Wollen Sie die Mauer auch zurück?

Es beginnt, wie immer, wenn es in einem Beitrag von mir um Russland und Putin geht. Ich schreibe, was ich denke, und es beginnt…

Gestern habe ich für TheGermanZ eine ausführliche Analyse zur Situation Russlands geschrieben. Mit vielen Aspekten und Fakten. Und ich komme zu dem Ergenis, dass Putins Vorgehen in den vergangenen Jahren zu einem epischen Desaster führen wird.

Das darf man anders sehen, man kann dem natürlich viele eigenen Gedanken und Fakten entgegensetzen. Abenteuer Meinungsfreiheit – wie es mal in einem Werbespruch der „Jungen Freiheit“ treffend hieß.

Aber das passiert ja nicht

Ein langjähriger politischer Weggefährte aus Thüringen, sympathischer Kerl, schreibt, „in letzter Zeit bist du nur noch von Hass zersetzt. Ziemlich furchtbar!“ Und ein anderer behauptet, ich nähme „auf ihrem schmalen Pfad keine Blume am Wegesrand wahr. Absolutistisch, fanatisch, schwarzweiß. Isso.

Gleichzeitig schreibt mir in anderer politischer Weggefährte zum gleichen Text: „…wieder einmal ein treffend formulierter Beitrag von Dir“. Und noch einer: „Das Sowjet-Ende war großartig.“

Abenteuer Meinungsfreiheit, oder?

Alle hier genannten Personen sind Konservative, bei den meisten Themen sind wir durchaus gleicher Meinung. Der einzige Unterschied zwischen den Erstzitierten und dan anderen ist, die einen stammen aus Ost- und die anderen aus Westdeutschland.

So, und nach den ersten Scharmützeln entwickelt sich dann meistens eine gute Diskussion zwischen Ost und West daraus. Und das bereitet mir Freude, wenn zum Beisiiel einer, der häufig sehr kritisch auf viele Beiträge von mir reagiert,  dann schreibt:

„Es ist immer interessant zu lesen, wie Du die Dinge siehst. Und oft erfahre ich durch Dich Dinge, die ich noch nicht wusste oder noch nie sooo gelesen habe, wie Du sie einordnest.“

Aber ich solle doch bitte vermeiden, Worte wie „Putinlutscher“ zu benutzen, und auch mal zuhören, wenn er – Deutscher Ost – die Dinge anders sieht. Und das tue ich, weil ich mich gerne inhaltlich auseinandersetze und mich nicht nur als „Ami-Hure“ oder „Systembüttel“ schmähen lassen muss, was immer mal vorkommt in verschiedenen Abstufungen.

Also mein Thema heute: Warum gibt es kaum noch Diskussionskultur in diesem Deutschland Jahrzehnte nach Vollendung der staatlichen Einheit? Warum können Ost und West nicht vernünftig miteinander streiten?

Mein Freund Sebastian, Ostdeutscher, war gestern hier zu Besuch, wir kamen genau auf das Thema zu sprechen.

Was ist los in diesem Land?

Im Jahr 36 der Einheit.

Er sagt, dass viele Ostdeutsche ihre westlichen Landsleute bis heute als Klugscheißer wahrnehmen, belehrend und überheblich.  
Viele Menschen hätten den totalen Systembruch 1989/90 erlebt, kaum jemand in Westdeutschland könne sich die Existenzängste vorstellen, die damals auf dem Gebiet der DDR herrschte. Ja, man wollte reisen und ein anständiges Auto fahren. Aber man will auch ernstgenommen werden – auch bei Diskussionen und Streit mit seinen eigenen Lebenserfahrungen. Und das kann ich nachvollziehen.
Ich hab das andere Extrem auch selbst mal erlebt in der Coronazeit, wo ich in Sachsen zu einer – sagen wir mal – verschwiegenen Veranstaltung eingeladen war.
Und wo mir irgendwann in der Diskussion dann ein Teilnehmer an den Kopf knallte, „von einem Wessi lasse ich mir überhaupt nichts sagen“. Nett war das nicht, aber sofort sprangen mir damals andere Landsleute Ost bei und wiesen solchee dummen Pauschalierungen zurück.
Aber die Frag stellt sich natürlich schon: Immer gegen alles sein, was die Wessis wollen? Und umgekehrt natürlich?
Das kann nicht die Lösung sein
Umfragen aus den Jahren 2024 und 2025 zeigen, dass eine Rückkehr zur Mauer für die große Mehrheit der Deutschen keine Option ist. s stimmt aber auch, dass es eine beständige Gruppe gibt, die zurück in die „gute alte Zeit“ die Teilung wollen.
Laut ARD-„Deutschlendtrend“ sind 60 Prozent der Deutschen insgesamt zufrieden mit der Wiedervereinigung. Repräsentative Langzeitdaten (wie von YouGov oder Forsa) zeigen stabil, dass sich 10 bis 15 Prozent der Deutschen die Mauer zurückwünschen.

Interessanterweise war der Wunsch nach der Mauer in der Vergangenheit im Westen oft sogar höher als im Osten (ca. 14–16 % im Westen vs. 10–13 % im Osten). Im Westen wird dies oft mit den Kosten der Einheit begründet, im Osten mit dem Verlust sozialer Sicherheit oder der Abwertung der eigenen Biografie.




