Gehen wir die Dinge einmal grundsätzlich an!

Eine unserer „Foristen“ der ersten Stunde hat mich in eine Diskussion gezogen, die mich weiter intensiv beschäftigt. Das passiert übrigens oft, wenn hier kluge Menschen für Denkanstöße sorgen und wenigstens ein Mindestmaß an Differenzierungsfähigkeit ihr Eigen nennen. Das ist zweifellos bei den meisten von Ihnen so.

Deutschland hat große Probleme, wir stecken in einer dramatischen Krise. Aber anders als einige hier stehe ich ohne Wenn und Aber zu meinem Heimatland. Deutschland hat hohe Staatskredite, die aber bisher problemlos bedient werden können. Unsere Innere und Äußere Sicherheit sind mangelhaft, das vorrangige Problem der Massenmigration ist weiter ungelöst. Da sind wir uns wahrscheinlich einig.

Aber die Probleme liegen viel tiefer, sind viel gravierender als die Frage, wen oder was man wählen sollte. Das ist wichtig, aber bevor wir die Gegenmaßnahmen, die Therapie, angehen, sollten wir eine ausführliche Diagnose erstellen.

Wie ich unserer lieben „Foristin“ Frau Dr. Königs-Albrecht versprochen habe, beginnen wir heute damit und ziehen unsere Diskussion auf eine breitere Ebene, in der wir ein breiteres Publikum ansprechen und einladen… Nachfolgenden Beitrag habe ich eben als Titelstory bei TheGermanZ veröffentlicht:

Das „beste Deutschland aller Zeiten“ geht gerade vor die Hunde

Alles hat im Forum meines Blogs begonnen, wo vor einigen Tagen mit einer langjährigen Leserin aus Düsseldorf – die aktiven Leser im Blog nennen sich selbst „Foristen“ – eine Diskussion ausbrach, warum eigentlich Deutschland für andere Länder und offensichtlichen Unsinn (Fahrradwege in Peru) oder auch viele Millionen in Klima- und Antifa-Netzwerke stecken kann, aber die eigentlichen Kernaufgaben eines Staates nicht oder zumindest unzureichend sicherstellt.

Viele Deutsche sind auch heute stolz, dass wir zu den führenden Wirtschaftsnationen der Welt gehören. Doch hinter der glänzenden Fassade zeigen sich immer tiefere Risse im gesellschaftlichen Fundament. Das Grundgesetz verspricht uns allen, dass die Menschenwürde geschützt wird, dass wir sozial abgesichert sind, egal in welche Lebenslage wir rutschen, dass wir frei sind und keiner zurückgelassen wird.

Dann lassen Sie uns mal den Faktencheck machen!

Das wohl sichtbarste Zeichen für das Versagen unseres Staates ist die explodierende Zahl der Obdachlosen. Im November 2025 legte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. (BAG W) ihren Bericht vor, der erschütternde Ergebnisse zu Tage brachte. Zum Jahreswechsel 2024/2025 gab es in Deutschland sage und schreibe eine Million Menschen ohne eigene Wohnung.

Während die amtliche Statistik des Bundesamtes zum Stichtag im Januar 2025 „nur“ rund 474.700 Personen in staatlichen Unterkünften erfasste, bleibt das Heer der „verdeckt Wohnungslosen“ weitgehend unsichtbar. Wir reden da über Menschen, die bei Bekannten auf dem Sofa schlafen, in Gartenlauben ausharren oder ganz offen auf der Straße und unter Brücken leben. Ich habe das in Potsdam selbst mal erlebt, als ich zur kalten Jahreszeit in die Sparkasse ging, um Kontoauszüge zu ziehen. Da lagen zwei Männer in Schlafsäcken und wünschten mir freundlich einen „Guten Abend“, froh, die Nacht (und wahrscheinlich weitere) im Warmen verbringen zu können.

Wie kann das sein im angeblich besten Deutschland aller Zeiten?

Am fehlenden Geld liegt es definitiv nicht. Deutschland legt „Sondervermögen“ für hunderte Milliarden Euro auf, und das ist nur möglich, weil wir kreditwürdig sind und Banken das Geld jederzeit bereitstellen, um die marode Infrastruktur Deutschlands aufzubretzeln und unsere Landesverteidigung endlich sicherzustellen. Gut so. Und für die geduldeten, aber eigentlich abgelehnten, Asylbewerber gibt die Bundesregierung im Jahr 28 Milliarden Euro aus. Das ist alles möglich.

