Was geht es die SPD an, ob Frau Klatten mit ihren Milliarden vielleicht Grönland kaufen will?

„Heute kannst Du der Beste in der Schule gewesen sein. Du kannst der Beste im Studium gewesen sein. Du kannst der Fleißigste auf der Arbeit gewesen sein. Aber Du wirst Dir keine Eigentumswohnung in Berlin leisten können.“ Da müssen wir dem SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil uneingeschränkt recht geben. Dazu ein paar Fakten:

Studien aus dem Jahr 2025 bestätigen, dass der Immobilienkauf in Berlin selbst für Haushalte mit überdurchschnittlichem Einkommen oft nicht mehr finanzierbar ist. Anfang dieses Jahres liegen die Durchschnittspreise in Bezirken wie Friedrichshain oder Kreuzberg weiterhin stabil hoch bei etwa 6.450 bis 6.850 Euro pro Quadratmeter.

Heißt: Um eine Wohnung in Berlin zu finanzieren, ist ein Netto-Einkommen erforderlich, das weit über dem deutschen Durchschnitt liegt. Banken erwarten eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent sowie eine maximale Belastung von 35 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für die Finanzierung einer Immobilie.

Das macht keinen Spaß

Und das kann die SPD und auch die Linke ja gut – kritisieren, den Finger in die Wunde legen. Wie auch die AfD übrigens, die deshalb existiert und so stark ist, weil sie es wagt, Dinge deutlich auszusprechen, die falsch laufen in Deutschland. Aber weil die AfD nicht mitspielen darf beim großen Machtspiel und weil Heidi Reichinnek von den revolutionären Falschabbiegern Gott sei Dank auch nichts zu melden hat, müssen wir uns Lars Klingbeil und die SPD-Vorstellungen zur Entwicklung unserer Gesellschaft dann doch einmal genauer anschauen. Schließlich ist der Mann auch noch Bundesfinanzminister in Zeiten der Krise. Nochmal: BUNDSFINANZMINISTER ist der Mann. Seine Qualifikation? Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Dann nur noch Sozi-Apparatschik: Wahlkreisbüro, Jugendbildungsreferent bei der SPD NRW, Büroleiter bei einem Bundestagsabgeordneten. Bei „Wer wird Millionär“ würde die Frage lauten: Was passt nicht in diese Reihe? Und die richtige Antwort wäre „Die Antwort ist C, Herr Jauch, Bundesfinanzminister“.

Das Problem bei Sozialisten ist immer, dass ihnen irgendwann das Geld anderer Leute ausgeht, hat die unvergessene frühere britische Premierministerin Margret Thatcher einst gesagt. Und so ist es auch mit Klingbeil und der SPD.

Sie denken nicht darüber nach, wie es für die Wirtschaft leichter wird, frei zu arbeiten und unser aller Wohlstand zu halten und zu vermehren. Sie denken darüber nach, wie sie die Leistungsbereitschaft von Unternehmen und Arbeitnehmern bremsen können. Sie denken nur ans Umverteilen, es den Reichen wegzunehmen. Das hat noch nie irgendwo funktioniert zum Wohle einer gesamten Gesellschaft, aber sie hören nicht auf mit diesem Unsinn.

Nehmen wir Klingbeils aktuellen Vorschlag zur Erbschaftssteuer!

Er beklagt wie Frau Reichninnek, nur nicht so lustig, dass es Menschen gibt, die jedes Jahr hunderte Millionen verdienen ohne dafür wirklich arbeiten – im klassischen Sinne – zu müssen. Einfach weil sie Milliardäre sind und das Geld, das sie besitzen, für sie arbeitet.

Und andere, die jeden Morgen zur Arbeit fahren und schuften, ja, die können sich nicht einmal eine Eigentumswohnung in Berlin leisten. Obwohl, wer will das überhaupt?

Also im Detail: Die SPD möchte mit ihren Änderungen erreichen, dass sehr große Erbschaften, die derzeit oft nur gering besteuert werden, künftig „ einen fairen Beitrag leisten“.

Die lustige Heidi von den SED-Nachfolgern, zieht zur Veranschaulichung gern das Beispiel von Susanne Klatten heran. Die ist Großaktionärin von Unternehmen wie BMW und SKion GmbH und hat hohe Dividendeneinnahmen. Diese Erträge werden nach dem deutschen Steuersystem besteuert. Schätzungen zufolge zahlte sie im Jahr 2023 einen effektiven Steuersatz von rund 27 Prozent auf ihr Jahreseinkommen von fast 4 Milliarden Euro (!). Das ist eine ganze Menge, oder? Kann Sie das überhaupt ausgeben? Vielleicht, wenn sie Grönland kaufen möchte.