Das Schweigen der Gärten: Wenn sich das Bürgertum aus dem politischen Prozess verabschiedet

Das deutsche Erfolgsmodell, das seit 1949 praktisch das Fundament unserer Bundesrepublik bildete, entstand nicht – und wurde nicht gepflegt und entwickelt – durch sogenannte Bildungs-Eliten, Großindustrielle oder politische Extremisten. Träger des Wirtschaftswunders, der Demokratie und des Rechtsstaates war immer die vielgepriesene Mitte: das Bürgertum, das sich vor allem durch seine Art der Lebensführung ganz von selbst definierte, weniger über Abstammung, sondern über das Versprechen: Wer arbeitet, sich an Regeln und Gesetze hält, eine Familie gründet und Verantwortung für sein direktes Umfeld übernimmt, wird mit Stabilität belohnt. Ein Bürgertum, das sich selbst durch Tugenden wie Anstand, Moral, Ehrlichkeit, Fleiß und Pünktlichkeit manifestierte.
Als ich Anfang der 2000er Jahre für einen führenden skandinavischen Medienkonzern arbeitete und viel Kontakt mit Kollegen aus Norwegen und Schweden pflegte, wurde mir deutlich, wie man uns Deutsche vom Ausland aus betrachtet.
Klar, Respekt hatte man schon vor unserer effektiven Art, Fußball zu spielen, oder vor unseren grandiosen Autobauern. Und vor Bier mit Reinheitsgebot und dem Oktoberfest. Klar, alles fein.
Aber man machte sich auch lustig über den Mann aus der Geschäftsführung, der darauf bestand, seine Visitenkarten neu drucken zu lassen, weil das „Dr.“ vor seinem Namen fehlte.
Oder, kennen Sie den? Woran erkennt man, dass man in Deutschland ist?
Antwort: Wenn man nachts um 4 Uhr in einem kleinen Dorf an einer verlassenen Straßenkreuzung einen Einzelnen sieht, der an der Fußgängerampel steht und auf Grün wartet. Dann weiß man, dass man in Deutschland ist.
Wir sind so, wie wir sind, und ich fühle mich meistens wohl dabei
Urlaub am Meer, der gepflegte Garten, Grillen mit den Nachbarn und im Vertrauen darauf, dass die Welt von morgen für unsere Kinder wieder ein Stück besser wird.
Das Problem dabei ist, dass genau dieses Rückgrat unserer Gesellschaft seit Jahren bröckelt und zusammenzubrechen droht. Manche machen das am unerfreulichen Einfluss der sogenannten „68er“ fest, andere an Merkels fataler Fehlentscheidung 2015, alle Tore zu unserem Land sperrangelweit aufzureißen für jedermann. Beides ist richtig, aber beides springt zu kurz.
Es war die Mitte, die Extremen den Nährboden entzog, weil sie schlicht viel zu verlieren hatte. Und auch heute hat sie plötzlich wieder viel zu verlieren – auf einem, zugegeben, ganz anderen Niveau des Lebensstandards als in den 30er Jahren während der Weimarer Republik. Aber es gibt leider viele Parallelen und Vorboten, dass unser Bürgertum heute in Deutschland ähnlich kläglich versagen wird wie damals.
Das gilt auch für unsere politischen Repräsentanten
Ich habe bei jeder Bundestagswahl, bei der er auf dem Stimmzettel stand, Helmut Kohl gewählt. Ohne eine Sekunde zu zucken in der Wahlkabine. Und ich habe mich später immer wieder mal gefragt: Warum eigentlich? Denn auch da – besonders in den ersten Amtsjahren – lief ja nicht alles nur rund. Später, als die Deutsche Einheit, erkämpft auf den Straßen ostdeutscher Städte und möglich geworden durch Gorbatschow, Solidarność und Reagan, zu organisieren war, da war es leicht, für Kohl zu sein.
Das Erfolgsrezept des Mannes aus der Pfalz, geschmäht als „Birne“ und Provinzler, lässt sich in einer kleinen, absolut wahren Geschichte erzählen.
Nach einem Staatsbesuch in Deutschland befand sich Großbritanniens Premierministerin Margaret Thatcher auf dem Rückflug. Es muss Ende 1989 oder Anfang 1990 gewesen sein. Bundeskanzler Kohl hatte die „Eiserne Lady“ in seine pfälzische Heimat nach Deidesheim eingeladen, ließ dort seine Leibspeise Pfälzer Saumagen servieren und führte Thatcher anschließend durch den Dom zu Speyer.
Der glaubhaften Überlieferung nach habe Thatcher im Regierungsflieger ihre Schuhe abgestreift, sich einen Drink bringen lassen und zu ihrem Berater Charles Powell seufzend gesagt: „Mein Gott, der Mann ist so deutsch!“ („My God, that man is so German!“).
Das war nicht abwertend gemeint oder despektierlich, sondern eher eine Mischung aus Faszination und Befremden. Befremden, weil pfälzische Gemütlichkeit mit regionalem Essen ihrer britischen, steifen und bisweilen konfrontativen Art komplett widersprach.
Ich durfte das selbst einmal aus der Nähe erleben, als Bundeskanzler Kohl im März 1993 zu seinem Antrittsbesuch beim neuen Präsidenten Bill Clinton ins Weiße Haus reiste. Im Pressetross in der Kanzlermaschine hoch über dem Atlantik weckte uns Kohls damaliger Sprecher Andreas Fritzenkötter mit der guten Nachricht: Der Kanzler habe jetzt eine halbe Stunde Zeit für unsere Fragen. Der Besprechungsraum im Regierungsflieger war für vielleicht sechs Personen ausgelegt, wir waren etwa zwanzig damals. „Ist aber ein wenig eng hier, Herr Bundeskanzler“, wagte ein Kollege von ProSieben vorsichtig einzuwenden. Und Kohl zeigte auf den Teppichboden zu seinen Füßen und sagte: „Wieso, da ist doch reichlich Platz.“
Und so, ich schwöre es, setzten wir uns alle im Schneidersitz mit Kuli und Stenoblock zu Füßen des mächtigen Oggersheimers und lauschten seinen Worten.
