Wie China selbst die Bibel für seine Zwecke manipuliert

Eine Leserin machte mich heute auf etwas aufmerksam, dass ich zunächst nicht glauben wollte. O.k., ich weiß, dass die Kommunistische Partei Chinas (KPC) das Ziel aktiv vrfolgt, religiöse Texte so anzupassen, dass sie die staatliche Autorität und den Gehorsam gegenüber dem Gesetz stützen, anstatt göttliche Gnade oder individuelle Moral über das Gesetz zu stellen. 

Ich bin der Sache nachgegangen, und ja, es ist wirklich wahr, dass in einem offiziellen chinesischen Schul- oder Lehrbuch, das wohl zukünftig offiziell zur Neuausgabe der chinesischen Bibel werden soll, die Kommunisten die ursprüngliche Gschichte von der Ehebrecherin (Johannes 8,1–11) manipuliert haben. In der christlichen Fassung schützt nämlich – wie Sie hoffentlich alle wissen – Jesus eine Ehebrecherin vor der Steinigung durch die Pharisäer mit den Worten: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“ Die Ankläger ziehen sich daraufhin zurück, und Jesus vergibt der Frau. 
In der im Jahr 2020 bekannt gewordenen chinesischen Version des Lehrbuchs für Ethik und Recht heißt es nun, die Menge habe sich zurückgezogen und Jesus die Frau dann selbst zu Tode gesteinigt. Die angebliche Begründung von Jesus: „Auch ich bin ein Sünder. Aber wenn das Gesetz nur von Menschen ohne Makel vollstreckt würde, dann wäre das Gesetz tot“. 
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Dieser Artikel wurde 30 mal kommentiert

  1. Johannes Antworten

    Jesus war ohne jede Sünde. Ansonsten wäre sein Opfer am Kreuz wertlos und ohne Erlösungskraft.

    Hebräerbrief Kapitel 4 Vers 15

    „ Jesus ist ja nicht ein Hoherpriester, der uns in unserer Schwachheit nicht verstehen könnte. Vielmehr war er – genau wie wir – Versuchungen aller Art ausgesetzt, ´allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass` er ohne Sünde blieb.

    Was die chinesische Regierung hier tut, ist klassische Zersetzung. Sie greift direkt das Fundament unseres Vertrauens in Gottes Gnade und in seinen Sohn an.

    Sie will auf bösartige Weise Glauben und Vertrauen von Christen zersetzten.

    Sie wird damit aber keinen Erfolg haben und zieht sich obendrein Gottes Zorn zu.

  2. H.K. Antworten

    Ist in der chinesischen Bibel ( bisher war mir diesbezüglich nur die „Mao-Bibel“ geläufig ) auch von der geschlechterparitätischen Besetzung der Abendmahl-Tafel die Rede ?

    Und wahrscheinlich wurde das Ganze auch von Mao ( oder Herrn Chi ? ) geleitet …

    • H.K. Antworten

      Im Ernst:

      Wir können die Chinesen beschimpfen und verdammen, wie wir wollen.

      Ohne sie würde nicht nur hierzulande nahezu NICHTS funktionieren – bei A wie Aspirin angefangen …

      Auch mit DUESEN Kommunisten müssen wir auskommen – ansonsten gehen hier sämtliche Lichter aus.

  3. S v B Antworten

    Was nicht passt, wird eben passend gemacht, was nicht stimmt, wird eben stimmig gemacht. Vielleicht dient diese nonchalante Einstellung gar als Grundlage chinesischer Erfolgsstorys? Derer es schon jetzt erstaunlich viele gibt. Tendenz weiter zunehmend. – Mit einem „Aba Hund‘ sans scho, die Kienesen…“ würde man in Oberbayern wohl den Sachverhalt anerkennend kommentieren. 😉

