Böllerspaß im ICE: Wer ist bloß dieser „ein Mann“?

Also das lief ungefähr so ab gestern Abend…

Kurz vor 21 Uhr zündete „ein Mann“ im ICE 19 am Bahnhof Siegburg (NRW) Feuerwerkskörper. Einer (oder mehrere) im Zug hielt die lauten Geräusche für Schüsse und verständigte per Handy die Polizei, die sofort mit einem schwerbewaffneten Großaufgebot anrückte – gut so. Sowas ist kein Spaß.

Im Zug befanden sich in dem Augenblick rund 180 Passagiere, die man heute wohl „Reisende“ nennen muss, um nicht verdächtig zu werden. Könnte schließlich eine „Transperson“ im Abteil sein.

Fast alle Reisenden waren auf dem Weg irgendwohin in den Osterurlaub, ich nehme an mit Zwischenstopp auf dem Frankfurter Flughafen.

Die Hintergründe des Vorfalls sind weiter unklar, schreiben die Agenturen heute Morgen. Der Tatverdächtige ist – gut so – „im polizeilichen Gewahrsam“.

+++Tun Sie bitte mal wieder was Gutes: Spenden Sie für unsere publizistische Arbeit auf das DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder mit PayPal @Vers 1 Medien GmbH! Vielen Dank!+++

Eine Person wurde verletzt, sie erlitt ein Knalltrauma, wurde in ein Bonner Krankenhaus gebracht und nach kurzer Untersuchung wieder entlassen. „Leichte, oberflächliche Hautverletzungen“ habe sie, heißt es.

Der „ein Mann“ soll im Zug mit einem Anschlag gedroht haben, sagte später eine Sprecherin der Bundespolizei. Man fand in seinem Rucksack außerdem ein zweites Messer, frei verkäufliche Rauchkörper und eine Maske. Also, ich denke, wir können ausschließen, dass es sich bei „einem Mann“ um einen schwäbischen Ostertouristen handelte.

Wir wissen aber auch nicht, ob das, was wir alle nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre erleben mussten, doch wieder passiert ist.

Bedauerlicher Einzelfall und so…

Denn Deutsche Bahn, Messer und gelegentlich Macheten, da gibt es ja seit 2015 – danke, Angela! – eine erkennbare Kausalität.

Ich selbst hatte vor Jahren mal das zweifelhafte Vergnügen eines solchen „Events“, als ich von Süddeutschland – ich glaube von Freiburg – kommend, am Düsseldorfer Hauptbahnhof auf Gleis 10 aus dem ICE stieg. Während ich im Buchshop nach einer Zeitung suchte, um mir die Zeit zum nächsten Regionalzug nach Hause zu vertreiben, wurde es plötzlich in der Bahnhofshalle laut. Hunderte Menschen rannten nämlich plötzlich dort alle Richtung Ausgang. Während ich spontan an einen Studenten-„Flashmob“ dachte, schrie ein junges Mädchen im Vorbeilaufen uns Gaffern zu, „da hinten“ werde geschossen.

Ja, und was machen Sie dann als alter weißer Mann? Richtig! Sie rennen unvermittelt dem Strom hinterher.

Wobei, das habe ich festgestellt damals:

Alte weiße Männer sind nicht doof. Denn während geschätzt 400 Leute direkt nach dem Sturm ins Freie vor der Hauptbahnhofstür einfach stehen bleiben, weil sie denken, dann seien sie sicher, rennen wir älteren Profis noch mal 200 Meter weiter und in eine andere Richtung.

Weil, liebe Kinder, wenn „da hinten geschossen“ wird, dann fliegt so eine Kugel auch mal durch die Glastür einfach weiter. Aber lassen wir das!

Ein SEK rückte also schnell an und nahm den „ein Mann“ aus dem Rennen, der vorher mit seiner Machete noch fünf Menschen verletzt hatte auf dem Bahnsteig am Gleis 10.