Das war nicht anstrengend, es war großartig, informativ und unglaublich witzig. Kohl saß auf einer Art Campingstuhl zum Zusammenklappen, trug ein weißes Hemd ohne Krawatte, eine blaue Strickjacke und Hausschuhe. Unglaublich deutsch…
Mögen damals die öffentlich-rechtlichen Staatsfunker oder „Spiegel“ und „Stern“ gegeifert haben über die „Walz aus der Pfalz“ – die ganz normalen, kleinen Leute im Land konnten sich mit ihrem Helmut einfach persönlich identifizieren und nicht mit einem Oskar Lafontaine in Maßanzügen und mit einem eigenen Sternekoch zu Hause.
Aber kommen wir zum Heute
Das Gefühl der Sicherheit ist in unserem Land einem schleichenden Unbehagen gewichen.
Alles wird teurer, jeder Freiraum wird vom Staat eingenommen und geordnet, unsere Stadtbilder haben sich dank Merkel und ihren Klatschkolonnen massiv zum Unangenehmen verändert. Die Bürokratie greift bis in den Heizungskeller und den Garten. Und welcher Normalverdiener kann es sich heute in Deutschland noch leisten, ein eigenes Haus zu bauen? Sind die Renten noch sicher? Wird der Zahnarzt in Zukunft noch von der Solidargemeinschaft bezahlt?
Und linkswoke Eliten in den NGOs unserer Metropolen arbeiten an einer massiven Umgestaltung in unseren Köpfen. Die Nöte und Sorgen der „kleinen Leute“ spielen dabei keine Rolle mehr. So zieht sich unsereins ins Private zurück, schaltet die Nachrichten ab und konzentriert sich nur noch auf das eigene Erhalten des Status quo. Man geht nicht mehr zu Wahlen, und wenn, verteilt man „Denkzettel“ oder zieht mit dem roten Eddingstift einfach einen Strich über das Parteienangebot. Und wer es sich leisten kann, schafft sich eine Immobilie in der Schweiz oder in Ungarn an – im Irrglauben, dass es dort auf Dauer besser verlaufen wird.
Die Passivität der Vernünftigen ist das eigentliche Problem
Weil sie erst den Raum schafft für die Unvernünftigen, die einfache Lösungen und starke Sprüche zu bieten haben, aber sicher keine Lösungen für die zukünftigen Probleme unserer Kinder und Kindeskinder. Das Bürgertum wendet sich vom etablierten Betrieb ab und wählt aus Trotz so, wie es wählt – und das darf ihnen auch niemand streitig machen.
Aber wenn Sie im Geschichtsunterricht aufgepasst haben, dann wissen Sie, dass das manchmal kein gutes Ende nimmt. Wie in der Weimarer Republik wird das Bürgertum, wird die politische Mitte heute zerrieben zwischen neuen Anbietern mit politischen Konzepten von Links- und Rechtsaußen. Nicht Umsturzwille und schwelender Hass extremistischer Zusammenschlüsse bringen eine Demokratie zu Fall, sondern dass die Bürgerlichen es zulassen.
Das liberale Bürgertum der 30er Jahre war durch die Hyperinflation von 1923 ökonomisch enteignet und psychologisch gebrochen. Es verlor den Glauben an die parlamentarische Lösung von Problemen. Dabei war das Bürgertum damals staatstragend im wahrsten Sinne des Wortes, solange es ihm wirtschaftlich gut ging. Als die Krise kam, zog es sich entweder in die politische Apathie zurück oder suchte Heil in autoritären Sehnsüchten. Man unterschätzte die Radikalen, hielt sie für „reinigende Kräfte“ oder glaubte, man könne sie irgendwie für die eigenen Interessen einbinden. Sie wissen, dass es nicht gut endete.
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich
Wir stehen nicht am Abgrund in Deutschland, auch wenn uns das vermeintlich kluger Demagogen via YouTube- und TikTok-Videos in die Köpfe zu hämmern versuchen. Und nein, der Euro wird nicht abgeschafft, die EU auch nicht und „die Amerikaner“ vergiften uns auch nicht mit ihren Chemtrails.
Aber wir lassen uns den Fortgang der Ereignisse aus den Händen nehmen – seit vielen Jahren. Und irgendwann auch unser kleines alltägliches, sehr deutsches Glück.
Deutschland heute, das ist keine Kopie von Weimar. Doch die Demokratie lebt nicht von ihren Paragraphen und Verboten, sondern von der Bereitschaft großer Teile der Bevölkerung, aktiv mitzumachen und die Kontrolle über das, was uns ausmacht, zu behalten.
Erlauben Sie mir dazu am Schluss noch einen persönlichen Gedanken!
Als dieser Blog 2013 gegründet wurde, war die politische Ausgangssituation deutlich anders. Viele von Ihnen – so wie ich – hätten damals nicht für möglich gehalten, wie sich diese Gesellschaft entwickeln würde und zu was sie heute geworden ist.
Es ist an der Zeit durchzuatmen, nachzudenken und Dinge anders zu machen!
Das gilt auch und besonders für diesen bürgerlich-konservativen Blog, der für viele von Ihnen ein Hort politischer Selbstvergewisserung ist. Denn das Bürgertum, über das ich hier schreibe, das sind ja Sie.
Es muss sich etwas ändern, auch hier. Dieser Blog muss sich neu erfinden. Endlose Debatten darüber, welche Partei jetzt aber die tollste ist – das langweilt irgendwann. Im Grunde schon lange. Mir ist egal, wen oder was Sie wählen. Mir ist wichtig, dass Sie wählen können und dass Sie es auch tun.
Vielleicht treten wir in einen Dialog darüber ein, welche Richtung dieser Blog zukünftig einschlagen soll. Vielleicht machen wir ein Portal daraus, in dem nur noch Bücher vorgestellt und diskutiert werden, die unsere Themen zum Gegenstand haben. Oder was auch immer.
Aufgeben ist keine Option. Irgendwas wird sich gravierend ändern, denn so geht es nicht weiter. Weder in Deutschland noch auf diesem Blog…
Wenn Sie mir persönlich Ihre Gedanken schreiben wollen: kelle@denken-erwuenscht.com



