GASTSPIEL Prof. Dr. David Engels: Ungarn nach Orbán – Struktureller Einschnitt und Verschiebung des Gleichgewichts im europäischen Konservativismus
Die ungarischen Wähler haben mit einer Deutlichkeit, die selbst erfahrene Beobachter überraschte, 16 Jahre ununterbrochener Orbán-Herrschaft beendet und der von Péter Magyar geführten Tisza-Partei einen politischen Triumph beschert, dessen Tragweite weit über einen gewöhnlichen Regierungswechsel hinausgeht. Eine Zweidrittelmehrheit im Parlament bei einer Wahlbeteiligung von nahezu achtzig Prozent stellt nicht nur eine klare Machtverschiebung dar, sondern eröffnet zugleich die Möglichkeit tiefgreifender institutioneller Veränderungen, einschließlich einer Revision der bestehenden Verfassungsordnung.
Zwar hatten die Monate vor der Wahl eine wachsende Erosion des Vertrauens in das Regierungssystem erkennen lassen, doch war man in Budapest und Brüssel lange davon ausgegangen, dass das von Orbán geschaffene Machtgefüge — trotz erkennbarer Ermüdungserscheinungen — weiterhin stabil genug sei, um wenigstens eine knappe Mehrheit zu sichern. Die nun eingetretene Entwicklung markiert daher nicht lediglich eine routinemäßige Machtübergabe zwischen Regierung zu Opposition, sondern einen strukturellen Einschnitt in das politische Selbstverständnis Ungarns und zugleich eine Verschiebung im Kräftegleichgewicht des europäischen Konservatismus insgesamt.
In eine breitere europäische Perspektive gestellt, erscheint dieser Machtwechsel als Teil einer bereits seit mehreren Jahren zu beobachtenden Entwicklung.
Nach dem Verlust der Regierungsmacht durch die polnische PiS im Jahr 2023, der Niederlage des rumänischen Kandidaten George Simion im Jahr 2025 sowie dem indirekten Rücktritt der von Geert Wilders gestützten niederländischen Regierung im selben Zeitraum stellt das Ende der Orbán-Ära einen weiteren Schritt in der allmählichen Umkehrung jener populistischen Welle dar, die seit der Migrationskrise von 2015 die politische Landschaft der Europäischen Union tiefgreifend verändert hatte.
Über mehr als ein Jahrzehnt hinweg fungierte Orbán als strategischer Bezugspunkt eines losen, oft widersprüchlichen Bündnisses souveränistischer Kräfte, dessen ideologischer Zusammenhalt auf der Verteidigung nationaler Souveränität und der rhetorischen Beschwörung eines christlich geprägten europäischen Selbstverständnisses beruhte.
Dieses Bündnis war keineswegs homogen; vereinte es doch sehr unterschiedliche Interessen und politische Traditionen, deren Gemeinsamkeit oft eher in der Ablehnung zentralistischer und linksliberaler, ja woker Tendenzen als in einer positiven gemeinsamen Vision lag. Gleichwohl verlieh Orbáns politische Präsenz dieser heterogenen Bewegung eine Form von Richtung und Kontinuität, so dass dieses Lager mit seinem Ausscheiden nicht nur seinen sichtbarsten Vertreter verliert, sondern auch jenen Akteur, der über Jahre hinweg als taktisch versiertester Vermittler zwischen nationaler Politik und europäischer Bühne fungierte.
Aus konservativer Perspektive wirkt Orbáns Abgang daher gleichermaßen ernüchternd und auf eigentümliche Weise befreiend
Einerseits verkörperte seine Regierung über viele Jahre hinweg eine entschiedene Verteidigung patriotischer Souveränität, nationalen Grenzschutzes, einer auf Familienförderung ausgerichteten Sozialpolitik sowie einer bewusst betonten christlichen Identität — Positionen, die im Kontrast zur zunehmend woken Ausrichtung der Brüsseler Eliten standen. Andererseits offenbarte die lange Dauer seiner Herrschaft auch jene strukturellen Schwächen, die häufig mit politischen Systemen einhergehen, deren Macht über längere Zeiträume hinweg weitgehend unangetastet bleibt.