    Aber, ganz im Ernst, die supergrobe, fernöstliche Verfälschung des Bibeltextes (eines Bie-bell-textes!) zeugt schon von gehöriger Chuzpe. Man kann durchaus von einem Kardinal-Fehler sprechen, auf den man den Verlag umgehend aufmerksam machen und um sofortige Korrektur anhalten sollte. Dem christlichen Westen sollte es eine heilige Pflicht sein, sich um die umgehende Korrektur der Bibelstelle zu kümmern. Vielleicht könnte sich gar der Papst zu Wort melden, andernfalls einer oder auch mehrere deutsche Kardinäle. Hier wäre einmal eine deutsche Einmischung sehr wohl am Platze, ja geboten. Kardinal Marx, übernehmen Sie! Vielleicht hat man ja alles schon in die Wege geleitet, hüben und/oder drüben? Ob es allerdings in China eine Richtigstellung der blasphemischen Verdrehung des Bibeltextes geben wird? Man darf gespannt sein. Hoffentlich schafft es dann aber auch die Kunde von der Richtigstellung der unglaublichen Story in die deutschen Medien. Als Satire kann man sowas jedenfalls nicht mehr bezeichnen, oder?

  4. Martin Ludwig Antworten

    Ich verstehe den Aufschrei nicht. Staat und Religion arbeiten seit je her Hand in Hand um die Bürger arm und dumm zu halten. Die Katholische Kirche ist voll von Pädophilie, Steuerverschwendung und sonstigen Ausschweifungen, schließt jedoch AfD-Mitglieder aus kirchlichem Ämtern aus. Der evangelische Kirchentag gleicht einer Wahlveranstaltung der Linken und Grünen und predigt LGBTQ+ als neue Weltanschauung und Wille Gottes.
    Es wird also auch hier Religion zweckentfremdet um politische Ansichten in die Köpfe der Gläubigen zu impfen; oder schlimmer noch, diese aus der Gemeinschaft der Gläubigen auszuschließen.
    Wir müssen beim besten Willen nicht nach China blicken und sollten gleich garnicht den Finger erheben. Oder um es auch hier bieblisch zu halten: „Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen! – und siehe, ein Balken ist in deinem Auge?“ (Mt 7,1-5; Lk 6,41-42)

    • gerd Antworten

      „Die Katholische Kirche ist voll von Pädophilie, Steuerverschwendung und sonstigen Ausschweifungen,“

      Das KZ Dachau war das wichtigste Konzentrationslager für Geistliche (sogenanntes „Priesterblock“), wo rund 2.700 Geistliche (katholisch, protestantisch, orthodox) inhaftiert waren, davon etwa 2.000 katholische Priester. Wieviele von den katholischen Priestern waren Pädophile, Steuerverschwender und sonstige Ausschweifer?

      • Martin Ludwig Antworten

        gerd, was möchtest du mir mit deinen Ausführungen sagen?
        Wir können uns gerne über Hitler, die NSDAP und die katholische Kirche unterhalten. Dabei kommt die Kirche aber leider überhaupt nicht gut weg.
        Die Katholiken waren bei der Machtergreifung Hitlers sogar als „Zentrumspartei“ vertreten und haben sie befürwortet.
        Hitler ist übrigens auch der Urheber der zu großen Teilen noch heute gültigen Verträge, welche die Trennung zwischen Staat und Kirche weiter aufgeweicht hat. Die Fortführung der Kirchensteuererhebung durch den Staat und die Bezahlung von Geistlichen aus staatlichen Mitteln hat die Kirche ihm zu verdanken – scheint wenig konsequent, diese Verträge bis heute gernde und dankend weiterhin erfüllt sehen zu wollen und gleichzeitig alles was Hitler gesagt und getan hat zu verteufeln.
        (Die historische Schuld an die Kirche aus den Napoleonischen Kriegen, auf der die Steuerzahlung fußt, ist übrigens nach modernen Berechnung bereits über 200-fach beglichen)

        Hilters Rede zum Ermächtigungsgesetz lautet in Teilen wie folgt:

        „Die nationale Regierung sieht in den beiden christlichen Konfessionen wichtigste Faktoren in der Erhaltung unseres Volkstums. Sie wird die zwischen ihnen und den Ländern abgeschlossenen Verträge respektieren. Ihre Rechte sollen nicht angetastet werden. Sie erwartet aber und hofft, dass die Arbeit an der nationalen und sittlichen Erhebung unseres Volkes, wie sie die Regierung zur Aufgabe gestellt hat, umgekehrt die gleiche Würdigung erfährt. Die nationale Regierung wird in Schule und Erziehung den christlichen Konfessionen den ihnen zukommenden Einfluss einräumen und sicherstellen. Ihre Sorge gilt dem aufrichtigen Zusammenleben zwischen Kirche und Staat.“

        In seiner ersten Rede als Reichskanzler sagte er außerdem das Folgende:

        „Indem die Regierung entschlossen ist, die politische und moralische Entgiftung unseres öffentlichen Lebens durchzuführen, schafft und siegelt sie die Voraussetzungen für ein wirklich tief inneres religiöses Leben.“

        Die Kirche ist das Gegenteil von Unschuldig an dem Elend, dass die NSDAP unter der Führung Adolf Hitlers angerichtet hat.
        Man hat gerne die Machtphantasien unterstützt und geteilt, so lange man sich auf der Gewinnerseite selbiger vermutet hat. Selbst als der Kirche später klar wurde, dass sie auf Hilters Versprechungen hereingefallen sind und dieser kein Interesse am Fortbestand der Religion und Kirche hat, hat die Kirche weiterhin dröhnend laut geschwiegen antsatt sich entschieden gegen die Nazis zu positinieren.

        Die Geschichte der Kirche widerholt sich wieder und wieder – und immer ist sie blutig und handelt von Macht, Einfluss und Geld. Die Moral oder gar der Christliche Glaube war dabei fast allen Entscheidungsträgern völlig egal. Wer Nächstenliebe predigt und sich so leicht von irdischen Verlockungen aus der Bahn werfen lässt, sollte keine Unterstützung von Staat und Kiche mehr erfahren. Leider wissen wir jedoch auch, dass genau wie bei Politikern jede Handlung der „oberen 10.000“ vollkommen ungestraft bleibt. Tebartz-van Elst kann ein Kirchenlied davon singen.
        Dass nun die Chinesische Regierung tut, was das Christentum selbst seit seinem bestehen tut, läuft bei mir unter der Überschrift: „So what“.

        • gerd Antworten

          „gerd, was möchtest du mir mit deinen Ausführungen sagen?“

          @Martin Ludwig

          dass die katholische Kirche voll ist von mutigen, heiligen und heroischen Menschen. Sozusagen der Gegenentwurf von „die Katholische Kirche ist voll von Pädophilie, Steuerverschwendung und sonstigen Ausschweifungen“.

        • Günther M. Antworten

          @Martin Ludwig
          Jetzt fehlt noch der Forist, der Ihnen mal eine psychologische Auffälligkeit attestiert hat.

      • Achim Koester Antworten

        @gerd
        Und wie viele der klerikalen Pädophilen waren im Knast?
        Jede Medaille hat 2 Seiten.

    • Achim Koester Antworten

      @Martin
      Aber zumindest hat die katholische Kirche das Urheberrecht auf die Bibel, oder maßt es sich wenigstens an.
      Übrigens war die Mao-Bibel zur Zeit ihres Erscheinens nach der Bibel das Buch mit der weltweit zweithöchsten Auflage.

      • H.K. Antworten

        Empörung !!!

        Plagiatismus !!!

        „Mao-Bibel“ – DAS ist von MIR geklaut !!!

        Wo kann ich das melden ?!?!

    • Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

      Sehr geehrter Herr Ludwig,

      Ihr Hass auf die katholische Kirche erschreckt mich zutiefst.
      Ja, es gibt Sünde zuhauf, auch in der katholischen Kirche als Institution, bei Bischöfen, Priestern und Laien.
      Aber es gab und gibt auch Heilige, viele, die sich erst nach einem sündigen Leben bekehrt haben, wie Paulus, Augustinus, und viele andere wie Mutter Teresa, die sich für ihren Nächsten aufgeopfert hat. Und es gibt den einfachen Gläubigen, der sich bemüht, die 10 Gebote zu halten und der doch immer wieder scheitert und dem der barmherzige Gott auch einen Neuanfang zusagt.

      Die katholische Kirche ist den Nazis nicht hinterher gelaufen. Viele waren Blutzeugen in dieser barbarischen Zeit. Nicht umsonst haben die Nationalsozialisten gerade die katholische Kirche verfolgt.

      Mit Ihrem „So what“ liefern Sie die Christen in China einer Diktatur aus, die die Menschenrechte mit Füßen tritt und die Religionsfreiheit einschränkt.

      Ich wünsche mir eine mutige Kirche, die sich allen Diktaturen entgegenstellt und die Christenverfolgungen weltweit bekämpft und auch im eigenen Land nicht dem Mainstream mit seinen irrsinnigen Auswüchsen hinterherläuft.
      Ich wünsche mir Politiker, die mutig genug sind, immer wieder gegen die Christenverfolgungen einzutreten und auf die Menschenrechte hinweisen, sie in Deutschland viel aufmerksamer als zur Zeit im Blick haben.

      • H.K. Antworten

        Es gibt in der Tat jede Menge mehr als verurteilenswürdiger Taten in der christlichen Kirche, sowohl bei den Katholiken als auch – meist etwas anders gelagert – bei den Protestanten.

        Ja, diese Verfehlungen, teils Verbrechen, gehören nachhaltig und konsequent aufgeklärt, die Schuldigen bestraft, u.U. exkommuniziert.

        Aber unter dem Strich bleibt doch die Frage: Ginge es den Menschen, der Welt, wirklich „besser“, wenn es KEINE Kirche gäbe ?

        Und nein, ich rede nicht den Kreuzrittern das Wort. Ich rede von HEUTE, von dieser Welt.

        Die Zeiten, die ganze Welt, haben sich gewandelt im Laufe der Jahrtausende. Und selbstverständlich hat sich auch „die Kirche“ gewandelt.

        Allerdings muß auch niemand die heutigen „Entgleisungen“ wie Regenbogenlappen am Kirchenportal oder Vulvenmalen auf dem ev. Kirchentag gutfinden.

        Jesus hat selbst die Geldwechsler und Händler aus dem Tempel geworfen.

        Genauso würde er das vermutlich heute bei und mit einigen anderen Dingen tun.

        • Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

          Zur Klarstellung:
          Eine Exkommunikation bedeutet nicht den kompletten Ausschluß aus der Kirche sondern ist eine Strafe bei schweren Vergehen gegen die Kirche, denn die Taufe und damit die Aufnahme in die Kirche kann nicht rückgängig gemacht werden.

          Bei Bekenntnis, Buße und dem Gelöbnis der Besserung kann die Exkommunikation wieder aufgehoben werden, so wie alle anderen Vergehen in der Beichte vergeben werden können.

          Christsein ohne Kirche ist möglich aber unvollständig.
          Die Kirchen leisten bei aller Unvollkommenheit einen unersetzbaren Dienst an den Menschen. Die Gläubigen können sich gegenseitig stützen. Der Dienst an den Mitmenschen weltweit entlastet die Staaten.

          Ich denke, unsere unruhige und krisengeschüttelte Welt ist die Folge des verlorenen Glaubens. Ersatzreligionen sind an ihre Stelle getreten, die eine rücksichtslose Ausbeutung des Nächsten predigen, weil sie kein Leben nach dem Tod erwarten.