Die Linke? Braucht kein Mensch!

Der frühere thüringische Ministerpräsident und jetzige Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke) will die deutsche Nationalhymne und unsere schwarz-rot-goldene Nationalflagge zur Disposition stellen. Er kenne viele Ostdeutsche, die „die Nationalhymne aus vielerlei Gründen nicht mitsingen“.

Nun, ich wohne in Ostdeutschland, und bei mir in der Nachbarschaft haben viele Leute schwarz-rot-goldene Fahnen vor dem Haus wehen. So schlimm kann es mit der Ablehnung dann wohl doch nicht sein.

Also ich, zum Beispiel, kenne viele Deutsche in Ost und West, die auch die weitere parlamentarische Existenz der SED-Nachfolgepartei Linke kaum noch ertragen können. Ja, manche sogar Herrn Ramelow nicht mehr. Und ganz sicher viele TikTok-Heidi (Reichinnek) nicht. Wollen wir vielleicht mal eine Volksabstimmung anschieben, ob die Linke aufgelöst werden sollte? Oder wenigstens umbenannt? Meine Stimme für Auflösung hätte eine solche Initiative ganz sicher.

Ramelows Vorstoß ist natürlich nicht dummer Aktivismus, sozusagen die eigene parlamentarische Daseinsberechtigung nachweisen. Da gäbe es genug zu tun angesichts der Entwicklung in Deutschland. Aber bei Themen wie Migration und Sicherheit, Entbürokratisierung und Steuererleichterungen für Bürger und Unternehmen ist die Linke ein Totalausfall.

Stattdessen ist sie eine destruktive Kraft, die die Grundfesten unseres Landes schleifen will.
Wenn ich darüber nachdenke, ist sie die mit Abstand destruktivste Partei im Bundestag, auch wenn Gregor Gysi ein schlagfertiger Debattenredner und TikTok-Heidi eine lustige….ja, TikTok-Heidi ist.
Die Linke will unsere Gesellschaft zerstören. Sie will die Grundlagen unseres Wohlstandes – die Soziale Marktwirtschaft – durch Einführung des Sozialismus zerstören. Natürlich dieses Mal ganz, ganz anders, klar. Ohne Mauer und Schießbefehl, bloß mit der gleichen blöden Ideologie. Sie macht mit islamischen Israelhassern rum. Sie will die Deutsche Bahn verstaatlichen, die allerdings bereits zu 100% dem Staat gehört. Sie will Immobilienkonzerne verstaatlichen, kungelt mit Antifa-Idioten, und während ein täglicher russischer Raketenhagel auf ukrainische Städte niedergeht, fordert die Linke, man müsse jetzt aber auch mal auf Putin zugehen und Verständnis für seine Interessen zeigen.

Vor allem aber ist die Linke ganz vorn dabei, wenn es darum geht, die Gesellschaft, unsere Gesellschaft, in ihrem Fundament zu zerstören. Die traditionellen Familien, das westliche Bündnis und die nationalen Symbole der deutschen Souveränität.

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das Deutsche Vaterland

Klar, dass diese peinliche Sozialistentruppe damit ein Problem hat. Aber wir, die große Mehrheit der Deutschen haben das nicht.

Ihr Lieben, Augen auf an der Wahlurne!

Im Februar 2025 haben 4.356.532 Wähler in freier, gleicher und geheimer Wahl die SED-Nachfolgepartei gewählt, die natürlich – zwinker, zwinker – heute gaaaaanz anders ist. 8,8 Prozent, fast ein Verdoppelung. Weil Heidi so lustige Videos einstellt, wenn sie keine Migräne hat.

Politik ist ein ernstes Geschäft. Wir alle müssten viel mehr tun, als wir tun, um das, was uns immer noch lieb ist an Deutschland zu erhalten“

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Kelle

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Warum wir allen Grund haben, diese deutschen Wochen zu genießen

Verloren, und doch kein Kater. Ich bin heute Morgen im Deutschland-Trikot zur Bäckerei gefahren, um Brötchen zu holen. Und meine Autofahne bleibt auch noch mindestens bis zum 14. Juli dran. Es ist so gut, mal wieder zu sehen, wie es sich anfühlt, in der Öffentlichkeit selbstbewusst Deutscher zu sein. Schade, dass wir das anscheinend immer nur bei Fußballturnieren hinbekommen. Sonst pfui, böse, wegen der Vergangenheit, Sie wissen schon.

Was mich immer wieder beschäftigt ist, warum viele unserer Landsleute sich in ihrem deutschen Selbsthass geradezu suhlen. Das gibt es  sonst nirgendwo auf der Welt – vielleicht ein bisschen noch in Österreich, aber nicht so ausgeprägt wie hier bei uns.

Die Fußball-EM in Deutschland ist ein positives Aushängeschild für unser Land

Bis auf einen englischen Reporter, der zurecht mit Gelsenkirchen abrechnete, sind die Reaktionen aus ganz Europa super. Unsere Gäste fühlen sich wohl bei uns, wir sehen klasse Fußballspiele, und die wunderbaren Fans aus den anderen Staaten – die Zehntausenden Schotten mit ihren Dudelsäcken, die schon mittags in Münchner Brauhäusern dafür sorgten, dass kein Bier mehr in den Fässern war, die riesigen Menschenmengen orange gekleideter Holländer, die das Hüpfen von rechts nach links und umgekehrt kultiviert haben, all das hat die Sonne scheinen lassen in Deutschland.

Fußball ist eben doch völkerverbindend

Der Sport ist es. Wer zusammen mitfiebert, „Hop, Hop, Hop“ brüllt, Bier trinkt und sich in den Armen liegt, der ist einfach mal raus aus dem vielleicht harten Alltag, der führt keine Kriege und der hasst nicht Menschen aus anderen Ländern.

Und Deutschland ist zurück im Kreis der Fußball-Großmächte

Daran ändert die knappe Niederlage gestern Abend kurz vor Ende der Nachspielzeit nichts.

Natürlich hätten wir den Elfmeter bekommen müssen, das ist doch überhaupt keine Frage. Aber wenn ich gestern in den Sozialen Netzwerken von einer Verschwörung gegen Deutschland durch den Schiedsrichter lese, dann fehlen mir wirklich die Worte.

Kaum einer hat der deutschen Nationalmannschaft bei diesem Turnier etwas zugetraut. Wir haben uns aufgeregt über Rüdigers Finger und über violette Trikots. Aber das entscheidende ist doch: Wir haben eine phantastische Mannschaft, Julian Nagelsmann hat nahezu alles richtig gemacht. Und wir haben nach einem Schiedsrichterfehler kurz vor Abpfiff der Nachspielzeit gegen die beste Mannschaft des Turniers verloren. NA UND?

