Eisiger Wind aus westlicher Richtung: Kann die EU zur dritten Supermacht aufsteigen?
Der Ton zwischen den USA und Europa wird jeden Tag ruppiger, oder sagen wir, zwischen Donald Trump, seiner Administration und der EU in Brüssel.
Die EU-Behörden hatten X (Twitter) in der vergangenen Woche wegen Verstößen gegen die Vorschriften für Online-Inhalte zu einer Geldstrafe von 120 Millionen Euro verurteilt. Der Eigentümer Elon Musk hatte die Strafe auf seiner Plattform zurückgewiesen und als „Schwachsinn“ bezeichnet. US-Außenminister Marco Rubio sieht in der Strafe einen Angriff auf amerikanische Unternehmen.
Nun legt Präsident Donald Trump selbst nach. Die Strafe sei „nasty“ (fies) und er verstehe nicht, wie die EU diesen Schritt rechtfertigen könne, sagte er vor Reportern im Weißen Haus. Europa bewege sich in die falsche Richtung. „Europa muss sehr vorsichtig sein“, teilte der US-Präsident auf seiner eigenen Verkündigungsplattform mit.
In Zeiten der Zerrüttung, die schon beim Thema Russland/Ukraine für jeden erkennbar geworden ist, muss Europa für sich selbst entscheiden, was es zukünftig sein will und kann.
Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat heute ausführlich Stellung zu dem kalten Wind genommen, der aus Westen über den Atlantik zu uns herüberweht. Kiesewetter schreibt:
„Diese Administration betrachtet Europa – und speziell die EU – nicht mehr als Partner, sondern in weiten Teilen als strategischen Ballast, als wirtschaftlichen Gegner und als „zivilisatorisch im Niedergang“ begriffen.“
Und weiter:
„Die EU als Ordnungsfaktor wird als feindseliges Konstrukt gesehen, das US-Interessen im Wege steht. Wir sind im ökonomischen Weltbild dieser Administration kein Verbündeter, sondern ein Wettbewerber, den man zur Kasse bitten muss!“
Das kann man so sehen, und es ist wahrscheinlich, dass das so bleiben wird, so lang die Trump-Administration im Amt ist und wohl auch, sollte JD Vance Trumps Nachfolge antreten in zwei Jahren. Zeit also für eine Analyse, welche Rolle die EU-Staaten in diesem globalen Machtgerangel spielen kann. Oder ob sie das überhaupt will.
In einer Welt, die zunehmend von der Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China dominiert wird, stellt sich für Europa also die entscheidende Frage: Kann die Europäische Union (EU) wirtschaftlich und militärisch ein gleichberechtigtes Gegengewicht zu den beiden Giganten bilden?
Die Antwort ist ein klares Ja – zumindest theoretisch
Denn praktisch stehen dem kontinentalen Block immense Hürden im Weg, die vor allem in der Zersplitterung nationaler Interessen liegen.
Ein Riese auf Augenhöhe
Betrachtet man die reinen Zahlen, ist Europa bereits heute eine globale Wirtschaftsmacht. Mit einem kollektiven Bruttoinlandsprodukt (BIP), das fast an das der USA heranreicht und mit China konkurriert, ist die EU die größte Handelsmacht der Welt. Der Binnenmarkt mit seinen rund 450 Millionen weitgehend eher wohlhabenden Konsumenten ist ein ökonomisches Kraftzentrum, das globale Standards setzt.
Die Stärken Europas liegen in seiner hochentwickelten Industrie, seiner technologischen Basis (Maschinenbau-, Automobil- und Pharmaindustrie) und einem starken sozialen Auffangsystem.
Leider hinkt Europa in entscheidenden Zukunftsfeldern hinterher. China und die USA dominieren die Entwicklung bei künstlicher Intelligenz (KI), Halbleiterproduktion und Big Data. Europas Bürokratie und die oft langsame Skalierung von Innovationen (vom Start-up zum globalen Champion) bremsen das vorhandene gute Potenzial aus. Die Abhängigkeit von US-Technologiegiganten in der Cloud-Infrastruktur oder von chinesischen Lieferketten in der seltenen Erden-Versorgung zeigt strukturelle Schwächen auf.