Und gleichzeitig erledigt unser Staat seine Grundaufgabe nicht: Er schützt das Existenzminimum „Wohnen“ für die Menschen in Not nicht, obwohl er es könnte. Dazu muss man nicht den Sozialismus einführen, im Gegenteil. Aber in Berlin wählen die Leute ja so, dass keine ausreichenden Wohnungen gebaut werden können, und starten stattdessen Volksbegehren für die Verstaatlichung von Immobilienkonzernen. Berlin ist echt anders…

Doch die Wohnprobleme sind längst nicht alles, an dem unser Staat krankt

Zu den nicht eingelösten Kernversprechen unseres Staates gehört auch eine anständige Bildung für unsere Kinder und Enkel.

Auch da ist Deutschland im internationalen Vergleich, insbesondere bei den PISA-Studien, weit hinten. Aktuelle Daten aus dem Jahr 2024 und 2025 zeigen, dass die Schere zwischen Kindern aus bildungsnahen und prekären Verhältnissen so weit offen klafft wie nie zuvor. Rund 2,2 Millionen Kinder sind in Deutschland armutsgefährdet – das sind über 15 % der jungen Generation. Warum ist Deutschland hier so schlecht?

Auf jeden Fall leiden unsere Schulen an chronischem Lehrermangel und viele Schulen sind in einem – entschuldigen Sie! – saumäßigen Zustand. Wenn sich Kinder nicht mehr trauen, in ihrer Schule auf die Toilette zu gehen, dann ist Alarmstufe Rot.

Aber es ist auch müßig, alles dem Staat aufzubürden

Wenn Eltern ihren Kindern Bildung vorenthalten oder dies aufgrund eigener Überforderung nicht leisten, muss der Staat mehr unternehmen. Wer in einem baufälligen Container unterrichtet wird und dessen Grundschullehrer ständig wechselt, hat gegen Kinder aus wohlhabenden Bildungs-Haushalten keine Chance. Unser Staat lässt zu, dass das Potenzial einer ganzen Generation durch Vernachlässigung eines großen und für Deutschland wichtigen Themas verschwendet wird.

Doch es kommt noch ärger

Die Vermüllung und Verwahrlosung in unseren Großstädten ist mehr als ein ästhetisches Problem. Es ist der Verlust an Respekt. Ein Verlust, der sowohl mit dem Schicksal des Nächsten als auch mit seinem Eigentum einhergeht.
In manchen Straßenzügen im Berliner Wedding, in Gaarden-Ost in Kiel, wo es die höchste Kinderarmutsrate in Schleswig-Holstein gibt, oder in Duisburg-Marxloh mit der grassierenden Verwahrlosung und der um sich greifenden Clankriminalität finden Sie unser Deutschland nicht mehr, das wir alle kannten und die meisten liebten.

Hat das etwas mit der ungezügelten Massenmigration aus islamischen Ländern zu tun?

Natürlich hat es das, aber es ist nicht der alleinige Grund. Diejenigen, die ihre Fernseher und vollgeschissene Windeln aus oberen Stockwerken der Mietbunker aus dem Fenster auf die Straße werfen, sind nicht der türkische Ladenbetreiber oder der junge ITler aus Syrien.

In diesen Bezirken und Stadtteilen regiert die Gleichgültigkeit

Vor Jahren dokumentierte RTL das Leben und Sterben in einem Hochhaus im Duisburger Stadtteil Hochheide, das im Volksmund der „Weiße Riese“ genannt wurde. Im Juli vergangenen Jahres wurde es abgerissen.

In einer der RTL-Reportagen wurde ein alkoholkranker Bewohner über einen längeren Zeitraum begleitet, und die Voyeure vor den Fernsehbildschirmen konnten dem erbarmungswürdigen Mann beim psychischen und physischen Verfall ungefiltert zuschauen, wie er vor laufender Kamera exzessiv Alkohol konsumierte und seine Wohnung dabei verwahrloste. Schließlich starb er und Hunderttausende können sagen, sie waren teilnahmslos dabei. Warum hat RTL nichts unternommen damals, warum hat niemand vom Duisburger Sozialamt Alarm geschlagen? Wie kann es sein, dass so etwas in Deutschland offen passiert und niemand hilft?