Ich bin nun gespannt, ob wir während der österlichen Vorfreude noch erfahren, was für ein „Mann“ das gestern Abend wohl gewesen ist. Wenn es ein Prominenter war wie Christian Ulmen zum Beispiel, wir wüssten es schon. Wäre es ein Politiker, wir wüssten es auch schon. Wäre es ein AfD-Politiker, alle Titelseiten würden beherrscht von seinem Foto, seiner Familiengeschichte und von Nachbarn, die tiefste Abscheu ausdrücken. ARD-„Brennpunkt“ am Abend wäre sicher. Dafür weckt man auch gern mal den Intendanten am Morgen.

Aber nun ist es bloß „ein Mann“

Vielleicht wirklich ein junger Aachener Ureinwohner, der die Karnevalssession noch ein wenig verlängern wollte für sich persönlich und für Gäste der Deutschen Bahn. Vielleicht aber auch ein bereicherndes „Goldstück“.

Es bleibt spannend in Deutschland…




Serkan C. ist tot – umgebracht von einem, der hier nichts zu suchen hat

Ein 26-Jähriger hat am Montag bei einer Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz einen Zugbegleiter der Bahn mit Schlägen und Tritten gegen den Kopf so schwer verletzt, dass der 36-jährige Serkan C. durch „erhebliche stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf“ kurz darauf an einer Hirnblutung starb.

Wieder einmal einer. Die Deutsche Bahn erlebt Jahr für Jahr einen Anstieg gewalttätiger Übergriffe auf ihre Mitarbeiter; mehr als 3.000 waren es im vergangenen Jahr.
Der Täter ist ein „Grieche ohne Wohnsitz in Deutschland“, sagte eine Polizeisprecherin.
Und ich frage zum wiederholten Mal: Warum sind solche Leute hier in unserem Land? Immer noch hier? Der Totschläger sitzt jetzt in Untersuchungshaft, wird vermutlich noch jahrelang in einer Zelle deutsche Gastfreundschaft genießen.
Aber wann beginnt die Politik, sich dieses Themas ernsthaft anzunehmen?
Im besten Deutschland aller Zeiten werden 14-Jährige ermordet, treiben Minderjährige einen Jugendlichen durch die Straßen in den Tod, die ganze Nachbarschaft hört die Hilferufe, niemand greift ein. Ein Gast unseres Landes metzelt auch mal mit einem Samuraischwert einen anderen Mann auf offener Straße in Stuttgart zu Tode. Ein anderer schnappt sich irgendeine junge Frau (19) auf einem Bahnsteig in Hamburg und wirft sich gemeinsam mit ihr vor den einfahrenden Zug. Beide tot.
Wir reden vom Alltag in Deutschland, aber mir haben sie ja nichts getan?
Was muss noch passieren, bis der Schutz der Bevölkerung in Deutschland zur ‚Chefsache‘ wird?“




Wenig helle Kerzen auf der Torte

Jan van Aken, einer der Chefs der Linken (SED) hat wieder mal einen rausgehauen….

„Stellen Sie sich vor, Russland greift wirklich Litauen an. Dann sitzen da 5.000 Soldaten auf dem Präsentierteller, können aber gar nichts ausrichten, sind Kanonenfutter und fehlen am Ende für die Verteidigung der EU.“

Das ist so falsch, ja blöde, dass einem der Atem stockt.

Ganz davon abgesehen, dass eine Brigade der Bundeswehr als Teil der NATO-Nordflanke eine ganze Menge tun kann, um Litauen und das Baltikum zusammen mit den anderen Bündnis-Ländern zu verteidigen, weiß Superstaatsmann van Aken offenbar nicht, dass Litauen EU-Mitgliedsstaat ist. Die Bundeswehr macht dort genau das, was den Putin-Lobbyisten van Aken heuchlerisch umtreibt: sie verteidigt dort die EU.

Das ist so wie seine quirlige Heidi Reichinnek, Co-Vorstand und Internet-Star, die jüngst forderte, es sei nun an der Zeit, die Deutsche Bahn zu verstaatlichen, weil die Züge immer so spät kämen und die Klimaanlagen ausfielen.

