Fremd im eigenen Land – kennen Sie dieses Gefühl auch?

Der einzige Grund, warum sie bei der Ankunft am Krefelder Hauptbahnhof nicht automatisch denken, sie seien versehentlich nach Marrakesch durchgefahren, ist, dass sich zwischen all den zahlreichen nordafrikanischen Gästen unseres Landes auch Osteuropäer und Menschen mit irgendeinem arabischen Hintergrund gemischt haben.

Jedenfalls, wenn sie hier ankommen und aus dem ICE aussteigen, den Bahnsteig entlanglaufen, durch die Bahnhofshalle zum Ausgang gehen – ich schwöre es – ich habe keinen Menschen Deutsch sprechen hören. Nicht einen einzigen.

Heute Morgen als ich durch Gott sei Dank menschenleere Straßen mit meinem Rollkoffer vom Hotel wieder zum Bahnhof ging und die frische Morgenluft genoss, schwebte mir plötzlich im Freien von irgendwoher direkt vor dem Eingang eine wirklich atemberaubende Marihuana-Wolke entgegen. Morgens um 8 Uhr … im Freien.

Als ich gestern spätabends vom wunderbaren harmonischen Familientreffen zurückkam – der Liebe Gott hat meinem ältesten Sohn eine tolle Frau geschenkt, die gleichzeitig eine professionelle Spitzenköchin ist – warf ich beim letzten Rundgang vor dem Schlafengehen durch mein Hotelzimmer in Shorts und T-Shirt noch einen schnellen Blick aus dem Fenster im dritten Stock auf das nächtliche Krefeld. Direkt auf der anderen Straßenseite standen zwei junge Männer mit sehr dunkler Haut-Hintergrund, in Parkas und mit Wollmütze herum. Einfach so. Ich meine, die taten…nichts, die standen da einfach nur. Nachts um zwei Uhr, bei minus 10 Grad in Jogginghosen. Wahrscheinlich wollten sie die ersten sein, die sich anstellen, um Montag bei der Arbeitsagentur nach einem Job zu fragen.

Im Krefelder Hauptbahnhof ging es dann munter weiter – ich muss Ihnen all die kleinen Beobachtungen einfach erzählen

Also, man geht durch Marihuana-Dämpfe rein, trifft Menschen mit schwarzafrikanischem Hintergrund und einen gelangweilten Security-Mann unbekannter Herkunft mit leuchtend gelber Jacke.
Der Mann vom Imbiss in der Haupthalle ist schon da. Morgens um 8 Uhr – es gibt frischen Dönerteller, Börek, Lahmakum – alles, was die neue deutsche Küche so zu bieten hat. Auf dem Weg zum Gleis 4, wo meine ICE-Abfahrt aber dann auf Gleis 2 verlegt wurde, komme ich dann am Laden vom Düsseldorfer Großbäcker Kamps vorbei, die Frau und der Mann am Verkaufsschalter hatten weiße Hautfarbe und sprachen deutsch – vermutlich also Polen oder Ukrainer. Jedenfalls belegt die Schlange vor den Brötchenregalen eindrucksvoll, dass man auch in Nordafrika und Arabien deutsche Backkunst auch heute noch zu schätzen weiß.

Während ich auf den ICE um 8.18 Uhr wartete – der pünktlich ankam – wird über Lautsprecher mitgeteilt, dass irgendein Regionalzug, der über Krefeld-Oppum fährt eigentlich, heute ausfällt, weil er repariert werden muss. Spontan fangen einige der inzwischen angekommenen anderen Zugreisenden auf dem Bahnsteig an zu lachen, einfach so, und ich stimme fröhlich ein. Die Deutsche Bahn eben, regt niemanden mehr wirklich auf. Defätismus pur…

Bitte entschuldigen Sie, dass ich heute ins Plaudern komme!

Denn die Idee, über all diese Dinge zu schreiben, hatte ich gestern schon auf der Zugfahrt von Berlin-Spandau nach Krefeld. Da las ich nämlich – einer von zwei Zügen war pünktlich – einen aktuellen Text meines Freundes und Kollegen Boris Reitschuster. Der stammt gebürtig aus Augsburg, dem einstmals schönen Augsburg.

Boris wollte das Gefühl von Weihnachten in der alten Heimat noch einmal spüren dort. Und ich weiß genau, was er meint, denn ich habe dort selbst mal gelebt, unsere erste Tochter wurde in Augsburg geboren, einer mediterranen Stadt in Bayern. Aber Boris fühlte sich – wie er selbst schreibt – fremd in der eigenen Heimat, wie sie heute ist.

Lesen Sie selbst:

„Da war der Besuch in meiner Lieblings-Konditorei, Eber am Rathausplatz, deren Weihnachtsgebäck für mich zum Heiligabend gehört, seit ich denken kann. Der erste Versuch scheiterte an einer nicht langen, aber chaotischen Warteschlange, in der ich den Altersdurchschnitt erheblich senkte – und jeder jedes Plätzchen einzeln und erst nach dreimaligem Überlegen orderte. Als der Juniorchef dann noch plötzlich die Herrschaften hinter mir bediente, war ich weg. Ich habe das Schlangestehen und die Geduld, die heute in Deutschland üblich erscheint, im Ausland verlernt.

Am nächsten Tag kam ich dann im leeren Laden an eine sehr nette Verkäuferin. Sie schockierte mich mit der Nachricht, dass es mein letztes Weihnachten mit Eber-Weihnachtsgebäck sein werde. „Im März schließen wir“. Seit Corona sei das Geschäft nie mehr richtig in die Gänge gekommen. Die Chefs reagierten mit Preiserhöhungen – und machten das Elend so nur noch größer. Im März zieht jetzt eine Kette in die Räume der Konditorei mit Café, die für mich zu Augsburg gehörte wie der Papst zum Vatikan. Seit 1925 bestand sie, familiengeführt in vierter Generation – bis zu den Corona-Maßnahmen. Die brachen ihr das Genick. Die Mitarbeiter stehen bald auf der Straße. Eine der Verkäuferinnen ist seit vierzig Jahren im Laden.“

Den ganzen Text von Boris lesen Sie hier


Ganz ehrlich: Friedrich Merz ist derzeit die „ärmste Sau“ im ganzen Land

Denn er hat etwas ausgesprochen, das 100 Prozent zutrifft, und wir alle wissen das. Unser „Stadtbild“ und das alltägliche Leben in Deutschland haben sich in den vergangenen zehn Jahren dramatisch verändert. Und auch, wenn ich den Bundeskanzler als „arme Sau“ bezeichnet habe und mich vorbereite, dass morgen früh um 6 Uhr Uniformierte vor unserer Haustür stehen – der Bademantel ist griffbereit im Bad – muss ich ihm einfach zustimmen.
Ich hänge an meiner Heimat, Deutschland ist mein Vaterland, und ich würd es gegen jeden Angriff von Innen und Außen auch mit der Waffe verteidigen, selbst nachts im Umfeld des Krefelder Hauptbahnhofs, aber ich fühle mich auch selbst zunehmend fremd im eigenen Land.

Nicht wegen „die Ausländer“ wieder, sondern wegen den kulturfremden Ausländern, die nicht arbeiten, die unsere Gesetze und Traditionen missachten.

Die Pflegekräfte aus Polen oder Südostasien, die hier arbeiten in Krankenhäusern und Altenheimen – die brauchen wir doch dringend, um den Laden am Laufen zu halten. Weil mehr als zwei Millionen Deutsche arbeitslos gemeldet sind, obwohl so viel Arbeit überall ist. Und zum Spargelstechen holen wir jetzt nicht nur Leute aus Rumänien und Bulgarien, sondern auch schon aus Usbekistan, wie mir ein Bauer vergangene Woche erzählte.

Auf dem Bahnsteig vorhin in Krefeld sprach mich und dann auch andere Auf-den-Zug-Wartende, oder wie das jetzt heißt, an.

„Guten Morgen, hätten Sie vielleicht ein bisschen Kleingeld…?“ „Nein!“, bellte ich zurück, viel barscher als ich eigentlich bin. Der Typ war vielleicht 25 Jahre alt, Jeans, Kapuzenpulli, Turnschuhe – warum ist der morgens um 8 auf dem Bahnsteig und schort Leute um Geld an? Hätte er gesagt: „Wo finde ich hier die Bahnhofsmission?“ Oder: „Wo kann ich mich hier irgendwo für einen Job bewerben?“ – ich hätte den nächsten Zug genommen und ihm geholfen. Aber so? Warum arbeitet der nicht für seinen Lebensunterhalt, wie wir alle das auch tun müssen?

Fremd im eigenen Land…ja, das sind wir und das wird immer schlimmer. Weil wir keine politischen Anführer haben, die dieses Problem ernsthaft angehen. Weil niemand die eine Million rechtkräftig abgelehnten Asylbewerber nach Hause schickt. Und weil es eben nicht reicht, wenn der Bundeskanzler das Richtige sagt, ohne dass etwas daraus folgt…

Genießen Sie den Weihnachtstag!

Herzliche Grüße

Ihr Klaus Kelle

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Dieser Artikel wurde 76 mal kommentiert

  1. Johannes Antworten

    „Fremd im eigenen Land…ja, das sind wir und das wird immer schlimmer.“

    Andere sehen dies anders und freuen sich sogar:

    „Unser Land wird sich verändern, und zwar drastisch. Und darauf freue ich mich.“ (Katrin Göring-Eckardt in 2015)

    Realität versus Ideologie.

    10 Jahre politische Ideologie in der Migrationspolitik haben unser Land leider erkenn- und spürbar zum Schlechteren verändert.

    Mir geht es wie Ihnen Herr Kelle und mich stimmt es traurig, wie es um unser Land steht.

    Und es wird vermutlich erst noch schlimmer werden müssen. Keine schönen Aussichten, aber die aktuelle Bundesregierung ist offenkundig gewillt, die Sackgasse in der wir uns befinden, GANZ bis zum Ende zu gehen.

    • H.K. Antworten

      @ Johannes:

      „ „Unser Land wird sich verändern, und zwar drastisch. Und darauf freue ich mich.““

      WAS bitte haben Sie von einer Küchenhilfe aus der „DDR“ erwartet, die zufälligerweise aufgrund ihres Eintritts in eine ideologische, Deutschland hassende Partei, sich verlaufen hat, daraufhin eine falsche Treppe hochgestolpert ist und nun eine Rente in Aussicht hat, von der ein ganzes Dorf nur träumen kann ?

