Schluss mit dem Säbelrasseln! Es geht doch bloß um eine Machtdemonstration…

Was machen die da eigentlich, so fragt man sich angesichts des lauter werdenden Säbelrasselns zwischen Ost und West. Das Verhältnis zwischen Russland auf der einen und den USA samt Nato auf der anderen Seite ist in den vergangenen Wochen immer schlechter geworden. Dabei wissen doch alle, weiß Moskau ebenso wie Washington, weiß Brüssel ebenso wie die Nato und Berlin, dass es natürlich keinen Krieg geben wird.

Weil niemand, der halbwegs bei Verstand ist, einen solchen Krieg wollen kann zwischen dem mit Abstand mächtigsten Militärbündnis der Welt namens Nato auf der einen und der gewaltigen Atommacht Russland auf der anderen Seite. Niemand kann ein Interesse an diesem Szenario haben.

Eigentlich haben wir doch alle nach 1989 gedacht, jetzt breche der globale Friede aus, alle Menschen werden Brüder, der Hunger werde bekämpft, große Kriege seien für alle Zeiten nicht mehr denkbar und bla bla…

Aber wir alle haben lernen müssen, dass es im Grunde immer schlimmer geworden ist. Und dass sich Schwarz-Weiß-Denken verbietet, denn es gibt keine Guten und Bösen in diesem großen Spiel. Nach dem Ende des Kalten Krieges öffnete sich tatsächlich ein Fenster, in dem so etwas denkbar gewesen wäre. Aber sie haben es versaut. Statt Russland auf Augenhöhe einzuladen, Partner des Westens zu werden, hat man sie an der lange Leine gehalten, abschätzig behandelt und – aus Putins Sicht – gedemütigt. Die Aussage Obamas von der „Regionalmacht Russland“ trifft die Realität im Vergleich zur globalen Supermacht Amerika natürlich, aber jeder, der weiß, wie die russische Seele tickt, weiß auch, was so eine Aussage auf der Weltbühne nicht nur im Kreml, sondern in Russland insgesamt bewirkt.

Und das war ja nicht die einzige grandiose Fehlleistung des Friedensnobelpreisträgers-keiner-weiß-warum Barack Obama, der mit seinem undurchdachten Agieren im sogenannten „Arabischen Frühling“ den Startschuss für Krieg, den Aufstieg der globalen Terrororganisation IS und die gewaltigen Flüchtlingsströme nach Europa abgegeben hat. Er persönlich trägt Schuld daran, das Komittee in Oslo sollte ihm den Friedensnobelpreis wieder wegnehmen!

Und jetzt also die Spannungen in Osteuropa, der martialische Aufmarsch von 100.000 russischen Soldaten an der Grenze zur Ukraine und gleichzeitig die intensiven Vorbereitungen von EU und Nato für Sanktionen in einem nie dagewesenen Umfang gegen Russland. Im Grunde könnte man bei einer russischen Aggression gegen die Ukraine die Pipeline Nord Stream 2 gleich wieder zurückbauen und die Rohre als Metallschrott verscherbeln. Von all den schönen Oligarchen-Immobilien in Spanien und London und übrigens auch den Schwarzgeldanlagen in Genf und Panama ganz abgesehen.

Kann Putin das wollen? Fürchtet er sich wirklich vor 450 Bundeswehr-Soldaten in Litauen mit der famosen Geostrategin Christine Lambrecht im Befehlsstand? Natürlich nicht. Die osteuropäischen Nato-Staaten – und Putin sollte wirklich mal in einer ruhigen Stunde darüber nachdenken,  warum eigentlich alle früheren Verbündeten Russlands nicht schnell und weit genug weg von Moskau in die EU und die Nato kommen können – sind keine Bedrohung für Russland. Es gibt die kleinen eigenen militärischen Verbände und symbolische Mini-Kontingente der Nato im Baltikum und in Polen aus multinationalen Einheiten. Niemand würde im Westen einen Krieg mit Russland beginnen wegen des Nicht-Nato-Mitgliedsstaates Ukraine.

Letztlich geht es beiden Seiten um Machtdemonstrationen, darum zu zeigen, wer den….kann ich nicht schreiben hier, ist Gossensprache.

Ich hoffe sehr, dass sich Amis und Russen am 10./11. Januar bei ihren direkten Konsultationen auf ein vernünftiges Gentleman’s Agreement einigen und die Truppen endlich zurückkehren in ihre Kasernen.

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Dieser Artikel wurde 8 mal kommentiert

