Was es alles gibt: Diese Bundesregierung nimmt unsere Streikräfte anscheinend wieder ernst
Nanu, was ist denn da los? Im Bundestag haben die Oppositionsparteien CDU/CSU und AfD der neuen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) Respekt, ja Anerkennung für ihre Pläne mit der Bundeswehr gezollt. Der AfD-Abgeordnete Rüdiger Lucassen aus Nordrhein-Westfalen sagte, er habe zwar keine großen Erwartungen, wolle sich aber gerne eines Besseren belehren lassen und das dann auch im Bundestag eingestehen, falls Lambrecht die Bundeswehr wirklich wie angekündigt voranbringen sollte.
Was schlägt die Ministerin vor? Der deutsche Wehretat müsse erhöht werden! Allein das ist für eine rot-grün dominierte Bundesregierung eine erstaunliche Aussage. Und wörtlich – und lesen Sie es bitte sorgfältig auch gern zwei Mal:

«Hubschrauber, die nicht fliegen, Gewehre, die nicht treffen, haben zu oft für Gespött gesorgt!»

Lambrechts Zusage: «Ich werde das Beschaffungswesen gründlich modernisieren.»

Eine solche selbstkritische Aussage hätte ich mir auch von ihren Amtsvorgängerinnen gewünscht, die oftmals den Eindruck erweckten, der desolate Zustand der deutschen Streitkräfte interessiere sie nicht sonderlich. Dabei muss man schon differenzieren und dem Hohn insbesondere in manchen Sozialen Netzwerken entgegentreten. Es sind nicht die Soldaten der Bundeswehr, es ist die politische Führung, es ist oftmals die falsche Strategie, es ist die Unfähigkeit, die eigenen Leute zu schützen und aus Krisengebieten herauszuholen – zuletzt aus Afghanistan. Ein Abzug, der ohne die Logistik und den Schutz durch unsere amerikanischen Verbündeten gar nicht hätte stattfinden können.

Einige meiner Freunde und Bekannten sind oder waren Zeit- und Berufssoldaten. Sie sind gut ausgebildet, sie sind motiviert, sie sind loyal zu ihrem Land, dessen Bürger sie mit ihrem eigenen Leben zu verteidigen bereit sind. Sie waren in Afghanistan, dem Irak und Mali, und sie saßen bei weitem nicht nur in einem gut klimatisierten Büro auf dem gut gesicherten Stützpunkt.

Und das muss man auch mal ganz deutlich aussprechen: Unsere Soldaten und Soldatinnen sind im Einsatz genau so gut wie die der anderen NATO-Staaten. Das bestätigen auch Amis, Briten und Franzosen, die sich gleichzeitig lustig machen über internationale Patrouillen, die nicht mit deutscher Beteiligung stattfinden können, weil die TÜV-Plaketten abgelaufen sind oder die Abgassonderuntersuchung (ASU) nicht aktuell ist. Sie lachen über Schminktische in Kasernen und Kampfanzüge für schwangere Soldatinnen, über Seminare zu sexueller Vielfalt in der Truppe.

Aber: Die Soldaten unserer Streitkräfte sind zu 99 Prozent gute Leute, junge Männer und Frauen, die etwas für ihr Land – unser Land – tun. Und es ist beschämend, dass sowohl die politische Elite als auch Teile der Bevölkerung diesen Soldaten, unseren Söhnen und Töchtern, den Respekt verweigern, den sie wirklich verdienen.

Und – nur zur Erinnerung – die Bundeswehr ist kein Technisches Hilfswerk (THW) in Uniform, auch wenn die Soldaten eingesetzt werden, um die Corona-Lage in den Griff zu bekommen oder bei Überschwemmungen Sandsäcke stapeln und Essen verteilen und mit Baggern Straßen frei machen. Das ist alles gut und richtig, und wir sollten den Soldaten dankbar sein, wie professionell sie auch Aufgaben erledigen, die nicht ihre Kernaufgabe sind.

