„All das Schwarze drumherum“

Im Angesicht des Großen neigt der Mensch zur Demut. Jedenfalls bekannten die vier Astronauten der Mondmission „Artemis 2“ das gestern unumwunden nach ihrer sicheren Rückkehr auf die Erde.

Die amerikanische Astronautin Christina Koch etwa, als sie beschrieb, wie sie beim Blick aus der Raumkapsel empfand. Ja, sie habe auf unseren blauen Planeten geschaut, aber vor allem auf „all das Schwarze drumherum“. Die Erde sei wie ein „Rettungsboot im Universum“.

„Es war nicht einfach, mehr als 200.000 Meilen von zu Hause entfernt zu sein“, bekannte der Astronaut Reid Wiseman. „Vor dem Start fühlt es sich an wie der größte Traum der Erde, aber wenn man da draußen ist, will man einfach nur wieder zurück zu Familie und Freunden. Es ist eine besondere Sache, ein Mensch zu sein, und es ist eine besondere Sache, auf dem Planeten Erde zu sein.“

Mir gefallen diese Worte sehr, weil es uns in der hektischen Welt wieder einmal ein Stückchen weit erdet, was eigentlich zählt. Jeden Tag tobt Krieg, in der Ukraine und im Nahen Osten, wir keifen uns an wegen Merz und Chrupalla, der Spritpreise und den irgendwie angeblich bevorstehenden Untergang an sich.

Aber im Grunde sind das alles nur Sandkörner, die ein bisschen hin- und herwehen im Vergleich zu dem Grundsätzlichen. Diejenigen von Ihnen, die an Gott glauben, wissen vermutlich, was ich meine.

Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen waren am Freitag nach ihrer Mond-Umrundung zur Erde zurückgekehrt. Ihre „Orion“-Raumkapsel landete nach der zehntägigen Mission wie geplant im Pazifischen Ozean vor der kalifornischen Küste.

„Artemis 2“ diente als Vorbereitung für eine künftige Mondlandung. Die NASA will 2028 erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder eine bemannte Landung auf dem Mond realisieren. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 mit Apollo 17 dort. Und wer das immer noch bezweifelt hat nicht alle Tassen im Schrank…

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Dieser Artikel wurde 20 mal kommentiert

  1. Elena Antworten

    „Diejenigen von Ihnen, die an Gott glauben, wissen vermutlich, was ich meine.“

    Auch wenn Gläubige immer mehr zu wissen glauben als Atheisten, fehlt Atheisten nicht das Wissen, dass die Menschheit sich wegen reinen Egoismen wie Glaubenswahrheiten, Macht, Rechthaberei, Nationalstolz usw. sich selbst im Wege steht.
    Die mächtigen Männer (es sind nur Männer, gendern erübrigt sich da) die gewählt oder sonst die Macht erhalten haben, regieren nicht für das Wohl der Menschheit, sondern wegen ihrer eigenen Interessen und ihrem Machterhalt.
    Keiner der mächtigen Staatenlenker denkt gegenwärtig über sich oder seinen Staat hinaus, dabei bräuchte es zumindest mal einen Ansatz gerade der mächtigsten Staaten wie USA, China, Rußland, Indien, Europa für eine Änderung der planetenweiten Politik, damit die Ressourcen in sinnvollere Projekte gesteckt werden können als in Raketen, Bomben und Panzer. Aber leider geht die Tendenz zu immer mehr nationalstaatlich-egoistischen Interessen, es gibt keinen einzigen relevanten Staatsmann mit einer Vision für ein gutes Leben aller Menschen.

    Astronauten mit großen Abstand von der Erde erkennen wohl die Einzigartigkeit und Verletzlichkeit des Planeten einfach besser als unsere mächtigen, teils sich allwissend wähnenden Staatenlenker.

    • gerd_rau Antworten

      Margeret Thatcher, schon vergessen? Angela Merkel ist auch kein Mann. Übrigens , Russland hat Katarina die Grosse Groß gemacht. Ziemlich oberflächlich, ihr Männerhaß.

