geben. Kann man ja machen, wenn es dann endlich unter Kontrolle ist.

Doch nun kommen Berichte aus Israel, nach denen die Wirksamkeit dieses Impfstoffs seit Ausbreitung der Delta-Variante gesunken sei und nur noch zu 64 Prozent vor einer Ansteckung schütze. Wenigstens bleibe der Schutz vor schweren Verläufen hoch. Und die Delta-Variante führe dazu, dass sich das Virus zumindest in Europa weiter stark ausbreitet.

Es ist nicht das Virus, das mir im Moment Sorgen befreitet. Es ist mein Eindruck, dass niemand wirklich einen Masterplan zu haben scheint, das RKI nicht und die Bundesregierung schon mal gar nicht. Man dreht hier ein bisschen an den Stellschrauben, dann da ein bisschen, mal macht man dicht, dann ist wieder alles auf. Was aber, wenn nach Alpha, Beta, Gamma, Delta die nächste Variante kommt und dann noch eine?

In den vergangenen 24 Stunden wurden übrigens in deutschland 28 Todesfälle mit und an Corona registriert.

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Es wurde eindringlich gewarnt, bevor der große Regen begann: Aber niemand unternahm etwas

Man will es schon gar nicht mehr hören, weil es so oft gesagt werden muss: Diese Bundesregierung ist die schlechteste, die wir seit 1945 haben. Mit Pleiten, Pech und Pannen ist das systemische Versagen sowohl der Exekutive als auch der Legislative nur sehr unzureichend umschrieben.

Die Naturkatastrophe, die wir in diesen Tagen erlebt haben, hätte nicht aufgehalten werden können. Aber viele von den 160 verstorbenen Menschen könnten heute noch leben, wenn die verantwortlichen Politiker auf die eindringlichen Warnungen der Forscher und Meteorologen gehört und reagiert hätten. Warum sie es nicht taten, und wer konkret persönlich versagt hat, wird wie üblich wohl nicht festgestellt werden. Niemand aus der Politik hat ein Interesse daran, weder die Kanzlerin, noch die Ministerpräsidenten der betroffenen Bundesländer und auch nicht die Bürgermeister und Landräte vor Ort.

Klar, gab es welche, die die Regenjacke und Gummistiefel angezogen haben, als es begann am vergangenen Dienstag. Natürlich gab es Leute in den Rathäusern, Kommunalpolitiker, die gehandelt und Gutes und Richtiges getan haben, als die endlose Flut schon in Bewegung war. Wer will das bestreiten?

Aber dass das europäische Flutwarnsystem (Efas) vier Tage vor der Apokalypse eine dringende Warnung vor“extremen Hochwasser“ an die Regierungen von Deutschland und Belgien schickt, die anscheinend komplett ignoriert wurde – ja, es regnet halt ein bisschen – ist unverzeihlich. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) wusste drei Tage vorher, was uns droht und warnte eindringlich. Und nicht nur vor dem, was passieren wird, sondern auch wo es passieren wird. 37 Landkreise benennt der DWD am vergangenen Mittwoch und prognostiziert Niederschlagsmengen von bis zu 180 Litern pro Quadratmetern. Und keiner der Entscheider genannten Menschen in Berlin und Düsseldorf reagiert.

Der Deutsche Wetterdienst warnte nicht nur vor Regen, sondern auch vor Hochwasser in den Flüssen und überfluteten Straßen und Erdrutschen. Doch niemand handelte, niemand bemühte sich wenigstens, die Menschen in diesen Regionen zu warnen. Die öffentlich-rechtlichen Staatssendeanstalten, die sich großmäulig „Grundversorger“ nennen, versagten erneut auf ganzer Linie.

Und wissen Sie was: Es wird wieder und wieder passieren. Mal ist es eine Naturkatastrophe, mal ein Terroranschlag, vielleicht mal wieder ein Krieg oder ein Virus aus einem Labor in China oder Iran – Deutschland ist auf nichts vorbereitet. Weil es in der politischen Führung Leute gibt, die ihren Lebensunterhalt und ihre Altersversorgung gesichert sehen wollen, und die sich einen Scheiß darum kümmern, was hier draußen bei den einfachen Bürgern los ist.

Aus Kreisen von Landwirten, die in Rheinland-Pfalz privat Hilfe in der Krisenregion Ahrweiler geleistet haben und noch leisten, wurde der Redaktion der Online-Tageszeitung TheGermanZ heute morgen erzählt, dass die Behörden die Traktoren aus dem stark betroffenen Ort Schlecht vertrieben, bevor Kanzlerin Merkel und Ministerpräsidentin Dreyer zu ihrem Besuch dort eintrafen. Und da, wo vorher noch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge standen, seien Feuerwehrwagen aufgereiht worden, wohl als Kulisse für die schönen Bilder abends im Fernsehen.

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