      Merke: Um Millionär*/-/:/_/•/In zu werden, bedarf es in diesem Land weder besonderer Begabung noch entsprechender Bildung.

      Chuzpe reicht vollkommen aus.

      • Johannes Antworten

        Von der Dame habe ich nichts erwartet; sie bietet sich aber sehr gut als Beispiel für eine vollkommen fehlgeleitete Ideologie an und deshalb krame sie hin und wieder hervor 🙂

  2. EH Antworten

    Das Thema Migration wird oft zu einseitig am Thema Kriminalität festgemacht.

    Fremdheitsgefühle treten aber schon auf, wenn man am Mittwochmittag im städtischen Einkaufszentrum recht viele Damen in bodenlangen dunklen Gewändern mit Kindern (ggf. neben fesch-westlich gekleideten Ehemännern) schlendern sieht oder im Park eine Großfamilie sitzt, die laut türkische? Musik spielen lässt und sich in einer Fremdsprache angeregt unterhält. Die Familie „tut einem nichts“, sie lässt es sich nur gut gehen, alles OK, trotzdem macht sie einem bewusst, dass die Gesamtgesellschaft sich allmählich ändert, speziell: Parallelgesellschaften sich einbürgern.

    Bei den Frauen frage ich mich auch oft spontan, ob sie wohl am Montag an der Aldi-Kasse Preise eintippen (also einen Job ausüben) oder ihren Nachwuchs in woken Kitas erziehen lassen? Gretchenfrage: Ist man fremdenfeindlich, wenn man kein permanentes Urlaubsgefühl im Geburtsland haben möchte?

  3. Tina.Hansen Antworten

    „Es ist nicht SEINE Heimat, es ist auch nicht MEINE Heimat, es ist DEINE Heimat!“
    Diese unvergesslichen Worte schenkte mir in der Vorweihnachtszeit meine gute Bekannte – oder sollte ich schon Freundin sagen? – Katharina, eine Deutschrussin, noch in der Sowjetunion geboren und mit lebhaften Erinnerungen an Rund-um-die-Uhr-Kindergärten und Zeiten, in denen es wochenlang praktisch nur noch Möhren zu kaufen gab. In Russland war sie „die Deutsche“, hier ist sie „die Russin“ und hat sich damit abgefunden. Sie spricht Deutsch mit kleinem Akzent, hat hierzulande Abitur gemacht und stört gewiss in keiner Weise das Stadtbild. Okay, sie kocht russisch, aber wen stört das schon?
    Ihr grundsolidarischer Gefühlsausbruch kam zustande, nachdem ich ihr eines meiner Stadtbahn-Highlights des vergangenen Jahres geschildert hatte: ein junger Mann mit schwarzem Vollbart, der sich morgens in einem ziemlich leeren Waggon schräg hinter mich stellte und in einer fremden Sprache zu murmeln begann. Viele Haltestellen lang ging das so. Ich war vor Angst versteinert. Bis heute weiss ich nicht, ob er da betete oder einfach verrückt war oder was auch immer. Ich habe ja kein Wort verstanden.
    Und natürlich: Als ich die Geschichte anderen Leuten erzählte, kam sofort eine politisch korrekte Zeitgenossin um die Ecke, die mir was von anderen Kulturen erzählte… Meine Verteidigung („Ich hatte aber Angst!“) fiel für die deutschrussichen Ohren wohl zu lau aus, weshalb die beherzte Einmischung erfolgte:
    „Es ist nicht SEINE Heimat es ist auch nicht MEINE Heimat, es ist DEINE Heimat
    Danke!
    Das sollten wir uns öfter bewusst machen, finde ich!

    PS: Und Klaus Kelle fährt doch wieder mit der Deutschen Bahn? Willkommen zurück 😉

    • Klaus Kelle Antworten

      @Tina.Hansen,

      ich bwundere Ihren Scharfsinn und Ihre Wachsamkeit. Tatsächlich hab ich es etwa ein Jahr durchgehalten und damals auch meine Bahncard nicht verlängert. Dieses Mal, und vor zwei Wochen auch schon, war es alternativlos, da ich vor 4 Wochen mein Auto verkauft hatte…

      Ich habe nicht vor, dauerhaft zurückzukehren zur DB…

      kk

          • Tina.Hansen

            Nordbahn ist absolute Spitze! Schade, dass man so wenig von der Landschaft sieht weil die Fenster meist blind vor Dreck, aber sonst gibt es nix zu meckern 😄

          • Klaus Kelle

            Ich habe heute Morgen auf TheGermanZ noch ein „Weiterdrehe“ geschrieben (Journalisten-Sprech):

            https://www.the-germanz.de/das-krefelder-paradoxon-zwischen-junkies-prachtvillen-und-dem-kleinen-alltaeglichen-glueck/

            „Krefeld macht es Besuchern nicht leicht, die Stadt zu lieben. Das Umfeld des Hauptbahnhofs und der südliche Rand der Innenstadt sind die „Sorgenkinder“ der Stadtplanung. Hier ballen sich die Probleme, die man unter dem Begriff „Verwahrlosung“ zusammenfasst. Leerstehende Ladenlokale, Fassaden, die seit den 80er-Jahren keinen Pinselstrich mehr gesehen haben, und eine Klientel, die vom Schicksal gezeichnet ist.“

  4. S v B Antworten

    Lieber Klaus, ich stimme Dir voll zu. Selbst im tiefen Oberbayern hat sich das Merzsche Stadtbild deutlich verändert. Mit ihm ganz klar auch der „Stadtton“, der das Zeug hat, sich mit der Zeit in ein babylonisches Sprachengewirr auszuprägen. Nur, auch was seine Aussage über das „Stadtbild“ angeht, besaß Merz nicht mal die E…, das, was er eigentlich damit sagen wollte, das, was auch wohl jeder von uns darunter versteht, zu verteidigen. Auf Nachfrage ruderte er einmal mehr, jämmerlich feige nach der von ihm gewohnten Art zurück. Von wegen, er hätte den Ausdruck Stadtbild näher erklären müssen. Es täte ihm leid, dass er dies nicht getan hätte und er deshalb missverstanden worden wäre. Bla, bla, bla. – Wir werden uns wohl oder übel dreinschicken müssen. Junge Leute hingegen – und erst recht Kinder – werden an all dem nichts auszusetzen finden. Sind sie doch unter genau diesen Verhältnissen sozialisiert worden. Die sprichwörtliche gute alte Zeit wird ihnen so fremd und weit weg erscheinen, dass sie nicht einmal ahnen, in welche Zeit sie sich zurücksehnen sollten. Wenn erst noch einige – nicht mal viele – Jahrzehnte ins Land gegangen sein sollte, wüsste kaum noch jemand im Lande, was wir heute so kritisch betrachten. Genau so hat sich schon immer der Lauf der Welt dargestellt. Wenn die Alten mit ihrer „guten alten Zeit“ erstmal von der Bildfläche (man könnte auch sagen, im Straßenbild nicht mehr erscheinen, läuft alles wieder „total normal“. Vielleicht vollzieht sich der Prozess des Wandels diesmal lediglich schneller und exotischer als in der Vergangenheit. Für uns Ältere. Die Jugend wird kaum etwas dabei finden. Der Wandel schafft ein in vielerlei Hinsicht neues Land. Mit zu beklagenden Veränderungen ins Negative, aber vielleicht auch solchen ins Positive. Wer kann das heute schon sagen? – Dennoch macht mir diese Entwicklung Sorgen. Aber sehr viel länger werden (wir?) ältere Semester damit nicht mehr zurecht kommen müssen. Je betagter man ist, desto schwerer fällt die Anpassung, egal bei was. Der vermaledeite Lauf der Welt… Mal wieder.

  5. H.K. Antworten

    Als vor mehreren Jahren ein gewisser Prof. Jörg Meuthen von sich gab „wenn ich durch meine Heimatstadt laufe, sehe ich vereinzelt Deutsche“, handelte er sich einen Shitstorm ohne Gleichen ein. Er wurde geradezu in der Luft zerrissen.

    Als 2015 von „denen da“ geäußert wurde, daß die grenzenlose, massenhafte Migration über kurz oder lang zu eklatanten Problemen führen werde, wurden sie als „Nazis“, bestenfalls als „Rääächtsradikale“ beschimpft, verfolgt, verprügelt, ihre Häuser beschmiert, ihre Autos angezündet.

    Und due Mehrheit schaute wohlwollend oder gleichgültig schweigend zu.

    Und heute ?

    Es ist das fünfte ( ! ) Jahr, daß wir uns nicht mehr mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt treffen.

    Neben der Tatsache, daß es einfach keinen Spaß, sondern eher ein mulmiges Gefühl verursacht, sich ständig und überall umzudrehen, aufzupassen, nicht über irgendwelche Poller zu stolpern oder von mit Maschinenpistolen bewaffneten Polizisten daran erinnert zu werden, daß ja Weihnachten ist und „ggf. auch zurückgeschossen wird“, fehlt ohnehin die altbekannte Ruhe und Besinnlichkeit.

    Auch macht es keine Freude, immer und überall nur darüber reden zu hören, was für einen „Maulhelden und Lügenbold“ wir doch als als Kanzler haben.

    „Links ist vorbei !“

    „AB DEM ERSTEN TAG meiner Kanzlerschaft …“

    „Unter MEINER Führung …“

    „… werde ich im Rahmen der Richtlinienkompetenz des Bundeskanzlers …“

    WAS hätte Helmut Schmidt in dieser Situation getan und gesagt ? WAS Helmut Kohl ? WAS Gerhard Schröder ?

    Keiner von ihnen hätte die Achseln gezuckt und gesagt „nun sind sie halt mal da“.

    Und „wir schaffen das“ hätte auch niemand von ihnen gesagt.

    Und nach jeder kritischen Äußerung wie „kleine Paschas“, „Ukrainetouristen“, „Zahnarztbesuche“ und „Stadtbild“-Diskussion wäre niemand von ihnen eingeknickt wie der, von dem manche immer noch überzeugt sind „Friedrich Merz liefert“.

    Wie sagte der „Kanzler der Einheit“ ?

    „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“.

    Und, WAS kommt heute hinten raus ?