  2. Günther M. Antworten

    Kleine Satzzeichenkorrektur von mir, der weder glaubt und auch nicht vorgibt, es zu wissen, für Sie, der statt nur zu glauben dem staunenden Leser mitteilt – es zu wissen:
    „Und wer das immer noch bezweifelt (,) hat nicht alle Tassen im Schrank …“.

    Diejenigen, die nicht an Gott glauben, wissen vermutlich, was ich meine?

    • Achim Koester Antworten

      @Günther M.
      Zu dem Adler sprach die Taube:
      „Wo das Denken endet, beginnt der Glaube.“ –
      „Mag sein,“ sprach der, „Fakt ist jedoch,
      Wo du schon glaubst, denke ich noch.“
      (Ludwig Robert)

      • Günther M. Antworten

        Wann und wo hat nur dies Geschäftskonzept seinen Anfang genommen?
        „Der Fürst nahm flüsternd den Bischof beim Arm:
        Halt du sie dumm – ich halt‘ sie arm!“
        * Die Schweizer waren’s wohl nicht – die haben stattdessen „ihr Ricola“ erfunden.

  3. Achim Koester Antworten

    Wer schreibt den Astronauten eigentlich die klugen Sprüche, die sie als ihre eigenen vor der Presse absondern? Jeder einzelne druckreif und inhaltsschwer.

    • Martin Ludwig Antworten

      @Achim Koester,

      frühter waren das kluge Köpfe der NASA, heute gibt’s eigens dafür vermutlich mehrere PR-, Werbe- und Presseberater die selbst nur die KI bemühen, dafür aber absurd hohe Honorare bekommen.
      So ist es übrigens mit allem, was mit den Mondlandungen zu tun hat bzw. hatte. Die Berechnungen für die Landungen wurden zwar bereits mit einfachen Computern durchgeführt – aber alle Berechnungen von einer Abteilung, die als „Menschliche Computer“ bekannt war, nochmals händisch nachgerechnet. Dort waren fast ausschließlich Frauen den ganzen Tag damit beschäftigt, jeweils mehrere Hunderttausend Berechnungen ohne Hilfsmittel nachzurechnen und auf Richtigkeit zu überprüfen. Eine der herausragendsten Damen dieser Zeit war Katherine Johnson. Ihre Berechnungen waren so detailliert, dass sie teilweise bis auf 14 Nachkommastellen ohne Stift und Papier rechnete.

      Die Computer der Apollo 11 Mission hatten übrigens eine Rechenleistung, die geringer war als die Leistung eines heutigen Taschenrechners. Ein modernes Iphone ist der Rechenleistung um den Faktor von 120 MILLIONEN überlegen.
      Gleichzeitig schaffte man es 1969 zum Mond und zurück – während die gleiche Aufgabe die heutige Wissenschaft mit den jetzt verfügbaren Mitteln vor eine fast unlösbare Aufgabe zu stellen scheint.
      Der gesamte Programmcode der Mondlandung war 145.000 Zeilen lang. Ein einziges JPEG Bild mit einer vernünftigen Auflösung hat bereits einen längeren Code.

      Ich frage mich deswegen manchmal, zu was die NASA wohl 1969 fähig gewesen wäre, hätte sie über einen einzigen Computer unserer Zeit verfügt. Alternativ wäre es wirklich interessant zu wissen, warum die Astro- und Raketenwissenschaft trotz riesiger Fortschritte im Computerbereich faktisch einen massiven Rückschritt erlitten hat. Vermutlich übersteigt das Honorar der (überflüssigen) Bedenkträger und Nichtleister einfach die verfügbaren Mittel, während man früher einfach „gemacht“ hat….

      • gerd Antworten

        Was wollen wir überhaupt auf dem Mond? Die Aussicht genießen? Während hier alle auf das Smartphone starren und langsam aber sicher verblöden?