Wohnkomplexe wie der „Weiße Riese“ mit hunderten Mietparteien bieten eine extreme Anonymität. Todesfälle wurden oft erst nach Wochen bemerkt, wenn Verwesungsgeruch durch die Flure zieht. Postbeamte weigern sich, in solchen Gebäuden noch Briefe zuzustellen.

Das beste Deutschland aller Zeiten?

Klar, wenn man ein eigenes Haus und ein Aktienpaket hat, dann kann man es sich schön machen hierzulande auch heute noch. Aber unser Staat muss sich endlich wieder vorrangig um seine Leute kümmern und sich statt Gender-Lehrstühlen und anderem Unsinn darum kümmern, dass unsere Kinder und dieses Land eine Zukunft haben.

Stimmen Sie mir zu? Dann schreiben Sie mir persönlich bitte an: k.kelle@the-germanz.de!




Tragödien am Strand: Ein neues Fernsehformat setzt neue Maßstäbe – und zwar nach ganz unten

Beim Unterbietungs-Wettbewerb, welcher Fernsehsender am tiefsten ins deutsche Prekariat hineinsinken kann, hat Sat.1 im Moment die Nase ganz vorn. Wir Älteren haben ja damals gedacht, schlimmer als „Dschungelcamp“ kann Unterschichten-TV nicht sein, aber mitnichten.

„Frauentausch“ war auch ganz großes Asi-Kino oder die diversen „Promi-Dinner“ ohne irgendwelche Promis. Und immer sind Millionen Menschen bereit, sich das abends vor der Glotze mit ein, zwei Bieren und einer Schale Kartoffelchips ganz freiwillig anzutun.

Als ich allerdings gestern zufällig in einen Trailer auf Sat.1 für „Amore unter Palmen“ hineinschaute, war ich wirklich fassungslos wie weit runter es immer noch geht. Niveau ist keine Creme, Sie wissen schon…

 Viele von Ihnen werden das kennen

Sie sind im Urlaub, also wir zum Beispiel vor Jahren mal in der Türkei, in einer Ferienanlage in Antalya. Echt schön alles, viel Sonne, gutes Essen, Volleyballfelder – und wenn sie dann abends am Pool sitzen, dann bestellen sie zwei, drei, vier eiskalte Efes-Pils und denken, das ist das großartigste Bier der Welt. Ging mir auch so.

Doch als wir dann wieder zu Hause ankamen und ich im Getränkemarkt meines Vertrauens ein Kiste Efes erstand, konnte ich es abends auf der Terrasse gar nicht glauben. Denn das ist gar nicht das großartigste Bier auf der Welt.

So ähnlich muss es wohl verzweifelten, alleinstehenden deutschen Frauen über 40 gehen, die ihre Kleinkinder bei den Großeltern parken und zwei bis vier Wochen im Jahr in Kenia, Tansania oder Ghana verbringen. Mal schauen, was so geht…

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Bestimmt haben Sie im Internet auch schon mal diese legendären Fotos gesehen von blondierten deutschen Muttis, die glückstrunken an einem wenig bekleideten Herrn schwarzer Hautfarbe hingen. Und als wäre dieses Zurschaustellen nicht schon beschämend genug – manche der emotional hungernden Damen verlieben sich dann wirklich unsterblich in ihren dunkelhäutigen Kurzzeitbegleiter und reden beim Abschied in der Flughafenhalle von Akkra (Ghana) von Verlobung oder gleich Hochzeit. So wie beim Efes-Pils, das man ab jetzt nur noch trinken will.

Doch, Sie ahnen es

Das alles geht selten gut. Der „Berliner Kurier“ berichtet gerade über Claudia (37) aus Hannover und Rolence (37) aus Tansania. Unter Tränen verabschiedeten sich die beiden nach heißen Urlaubswochen und schworen sich ewige Liebe.

Rolence wolle sie eigentlich bald in Deutschland besuchen, doch – leider, leider – sei das Visum abgelehnt worden. Er hatte wohl nicht alle Papiere zusammenbekommen.

„Ich war zuerst stocksauer und habe zwei Tage nur knapp mit ihm gesprochen und die Herz-Emojis bei WhatsApp weggelassen.“ In diesen Kreisen wohl so etwas wie Höchststrafe.

Doch dann die wunderbare Wendung, der Mann aus Tansania schrieb einen Satz, der alles wieder gutmachte:  „Baby, bitte gib mich nicht auf, ich liebe dich doch!“ Was wird der Spaß gehabt haben, als er auf Senden drückte, oder?