        • Gerd Rau Antworten

          Gute und schlechte Menschen gibt es überall. Dieses Kirche schlecht alles andere gut, ist mir ehrlich, zu blöd. Wenn Sie sich mal mit Geschichte beschäftigen, Atheisten sind für sehr viele Tote in Kriegen verantwortlich, interessiert anscheinend keinen. Pädophelie, Grüne muss ich mehr sagen? Eine sehr gute Lektüre zu dem Thema ist „Der Skandal der Skandale- eine geheime Geschichte des Christentums“ von Manfred Lütz, äußerst lesenswert.
          gerd hat Recht, in der Kirche gab und gibt es neben schlechten auch sehr viele mutige gute Menschen.

      • Martin Ludwig Antworten

        Sehr geehrte Frau Dr. Hildegard Königs-Albrecht,

        ich verachte alle Institutionen, deren Filz aus allen Poren quillt, die sich über Andere erheben und vorgaukeln dies auch noch aus Nächstenliebe zu tun. Da sind die Grünen bei mir auf einer Stufe mit der Kirche.

        Sie sollten diese Aussage aber bitte tunlichst nicht so interpretieren, dass mir die christlichen Werte gleichermaßen ein gräuel sind. Im Gegenteil! Ich bin ein sehr rechts-konservativer Mensch und ich selbst lebe zumeist nach eben diesem Wertekompass und erwarte das (oft vergebens) auch von meinem Gegenüber.
        Die Tatsache, dass ausgerechnet die Institution, die uns diese Werte mit auf den Weg gegeben hat und uns maßgeblich daran erinner sollte, oft alles mit Füßen tritt, was dort gepredigt wird… ist für mich schlicht unerträglich.

        Was ich in meinem bisher vergleichsweise kurzen Leben gelernt habe ist, dass fast alle Menschen früher oder später dem Gedanken von Reichtum, Einfluss und Macht erliegen und ihre Moral an den Meistbietenden verkaufen. Je älter und bedeutender eine Institution ist, desto mehr Leichen stapeln sich in deren Kellern. Die katholische Kirche ist eine der ältestens Institutionen der Welt – und selbst die uns bekannten Leichenberge würden den Mt. Everes zu einem Hügel degradieren.
        Ich würde von mir selbst sagen, dass ich zwischenzeitig ein verbitterter Mensch geworden bin. Die Erkenntnis schmerzt, aber die Realität ist für mich Tag um Tag etwas unerträglicher.
        Ich glaube, dieser Planet braucht so etwas wie einen „Neuanfang“. Eine Reinigung von all dem, was unsere Zivilisation so verdorben hat. Im Idealfall wären wir aus eigener Kraft dazu im Stande dies zu erkennen und entsprechend zu handeln. Ich bin aber Realist und sage deswegen aus Überzeugung, dass wir dazu nichtmehr im Stande sind.
        Ich wünsche mir deswegen eine Gefahr, die uns alle eint und uns unsere Verletzlichkeit auf dieser Kugel, die unser aller Lebensgrundlage ist, schmerzlich bewusst macht. Wir brauchen ein außerirdisches Ereignis, dass uns alle dazu zwingt, auf ein gemeinsames Ziel hin zu arbeiten.
        Alternativ darf dieses Ereignis gerne göttlicher Natur sein – wobei fraglich ist, in wie weit das Göttliche und das Außeridische nicht vll. ein und das Selbe ist.

        Einen wirklich gläubigen Menschen frage ich an dieser Stelle ganz einfach, warum Gott sich den Menschen vor 2.000 Jahren in der Gestalt von Jesus Christus offenbart hat, dies aber in der Neuzeit nicht für angemessen erachtet. Sind wir es in seinen Augen nichtmehr wert, erettet zu werden oder geht es uns noch zu gut, als dass sich der Schöpfer persönlich einschalten muss?