Was der roten Heidi nicht bekannt zu sein schien: die Deutsche Bahn befindet sich bereits zu 100 Prozent im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland, ist also längst schon ein Staatsunternehmen.

Nun ist ein neuer Stern am Himmel der vollkommen Ahnungslosen aufgeblüht

Die Vorsitzende der Grünen Jugend, Jette Nietzard (26), aus Leverkusen, deren größter politischer Erfolg bisher die Vorstands-Mitgliedschaft bei der Landesschülervertretung NRW war. Sie schrieb zu einem Foto, dass sie mit einem Pulli und der aufgestickten Aufschrift ACAB (All Cops are Bastards)  zeigte, dass bei der Polizei in Deutschland „ein Viertel der Menschen rechts“ und die deutsche Polizei „strukturell rassistisch“ sei.

Dümmer geht es nicht, aber schon Anfang des Jahres hatte die forsche Jette auf X einen Tweet mit dem Text »Männer die ihre Hand beim Böllern verlieren können zumindest keine Frauen mehr schlagen« abgesetzt. Auch da gab es eine Menge Empörung, was für diese Politikergeneration offenbar eine Art Währung ist.

Provokation bedeutet Aufmerksamkeit. Die sorgt für Parteikarriere und die führt in hohe Staatsämter. Ein echtes Karrieremodell für junge Linksgrüne.

Nur, warum machen Millionen Wähler in Deutschland mit ihrer Kreuzvergabe das immer noch mit?




Bei der Bahn wird jetzt alles besser

Richard Lutz, so heißt der Chef der Deutschen Bahn, hat gerade wieder „rasche Verbesserungen der notorischen Unzuverlässigkeit“ seines eigenen Unternehmens versprochen. Wird auch Zeit, werden jetzt viele von Ihnen denken. Und sich vielleicht fragen: warum ist er eigentlich noch Chef da, wenn der Laden „notorisch unzuverlässig“ ist, was definitiv der Fall ist, wie jeder von uns weiß.

Er wolle Probleme jetzt „sehr viel früher, sehr viel radikaler, fundamentaler und disruptiver“ angehen, sagte der der FAZ und versprach: ab nächstem Jahr werde das sichtbar.

Mich interessiert das alles nicht mehr

Wie Sie wissen, habe ich mich vor 3 Monaten nach einer wieder mal unzumutbaren Bahnfahrt von Baden-Württemberg nach Potsdam entschieden, fortan radikal, fundamental und disruptiv auf die Dienste der Deutschen Bahn zu verzichten. Damals habe ich Ihnen von meinem Entschluss hier erzählt, und ich schwöre: Ich habe seitdem keinen Bahnwagen in Deutschland mehr betreten, und werde das auch für den Rest meines Lebens so halten.

Und was soll ich sagen? Es tut gar nicht weh, ich vermisse nichts, und meine Bahncard 25 ist auch abgelaufen.

Ich wünsche Herrn Lutz viel Erfolg bei seiner Modernisierung! Ich bleibe raus….




Deutsche Bahn? Mit dem Thema bin ich final durch

„Ich steige in Spandau aus. Ich halte das nicht mehr aus“, sagt der sympathische junge Mann mit dem Laptop, der mir gegenüber sitzt und in den vergangenen zwei Stunden immer wieder genervt zu mir herübergeschaut hat. Nicht, weil er von mir genervt wäre, sondern weil er mit mir im ICE 278 der Deutschen Bahn sitzen muss. Ich eigentlich seit Karlsruhe Hauptbahnhof um 14 Uhr, tatsächlich aber 25 Minuten später. Deutsche Bahn habe ich gedacht und kurz voller Milde gelächelt mit meinen beiden Reisetaschen. So sind sie halt…

Doch die planmäßig fünfeinhalb Stunden dauernde Fahrt sollte noch rund sieben Stunden dauern, und sie war eine Tortur für alle Reisenden.

Das ganze Programm, viele von Ihnen kennen das

Denn gestern im ICE 278, das war kein bedauerlicher Einzelfall.