Aber was mich wirklich erstaunt in den ersten Wochen der neuen Bundesregierung, an die auch ich erst einmal keine Erwartungen auf bessere Zeiten habe: Die formulieren sowohl in der Außenpolitik als auch in Sachen Verteidigungspolitik klare Leitlinien, die ich mir auch von Frau von der Leyen und Frau Kramp-Karrenbauer gewünscht hätte und von Herrn Maas. Aber da war nix, oder sagen wir: da war zu wenig.
Christine Lambrecht hat bei ihrer größeren ersten Rede als Verteidigungsministerin im Parlament Unerhörtes gesagt: Die Bundeswehr braucht deutlich mehr Geld, wir brauchen funktionierendes Material, endlich auch Drohnen, um unsere Soldaten bei Einsätzen in anderen Teilen der Welt effektiv schützen zu können. Sie bekennt sich klar zum westlichen Bündnis, also zur NATO, und warb für einen vernünftigen Umgang mit Russland, ohne aber zu vergessen, auch klarzustellen:
«Russland hat kein Vetorecht, wenn es um Bündnisfragen geht und kann uns hier auch nicht erpressen.»

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Dieser Artikel wurde 8 mal kommentiert

  1. Ketzerlehrling Antworten

    Die Häkeltante will also der Bundeswehr wieder Zähne verpassen. Wen soll sie denn mit dem neuen Gebiss beissen? Böse Querdenker, Nazis, denn die Deutschen haben nur einen Feind. Und das sind andere Deutsche.

    • .TS. Antworten

      Nicht zu vergessen die Russen abzuschrecken:
      Damit die uns nicht noch mehr [in Abhängigkeit vom] Sibirien-Gas bringen. Wär ja schlimm wenn wir dadurch weniger am US-kontrollierten Rohstoff-Tropf hängen würden…

  2. Felix Becker Antworten

    Es wird nicht leicht, was Frau Lambrecht sich vorgenommen hat! Ich hoffe, sie hat Erfolg!

  3. Nordlicht Antworten

    Die positive Erwähnung der Bundeswehr durch DIESE Regierung erkläre ich mir mit deren Absicht, die BW gegen die Äufmüpfigkeit des Volkes in Sachen Corona(impfung) in Stellung zu bringen.

    • S v B Antworten

      Es hat sich selten, wohl eher nie, als ratsam erwiesen, Vorschuss-Lorbeeren zu verteilen, lieber Herr Kelle. Auch und sicher gerade nicht im Falle deutscher Verteidigungsministerinnen. Warten wir’s einfach mal ab. Wünschenswert wär’s schon, wenn sich diesbezüglich etwas zum Besseren wenden würde. Die Bundeswehr hätte es wahrlich verdient. Worten müssen allerdings stets Taten folgen, sonst bleibt auch Lambrechts Rede letztlich nur Geseier.

  4. Theo Schister Antworten

    So schlecht war das Bild der Truppe unter Flinten Uschi und AKK nun auch wieder nicht. Es bestand eine reale Chance, dass sich der Taliban totlacht über Bundeswehr-Dickbauchhibster, die nur auf dem Genderklo können. So einfach war es dann doch nicht, stattdessen kam der Taliban auf dem Moped und gewann den Krieg. Mit Sicherheit brauchen wir keinen höheren Verteidigungsetat. Es gilt den Sumpf zu trocknen in dessen Ergebnis die Beraterkosten höher sind als die Lohnkosten auf der Hardthöhe. Das setzt voraus, dass der arbeitspersönlich degenerierte Aussatz im Ministerium, nein es betrifft nicht alle, an regelmäßige Arbeit herangeführt wird und dann konsequent seine originären Aufgaben erledigt. Das dürfte auch für die die „Neue“ die Quadratur des Kreises bedeuten.

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