        • Martin Ludwig Antworten

          Der Mond ist voll von wichtigen Rohstoffen und seltenen Erden, wobei die wichtigsten wohl vorerst Helium-3 und Wasser bzw. Eis sind. Helium-3 ist für die Kernfusion von maßgeblicher Bedeutung und auf der Erde so gut wie nicht vorhanden. Das Wasser wird früher oder später wohl für die Gewinnung von Sauerstoff und Wasserstoff notwendig werden – weil der Mond langfristig eine „Außenstation“ bzw. die Arche der Menschheit beherbergen wird und wir mit dem vorhandenen Eis schonmal das Problem der Sauerstoffversorgung und des Trinkwassers – sowie der Treibstoffgewinnung lösen können.
          Man mag von Musk halten was man will. Er hat definitiv recht damit, dass die Menschheit über kurz oder lang weitere Planeten besiedeln muss, weil die Kapazitäten der Erde endlich sind und der Planet selbst nunmal sehr verwundbar ist. Ein Außenposten auf Mond, Mars etc. würde zumindest das Überleben der Art sichern (wobei ich nicht ganz schlüssig bin, ob das tastächlich etwas gutes ist)

          • H.K.

            Vielleicht ließe sich das nach einigen Bedenken mit Massenmigration verbinden ?

            Ich frag nur – für nen Freund …

          • S v B

            „…weitere Planeten besiedeln muss, weil die Kapazitäten der Erde endlich sind…“

            Irgendwie mag ich Musk (und dies nicht nur, weil er gebürtiger Südafrikaner ist), aber eine Tendenz zu Spinnereien kann ich ihm einfach nicht absprechen.

            Alle bisher – und wohl auch in Zukunft – entdeckten Himmelskörper sind mit irdischem, also auch menschlichem, Leben sehr bald schon unvereinbar. Falls der menschliche Körper die völlig anderen, ihm per se nicht zuträglichen physikalischen Bedingungen vielleicht noch für eine Weile verkraften sollte, würde sich seine Psyche schon sehr bald krankschreiben lassen. Es sei denn man würde den mit den Verhältnissen vor Ort Hadernden für eine Weile oder auch länger mit entsprechenden Psychopharmaka (oder einem entsprechenden Chip im Hirn) „therapieren“. Aber selbst damit wäre schlussendlich nichts gewonnen.

            Jaja, wie sich Klein Hänschen das extraterrestrische Dasein vorstellt. Sorry, aber für mich ist das alles lachhaft. Es würde viele, vermutlich Tausende von Jahren dauern, bis sich der Mensch sich von alleine oder mit Unterstützung an das völlig andere „Da-Sein“ angepasst haben könnte. Und das auch nur einigermaßen und noch zudem mit einem enormem Aufwand.

            Von unserem heimeligen irdischen Paradies aus lassen sich leicht Pläne schmieden, lässt sich leicht in die Zukunft schwadronieren. Auch Mars und Venus, die als für eine Besiedlung durch den Menschen noch am ehesten geeignet gelten, weisen Konditionen auf, unter denen kein menschliches Leben existieren kann – und schon gar nicht mag. Es wäre besser, Wissenschaft, Forschung und Geldgeber würden ihre Gedanken und Pläne einem besseren Management unseres Heimatplaneten widmen, bzw. zugute kommen lassen. –

            Hätten nicht auch unzählige andere Himmelskörper mehr als genug Zeit gehabt, sich der Entwicklung höheren Lebens zu widmen? Offenbar wollten sie es selbst nicht, oder es war von anderer Stelle nicht gewünscht. –

