Von den jungen Wählern und Fozzie Bär

Der frühere britische Premierminister Tony Blair hat seine linke Labour-Partei dazu aufgerufen, sich wieder auf die Interessen der Arbeiterschaft und der kleinen Leute zu konzentrieren. Hintergrund ist eine Anlayse der Wahlergebnisse der Parlamentswahl 2019, wo seine Partei rund elf Millionen Wähler verloren hatte. Es habe der Labour-Partei noch nie geholfen, so Blair, wenn sie sich auf das Wählerpotential am linken Rand konzentriert habe, auf sogenannte „woke“ Themen, also den Kampf gegen Diskriminierung von wem und was auch immer.

Im Grunde eine vergleichbare Situation mit Deutschland, wo die SPD den gleichen Irrweg beschritten hat. Der jetzige Erfolg der komplett heruntergewirtschafteten Partei Willy Brands ist einzig dem totalen Versagen der CDU mit ihrer Bundeskanzlerin Angela Merkel zu verdanken. Im Vergleich mit dem CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet hätte wohl jeder gewonnen, der eine Krawatte binden und zwei zusammenhängende Sätze in eine Kamera sprechen kann. Und Olaf Scholz hat es im Wahlkampf meisterhaft verstanden, vergessen zu machen, dass er nur das Gesicht der Esken-Kühnert-Truppen ist.

Bei der deutschen Bundestagswahl Ende September gehörte zu den markanten Erkenntnissen der Demoskopen, dass die Jung- und Erstwähler in Scharen FDP und Grüne gewählt haben, in Ostdeutschland die AfD. Bei der Befragung von jungen Wählern spielen CDU/CSU und SPD überhaupt keine Rolle mehr.

Darüber sollte man sich im Adenauer-Haus Gedanken machen, statt über die Frage, wie man Helge Braun irgendwie über die Ziellinie bringt, um das trostlose Merkel-Erbe in die Zukunft zu retten. Ein Freund, der unverzagt noch in der CDU in NRW aktiv ist – warum auch immer – erzählte mir am Freitag, in der Partei nenne man den Noch-Kanzleramtsminister Braun inzwischen „Fozzie Bär“…

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Dieser Artikel wurde 6 mal kommentiert

  1. colorado 07 Antworten

    sollte die CDU den Merkel-Nachlassver5walter zum Parteichef küren, dann hat sie wieder mal nichts dazugelernt und schaufelt weiter am eigenen Grab.

  2. Zorn Dieter Antworten

    Nun, die SPD hat Frau Eskens. Warum also sollte die CDU nicht Helge Braun als Vorsitzenden haben? Zeiten des Niedergangs zeichnen sich nicht nur durch die totale Abwesenheit von Vernunft, aka Bezug zur Realität aus, sondern auch durch die Drittklassigkeit ihres Personals. Das war schon im alten Rom so. Populär ausgedrückt: Wenn die Sonne tief steht, werfen auch Fozzie-Bären lange Schatten …

  3. Alexander Droste Antworten

    Jetzt, da die Abschaffung Deutschlands als souveräner Nationalstaat per Koalitionsvertrag beschlossen ist, ist alles andere völlig nebensächlich. Wir brauchen weder eine CDU, noch eine SPD oder sonst eine Partei. Die sind ohnehin eine Soße, die man als Deutsche Einheitspartei bezeichnen kann. Die hat dann im Europäischen Superstaat kaum mehr Gewicht, wie jetzt auch. Der einzelne Bürger hat nichts mehr zu melden, wie jetzt auch. Es gilt der Befehl arbeiten, Steuern zahlen, konsumieren, was die Obrigkeit erlaubt. Fertig.

    Wir werden uns regional organisieren müssen um überhaupt zu irgend einem Recht zu kommen, das uns irgendwann mal pro forma zugebilligt hatte – die Grundrechte. Die gibt es jetzt nur noch als Belohnung für Impfung oder was da noch kommen mag.

    • H.K. Antworten

      Herr Droste,

      bis ca. 2015 war die Union für mich immer noch das geringste aller Übel.

      Mittlerweile kann man ALLE in einen Sack stecken und draufhauen: Man ( frau auch ) trifft immer den/ die Richtigen …

      Wie hieß es schon vor Jahren ?

      „Avanti Diletanti“ …

    • .TS. Antworten

      Viele hoffen derzeit darauf daß Merz die CDU wiedererweckt. Allerdings übersehen sie dabei daß das vermeintlich kleinere Übel auch nur Teil des großen Übels ist und dann nur mit etwas biedereren Tönen der Abbau unseres Landes weiter voranschreitet.
      Mit Maaßen, Otte & Co wär vielleicht eher ein Neubeginn möglich gewesen, aber diesen Mut hat man nicht gehabt.

      Oder frei nach einem bekannten Spruch: Wer sämtliche SPD- und Grünen-Positionen absorbiert absorbiert damit nicht die SPD/Grünen, sondern wird selber wie sie. Da hilft auch eine Prise Merz nicht wirklich weiter.

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