Versprechen vom notorischen Lügner

Jetzt können wir endlich aufatmen. Der russische Präsident Wladimir Putin hält westliche Befürchtungen, er werde demnächst Europa überfallen, für eine „Lüge“ und „völligen Blödsinn“. Das sagte er jetzt auf einer Pressekonferenz zum Abschluss seines Besuchs in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek.

Und – halten Sie sich bitte fest! – er sei auch bereit, das schriftlich zu fixieren.

Bestimmt so ähnlich wie 1994 im Budapester Memorandums, wo sich Moskau neben Großbritannien und den USA verpflichtet hat, die Souveränität und die bestehenden Grenzen der Ukraine zu respektieren. Im Gegenzug hatte die Ukraine ihre Atomwaffen abgegeben, denn so ein Vertrag mit Russland – darauf kann man bauen, oder?

Wenige Tage vor dem Einmarsch seiner Truppen in die Ukraine 2022 hatte Putin öffentlich nochmal versichert, man werde nicht angreifen.

Das Problem bei Vereinbarungen mit KGB-Leuten ist, dass sie qua DNA notorische Lügner sind…

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Dieser Artikel wurde 19 mal kommentiert

  1. Johannes Antworten

    „Das Problem bei Vereinbarungen mit KGB-Leuten ist, dass sie qua DNA notorische Lügner sind…“

    Ja, dass mag so sein, wie Sie sagen.

    Das Problem bei ALLEN Politkern ist; Ihnen ist nicht ohne weiteres zu trauen.

    Wie sagte schon der Brüsseler Juncker: „Wenn es ernst wird, muss man lügen“

    Und jüngst auch in Ihrem Blog zu lesen, dass es der Bundeskanzler mit der Wahrheit auch nicht immer ganz so ernst nimmt.

    Was Sie zu Putin – vielleicht treffend – in den Raum stellen, ist eine Eigenschaft, die in der Politik (Ost wie West) zur Königsdisziplin erhoben wurde: das Lügen.

    • Klaus Kelle Antworten

      Ja, sie lügen erstmal alle. Aber ob jemand in einem Interview oder am Rednerpult lügt oder bei zwischenstaatlichen Vereinbarungen, ist schon eine andere Liga

      • Martin Ludwig Antworten

        Richtig, Vereinbarungen wie: „Es wird keine Nato-Osterweiterung geben“ sollten tatsächlich eingehalten werden. 😉

        • Klaus Kelle Antworten

          Schlechtes Beispiel, erstens gab es die nicht und zweitens in sich völlig absurd.

          Zu der Zeit, wo 2 plus 4 diskutiert und unterschrieben wurde, gab es den Warschauer Pakt noch. Gorbatschow hat in einem Fernsehinterveiw später gesagt, niemand hat zu dr Zit auch nur darüber nachgedacht, dass jemand aus dem Warschauer Pakt mal in die NATO wollen würde. Und was Genscher im Vorbeigehen einem von der ARD zuraunt, ist nicht wirklich ein völkerrechtlicher Vertrag 🙂

          • Martin Ludwig

            Ich muss dich leider enttäuschen, lieber Klaus. Diese landläufige Darstellung der Ereignisse wurde kürlich widerlegt und damit auch die usrprüngliche Aussage von Gorbatschow bestätigt, der aus bisher unbekannten Gründen in einem späteren, hier von dir genannten Fernsehinterview eine andere Darstellung und damit eine Lüge präsentiert hat.
            Der US-Politikwissenschaftler Joshua Shifrinson hat im britischen Nationalarchiv ein vormals als geheim eingestufte Dokument von Diplomat Jürgen Chrobog über ein Treffen der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands vom 6. März 1991 gefunden. Ich zitiere den Inhalt des Dokuments an dieser Stelle Wörtlich:
            „Wir haben in den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen deutlich gemacht, dass wir die Nato nicht über die Elbe hinaus ausdehnen. Wir können daher Polen und den anderen keine Nato-Mitgliedschaft anbieten.“

            US-Vertreter Raymond Seitz sagte: „Wir haben gegenüber der Sowjetunion klargemacht – bei Zwei-plus-Vier- wie auch anderen Gesprächen –, dass wir keinen Vorteil aus dem Rückzug sowjetischer Truppen aus Osteuropa ziehen werden.“

            Erst 2 Jahre nach diesem Protokoll änderten die Amerikaner ihre Sicht der Dinge und begannen ihre Lüge durch geschickte Dessinformationskampagnen als Wahrheit zu präsentieren.

