Ein Wahlsieg für die Freiheit und Europa

Eigentlich ist es wie immer, oder? Eben lese ich auf Facebook, wie einer schreibt, er wisse von mysteriösen Prozentverschiebungen am „späten Abend“ in Budapest. Und meine frühere Freundin A. weiß, dass beim Wahlergebnis von Ungarn sicher „die Globalisten“ eine entscheidende Rolle gespielt haben. Und jetzt droht Ungarn sowieso der Untergang wegen … keine Ahnung, ich weiß auch nicht.

Magyar soll ein Konservativer sein – sonst hätten ihn die Ungarn nicht gewählt. Ungarn wählen keine sozialistischen Anführer mehr; man erinnert sich da noch bestens, wie es einst war.

Und die Ungarn, daran besteht nicht der geringste Zweifel, wollen in der überwiegenden Mehrheit Westen sein, sie wollen Europa sein und NATO. Sie wollen Freiheit. So wie wir Freiheit wollen und die Skandinavier und die Rumänen und Esten und Belgier und Italiener.

Sie wollen in einem Land leben, wo man sich auf eine Holzkiste stellen kann und seine Verärgerung über die eigene Regierung rausbrüllen, ohne Nowitschok in den Tee geträufelt zu bekommen oder ins Straflager abtransportiert zu werden.

Ich habe es an dieser Stelle schon mal erzählt

Wie ich im April 2022 am Wahlabend den großen Sieg von Viktor Orbán und seiner Fidesz mit gleichgesinnten Freunden und Kollegen, Konservativen aus ganz Europa und sogar einigen aus Nord- und Südamerika, Orbáns Sieg gefeiert habe. Was schmeckte das kalte Bier da an dem Abend in Budapest gut.

Orbán hat sich große Verdienste um sein Volk erworben. Er war das Korrektiv zu Brüssel, er zeigte uns, wie moderne Familienpolitik funktioniert. Er jagte die Gender-Missionare aus den Schulen und er wehrt sich gegen die Massenmigration aus den islamischen Regionen dieser Welt.

Ich war damals ein echter Fan von Viktor Orbán, habe ihn und die Polen als das bessere Modell für eine EU als den Moloch Brüssel bezeichnet.

Von mir aus hätte Viktor Orbán auch gestern erneut gewählt werden können – wenn er nicht seine europäischen Partner, uns alle, verraten hätte. Die Nummer mit seinem Außenminister, der aus laufenden geheimen Sitzungen der EU-Staaten rausging, um auf dem Klo heimlich Putins Außenminister Lawrow anzurufen und Landesverrat beging – das ist inakzeptabel.

Stellen Sie sich vor, da ist im Kreml Kabinettssitzung und einer von Putins Ministern ginge raus, um Mark Rutte von der NATO anzurufen und über den Verlauf der Sitzung zu informieren! Eine Kugel im Hinterkopf oder eine Prise Nervengas im Samowar wäre das Mindeste für denjenigen gewesen.

Dieses Europa hat viele Fehler, es muss umgebaut werden, das Prinzip der Einstimmigkeit muss weg und das Wahlverfahren transparenter und direkter, und, und, und …

Aber dieses Europa und seine Staaten und damit wir – alles hier bei uns ist besser als das putinsche Dreckssystem, sein Krieg in der Ukraine, die hybriden Angriffe gegen unsere Nachbarn und uns. Ich habe fast erwartet, dass es Orbán gelingen könnte, sein Volk doch noch wieder umzustimmen. Aber die Anbiederung gegenüber Moskau, der Verrat seiner europäischen Partner, die überall wuchernde Korruption und – besonders widerwärtig – die öffentliche Kampagne gegen Wolodymyr Selenskyj, den Präsidenten der Ukraine, all das war so ekelhaft, dass es den Ungarn reichte.

In den Putin-Fanblasen Deutschlands brodelt es am Abend schon mächtig. Bestimmt war Magyars Erfolg wieder irgendetwas mit Soros, Gates, Epstein oder den Außerirdischen. Wen interessiert es?

Die Ungarn haben gewählt, und sie haben Europa gewählt und nicht Russland. Und nicht einmal JD Vance konnte daran etwas ändern im Wahlkampf-Schlussspurt.