Im Grunde mag ich mich nicht lustig darüber machen

Eigentlich sind es ganz tragische Geschichten, die hier einem großen Publikum an Voyeuren präsentiert werden. Es sind die Geschichten von Menschen, die etwas suchen, was sie im normalen Alltag nicht finden können. Die vielleicht etwas wiederholen wollen, was sie einst erlebt haben, als sie viel jünger wahren. Vielleicht treibt sie die Angst um, allein und ohne Liebe alt zu werden. Und vielleicht, ganz vielleicht nur, folgt der schwarze Romeo der schmachtenden Erika aus Deutschland auch nicht ganz uneigennützig nach Germoney…

Ich finde solche Fernsehformate verstörend…




Asi-Land Deutschland: Wer kümmert sich wenigstens um die Kinder?

Am Abend habe ich den „ARD-„Tatort“ nach 11 Minuten ausgeschaltet. Warum ich überhaupt eingeschaltet habe, werden Sie sich jetzt zurecht fragen, aber es gab einen Grund. Ich beschäftige mich derzeit zunehmend mit dem deutschen Prekariat, also mit dem Teil der Bevölkerung, der am alleruntersten Ende unserer Gesellschaft vor sich hinvegetiert. Und im Bremer „Tatort“ vorhin ging es um genau dieses Asi-Milieu, da habe ich gedacht – schau mal rein, vielleicht gibt es da noch Anregungen, bevor Du schreibst.

Es war ein Irrtum. Wenn öffentlich-rechtliche Produktionen versuchen, den Manson-Mord in Hollywood-Manier nachzuspielen, dann kann es nur in einem Desaster enden. Und Horror, Fantasy, ARD und Bremen – da fragt man sich unwillkürlich: Was passt nicht in dieses Reihe? Und bei allem Respekt: Jasna Fritzi Bauer und  Luise Wolfram sind nun einmal nicht Jodie Foster. Und sie werden es auch niemals werden.

Also, die Asi-Republik, das ist heute mein Thema. Die Menschen, die sich irgendwie mit staatlichen Transferleistungen über Wasser halten, die saufen, Asi-TV gucken, sich aus der Chipstüte ernähren, die Körperpflege riechbar vernachlässigen und – und das ist das Schlimmste – ihre Kinder vernachlässigen und verwahrlosen lassen. Vor unser aller Augen.

Deutsche Bildungsbürger, die es ja auch noch gibt, wenden den Blick in diese Ecke der Gesellschaft schnell ab und wollen nichts damit zu tun haben. Kommunalpolitiker kümmern sich meistens auch nicht gern um dunkle Flecken in ihrer Stadt, weil sie wissen, wenn sie es tun, fangen sie sich Ärger ein.

Wie anders wäre zu erklären, dass – nur ein Beispiel – in Krefeld rund um das Seidenweberhaus seit vielen Jahren eine offene Drogenszene geduldet wird? Und es stimmt ja auch: Würden Ordnungsamt und Polizei alle zwei Stunden dort Personenkontrollen veranstalten, dann wären Dealer und Junkies am nächsten Tag weg, aber eben in der gleichen Stadt irgendwo woanders. In einem Park, wo Mütter mit ihren Kinderwagen spazieren gehen, oder auf einem Schulhof, wo Minderjährige sehen können, welches Schicksal ihnen droht, wenn sie sich im Unterricht nicht anstrengen.

Der ein oder andere von Ihnen wird nun automatisch denken, ja, diese sogenannten Flüchtlinge oder unsere EU-Gäste aus Rumänien und Bulgarien. Da gibt es ganze Straßenzüge in vornehmlich westdeutschen Großstädten, wo man Müllsäcke und benutzte Windeln einfach aus dem Fenster wirft. Irgendwer wird sich schon darum kümmern, den Dreck wegzuschaffen. Hauptsache die staatliche Alimentierung läuft, und es ist noch genug Bier im Kasten auf dem Zwei-Quadratmeter-Balkon im Mietsilo im achten Stock. Falls Sie nicht verstehen, was ich meine, dann nehmen Sie sich bitte ein paar Minuten und schauen Sie in der ZDF-Reportage über einen Bewohner eines Hauses an der Osloer Straße in Köln-Chorweiler an hier

Der Protagonist namens Achim ist inzwischen tot. Aber wenn Sie anfangs vielleicht noch grinsen über die Lebenseinstellung des Hartzers, dann wird ihnen spätestens dann das Grinsen vergehen, wenn Achim erzählt, dass er bereits mehrfach von seinem Balkon mitansehen musste, wie sich andere Bewohner des Hauses aus darüber liegenden Stockwerken in den Tod stürzten. Und sie fragen sich, wie es möglich ist, dass er und seine Frau ohne finanzielle Lebensgrundlage und ohne Arbeit bei bekannten Versandhäusern offenbar problemlos große Flachbildschirme und Laptops erwerben können – auf Ratenzahlung.