Ich bin total stolz auf die Leistung unserer Spieler, unserer Nationalmannschaft

Die Stimmung in den Stadien, wie gestern in Stuttgart, war und ist phantastisch. Und in den Kneipen und bei Public Viewings habe ich es selbst erlebt. Einmal bei „Tante Käthe“ im Prenzlauer Berg, einmal zu Hause und dreimal in Dallgow-Döberitz auf der Terrasse der Tanzschule bei Rostbratwurst und kaltem Hefeweizen. Fast alle trugen Deutschlandtrikots, die meisten in Schwarz oder Weiß, vielleicht 5 Prozent in Violett. Mehr als 500 Menschen standen auf und sangen vor dem Großbildschirm „Einigkeit und Recht und Freiheit…“ aus voller Kehle.

Alle, die für Schottland waren oder für Ungarn oder Spanien, alle die sich am Schiedsrichter hochziehen wollen oder an der Trikotfarbe oder an Toni Rüdiger, der übrigens einer unserer besten Spieler war: macht das ruhig! Trinkt stilles Wasser im Keller, grantelt vor euch hin! Irgendwas gibt es immer zu meckern.

Die große Mehrheit, alt oder jung, arm oder reich, Mann oder Frau, politisch rechts oder links, haben mit diesen lächerlichen Kindereien nichts am Hut. Sie, wir genießen diese deutschen Wochen. Und das ist auch gut so….

ÜBRIGENS….freie und patrotische Medien leben nicht von Schmiergeld, sondern nur von der Bereitschaft ihrer Leser, sie zu erhalten. Bitte spenden Sie auf das Konto DE18 1005 0000 6015 8528 18 oder auf PayPal @KelleKlaus….




Wir haben immer eine Chance – auch und gerade im Fußball

Ein herrlicher Fußballabend war das, oder? Und wie einfach es ist, wenn man will, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert. Den Fußball und den unbedingten Willen zum Erfolg

Auch nach der Reihe vergeigter Spiele unter Ex-Nationaltrainer Hansi Flick habe ich immer an unsere Mannschaft geglaubt. Ich meine, da spielen Jungs, die in ihren Vereinen absolute Spitzenleistungen abliefern, die Champions League gespielt und sogar gewonnen haben. Und dann schreibt ein Facebook-Freund nach dem 1:4 gegen Japan, man solle die „alle rausschmeißen“.

Nein, das Spielermaterial ist da, aber der Rauswurf von Hansi Flick war alternativlos. Und weil man keinen Nationaltrainer zur Hand hatte, musste Rudi nochmal ran. Eine geniale Entscheidung.

Einer von den alten weißen Männern, die schon erfolgreich als Spieler und als Trainer waren. Einer mit einer markanten Frisur, der bei ungünstigem Spielverlauf das Kinn grimmig nach oben recken kann. Und alle wissen dann, die Stimmung ist nicht gut gerade…

Und ein großes Kompliment auch an die über 60.000 Fans im Dortmunder Stadion. Sie machten die Arena vom ersten Moment an zum Hexenkessel, feierten Völler, trieben unsere Nationalmannschaft an.

Und ganz plötzlich lief der Ball, plötzlich kamen die kurzen Pässe wieder an, plötzlich glaubten alle wieder an die eigene Exzellenz.

Wir sind Deutschland. Wir können alles, wenn wir zusammenhalten und an uns glauben

Ich fände es phantastisch, wenn Völler noch bis Ende kommenden Jahres Trainer bliebe und die Europameisterschaft daheim zum Sommermärchen machen würde. Aber das wird nicht passieren.

Gut möglich, dass sie Julian Nagelsmann als Nationaltrainer holen. Aus meiner Sicht wäre das keine gute Entscheidung. Er ist gut, aber zu jung, zu unerfahren für den Job. Und wenn zwei Spiele verloren gehen, kommen die deutschen Selbsthasser wieder aus ihren Löchern und reden alles nieder.

Louis van Gaal wäre klasse, aber der wir dann einem Teil des Publikums auch wieder nicht recht sein, weil nicht toitsch genug. Irgendwas ist immer, und Deutschland ist ein Volk der Jammerer und Miesmacher geworden. Ich fände Magath übrigens super.

Ihr habt uns nach einer langen Dürreperiode endlich wieder einen erfrischenden und erfolgreichen Fußballabend geschenkt, Jungs. Dafür herzlichen Dank!

Aber wir sind noch nicht raus aus dem Tal, jetzt Schritt für Schritt weitergehen auf dem Weg zum Sommermärchen 2024. Und wird Deutschland dann Europameister? Keine Ahnung, schau’n mer mal! Aber wenn wir es wirklich wollen, haben wir immer eine Chance.




Reden wir! Über Deutschland, Ost und West!

Erinnern Sie sich noch an den 17. Juni 1953? Volksaufstand in den DDR? Erinnern Sie sich überhaupt noch an die DDR?

Ich schon

Die DDR ist heute noch präsent, auch wenn es überall Coca Cola und McDonalds in Ostdeutschland gibt. Die Mentalitätsunterschiede zwischen Deutschen in Ost und West sind – bei den Älteren – auch nach 33 Jahren immer noch gravierend. Ich erinnere mich an ein Telefonat mit Hans-Georg Maaßen vor ungefähr vier Jahren. Ich fragte ihn, ob er es für möglich halte, dass alte Stasi-Seilschaften im vereinten Deutschland auch heute noch Einfluss und Macht haben. Seine Antwort: „Wenn, dann in Brandenburg.“

Werde ich nie vergessen, diese Antwort

Die Lebensverhältnisse haben sich stark angeglichen seit 1990, das ist unübersehbar. Weimar, Erfurt, Potsdam, Leizig und Dresden sind phantastische Städte, viel schöner als die meisten vergleichbaren Städte in Westdeutschland. Wenn ich da irgendwo mit Freunden in einem Café sitze, dann kommen Begriffe wie Ossi und Wessi nie vor. In den Sozialen Netzwerken allerdings sind sie täglich präsent. Das nervt.