Bitte, ich will sie nicht langweilen mit allen Einzelheiten. Da kommt vieles zusammen, und es kann auch mal etwas schiefgehen. Wie überall, wie bei uns allen, bei mir natürlich auch. Aber das ganze Programm gestern: Baden-Baden Bahnhof angekommen, der Regionalzug hat Verspätung, d. h. ich werde in Karlsruhe den ICE nicht mehr erreichen. In Karlsruhe die freudige Überraschung: Weil der ICE  ebenfalls Verspätung hat, bekomme ich ihn doch noch. Und – Achtung! – ohne Reservierung ergattere ich einen Tisch am Fenster, um – so dachte ich – dort mein Lager mit Laptop und Smartphone aufschlagen und 5 Stunden und 15 Minuten arbeiten zu können.

Ich konnte zehn Minuten Mails beantworten

Denn eine junge Familie aus irgendeinem Teil Schwarzafrikas fragte in Zeichensprache, ob sie sich auf die anderen drei Sitze setzen dürfte. Natürlich durften sie, es waren ja auch nicht meine. Die jungen Mitreisenden – zwei Paare, zwei Babys – begannen, sich in ihrer Sprache in einer für alle im Zugabteil anstrengenden Lautstärke zu unterhalten, dann begann eines der Babys zu schreien. Ich meine, richtig zu schreien. Durchgehend. Bis Berlin-Spandau. Fünf Stunden lang, mit einer kurzen Unterbrechung, als der kleine Kerl die Flasche bekam. Dann schrie er weiter. Die Mutter blieb ungerührt und quatschte, nein brüllte, mit ihrer Freundin neben ihr.

Jetzt werden Sie denken: Warum sagt der Kelle nix…

Und ja, nach fünf eigenen Kindern, hätte ich der jungen Mutter mit dem mürrischen Gesicht und der lauten Stimme erklären können, wie man ein Baby beruhigt, dass man es vorsichtig hin- und herwiegt und nicht wie in einer Rüttelmaschine. Aber: Wäre das nicht kulturelle Aneignung? Wäre ich dann nicht nach dem Besserwessi zum Besserdeutschi mutiert? Und, wer weiß, was so ein junger Vater in der Tasche zum Aufklappen hat, wenn ein alter weißer Mann seine Frau in einer fremden Sprache anspricht?

Ich will Sie nicht langweilen am Morgen

Deshalb nur in Kürze zusammengefasst: Der ICE blieb noch ein paarmal stehen auf offener Strecke, die offenkundig auch genervte Zugbegleiterin am Mikrofon informierte uns immer wieder in bewundernswerter Offenheit, dass man nun wieder einige Zeit irgendwo in der Einöde stehen werde, sie aber auch nicht wisse, warum und wann es weitergehe. Einmal wusste sie es doch, als sie ankündigte, dass man in Braunschweig durchfahren werde, weil da ein Mann „in suizidaler Absicht“ auf dem Bahnhof herumlaufe. Ich persönlich als Zugfahrer hätte da gerade angehalten statt mit 200 Sachen durchzubrettern.

Schön war auch noch der unvorhersehbare Stopp des ICE 278 auf dem Bahnhof Wustermark. Da – so erfuhren wir, während das Baby inzwischen mit seiner Familie hinter mir weiter schrie – müssten Passagiere von einem anderen Zug aufgenommen werden, der leider, leider nicht mehr weiterfahren könne wegen technischen Problemen.

Horden junger Menschen strömten in Wustermark in den ICE 278, der Sprachmelodie nach alle aus einem osteuropäischen Land. Ich tippe Rumänien, Bulgarien oder Serbien. Sie verteilten sich auf alle Plätze, die es in den Gängen auf dem Fußboden noch gab. Es herrschte eine Lautstärke wie auf dem Rummel, das Abteil sah aus wie ein überfüllter Bus in Kalkutta, nur nicht so farbenfroh.