Aber ist es gerecht, wenn Frau Klatten 27 Prozent zahlt und eine kleine GmbH mit 30 bis 33 Prozent steuerlich belastet wird? Wenn man es so betrachtet sicher nicht.

Aber – das weiß Frau Reichinnek nicht, weil Sozialisten so nicht denken können: Klattens Vermögen ist fast vollständig in Aktien (BMW etc.) gebunden. So können Erben geltend machen, die Steuern nicht aus privatem Cashflow zahlen zu können. Und niedrige Steuern in Holdings fördern nachweisbar Reinvestitionen am Standort Deutschland. Aber das erste Argument ist entscheidend: Eine hohe Erbschaftsteuer auf Milliardenvermögen würde die Substanz von deutschen Weltmarktführern – da gibt s immer noch viele – gefährden, da Aktienpakete verkauft werden müssten, um die Steuer zu begleichen.

Es ist nicht so einfach, das Klein-Klein

Doch, die ganze Debatte lenkt vom Eigentlichen ab – wie so vieles in Deutschland, das nur situativ, aber nicht grundsätzlich betrachtet wird. Warum gibt es überhaupt eine Erbschaftssteuer?

Der Staat hat im Grunde kein Recht, nach einem Todesfall nach Herzenslust zuzugreifen, weil er ja bereits während der Erarbeitungsphase des Vermögens über Steuern oft mehrfach sogar profitiert hat. Das ist das Thema, und nicht, ob Frau Klatten die Phantasie hat, ihre Milliarden auch auszugeben. Und wenn Sie Grönland kaufen will, dann geht es das Finanzamt nichts an – und Herrn Klingbeil und seine SPD auch nicht.

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Dieser Artikel wurde 14 mal kommentiert

  1. Achim Koester Antworten

    „Eher geht ein Hund an einer Wurst vorbei als ein Sozialist am Geldbeutel anderer Leute“
    (Konrad Adenauer)

  2. Achim Koester Antworten

    Natürlich ist die Erbschaftssteuer eine Doppelbesteuerung bereits versteuerter Vermögenswerte, und damit höchstwahrscheinlich verfassungswidrig.
    Aber finden Sie mal ein Gericht in Deutschland, das Ihnen in diesem Punkt Recht (?) gibt.

    • Martin Ludwig Antworten

      Die Erbschaftssteuer reiht sich hier nur in eine quais endlose Liste anderer Steuern ein. Wenn man es so will, ist selbst die Mehrwertsteuer eine Doppelbesteuerung, schließlich bezahle ich meine Einkäufe aus einem Einkommen, dass in Deutschland in quasie jedem denkbaren Fall bereits versteuert wurde.
      Richtig interessant wird das ganze jedoch im Immobilienbereich, weil hier die Steuerlast faktisch keine Grenzen kennt. Machen wir hierzu ein kurzes Beispiel:

      Familie A kauft sich ein Grundstück von bereits versteuertem Einkommen und baut darauf ein Haus. Für das Grundstücksgeschäft fällt die Grunderwerbssteuer an, für das Haus auf quasi alle Bauleistungen und Gewerke die Mehrwertsteuer.

      Familie A hat sich übernommen und muss deswegen Grundtsück und Haus verkaufen. Der Staat verlangt wieder Grunderwerbssteur. Diesmal auf das bereits doppeltbesteuerte Grundstück und den Wert des Hauses on top.
      Der Käufer ist ein Investor. Dieser behält die Immobilie nur kurz und verkauft sie mit Gewinn weiter. Der Käufer der Immobilie zahlt wieder auf Haus und Grundstück Grunderwerbssteuer.

      Die Käufer sterben und vererben die Immobilie an die Neffen, weil keine eigenen Kinder vorhanden waren. Die Neffen zahlen Erbschaftssteuer, die sie nicht begleichen können und deswegen die Immobilie verkaufen müssen.

      Der Käufer der Immobilie zahlt wieder auf Haus und Grundstück eine Grunderwerbssteuer in voller Höhe.

      Diese Kette lässt sich quasi endlos fortsetzen und ist meiner Meinung nach einer der größten und maßgeblichsten Preistreiber im Immobilenbereich. Es ist unfassbar, wie schnell der Preis von Grundstücken und Immobilen aufgrund der unbegrenzten Steuerlast durch die Decke geht.
      In realen Zahlen wird deutlich, was hier abgeht:

      Grundstück = 100.000 €, Staat bekommt 6.500 € Steuern
      Haus = 600.000 €
      Bei kostenneutralem Verkauf durch den Eigentümer beträgt der Verkaufspreis
      706.500 €, der Staat bekommt nun 45.922,50 € Steuern.