        Glaube ist etwas wahnsinnig vielschichtiges. Ich glaube daran, dass Glaube vielen Menschen halt gibt und er deswegen wichtig ist. Ich weiß jedoch auch, dass Religion der Nährboden für so viel Leid und Tod ist, wie nichts anderes auf dieser Welt.
        Wenn es einen Gott gibt, erschließt sich mir nicht, warum er dieses Leid in seinem Namen geschehen lässt. Er ist allmächtig… und er handelt nicht. Zu was macht ihn das? Warum sterben unschuldige Kinder an Krieg, der sogar in seinem Namen geführt wird, oder erkranken an unheilbaren Krankheiten?
        Ich teile die Werte – aber nicht den Glauben. Die Realität lässt mich nichtmehr hoffen, sie verängstigt mich. Ich müsste es sehen, bevor ich es glauben könnte – und ich hätte viele, viele Fragen an „ihn“.
        Ich habe tief gläubige Menschen leidvoll sterben sehen. Ebenso wie ich verkommene Menschen ein friedliches Leben und einen schönen Tot sterben sehen habe. Ungerechtigkeit soweit das Auge reicht – und Nein, der Gedanke an eine Strafe nach dem Tot macht das irdische Leben im Hier und Jetzt für mich nicht erträglicher. Ich glaube nichtmehr an Gerechtigkeit und ich bin der Meinung, wenn wir sie uns nicht selbst verschaffen, gibt es auch keine.
        – Zu was macht mich das?

        • Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

          Zwei Punkte möchte ich aufgreifen:

          Die Frage nach dem Leid in der Welt, die Theodizee-Frage, kann niemand beantworten.
          Ein gläubiger Christ wird Ihnen sagen, daß wir in einer durch den Sündenfall gebrochenen Welt leben. Der Schöpfer hat den Menschen die absolute Freiheit gegeben. Wir können und müssen unterscheiden, was gut und böse ist. Dazu kann uns das Gewissen unterstützen.
          Ein guter Text dazu: HANS FRÖR Ich will von Gott erzählen wie von einem Menschen, den ich liebe.

          Vor 2000 Jahren ist der Sohn Gottes als Jude in Bethlehem geboren worden. Das feiern wir in wenigen Tagen.
          Er war Wanderprediger, seine Lehre wurde weitergetragen und schließlich im Neuen Testament fixiert.
          Christus ist selbst durch einen schrecklichen erniedrigenden Tod gegangen, um uns zu erlösen. Wir glauben, daß er am dritten Tag auferstanden ist. Dazu sich vielleicht mal mit dem „Volto Santo“ und „Turiner Grabtuch“ beschäftigen.
          Die Erlösungstat gilt für alle Zeiten bis zum letzten Tag der Erde.

          Es gibt viele gute Theologen wie Karl Wallner, Josef Ratzinger („Salz der Erde“), Edith Stein, Manfred Lütz („Gott – eine kleine Geschichte des Größten“) und Glaubenszeugen, deren Geschichten helfen könnten, sich Gott zu nähern. Manche haben lange gerungen, bis sie zum Glauben kamen, z.B. Edith Stein. Auch Mutter Teresa lebte am Ende ihres Lebens in der Nacht des Glaubens, in der sie sich von Gott verlassen fühlte.

          Ich wünsche Ihnen den Mut, sich auf die Suche nach Gott einzulassen!

  5. Günther M. Antworten

    Aha:
    „Dem christlichen Westen sollte es eine heilige Pflicht sein, sich um die umgehende Korrektur der Bibelstelle zu kümmern.“
    Nur:
    Wenn, wie oben angeführt, in einer zukünftigen „Neuausgabe der chinesischen Bibel“ tatsächlich eine Textänderung erfolgt, wäre das doch wohl eine Angelegenheit chinesischer Christen.
    Und was in chinesischen Schulbüchern steht – eine Sache des chinesischen Staates.
    Aber:
    „Weils halt Hund‘ san, die Kienesen …“ – werden die wohl so eine kleine „Langnasenaufregung incl. Gottes Zorn“ einfach weglächeln.

    • Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

      Die chinesischen Christen leben gefährlich. Sie können unmöglich den Staat kritisieren. Sie brauchen die Unterstützung aus dem Ausland.
      Sie wissen vielleicht, daß es zwei Kirchen in China gibt, die staatlich anerkannte und die verfolgte Untergrundkirche. Selbst der Papst hat wenig Einfluß auf den chinesischen Staat, der sich sogar in die Bischofsernennungen einmischt.

      • H.K. Antworten

        Wir sollten dabei aber nicht vergessen, daß ein gewisser Mr Trump nach dem Tod von Franziskus äußerte, der nächste Papst müsse ein Amerikaner sein.

        Und – schwupps, wie durch Zauberhand …

        ( Wobei m.E. der neue Papst eine wirklich gute Figur abgibt … )

        • Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

          Da kann man mal sehen, über welche seherischen Fähigkeiten Mr. Trump verfügt…

          • H.K.

            Ja – oder er hat DOCH zu früherer Zeit ein Praktikum in Hogwards gemacht …

      • Günther M. Antworten

        So so!
        „Chinesische Christen brauchen die Unterstützung aus dem Ausland“?
        Nur:
        Wenn China das Werkeln irgendwelcher Nichtregierungsorganisationen (NGO) auf seinem Staatsgebiet verbietet, dann ist das Fakt.
        Die sind souverän, auf deren Boden werkelt keine Besatzungsmacht nebst Unterorganisationen nach Gutdünken.

        Da war aber noch was?
        Richtig!
        In der Ukraine ist doch eine Kirchenorganisation verboten worden – ist hier aber nicht so tragisch – da nicht römisch/katholisch – oder?

  6. Günther M. Antworten

    Mal zum Nachdenken, oder auch nicht:
    Wenn alle Gläubigen streng darauf achten, dass ihre Religion eine höchstpersönliche Angelegenheit zwischen ihnen und „ihrem“ Gott bleibt – ich wiederhole: BLEIBT – steht einem gedeihlichen Zusammenleben mit Anders- und Ungläubigen eigentlich nichts im Wege.

    Warum das auf dem Erdenrund einfach nicht klappen will?
    Beispiel:
    Die Impf-Gläubigen waren wesentlich fanatischer als die andere Seite!
    Warum?
    Sie waren im Besitz des wahren Glaubens – so glaubten die – und wenn sie nicht gestorben sind … !
    Sela

    • gerd Antworten

      „Die Impf-Gläubigen waren wesentlich fanatischer als die andere Seite!
      Warum?“

      Na, wenn ich daran denke was die Impfärzte für eine verabreichte Spritze kassierten, kann ich mir denken, warum. Das hatte nix mit Glauben zu tun, sondern mit stinknormalem leicht verdientem Geld. Warum bestellte J. Spahn 6 Millarden Masken für 80 Millionen Deutsche? Weil er so fanatisch ist? Wer’s glaubt…..

    • Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

      Christus hat den Auftrag erteilt: „Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium.“ Die Lehre Christi fand im römischen Reich trotz Verfolgung einen extremen Zuspruch, weil sie den Menschen Hoffnung gab.
      Die Mission soll natürlich absolut friedlich erfolgen. Bei Ablehnung einfach weitergehen!
      Da war nicht die Rede vom Rückzug in das einsame Kämmerlein, selbst die Missionare sollten immer zu zweit gehen.

    • Achim Koester Antworten

      @Günther M.
      Es wäre tatsächlich ein großer Fortschritt, wenn Religion eine private Sache bliebe, aber leider haben vor allem die monotheistischen Religionen eine Missionierung der „Ungläubigen“ vorgesehen. Und willst du nicht mein Bruder sein….

  7. Gerd Rau Antworten

    Wenn man sich nur auf die Religionen konzentriert übersieht man wieviele Menschen andere Ideologien schon getötet haben. Aber Vorurteile pflegen ist ja viel leichter.

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