Kurz vor Spandau, ich überlegte, wie ich mit meinen zwei vollen Reisetaschen zum Ausgang ballancieren könnte, sprach mich ein junger Mann von der anderen Seite des Ganges – nicht des indischen Flusses, sondern des Ganges im Zug – an. Ob das Österreich-Spiel schon begonnen habe. Ich schaute nach, ja, es stand 1:0 für die Türkei. „Hier klappt auch gar nichts“, antwortete er.

Ich bin 65 Jahre, mein letzter medizinischer Check vor zwei Wochen war top, ich kalkuliere noch so mit 15 weiteren Jahren. Und, das verspreche ich Ihnen hier feierlich: Ich werde NIE wieder mit einem Zug der Deutschen Bahn fahren. Nie wieder. Auto, Fahrrad, Flugzeug oder Schlauchboot: Ich habe fertig mit dem Verein.

Als ich in Spandau endlich den ICE verlassen konnte, rannte ich zum Gleis 3, um meinen Regionalzug nach Hause zu erreichen. Als ich mit meinen Reisetaschen oben auf dem Bahnsteig ankam, rollte der genau in diesem Moment los. Nochmal 20 Minuten rumstehen, dann kam der RE10…

Bahnfahren ist vielleicht gut fürs Klima, aber nicht für die Nerven. Ich bin final raus…





Aktuelles von der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn meldet derzeit Störungen im Fernverkehr. Grund seien Schäden durch Vandalismus. Betroffen ist die Verbindung zwischen Köln und Frankfurt am Main. In der Nacht hätten nach Angaben der Bahn Techniker auf der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main einen Metalldiebstahl im Raum Siegburg/Bonn in beiden Fahrtrichtungen festgestellt. Der entsprechende Streckenabschnitt sei gesperrt.

Die Bahn weist auch darauf hin, dass zudem aufgrund des Verdi-Streiks im öffentlichen Nahverkehr das Fahrgastaufkommen erhöht sei. Fahrgäste sollten daher Apps und die Website regelmäßig prüfen und sich über die aktuelle Lage auf dem Laufenden halten.

Ein ganz normaler Tag, wenn man auf Schienen unterwegs ist




Lokführer-Streik: Weselsky droht mit immer längeren Streiks

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, ist zufrieden. „Die Stimmung ist exzellent“, sagte der Streikführer der „Rheinischen Post“ und behauptet, es gebe eine große Solidarität mit den Eisenbahnern in der deutschen Bevölkerung.

Meine Wahrnehmung ist ein wenig anders.

Ja, es ist richtig, dass ein großer Teil der Deutschen sich in den vergangenen Jahren lethargisch in den Niedergang unseres Landes fügt. Ist ja doch nicht aufzuhalten, die da oben machen, was sie wollen…

Gestatten Sie mir an dieser Stelle wieder einen kleinen Ausflug zu meinem Provinz-Fußballclub in Bielefeld.

Dort ist man in zweieinhalb Jahren von der Ersten Bundesliga in die Dritte abgerutscht. SSV Ulm statt FC Bayern München. Und dann kommt der Fußball-Gigant aus Ulm, gerade aufgestiegen, und gewinnt auf der einst gefürchteten Bielefelder Alm. Schulterzucken allerorten, aber Leidenschaft oder gar Wut? Man nimmt es hin da am Teutoburger Wald, so wie die Bahnkunden es hinnehmen, wenn gestreikt wird.

„Wir werden diesen Streik erfolgreich zu Ende bringen, und dann schauen wir, was passiert“, sagt Weselsky weiter. Gebe es keine Bewegung seitens der Bahn-Spitze, „werden wir wieder streiken. Und dann vielleicht noch länger.“ Weselsky wies zugleich Vorwürfe zurück, die GDL verursache mit ihrem Ausstand einen erheblichen wirtschaftliche Schaden. „Das ist doch Unfug. Für den angeblichen, wirtschaftlichen Schaden sind nicht wir, sondern ist das Bahn-Management verantwortlich.“

 




Überall ohne Maske? Nein, in der Bahn mit….