Patronage-Netzwerke, wiederkehrende Korruptionsvorwürfe und eine zunehmende Routine in der Ausübung politischer Macht führten schrittweise zu einem Verlust an öffentlichem Vertrauen, selbst unter Wählern, die Orbáns grundlegende politische Zielsetzungen weiterhin teilten. Auch zu erwähnen ist natürlich der stetig steigende Druck europäischer Sanktionen und das fast unerträgliche mediale Sperrfeuer aus dem Westen, zu dem wenigstens indirekt auch noch die zivilisatorische Amerikanisierung durch soziale Medien und Popkultur zu rechnen ist, welche das von Fidesz immer wieder bemühte Gesellschaftsmodell für jüngere Menschen zunehmend anachronistisch, ja unverständlich erschienen ließ.
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Hinzu trat die wachsende Neigung zu außenpolitischen Balanceakten, die zwar kurzfristig Vorteile brachten, langfristig jedoch das Vertrauen traditioneller europäischer Unterstützer in Orbáns Ungarn untergruben.
Allen voran wäre hier die Suche nach strategischer Autonomie von Brüssel zu nennen, welche Orbán zu einer pragmatischen Öffnung gegenüber Russland führte, von der er sich nicht mehr zu befreien wusste, wenn er auch darüber hinaus Annäherungen an China, die Trump-Regierung, ja selbst die Türkei unternahm — eine Politik, die innerhalb Europas zunehmend als opportunistisch wahrgenommen wurde, umso mehr, als der „starke Mann“ von Budapest jedesmal zur Legitimation seiner außenpolitischen Drahtseilakte eine andere identitäre Facette Ungarns beschwor und dem Bekenntnis zum christlichen Abendland etwas widersprüchlich die panturkische Identität Ungarns, die eurasische Mission des Karpathenbeckens und die Suche nach einem privilegierten transatlantischen Bündnis hinzufügte.
Péter Magyar steht nun vor der Aufgabe, ein politisches System zu stabilisieren, dessen institutionelle und gesellschaftliche Grundlagen über Jahre hinweg stark personalisiert worden waren.
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob ein post-Orbán-Ungarn seine kulturellen und zivilisatorischen Grundlagen innerhalb der Europäischen Union bewahren kann, oder ob es sich schrittweise in eine technokratische Gleichförmigkeit einfügt, die nationale Eigenheiten zugunsten administrativer Anpassung relativiert. Entscheidend wird sein, ob Magyar sich eher als pragmatischer Integrationspolitiker im Stil einer Giorgia Meloni oder als konsequenter Vollstrecker europäischer Anpassungsprogramme im Sinne eines Donald Tusk erweist, der ebenfalls mit einem eher „konservativen“ Programm in die Auseinandersetzung mit PiS gezogen war.
Institutionell ist in den kommenden Jahren jedenfalls fraglos mit umfassenden Umstrukturierungen zu rechnen. Die Tisza-Partei hat angekündigt, allen voran eingefrorene ausstehende EU-Mittel in Höhe von rund 18 Milliarden Euro durch Maßnahmen zur Wiederherstellung rechtsstaatlicher Standards freizusetzen – ein im Prinzip begrüßenswertes Versprechen, wenn das Beispiel Polens auch leider zeigt, dass der Kampf gegen Cliquenbildung und die Berufung auf den „Rechtsstaat“ in der Praxis häufig nur zur Herausbildung eines neuen Elitensystems führt, dessen ideologische Ausrichtung kaum weniger einseitig ist als jene der zuvor abgelösten Regierung.
Mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament besitzt Magyar zudem die Möglichkeit, auch grundlegende institutionelle Veränderungen vorzunehmen, die weit über eine bloße Umbesetzung einzelner Behörden hinausreichen könnten. Ein umfangreicher Personalaustausch von Führungspersonal in Medien, Universitäten, Verwaltung und Wirtschaft erscheint daher ebenso wahrscheinlich wie eine Serie juristischer Verfahren gegen ehemalige Amtsträger, die unter Vorwürfen von Korruption oder Verfassungsverstößen geführt werden könnten.
