„Kloppo“ mächtig sauer über Trump und Infantino
Der Platzverweis des Amerikaners sei eine Tatsachenetscheidung gewesen, die gelten müsse. Klopp: „Da gibt es keine zwei Meinungen. Das ist eine Rote Karte.“
Der Platzverweis des Amerikaners sei eine Tatsachenetscheidung gewesen, die gelten müsse. Klopp: „Da gibt es keine zwei Meinungen. Das ist eine Rote Karte.“
Präsidenten, Bundeskanzler, Regierungschefs, wie immer sie bezeichnet werden, sind wie sie sind. Mann muss sie so nehmen, wie sie sind, und im Sinne der gemeinsamen Sache versuchen, das Beste daraus zu machen.
US-Präsident Donald Trump ist eine andere Kategorie
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fühlt ich jetzt gerade beleidigt durch Trump, der in einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender La7 vom G-7-Gipfel in Frankreich sagte, Meloni habe sie dort um ein gemeinsames Foto „angebettelt„. „Frei erfunden“, schimpfte Meloni, als sie davon erfuhr und bekannte auf X, sie sei „fassungslos“. Meloni: „Ich und Italien betteln nie!“
In dem Interview setze Trump sogar noch einen drauf, als er den Reportern erzählte, er habe dem Foto zugestimmt, weil er „Mitleid“ mit Meloni gehabt habe. Diese könne sich „glücklich schätzen“, dass er sich überhaupt mit ihr unterhalten habe.
Nicht zum ersten Mal brüskiert der US-Präsident damit seine engsten Verbündeten auf dem alten Kontinent, so wie er es schon mehrfach auch mit Frankreichs Emmanuel Macron und dem Briten Keir Starmer getan hat.
Meloni: „Ich weiß nicht, warum der Präsident der Vereinigten Staaten sich so gegenüber seinen eigenen Verbündeten verhält…“
Ich weiß es auch nicht, Mit unseren Gegnern Putin, XI und Kim geht er jedenfalls respektvoller um…
Als Stammleser wissen Sie, dass ich mich von den öffentlich-rechtlichen Palaverrunden schon vor Jahren weitgehend verabschiedet habe. Manchmal höre oder lese ich danach, dass es etwas Spektakuläres gab, dann schaue ich in der entsprechenden Mediathek nach. Aber freiwillig? No way …
Anders gestern, als ich beim Zappen am späteren Abend zufällig in eine Sonderform von „Hart aber fair“ rutschte … und tatsächlich hängen blieb.
„Was hält Deutschland noch zusammen?“, so das Thema in den sogenannten „ARD-Dialogwochen“, und neben Politikern kamen offenbar dieses Mal nicht ausgesuchte rot-grüne Stichwortgeber, sondern ernsthaft verärgerte Bürger zu Wort.
Was verbindet uns Deutsche eigentlich noch?
Das ist eine gute, ja zentrale Frage, denn selbst in einem konservativen Biotop wie diesem Blog fällt es heute oft schwer, das noch zu erkennen.
Wie viel schwerer ist es dann erst draußen unter den 84 Millionen Bewohnern Deutschlands?
Nehmen uns die da oben überhaupt noch ernst?
Wissen Politiker in Berlin, weiß der Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) überhaupt, woran seine Mitbürger im Alltag fast verzweifeln? Und versteht er, warum er seit Wochen auf dem letzten Platz im allwöchentlichen Politiker-Ranking steht?
Er und die anderen wissen das, aber sie haben wenige Möglichkeiten, schnell Gravierendes zu verändern, behauptete der frühere SPD-Chef und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, der so langsam zu meinem Lieblings-Sozi avanciert.
Und er erzählte, wie sich die Versammlungen in seinem SPD-Ortsverein verändert haben über die Jahre. Früher, sagte er, da saßen da 150 Leute in einem rauchgeschwängerten Hinterzimmer. Da war die Verkäuferin dabei und der Facharbeiter und Menschen aus der ganzen Breite dieses Landes und redeten sich über Themen aus ihrem Alltag die Köpfe heiß. Heute hocken da eine Handvoll Leute, die nicht einmal ansatzweise den Querschnitt in Deutschland repräsentieren und über die Straße von Hormuz debattieren.
Das kann man machen, denn – auch da haben Gabriel und die frühere Grünen-Chefin Ricarda Lang recht – alles hängt mit allem zusammen.
Wenn der US-Präsident beschließt, den Iran anzugreifen, dann ist das ein ganz praktisches Problem für den Transportunternehmer in Bocholt, der seine Autos morgens tanken und viel mehr dafür bezahlen muss, als er geplant hatte. Trump fragt Deutschland nicht, kein Politiker in Berlin trägt die Schuld daran, aber wir alle müssen unsere Autos tanken können.
