Verdi-Streik im dutschen Glätte-Chaos

In Berlin können Fußgänger so langsam wieder ihre Häuser zum Einkaufen verlassen oder um mit U- und S-Bahn zur Arbeit zu fahren.
Aber halt, geht ja auch nicht!
Denn heute ruft die Gewerkschaft Verdi zum bundesweiten Streik auf – bei weiterhin zehn Grad minus und mehr.
Der öffentliche Nahverkehr steht fast vollständig still. In der Hauptstadt bleiben die gelben Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen in den Depots.
Die Wut an den verwaisten Haltestellen ist greifbar. Es ist nicht nur der übliche Ärger über ausfallende Züge – es ist das Gefühl der Rücksichtslosigkeit. „Es ist schlichtweg unverantwortlich, ausgerechnet bei dieser gefährlichen Glätte Millionen Menschen die einzige sichere Transportmöglichkeit zu nehmen“, schimpft ein Pendler am Bahnhof Frankfurter Allee, der nun versucht, sich zu Fuß durch den Matsch zu kämpfen.
Diese Wut trifft auch berechtigte Anliegen der Gewerkschaft.
Denn während Verdi-Chef Frank Werneke betont, dass die Beschäftigten „unter einem enormen Druck stehen“ und die Arbeitsbedingungen verbessert werden müssten, kippt die öffentliche Stimmung. Ein Arbeitskampf lebt in einer Demokratie auch von der moralischen Unterstützung der Bevölkerung. Wenn Schulkinder bei Minusgraden kilometerweite Wege im Eis riskieren müssen, weil die Gewerkschaft das „Wegerisiko“ der Bürger als Hebel nutzt, schwindet der Rückhalt in der Bevölkerung rapide.