Wir könnten es so schön haben in Deutschland. Klar, wenn die Politik anders wäre, dann wäre es noch besser, aber bitte: Sie wählen, wie Sie wählen. Scholz, Habeck und Lindner sind nicht als Fallobst vom Baum gefallen, sondern sie wurden von einer Mehrheit der Wähler gewählt. Wenn Sie andere Verhältnisse wollen, dann wählen Sie halt anders bzw. werben dafür, dass viele Bürger anders wählen. So einfach ist das.

Unterschiedliche Mentalitäten sind nicht einfach umzuschalten

Ich habe vor ein paar Tagen darüber geschrieben, wie großartig ich Potsdam finde. Das historische ebenso wie das moderne Potsdam. So wunderbare Bausubstanz, so viele kleine tolle Restaurants, Bagel-Shops und Geschäfte aller Art. Und 20 Prozent wählen hier immer noch die SED in freien geheimen Wahlen. Was ist los mit diesen Leuten? Was läuft da schief?

Ich könnte hier noch stundenlang Beispiele und Begegnungen mit Freunden aus Ostdeutschland zitieren. Aber Sie kennen das Thema ja selbst.

Wir wollen einen Beitrag leisten, dass Deutsche aus Ost und West ins Gespräch darüber kommen, wer wir sind, und wie wir gemeinsam in eine gute Zukunft kommen. Ohne Streit und Neidgunst.

Wir werden am 17./18. Juni 2023 eine Veranstaltung organisieren: „Ost und West am Feuerkorb“, wo wir Sie und Euch einladen, miteinander zu sprechen über das, was gut läuft, über das, was nicht funktioniert, und warum das so ist, wie es ist. Und wie wir voran kommen mit unserer gemeinsamen deutschen Identität. Erzählen Sie Ihre Geschichten und hören Sie, was andere denken!

Die Veranstaltung wird in einer Stadt an der früheren Grenze zwischen Brandenburg und Niedersachen stattfinden. Mehr erfahren Sie, wenn Sie sich JETZT kostenlos und unverbindlich registrieren mit einer Mail an: kelle@denken-erwuenscht.com. Bitte mit Namen, Vornamen, Wohnort!

+++Und wenn Sie einfach nur dafür spenden wollen, dass solche Veranstaltungen stattfinden: das ist natürlich auch möglich: PayPal @KelleKlaus oder durch Überweisung auf DE18 1005 0000 6015 8528 18+++




Deutsches Kulturgut Currywurst

Man nennt sowas heute Fast Food, Street Food oder auch Soul Food, kleine Mahlzeiten für den Hunger zwischendurch.

Wenn Sie wie ich viel unterwegs sind, nutzen Sie die Gelegenheiten, mal schnell an einer Currywurstbude in Berlin eine extra scharf zu bestellen, wenn fünf Minuten mehr Zeit ist, auch mit Pommes Majo, was wiederum nicht gesund für alte weiße Männer mit ein klein wenig Übergewicht ist.

Aber was ist schon gesund an diesem Leben?

Ich habe nichts gegen Döner oder Gyros/Pita, schmeckt mir sehr, aber Currywust ist meine Nummer 1 an der Imbissbude. Seit Jahrzehnten.

Angeblich wurde die Currywurst in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin erfunden.

Wo denn auch sonst? Von Herta Heuwer, die (laut wikipedia) seit Sommer 1949 einen Imbissstand an der Ecke Kant-/Kaiser-Friedrich-Straße in Charlottenburg betrieb. Am 4. September 1949 servierte sie, so die Legende, ihren Gästen erstmals eine gebratene Wurst mit einer selbst angerührten Currywurstsauce nach eigenem Rezept. Und schwupps, schon hatte sie ein Stück Weltkulturerbe geschaffen.

Und weil das Geschäft lief, schrieb sie „1. Currywurst-Braterei der Welt“ auf ein Schild vor ihrem Imbiss, ja, sie ließ sich die Wort-Bild-Marke „Chillup“ für ihre Sauce schützen – eine Mischung aus Chilli und Ketchup. Bill Gates und Elon Musk hätten ihre Freude an Hertas Erfolgsgeschichte.

Warum erzähle ich Ihnen das?

Zum einen, weil ich nachher auf den Weihnachtsmarkt gehe, und vermutlich vor dem Glühwein noch schnell eine Currywurst essen werde.

Zum anderen, weil ich gestern an einer Autobahnraststätte an der A 2 in Niedersachsen – auf dem Rückweg von Berlin nach Hause – anhielt, um eine Currywurst zu essen und danach einen Kaffee zu trinken.

Die Currywurst, die mir dort skandalöserweise vorgesetzt wurde, war keine Bratwurst, sondern eine Brühwurst, wie man in meiner Heimat sagen würde: eine Bockwurst.

Und das geht überhaupt nicht. Currywurst muss zwingend Bratwurst sein. Besser nicht in einer Fettpfanne wie in manchen Fußballstadien im Rheinland, sondern auf dem Holzkohlegrill gebrutzelt. HOLZKOHLEGRILL – bei Union Berlin, auf der Bielefelder Alm und in Thüringen weiß man genau, was ich meine. Nur das ist eine echte Currywurst, nur das verdient es, von Ihnen und mir gegessen zu werden.

Guten Appetit!




Patriotismus und Selbsthass passen nicht zusammen

Es ist also genauso gekommen, wie Spötter das erwartet und zunehmend auch öffentlich artikuliert haben. Fußball-WM in Katar, erstes Spiel der Vorrunde, Klatsche gegen Japan. Und wer sich am Abend das 7:0 unseres nächsten Gruppengegners Spanien gegen Costa Rica angeschaut hat – den beschleicht eine Ahnung, dass am Sonntagabend im deutschen Mannschaftsquartier schon die Reisetaschen gepackt werden könnten.

Uli Hoeneß, sozusagen der Vater aller deutschen Fußballmanager, hat es heute in einem RTL-Interview klar ausgesprochen:

„Die WM, wie sie sich derzeit darstellt, wird auf jeden Fall kein Erfolg sein, das ist jetzt schon klar, und sie wird dem Fußball insgesamt auf jeden Fall schaden.“ Amen!

