Katholikentag? Ja, wo ist das denn noch katholisch?

Es ist übrigens gerade Katholikentag, ich weiß nicht, ob Sie es bemerkt haben. Ich hätte es nicht, wenn ich nicht zufällig irgendeine belanglose Pressemitteilung dazu bekommen hätte.

Früher, in den Jahren, als ich mich als junger Mann aufmachte, katholisch zu werden, war ich bei jedem da – Düsseldorf, München, Berlin, und zu den Evangelischen Kirchentagen ging ich damals auch noch.

Natürlich waren da auch Politiker auf den Podien eingeladen, CDU-Chef und Bundeskanzler Helmut Kohl hatte immer ein Heimspiel. Aber die Stimmung war anders, weil auch die Inhalte anders waren. Ich weiß noch, als ich in Düsseldorf bei einem Workshop in einer Messehalle mit vielen Christen wartete, dass es beginnt. Da kam ein Bischof in die Halle – ich weiß nicht mehr wer – und sofort brandete starker Beifall auf.

Gute alte Zeit oder?

Die Bibelstunden waren überfüllt, die Messen, die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften, Brot und Wein teilen bei „Liturgischen Nächten“.

Und heute? Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist gleich zweimal im Programm, seine Frau Elke Büdenbender sitzt auch auf einem Podium – das kann man beim erste Paar des Landes auch noch verstehen, wenngleich Steinmeier evangelisch-reformiert ist.

Aber das Programm?

„Wie umgehen mit Fake News im Netz“, „Handys, Krieg und Elektroschrott“, „Friedensarbeit in Israel und Palästina“ sind so Themen der Podien, und, liebe Freunde, ich habe keine Lust mehr darauf. Man kann das alles machen, aber was ist da noch katholisch? Ich bin die Banalisierung meines Glaubens in Deutschland so satt.