Das Militärische Dilemma: Viel Geld, wenig Schlagkraft
Im militärischen Bereich ist die Diskrepanz zwischen Potenzial und Realität am größten. Wenn die 27 EU-Staaten ihre Verteidigungsbudgets bündeln würden, entstünde die zweitgrößte Militärmacht der Welt nach den USA.
Doch die Realität sieht ganz anders aus. Denn Europa leidet unter extremer Fragmentierung.
Doppelstrukturen und Ineffizienz: Die EU-Staaten unterhalten Dutzende unterschiedliche Waffensysteme (verschiedene Panzertypen, Flugzeugmodelle), während die USA oder China auf wenige standardisierte Systeme setzen. Dies führt zu enormen Ineffizienzen bei Wartung, Ausbildung und gemeinsamer Logistik.
Abhängigkeit von den USA: Die Sicherheit Europas basiert historisch auf der NATO, deren Rückgrat die militärische Stärke der USA ist. Ohne die nukleare Abschreckung und die logistischen Fähigkeiten Washingtons steht Europa blank da.
Fehlender politischer Wille: Ein gemeinsamer europäischer Verteidigungsfonds und die Ständige Strukturierte Zusammenarbeit (PESCO) sind erste Schritte, aber nationale Egoismen verhindern bisher eine echte „EU-Armee“ oder eine gemeinsame strategische Autonomie.
Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat zwar zu einem deutlichem Umdenken und höheren Rüstungsbudgets geführt, doch die geplante Umsetzung wird noch viele Jahre dauern.
Um als gleichwertiges Gegenwicht zu agieren, benötigt Europa vor allem eine stringente Außenpolitik
Die USA und China agieren auf der Weltbühne jeweils mit einer starken Stimme. Europa spricht oft in 27 verschiedenen Dialekten. Ob es um die Haltung zum Nahen Osten, die Sanktionspolitik gegen Russland oder die Investitionsprüfung bei chinesischen Unternehmen geht – die nationalen Interessen kollidieren häufig.
Die Entscheidung liegt bei Europa selbst
Europa kann ein gleichwertiger globaler Akteur werden. Das Potenzial ist reichlich vorhanden, die Ressourcen sind es auch. Was fehlt, ist die politische Entschlossenheit, nationale Souveränität in Schlüsselbereichen (Verteidigung, Außenpolitik, Technologie) zugunsten eines gemeinsamen, schlagkräftigen europäischen Blocks aufzugeben.
Als lose Konföderation bleibt die EU in entscheidenden Momenten schwach, doch einen europäischen Nationalstaat kann niemand wollen, dem die nationale Identität der Mitgliedsstaaten etwas wert ist.
Dazu muss es den Willen und eine straffe Umsetzung geben. Zweifelhaft, dass Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu solch einem Kraftakt fähig ist. Dann schon eher Italiens Giorgia Meloni oder Finnlands Präsident Alexander Stubb, die außenpolitisch seit Monaten bella figura machen und den Kontinent gut repräsentieren, etwa bei Besuchen im Weißen Haus. Und Staaten wie Ungarn und die Slowakei müssen sich entscheiden, ob sie zum Club dazugehören wollen.
Denn ständige Wackelkandidaten schwächen Europa in nicht mehr tolerierbarer Weise. Auch die Herren Orban und Fico müssen begreifen, dass sie zum Westen gehören. Wenn Sie das nicht mehr wollen – gute Reise!



Meine Meinung:
Gelingt es den europäischen Staaten zunächst, die von den USA beschriebenen, eklatanten Fehlentwicklungen umzukehren, besteht eine theoretische Chance, dass von Ihnen ausgegebene Ziel, Supermacht zu werden, zu erreichen.
Als dann müsste Europa politisch komplett neu aufgestellt werden. Die Europäische Union (insbesondere die EU-Kommission) ist dazu jedoch nicht geeignet – sie ist erkennbar reformunwillig und gleitet immer stärker in totalitäre Attitüden ab.