Offen bleiben muss freilich, woher Magyar, der selbst ein Fidesz-Renegat ist und seine Partei in gerade mal einigen wenigen Jahren, ja eigentlich Monaten hochgezogen hat, überhaupt das nötige Personal rekrutieren wird: Fraglos wird er hierbei zum einen auf Überläufer des Orbán-Systems, zum anderen aber auf Karrieristen eher linksliberaler Gruppierungen angewiesen sein, was trotz des altbekannten ungarischen Pragmatismus alles andere als eine ideologisch stabile Regierung verspricht – nimmt man die allen gemeinsame Ablehnung Orbáns aus.
Auch wirtschaftlich eröffnet der Regierungswechsel Perspektiven moderater Stabilisierung
Die Freigabe europäischer Fördermittel dürfte kurzfristig Wachstum ermöglichen, zumal gleichzeitig angekündigt wurde, zentrale Elemente der bisherigen Familienpolitik fortzuführen und steuerliche Entlastungen für einkommensschwächere Haushalte auszubauen. Prognosen, die bis 2030 ein Wachstum zwischen 2,5 und 3,5 Prozent erwarten, erscheinen allerdings nur unter günstigsten Umständen plausibel, bleibt die langfristige Stabilität angesichts geopolitischer Unsicherheiten — insbesondere im Kontext wachsender Spannungen im Nahen Osten und möglicher Energieumstellungen durch Abwendung von Russland — doch höchst fraglich.
Besonders sensibel wird sich die Entwicklung im Bereich der Demografie und Familienpolitik erweisen. Orbáns Programme zur Förderung kinderreicher Familien — darunter Steuerbefreiungen, Wohnungsbauprämien und gezielte Unterstützungsleistungen — haben international Aufmerksamkeit erregt und in bestimmten Regionen tatsächlich zu einer Stabilisierung der Geburtenrate beigetragen. Kurzfristig dürfte ein vollständiger Abbruch dieser Maßnahmen politisch kaum durchsetzbar sein; langfristig jedoch könnten fiskalische Zwänge und ideologische Verschiebungen zu einer schrittweisen Reduzierung führen, umso mehr, als bereits unter Orban die konkreten Ergebnisse der Natalitätspolitik im Vergleich zu den eingesetzten Mitteln eher bescheiden geblieben waren. Eine solche Entwicklung würde nicht nur wirtschaftliche Konsequenzen haben, sondern auch symbolisch das Bild eines Staates verändern, der sich bislang bewusst als wichtigster europäischer Verteidiger des klassischen Familienmodells verstanden hatte.
Auch in der Migrationspolitik erscheint eine graduelle Veränderung wahrscheinlich
Die von Orbán errichteten Grenzzäune und seine konsequente Ablehnung europäischer Quotenregelungen bildeten über Jahre hinweg ein zentrales Element seiner politischen Identität, und auch unter der neuen Regierung dürfte eine Phase rhetorischer Kontinuität zunächst bestehen bleiben, vertraut man Magyars Ansagen. Doch ist langfristig fraglos mit einer vorsichtigen Anpassung an europäische Standards zu rechnen, die nur daher für das Land zunächst weitgehend folgenlos bleiben wird, als die sozialen Bedingungen zunächst nicht attraktiv genug für eine langfristige Ansiedlung großer Migrantengruppen sein dürften. Der Impakt einer aus „humanitären Gründen“ erneut durchlässigen ungarischen Südgrenze gerade auf Österreich und Deutschland dürfte hingegen nicht zu vernachlässigen sein.
Am deutlichsten dürfte sich der Systemwechsel aber in der Außenpolitik zeigen. Magyar hat bereits angekündigt, das Verhältnis zur Europäischen Union (EU) zu normalisieren und die bisherige Vetopolitik schrittweise zu beenden. Zwar hat auch Tisza eine Beteiligung an der weiteren Unterstützung der militärischen Anstrengungen der Ukraine ebenso wie eine baldige EU-Mitgliedschaft des Landes abgelehnt, doch deutet vieles darauf hin, dass Ungarn künftig stärker als noch unter Orbán bereit sein wird, sich Brüsseler Mehrheitsentscheidungen anzuschließen, vor allem bei entsprechenden Gegenleistungen.