Es ist schon ein bisschen irre mit unserer Deutschen Bahn.

Sie und ich, wir alle, gehen wieder ohne Masken raus. Ins Fußballstadion, ins Theater und Restaurant, in die Kirche oder zum Einkaufen in den Supermarkt. Corona ist vorbei, oder sagen wir: unter Kontrolle.

Ich war am Wochenende beruflich per Flugzeug in Frankreich. Mit der Lufthansa. Natürlich keine Maskenpflicht mehr im voll besetzten Flieger.

Und gestern fuhr im mit der S-Bahn in München, kein Mensch trug da noch eine Maske. Am Hauptbahnhof angekommen stieg ich dann in den ICE, was nur mit Maske möglich ist. Sechs Stunden und 11 Minuten den Lappen vorm Gesicht. Also ganz logisch finde ich das nicht.

Immerhin: Karl Lauterbach hat jetzt angekündigt, er werde mal darüber nachdenken.




Ich mag nicht mehr mit der Deutschen Bahn fahren

Wenn alles klappt, wie es sollte, wäre das Fahren mit der Deutschen Bahn eine Freude. Geräumige Wagen, Beinfreiheit, freundliches Personal, frischer Kaffee dann und wann. Und einmal im Jahr ist das auch so, und man kommt entspannt und pünktlich am Ziel an.  Aber eben nur einmal im Jahr.

Gestern musste ich nach Berlin, unsere deutsche Hauptstadt, nicht ganz unwichtig für unsereins Politschreiber. Der Termin gestern war wirklich eminent wichtig für unsere Firma. Alles durfte passieren, nur nicht, dass ich nicht pünktlich hinkomme. Nun werden Sie denken, dann soll der Kelle eben am Tag vorher hinfahren, übernachten und frisch geduscht vor der Tür stehen. Ging aber auch nicht, weil am Vortag ebenfalls einiges zu tun war, das keinen Aufschub zuließ.

Ich also zum nächsten Kleinbahnhof Meerbusch-Osterrath, um von dort über Düsseldorf den ICE nach Berlin zu erreichen. 50 Minuten vor Abfahrt am Gleis, der Ticketautomat eine Katastrophe. Kennen Sie das? Sie geben ein, wann sie wohin wollen, die Maschine fragt nach Verbindungen, Bahncard, Platzreservierung und bietet den Druck dwer Fahrverbindungen an. Aber nirgendwo ein Knopf, wo ich den Fahrschein kaufen und dann bezahlen kann. Also bei den Regionalverbindungen schon, aber nicht beim DB-Fernverkehr. Nicht bei diesem Automaten. Und glauben Sie mir, ich habe schon 100 Mal Fahrscheine an solchen Automaten gezogen.

Nach 25 Minuten gab ich auf, denn ich hatte ja noch mein Auto dabei, und bis der ICE in Düsseldorf abfuhr, waren noch eineinhalb Stunden. Also ab nach Düsseldorf, Parkhaus, Hauptbahnhof, Reisezentrum. Ticket erworben und Bitte um Sitzplatz, möglichst am Tisch, damit ich arbeiten kann. Leider funktionierte das Buchungssystem für Sitzplätze gerade nicht und die freundliche Dame konnte mir nicht sagen, wie voll der Zug sein würde. Bald darauf wusste ich es – total überbucht. Alle Sitze besetzt, in den Gängen Gedränge mit Rollkoffern und Übergewichtigen, an den Ausstiegen Menschentrauben mit Rucksäcken auf dem Boden, Laptop auf den Knien, Smartphone in den Händen. Erstaunlicherweise nicht mal angespannte Atmo, wer häufig Bahn nutzt, kennt solche Fahrten.

Drei Stunden stand ich mit Rollkoffer da im Gang herum? Arbeiten? Keine Chance. Tefonieren? In diesem Gedränge? Bis Wolfsburg stiegen bei jedem Halt mehr Menschen ein als ausstiegen. Heißt, es wurde immer voller. Erst in der VW-Stadt konnte ich mich irgendwo neben eine junge Dame quetschen, der nicht schnell genug eine Ausrede einfiel, warum der Sitzplatz neben ihr dringender für ihren Rucksack und die Plastikflasche mit Multivitaminsaft gebraucht werde, statt für einen genervten alten weißen Mann.