Die bislang klar nationalistisch ausgerichteten Staaten des Südens & Frankreich müssten, ähnlich wie Deutschland bereits jetzt, bereit sein, ihre nationale Souveränität zugunsten eines politisch vereinigten Europas aufgeben.
Vor allem müsste da die Bevölkerung VORHER gefragt werden, denn die müsste das mittragen.
Eins noch:
„Die Stärken Europas liegen in seiner hochentwickelten Industrie, seiner technologischen Basis (Maschinenbau-, Automobil- und Pharmaindustrie) und einem starken sozialen Auffangsystem.“
schreiben Sie. Speziell diese Stärken werden gerade systematisch sabotiert; vor allem von Deutschland. In naher Zukunft bereits wird von diesen Stärken nur noch in der Vergangenheitsform gesprochen werden können.
Realistisch betrachtet ist die Zeit und Rolle Europas in der Welt abgelaufen.
@Johannes: ich stimme ihnen insbesondere bei den letzten beiden Absätzen voll und ganz zu! Die Pharmaindustrie als deutsche Stärke aufzuzählen halte ich für völlig verfehlt. Wir haben keine wirkliche Industrie in diesem Sektor. Stark sind wir in den Bereichen Forschung und Entwicklung. Was jedoch die Herstellung der Medikamente angeht, sind wir bereits jetzt zu nahezu 100 % von China und Indien abhängig. Würde Deutschland in einen Krieg mit Asien verwickelt werden, müsste Asien lediglich die Lieferung von Medikamenten und Computerchips einstellen um diesen Krieg in kürzester Zeit für sich zu entscheiden.
Wir sprechen stets davon, dass Schlüsselindustrie und lebensnotwendige Wirtschaftszweige nicht ausgelagert werden dürfen – die Realität zeigt jedoch, dass der Standort Deutschland wirtschaftlich so uninteressant geworden ist, dass keine Möglichkeit besteht dieses Land im Falle eines Bruchs mit Asien für einen Zeitraum > 2 Wochen am Laufen zu halten. Aus der Abhängigkeit von russischem Gas wurde offensichtlich ebenfalls keine wirkliche Lehre gezogen.
Ihr letzter Satz sollte deswegen in Fettbuchstaben und rot-leuchtend geschrieben stehen!
„Wir sprechen stets davon, dass Schlüsselindustrie und lebensnotwendige Wirtschaftszweige nicht ausgelagert werden dürfen“#
Wie stellst Du dir das vor? Die Arbeitskosten hier sind viel zu hoch…
Sehr geehrter Herr Kelle,
Die Arbeitskosten spielen doch bei Medikamenten oder der pharmazeutischen Industrie überhaupt keine Rolle. Die Pillen dreht doch keiner per Hand.
Energie. Das ist der Schlüsselfaktor.
Arbeitskosten – was verbirgt sich denn hinter diesem unscheinbaren Wort? Die Produktions- und Mitarbeiterkosten sind in Deutschland natürlich viel zu hoch, aber das sind doch hausgemachte Probleme und insbesondere die direkten Folgen einer miserablen Politik der letzten Jahre.
Ich könnte alleine zu diesen Zusammenhängen ein Buch verfassen und werfe deswegen nur die Schlagworte hin, die zu dieser Entwicklung geführt haben.
• Mindestlohn
• Lieferkettengesetz
• CO₂-Bepreisung
• Energiekrise
• ausufernder Sozialstaat
• Migration
• Lohn-Nebenkosten
• Heizungsgesetz
• Verbrenner-Aus
• Mieter-Rechte
• Ausufernde Sicherheitsvorschriften
• fehlende Arbeitsanreize
Diese Liste liese sich quasi beliebig verlängern und jeder dieser Punkte greift wie ein Uhrwerk ineinander. Der Staat dringt in alle Lebensbereiche immer weiter ein und verteuert und verkompliziert das Leben der Menschen – die Auswirkungen hat jeder direkt zu tragen, der noch zu der Seite der Leistungsträger gehört.