Für die europäische Rechte bedeutet der Verlust Budapests als politischem Bezugspunkt einen spürbaren Einschnitt
Über Jahre hinweg bildete Ungarn ein Netzwerkzentrum für konservative Medien, Bildungseinrichtungen und politische Initiativen, deren Finanzierung und Koordination Orbán und seiner Kulturpolitik direkt oder indirekt viel zu verdanken hatten. Mit dem Regierungswechsel dürften viele dieser Strukturen ihre bisherige Grundlage verlieren oder doch zumindest zu einer massiven inhaltlichen Richtungsänderung gezwungen werden. Zugleich eröffnet diese Situation eine Möglichkeit zur Neubestimmung: Die starke Abhängigkeit der europäischen Konservativen von einem einzelnen, kulturell eher untypischen und außenpolitisch wenig gefestigten Nationalstaat hat vielleicht zu lange die Perspektiven und Prioritäten der Rechten ebenso geprägt wie verzerrt und wahrscheinlich auch von der Entwicklung einer umfassenderen zivilisatorischen Perspektive abgehalten, wie sie dringender denn je notwendig is.
Aus einer christlich-konservativen, dabei aber zugleich abendlandpatriotischen (nicht aber unbedingt Brüssel-orientierten) Sichtweise ergibt sich daraus ein ambivalentes Bild der zukünftigen Perspektiven.
Einerseits kann eine konstruktivere Haltung Ungarns gegenüber europäischer Integration zu größerer kontinentaler Stabilität beitragen; andererseits besteht die Gefahr, dass nationale Interessen in einem zunehmend von Wokismus und Tech-Dystopie geprägten Konsens untergehen. Mit Orbán verschwindet der sichtbarste interne Kritiker der europäischen Institutionen, und es ist wahrscheinlich, dass Brüssel die entstandene Lücke nutzen wird, um föderalistische Strukturen massiver denn je auszubauen, solange sich keine echte Gegenwehr zeigt — etwa in Bereichen wie den Finanzen, der Überwachungspolitik, der Zensur angeblicher Fake News, der Abtreibung und Euthanasie, des Green Deals, der „intersektionalen“ Minderheiten etc.
In dieser Hinsicht zeichnet sich schon seit 2023 ein paradoxer Wandel innerhalb Europas ab
Während Teile Mitteleuropas sich unter dem Einfluss wirtschaftlichen Wohlstands, medialer Transformation und Generationenwechsels schrittweise einer linksliberalen „Normalisierung“ annähern könnten, ist gleichzeitig in mehreren Regionen Westeuropas eine gegenläufige Bewegung zu beobachten.
Migration, Parallelgesellschaften, Rechristianisierung und wirtschaftliche Polarisierung haben dort bereits erste konservativ-identitäre Gegenreaktionen ausgelöst, die sich künftig verstärken könnten. Europa steht damit vor einer doppelten Herausforderung: Es muss Wege finden, nationalstaatliche Subsidiarität mit den Notwendigkeiten christlich-abendländischen, gleichsam zivilisatorischen Selbstschutzes zu versöhnen und dabei sowohl die Exzesse des woken Universalismus wie auch die Kleingeistigkeit nationalistischer Nabelschau zu vermeiden. Die Zeit wird zeigen, ob dies ohne Orbán schwieriger oder einfacher wird.



„ Entscheidend wird sein, ob Magyar sich eher als pragmatischer Integrationspolitiker im Stil einer Giorgia Meloni oder als konsequenter Vollstrecker europäischer Anpassungsprogramme im Sinne eines Donald Tusk erweist, der ebenfalls mit einem eher „konservativen“ Programm in die Auseinandersetzung mit PiS gezogen war.“
DAS ist die spannende Frage und an seinen Taten wird Magyar gemessen werden.