Danke, Ungarn!
Danke, Péter Magyar!

Ich trinke jetzt noch einen Schluck auf das freiheitsliebende Ungarn und bete, dass Magyar und seine Partei mit der neuen Macht klug umgehen.

Und auf all die Klugsc…, die in den vergangenen Tagen rumgepöbelt haben, dass ich ja wohl überhaupt keine Ahnung habe, wie Ungarn tickt: Nüchtern betrachtet war es wieder einmal eine politische Punktlandung.

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Dieser Artikel wurde 80 mal kommentiert

  1. Stefferl Antworten

    Hier wird die Korruption in Ungarn beklagt, zugleich aber die Kritik am ukrainischen Präsidenten (dessen Korruption noch um ein Vielfaches schlimmer ist, aber unser Steuergeld verschlingt) kritisiert. Das möge verstehen wer will. Nicht jeder, der Orban für gut hält ist übrigens ein Putinversteher, Putintroll oder Putinvasall. Man kann Putin ablehnen und Orban gut finden. Übrigens ist der Lebenslauf Orbans um die Wende in Ungarn 1989 durchaus interessant – im positiven Sinne. Ein Orban wäre mir übrigens tausendmal lieber als eine von der Leyen/Merz/Söder/Klingbeil und deren Entourage. Im Übrigen findet all das, was wir an den Ungarn bzw. Orban kritisieren 1:1 im Rest Europas statt. Aber wir sind natürlich die Guten. Genau genommen sind wir noch deutlich schlimmer. Die Einschränkungen der Meinungsfreiheit, die Bekämpfung der Opposition mit widerrechtlichen Mitteln auf allen Ebenen der Politik und der Justiz sind nur Beispiele dafür. Von der freiwillig gleichgeschalteten Medienlandschaft gar nicht zu reden. Inzwischen darf man ohne Gesinnungsprüfung bald nicht einmal mehr ein Haus kaufen.

    • Stefferl Antworten

      Nachtrag:
      Der Titel „Ein Sieg für die Freiheit und für Europa“ ist wohl sehr euphemistisch. Was der neue Regierungschef bringt, wird man abwarten müssen. Ich halte es aber nicht für kongruent, für die Freiheit und Europa zu sein und gleichzeitig die miesen Spiele der Union mitzuspielen. Die Europäische Union ist von innen heraus nicht reformierbar. Nur wer die Europäische Union in ihrer derzeitigen Verfassung ablehnt und gegen sie opponiert, ist wirklich freiheitsliebend und pro Europa!

      • Klaus Kelle Antworten

        Nur wer die Europäische Union in ihrer derzeitigen Verfassung ablehnt und gegen sie opponiert, ist wirklich freiheitsliebend und pro Europa!

        Da widerspreche ich überhaupt nicht. Aber es ist nicht zu übersehen, dass selbst ein fragwürdiges EU-Konstrukt immer noch als rstrebenswerter angesehen wird, als autoritäre System, besonders das von Putin. Wer will denn da leben (außer mit goldener VISA-Card 3 Tage in einem 5-Sterne-Hotel in Moskau)?

        • gerd Antworten

          In Russland leben ca. 150 Millionen Menschen. Mir sind keine größeren Flüchtlingswellen aus diesem „Dreckssystem“ bekannt. Interessant in diesem Zusammenhang: Bis April 2025 stellten 6.374 russische Männer im Alter von 18 bis 45 Jahren einen Asylantrag in Deutschland. 349 davon erhielten einen positiven Bescheid. Der Rest wurde wieder ins „Dreckssystem“ zurück befördert.

          Ich kenne Maygar nicht, es ist aber davon auszugehen, dass die woken Gendermissionare fröhliche Urstände feiern werden.

          • Klaus Kelle

            Der Rest wurde wieder ins „Dreckssystem“ zurück befördert.

            Und diese armen Leute haben mein ehrliches Mitgefühl. Nimand sollte in so einem Dreckssystem leben müssen.

            kk

          • gerd

            „Und diese armen Lute habn mein ehrliches Mitgefühl.“

            Ist das so? Wir nehmen die ukrainischen Männern ohne Asylverfahren zu hundertausenden auf, und verwehren den russischen Männer, die aus den gleichen Gründen hier Schutz suchen das Asylrecht. Das ist an Scheinheiligkeit und doppelter Moral nicht zu überbieten.