In der Konsequenz müssen Löhne steigen, damit sich Arbeit überhaupt noch rentiert. Was jedoch wieder die Preisbildung beinflusst und die Inflation weiter vorantreibt. Es ist ein hausgemachter Teufelskreis, den insbesondere Merkel zu verantworten hat.
Ein kleines Beispiel hierzu:
Ich bin Angestellter in leitender Funktion bei diesem unserem Staat und gehöre dort zu den „Gutverdienern“. Als ich mein Auto aus der Werkstatt abgeholt habe, hat Mercedes für die Schlusskontrolle des Fahrzeugs eine Zeiteinheit für den Werkstattmeister verrechnet. Diese ZE ist 6 minuten lang und kostet 21 € netto.
Der Meister hat somit einen kalkulierten Stundenlohn von 210 €.
Damit ich diesen Meister eine Stunde für mich arbeiten lassen könnte, muss ich zuvor fast 11 Stunden Arbeiten, um diese Kosten selbst als Nettogehalt verdient zu haben.
Der Meister selbst bekommt hingegen sicher auch nicht mehr als ich.
Diese Rechnung zeigt deutlich, was in diesem Land schief läuft und warum Schwarzarbeit einen immer größeren Stellenwert bekommt.
Eine Werkstatt sieht mein Auto nur, wenn wirklich etwas komplett schief läuft.
PS: Ich fahre übrigens einen gebrauchten Smart, keinen Mercedes – weil ich mir im Leben kein Auto für 50.000 € oder mehr kaufen könnte.
Zustimmung!
Eine europäische Armee währe ein logistischer, bürokratischer und vor allem finanzieller Wahnsinn. Wie soll eine solche Armee bitte funktionieren und wer ist denn eigentlich Europa? Im oben stehenden Text werden Begriffe wie „Europa“ und „EU“ munter miteinander vermischt.
Europa, dass sind 47 souveräne Staaten, die was ihre Kultur angeht, oft unterschiedlicher nicht sein könnten. Die EU hingegen ist ein bürokratisches Monstrum, bestehend aus 27 Staaten, von denen quasi alle notorisch pleite sind, wenn Deutschland den Geldhahn zudreht.
Es ist jedoch egal, ob Europa oder EU – die Fragestellungen sind nämlich die gleichen. Wie soll ein solches Militär befehligt werden und wer entscheidet im Ernstfall, für welchen Zweck es eingesetzt werden und wie weit die Befugnisse reichen sollen?
Wie soll die Finanzierung eines solchen Militärs aussehen und verdienen dann alle Soldaten ein einheitliches Sold? Einen rumänischen Soldaten würde der Deutsche Sold sicher gefallen, der deutsche Soldat hingegen könnte mit rumänischem Sold direkt zum Sozialamt laufen. Ein unterschiedlicher Sold würde hingegen zu Neid und Missgunst führen, wenn beide im Schützengraben nebeneinder liegen und ihr Leben aufs Spiel setzen sollen.
Dazu kommen die kulturellen Unterschiede, die nicht selten unüberwindbar sind und sogar schon Auslöser für Kriege waren.
Wie soll beispielsweise ein Soldat aus dem Baskenland mit Franzosen und Spaniern zusammen Seite an Seite kämpfen? Die Unterschiede gen Osten werden sogar noch größer und viele dieser Staaten befinden sich seit Jahren im „Clinch“ miteinander.
Militär ist etwas nationales und vorübergehende Zusammenschlüsse und Bündelung der Kräfte kann von strategischem Interesse sein. Ein wahrloser Zusammenschluss so vieler Kulturen und Ethnien würde eine Armee jedoch nur behindern und schwächen und die Einsatzfähigkeit massiv beinträchtigen.
Ganz abgesehen davon sind England und Frankreich in der Vergangenheit häufiger dadurch aufgefallen, dass man sich am liebsten in jeden Krieg Hals über Kopf stürzen möchte. Diese Entscheidungsträger möchte ich nicht in der Gesamtverantwortung einer der dann größten Armeen dieser Welt sehen.