Ich hoffe, ich täusche mich mit meiner Einschätzung: Magyar wird sehr wahrscheinlich dem Geld folgen, denn anders als Meloni ist er viel stärker auf EU Gelder angewiesen.
Und Ungarn wird dafür den höchsten Preis zahlen: die FAKTISCHE (nicht formale) Aufgabe seiner nationalen Souveränität, mit allen links/woken Risiken und Nebenwirkungen!
„….mit allen links/woken Risiken und Nebenwirkungen!“
Wie recht Sie doch haben!
Denn was werden das für Nebenwirkungen sein?
Mehr Frauen in der Regierung? Ungarn ist das einzige EU-Land ohne weibliche Regierungsmitglieder. Da werden die links/woken wohl erbarmungslos zuschlagen und eine Frau mitregieren lassen. Viellecht sogar zwei, was wer auch immer verhüten möge.
Oder der Frauenanteil im Parlament? Ungarn liegt mit 14,6 % auf dem letzten Platz in der EU. Wahrscheinlich nicht halten, sondern nach links/woken Art sogar noch mehr.
Weitere „links/woken Risiken und Nebenwirkungen“ identifizierte der zum Glück (noch) staatlich gelenkte Rechnungshof: zu viele Frauen an ungarischen Universitäten – die akademische Ausbildung beeinflusse die Partnerwahl und Familiengründung von Frauen, was letztlich den Wohlstand der Nation gefährden könne. SO geht rechte Bildungspolitik. Eine staatlich gezahlte Studie mit dem Titel „Zeichen von pinker Ausbildung“ argumentiert, dass eine Überrepräsentation von Frauen „männliche“ Interessen und Sichtweisen verdrängen würde. Genau! Immer noch verdrängen 14,6% Frauen im Parlament diese männliche Interessen! Aber es wird wohl noch schlimmer werden in Ungarn, durch die links/woken Risiken und Nebenwirkungen!
Unter Orbán wurden mehrere politische Entscheidungen getroffen, etwa die Verschärfung des Abtreibungsrechts, die Weigerung, die Istanbul-Konvention zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen zu ratifizieren, das Verbot von Gender Studies an Universitäten. Werden vermutlich rücksichtslos geschleift werden durch links/woke ohne Rücksicht auf Risiken und Nebenwirkungen
Die Orban-Regierung, die weibliche Bildung als Risiko darstellt und deren Politik sich gegen Frauen in politischen Machtpositionen und im Alltag richtet, wird sie nun ersetzt mit allen links/woken Risiken und Nebenwirkungen? Da tut man Frauen keinen Gefallen, das weiß sogar Hr. Merz. Dem Putin graust es schon, aber der ist machtlos solchem links/woken Treibens gegenüber. Vielleicht bittet er seinen Freund Trump, auf dass der ein Einsehen haben möge und die neuen Machthaber einfach mal in einer Nacht- und Nebelaktion zu entführen. Auf dass die links/woken Risiken und Nebenwirkungen zumindest etwas gemindert werden!
@Elena:
Woher hast du denn die Weisheit, dass in Ungarn keine Frauen an der Regierung beteiligt sind? Das ist (vorsichtigt ausgedrückt) völliger Schwachsinn! Ungarn hatte beispielsweise eine Justizministerin namens Judid Varga, die rein zufällig die Exfrau des neu gewählten Präsidenten Péter Magyar ist. Magyar har seine Frau auf einer Party betrogen, was im christlichen Ungarn ein Skandal war.
Eine geschickte PR-Kampagne ermöglichte es Magyar sich nicht nur von diesem Skandal zu erhohlen, sondern sogar zum Präsidenten gewählt zu werden. Die Herkunft der Mittel für diese PR-Kampagne? Fraglich!
Varga ist übrigens nicht die einzige Frau in Orbans regierung gewesen. Es gab daneben z. B. noch Katalin Novák, Andrea Bártfai-Mager und Enikő Győri. Ich bitte also darum, künftig nicht mit Halbwahrheiten zu argumentieren.