Es ist eine Tragödie, was sich in unserem Land abspielt am unteren Rand dieser Gesellschaft. Nicht nur in „Arbeiter-Schließfächern“, wie  eine Freundin aus Ostdeutschland mal die Miniwohnungen im Sozialbau dort bezeichnete.

Nur wenige von Ihnen wissen, was sich in Flüchtlingsheimen in Deutschland teilweise abspielt, wo Mitarbeiter vertraglich verpflichtet werden, nicht außerhalb der Gebäude über das, was dort tagtäglich passiert, zu sprechen oder zu schreiben. Über Gewalt, sexuelle Übergriffe, über vollgeschissene Flure und mutwillig zertrümmerte Sanitäranlagen. Mitarbeiter städtischer Sozialämter würden ihren Job verlieren, wenn sie auspackten. Und einzelne, die es dennoch zum Beispiel gegenüber uns tun, riskieren Kopf und Kragen.

Nun könnte man sagen: Wenn sich erwachsende Menschen selbst aufgeben und zu Tode saufen – ihr Problem. Freie Gesellschaft, soll jeder machen, wie er mag. Ich sehe das nicht so, denn diese Menschen sind ja nicht so geboren worden, wie sie enden.

Viele haben vermutlich selbst eine üble Kindheit mit fehlender Erziehung, mit Nestwärme und Eltern gehabt, die sich um sie kümmern. Und solche Kinder haben keine Chance in ihrem Leben, aus dieser Spirale jemals herauszukommen. Manche Lehrer sind froh, wenn Kinder aus Problemfamilien wenigstens ein- oder zweimal pro Woche im Unterricht vorbeischauen. 14-Jährige mit langem Strafregister sind in den Ghettos unserer Großstädte keine Seltenheit, 16-Jährige, die mit Messer und Schlagring zur Schule kommen und ihre Lehrerinnen als „Nutte“ bezeichnen, die ihnen gar nichts zu sagen hätten. Und Konsequenzen? Null! Weil es deren Eltern einfach egal ist.

Ich kann das alles und noch viel mehr im Detail belegen, was ich Ihnen hier aufschreibe. Jedes Wort ist wahr. Aber was können wir, was kann unser Staat tun, damit nicht noch mehr Wohnbereiche unserer Städte umkippen? Diesen Teufelskreis zu durchbrechen in den Asi-Familien, damit wenigstens die Kinder eine Zukunft bekommen. Doch das ist nicht so einfach in einer Gesellschaft, die individuelle Freiheit hochhalten will, aber nicht begreift, welcher junge Sprengsatz sich da ansammelt unter den bunter Fridays-for-Future-Karnevalsumzügen. Junge Idealisten, fleißige und begabte Schüler, Lehrlinge, die etwas erreichen wollen – das ist alles toll. Aber wer schaut, was es darunter auch noch gibt am Ende der Nahrungskette? Wer holt die da raus, die eine Chance verdient haben – trotz ihrer Eltern?

Ich bin nicht für ein staatliches Bildungssystem, das nur mit Zwang und Repression funktioniert. Die skandinavischen Länder haben gezeigt, dass Erfolge auch mit integrativen Modellen und Lernen fernab vom Frontalunterricht möglich sind. Aber wir können diese Zustände in Deutschland doch nicht einfach laufen lassen? Es gibt wirklich motivierte Mitarbeiter in den Jugendämtern, es gibt private Initiativen, die sich um Grundschulkinder kümmern, auf die zuhause keiner wartet, wenn der Unterricht vorbei ist. Es gibt engagierte Sozialarbeiten und Polizisten. Aber sie schaffen es allein nicht, das Problem in den Griff zu bekommen. Einzelne Politiker aus ganz unterschiedlichen Parteien versuchen sich der Entwicklung entgegenzustemmen. Aber das alles reicht einfach nicht.

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