    „Deutschland schafft sich ab“ – unter einer CDU-geführten Regierung.

    Wer hätte das jemals gedacht …

  6. Tina.Hansen Antworten

    Gerade muss ich an meine Schwägerin denken, eine ziemlich unpolitische Frau. Sie fasste ihre Empfindungen mal folgendermassen zusammem: „Die Innenstadt (in diesem Fall: Bielefeld, Anm. d. Verf.) wird immer assiger!“
    Vielleicht hätte Friedrich Merz es mal mit dieser Vokabel versuchen sollen?

    • S v B Antworten

      Ja, hätte er. Er wäre sofort verstanden worden. Und wenn schon Bielefeld(!) von einer deutschen „Normalbürgerin“ als assig empfunden wird… wie würde ihr Urteil erst über Downtown Frankfurt oder Berlin ausfallen? – Ich wünsche Ihnen, liebe Tina, noch einen besinnlichen Weihnachtsausklang!

      • Tina.Hansen Antworten

        Das wünsche ich Ihnen auch, liebe SvB!
        Hach und weil es schön ist und ich mal etwas mehr Zeit für meinen Lieblings-Blog habe, komnt hier noch der Kontext zum Assig-Urteil aus berufenem Bielefelder Mund. Zu dritt, mein Bruder, die Schwägerin und ich, hatten wir uns 2024 in Minden zum sommerlichen Picknick getroffen. Minden – Ort meiner Kindheit, Welthaupstadt der westfälischen Stippgrütze, einst ein etwas verschlafenes Nest. Preussische Geschichte an jeder Ecke.
        Mit Decken, Geschirr (umweltfreundich, natürlich), Getränken und sonstigem Proviant erreichten wir „Kanzlers Weide“, die grosse Liegewiese an der Weser. Was wir hier erlebten und auch staunend aushielten, habe ich nirgendwo anders gesehen, gehört und gerochen (bisher!), nicht in Hannover, nicht in Hamburg und nicht mal in Bielefeld. Wir waren auf der vollbesetzten Wiese buchstäblich und so weit das Auge reichte, die einzigen Eingeborenen. Nahezu komplett verhüllte Frauen spielten mit wehenden Umhängen Federball. Männer fachten ihr offenes Grillfeuer an. Aus etlichen Geräten wehten Klänge über die Weserauen, die Marrakesch alle Ehre gemacht hätten. Es war ein… Event.
        Schliesslich stand die Schwägerin auf und sagte etwas über „diese schäbbige Musik“, die man nicht ertragen könne. Wir packten und brachen auf. Und in unser Schweigen hinein sprach sie ihr Urteil über die eigene Heimatstadt: „Die Innenstadt von Bielefeld wird auch immer assiger!“
        Das war, man merke auf, VOR der Stadtbild-Debatte.

        • H.K. Antworten

          Ebenfalls vor der Stadtbild-Debatte ( sogar vor Corona ) war ich mit meiner Chefin per Fahrrad entlang unserem örtlichen Fluß unterwegs.

          Als wir wegen einer roten Ampel halten mußten, traute ich meinen Augen nicht:

          In unmittelbarer Nähe war lautstark eine ca. 15-20-köpfige Schar von Neubürgern mit zahlreichen Kindern unterwegs, offenbar, um sich irgendwo am Flußufer niederzulassen und zu picknicken.

          Dazu trugen zwei vollbärtige „junge Männer“ einen ca. 2m langen Holzspieß, auf dem ein bluttriefendes komplettes Schaf aufgepflanzt war.

          Insgeheim habe ich selbstverständlich auf die Einladung zum köstlichen Gastmahl gewartet, da ich besonders auf derlei Schlachtungen und Zerlegung stehe …

          Sicher ist eine von den Damen aus der Gruppe anschließend mit Lappen und Eimer über die Straße gelaufen, um das abgetropfte Blut zu entfernen …

          Und sicher hatten auch die Kinder schon vorher bei der Schlachtung ihren Spaß …

          • Tina.Hansen

            Na sehen Sie – wir brauchen gar nicht mehr in Urlaub in ferne Länder zu reisen! Ein kleiner Ausflug reicht schon aus.
            PS: Ihr vorletzter Absatz ist übrigens sexistisch.

          • H.K.

            Das war selbstvertürlich ein Schreibfähler !

            Ohne Frage: eine der Damen aus der Gruppe hat einen der „jungen Männer“ unverzüglich ANGEWIESEN, mit Lappen und Putzeimerchen das Blut von der Straße zu wischen.

            Besser ?

            ( Dumm, daß die Dame nun mit zwei zugeschwollenen Augen zuhause sitzen muß, weil sie selbst durch den Sehschlitz aktuell nichts sieht …)

  7. Uwe Meyer Antworten

    Ich fahre 2-3 die Woche nach/gehe durch Bremen…
    Same thing…
    Und letzte Woche von München kommend, Montag Abend um 23.30 Uhr, MONTAG wohlgemerkt, Umstieg aus dem ICE, wunderbar in der ersten Klasse, in Harburg in den Metronom…
    Setze mich, neben eine ca. 22-24 jährige Schwarze !, wohl hier geboren, weil Akzentfreies Deutschaus Bremen.
    Plötzlich ein riesen Geschrei im Bereich des Einstiegs…ein Typ brüllt ! mehrfach.“Du Bastard“…dann mach dem 3, 4 oder 5 ten Male „Der Schaffner“ hat mich geschlagen…
    Durchsage, ob an ein Polizist an Board ist, der möge bitte in Wagen 6 kommen…1 min geht der Schaffner leicht 😳 errötet aus der Richtung des Gebrülls kommend, kopfschüttelnd an uns vorbei…ich hab niemand geschlagen…😢 Der arme Mann…
    Uch frag neben mir die junge Frau aus Bremen: Ist das hier noch normal in meiner Heimat ?
    Auf einem Montag ?
    Sie antwortet mir ( wir erinnern uns, eine Schwarze) Nein, dass ist auch der Grund, warum sie ab 22-,23 Uhr nicht mehr alleine in den Bremer Bahnhof geht…

    Und wenn ich Morgens um 9.30 Uhr in Bremen Richtung Schweine in der Sögestraße gehe, sind auch schon viele Bettler & Drogenkonsumenten am Wegesrand…bis zu über 20 habe ich schon mehrfach gezählt.🤮

    Funfact: Die Drogendealer schlafen noch schön und durch die Drogenwolken gehe ich erst um 18.15 Uhr auf dem Rückweg…💀

    Stop: Letzte Woche um 8.50 Uhr hat ein „Weisser“ auch schon nen Joint in Rotenburg auf dem Bahnsteig ( ganz am Ende) konsumiert 🙈

  8. Elena Antworten

    „Friedrich Merz ist derzeit die „ärmste Sau“ im ganzen Land“ und zwar „ganz ehrlich“. Ja, das Stadtbild, das seiner Meinung nach durch Abshiebungen repariert werden soll. Und die Afd? Fordert, „dass die Abschiebungen im Land endlich starten, dass die Startbahnen in Deutschland glühen“. „Nur millionenfache Remigration schützt Frauen und Kinder!“ Oder „ müssen abschieben, abschieben, abschieben, bis Deutschland wieder Heimat wird“. Zu jeder Aussage langer Beifall.

    Wie fühlen sich Menschen, die regelmäßig hören oder lesen müssen, dass sie nicht zu Deutschlanmd passen, nicht und nicht sind, das Stadtbild versauen, durch ihre bloße Existenz hier die Heimat verdorben haben? Ich habe inzwischen echt Angst: Ich bin zwar nicht schwarz, aber dem rechtskonservativen bis rechtsextremen Stadt- und Heimatbild entspreche ich nicht so ganz. Und ich merke es auch, durch abwertende Blicke verbunden mit entspechenden kleinen Gesten, durch Gemurmel und Gezischel und immer öfters durch ganz direkte Ansprache. Ich spreche mit meinen Kindern in der Öffentlichkeit nur noch deutsch, um zumindest ihnen solche Situationen möglichst zu ersparen. Ich konnte ja leider nur Kinder mit wiederum Migrationshintergrund gebären – welche nun Stadtbild und Heimat verderben. Mein Bruder, geboren in Deutschland, hat auch Migrationshintergrund, weil ja unsere Mutter zugewandert ist. Aber zumindest könnte er Kinder zeugen, welche keinen Migrationhintergrund mehr haben – könnte, hätte er nicht eine Ausländerin geheiratet. Nun verdirbt auch der kleine kaum einjährige Sohn Stadtbild und Heimat. Wie fühlen wir uns ob den andauernden Anwürfen, dass sich die Deutschen wegen uns „fremd im eiegenen Land“ fühlen? Noch ist Weihnachteen, und wir merken, dass die Menschen gerade etwas freundliche gestimmt sind (vielleicht weil auch Jesus ein Flüchtling war, der nach heutigen gesetzen des Familiennachzugs mit nur einem Elternteil auskommen müsste?), aber ab morgen ist wieder Alltag und wenn dann der Alkoholkonsum zum Jahreswechsel steigt, ist es besser, mit meinen Kindern volle U-Bahnen, Zügen etc. zu meiden. Aber zweifellos ist Friedrich Merz eine arme Sau, und alle mit ihrer verlorenen deutschen Heimat auch. Und meine Familie und ich, was sind wir? Zerstörer des Stadtbildes und der Heimat, schuld datran, dass sich die Deutschen fremd im eigenen Land fühlen müssen. Und dies wird immer öfters widerspruchslos und unter Beifall kundtun – ich sehe schwarz für eine Zukunft für meine kleine Familie! Aber zweifellos ist die ämrste Sau F. Merz oder die Heimatlosen und Fremden im „eigenen“ Land, einem Land, das ihnen gehört, nicht mir und meinen Kindern.

    Was bleibt mir?
    Frohe Weihnacht?

    • Klaus Kelle Antworten

      „Ich bin zwar nicht schwarz, aber dem rechtskonservativen bis rechtsextremen Stadt- und Heimatbild entspreche ich nicht so ganz.“

      @Elena, ok, verstanden!

      Aber was wäre Ihre Lösung für das Problem, abseits von den Vorschlägen der „Rechtskonservativen“?

      Frohe Weihnachten!