Richtig ist, dass es Phasen ohne Frauenbeteiligung in der Regierung gab. Aber es soll nunmal tatsächlich noch Länder und Institutionen geben, in denen Stellen nach Qualifikation besetzt werden. Wenn es sich nun so ergibt, dass der jeweils qualifiziertestes Anwärter für einen Ministerposten männlich ist, dann sollte der Posten an einen Mann vergeben werden. Kann eine Frau die bestmögliche Qualifikation vorweisen, dann geht er an die Frau. Klingt für dich unglaublich, liebe Elena… aber das nennt man tatsächlich echte Gleichbehandlung.
Im Parlament sind übrigens 31 Frauen und 168 Männer. Das hört sich für linksverblendete Wokies erstmal „ungerecht“ an, ist aber das Ergebnis von demokratischen Wahlen, ganz ohne undemokratische Quoten. Der Frauenanteil der Gesamtbevölkerung in Ungarn liegt bei 52 %, sie stellen also die Mehrheit. Trotz dieser Tatsache wurden nunmal mehr Männer als Frauen gewählt. Auch das ist für dich wahrscheinlich nicht zu begreifen, aber diese Tatsache nennt sich „echte Demokratie“, also Herrschaft des Volkes.
Zu Gender-Studies an Universitäten braucht ein normal denkender Mensch keinerlei „Fachwissen“. Es gibt genau ein Paar Gonosome, deren Anordnung finale Auskunft über das Geschlecht eines Menschen gibt. Lautet die Anordnung XX, handelt es sich um eine Frau. Lautet sie XY, handelt es sich um einen Mann.
Es gibt daneben ein paar heterosomale Aneuploidien, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung ist jedoch sehr gering und in den allermeisten Fällen ist auch hier eine klare Zuordnung aus biologischer Sicht möglich. In ganz wenigen Extremfällen ist die Ausprägung der Geschlechtsteile nicht eindeutig – alle diese Fälle werden mit einem Krankheitsbild in Verbindung gebracht. Was also soll eine Universität nach der 1. Stunde Untericht noch über „Geschlechter“ lehren?
Du bist gefangen in deiner Opfer-Rolle, liebe Elena. Das ist wirklich schade, wo du doch in Deutschland nicht nur Gleich- sondern Überberechtigung genießt und Männer heutzutage in Sippenhaft genommen werden um Ungerechtigkeiten aus frühester Vergangenheit „auszugleichen“. Dieser Ausgleich funktioniert meist so, dass ganz einfach Männer benachteiligt werden um Dinge wieder gut zu machen, zu denen die heute leidtragenden nichts konnten. Das nennt die moderne Frau dann „Gerechtigkeit“ und anstatt für echte Gleichstellung zu kämpfen, pickt man sich die Rosinen heraus und kämpft für die Unterdrückung von Männern und gegen das angebliche „Patriarchat“, dessen Existenz sich jedoch mit wenigen Sachargumenten widerlegen lässt.
Gleichberechtigung ist schon vom Wort falsch! Frauen sollten nicht nur die gleichen Rechte genießen wie Männer, sie sollten auch die gleichen Verpflichtungen haben. Gleichstellung wäre also der bessere Begriff und diese Garantiert das Grundgesetzt bereits seit sehr langer Zeit.
Umgesetzt wird es leider nicht, wurde doch soeben erst wieder ein Gesetz erlassen, dass ausschließlich Männer zur Bundeswehr eingezogen werden können und sogar eine Genehmigung dafür benötigen, das Land zu verlassen. Was sagst du zu dieser Art der Ungleichbehandlung, Elena?
Oder wie wäre es mit folgender Gleichstellung:
ENTWEDER Frauenqoten in ALLEN Berufen, also auch im Bergbau, in allen Handwerksberufen und bei der Müllabfuhr.
ODER Abschaffung aller Quotenregeln in allen Berufen um einen fairen Wettbewerb für Männer und Frauen zu garantieren.