            Die von dir genannte Schriftform ist übrigens für Verträge nicht vorgesehen. Das gilt im BGB, ebenso wie im Völkerrecht. So lange kein Gesetzt existiert, welches ausdrücklich die Schriftform des Vertrags vorsieht, sind mündliche Verträge rechtlich zu 100 % bindend.
            In Deutschland beispielsweise gilt die Schriftform nur für folgende Verträge als verbindlich erforderlich:

            Grundstückskäufe und Immobiliengeschäfte
            Eheverträge
            Erbverträge
            Versicherungen
            Bürgschaften

            Diese Aufzählung ist abschließend. Jeder andere Vertrag darf mündlich geschlossen werden. Das gilt sogar für Arbeits-, Pacht- und Mietverträge.
            Ob das Clever wäre, steht auf einem anderen Blatt… die Geschichte zeigt uns nämlich, dass die Zeiten von „Ein Mann – ein Wort“ vorbei sind und gewisse Vertragsparteien selbst Kriege billigend in Kauf nehmen, die aus dem Wortbruch resultieren.

  2. Achim Koester Antworten

    Notorische Lügner sind in der Politik keine Seltenheit. Ich nenne jetzt keine Namen, denn mein Bademantel ist in der Wäsche.

  3. Günther M. Antworten

    Frage für einen Freund:
    War das jetzt „das Wort zum Sonntag“ vom Betreiber eines „Fachmediums für das bürgerlich-konservative Bildungsbürgertum“?

  4. Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

    Und doch muß man immer wieder versuchen, auch mit einem notorischen Lügner in Kontakt zu kommen.
    Hat nicht Petrus beteuert: „Ich kenne diesen Menschen nicht!“?

      • Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

        Was schlagen Sie vor? Kämpfen bis zum bitteren Ende? Glauben Sie ernsthaft, man könnte Putin/Russland besiegen? Unter welchen Bedingungen?

  5. Hannes Antworten

    „Versprechen vom notorischen Lügner“

    So ein Glück, das wir „im besten Deutschland aller Zeiten“ leben, in dem es unter den Politikern keine notorische Lügner gibt.

    Und wer muss mehr Angst haben, die Deutschen vor den Russen oder die Russen vor. den Deutschen?

    Wieviele Mio. Russen haben Deutsche Soldaten im letzten Weltkrieg getötet: 27 Millionen?
    Daran erkennt man doch wer vor dem Anderen hier Angst haben muss.

    Außerdem: Die Amis und die Engländer haben bei der Eroberung Deutschlands zum Ende des letzten Weltkrieges viel mehr deutsche Bürger getötet, als die bösen Russen.

    Noch ein Beispiel, das zeigt wer vielleicht kriegerischer veranlagt ist:
    Militärbasen im Ausland:
    USA 877
    UK 145
    Russland 29

  6. Querdenker Antworten

    Lieber Herr Kelle,

    Ich möchte zuerst einen kleinen Abschnitt aus „Alles Übel geht vom Weibe aus? Aber was ist mit den männlichen Waschlappen?“ von Ihrer Frau, zitieren.