Doch die deutschen Politiker bekommen natürlich zurecht auch ihr Fett weg.
Wenn Friedrich Merz im Wahlkampf eine Schuldenbremse verspricht und dann Milliarden rausballert für vermeintlich gute Zwecke, das Geld aber dann dort gar nicht ankommt, dann ist das Betrug am Wähler. Sowas macht man einfach nicht. Doch sie haben es gemacht.
Ich muss zugeben, dass auch Ricarda Lang gar keinen schlechten Eindruck machte in der Runde, sogar davon sprach, dass man in der praktischen Politik immer auch als Grüne bereit sein müsse, Kompromisse zu machen. Auch sie wusste von Besucherinnen ihrer Bürgersprechstunden zu erzählen, wo man ihr sagte, man würde ja gerne die Grünen wählen…aber…
Warum konnte die AfD so stark werden und wird sogar noch immer stärker?
Das beherrschte das letzte Drittel der TV-Runde gestern. Sven Schulze (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt vielleicht nur noch bis zum 6. September, bekräftigte das Nein seiner Partei zu jeder Zusammenarbeit mit der AfD. Aber auch er bestritt nicht, dass die Stimmung schlecht sei und die AfD enormen Zulauf verzeichnet.
Genau an diesem Punkt wurde ganz klar, warum die AfD immer stärker und auch gute Sendeformate im Staatsfunk immer unbeliebter werden.
Warum sitzt in einer solchen Runde nicht wenigstens ein einziger Vertreter der derzeit mit Abstand stärksten politischen Partei in Deutschland? Warum reden Sie alle über die AfD, aber niemand hat den Arsch in der Hose, sich direkt, hart aber fair mit der Partei auseinanderzusetzen?
Haben Sie auch den Super Bowl geguckt vergangene Nacht? Ich habe mir die „Halftime Show“ mit „Bad Bunny“ noch gegeben und war dann so gegen 4 Uhr in meinem Bett, was für einen Mann meines Alters respektabel, aber dann auch genug ist.
Die Seattle Seahawks haben übrigens gegen die New England Patriots mit 29:13 gewonnen. Ich hatte mich vor Beginn tatsächlich auf die Seahawks festgelegt, aber nicht, weil das eine Herzensangelegenheit für mich wäre, sondern weil man in meiner konservativen Welt bei einem Wettkampf immer vorher wissen muss, zu wem man hält.
Und ich schaue den Super Bowl ja nicht, weil American Football persönlich mein Sport Nummer 1 wäre. Ich mag es, einmal im Jahr in das uramerikanische Lebensgefühl einzutauchen. Das „Colonial-Café“ in Werder (Havel) war bis auf den letzten Platz besetzt, viele im vorwiegend männlichen Publikum trugen Trikots – vorwiegend der Patriots – und das Burger-Menü mit Süßkartoffelpommes und Bacon war perfekt. Dazu zwei große irische „Murphy’s“ – viel mehr brauchst du nicht als Mann…
Witzigerweise plauderten meine Freunde und ich in den zwei Stunden, bevor es losging, ausführlich darüber, was Mannsein eigentlich heute noch in Deutschland bedeutet und wie nervtötend diese ganze grün-woke Blase doch ist, aber dann war Amerika und Charlie Puth sang die Nationalhymne, dass man Gänsehaut bekommen konnte.
„Bad Bunny“ war der Star für die Halbzeitshow, ein weltweit mega erfolgreicher Rapper aus Puerto Rico. Ich fand seine Performance gut, aber auch ungewöhnlich, wenn man in den Jahren vorher Katy Perry, Lady Gaga oder Justin Timberlake und Snoop Dogg gesehen hat. Gaga war übrigens vergangene Nacht auch dabei, solide in Blau, stimmstark wie immer.
Nur dem amerikanischen Präsidenten hat es gar nicht gefallen
Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die Halbzeitshow sei „absolut furchtbar“ und „eine der schlechtesten aller Zeiten“. Trump regt sich auf, dass der Auftritt des „Hasen“ größtenteils auf Spanisch dargeboten wurde. Wörtlich: „Niemand versteht ein Wort, das dieser Typ sagt“.
Naja, das mag für seine MAGA-Freunde zutreffen. Die 68 Millionen Mexikaner, Puerto-Ricaner und Kubaner in den Vereinigten Staaten dürften das mehrheitlich anders gesehen haben. Viele von denen wählen Trump übrigens auch…
Soweit hat der Präsident wohl nicht gedacht, und sein Pressestab bestellte wohl gerade per Mail Pizza für die Mittagspause, als es im Weißen Haus um die Frage ging, ob führende Politiker zu sportlichen und kulturellen Events nicht auch mal den Mund halten können.