Orban und Fico müssen in meinen Augen nichts begreifen, weil sie Politiker souveräner Staaten sind und ausschließlich dem Willen ihres Volks verpflichtet sind. (natürlich unvorstellbar für deutsche Herrscher)
Der Westen muss in diesem Zusammenhang begreifen, dass es kein „WIR“ auf dieser Welt gibt und „wir“ endlich damit aufhören müssen Gott und der Welt zu erklären, dass wir die moralisch überlegene Rasse auf dieser Erde sind, deren Entscheidungen für alle und jeden verbindlich gelten müssen weil sie unfehlbar sind.
Ich bin für eine Abkehr vom Irrweg der EU, zurück zu einer EG – bestehend aus Leistungsträgern, die sich untereinander Vorteile bei Freizügigkeit und Wirtschaftsfragen gewähren.
Eine gemeinsame Schuldenhaftung darf es ebenso wenig geben, wie eine gemeinsame Währung oder verbindliche Beschlüsse, die in nationales Recht umzuwandeln sind weil andernfalls Sanktionen drohen.
Die militärische Abschreckung muss für jedes Land einzeln wieder hergestellt werden und hierfür muss auch die BRD über Atomwaffen verfügen können und dürfen.
Ich will keine fremden Marschfluggkörper und Atomsprenköpfe auf deutschem Gebiet. Die Anlagen müssen von uns verwaltet und besetzt werden und die Entscheidungsgewalt in unseren Händen liegen.
Die nukleare Abschreckung hängt im Übrigen auch so nicht alleine an den USA, da weitere europäische Staaten über entsprechende Sprengköpfe verfügen.
Wie bereits dargelegt, möchte ich jedoch mit keinem dieser Beiden wahnsinnigen im (Feld-)Bett liegen.
Die USA ist künftig ein militärischer Gegener, der mit argwohn beobachten wird, ob sich ein neuer, gefährlicher Zusammenschluss im Westen auftut. Eine der USA ebenbürtige militärmacht würde der Amerikaner notfalls mit Gewalt verhindern – was ein weiterer Grund dafür ist, diesen Irrweg niemals zu beschreiten!
„Europa kann ein gleichwertiger globaler Akteur werden.“:
Nein. Kann es nicht. Und ich weiß nicht mal, ob das notwendig ist. Ein sehr kleines Land wie Singapur, welches wirtschaftlich sehr erfolgreich ist, muss diplomatisch sehr vorsichtig sein. Es kann anderen keine Moralpredigt halten, was die tun sollen. Trotzdem wird Singapur nicht von seinen Nachbarn erobert, obwohl die es könnten.
Wäre Deutschland ein normales Land, würde es sich es sich darum kümmern, dass im Inneren die Dinge deutlich besser laufen. In der Außenpolitik würde es mit seinen bisherigen Verbündeten (dem Westen) mitlaufen, ohne immer den Oberstreben zu geben. (Dann gibt man halt der Ukraine mal 500 Millionen, weil es alle tun. Aber man gibt keine 5 Milliarden, weil man hervorstechen will.)
Außenpolitisch würde es sich mit allen (USA, China, Indien, Israel, Türkei, Golfstaaten, andere EU-Staaten, …) unverbindlich gut stellen. Aber im Grunde den Ball flach halten. So eine Art Genscherismus.
Aber es würde das Primat der Innenpolitik gelten: Dafür sorgen, dass es dem Land im Inneren gut geht.
Deutschland ist der größte Nettoeinzahler in die EU. Allerdings liegt unser Land wirtschaftlich auf der Intensivstation und bekommt eine Infusion nach der anderen, die das Sterben nur verlängern.
„Diese Administration betrachtet Europa – und speziell die EU – nicht mehr als Partner, sondern in weiten Teilen als strategischen Ballast, als wirtschaftlichen Gegner und als „zivilisatorisch im Niedergang“ begriffen.“
„Die EU als Ordnungsfaktor wird als feindseliges Konstrukt gesehen…“
Den „zivilisatorischen Niedergang“ Europas und die EU als „feindseliges Konstrukt“, das sehe ich als deutsche Bürgerin ganz genauso.