      Klaus Kelle

      • Elena Antworten

        @Klaus Kelle
        Sie meinen eine Lösung abseits etwa von Abschieben bis Deutschland wieder Heimat wird, eine Lösung, nun ja, für meinesgleichen? Mir wäre es schon genung, wenn ich als Mensch beurteilt würde und nicht nach Aussehen, Herkunft usw. Das allerdings erforderte dann ein Denken abseits eines rechtskonservativen Mainstreams, wo tgl. Angst vor Migranten geschürt wird. Es ist nervig und ermüdend, wenn man mit einem irgendwann definierten Begriff („Migrationshintergrund“) als Menschengruppe sippenhaftähnlich als konstantes Problem gesehen wird: „Heimat ist nicht mehr Heimat“, „Verbesserung des Stadtbildes durch Abschiebungen“ „Blockierung der angestammten Bevölkerung beim Zahnarzt“ „Fremd im eigenen Land“ hämisch-hinterhältig „Goldstücke“, und hundert andere Dinge, die ich angeblich mit verursache, allein durch meine Existenz auf diesen fast 360000 qkm Deutschland, die nicht „mein“ Land sein dürfen.

        • Klaus Kelle Antworten

          …wie schon @Tina.Hansen zurecht schreibt, wie soll Sie jemand „beurteilen“, wenn Sie niemand kennt und ein Geheimnis daraus machen, wer Sie sind?

          Und dass unsere friedlichen und schönen Weihnachtsmärkte heute mit Betonpollern und Zugangskontrollen gschützt werden müssen, das ist ganz sicher nicht die Schuld von „Rechtskonservativen“…

          • Elena

            @Klaus Kelle
            Ach ja, da ist es wieder, Dieses immer wiederkehrende Narrativ: Wenn mit mir als Migrantin mal MIT mir gesprochen wird statt ÜBER mich, kommt mit größter Sicherheit die „Argumentation“ wie von „Betonpollern und Zugangskontrollen“, die ja wohl irgendwas mit mir zu tun haben werden. Oder warum sonst anhaltend diese Hinweise an mich? Und damit sind Sie nun wieder beim Sprechen ÜBER mich, die ich einer Gruppe angehöre, die Betonpoller und Zugangskontrollen verursacht. Sippenhaftähnlich…dabei reklamieren gerade gerne die Rechtskonservativen und Rechtsextremen, dass es eine Kollektivschuld nicht geben darf, etwas wenn es um die Gräuel des 3. Reichs geht.

        • S v B Antworten

          Ach, liebe Elena, warum bringen Sie sich und ihre Familie in diesem Zusammenhang immer wieder ins Gespräch? Ist „Ihr Fall“ in diesem Blog nicht schon mindestens einmal in voller Länge und Breite diskutiert worden? Wurde damals nicht unisono festgestellt, dass Sie längst eine hochwillkommene, das „Stadtbild“ bereichernde sowie eine bestens integrierte Bürgerin dieses Landes sind? Diese Einschätzung wird man wohl bedenkenlos auch auf Ihre Familie ausdehnen können. Was wollen Sie sonst noch hören? Warum nur ziehen Sie all dies – und somit ihre Person – immer wieder in Zweifel? Allmählich entsteht der Eindruck, als würden Sie ab und an gerne in die von Ihnen frei gewählte „Paraderolle“ einer Fremden, ja eines Opfers, schlüpfen. Fast schon zwanghaft, könnte man meinen. Als intelligente, gebildete Frau wissen Sie jedoch sehr gut, dass Sie dies wirklich nicht nötig haben. Warum sollte Deutschland nicht auch Ihr Land sein? Je schneller Sie sich von dieser fixen Idee befreien, desto besser. Für Sie und unser beider Land. Ich bitte Sie! – Lieben Gruß und die besten Wünsche zum Jahreswechsel!

          • Elena

            Liebe @SvB
            vielen Dank!
            Ich habe Ihre Einschätzung, soweit ich mich erinnere, nicht in Zweifel gezogen.
            Aber es tun andere. Jedoch, wenn ich mal wieder angesprochen werde, was ich hier zu Lande zu suchen habe, dann werde ich Ihre Einschätzung „bestens intergriert“ dem besorgten Bürger kundtun. Oder, um dem vorzubeugen, ich drucke Ihr Statement aus und hänge es mir um. Ach, wie ist die Welt doch so einfach wenn man sich richtig verhält.
            Im Ernst: habe ich nicht deutlich machen können, dass ich nicht Ihre Meinung als problematisch sehe, sondern die allgemeine, immer mehr um sich greifende Feindlichkeit gegenüber erkennbar nicht Ursprungsdeutschen? ich habe ja nichts mal was gegen jemanden, der mit mir spricht, und sei derjenige auch mir wg. meiner Herkunft unfreundlich gesinnt. Denn derjenige spricht zumindest noch mit mir.

    • Tina.Hansen Antworten

      @ Elena
      Wir haben diese Debatte ja schon oft zu führen versucht. Leider verraten Sie nie, woher Sie denn kommen, wenn Sie nicht von hier kommen. Ist schon diese Frage diskriminierend? Und wenn ja: Warum?

      • Elena Antworten

        @Tina.Hansen
        Nein, die Frage ist nicht diskriminierend. Nur verstehe ich nicht, warum Sie dies so unbedingt wissen wollen. Ändert das dann irgendwas, und wenn ja: was, an Ihrer Einstellung zu mir? Ist meine Herkunft ein so wichtiger Aspekt, ist sie ein Beurteilungskriterium für Sie über mich?

        • Tina.Hansen Antworten

          Ja. Ich möchte Sie gerne besser verstehen. Und dazu wäre es hilfreich Ihre Herkunft zu kennen. Zumal ich aus meiner Herkunft ja auch keinen Hehl mache. Minden in Westfalen, öfter mal umgezogen, lange im nördlichen Hessen zu Hause, heute Wahl-Hannoveranerin. Sehr westdeutsche Prägung also, was auch noch mal einen Unterschied macht.
          Befreundet, wie Sie oben lesen können, mit einer Frau mit Migrationshintergrund.

          • Tina.Hansen

            Übrigens (auch wenn ich es hier irgendwann schon mal schrieb): sehr, wirklich sehr viele Menschen fragen mich nach meinem Migrationshintergrund und können sich nicht vorstellen, dass ich keinen habe. Ich müsse doch aus Polen / Russland / der Ukraine kommen! Weil angeblich so aussehe…
            Menschen sprechen mich auf der Strasse in einer osteuropäischen Sprache an, und wenn ich auf Deutsch antworte, sind sie verwirrt oder enttäuscht.
            Aber noch nie, noch niemals wurde ich deswegen angezischt, mit bösen Blicken oder Gesten oder gar offenen Feindseligkeiten bedacht, wie Sie sie schildern.

          • S v B

            @Tina, und gerne auch @Elena

            Eine kleine, aber wahre Geschichte…
            Stellen Sie sich nur vor… in meiner Kindheit und frühen Jugend wurde ich von meinen hellen hessischen Klassenkameraden und -innen oft „Negerlein“ genannt. Negerlein!!! Dies, weil meine Haut – was ich selbst nie wirklich zur Kenntnis genommen habe – wohl um ein, zwei oder gar drei Nuancen dunkler war die als meiner Mitschüler (gen. Mask.). Aber, wenn ich ehrlich sein soll, war ich sogar irgendwie stolz auf mein junge helle Hessen offenbar leicht exotisch anmutendes Erscheinungsbild. Dazu passte, dass ich mich schon als Kind für ferne Länder, ihre Menschen und Kulturen interessierte. Bereits im Alter von sechs Jahren fabulierte ich von einer Safari-Reise nach Afrika, übrigens bis heute mein „Lieblingskontinent“. Regelrecht begeistert war ich, als mir mein Vater mir ein Exemplar des Bertelsmann Hausatlas‘ schenkte (den ich bis heute in Ehren halte). Wenige Jahre später bekam ich von ihm einen topographischen Globus zum Geburtstag. Noch heute ziert dieser ein Wohnzimmermöbel. Über dem Atlas verbrachte ich jede freie Minute. Beim Studium der Karte Afrikas gelangte ich recht bald zur Überzeugung, dass ich mir dort ein Herkunftsland aussuchen müsse. Schnell fiel meine Wahl auf Tanganyjka, heute Tanzania.Die Stadt Tabora, 300 km südlich des Lake Victoria gelegen, hinreichend zentral in dem riesigen Land, wurde zum Ort meiner Herkunft – perfekt positioniert für abenteuerliche Touren in alle Himmelsrichtungen. Und da man seinerzeit schon mutmaßte, dass sich unsere Vorfahren wohl irgendwo in Ostafrika entwickelt haben müssen, betrachte ich meine damalige, intuitive Wahl längst nicht mehr als als nur angemessen, sondern als vorausschauend, ja als geradezu genial. – Leider, leider muss ich jedoch zugeben, dass mich meine Wege im Leben nie nach Tabora, die Stadt meiner selbstgewählten Herkunft, geführt haben…

            Dass meine kleine Story der Wahrheit entspricht, versteht sich von selbst. Warum sollte man derlei Geschichten erfinden? – Was Elena wohl dazu zu sagen hätte?

          • Elena

            @Tina.Hansen
            Ich bin im Alter von 10 Jahren nach Deutschland gekommen, das ist nun gut 30 Jahre her, aber um mich zu „verstehen“, ist es nötig, über diese meine ersten 10 Jahre bis zur 3. Klasse Grundschule Bescheid zu wissen? Welche Erkenntnisse können denn nach über 40 Jahre Lebensalter genau diese 10 Jahre bringen? Es ist mir ein Rätsel. Was Erkenntnisse etwa könnte ich über Sie oder Klaus Kelle erhalten, wenn ich wüsste, wo Sie die ersten 10 Lebensjahre verbracht haben? Meinen Sie und Herr Kelle, dass diese Kinderzeit so prägend für uns alle ist, dass man sie unbedingt kennen muss? Oder meinen Sie wie die Astrologie, dass mit dem Geburtsort meine Leben vorherbestimmt ist? Oder werden Sie dann Vorurteile verändern oder neue haben?

          • Elena

            @S v B
            „Was wohl Elena dazu sagen würde?“

            🧡🧡🧡 Schöne Geschichte. Was kann ich damit für mein reales Leben anfangen?