Aber so einfach wollen wir es uns nicht machen. Der Bayern-Ehrenpräsident klagt nämlich nicht nur über das Ansehen der globalen Sportveranstaltung, über sinkende Zuschauerzahlen in den Stadien und vor dem TV-Bildschirmen. Er sagt auch:

„Jahrelang hatte man Zeit genug, die Dinge anzusprechen und die entsprechende Macht auszuüben. Ich glaube, die europäischen Verbände haben überhaupt noch nicht erkannt, welche Macht sie wirklich haben.“

Und das ist der Punkt. Jetzt sind alle gratismutig. Die Mannschaft, unsere Nationalmannschaft, macht sich mit der Beteiligung an der selten dämlichen Binden-Diskussion zum Gespött selbst gutwilliger Fußballfans. Rund um die Uhr wird über fehlende Vielfalt bei der WM und Homosexuellenrechte in Katar in den Medien palavert. Rundfunkmoderatorinnen, deren Namen ich noch nie vorher gehört habe, schaffen es auf Titelseiten, weil sie im Studie diese alberne Binde tragen, die den Sportlern von der FIFA verboten wurde. Und Bundesinnenministerin Nancy Faeser ist besonders mutig und trägt die Armbinde in der Ehrenloge neben dem peinlichen FIFA-Päsidenten. Wo seid Ihr alle die vergangenen zwölf Jahre gewesen?

Was soll das alles? Ein einziges Kasperletheater, und Deutschland ganz vorn dabei.

Wie Sie wissen, teile ich die Kritik an all dem und noch vielen anderen Dingen im Zusammenhang mit dieser Fußball-WM. Aber ich bin auch Fußballfan, und ich bin Deutscher.

Vorhin war es ein bisschen so wie früher – für 45 Minuten wenigstens und ohne Grill. Mit ein paar Freunden vor der Glotze, Deutschland gegen Japan, Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft. Bier auf dem Tisch (König Ludwig Hefeweizen), Siegeszigarren griffbereit. Die erstes Halbzeit unserer Mannschaft war richtig gut, schnell, ballsicher, bestens eingestellt. Wer da etwas anderes gesehen hat, der hat vom Fußball nicht den Hauch einer Ahnung.

Was man den Männern im deutschen Trikot vorwerfen kann, ist einzig, dass sie nach dem 1:0 nicht nachlegen konnten. Meine kühne Behauptung, die wir nie belegen können werden: Wäre das zweite Tor kurz vor der Halbzeit nicht aus einer Abseitsposition gefallen, und die Jungs wären mit 2:0 zum Pausentee gegangen, dann hätte die deutsche Mannschaft das Ding gewonnen, vielleicht letztlich sogar noch 3:0. Und Deutschland läge im Siegestaumel. Aber hätte, hätte, Fahrradkette…

Es kam anders, wie Sie wissen.

Die Japaner kamen auf den Platz zurück, rannten und dribbelten und kämpften, als ginge es um ihr Leben. Sie wollten das Spiel gewinnen. Sie zeigten diesen unbändigen Willen, den man früher bei deutschen Mannschaften bewundert hat. Und sie siegten, völlig verdient mit 2:1 gegen unsere Helden, die dafür bei Armbinden und Haltungsgesten aber stilbildend sind.

Viel spricht dafür, dass am Sonntag gegen Spanien für die deutsche Mannschaft Schluss sein wird. Spanien und Japan kommen weiter, die Deutschen fliegen mit ihren ungetragenen Armbinden nach Hause.

Was mich aber bei all dem stört, ist die Häme eines nicht unerheblichen Teils des Publikums gegen die deutsche Mannschaft.

Das macht man nicht. Auch wenn ich das ganze Theater um Manuel Neuer und Oliver Bierhoff und die FIFA und den DFB und die Armbinde und die Hände vorm Mund für ätzend, ja lächerlich, halte, ist dies unsere deutsche Fußballrepräsentanz in aller Welt. „Unsere“ Nationalmannschaft. Und ich weiß nicht, wie man sich als Patrioten verstehen kann und dann unbedingt will, dass die eigene Mannschaft verliert. Da ist dann der Punkt, wo ich nicht mitgehe.

Wenn man „Deutschland zuerst!“ fordert, und aber gleichzeitig hofft, dass unsere Mannschaft in der Vorrunde ausscheidet, dass es im Winter in unseren Wohnungen kalt bleibt, oder – wie neulich ein Vollhonk auf Facebook schrieb – dass „die Russen gleich durchmarschieren bis zum Rhein“, dann ist man nichts eeniger als ein Patriot.

Und im Übrigen: Die deutsche Mannschaft hat noch immer alle Chancen, das Turnier erfolgreich zu bestreiten. Wir werden im Winter beheizte Wohnungen haben in Deutschland. Und die Russen kommen augenscheinlich nicht mal an Cherson vorbei. Also: den Superpatrioten spielen, aber gleichzeitig hoffen, dass alles zusammenbricht, das ist vollkommen unlogisch.

 




Jetzt ist vielleicht die letzte Chance…

Liebe Leserinnen und Leser,

in was für Zeiten leben wir bloß? Krise reiht sich an Krise, Teile der Bevölkerung radikalisieren sich, andere tauchen in Lethargie ab und beschäftigen sich mit den Weihnachtsvorbereitungen. Ich erkenne unser Land an manchen Tagen nicht wieder. All dieser Streit, all dieser Hass, und dabei sollten wir Deutschen doch gerade jetzt zurammenrücken und zusammenhalten.

Ich weiß wirklich nicht, wie das in der Zukunft alles irgendwann wieder gut werden soll.

Die bürgerliche Mitte, das klingt gut, oder? Ist es auch.

Der Mittelstand, der Rechtsstaat, Heimat und Tradition – wir könnten es richtig schön haben. Und ja, wenn Sie Ihre Ersparnisse ein wenig verteilt haben auf Konten in aller Welt, sofern Sie Ersparnisse haben und ein Appartment in der Schweiz, Kroatien oder den Vereinigten Staaten, dann kommen Sie zurecht. Aber wer hat das schon?

