Vom Mörder, der einfach seine Fußfessel ablegt und verschwindet

Ralf Hörstemeier (56) ist ein Mörder. Am 14. Oktober 1993 brachte er die damals 16-jährige Schülerin Nicole-Denis Schalla an einer Bushaltestelle um, als sie auf dem Weg von ihrem Freund zurück nach Hause war. Das Landgericht Dortmund verurteilte den Täter zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Weil die Justizbehörden keine Fluchtgefahr sahen und das Urteil noch nicht rechtskräftig war, bekam Hörstemeier eine Fußfessel und blieb auf freiem Fuß bis zum Haftantritt. Vor wenigen Tagen entschied der Bundesgerichtshof, dass das Urteil endlich rechtskräftig ist, aber der Mörder ist weg.

Am Dienstagabend legte Hörstemeier seine Fußfessel in Münster einfach ab, warf sein Handy weg und verschwand spurlos mit seiner Verlobten.

Wie kommen Justizbehören auf den irrsinnigen Gedanken, dass jemand, der verurteilt ist, und die Aussicht hat, den ganzen Recht seines Lebens in einer Zelle  eingesperrt verbringen zu müssen, nicht an Flucht denkt? Und was sind das überhaupt für Fesseln, die man einfach so ablegen kann, ohne dass dabei bei der Polizei automatisch ein Alarm ausgelöst wird?

Joachim Schalla, der Vater des Opfers, zeigte sich gegenüber dem Magazin „Focus“ fassungslos: „Und dann schickt ihm das Gericht einen Brief, dass seine Berufung erfolglos war? Und laden ihn zum Haftantritt, anstatt ihn persönlich festzunehmen?“, fragt er völlig zu recht.
Und er diktiert dem Reporter in den Notizblock, er hoffe, dass Hörstemeier auf der Flucht bei ihm vorbeischaue. „Wenn der zu uns kommt, braucht sich anschließend keiner mehr um den zu kümmern. Keine Staatsanwaltschaft, keine Polizei.“

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Dann unterstützen Sie meine Arbeit mit diesem Blog für das Aufschreiben Verbreiten anderer Sichtweisen. Bitte spenden sie auf PAYPAL hier oder durch eine Überweisung auf unser Konto bei der Berliner Sparkasse DE18 1005 0000 6015 8528 18 !

 

image_pdfimage_print

Dieser Artikel wurde 7 mal kommentiert

  1. Milo.R. Hempel Antworten

    Um es mit Worten von R. Fuellmich zu wiederholen:
    „Der Rechsstaat ist im Eimer“ !

  2. Querdenker Antworten

    Nachtgedanken von Heinrich Heine:

    Denk ich an Deutschland in der Nacht,
    Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
    Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
    Und meine heißen Tränen fließen.

    Gibt es eigentlich noch irgendwo in der BRD (Ich distanziere mich ausdrücklich von der Verwendung der Abkürzung BRD für: Bananen Republik Deutschland) eine Behörde oder Funktion, die ein kleines Stückchen selbstständig mitdenkend handelt. Ich werde einfach den Verdacht nicht los, dass überall nur ein Nine-to-Five-Dienst nach Vorschrift geschoben wird. Mit einer Ausnahme, werden die selbstgefälligen politischen Volksvertreter in die Enge getrieben, dann explodiert förmlich die behördliche Fantasie und es gibt die obskursten Begründungen, warum koordinierte und nicht angemeldete Spaziergänge in der Stadt ein fundamentaler Angriff auf die Demokratie sind. Die mit Pfefferspray, Schlagstock und natürliche mit der vollen Härte des Gesetzes usw. bla-bla-bla.

    Mit der Sprache meines derzeitigen Wohnortes wünsche ich euch nach einer unruhigen Nacht, Frohe Weihnacht un e jlöcklich Neujohr.