          • Tina.Hansen

            Ja, ich bin absolut sicher, dass die ersten 10 Lebensjahre den grössten Einfluss auf unsere Entwicklung als Menschen haben. Aber wenn Sie partout nicht sagen möchten, wo Ihre Wurzeln sind, dann ist das Ihr gutes Recht. Nur kann ich dann natürlich auch nicht erahnen, warum Sie offenbar so heftiger Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt sind. Sind Sie eine polnische / aus Polen stammende Katholikin oder tragen Sie muslimische Ganzkörperschleierung? Das könnte einen Unterschied machen. Wie auch immer: Ich wünsche Ihnen alles Gute!

          • S v B

            @Elena

            Liebe Elena,
            nicht nur die ersten zehn Jahre eines jeden Menschenlebens sind prägend, sondern die Zeit bis etwa zum 18. Lebensjahr. Es sind formative, entscheidende Jahre in der der menschlichen Persönlichkeits-Entwicklung und Sozialisierung, die sich als prägend für das ganze Leben erweisen. Was um des lieben Himmels willen soll daran falsch, gar komplett inakzeptabel, sein? Sie, liebe Elena, scheinen sich diesbezüglich unselig verrannt zu haben. Anders kann auch ich mir Ihre Haltung zu Deutschland und die massiven Vorbehalte bezüglich seinen Bewohnern kaum erklären. Sie sind noch jung; versuchen Sie, ihren negativen Seelenballast abzuwerfen, sich von ihren düsteren Gedanken endlich zu befreien. Schließlich wollen Sie und Ihre Familie hier ein möglichst zufriedenes, ja glückliches Leben führen, oder? Falls Sie aus dieser unseligen, Sie so behindernden, ja fast quälenden Denkweise nicht mit eigener Kraft herausfinden sollten (und genau das steht zu vermuten), sollten Sie sich nicht scheuen oder gar schämen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Befreien Sie sich sobald als möglich, damit Sie Ihr Leben hier in Deutschland endlich selbstbewusst, glücklich und zufrieden führen können. Vielleicht nehmen Sie den Rat einer älteren, lebenserfahrenen Mitbürgerin ja an? Glauben Sie mir, für Kurs-Korrekturen ist es im Leben nie zu spät. Schon gar nicht, wenn man erst 40 Lenze zählt. Lieben Gruß!

          • Elena

            @Tina.Hansen
            Dass frühe Lebensjahre prägend sind streite ich doch nicht ab. Nur, was hat das mit dem Thema zu tun, „Fremd im eigenen Land“? Dass Sie den Einfluss meiner ersten 10 Labensjahre auf mein jetziges Leben abschätzen können, wie viele Informationen brauchen Sie da?
            Und zur Klarstellung: Ich bin nicht permanent „so heftiger Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt“, aber ich werde und wurde persönlich darauf hingewiesen, dass ich hier ein Fremdkörper sei. Von den politschen allgemeinen Aussagen, dass ich als Migrantin unerwünscht bin, die Heimat verderbe, sich viele fremd im eigenen Land fühlen usw., ganz zu schweigen. Und sobald ich mich als Migrantin zu erkennen gebe, z. B. hier auf diesem Blog unweigerlich Hinweise kommen wie „Zugangskontrolle an Weihnachtsmärkten“ oder Youtube Hinweise auf Clankriminelle usw. Als ob es all dies mit verursache oder zumindest keinerlei Ahnung davon hätte!
            „Sind Sie eine aus Polen stammende Katholikin oder tragen Sie muslimische Ganzkörperschleierung? Das könnte einen Unterschied machen“.
            Ja, das macht einen Unterschied, ist Realität hier, aber finden Sie das richtig? Es wir nach Äußerlichkeiten geurteilt, Menschen werden in Schubladen eingeteilt, und nicht was einen Menschen ausmacht, welche Einstellungen er hat, welche Werte er vertritt. Deshalb gebe ich öffentlich ungern meine Herkunft an, weil dann: Schublade!
            Und falls es Sie beruhigt(?) – ich bin Atheistin, ich glaube an keine Götter. Selbst wenn ich mir spasseshalber mal eine Ganzkörperschleierung überwerfen sollte – es ändert rein gar nichts an meinen Einstellungen. Aber ich würde sofort in eine Schublade verfrachtet.

          • S v B

            Liebe Elena, könnten Sie uns vielleicht darüber aufklären, ob das, was Sie hier in Deutschland immer wieder erfahren und nicht müde werden, anzuprangern, sich in Ihrem Herkunftsland völlig anders gestaltet oder nicht? Allerdings haben Sie das Land Ihrer Geburt und Kindheit nach eigener Aussage bereits mit 10 Jahren verlassen (müssen? – wohl zusammen mit Ihren Eltern?). Vielleicht hat sich die Bevölkerungsstruktur ja auch in Ihrem Herkunftsland in den vergangenen 15/20 Jahren Ihrer Abwesenheit spürbar verändert? Vielleicht sogar ähnlich stark wie hier? Falls dem so sein sollte… wie würden Sie die Akzeptanz Hunderttausender, gar Millionen zugewanderter Menschen aus mehrheitlich fremden Kultur- und Glaubenskreisen dort beurteilen? Ist es ein Land der offenen Arme, ein Land, dessen glückliche Gesellschaft keine Vorurteile kennt?

            Vielleicht zwei weitere interessante Aspekte zur Thematik…
            In einer ethnologischen Seminararbeit über Die aktuelle Lage der Indianer Niederländisch Guayanas fiel mir schon vor Jahrzehnten auf, dass diese Ethnie – aufgrund gestiegener Fremdzuwanderung – bitter über einen Anstieg der Kriminalität beklagte. – Der britische Pädiater und Genetiker Stephen Oppenheimer, der viele Jahre in Malaysia, Nepal und Papua gearbeitet hat, spricht in einem seiner Werke – wenn auch nur in wenigen Zeilen – sogar über eine im Menschen genetisch verankerte, also angeborene, Reserviertheit gegenüber „ihm allzu fremd Erscheinenden“ (wobei ich gestehe, das abmildernde Wort „allzu“ eigenmächtig beigefügt zu haben). Man darf jedoch davon ausgehen, dass Oppenheimer sich diese Erkenntnis wohl kaum aus den Fingern gesaugt haben wird, sondern dass diese auf Oppenheimers vielfältigen Studien, Beobachtungen und Erfahrungen gründet. Ich hatte gar den Eindruck, dass es ihm etwas peinlich war, auch diesen unbequemen Aspekt des globalen menschlichen Miteinanders erwähnen zu müssen, schon der Vollständigkeit halber.

          • H.K.

            Nicht EIN EINZIGER Kommentar ?

            Na, dann ist ja alles gut in diesem unserem Lande …

        • Elena Antworten

          @S v B
          Werte S v B
          um dem Text eine Art Struktur zu geben zitiere ich Sie und antworte dann zum Zitat.

          „Es sind formative, entscheidende Jahre in der der menschlichen Persönlichkeits-Entwicklung und Sozialisierung, die sich als prägend für das ganze Leben erweisen. Was um des lieben Himmels willen soll daran falsch, gar komplett inakzeptabel, sein?“
          „Falsch, gar komplett inakzeptabel“? „Habe ich sowas von mir gegeben? Ich will ledeiglich meine ersten 10 Lebensjahre im Ausland nicht kundtun, aber Sie und andere wollen es wissen, um mich einschätzen zu können. Das sehe ich nicht so – nicht WO jemand aufwächst, sondern WIE dürfte wichtiger sein. Aber wenn Sie diese ersten 10 Jahre so entscheidend sehen, um mich einschätzen zu können, wird dies nicht in wenigen Sätzen machbar sein, und dürfte den Rahmen hier sprengen. Abgesehen von anderen Aspekten, etwa meiner weiteren Entwicklung die nächsten 30 Jahre – ich war ja nicht im Alter von 10 „fertig“. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich wg. meiner Herkunft „eingeordnet“ werde. Vielleicht sind Sie immun gegen solche Einordnungen, viele andere sind es nicht. Können Sie dies als meine persönliche Einstellung und Erfahrung so akzeptieren?
          „Anders kann auch ich mir Ihre Haltung zu Deutschland und die massiven Vorbehalte bezüglich seinen Bewohnern kaum erklären“.
          Eh, jetzt machen Sie aber mal klar, wie Sie meine Haltung zu Deutschland bzw. deren Bewohnern (ich gehöre auch zu diesen Bewohnern) denn sehen!
          „Sie sind noch jung; versuchen Sie, ihren negativen Seelenballast abzuwerfen, sich von ihren düsteren Gedanken endlich zu befreien“. Mit gut 40 bin ich so jung nicht mehr. Mit „düsteren Gedanken“ meinen Sie wohl meine Gedanken zu meiner Zukunft als Migrantin hier mit den immer stärker werdenden Rechtsruck, und der damit einhergehenden Stimmung, dass Migranten abgeschoben werden sollen, bis die Startbahnen glühen, weil ich mit die Ursache bin, dass sich die patriotischen und nationalistischen Rechten fremd fühlen im eigenen Land, dass Heimat nicht mehr Heimat ist? Meinen Sie das? Also dass ich durch „professionelle Hilfe“ dies ausblenden, ignorieren soll, während immer öfters widerspruchslos nach millionenfacher Abschiebung verlangt wird, damit ich mein „Leben hier in Deutschland endlich selbstbewusst, glücklich und zufrieden führen“ kann? Ich meine für mich, vielleicht trauen Sie mir soviel Selbsteinschätzung zu, dass mit Ihren Vorschlägen zum Ignorieren von Ausgrenzung und Diskriminierungen nicht glücklich werde. Wenn Sie mit der Situation leben können, in der Migranten wie ich tgl. angefeindet werden, dann bitte. Vielleicht werde ich, wenn ich mal ihr Alter erreicht habe, sowas auch hinnehmen können. Jetzt noch nicht.
          Ich wünsche Ihnen trotz aller Meinungsverschiedenheiten ein friedvolles neues Jahr!

    • EH Antworten

      „Wie fühlen wir uns ob den andauernden Anwürfen, dass sich die Deutschen wegen uns „fremd im eigenen Land“ fühlen?“ @Elena: Ich habe Ihren Text mit Interesse gelesen, gestehe aber, dass ich ihn nicht hundertprozentig nachvollziehen kann. Ich möchte Ihre Erfahrungen um Gottes willen nicht kleinreden, es sind I h r e legitimen Gefühle, könnte mir aber vorstellen, dass Sie das Migrant-Sein zu stark auf Äußerlichkeiten beziehen. Das Thema dreht sich doch nicht im strengeren Sinn um die Herkunft, sondern um Lebensweisen und Werte.