Folglich sehe ich die Aussagen aus der Trump-Administration nicht als Absage an eine jahrzehntelange Partnerschaft sondern als Ermahnung, von den Irrwegen der Meinungseinschränkung, Gender-Ideologie, Klimatransformation und Überbürokratisierung abzulassen und wieder einen vernünftigen Weg einzuschlagen.
Es ist sozusagen die Fortsetzung der Rede, die J.D.Vance in München gehalten hat.
Fico und Orban verfolgen diesen Weg und werden dafür von der EU gegängelt. Man kann nur hoffen, daß sie sich den Absichten aus Brüssel weiter widersetzen.
Von wirtschaftlicher Stärke Europas kann wohl keine Rede mehr sein. Deutschlands Deindustrialisierung schreitet munter fort. Auto- und Pharmaindustrie gehen den Bach runter. Da hilft auch nicht, wenn der Kauf von E-Autos noch lange durch das Geld der Steuerzahler subventioniert wird. Die Energieversorgung ist keineswegs gesichert. Die Zahl der Insolvenzen ist beunruhigend hoch. Dementsprechend wird die Zahl der Arbeitslosen weiter ansteigen. Rente-, Pflege- und Krankenversicherung bedürfen einer großen Reform, die mit der derzeitigen Koalition unmöglich zu schaffen sein wird. Das hat der letzte Freitag eindrücklich gezeigt.
Hochmut kommt vor dem Fall. Das sollten sich Europa, die EU und besonders Deutschland im Verhältnis zu den USA hinter die Ohren schreiben.
Fico und Orban verfolgen diesen Weg und werden dafür von der EU gegängelt.
Das fordern Sie doch immer, wenn zum Beispiel Berlin so viel Geld ausgibt, und die bayerischen Steuerzahler die Wohltaten bezahlen mussten. Oder als Griechenland mit unserem Geld die Renten erhöhte in der Krise, während Deutschland dafür das Renteneintrittsalter erhöhte. Soweit ich mich erinnere, fanden Sie und andere hier das gar nicht gut, dass die Griechen sich damals den „Absichten aus Brüssel, zu sparen, widersetzten“.
Im föderalen Staat oder einem Staatenbund souveräner Länder kommt man nur voran, wenn man sich auf alle anderen verlassen kann. Und wenn man sich auf manche nicht verlassen kann, dann schmeißt man sie raus….
Klaus Kelle
Welche Forderungen Sie mir unterstellen, Herr Kelle, habe ich nicht begriffen. Da liegen Sie völlig falsch.
Es ging mir nicht um Ausgaben oder Renteneintrittsalter usw. sondern um die Durchsetzung nationaler Interessen gegen die übergriffige EU-Administration und die gesellschaftliche Ausrichtung wie Anti-Gender und Familienförderung.
Übrigens wurden eben in der Tagesschau die Probleme der Maschinenbauer ausführlich dargelegt. Die Betriebe entlassen Leute, haben zu wenig Aufträge und klagen natürlich weiterhin über die Bürokratiekrake, deren Abbau uns zwar täglich täglich versprochen wird, tatsächlich aber nicht wahrzunehmen ist.
Of Toppic. Hat einer der Anwesenden hier die ARD Freakshow „Die 100“ gesehen ohne dass ihm übel wurde, ich meine so richtig übel, mit Brechreiz und ähnlichem?
Belasten Sie sich nicht mit Brechreizen, besser diesen Schenkelklopfer lesen:
„Sein Land verteidigt man auch, wenn einem die Regierung nicht gefällt.
Die Pervertierung des Patriotismus durch Demagogen“.
