Warum die bürgerliche Mitte noch lange kein Auslaufmodell für Deutschland sein muss

In der Heiligen Messe heute Mittag in meiner katholischen Gemeinde in Berlin wurde ein Ehepaar gesegnet, das genau an diesem Tag vor 40 Jahren vor dem Altar geheiratet hat. Und die sind immer noch zusammen und es scheint so, als seien sie das durchaus glücklich.

Hammer, oder?

Ich bewundere solche Menschen wirklich, die einmal Ja sagen und dann durch dick und dünn, durch Sonnenstunden und Stürme zusammenhalten und auch zusammenbleiben.

Und meine Gedanken schweiften ab zu der Frage, die mich seit Jahren zunehmend beschäftigt: Was genau ist eigentlich bürgerlich und was ist diese ominöse „Mitte“, die Deutschland über Jahrzehnte geprägt hat und ein weltweit bewundertes Erfolgsmodell war?

Ich meine, die wunderbarste Eigenschaft der freiheitlichen Demokratie ist, dass sie Raum für jeden Einzelnen lässt, sein Leben so zu leben, wie er oder sie es gern möchte.

Wer die Ehe eines Mannes und einer Frau doof findet, der darf das. Natürlich. Leben Sie im Alter mit Ihrer ebenso alten Schwester zusammen, leben Sie mit einem Partner gleichen Geschlechtes zusammen. Oder leben Sie als Single – mir wurscht, es ist IHR LEBEN.

Das gilt natürlich auch für andere Bereiche

Lernen Sie einen anständigen Beruf oder studieren Sie! Ihr Ding.

Arbeiten Sie in einer Behörde oder beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und führen Sie ein Vollkasko-Leben. Freie Entscheidung.

Oder wagen Sie sich hinaus in die Selbstständigkeit, werden Sie Ihres Glückes Schmied mit großen Visionen, oder scheitern Sie jämmerlich.

Glauben Sie an Gott oder vertrauen Sie auf die Unfallversicherung. Sie können alles machen.

Sie dürfen auch am rechten oder linken Rand unterwegs sein – solange Sie keine Gesetze brechen, Strom- oder Wasserversorgungswerke sprengen oder dem Bundesgesundheitsminister einen Sack über den Kopf werfen und ihn entführen– denken Sie, was Sie wollen, wählen Sie, was Sie wollen!

Mein Platz ist in der Mitte der Gesellschaft

Davon bin ich überzeugt, dort fühle ich mich wohl und für diese Mitte engagiere ich mich. Konkreter: für Mitte-Rechts, aber Mitte.

Wer Reiche erschießen will oder damit kokettiert, das „freundliche Gesicht des Nationalsozialismus“ zu sein oder bei einer Parteitagsrede „den Freisler machen“ will, der ekelt mich an. Das ist nicht meine Welt.

Ich engagiere mich für diejenigen, die in Deutschland etwas leisten – für sich und für andere.

Die morgens aufstehen, ihren Kindern das Schulbrot schmieren und neben Schokolade auch geschnittene Apfelstücke einpacken.

Die sich engagieren im Beruf, in der Nachbarschaft, im Ehrenamt. Die im Verein etwas tun, damit die Jugendmannschaften am Samstag ordentliche Umkleideräume und gewaschene Trikots haben.

Die beruflich etwas für die Allgemeinheit leisten: Ärzte und Pflegerinnen, Soldaten der Bundeswehr, THW, Polizei. Also alle, die dafür sorgen, dass wir frei und sicher leben können, auch die Richter und die Justizvollzugsbeamten, die Mitarbeiter der deutschen Geheimdienste, es gäbe so viele an dieser Stelle zu nennen.

Und natürlich auch diejenigen, die dafür sorgen, dass das christliche Abendland ein christliches Abendland bleibt: die Priester, Nonnen und Ordensleute, die Sozialdienste von der Caritas und den Johannitern, aber auch die vom ASB oder von der Arbeiterwohlfahrt.

Jeder Mosaikstein trägt dazu bei, dass Deutschland trotz aller Probleme ein lebenswertes Land bleibt.

Und wieder noch lebenswerter wird, wenn wir die Probleme mit Migranten, die hier nicht mitmachen wollen, lösen. Wenn wir die Kriminalität in den Griff bekommen, die Schulen mit besseren Lehrern und klaren Regeln und überarbeiteten Lehrplänen besser machen für die Zukunft unserer Kinder.

Das ist es, weshalb ich mich engagiere in den Medien und in der Politik

Und das ist es, wozu ich Sie alle einlade mitzumachen. Es gibt viele Möglichkeiten. Schreiben Sie mir, wenn Sie eine Idee haben, was Sie aktiv tun können oder möchten: k.kelle@the-germanz.de