            Es muss das Paradies sein, welches sich unseren Sinnesorganen so wunderbar präsentiert. Warum will sich der Mensch in noch ungeahntem Maße kasteien, quälen und gefährden, um, völlig isoliert von seiner Umgebung, an siedend heißen, eisig kalten, mal lange dunklen, mal gleißend hellen Orten zu leben, eher noch zu vegetieren. Noch dazu 24/7 von extrem schädlicher kosmischer Strahlung bombardiert zu werden. Wer sollte warum solches wirklich wollen? Ja, warum eigentlich? –

            Mit allem was mich hier auf Erden umgibt bin ich, summa summarum, hoch zufrieden.Zufrieden und dankbar für alles, was mir meine intakten Sinne tagtäglich präsentieren. Nach wie vor fühle ich mich meinem so großartigen und gastfreundlichen Heimat-Planeten inniglich verbunden und bin dankbar für alles, was er mir bietet. Im ganzen Universum wird man wohl keinen besseren Ort zum Wohnen und Leben finden. Warum sollte man ihn dann verlassen?

            Also macht was Ihr wollt. Ich bleibe hier. Wer weiß – vielleicht wird es hienieden ja noch schöner und friedlicher, wenn erst alle irdischen Spinner die Erde mit Kurs auf Mars oder Venus verlassen haben. Bye-bye und… wohl auf Nimmerwiedersehen!

            Es ist wohl nicht von der Hand zu weisen, dass der Konsum zumeist amerikanischer Science-Fiction-Filme vielen Irdischen den Kopf verdreht haben mag, sie in Illusionen der besondern Art getrieben haben und ihren Wunsch nach Fahrten zu fernen Gestirnen befeuert haben könnte. Na dann, nix wie weg!

            Sehr wohl bewundere ich die ausgeklügelten, superintelligenten technischen Spitzfindigkeiten in der Raumfahrt; sehr wohl verursachen mir die Positionsangaben zu den beiden Voyager-Raumsonden Gänsehaut. Bisweilen übersteigen die Entfernungen meine Vorstellungskraft. Schon die Vorstellung eines einzigen Lichtjahres lässt mich vor Ehrfurcht erschaudern.

            Allerdings nährt all dies in mir keinen Hoffnungsschimmer auf Leben „irgendwo draußen im All“. Schon gar keine Lebensformen nach erdüblichem Verständnis. Selbst wenn „irgendwo da draußen tatsächlich was sein bzw. vermutet werden sollte“ hätte der Mensch nicht mal den Hauch einer Chance, diesem Etwas je über den Weg zu fliegen, geschweige denn zu begegnen.

            Beide Voyager-Raumsonden starteten 1977 auf endlose Erkundungsreisen ins All, voll bepackt mit Beweismaterial zu unserer Existenz. Irgendwo und irgendwem im All sollte bzw. soll dies als Beweis für andere, mindestens ebenso intelligente, Existenzen andernorts im All dienen. – Fast treibt es mir Tränen in die Augen, wenn ich daran denke, dass die wundervolle (Mozart-) Arie der Königin der Nacht auf alle Ewigkeit sinn- und zwecklos in der Einsamkeit des Weltalls umhertreiben dürfte. Übrigens… dass die hervorragende Sopranistin Edda Moser, welcher seinerzeit die große Ehre zuteil wurde, einen Tonträger für die Unendlichkeit zu besingen, wohl noch immer stolz auf die Auszeichnung sein dürfte, kann ich gut verstehen.

            Ach, selbst wenn es auch nur eines meiner vollgeschnupften Tempos irgendwann einmal schaffen sollte, unser (ja, fürs erste nur unser!) Sonnensystem auf ewig zu verlassen, würde ich mich vor… vor… ja, vor was eigentlich? nicht mehr einkriegen. Dabei wäre auch dies lediglich ein weiterer von unzähligen Versuchen des Menschen, schon zu Lebenszeiten Unsterblichkeit zu erlangen, ja diese in gewissem Sinne sogar „erlebbar“ zu machen.