      Beim Fremd-im-eigenen-Land-Sein als Empfindung der „Mehrheitsgesellschaft“ geht es m. E. nicht so sehr um Vorfahren, sondern um das Gefühl, dass ein Teil der zugewanderten Personen viel Wert auf Parallelgesellschaften legt, sich abkapselt, hier so lebt wie in der verlorenen alten Heimat, eigentlich auch nicht so viel mit „Einheimischen“ zu tun haben möchte. Sie werden nun evtl. antworten: Das beruhe auf Gegenseitigkeit. Was ich nicht ausschließen würde. Es fällt mir in der Stadt oft auf, dass man zahlreiche Gruppen sieht, die (mutmaßlich) nur aus Personen mit einem bestimmten Hintergrund bestehen. Klassisch deutsch wie migrantisch.

      Die Befremdung von beiden Seiten hat aber sehr viel damit zu tun, dass migrationsfreundliche Theoretiker hierzulande euphorisch und etwas blind(?) die Zeit der bunten Einwanderungsgesellschaft ohne Leitkultur ausgerufen haben (Slogan „Deutschland ist ein Einwanderungsland“) und im Modell unterstellt haben, verschiedene Sprachen, Kulturen (Kleidungsvorschriften), Wertvorstellungen, Lebensweisen, Religionen ließen sich problemlos in eine Harmonie bringen, wenn nur jedermann tolerant wäre und Andersartiges eher als Bereicherung wahrnähme. Die Soziologie/Psychologie weiß aber, dass sich Eigengruppen entlang ähnlicher Merkmale der Gruppenmitglieder sortieren und man sich eben von anderen Gruppen abgrenzt und nicht jeder Fremdgruppe gleichermaßen Interesse entgegenbringt. Die bei Links-Grünen so beliebte Othering-Theorie (ich zitiere willkürlich die Uni Köln), die mir ein Dorn im Auge ist, …

      „Der Begriff Othering (aus dem engl. other = ‘andersartig‘” – Andersmachung) beschreibt die Distanzierung und Differenzierung zu anderen Gruppen, um seine eigene ‚Normalität‘ zu bestätigen. Das Konzept des Othering ist aus dem Kontext der postkolonialen Theorie. Othering bedeutet auch, dass Menschen oder Gruppen negative Eigenschaften zugeschrieben werden, die sie von der wahrgenommenen normativen sozialen Gruppe unterscheiden. Othering ist ein ständiger Akt der Kategorisierung und letztlich eine Unterscheidung zwischen ‚uns‘ und ‚den anderen‘“

      … macht Unterscheidungen schlechthin schlecht. „Wir“ und „die anderen“ ist böse. Ich darf nicht sachlich eine historisch-sprachlich-kulturelle „deutsche Volksgruppe“ von Migranten unterscheiden (die ihrerseits als nationale Minderheiten und Migrantenvereine sehr wohl Wert darauf legen, eine Eigengruppe zu repräsentieren). Ich darf nicht Frauen mit Kopftuch in langen Gewändern als ungewöhnlich empfinden.

      Vertrautheit und Identifikation sind aber Emotionen, die man nicht durch politische Theorien definieren und herbeireden kann. Ich glaube im Übrigen auch nicht, dass hier die Trenn-Linie zwischen Migranten und Nichtmigranten verläuft. Kein Pizzabäcker, Amazon-Auslieferer aus der Ukraine oder kooperativer Kollege im Büro aus Afrika wird automatisch „abgelehnt“. Andersartigkeit bedingt nicht per se Abgrenzung/Ablehnung. Nur wenn eine Reihe befremdender Elemente zusammenkommt, entsteht Fremdheit von beiden Seiten im Sinne einer tendenziellen Distanz. Dies aber auch in anderen Kontexten. Die wenigsten AfD-Vertreter und Grünen-Politiker werden wohl im Alltag gemütlich zusammen in der Kneipe sitzen. Othering (Abgrenzung) im neutralen Sinne ist normal, solange es keine Feindseligkeit nach sich zieht. Und in einer Gesellschaft mit anhaltender Zuwanderung werden auch Fremdheitsgefühle durch die Zusammensetzung der Bevölkerung kultiviert und sich in Zukunft kaum abzustellen.

      • Elena Antworten

        @EH:
        „…könnte mir aber vorstellen, dass Sie das Migrant-Sein zu stark auf Äußerlichkeiten beziehen.“ Sorry, aber ich WERDE nach Äußerlichkeiten beurteilt. Nach Werten hat mich noch niemand in der U-Bahn gefragt, nachdem er seine Überzeugung kundgetan hat, dass ich hier nichts zu suchen habe!
        Ansonsten: Ich kritisiere nicht die Gefühle, die manche Menschen vom Anderssein der Einwanderer haben. Ich kritisiere die allgemeine negative Pauschalität, mit denen negative Gefühle verbreitet werden, und zwar immer häufiger unwidersprochen. Siehe meine paar Beispiele in meiner Antwort an Herrn Kelle.
        Über die „Othering-Theorie“ der „Links-Grünen“ will ich jetzt nicht diskutieren.
        „Vertrautheit und Identifikation sind aber Emotionen, die man nicht durch politische Theorien definieren und herbeireden kann“. Aber man kann Emotionen mit der Realität abgleichen, etwa: Hat dieses mein Gefühl eine reale Basis? Sind meine Gefühle (noch) vernünftig?
        “ Ich glaube im Übrigen auch nicht, dass hier die Trenn-Linie zwischen Migranten und Nichtmigranten verläuft“.
        Schön wenn Sie das glauben. Und natürlich verläuft die Trennlinie nicht zwischen Einheimischen und Pizzabäcker oder dem „kooperativen Kollegen im Büro aus Afrika“. Diese werden nicht mehr als fremd empfunden. Die Trennlinie verläuft bei den Anderen, den Unbekannten, diese machen eine unterschwellige Angst, die dann von rechts-brauner Seite tgl. auf’s Neue befeuert wird, um Feindseligkeiten zu erzeugen.

        „in einer Gesellschaft mit anhaltender Zuwanderung werden auch Fremdheitsgefühle durch die Zusammensetzung der Bevölkerung kultiviert und sich in Zukunft kaum abzustellen“.
        Oh doch. Allerdings bedarf es dazu eines guten Willens. Als erstes einen guten Willen unserer Politiker und dann von Intellektuellen und Medien und der Bevölkerung, von Ihnen und von mir.

      • Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

        Das Gefühl des Fremdseins stellt sich sogar ein, wenn man seinen Stadtteil oder sein Dorf wechselt, wenn man in eine neue Kirchengemeinde kommt. Überall existieren Gruppen, die sich selbst in Gemeinden nicht spontan für Fremde öffnen.
        Es braucht Zeit, bis man wahrgenommen und angenommen wird. Und es braucht Geduld und Freundlichkeit um anzukommen. Hilfreich ist es, Mitarbeit anzubieten und nicht gleich beleidigt zu sein, wenn man auf eine gewisse Reserviertheit stößt.

        Menschen mit anderer Hautfarbe oder anderer Kleidung erwecken bei mir eher Neugierde. Die Frage nach der Herkunft finde ich legitim, denn es könnte sich ein Gespräch ergeben, weil man das Land interessant findet, von Insidern Genaueres über seine Probleme hören möchte oder vielleicht sogar einmal dort war. Der Fremde hat in der Fremde auch eine Bringschuld, zum Beispiel in der Akzeptanz der gesellschaftlichen Regeln. Er kann nicht erwarte, daß sich alles um seine Befindlichkeit dreht.

        Das von Herrn Kelle angesprochene Problem bezieht sich darauf, daß die Zahl der Fremden zu groß ist. Wir verkraften nicht jedes Jahr 200.000 Migranten, finanziell nicht und auch mental nicht. Diese Realität zu erkennen und zu benennen, bedeutet nicht, fremdenfeindlich, rechts-populistisch oder gar rechtsradikal zu sein.

        Parteien und Politiker, die nicht fähig sind, dieses Problem beherzt anzugehen, werden dazu beitragen, daß Deutschland in nicht allzu langer Zeit weder für die Ureinwohner noch für die Migranten ein stabiles Land mit lebens- und liebenswerter Ausstattung bleibt.

        • Tina.Hansen Antworten

          Liebe Frau Doktor, besser kann man es gar nicht formulieren! Einen angenehmen Tag für Sie.

          • S v B

            Danke, liebe Frau Dr. Königs-Albrecht, für Ihre Sicht der Dinge, die ich – wie so oft – teile.

            Obwohl „von offizieller Seite“ diesbezüglich zu Zurückhaltung geraten wird, frage ich Menschen mit Migrations-Hintergrund wenn es sich ergibt, frei von der Leber weg, also gerade heraus, offen und freundlich nach dem Land ihrer Herkunft. Weil mich sowohl der Mensch wie auch „sein Land“ ehrlich interessieren. Dabei ist mir nicht ein einziges Mal eine/r von ihnen abweisend, gar unterschwellig feindselig entgegengetreten. Die Resonanz war stets freundlich und aufgeschlossen. Auf diese Weise habe ich etliches dazulernen und viele aufschlussreiche und mitunter sogar humorvolle Gespräche führen dürfen. Nur sehr selten kam es vor, dass ich wegen meines langjährigen Aufenthaltes in Südafrika (nach der Wende!) von einem afrikanisch-stämmigen Gegenüber kurz etwas skeptisch angeschaut wurde. Aber diese Information wurde von meinen geneigten Gesprächspartnern letztlich blitzschnell ad acta gelegt. – Ich finde es zutiefst bedauerlich, dass Elena scheinbar unüberwindbare Schwierigkeiten hat, sich hier in Deutschland ganz zuhause zu fühlen. Dem müsste gewiss nicht so sein.

            Mit den besten Wünschen zum Jahreswechsel!

  9. H.K. Antworten

    Allen, die noch „einen drauf“ suchen, empfehle ich einen Artikel aus der „Zeitung mit den vier Buchstaben“:

    „Darsteller mit nassem Reispapier beklebt

    ARD zeigt Weihnachtsmesse mit Schleim-Jesus“.

    Was bleibt ?