      Beim nächsten Verkauf beträgt der kostenneutrale Verkaufspreis bereits
      752.422,5 €, der Staat bekommt diesmal 48.907,46 € Steuern.

      Um das ganze auf die Spitze zu treiben, hat sich der Staat noch ein Sahnehäubchen on Top gegönnt… die Spekulationssteuer.
      Verkauft der 1. Erwerber in der Liste nämlich nicht kostenneutral, sondern erwirtschaftet dabei noch einen Gewinn von 30.000 €, zahlt er auf diesen auch noch 9.000 € Spekulationssteuer. Legt er jedoch drauf, weil er die Immobilie für den kostenneutralen Wert nicht verkauft bekommt, zahlt der Staat keinen Euro Steuern zurück! Der Staat hat sich hier eine Gelddruckmaschine erschafften, die in diesem Ausmaß meiner Meinung nach nicht rechtens sein kann und darf.

      Auch die Gewinne aus Aktiengeschäften, ETF’s und sonstigem müssten Steuerfrei sein – so wie sie es bis heute im Goldhandel sind. Ich bin aber sicher, der Staat wird auch hier noch einen Weg finden sich die Profite der Spekulanten zu sichern und die Verluste zum Problem des Investors zu machen.

      • H.K. Antworten

        Ich darf ergänzen:

        Wenn Familie A ihr mehrfach besteuertes Häuschen auf ihrem mehrfach besteuerten Grundstück 20 Jahre lang bewohnt, zahlt sie Jahr für Jahr die mittlerweile exorbitante Grundsteuer – und due kann aufgrund des jederzeit ( ! ) änderbaren ( selbstredend nach OBEN ! ) Hebesatzes unabhängig von der Grundsteuer je nach Kassenlage der Kommune willkürlich festgesetzt werden.

        In Ihrem Beispiel kommen noch Maklergebühren dazu, die ebenfalls a) die Mehrwertsteuer nach sich ziehen und b) vom Makler einkommensteuermäßig angegeben werden müssen. Legt er das Geld an, kommt noch die Kapitalertragssteuer obendrauf. Gibt er es für Schnaps aus, die Brandweinsteuer, kauft er dafür Sekt, freut sich die Sektsteuer jeweils zuzüglich der Mehrwertsteuer, versteht sich.

        Das „beste Deutschland, das wir jemals hatten“ …

      • Achim Koester Antworten

        @Martin Ludwig
        Bei Immobilien geht die Gier des „Staates“ sogar noch weiter als in Ihrem Beispiel:
        Ein Freund hat vor einigen Jahren ein Haus gekauft, das auf einem Grundstück mit Erbbaurecht steht. Obwohl ihm das Grundstück nicht gehört, und er monatlich Pacht dafür zahlen muss, erhob der Blutsauger darauf die Grunderwerbssteuer.

  3. H.K. Antworten

    Von interessierter Seite wird immer gern die Situation in Europa bzw. seinen Staaten angeführt.

    Irgend jemand Findigem ist aufgefallen, daß Allohoool in Deutschland günstiger zu kaufen ist, als in anderen europäischen Ländern.

    Klar, daß das dazu ( ver-) führt, hierzulande eine zusätzliche Steuer einzuführen bzw. die bereits bestehenden zu erhöhen.

    Bei der Erbschaftssteuer, so war kürzlich zu lesen, hat z.B. Schweden diese komplett abgeschafft – „und niemand vermisst sie“.

    Wer nun glaubt, daß irgend jemand nun auf die Idee käme, diesem Beispiel für die Deutschen, die mit eine der höchsten Abgaben zahlen, ebenfalls zu fordern, der irrt.

    Und wer diesbezüglich die eher kommunismusverdächtigen Aussagen von Thomas Middelberg ( gelernter Jurist, der dann zum CDU-Haushalts- und Finanzexperten mutiert ist ), gehört hat, dem schwant nichts wirklich Gutes – obwohl jedes Erbe i.d.R. bereits mehrfach besteuert wurde.

    Kommunisten, Sozialisten und längst auch die CDU KÖNNEN einfach nicht mit dem Geld der SteuerInnenzahler umgehen.

    Wie sagte der Kanzlerkandidatende der Union ( VOR der Wahl ): „Wir haben kein EINNAHMEproblem, wir haben ein AUSGABENproblem“.