          • gerd

            Das gleiche gilt dann wohl für die Ukraine. Da wollen ungleich wesentlich mehr raus als aus Russland. Aber das lenkt sicher vom Thema ab…….der Doppelmoral des deutschen Asylgesetzes, so es denn überhaupt existiert.

          • Klaus Kelle

            ja, weil da jede Nacht Bomben auf zivile Wohngebiete prasseln. Aus Russland will man auch raus, wenn es da ruhig ist

          • gerd

            „Aus Russland will man auch raus, wenn es da ruhig ist“

            Mit Verlaub……es gibt keine Flüchtlingsströme aus Russland. Was soll das also?

          • Klaus Kelle

            @gerd,

            denken Sie, was Sie wollen, aber ich empfehle freundschaftlich, dass Sie beginnen, sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen!

            Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 haben zwischen 800.000 und über 1.000.000 Menschen Russland verlassen. Da viele Auswanderer in Drittländer weitergezogen oder zeitweise zurückgekehrt sind, wird die Zahl derer, die dauerhaft im Ausland bleiben, aktuell aber auf etwa 650.000 bis 700.000 Personen geschätzt.

            Das ist die größte Auswanderungswelle aus Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion.

            Die meisten Russen flohen dabei in Länder, für die sie kein Visum benötigen: Zentralasien & Kaukasus, Kasachstan, Georgien, Armenien und Kirgisistan. Auch Serbien (ca. 30.000) und Deutschland (ca. 36.000) sind wichtige Anlaufpunkte innerhalb Europas.

            Was soll das also?

          • gerd

            Sie wissen genau was das soll. Die russischen Männer denen hier das Asyl verweigert wurde, weil in Russland ja anscheinend alles in Butter ist. Das ist der Punkt den ich angesprochen habe. Keine Antwort ist natürlich auch eine Antwort.

          • gerd_rau

            Nach unterschiedlichen Quellen, sind seit dem Ukrainekrieg ca 900000 bis 1000000 Menschen aus Russland weggegangen. Könnte man wissen wenn man sich informiert, aber „mir ist nichts bekannt“ ist ja einfacher und bequemer.

          • gerd

            @gerd-rau

            Mein Punkt ist, dass es seid Kriegsbeginn russische Asybewerber unter jungen Männern in Deutschland gab, denen das Asyl verweigert wurde. Die wollten einfach nicht in den Krieg genauso wie ihre ukrainischen Kameraden, die allerdings mit offenen Armen und ohne jedes Verfahren hier Zuflucht genießen Haben Sie dazu auch eine Meinung?

          • Harald

            @ gerd

            Der Grund, warum Ukrainern pauschal – also ohne individuelles Asylprüfungsverfahren – temporärer Schutz (kein Asyl!) gewährt wurde ist jener, der Ihnen Klaus Kelle schon nannte: Es herrscht Krieg in der Ukraine. Und anders als in Russland im ganzen Land. Russland überzieht seit über 4 Jahren die ganze Ukraine Nacht für Nacht mit Drohnen- und Raketenangriffen.

            Für Russen gilt diese Regelung deswegen nicht. Ihnen bleibt der Weg über das individuelle Asylverfahren. Wehrpflicht alleine ist aber kein Asylgrund. Russen können dennoch Asyl beantragen und das wird auch bewilligt, wenn sie persönlich betroffen und verfolgt sind, wie z.B. Journalisten, Regierungskritiker, offizielle Oppositionelle, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, etc.

          • Günther M.

            Sollte man über gelangweilte „Wohlstandsbürger“, die darüber palavern, dass Angriffe auf zivile Einrichtungen nur von russischen Truppen erfolgen, lachen?
            Die keinen blassen Dunst davon haben, wo sich das ausgebaute Stellungsnetz der Ukrainer teilweise befindet?