Gefällt dir der Vorschlag nicht, bist du eine Heuchlerin und auf der Suche nach persönlichen Vorteilen, anstelle von echter Gleichstellung.
PS: Der „Gender Pay Gap“ ist übrigens real. Männer verdienen durch die progressive Versteuerung häufig weniger Geld pro Stunde, als Frauen in Teilzeit im gleichen Beruf. Wo bleibt der Aufschrei von Frau Schwarzer?
@Martin Ludwig:
Gibt es da eine Art Trigger bei Ihnen, der zuverlässig einsetzt, sobald ich etwas schreibe?
Aber ernsthaft: Verstehendes Lesen würde Ihnen helfen! Denn was habe ich geschrieben? „Ungarn ist das einzige EU-Land ohne weibliche Regierungsmitglieder“. IST das einzige, nicht WAR das einzige! Es wurden alle Frauen ausgemustert, manche weggemobbt. Und außerdem habe ich weiters von „Regierungsmitgliedern“ geschrieben, nicht von Staatssekretären wie etwa Enikő Győri. – Ich bitte also darum, künftig nicht mit Halbwahrheiten zu argumentieren.
„Aber es soll nunmal tatsächlich noch Länder und Institutionen geben, in denen Stellen nach Qualifikation besetzt werden.“ Ach ja, wo denn? Ausgerechnet in Ungarn?
„Im Parlament sind übrigens 31 Frauen und 168 Männer. Das hört sich für linksverblendete Wokies erstmal „ungerecht“ an, ist aber das Ergebnis von demokratischen Wahlen, ganz ohne undemokratische Quoten.“
Ist ja echt putzig so ein Vertauen in das korrupte System von Orban. Weil da Frauen die gleichen Chancen haben bei den Aufstellungslisten, erstellt von den regierenden Männern, bei denen das altertümliche Vorbild der heimeligen Hausfrau dominiert?! Sind Sie tatsächlich so naiv, dass nicht auf Wahllisten stehende Frauen irgenwie gewählt werden können?
„Zu Gender-Studies an Universitäten…“ haben Sie keine Ahnung, bzw. fallen den rechtsbraunen Schlagworten zum Opfer. Da wird nicht jahrelang über XX oder XY Chromosomen erzählt…aber Sie müßten sich schon selber informieren, ich kann das nicht leisten.
Der Rest Ihres Textes ist missionarischer Unfug, für den ich keine Zeit übrig habe, und hat mit dem Thema Orban wenig zu tun hat.
@Elena:
Ich fühle mich nicht getriggert, sobald du etwas schreibst. Mein Trigger setzt allerdings zuverlässig ein, wenn ich lese WAS du schreibst.
Es war doch nicht meine Idee Orbans gesamte Politik und Regierungszeit auf die angebliche Ungerechtigkeit gegen das schwächere Geschlecht herunter zu brechen. Im Gegenteil: Dein gesamter Beitrag hat nichts anderes zum Inhalt.
Ich mache dir das nicht zum Vorwurf, da auch ich keinen Punkt finden würde, an der ich Orbans Politik kritisieren könnte – entsprechend hab ich eben auf diesen einen von dir eingeworfenen Punkt in aller Ausführlichkeit geantwortet.
Ich würde gerne das Thema Gender-Studies weiter vertiefen, das Problem ist jedoch, dass meine Ausführungen abschließend sind und mehr über Geschlechter nicht gesagt werden kann.
Den missionarischen Unfug haben Frauen geäußert – ich widerlege ihn lediglich. Die Tür dazu hat dein letzter Absatz aufgestoßen, der leider jegliche Fakten vermissen lässt aber zumindest das übliche Trump-Bashing beinhaltet. Mit etwas mehr Mühe, hättest du die AfD dort sicher auch noch untergebracht und dazu natürlich ganz vorbildlich den Zusatz „die in Teilen als gesichert Rechtsextrem eingstufte Partei“ geschrieben.
In der Bibel gibt es einen schönen Vergleich vom Balken in den eigenen Augen. Ich lege dir Matthäus 7,3–5 (Bergpredigt) sowie Lukas 6,41–42 ans Herz.