  3. S v B Antworten

    Wie sich nun herausgestellt hat, ist Hörstemeier inzwischen in den Niederlanden dingfest gemacht worden. Offenbar kann eine Fußfessel von Träger oder Trägerin z. B. zwecks Maßnahmen zur Körperhygiene sehr wohl für eine angemessene Zeitspanne abgenommen werden. Da das „Trage-Management“ einer Fußfessel im also gewissermaßen im Ermessen des Trägers/der Trägerin liegt (und demzufolge bei diesem/dieser eine verlässliche Ehrlichkeit voraussetzt), sollte das Tragen einer Fußfessel also wohl besser auf weniger gravierende Fälle beschränkt bleiben. Und Mord zählt ganz sicher nicht zu diesen. Der Delinquent hatte mit einer Gefängnisstrafe zu rechnen und deshalb mehr als genug Motivation, sich der Fessel zu entledigen. Erschreckend wieder einmal die schier unfassbare Naivität deutscher Strafverfolgungs-Organe. Das Ganze hätte nämlich gründlich „in die Hose gehen“ können.

  4. Alexander Droste Antworten

    Lustig dabei ist, dass sich unbescholtene Bürger freiwillig Transponder unter die Haut setzen lassen und jederzeit und überall, wo es Lesegeräte gibt, auch mittels Smartphone, identifiziert werden können. In der Justiz ist das aber keine Option. Illegale Eindringlinge auf nationales Territorium dürfen noch nicht einmal mittels Röntgenaufnahme auf ihr Alter untersucht werden. Wer sich jedoch nicht impfen lassen will mit einem experimentellen Mittel, der bekommt die volle Härte des irgendwas zu spüren (noch nicht, aber wahrscheinlich ab März), vorausgesetzt, er ist kein Migrant oder Asylant, denn gegen den Staat bzw. die Pharmahersteller können die, nur die, Klage einreichen, wenn sie gegen ihren Willen geimpft werden oder schlimme Nebenwirkungen erleiden. Deutsche können das nicht, schade gell?

    Deutschland ist echt lustig! Weltweit wird gelacht.

  5. GJ Antworten

    Die Informationen zur Fußfessel, zur Flucht und zun Fahndungserfolg sind widersprüchlich. Erst heißt es, die Verlobte habe ihm geholfen, die Fessel abzulegen und danach seien sie geflüchtet. Dann heißt es, die Auswertung der elektronischen Fußfesseldaten hätten nach Holland geführt und so zur Festnahme. Was denn jetzt? Fessel in Holland wieder dran gemacht? Oder Fußfessel im Koffer mitgenommen?

  6. Daniel H. Antworten

    Wenn meine Tochter ermordet worden wäre, würde ich zwar die Fussfessel-Lösung durchaus bevorzugen. Keine Mauern zwischen dem Täter und mir, eine Wohnadresse. Übrigbleiben würde auch nur eine herrenlose Fussfessel.
    Als Bürger fasse ich mir aber an den Kopf. Wie dumm kann die Justiz nur sein. Aber man brauche die Zelle wohl für einen GEZ-Verweigerer.

  7. Wolfgang Heppelmann Antworten

    Justitz und Polizei haben jetzt gerade wichtigeres zu erledigen. Die wissen immer noch nicht, wie sie die umherlaufenden Bürger vom Querdenken und Spatzierengehen befreien können. Die abgelegte Fußfessel könnte doch dem falsch denkenden Bürger angelegt werden, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Verbrecher hat es doch schon immer gegeben, das gehört einfach dazu. Aber denkende Spaziergänger in deutschen Städten sollte man tunlichst fesseln. Die stören die in Deutschland angestrebte Friedhofsruhe. Wie soll der neue Staatsratsvorsitzen/*_dInnen da in ausgedehter Ruhe und Ordnung sein völlig monolithisch- ungespaltenes Reich regieren? Der Kleine hat so schon genug Sor_/?=*g-innen, und deswegen kaum noch Haare auf dem Kopfe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.