            Kurze Gegendarstellung:
            Die ukrainischen Streitkräfte haben allein in den vergangenen sieben Tagen fast 2.900 Geschosse auf Territorien in R u s s l a n d abgefeuert, in denen sich keine militärischen Befestigungen befinden.
            Zu mehr habe ich weder Lust noch Zeit.
            Das Gleiche gilt für den Überfall auf die russische Region Kursk, die ukrainischen Terrorakte gegen die russische Infrastruktur, die Ermordung von russischen Beamten, Journalisten, Generälen usw.

            Nur soviel:
            Die Ukrainer verlassen seit ihrer „Unabhängigkeit“ im August 1991 in Millionenhöhe das Land!
            Die Bevölkerungszahl betrug:
            1989 ~ 51,5
            2001 ~ 48,5
            2019 ~ 37,3
            2021 ~ 36,8
            Nach 2022 sollen ~ 6,2 Millionen das Land verlassen haben?
            Für 2023 gibt der IWF eine Bevölkerungszahl von ~ 33,2 Millionen an.

            Bleibt noch der Ordnung halber festzustellen:
            Russland führt einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, gegen deren Präsident kein internationaler Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen vorliegt.
            Sela

        • H.K. Antworten

          Und dann halten Sie „denen da“ mit schöner Regelmäßigkeit vor „DIE wollen aus der EU raus !“ ?

          Abgesehen davon: Es gibt jede Menge an Rußland zu kritisieren und zu verurteilen, aber Ausdrücke wie „das putinsche Dreckssystem“ sind nicht wirklich Belege für halbwegs objektiven, berichtenden Journalismus.

          • Klaus Kelle

            Ich weiß ja, dass Sie Probleme damit haben, zwischen „objktivem Journalismus“ und einem Blog zu unterscheiden. Macht aber nichts, können viele nicht…

          • H.K.

            Ich weiß ja, daß Sie Probleme haben, sachlich auf die vorgebrachten Punkte einzugehen.
            Aber bei gerade einmal ZWEI großzügig den ersten und wichtigsten zu unterschlagen in der Annahme, es würde niemand merken – KANN man machen, klappt aber seltenst.

        • Steve Acker Antworten

          Die Eu ist autoritär und wird es immer mehr.
          ausserdem, wenn man die EU für nicht reformierbar hält, heißt das noch lange nicht, dass man ein System wie Russland anstrebt.

          Gibt es bei Ihnen immer nur schwarz oder weiss ?

          • Klaus Kelle

            @Steve Acker,

            gar nicht. Aber es gibt zwei, dri Themen, die sind nicht differenzierbar. Die SIND entweder schwarz oder weiß, und die benenne ich dann auch so.

            Oder gehörden Sie auch zu denen, die sagen: Hitler war ja irgendwie nicht so gut, aber Frauen konnten damals sicher nachts durch den Park gehen?

            Der Islamismus und die Massenzuwanderung nach Deutschland und Russland mit einem Quartalsirren an der Spitze sind derzeit die größten Bedrohungen für die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Und genau das werde ich immer wiederholen, bevor es nicht endet.

            kk

          • H.K.

            Probleme beim Namen zu nennen und nicht drumherumzureden, ist sicherlich sinnvoll und begrüßenswert.

            Allerdings immer nur nicht nur eine Seite ausschließlich zu verteufeln und die andere ohne auch nur die geringste Kritik zuzulassen, zu glorifizieren, erscheint mir doch mehr als nur „einseitig“.

            Dazu eine „gepflegte Kommunikation“ zu predigen, aber jeden, der die Dinge auch nur einen Deut anders sieht, als „Putin-Stricher“, „Kreml-Fanboy“ oder – wenn auch mehr oder weniger durch die Blume – als „Schwachkopf“ nicht nur zu sehen, sondern als solchen öffentlich zu bezeichnen, grenzt schon sehr an früheres Gutsherrentum.

            Auf viele Punkte, wenn nicht die meisten, wird gar nicht erst eingegangen, sondern man pickt sich einen, der gerade passt, heraus und haut drauf.

            Und falls die Argumente ausbleiben, erinnert man den „Kombattanten“ daran, wo die Tür ist und rät, doch woanders zu kommentieren.

            Wer seine Gäste so behandelt, darf sich nicht wundern, wenn die Hütte immer leerer wird und irgendwann gar keiner mehr kommt.

            Respekt und Wertschätzung sind keine Einbahnstraße.