    „Deutschland schafft sich ab“

    • Tina.Hansen Antworten

      Äh… ich habe mir das jetzt extra angeguckt. Für mich sieht das nicht mal aus wir ein mit Reispapier beklebter, sondern eher wie ein Stück rohes Fleisch. Oder ein Alien. Was war das???

    • Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

      Ekelhaft. Was denkt sich dieser Pfarrer? Ich wäre aufgestanden und gegangen, auch aus der ersten Bank. Es wäre nicht das erste Mal.

      • S v B Antworten

        Mal ehrlich… kann einen – nach der geschmacklosen, ja ekelerregenden „Tanzdarbietung“ halb nackter „Performance-Künstler“ mit ihren bewindelten, nacktgerupften Tiefkühlhähnchen im altehrwürdigen Dom zu Paderborn – überhaupt noch etwas aus der Fassung bringen?. Die rasant um sich greifende Dekadenz schickt sich an, nun auch die christliche Kunst zu vereinnahmen. Opfer dieser unseligen Entwicklung werden wir letztlich alle sein.

  10. gerd Antworten

    Wir sind nicht „fremd“ im eigenen Land sondern weniger. Als ich 1976 meine Lehre in Krefeld begann und jeden Morgen mit dem Zug in die Stadt fuhr, saßen mit mir im Abteil ein Stefan, Peter, Hans und Sven. Die wollten der Andrea, Barbara und Claudia mächtig gefallen. Pubertät….ihr wisst schon. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass seit den 1970 Jahren 6-7 Millionen Stefans und Birgits vor der Geburt entsorgt wurden. Die fahren schon nicht mehr mit der Bahn oder schlendern durch die Fussgängezonen der Republik. Jetzt übernehmen halt die Maliks, Hadis und Mamouds oder die Animas, Salmas und Hibas die Abteile und Bahnsteige, deren Eltern sind nicht so dämlich den eigenen Nachwuchs umzubringen. Dementsprechend sehen nun auch unsere Bahnhöfe aus. Friedrich Merz ist keine arme Sau sondern eine reiche. Die arme Sau kämpft sich durch die Bahnsteige der Republik. Waren das noch Zeiten als ein W. Churchill mit der Untergrundbahn in London Kontakt mit seinem eigenen Volk aufnahm um die Stimmung im Land auszuloten. Aber damals hatte man ja auch noch ein eigenes Volk.

    • H.K. Antworten

      Meine Güte …

      Müssen Sie „dem Volk“ dauernd mit der Wahrheit auf die Nerven gehen ?!

      Es schläft sich deutlich besser in Morpheus‘ – ääh: Friedrichs Armen …

  11. Zaphod Antworten

    Deine Arbeit unterstützen oder wie es der Typ am Bahnhof sagen würde, Hey Oida hast ein paar Euro.

  12. GJ Antworten

    Sich Fremdfühlen im eigenen Land? Diese Phase hatte ich bereits ab 2004/2005. Damals begann der Vormarsch von EU-Richtlinien und Verordnungen, wonach in einigen rechtlichen Konstellationen Ausländern eine gegenüber Deutschen bessere Rechtsposition zuteil wurde. Da ging es noch lange nicht um Stadtbild oder ähnliches. In Insiderkreisen wurde das Wort der Inländerdiskriminierung benutzt. Die Negativentwicklung ist innerhalb der letzten 20 Jahren sehr massiv fortgeschritten. Es ist eine sehr individuelle Angelegenheit, ob sich ein Mensch in einem Umfeld wohlfühlt. Es soll Menschen geben, die fühlen sich im Görlitzer Park um Mitternacht oder am Bahnsteig nachts um 2 prima. Und es gibt das Gegenteil davon mit diversen
    Graustufen dazwischen. Wo ich mich nicht wohlfühle, da gehe ich nicht hin bzw. da bleibe ich weg.

    • Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

      Liebe GJ,

      das halte ich für eine vernünftige Lösung. Sie fällt mir allerdings leichter als jüngeren Mitmenschen, weil ich als ältere Zeitgenossin eine gewisse Bequemlichkeit entwickelt habe, die mich kaum noch in die Innenstadt zieht. Schlechte Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs, keine Parkplätze, überfüllte Straßen und Lokale, kaum noch schöne Geschäfte, was soll ich da?

    • Tina.Hansen Antworten

      Leider kann ich das so nicht bewerkstellingen. Um 18:45 Uhr an der düsteren Haltestelle muss ich stehen, da gibt es kein Vertun.

    • S v B Antworten

      Hier spricht die Fachfrau. Hochinteressant, was Sie uns zu berichten haben, liebe GJ. Und da ich weiß, dass Sie als einzige hier über viele Jahre, gar Jahrzehnte gesammeltes, profundes Fachwissen verfügen, glaube ich Ihnen wie immer aufs Wort. Haben Sie Dank für „die Rechtsbelehrung“.

  13. Frank Schubert Antworten

    Vielen Dank für diesen flammenden Appell die AfD zu wählen und/oder die Brandmauer einzureißen. Merz und seine Regierung werden diese Probleme jedenfalls, offensichtlich selbstverschuldet, nicht lösen – im Gegenteil.

    • H.K. Antworten

      Man(n) muß gar keine Werbung für „die da“ machen.

      Das tun die „demokratischen Parteien“ schon genug.

      Jeder/ jede/ jedes Wählendürfende sollte sich einfach nur eine einzige Frage stellen:

      Will ich, daß dieses Land, ja ganz Europa, in diesem aktuellen Zustand bleibt, daß immer mehr „junge Männer“ und deren Familien ( die als „Familiennachzug“ nicht gezählt werden, sondern zahlenmäßig noch dazukommen ) dieses Land „bunter machen“ und es mit ihrer durchaus überzeugenden Messer-Kultur bereichern, will ich demnächst in jeder Stadt Aufmärsche von Hunderten Clanmitgliedern haben, die mit Macheten, Äxten und mit Nägeln gespickten Zaunlatten aufeinander losgehen und auch gern mal auf offener Straße ein paar Kugeln abfeuern, die jeden/ jede/ jedes zufällig Vorbeikommende plötzlich und unerwartet auch tödlich treffen können, will ich, daß demnächst in keiner deutschen Schulklasse mehr Deutsch gesprochen wird und vor und in unseren Krankenhäusern Hundertschaften Polizei verhindern müssen, daß -zig Clanmitglieder auf -zig Mitglieder eines anderen Clans in der Notaufnahme oder auch gern in der Cafeteria lautstark aufeinander einprügeln ?

      Und dann bitte ankreuzen, WER, WELCHE PARTEI dieses Problem bisher, seit ÜBER ZEHN JAHREN, NICHT gelöst hat.

      CDU/ CSU ( )
      SPD ( )
      FDP ( )
      Mauerschütz*/-/:/_/•/Innenpartei ( )
      Grün*/-/:/_/•/Innen ( )

      Und dann denken wir gern ein oder zwei Stündchen einmal darüber nach, wer denn bisher noch NICHT bewiesen hat, daß sie es definitiv NICHT KÖNNEN und NICHT WOLLEN, sondern von unseren „demokratischen Parteien“ nachhaltig daran gehindert werden, es zu tun.

    • Thomba Antworten

      Ich frage mich, mit welchen Lügen möchte der herr merz im nächsten wahlkampf denn auflaufen?
      Er hat doch bereits alle verbraucht…….
      In Ba-Wü versucht es ein gewisser herr hagel derzeit mit Wirtschaftskompetenz.
      Klingt lustig . Kostenlose Werbung für „dieda“

  14. Tina.Hansen Antworten

    Am liebsten würde ich jetzt ein Foto vom Inneren dieser Stadtbahn posten. Am besten auch ein Tondokument. Da beides nicht möglich ist, hier die Zusammenfassung: Hinter mir sitzt eine Gruppe junger Männer, die alle Bruder heissen. Sie sind auf dem Weg Netto (ich habe nicht das Wort „zu“ vergessen, sondern sie gehen Netto), um Raketen zu kaufen. Vor mir eine Mama irgendwo aus Schwarzafrika mit einem noch ruhigen Säugling. Angesichts der lauten Musik aus irgendeinem Gerät dürfte das jedoch eine Frage der Zeit sein.
    Die beiden jungen Mädchen aus… hm…könnte es Peru sein? … sind lieb und spielen ein Abklatschspiel. Auch der junge Asiate entsprecht dem Klischee und beschäftigt sich still und brav mit seinem Handy. Der einzige Mensch, der eine ähnliche Hautfarbe hat wie ich, trinkt Alkohol aus der Flasche. Vermutlich wird er mich gleich ansprechen und mir einen Schluck anbieten. Auf Russisch, Polnisch, Ukrainisch oder auch auf Deutsch.

  15. Elena Antworten

    @S v B
    Ah, ich sehe, wieder mal Themenwechsel. Dabei wüßte ich gerne, ob Sie immer noch meinen, dass ich professionelle Hilfe benötige? ich bin auf jede Ihrer angerissenen Themen, gehen Sie nun damit konform oder wo liegt noch Haken?

    Nun zum Ihrem neuem Thema: Bitte lassen Sie Übertreibungen. Das ich „nicht müde werde, anzuprnagern“ – das Thema habe ich genau in diesem Thread angesprochen und, ich glaube in einem einzigem anderem, weil es thematisch passte. Ich gebe nicht bei jedem angerissenem Thema meine Einschätzung ab, wie andere etwa so ziemlich jedes Problem an Einwanderung festmachen. Geht das?

    Zur Akzeptanz von Änderung der Bevölkerungsstruktur in meinem Herkunftsland: Da ist die Einwanderungsquote nicht vergleichbar mit Deutschland, müßte spekulieren. Aber nehmen wir mal an, in diesem Land wäre es ähnlich wie hier, was besagt das dann? Wäre dann Fremdenfeindlichkeit in Ordnung? Oder worauf wollen SIe hinaus?
    „Ist es ein Land der offenen Arme, ein Land, dessen glückliche Gesellschaft keine Vorurteile kennt?“ Kennen Sie selbst so ein Land?