    Ihre Frau schreibt: „Männer hätten Gruppendynamiken entwickelt, um Kriege zu führen, Konflikte zu beenden und mit ihrem gestrigen Gegner morgen wieder friedlich nebeneinander zu leben – oder auch Geschäfte zu machen. Donald Trump erscheint nach dieser Definition wie ein Prototyp des Steinzeitmannes. Die von Frauen entwickelten Gruppendynamiken dienten hingegen menschheitsgeschichtlich der Absicherung des Überlebens ihrer eigenen Brut. Sie haben gelernt, die Gruppe zu befrieden, in der sie selbst leben, um sich dort ihren Platz zu sichern und Konflikte – auch und vor allem mit anderen Frauen – nicht offen, sondern subtil auszutragen.“

    Für mich bedeutet das, dass in den 2,5 Millionen Jahren der menschlichen Evolution das Verhalten von Männern stark von Tätigkeiten wie Jagen und dem Schutz nach außen geprägt wurde. Frauen hingegen konzentrieren sich mehr auf den Zusammenhalt und die Sicherheit innerhalb ihrer Gruppe. In diesem Sinne sehe ich sowohl bei Donald Trump als auch bei Wladimir Putin Steinzeit-männliche Verhaltensweisen. Wäre es vielleicht nicht klüger, sich auf das Profil unseres Gegenübers einzulassen anstelle ihn mit dem Verhalten einer Steinzeitfrau zu begegnen und ihn mit subtiler Stutenbissigkeit aus der Staatengemeinschaft herauszubeißen. Die Zeichen stehen auf Frieden, danach werden Trump und Putin alle Differenzen vergessen und ihre Deals machen. Die tonangebende politisch mediale Welt Europas steht dann wie die dumme Steinzeit-Pute daneben und darf nach Abschluss der Deals das Büfett und den Campanger bezahlen und brav das Geschirr abräumen und spülen.

    • Klaus Kelle Antworten

      @Querdenker,

      Wäre es vielleicht nicht klüger, sich auf das Profil unseres Gegenübers einzulassen anstelle ihn mit dem Verhalten einer Steinzeitfrau zu begegnen und ihn mit subtiler Stutenbissigkeit aus der Staatengemeinschaft herauszubeißen. Die Zeichen stehen auf Frieden, danach werden Trump und Putin alle Differenzen vergessen und ihre Deals machen.

      Leider muss ich Essig in den Wein schütten. Ich sehe überhaupt nicht, dass die Zeichen auf Frieden in der Ukraine stehen. Weil Putin nicht an Frieden interessiert ist, sondern an Unterwerfung der Ukraine. Und glauben Sie mir, das wird nicht passieren.

      Natürlich machen Russland und die Amis später auch wieder Geschäfte miteinander. Da haben Sie und Birgit recht. Aber dass das mit der Person Putin stattfinden wird, halt ich für sehr unwahrscheinlich. Ich weiß auch nicht, ob ein Massenmörder in seiner Zelle in Den Haag eine Gewerbeerlaubnis bekommt…

      kk

  7. Günther M. Antworten

    Oh, oh?
    Die Präsentation der Weihnachtsdekoration des Weißen Hauses findet 2025 im „russischen Stil“ statt und wurde zu Weihnachten mit Motiven aus dem Ballett „Der Nussknacker“ geschmückt?
    Und das Orchester spielte Kompositionen des weltberühmten Sohnes Russlands Pjotr Iljitsch Tschaikowski?

    Der ehemalige nationale Sicherheitsberater der USA und Chef des US-Militärgeheimdienstes, General Michael Flynn, äußerte sich zu den jüngsten Ereignissen im Zusammenhang mit der Ukraine:
    „Selenskyj und sein gesamtes korruptes Gefolge müssen unverzüglich verhaftet werden.
    All ihre Betrügereien, Missbräuche und jahrelangen Veruntreuungen müssen untersucht werden.
    Sie haben Dutzende Milliarden Dollar gestohlen.
    Und dieses Geld muss zurückgegeben werden“?

    Dmitri Kuleba, ehemaliger ukrainischer Außenminister (2020 bis 2024):
    „Wir befinden uns in einer Situation, in der Russland die Möglichkeit hat, uns zu vernichten, und wir nicht stark genug sind, um uns vollständig zu schützen“?

    Und:
    Volodomir S. tritt bereits im „Bestattungsoutfit“ auf?

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