  1. Martin Ludwig Antworten

    Die Aussage, dass niemand einen Krieg möchte, wage ich an dieser Stelle sehr zu bezweifeln. Um genau zu sein vermute ich, dass im Augenblick viele für die Gesamtsituation mitverantwortlichen insgeheim sehr froh wären, wenn es zu einer wie auch immer gearteten Auseinandersetzung kommen würde. Man sehe sich nur die wirtschaftliche Situation (auch aufgrund der Corona-Beschränkungen) an…oder die Immobilien- und Rohstoffpreise bei gleichzeitiger Nullzins-Politik und gewaltiger Inflation auf historischem Hochstand. All diese Probleme wären gelöst, wenn wir eine vernünftige Krise hätten, auf die sie geschoben werden könnten. Danach kommt der Neustart und mit ihm ein Schuldenschnitt, Aufschwung, das Wirtschaftswunder und die Vollbeschäftigung. Sieht man sich die Geschichte der modernen Gesellschaft an, war das Schema immer das gleiche. Aufschwung und Stabilität folgten unmittelbar auf Krieg. Diese „Chance“ wird unmöglich von allen Entscheidungsträgern übersehen. Viel mehr denke ich, dass hauptsächlich finanzielle und wirtschaftliche Interessen gerade sehr für eine kriegerische Auseinandersetzung sprechen und dies sehr wohl kalkuliert und in Betracht gezogen wird. Die USA ist übrigens hoffnungslos überschuldet und steht schon wieder an der Schwelle zur Zahlungsunfähigkeit. Ewig lässt sich dieses Spiel so nicht weiter spielen.

  2. Andreas Schneider Antworten

    Die öffentliche Wahrnehmung ist dadurch geprägt, daß mit und nach der Wiedervereinigung auch die sichtbaren Zeichen einer Konfrontation aus dem Land verschwunden sind. Das „Säbelrasseln“, dereinst als „Ansage“ an den jeweils gegnerischen Machtblock durchaus von (außen)politischem Charakter geprägt, muß daher einer Generation, die den Kalten Krieg nicht mehr erlebt hat, zumindest fragwürdig erscheinen.

    Wie will man derart geprägten Menschen (zumal aus dem „grünen“ Spektrum) z. B. klar machen, daß John F. Kennedys „Säbelrasseln“ in Form einer Blockade anno 1962 einer Provokation der Gegenseite das Ende bereitete?

  3. Alexander Droste Antworten

    Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, der heißt China. Und Europa im Allgemeinen sowie Deutschland im Besonderen werden bluten und bluten bereits tüchtig. China kauft alles auf und installiert sein politisches System.
    Jetzt schon droht uns ein langer, kalter Winter, weil das Gas ausgeht. Nordstrom zwo könnte da Linderung verheißen. Aber unsere neue Bunzminster*in springt gerade auf allen diplomatischen Bemühungen der Vergangenheit Trampolin. Das ist ein Krieg, den wir für andere führen, wie schon öfter, den wir verlieren und den man dann uns anlastet. Motor von allem ist die Gier, die nicht von uns ausgeht, die wir aber bedienen mit sklavischem Gehorsam.
    Was die Ukraine anbelangt, so sei auf die Lektüre von Brzezinski verwiesen. Da steht alles drin.

  4. Einsiedler Antworten

    Russland arbeitet bereits seit langem daran, unabhängig vom Westen zu werden und das aus gutem Grund. Die Vergangenheit, und wie die RF vom sogenannten „Wertewesten“ behandelt wurde, dürfte jedem, der sich vernünftig informiert, klar sein.

    Deutschland spielt hier eher die untergeordnete Rolle des „Mitkläffers“ und Stimmungsmachers im Schutze der EU. Putin hat längst Allianzen mit China und ein neues Zahlungssystem kann umgehend installiert werden. Je näher dieser Zeitpunkt rückt, um so agressiver wird natürlich von Seiten des Westens vorgegangen.

    Dem Himmel sei Dank, regieren in der RF vernünftige, klar denkende Menschen. Diese lassen sich nicht mehr so einfach über den Tisch ziehen und provozieren.

    Letztendlich sind sowohl die EU als auch die USA wirtschaftlich am Ende und Pleite. Sie schießen sich mit Ihren Sanktionen nicht mal ins Knie, sondern in den Kopf. Ob die RF am Ende noch Interesse an der total runtergewirtschafteten Ukraine hat, bleibt abzuwarten.

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  6. Angelika Antworten

    Ich bin nicht für Russland oder für die USA. Aber ich finde es schon erstaunlich, wieso die USA sich so in und für die Ukraine engagieren. Es wundert mich ernsthaft. Der Hauptrivale der USA ist sicherlich China. Und die wichtigste Region für die USA ist Ostasien und der Pazifik. Von daher wundert es mich, dass die USA – die auch ihre Kräfte einteilen müssen – sich in einer Region so engagiert, die für sie relativ unwichtig ist.
    Die Einstellungen von Polen, der Ukraine und von Russland kann ich dagegen sehr gut nachvollziehen.
    Wie gesagt, es geht mir nicht, um richtig oder falsch. Aber die Ukraine ist für die USA vielleicht ebenso wichtig (oder eher unwichtig) wie Afghanistan.

  7. Karl Sand Antworten

    „Statt Russland auf Augenhöhe einzuladen, Partner des Westens zu werden, hat man sie an der lange Leine gehalten, abschätzig behandelt und – aus Putins Sicht – gedemütigt.“

    Das ist ein absurdes Propaganda-Märchen der neosowjetischen Putin-Diktatur. Putin geht es seit vielen Jahren um die drastische Einschränkung der nationalen Souveränität seiner Nachbarstaaten. Dafür hat er mehrfach erfolgreich Eroberungskriege geführt. Der Westen hat stets mit Appeasementpolitik reagiert, was den Aggressor nur zu neuen Aggressionen motiviert hat. Natürlich ist Putin bereit neue Kriege zu führen um seine expansionistische Agenda gegen den schwachen Westen durchzusetzen.

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