    Und zur „genetisch verankerten, also angeborene, Reserviertheit gegenüber allzu fremd Erscheinenden“. Es gibt ein Gen, also eine körperliche Vernalagung für Fremdenfeindlichkeit? Un wer nicht fremdenfeindlich ist, dem fehlt dieses Gen dann, oder wie verstehen Sie die Aussage? Ich bin überrascht. Wissen Sie mehr darüber? Wie ist diese Angeborenheit nachgewiesen oder wie begründet Oppenheimer seine Aussage? Ich kenne dessen Veröffentlichungen nicht. Aber ich freue mich, wenn Sie können mir zukommen lassen, in welchem Buch oder text er diese Erkenntnis kund tut! Kennen Sie auch Aussagen von anderen Genetikern, die dies bestätigen? Interessantes Thema jedenfals. Ich hoffe auf eine Antwort.

    Ansonsten sorry für die späte Antwort von mir. Der Beruf mal wieder….

    • EH Antworten

      @Elena: Ich will mich nicht in Ihre Diskussion einmischen, aber … m. E. hat S v B tendenziell Recht mit der Einschätzung, es gebe eine Art „genetisch verankerte, also angeborene, Reserviertheit gegenüber allzu fremd Erscheinenden“. Ich persönlich würde die „Reserviertheit gegenüber allzu fremd Erscheinenden“/Erscheinendem jetzt nicht biologisch-genetisch, sondern eher soziologisch-psychologisch begründen.

      Denn: Soziale Einzel-Gruppen gruppieren sich in allen Gesellschaften um gemeinsame Merkmale (Religion, Herkunft/Bezugsland, Freizeitvorlieben, politische Werte). Es gibt keine Gesellschaft, in der alle Einwohner (primär) eine große harmonische homogene Einheit bilden, abgesehen von der juristischen „Staatsvolk“-Einheit und der Tatsache, dass sie gemeinsam im selben Land/Raum wohnen. Das hat nicht gleich mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, sondern mehr mit sachlicher Abgrenzung und Identifikation, die erleichtert wird, wenn Menschen sich in Werten und Interessen ähnlich sind. Reichinneks Linke will bestimmt nicht, dass CSU-Fans bei ihr eintreten, und umgekehrt. Migranten und nationale Minderheiten von der Türkischen Gemeinde über den Bundesverband Russischsprachiger Eltern bis zu den Neuen (!) Deutschen Medienmacher(*inne)n definieren sich als Eigengruppen, ohne dass irgendjemand „Das ist Rassismus und verfassungsfeindlich!“ brüllt. Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland z. B. hat einen aussagefähigen Titel, unterstützt mit dem Förderprogramm Empower Activism (EmpACT), Zitat von der Website, „Schwarzen Aktivismus“, bietet Wochenenden für „Schwarze Jugendliche: Young, Gifted and Black“. Ob man da als „weißer“ Teenager teilnehmen dürfte?

      Man muss die erst mal vorhandene Reserviertheit , wie angedeutet, m. E. nicht biologisch-genetisch begründen. Dass sie existiert, scheint mir jedoch ein Fakt zu sein.

      • Elena Antworten

        @EH
        Wenn es eine genetische angeborene Reserviertheit gibt, dann muss diese in den Genen nachweisbar oder zumindest plausibel begründbar sein, ganz einfach. Das wird der Genetiker Oppenheimer nicht einfach so behaupten, ich warte gespannt auf die Antwort von S v B.
        Aber mal zu Ihrer These:
        „Soziale Einzel-Gruppen gruppieren sich in allen Gesellschaften um gemeinsame Merkmale (Religion, Herkunft/Bezugsland, Freizeitvorlieben, politische Werte)“.
        Sie verwechseln da Ursache und Wirkung. Es sind nicht zuerst die Gruppierungen um gemeinsamen Merkmale da, sondern die Merkmale. Es gibt keinen Bezug zu einem land, einer Freizeitvorliebe, Werte, Religion, solange diese nicht existieren: Es gab keine gläubige islamische Gruppierung VOR dem Islam, oder vor der Existenz bestimmter politischen Werte oder vor der Existenz eines Landes oder einer Freizeitvorliebe oder von Interessenverbänden wie pol. Pateien. Oder Reseviertheit gegenüber Fremden, wenn es keine Fremden gibt. Z. B. Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, die Initative kann es nur geben, weil es schwarze Menschen in Deutschland gibt. Und nicht umgekehrt, dass zuerst die Initative gibt und anschließend die Gruppierung schwarzer Menshcen. Zuerst existieren Menschen, die dann sich nach Merkmalen definieren und/oder (Interessens-)gemeinschaften bilden. Wie einzelne Gruppen zu anderen stehen dürfte vielfältig sein, solche Gruppen können offen sein für andere oder reseviert.

        „Man muss die erst mal vorhandene Reserviertheit , wie angedeutet, m. E. nicht biologisch-genetisch begründen“ Tut S v B aber mit ihrem Glauben zu Oppenheimer.

        „Dass sie existiert, scheint mir jedoch ein Fakt zu sein.“

        So ist es.

        • EH Antworten

          Also, Elena, ich sag es ja nicht gerne, aber Sie überfordern mich jetzt mit Ihrer Henne-Ei-Diskussion intellektuell etwas. Zitat: „Es sind nicht zuerst die Gruppierungen um gemeinsamen Merkmale da, sondern die Merkmale. Es gibt keinen Bezug zu einem Land, einer Freizeitvorliebe, Werte, Religion, solange diese nicht existieren. …“

          Natürlich sind erst die Merkmale da, nur: Können Sie sich ein Land, eine Welt ohne verschiedene Merkmale (der Menschen, des Landes) vorstellen? Wenn Merkmale aber konstitutiv für unsere Realität sind, wird es auch immer viele soziale Gruppen geben, die sich danach definieren, sich stärker untereinander solidarisieren und sich zwangsläufig von anderen Personen abgrenzen. Nur um diesen Aspekt, die Abgrenzung voneinander, ging es mir.

          Sie schließt nicht aus, dass man „offen“ für andere ist = sie freundschaftlich-tolerant sieht, aber objektive und subjektive ggf. gravierende Unterschiede verschwinden deshalb nicht. Die Initiative Schwarze Menschen heißt vermutlich so, weil sie sagen will, dass sie nicht gleichermaßen, vielleicht eher gar nicht für „weiße Menschen“ da ist (siehe hierzu auch Fotos des Vereins auf Google). Was nicht fremdenfeindlich sein muss.

          • Elena

            Liebe EH,
            Nun, S v B hat mit ihrem Beitrag eine wissenschaftliche Komponente eingebracht, da sollte wir dann auch möglichst genau formulieren, nicht wahr?
            Mit Ihrem jetzigem Beitrag gehe ich völlig konform.

  16. Tina.Hansen Antworten

    Nichts für ungut, aber so allmählich komme ich mir vor wie in einem etwas aus dem Ruder gelaufenen Soziologie-Seminar. Wie dekonstruieren uns die Welt… widde widde wie sie uns gefällt… Aber vermutlich bin auch ich einfach nur intellektuell überfordert.

  17. H.K. Antworten

    Bei dem Thema bin ich schon längst raus.

    Wer es nicht verstehen WILL, wird es nie verstehen.

    Und wer mit „ICH“ „ICH“ „ICH“ argumentiert, schon gleich gar nicht – egal, welche Argumente aufgetischt werden.

    Und nachdem die neue deutsche Volksbewegung „Antifa“ verkündet hat, „wer Weihnachten feiert, ist ein Rassist“, wundert mich hierzulande gar nichts mehr.

    Ach so: Begründung ? Na, wer Weihnachten feiert, schließt Muslime aus und wer Muslime ausschließt, ist ein Rassist. ( Offenbar gaben sie dabei nicht mal korrekt getschändert … ).

  18. S v B Antworten

    @Elena

    Hier kurz noch die Quelle, und dann bin ich endgültig raus aus der – bereits zum zweiten Mal – langen und breiten, doch wiederum völlig unfruchtbaren – Diskussion.

    Stephen Oppenheimer, Out of Eden – the Peopling of the World. Leider kann ich Ihnen die Seite, auf der sich die von Ihnen kritisierte Anmerkung fand, nicht mehr mitteilen, da ich auch dieses Buch anlässlich meines Umzugs von Südafrika zurück nach Deutschland vor Ort verschenkt habe. Tut mir leid.

    Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein gutes und gesundes neues Jahr. Möge es nur angenehme Überraschungen für Sie bereithalten. – Bleibt nur noch zu wünschen, dass 2026 endlich ein glücklicheres, da möglichst „Ressentiment-befreites“ Jahr für Sie wird…

    • Tina.Hansen Antworten

      Den „rechtskonservativen Blog“ wird es in ganz Deutschland (oder sollte man besser von einem Siedlungsgebiet in der Mitte Europas sprechen?) kein zweites Mal geben, wo eine solche Diskussion mit derartiger Engelsgeduld geführt wird!

      • Tina.Hansen Antworten

        Auch wenn sich dieses Thema an dieser Stelle erschöpft hat, trage ich noch etwas Persönliches nach. Im August, an einem wunderschönen Sommertag, stand ich… ja, zum ersten Mal nach langer Zeit auf dem kleinen Friedhof in dem Dorf an der Grenze zu Dänemark, wo meine Ahnen mütterlicherseits ruhen. „Ach, da liegt Tante Gerda!“ rutschte es mir raus. Da liegen meine Grosseltern, sogar noch meine Urgrosseltern, Eine Grosdtante, die laut der Legende Stewardess war und sehr jung starb. Menschen, deren Namen ich kenne, die ich aber nie getroffen habe. Im Schatten einer soliden Dorfkirche.
        Ich habe Bedauern mit den Menschen, die diese Form der Verbundenheit zu einem Land nicht kennen und deshalb keine echte Heimat haben. Aber ich lasse mir von ihnen diese Verbundenheit nicht nehmen, echt nicht Bruder, Alder, Digga, nee 😁

      • Elena Antworten

        „…wo eine solche Diskussion mit derartiger Engelsgeduld geführt wird!“
        Ja, das ist erfreulich. Auch dass Sie bis zum Schluss aktiv mit vielen Beiträgen dabei sind.
        Ein friedvolles nächstes Jahr wünsche ich Ihnen!

    • Elena Antworten

      Danke für die Antwort. Wieso völlig unfruchtbar? Weil ich nicht kommentarlos Ihre Meinung übernehme oder Ihre nicht per Ferndiagnose erstellte Empfehlung, meinen seelischen Zustand mittels professioneller Hilfe zu beheben?
      Und danke für die Neujahrwünsche, die ich gerne auch an Sie entrichte.

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