            Einzigartig, atemberaubend grandios und unüberschaubar ist es – das noch immer in Ausdehnung begriffene All. Im Vergleich dazu leben wir hier auf unserer fast perfekten kleinen Kugel als niedlich kleine Geschöpfe. Wenngleich Geschöpfe mit viel Fantasie, mit Kampfeslust, mit immer mehr und kühneren Ideen, von denen letztlich aber wohl nur wenige erfolgreich, bzw. Sinn stiftend, in die Tat umgesetzt werden konnten bzw. können. Warum sollten wir es nicht dabei belassen?

          • gerd

            Ich glaube nicht, dass Gott den Menschen geschaffen hat, damit er auf den Mond fliegt. Es genügt vollkommen in einer sternenklaren Nacht in den Himmel zu schauen um zu wissen: Wir kommen hier niemals weg.

            Um die Milchstrasse mit Lichtgeschwindigkeit zu durchqueren braucht man 100 000 Jahre. Dabei ist unsere Galaxi nur ein Zwerg im unendlichen Raum.

          • Martin Ludwig

            @gerd:
            Eine Reise durch die Milchstraße bei Lichtgeschwidigkeit lässt sich nicht in Zeit bemessen. Genau hier setzte Einstein seiner Zeit an und hat Versucht das Verhältnis zwischen Zeit und Raum zu erklären.

            Einfach ausgedrückt:
            Aus Sicht der NASA in Houston würde die Reise 100.000 Jahre dauern. Entsprechend wären das 3.500 Generationen von Menschen. Aus Sicht der Crew an Bord des Raumschiffs dauert diese Reise jedoch nicht ganz 10 Jahre.
            Ein wirklich extremes Konzept, dass schwierig zu begreifen ist. Ich gebe zu, dass auch ich das nicht ganz verstehen kann. Wie wäre das beispielsweise bei Funksprüchen oder Videoübertragungen? Redet der Astronaut 1 minute, wäre dann die Abspieldauer dieser Nachricht auf der Erde plötzlich mehrere Jahre lang?
            Es gibt hierzu wohl Berechnungsformeln und es wäre tatsächlich so – das alles ist aber so theoretisch und abstrakt, dass mein Verstand das nicht umreisen kann.

          • Achim Koester

            @Martin Ludwig
            Die Idee der Besiedelung anderer Planten erinnert mich an einen amerikanischen Geschäftsfreund aus der Holzbranche der auf seinem T-Shirt folgende Aufdrucke trug:
            Vorderseite: Earth First
            Rücken: we log the other Planets later

            Wer es nicht wissen sollte, Earth First ist eine amerikanische NGO

  4. Johannes Antworten

    Ich verstehe den Hype überhaupt nicht, denn während der Apollo-8-Mission im Dezember 1968 umkreisten bereits Astronauen den Mond, sahen und fotografierte die Rückseite…

    Bereits 1969 landeten sie auf dem Mond.

    Der Mars wäre spannender.

    • S vB Antworten

      Na, was soll denn so spannend sein am Mars? Dass man alleine schon für die Anreise geschlagene anderthalb jähre benötigen würde? Ich bin immer gerne gereist, reise auch jetzt noch gerne – wenn’s nicht gerade mit der unzuverlässigen Bahn sein muss – aber ganze drei Jahre alleine für Hin- und Rückreise, empfände ich als Zeitverschwendung. Kein Ziel der Welt, kein Ziel des Universums scheint mir eine dermaßen lange An- und Abreise zu rechtfertigen. (Die Reise zu weiteren Himmelskörpern dürfte sich teils noch vervielfachen). Da nimmt man doch gerne Abstand. Es sei denn, bei der Destination handelte es sich nachweislich ums Paradies. Wie lange müsste man vor Ort bleiben, um die An- und Abreise überhaupt erst lohnend erscheinen zu lassen? Für derlei Kaprizen dürften sich wohl nur ganz bestimmte Personengruppen anbieten. Die wiederum würden sich für ein solchteures und auch sonst ziemlich anspruchsvolles Experiment kaum eignen. – Echt krass, dass sich der moderne, aufgeklärte Mensch immer wieder vergackeiern lässt. – Doch zuviel Raumschiff Enterprise geguckt, oder?