Also abgekürzt: Ich war pünktlich bei meinem Termin, Es lief alles gut, jetzt sitze ich im ICE zurück, und dieses Mal konnte ich einen Sitzplatz ergattern, so dass ich hier für Sie schreibe.

Aber es macht einfach keine Freude, mit der Bahn zu fahren. Eine Unverschämtheit, einen Zug mit 120 Porzent zu überbuchen und immer wieder Leute in gelben Westen durchzuschicken, die keinen Kaffee bringen aber darauf aufmerksam machen, dass jeder, der seine Maske nicht trägt  am nächsten Bahnhof rausgesetzt werde. Wenigstens nicht während der Fahrt aus dem Zug geworfen….




Parken in Deutschland

Gestern Abend um 22.15 Uhr auf Düsseldorf International gelandet, jetzt (15.56 Uhr) im ICE nach München, der mit 30 Minuten Verspätung abgefahren ist.

Ich mag nicht gern in Parkhäusern mein Auto abstellen. Das hat keinen besonderen Grund, außer vielleicht, dass ich es unverschämt finde, was manche Betreiber an Geld kassieren. Mein Widerwille ist hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass ich (und Sie) ohne Parkhäuser in der Innenstadt keine Chance haben, knöllchenfrei zu parken. Und Knöllchen – das klingt ja so niedlich, aber seit die Parkraum-Verwaltung beschlossen hat, dass es in deutschen Städten teurer wird, ist mein Widerwille analog zu der Kostentabelle auch kräftig gewachsen.

Als ich vor ein paar Monaten meinen BMW, Diesel natürlich, wie seit Jahrzehnten am gleichen Ort illegal parkte (ohne jemand zu behindern), fand ich danach ein Zettelchen der Bielefelder  Stadtverwaltung über 95 Euro vor. 95 Euro! In den Jahren davor hat es mich ungefähr zweimal pro Saison erwischt, und das kostete mich dann 15 oder höchstens 20 Euro. Ein fairer Deal. Aber 95 Euro? Man ist ja gezwungen, Parkhäuser zu benutzen. Und das wollen DIE ja auch.

Da ich jetzt gut drei Tage unterwegs sein werde, ich also erstmals in das Parkhaus der Deutschen Bahn am Düsseldorfer Hauptbahnhof gefahren. Für ungefähr 80 Euro. Auch eine Frechheit, aber gut. Ich also Ticket gezogen und rein. Rechts darf ich nicht weiterfahren, weil da ein rotes Licht leuchtet. Links auch nicht, weil da ein Schild den Weg zu den Parkplätzen der Sixt Autovermietung anzeigt, zu denen ich aber gar nicht will. Nächste Ebene: irgendeine Bundesanstalt hat da für ihre Mitglieder reserviert. Klaus weiter.

Nun kommen die Frauenparkplätze, dann die für Familien mit Kindern, dann die für die Behinderten. Viele dieser Plätze stehen leer, dürfen aber von unsereins 80-Euro-Zahler nicht genutzt werden. Irgendwann erreiche ich den fast vollständig belegten Bereich für alte, weiße Männer. Ich habe es geschafft, dann zum Bahnsteig gehetzt, um dort zu erfahren, dass der ICE eine halbe Stunde Verspätung hat. Ich versuche noch, einen Platz für 4,50 Euro zu reservieren, aber das ist nicht mehr möglich. Leider…

Der ICE ist sehr voll, aber ich habe noch einen Platz bekommen, sogar an einem Tisch. Gegenüber saß eine junge Muslimin mit Schleier und ihrem krähenden Baby, wo sich wohl niemand anders traute. Ich fragte höflich, setzte mich zu ihr und klappte mein Laptop auf, um Ihnen jetzt von meinem Tag zu berichten…