Zu Olympia hat er sich auch geäußert
Die Eröffnungsfeier fand er wohl nicht so gut. Und während olympische Wettkämpfe in der Regel den Patriotismus im eigenen Land befeuern, meint Trump, er müsse den amerikanischen Freestyle-Skifahrer Hunter Hess öffentlich als „echten Loser“ beschimpfen. Irgendeinen Grund wird Trump wohl haben dafür, aber warum hält er nicht einfach mal das Maul?
Er ist der Präsident der Vereinigten Staaten, nominal und real der mächtigste Mann auf dem Planeten. Warum muss er etwas dazu sagen, was er von Bad Bunny und Hunter Hess hält? Oder nebenbei, nur in einem Halbsatz, dass er die nicht gut findet. Aber Trump kann nur die große Keule, und irgendwann nervt das auch Menschen wie mich, die vieles von dem, was er tut, richtig und manchmal gut finden, wie zum Beispiel die Maduro-Aktion.
Mit seinen schnippischen Bemerkungen wertet Trump selbst die Aussagen von Bunny und Hess deutlich auf. Würde er sie ignorieren, wäre deren Kritik an Trump bedeutungslos, das erwartbare Gejammer aus der linkswoken Kulturszene. Erst weil Trump reagiert und dann auch noch so harsch, wird die Kritik der Kulturszene relevant.
Wir hatten das ja hier im Kleinen auch vor Jahren schon, wo man sich fragt, warum zu politisch komplizierten Themen im ARD-Talk bei Will oder Maischberger plötzlich irgendwelche zweitklassigen ARD-Schauspieler in der Runde sitzen, um über die Stabilität des europäischen Finanzsystems mitzureden.
Gestern Abend wurde Gil Ofarim „Dschungelkönig“ und weinte vor Freude, wahrscheinlich vor allem über die 100.000 Euro Preisgeld, die er von RTL bekommt. Dann kann er diese 40.000 Euro Schmerzensgeld an den Hotelmitarbeiter bezahlen, den er fälschlicherweise des Antisemitismus beschuldigt hatte. Und die 30.000 Euro Prozess- und Anwaltskosten gleich mit.
Aber würde Bundeskanzler Friedrich Merz dazu auf X twittern, wie doof er Ofarims Outfit mit Krone und Zepter fand?
In den Hauptstädten der EU-Mitgliedsstaaten zerbrechen sich auch heute Abend viele Entscheidungsträger und Strategen ihre Köpfe über die Frage, was US-Präsident Donald Trump mit seiner Forderung, Grönland zu übernehmen, wirklich bezweckt.
Denn eins ist klar: Die Vereinigten Staaten von Amerika brauchen die größte Insel der Welt nicht. Denn sie sind ja schon da, sie haben alle Rechte, um ihre Truppen dort massiv in kürzester Zeit aufzustocken. Dänemark, Grönland, die EU und die NATO – sie alle sind bereit zu einem einvernehmlichen „Deal“ mit dem US-Partner. Und dennoch zieht Trump sein Vorhaben durch.
Ist das eigentliche Ziel vielleicht gar nicht Grönland? Geht es ihm um eine Machtdemonstration vor den Augen der ganzen Welt? Will der US-Präsident die Europäer insgesamt demütigen?
Leider ist keine der denkbaren Szenarien, so absurd sie auch scheinen, auszuschließen
Die transatlantischen Beziehungen jedenfalls stehen vor einem historischen Tiefpunkt. In nur 48 Stunden ist zwischen den Partnern jenseits des Atlantiks und Europa ein veritabler Handelskrieg ausgebrochen, der die Grundfesten der NATO erschüttert. Nach der Ankündigung massiver Strafzölle gegen acht europäische Kern-Alliierte schlägt Europa nun mit ungewohnter Härte und Einigkeit zurück.
„Allianz der Acht“: Widerstand gegen die Erpressung
In einer gemeinsamen Erklärung haben heute Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Finnland, Schweden und Norwegen den US-Präsidenten scharf zurechtgewiesen. Die Botschaft ist eindeutig: „Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation.“
Die Wut der Europäer gilt Trumps Versuch, den unerreichbar scheinenden Kauf Grönlands durch wirtschaftliche Daumenschrauben zu erzwingen.