    Vielleicht kann ihm das bei Gelegenheit einmal jemand in Erinnerung rufen ?!

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  5. M. Friedland Antworten

    Falls Frau Klatten Dividendeneinnahmen hat, werden diese als Kapitalerträge versteuert, nicht mit „Erbschaftssteuer“ (mal abgesehen davon, daß deren mit 4 Mrd./Jahr angegebene Höhe zweifelhaft ist).

  6. Franz R. Antworten

    Erbschaftsteuern haben in Deutschland seit dem Hochmittelalter eine lange Tradition. Die leibeigenen Untertanen mussten den sog. Todfall entrichten. Da ihnen außer Vieh, Hausrat, Kleidung und bis nach den Bauernkriegen noch Waffen nichts gehörte, wurde eben daraus der Todfall (einfach mal die verschiedenen Artikel zum Suchwort Todfall suchen) eingezogen. Da waren allein oder in Kombination das Besthaupt (bestes Stück Vieh), Bestbett (bestes Möbelstück), Bestgewand, Waffen (bei verstorbenen Männern), die teils bis ins 19. Jahrhundert galten. Einer der Gründe für den Bauernkrieg. Verglichen mit der heutigen Steuerpraxis jedoch nahezu ein Schnäppchen.
    Da wir seit einigen Jahren einen zunehmenden Paternalismus seitens der ReGIERenden erleiden müssen, ist es verständlich, dass sich auf altbewährte Besteuerungspraxen besonnen wird. Herr Middelberg bejubelte ja nachgerade, dass reiche Erben ordentlich Steuern zahlen sollen, etwa durch Verkauf eines Drittels der Oldtimersammlung.
    Zumal es eine Mehrheit von wirklichen Habenichtsen gibt, die das beklatschen.
    Und der Kanzler von Bärbels Gnaden und weitere unionierte Satrapen geißeln die Untertanen ob ihrer Faulheit.
    Die Staatsquote in D liegt mittlerweile bei über 50%. 2022 lag sie bei 49,5. Damit lag D auf Platz 66 (in USA zum Vergleich 36,2%). Das durchschnittliche Vermögen eines Erwachsenen lag nach dem „Global wealth report 2025“ der UBS 2024 in Deutschland bei 257 T$ (Platz 19), in der Schweiz bei 287 T$ (Platz 1) und den USA bei 620 T$ (Platz 2). Darin ist übrigens auch Immobilienvermögen.
    Das als Kennzahl m.E. wichtigere Medianvermögen lag in Luxemburg (Platz 1) bei 395 T$, in der Schweiz (Platz 7) bei 182 T$ und den USA (15.) bei 124 T$. Deutschland taucht in der Tabelle des Reports unter den Top 25 nicht auf. Eine andere Quelle (wikipedia) nennt für 2021 60 T$ (Rang 30) noch hinter Slowenien.
    Es gibt nach UBS in den USA über 22 Dollar-Millionäre, in Deutschland ca. 2,7 Millionen. Das sind hier aber meist solche, die das Glück haben, ein Eigenheim in den Speckgürteln der Großstädte zu besitzen.
    Deutsche sind also beileibe nicht reich. Von dem, was sie erwirtschaften wird zuviel abkassiert und etwa in peruanische Radwege investiert.
    Die Freibeträge beim jetzigen Erbrecht sind schon jetzt lachhaft niedrig und wurden seit 2010 nicht mehr angepasst. Seither hatten wir eine Inflation von ca. 35%, d.h. der Freibetrag von 2010 von 400 T€ in 2010, müsste heute fast 550 T€ betragen.
    Die ReGIERenden wissen ganz genau, warum die Steuerfreibeträge nicht inflationiert werden.
    Das Tandem Bärbel und Fritz funktioniert nach dem Fürsten und Pfaffenprinzip. Bärbel sagt zu Fritze: „Halt du sie dumm, ich mach sie arm!“ Scheint bislang bestens zu funktioniern.
    Man muss sich mittlerweile sehr rechtzeitig überlegen, wie man sein Testament steueroptimiert formuliert und ob man lange genug lebt, sich „überflüssigen“ Vermögens ante mortem per Schenkung zu entledigen.

  7. Rob Boncoeur Antworten

    »Heute kannst Du der Beste in der Schule gewesen sein. Du kannst der Beste im Studium gewesen sein. Du kannst der Fleißigste auf der Arbeit gewesen sein.«
    Er kann und wird nicht sich gemeint haben… 😉

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