Große Teile unserer Gesellschaft bangen, was vor uns allen liegt. Wie bezahlen wir Strom, Lebensmittel, unsere Versicherungen und Darlehen demnächst?

Ich kenne einige wirklich wohlhabende Menschen, die meisten von Ihnen verprassen ihr Geld keineswegs fürs Luxusleben, sondern sie geben der Gesellschaft etwas zurück, wie das so schön heißt, und spenden großzügig für soziale Projekte, für die Armen, für Kinder, die keine Perspektive auf ein gutes Leben haben.

Und dann die andere Seite, die wachsende Verwahrlosung im Volk der Dichter und Denker. Was mir Polizeibeamte erzählen, die bei Durchsuchungen und Festnahmen fremde Wohnungen betreten, das können Sie sich nicht vorstellen. Da leben Leute buchstäblich im Müll, und es scheint sie nicht einmal zu stören, solange der Flachbildschirm flimmert und die Handyrechnung bezahlt ist. Letztens erzählte mir ein Polizeibeamter in Ostdeutschland von einer Wohnung, wo der Kühlschrank innen grün schimmerte, alle Lebensmittel waren seit Monaten abgelaufen. Müll, schmutzige Wäsche überall verstreut, ein mehr als strenger Geruch, vom Klo oder was man Badezimmer nennen könnte, will ich Ihnen gar nicht erzählen hier.

All das passiert im Jahr 2022, im besten Deutschland, in dem wir gut und gerne blabla. Erstmals überhaupt habe ich den Eindruck, dass dieses Land, unser Vaterland, kippen könnte. In nicht allzu langer Zeit. Die Wirtschaft angeschlagen, die Meinungsfreiheit eingeschränkt und Bekloppte da draußen, die Lauterbach entführen und das Deutsche Reich von 1871 neu errichten wollen, mittels Bürgerkrieg. Was ist los da draußen? Und wer leistet Widerstand, wer versucht den drohenden Kollaps aufzuhalten? Die CDU? Die FDP? Die AfD? Ja, glauben Sie das wirklich immer noch?

Ich glaube das nicht. Wir haben viele Jahre gehört, es könnte ja schlimmer sein. Und mussten dann erfahren, dass es aber auch immer schlimmer wurde. Was ich Ihnen sagen möchte: Ich glaube an das Konzept der bürgerlichen Mitte. Wirklich. Ich setze auf die Menschen, die noch arbeiten für ihr Geld. Auf alle die, die durchhalten, die versuchen, ihre Familien zusammenzuhalten, Kinder bekommen und Ihnen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Ich glaube an den Rechtsstaat und unabhängige Gerichte, an freie Wahlen.

Aber, bitte entschuldigen Sie die Formulierung, dazu müssen wir alle endlich den Arsch hochkriegen!

Wir denken doch alle immer, es wird schon irgendwie alles gut. Et hätt noch imma joot jejange…nein, dieses Mal nicht.

Wir müssen uns zur Wehr gegend die schlimmen Fehlentwicklungen setzen, uns ernsthaft mit realer Politik beschäftigen, und organisieren und einen gemeinsamen Kurs einschlagen – nicht alle im Detail einig – aber in der großen Richtung.

Und ich lade Sie, jeden einzelnen, ein, mich auf diesem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Bei unserer Schwarmkonferenz Ende Oktober können wir den Startschuss geben. Nicht für eine neue Partei, nicht für wirre Theorien, aber für einen neuen gesellschaftlichen Aufbruch. Die bürgerliche Mitte hat in der deutschen Geschichte so oft versagt, wenn es drauf ankam. Dieses Mal ist Versagen keine Option mehr.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

Wenn Sie Ideen zu diesem Thema haben, und Ihre Gedanken aufschreiben möchten, schreiben Sie mir: kelle@denken-erwuenscht.com!

Wenn Sie noch eine der letzten paar Dutzend Tickets für das Schwarmtreffen vom 28. bis 30. Oktober 2022 in Nordbayern haben möchten, schreiben Sie mir mit Namen, Vornamen, Wohnort ebenfalls an: kelle@denken-erwuenscht.com!

 

 




Nicht alles schlecht in Deutschland

Einer meiner beiden Onkels lebt in Andorra. Nach dem großen Krieg verliebte er sich in den 60ern in die Tochter eines britischen Offiziers und zog nach England. Nicht einfach so als Deutscher damals, aber er kämpfte sich durch, wurde irgendwann Prokurist in einer Firma, dann Geschäftsführer und als er das Rentenalter erreichte, verkaufte er die über viele Jahre angesammelten Aktien und lebt seitdem vom Ersparten aus dieser Zeit heute in Andorra.

Warum erzähle ich Ihnen mal wieder mein Familiengedöns?

Weil es interessant ist, was er sich wünscht, wenn ich Freitag dort ankomme. Vorweg muss ich sagen, mein Onkel stammt wie unsere ganze Kelle-Sippe aus einem kleinen Kaff namens Lage im schönen Lippe. Und die Erinnerungen sind offenbar nicht verblasst, denn er bat mich, ob ich ihm wohl lippische Landleberwurst mitbringen könne.

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass mein Onkel inzwischen 95 Jahre alt ist und neben den üblichen Gebrechen des Alters in bester Verfassung. Er selbst führt das darauf zurück, dass er auch heute noch manchmal auf seiner Terrasse dem Sonnenuntergang zuschaut und dabei einen Scotch trinkt und eine gute Zigarre raucht.

Aber seine Zeit in Lage ist ungefähr 60 Jahre vorbei. 60 Jahre! Und er möchte die Leberwurst von damals. Ja, die Heimat…

Ich habe die natürlich inzwischen besorgt und noch Pommersche Landleberwurst, weil die auch sehr gut ist. Und ein paar Flaschen verschiedener bayerischer Biersorten und für seine Lebensgefährtin gibt’s – auch auf ihren ausdrücklichen Wunsch – Marzipan aus Lübeck.

Lerne: Es ist nicht alles schlecht in Deutschland!