Ab dem 1. Februar sollen 10 Prozent, ab Juni sogar 25 Prozent Zoll auf Waren aus diesen Ländern erhoben werden. Trump ist anscheinend verärgert über die eher symbolische Aktion einiger europäischer Staaten, kurzzeitig Soldaten nach Grönland zu verlegen. Das Weiße Haus fühlt sich durch die Mission „Arctic Endurance“ provoziert, an der auch 15 Bundeswehr-Soldaten beteiligt waren. Die sind längst auf der Rückreise, aber in Washington ist man befremdet.
Klare Kante gegen Washington
Europäische Schwergewichte wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichneten das Vorgehen Trumps als „Frontalangriff auf das Völkerrecht und die europäische Würde“. In einer leidenschaftlichen Ansprache sagte er:
„Europa ist kein Spielplatz für Immobilien-Deals des 19. Jahrhunderts. Die Souveränität Grönlands und Dänemarks ist nicht verhandelbar. Wer unsere Wirtschaft mit Strafzöllen überzieht, um Landstriche zu kaufen, handelt nicht wie ein Verbündeter, sondern wie ein Aggressor. Frankreich wird jede Maßnahme der EU zur Vergeltung unterstützen.“
Und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, eigentlich eine der engsten Verbündeten Trumps und der USA, redete erstaunlich deutlich, obwohl Italien nicht direkt von der ersten Zollwelle betroffen ist.
Meloni:
„Die Einheit des Westens darf nicht für territoriale Ambitionen geopfert werden. Wenn die USA glauben, sie könnten europäische Nationen durch wirtschaftliche Erpressung spalten, haben sie sich geirrt. Italien steht in voller Solidarität mit Dänemark und unseren Partnern. Ein Angriff auf einen von uns ist ein Angriff auf den europäischen Binnenmarkt.“
Medien berichten am Abend, dass sich Brüssel auf den Ernstfall eines Handelskrieges vorbereitet. Das Anti-Coercion Instrument (ACI) der EU sei „scharfgeschaltet“.
Die EU bereitet danach Listen vor, die vor allem Industrien in politisch sensiblen US-Bundesstaaten treffen sollen. Von Agrarprodukten bis hin zu High-Tech-Gütern könnte der US-Exportmarkt empfindlich gestört werden. Es wird diskutiert, regulatorische Daumenschrauben für Unternehmen wie Google, Amazon und Meta anzuziehen. Und: „Wenn die USA so weiter agieren, ist es das Ende der NATO.“ Die Aufkündigung der militärischen Zusammenarbeit in der Arktis wäre ein strategisches Desaster für die USA, die dort auf europäische Infrastruktur angewiesen sind.
Die Karten für Europa sind nicht schlecht
Der Zeitpunkt dieses Konflikts könnte allerdings nicht ungünstiger sein. In Moskau wird der Krimsekt im Kreml sprudeln, und Wladimir Putin kommt abends wahrscheinlich vor Lachen nicht in den Schlaf, wenn er westliche Nachrichtensendungen verfolgt.
Hinzu kommt – wenig im Blick der Öffentlichkeit – das jüngst beschlossene Mercosur-Abkommen der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft, die 1991 von Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gegründet wurde. Ziel ist der Freihandel zwischen den Mitgliedsstaaten und jetzt auch den EU-Staaten. Ein fetter Deal im amerikanischen Hinterhof, ohne Uncle Sam zu fragen. Nun, das wird Donald Trump nicht gefallen. Und es ist ein weiterer Pluspunkt für die Europäer.
Während Trump auf seinem Kanal Truth Social behauptet, der Kauf Grönlands sei für die nationale Sicherheit der USA alternativlos, zeigt sich Europa derzeit so geschlossen wie selten zuvor. Der 1. Februar 2026 wird zum Schicksalstag: Entweder lenkt Washington ein, oder der Westen schlittert in einen Grabenkrieg, der weit über Handelsbilanzen hinausgeht.
Heute Morgen habe ich mit einem guten Freund in Berlin telefoniert, und, was soll ich sagen, nach zwei Minuten waren wir beim Thema Donald Trump. Irgendwie fasziniert uns der Mann, weil er so…anders ist.
Einer aus dem amerikanischen Establishment, der aber das amerikanische Establishment gleichzeitig zutiefst verachtet. Einer, der unverschämt ist, respektlos gegenüber Frauen und politischen Gegnern und Journalisten. Und gleichzeitig aber viele Dinge gut und richtig macht. Zuletzt die Nummer mit Maduro und danach das Kapern der russischen Schattenschiffe – das war ganz großes Kino, und es war richtig. Nicht völkerrechtlich korrekt, aber dennoch notwendig und gut.