Hier versucht sich der Herr Blogbetreiber als Gastkommentator bei B. Reitschuster mal wieder pflichtgemäß als „AfD-Sau-durchs-Dorf-Treiber“ nicht nur an Herrn Höcke – sondern wenn schon denn schon – auch an den Kreml-Lautsprechern und Putin-Fanpartei abzuarbeiten, die Landesverräter hat er diesmal verschont.
Nur:
Auf Herrn Reitschusters Blog befinden sich nicht wenige Kommentatoren, die den selbsternannten Patrioten gut erkannt haben.
@Günther M.,
ja, wunderbar, habe ich alle gelesen und viel gelacht. Unglaublich, wie viele struntzdumme Menschen es gibt. Finde ich folgerichtig, dass Sie sich da einreihen… Sie sollten einen Verein gründen der Leute, die auf das eigene Land spucken und sich ekelhafter Weise selbst für Patrioten halten…
Ich begrüße den Druck, den Donald Trump mit seiner Administration auf die EU in Brüssel ausübt, sehr und wünsche mir noch deutlich mehr davon. Es wäre eine absurde Ironie der Geschichte, wenn ein als „Böser“ etikettierter Akteur uns vom „Bösen“, dem Übel der Brüsseler EU befreien könnte. Wenn ich meine Vision für die EU formuliere – vergleichbar mit der „I Have a Dream-Rede“ – stelle ich mir die Vereinigten Staaten von Europa vor, mit einem politischen System analog dem der USA. Die Bürger würden ihren Präsidenten wählen und über ein demokratisch legitimiertes Zweikammersystem verfügen, alles genau wie in den USA.
Statt dieser idealen Vorstellung erlebe ich jeden Tag einen EU-Albtraum durch eine ineffiziente, übergriffige und nicht demokratisch legitimierte EU-Verwaltung. Eine EU, in der zu oft unfähige nationale Politiker entsorgt oder in einer Hinterzimmer-Kungelei auserkoren wurden. So wie ich den EU-Albtraum täglich erlebe, konnte ich mir bisher keinen evolutionären Weg zur Veränderung vorstellen. Mir erschien bisher nur der revolutionäre Weg, zerschlagen und neu aufbauen gangbar. Vielleicht könnte der Druck von Donald Trump und seiner Regierung doch noch einen evolutionären Weg ermöglichen, also bitte viel mehr davon. Ich bin fest davon überzeugt, nur wenn die EU Mitgliedsländer und Bürger gemeinsam mit der USA der heutigen EU die Hölle anheizen, kann die EU in Brüssel den Willen und die Kraft für die notwendigen Veränderungen aufbringen.
Nicht Trump ist der Feind der EU und der woken Selbstbediener, sondern die Wirklichkeit.
Das Herz „seiner hochentwickelten Industrie, seiner technologischen Basis (Maschinenbau-, Automobil- und Pharmaindustrie)“ schlägt in Deutschland. Dumm nur, das diese Industrie im Moment abgewickelt wird. Die „starken sozialen Auffangsysteme“ werden gleichzeitig durch die Massenmigration zerstört.
Technologisch ist Europa völlig abgehängt. Wie heißt denn Europas Suchmaschine? Welche europäischen Zahlungssysteme sind weltweit verbreitet? Gibt es in Europa wenigstens einen größeren Onlineshop? Einen Streamingdienst? Nennen Sie mal drei deutsche, international erfolgreiche Blockbuster. Wo werden Firmengeheimnisse gehostet? In Amerika bei Microsoft. Da liest die KI jede Datei aus.
Großes BIP? Wir können die CO2 Steuer verdoppeln. Dann steigen die Preise und dadurch steigt das BIP.
Unser BIP wird durch künstlich hohe Preise aufgebläht. Hier kostet eine Panzergranate 10000 Euro, in Russland 500 Dollar? Wir zahlen 285 Millionen Euro für eine F35, in China kostet ein Jet der fünften Generation, wie die Chengdu J-20, 110 Millionen Dollar?
„Technologisch ist Europa völlig abgehängt.“
Wir in Europa haben allerdings Kunststoffbehältnisse an denen der Verschlussdeckel fest getackert ist. Darum beneidet uns der Rest der Welt.