Wird The Donald noch einmal Kandidat der Republikaner fürs Weiße Haus?

In den USA kommt Bewegung in das mögliche Kandidatenfeld der Republikaner für die Präsidentschaftswahlen 2024. Nachdem der frühere Präsident Donald Trump bisher als Einziger seine Bewerbung unmittelbar nach den Midterms im November erklärt hatte, ist sein damaliger Vize Mike Pence zwischen den Jahren unterwegs, um Geldgeber für eine Kampagne zu finden, wie die Washington Post heute schreibt. Auch beim Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, stellen politische Beobachter fest, dass sich seine Anzeigenkampagnen bei Google und Facebook deutlich verändert haben und sich thematisch immer deutlicher an ein nationales Publikum richten, dem er seine Gedanken für die Zukunft Amerikas näherbringen will

Und der Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, spricht ebenfalls mit Geldgebern und – so die Washington Post – checkt ab, ob er einen politischen Marathonlauf fürs Weiße Haus durchhalten kann.

Noch ist nichts entschieden, aber ganz deutlich wird in diesen Wochen, dass Donald Trump nicht mehr der Heilsbringer ist, für den ihn eine Mehrheit in der Partei bis zu den vergangenen Zwischenwahlen angesehen hat. Nichts ist so unsexy  für eine politische Partei wie der Misserfolg, besonders wenn sie politische Schwergewichte wie Ron DeSantis und Mike Pence in ihren Reihen hat.

 




Auf ein Wort, Kollege Farhi!

Paul Farhi (58) ist Medienredakteur bei der renommierten amerikanischen Tageszeitung „Washington Post“. Im aktuellen „Spiegel“ spricht er über den gewählten Präsidenten Donald Trump und die eigene Verwunderung darüber, dass dieser Mann ins Weiße Haus einzieht. Farhi sagt: „Die Leute wussten um seinen fragwürdigen Charakter; sie wussten, dass vieles von dem, was er sagt, gelogen ist – und haben ihn dennoch gewählt.“ Nun, ich weiß nicht, ob die Leute das wirklich wussten. Und ich weiß auch nicht, ob Trump einen „fragwürdigen Charakter“ hat. Ich kenne ihn nicht persönlich, wie der Kollege Farhi anscheinend. Aber wenn man diesen Maßstab anlegt, dann müsste man auch Bundesjustizminister, die frühere Stasi-Spitzel als Meinungswächter in Deutschland fördern, oder Regierungschefinnen, die mit einem unkontrollierten Zustrom von Hunderttausenden aus einem fremden Kulturkreis in unser Land für eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit gesorgt haben, als „fragwürdige Charaktere“ bezeichnen.

Aber, lieber Kollege Farhi, ich vermisse in Ihrem Interview einen Aspekt. Wenn also Trump so unberechenbar ist, so aufbrausend und so ein fragwürdiger Charakter – und ihn die Menschen dennoch wählen: spricht das nicht dafür, dass die bisherige Politische Elite in Washington und ihre Politik als noch unberechenbarer, aufbrausender und fragwürdiger angesehen werden? Vielleicht wissen sie wirklich, dass Trump fragwürdig ist. Und vielleicht wissen sie überhaupt nicht, was Trump als Präsident anrichten wird. Aber wenn es den Wählern dennoch egal ist, wenn sie alles hinnehmen, wenn nur das bisherige Polit-Establishment endlich abgewählt wird, dann ist das etwas, über das ihr euch mal bei der traditionsreichen „Post“ Gedanken machen solltet!