Beim Thema Trump und Grönland waren mein Freund und ich uns allerdings zu 100% einig.
Der amerikanische Präsident hat nicht alle Latten auf dem Zaun
„Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland zum Zweck der nationalen Sicherheit“, sagt Trump. Und: Dänemark sei allein nicht in der Lage, Russland und China Paroli zu bieten. Und das stimmt. Deutschland ist allein auch nicht in der Lage, Russland und China Paroli zu bieten.
Deshalb gibt es ja die NATO, das stärkste, größte und erfolgreichste Verteidigungsbündnis in der Geschichte der Menschheit. Und Trump will deshalb auch nicht Deutschland oder Frankreich zu US-Bundesstaaten machen. Dieses ganze Thema ist vollkommen idiotisch, zumal die USA jetzt schon weitgehende Befugnisse auf der größten Insel der Welt haben. Und eine aktive Militärbasis und mehrere verlassene Militärbasen, die sofort wieder in Betrieb genommen werden können.
Was soll der Unsinn also?
Die Regierungen von Dänemark und Grönland haben deutlich gemacht, dass ein Verkauf oder eine Annexion des Territoriums durch die USA nicht akzeptabel sind. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte vor einem Ende der NATO, sollte die US-Regierung ihre Ankündigungen wahr machen.
Also, Mr. President, Finger weg von Grönland.
Please go play golf at Mar-a-Lago…!
Es ist dieser dumme platt Populismus, mit dem wenig wichtige Politiker in der Öffentlichkeit zu punkten versuchen. Futter für die eigene Basis, mediale Aufmerksamkeit. Und gleichzeitig langweilig und vollkommen irrelevant.
Grünen-Chefin Lisa Mazzone aus der Schweiz will jetzt den amerikanischen Präsidenten Donald Trump vom World Economic Forum (WEF) Ende Januar in Davos ausladen. Denn mit der Kommandoaktion seiner Spezialisten gegen den Drogen-Clanchef Maduro in Venezuela habe er – allen Ernstes – das «Völkerrecht zerstört». Er solle zur Persona non grata in der Alpenrepublik erklärt werden.
Das wird den Lauf der Geschichte verändern, oder?
Wahrscheinlich traut sich Trump nun gar nicht mehr, überhaupt anzureisen. Und wenn er es dennoch mit Hilfe der Delta Force schafft, an der eidgenössischen Artillerie vorbei in die Schweiz und den Saal in Davos zu kommen, dann stellt man ihm einfach den Teleprompter und – der Mann kann auch frei sprechen – gleich noch das Mikrofon ab.
Ich wünschte, Frau Mazzone, hätte einfach ihre Klappe gehalten statt zu versuchen, auf irgendeinen großen Zug aufzuspringen, um so wenigstens ein bisschen Bedeutung zu finden…
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mein Vertrauen zu den amerikanischen Verbündeten wächst täglich. Durch Rat aber auch durch Tat. Denn Trump redet nicht nur – manchmal auch disruptiv gegenüber Freund wie Feind – er handelt auch. Heute Nachmittag zum Beispiel.
Da haben Spezialeinheiten der US-Marine sowohl im Nordatlantik vor der Küste Islands als auch in der Karibik die beiden unter russischer Flagge fahrenden Öltanker „Marinera“ und „Sophia“ der russischen Schattenflotte geentert und die Kontrolle über die sanktionierten Rostlauben übernommen. Grund: „Verstöße gegen US-Sanktionen“. Während des Einsatzes gegen die „Marinera“ waren ein russisches Kriegsschiff und ein U-Boot in der Nähe, griffen aber nicht ein.
Es ist atemberaubend, mit welchem Tempo die USA aus ihrem jahrelangen Tiefschlaf aufwachen und wieder die Führung der westlichen Welt in die Hände nehmen.
Die Geschichte mit Grönland gefällt mir nicht, obwohl ich auch da Trump und seiner Administration in der Analyse zustimme. Grönland und die Arktis sind von zentraler strategischer Bedeutung – sowohl aus unserer als auch aus der Sicht unserer Feinde und Konkurrenten. Dänemark kann das nicht allein wuppen – muss es allerdings auch gar nicht, denn die USA und die NATO können das gemeinsam ökonomisch entwickeln und schützen vor…den anderen.
Heute hat sich der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social ausdrücklich noch einmal zur NATO bekannt: „Wir werden immer für die NATO da sein, auch wenn sie nicht für uns da sein wird.“ Russland und China hätten allerdings keine Angst vor der NATO, wenn Amerika nicht dazugehören würde.
Und auch da hat er wahrschinlich recht.