      • Martin Ludwig Antworten

        @SvB
        Ich gebe dir grundsätzlich schon recht, dass sich nur wenige Menschen für eine solche „Reise“ eignen würden. Ich habe jedoch kürzlich eine Interessante Dokumentation zu diesem Thema gehört – in der es eigentlich um lebenslänglich Inhaftierte oder zum Tode verurteilte Verbrecher ging. Es gab wohl tatsächlich Überlegungen, eben diesen Menschen ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten. Der Ansatz dahinter erscheint mir völlig logisch, wenn ich ehrlich bin. Diese Menschen sind es gewohnt, in völliger Isolation zu überleben. Was spärche also dagegen, den teilweise hoch intelligenten Insassen eine Chance dazu zu geben, in die Geschichte einzugehen?
        Hätte ich die Wahl zwischen einem bedeutungslosen, lebenslangen Aufenthalt in einer 4,5 m² großen Zelle oder der Erforschung der unendlichen Weiten des Weltalls in einer 15 m² großen Raumkapsel, würde ich vermutlich letzteres tun. Und wenn ich ohnehin zum Tode verurteilt wäre, was spräche dagegen der 1. Mensch auf dem Mars zu sein und in die Geschichtsbücher einzugehen? Ich vermute, dass diese sehr spezielle Gruppe Menschen em ehesten geeignet ist, den psychischen Anforderungen dieser Reise (ggf. ohne widerkehr) gewachsen zu sein – sie haben schließlich reichlich Erfahrung damit.

        • Achim Koester Antworten

          @Martin
          Sind Sie sicher, dass lebenslängliche Straftäter die Reise überleben würden, ohne sich gegenseitig umzubringen?

        • S v B Antworten

          @Martin Ludwig

          Mir scheint dieser „Vorschlag zur Güte“ hart an der Grenze zum Diabolischen. Mir reicht es schon, wenn ich mir ab und an nur das elende Schicksal der armen Laika, des ersten Hundes im All, in Erinnerung rufe. Wenn weitere Erkundungen des Weltraums solche oder ähnliche Blüten treiben sollte, hätte die Menschheit – bzw. die für derlei Experimente Verantwortlichen wahrlich ewige Verdammnis verdient. Sorry, aber so rigoros ist meine Einstellung in dieser Sache nun einmal. Wenn Moral und Ethik Opfer der weiteren – bzw. näheren – Erkundung des Weltraums werden sollten, wäre ich Gott, also „meinem Spiritus rector“ dankbar, wenn er dem ein sofortiges Ende setzen würde. Ich glaube, er könnte es und hoffe, er täte es. – Wie können Sie nur solch abartige Gedanken hegen, lieber lieber M.L.? – Ihrer Ansicht, dass die Todesstrafe unter Umständen humaner sein kann als ein auf engem Raum garantiert lebenslängliches Eingesperrtsein, kann ich hingegen etwas abgewinnen.

          PS: Zur gefl. Erinnerung…
          Bei der Challenger-Katastrophe von 1986 handelte es sich um einen Unglücksfall, also um nichts, was man leichtfertig oder gar billigend in Kauf genommen hätte. Insofern war die Explosion, welche die bemannte Raumfähre schon kurz nach dem Start zum Absturz brachte und alle sieben Besatzungsmitglieder das Leben kostete – trotz aller Tragik – entschuldbar. Besonders grausam allerdings war die Tatsache, dass auch viele Familienangehörige und Freunde der Crew-Mitglieder den Start vom Boden aus beobachteten und so zwangsläufig zu Augenzeugen der Katastrophe wurden.

      • Achim Koester Antworten

        @SvB
        Immerhin bringt Mars verbrauchte Energie sofort zurück.
        Wäre doch was, oder?

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