@ Martin Ludwig
„Ich würde gerne das Thema Gender-Studies weiter vertiefen, das Problem ist jedoch, dass meine Ausführungen abschließend sind und mehr über Geschlechter nicht gesagt werden kann.“
Dem möchte ich widersprechen, zumindest bezüglich Lehrstühlen, die schon seit jeher existieren die neuerdings aber zu „Gender“ gezählt werden.
Stichwort Geschlechterunterschiede in der Wirkweise von Pharmaka, Einfluss der unterschiedlichen endokrinen Systeme, Einfluss der Menopause auf Therapieerfolge bis hin zu geschlechterspezifischen Entwicklungen chronischer Erkrankungen, auch wenn diese beide Geschlechter betreffen können. Solche Lehrstühle gab es schon immer, sie sind aber mehr geworden, weil man in den letzten Jahren immer mehr Verständnis darüber gewonnen hat, wie entscheidend diese geschlechterspezifischen Einflüsse sein können. Und was passierte ist, dass diese wachsende Anzahl an Lehrstühle und Studien (und das sind viele!) zu „Genderstudien“ hinzugezählt werden. Manche anti-Gender-Protagonisten gingen sogar soweit und zählten Gynäkologie-Studien ebenso zu „Gender“.
Doch auch jenseits der Medizin gibt es Bereiche, die zumindest Wert sind, beleuchtet zu werden. Stichwort Linguistik und Etymologie. Gerne mal googeln, woher das Wort „herrlich“ stammt. Ich bin niemand, der deswegen die Sprache verändern will oder „herrlich“ deswegen meidet (mitnichten!), sich aber darüber bewusst sein, wie stark unsere Sprache etymologisch entsprechend geprägt ist, sollte auch dem „starken Geschlecht“ 😉 zumindest bewusst sein.
@Martin Ludwig
1. ….“Es war doch nicht meine Idee Orbans gesamte Politik und Regierungszeit auf die angebliche Ungerechtigkeit gegen das schwächere Geschlecht herunter zu brechen.“ ….Ich habe auf @Johannes geantwortet. Also werfen Sie mir nicht vor, nicht über Orbans Korruptionen, seine Behinderungen der Presse und Steuerung öffentlicher Narrative über staatliche Kanäle, seine Lügen über die Ukraine, seinen Rassismus, seine Lügen über die Opposition, seine Misswirtschaft, seine Erosion der Gewaltenteilung durch die langfristige Besetzung von Schlüsselpositionen in Justiz und Verwaltung, gezielte Vergabe staatlicher Aufträge an sein Umfeld, überhaupt über seinen Abbau des Rechtsstaats geschrieben zu haben. Soll ich dies nachholen, damit Sie befriedigt sind?
2. Ihre Behauptungen über mich von „(vorsichtigt ausgedrückt) völliger Schwachsinn!“ habe ich widerlegt. SIE sind auf dem falschen Dampfer unterwegs.
3. Von Gender-Studies haben Sie wirklich keine Ahnung. Haben Sie schon mal was von Gender Health Gap gehört? Sowas erforschen die Gender-Studies, in rechtsbrauenen Milieus gewöhnlich „gendergaga“ genannt. Aber ich kann Ihnen da nicht weiterhelfen, da ist Selbermachen und Informieren gefragt. Ich habe schon genug damit zu tun, meinen Kindern die letzte Mondmission zu erklären….
Sehr guter und differenzierter Artikel. Mit vielen nachdenkenswerten Einsichten.
Vielen Dank dafür!
Appropos Demografie und Familienpolitik: Konrad Adenauer wird der Satz „Kinder kriegen die Leute immer“ nachgesagt. Das war 1957 im Zusammenhang bezüglich der Finanzierung der Renten. Der gute Mann konnte sich ja nicht vorstellen, dass diese Verhältnisse im Jahr 2026 nicht mehr zählen. Da kann der Staat überhaupt nichts machen. So ist das.
„Da kann der Staat überhaupt nichts machen.“
😂😂😂