  2. Angelika Antworten

    Für mich ist es ein Zeichen, über die lokalen Machtverhältnisse. Ausländische Mächte, die Einfluss in Ungarn haben wollten, sind unter anderem Russland, China, die USA und die EU (samt Unterstützerstaaten wie Deutschland und Frankreich). Die Wahl hat für mich gezeigt, dass die EU (dank der Geldsummen) am meisten Einfluss in Ungarn hat. Die USA, Russland, China sind nicht bereit solche Summen zu investieren.
    „alles hier bei uns ist besser als das putinsche Dreckssystem“: Ich persönlich hasse ja das „kongolesische Dreckssystem“. Alles ist besser als das. Jeder, der gute Beziehungen zum Kongo will und das nicht so sieht wie ich, ist ein Landesverräter und gehört abgewählt.

  3. Angelika Antworten

    Ergänzung: Mit dem Wahlsieg in Ungarn gehe ich nun davon aus, dass Trump und die Republikaner in den USA die nächsten Wahlen deutlich verlieren werden. Erst die Wahlen in den Parlamenten. Dann die Präsidentenwahlen. Das wird sich auf die BRD massiv auswirken. Das Verbotsverfahren gegen die AfD auf allen Ebenen und mit allen Mitteln wird ausgeweitet. Vielleicht auch der Kampf gegen die Meinungsdelikte.
    Meine Meinung: Unser Feind ist nicht im Ausland. Nicht in Russland oder im Iran, nicht in China oder Nordkorea. Diese Länder sind mir alle herzlichst egal.

  4. Johannes Antworten

    „Ein Wahlsieg für die Freiheit und Europa“

    Erst einmal ist es ein Wahlsieg. Für was (Freiheit) und für wen (Europa) wird die Zeit zeigen.

    Ursula schlägt jetzt vor lauter Freude sicher Purzelbäume in Brüssel und die Ungarn werden in baldiger Zukunft u.a. Stadtbild-Diskussionen führen (müssen).

    Die EU und nicht Europa hat in meinen Augen durch diese Wahl einen notwendigen Kritiker verloren und wird jetzt noch schneller zentralisiert werden, als wir uns alle hier im Blog umsehen.

    Als erstes wird, meine Prognose, das Einstimmigkeitsprinzip fallen, dann werden als Ausfluss dieser Entscheidung EU-Steuern folgen. Meinungsäußerungen werden noch stärker „gesteuert“ als bisher durch das Intrument der gezielten Kriminalisierung. Die Liste ließe sich fortsetzen, aber die allermeisten Foristen hier sind da im Bilde.

    Die Chinaisierung der EU gewinnt in politischer Hinsicht massiv an Fahrt.

    In Brüssel knallten und knallen jedenfalls die Sektkorken.

    Bedeuted dieses Wahlergebnis wirklich mehr Freiheit für Europa?

    Für mich: Nein!

    • H.K. Antworten

      Das „Stadtbild“ wird ein anderes sein, in Budapest und dann in ganz Ungarn.

      Nicht über Nacht, aber schauen wir in einem Jahr nochmals genauer hin …

      Ob die Ungarn sich dann noch freuen, „Freiheit und Europa“ gewählt zu haben ?

      • Achim Koester Antworten

        @H.K.
        So viel wird sich am „Stadtbild“ nicht ändern, denn in Ungarn ist die Versorgung bei weitem nicht so üppig wie hierzulande. Aber wenn man erst einmal in Ungarn angekommen ist, also in der EU, stehen die Türen ins restliche Europa weit offen, bzw. existieren überhaupt nicht.

        • H.K. Antworten

          Dem neuen Regierungschef wird in allen europäischen Ländern und vor allem in Brüssel der ganz große rote Teppich ausgebreitet werden und Ursula wird persönlich Rosenblätter regnen lassen, wenn Herr Magyar seine Antrittsbesuche absolviert.

          Wer dermaßen hofiert wird, wird gern das tin, was die EU von ihm erwartet …

        • Johannes Antworten

          @Achim Koester

          Selbstredend werden auch die links/woken NGÒs auf Geheiß der EU-Kommission gepampert, staatlich großzügigst alimentiert und mit dem Vetbandsklagerecht ausgestattet.

          Dann klappt das schon mit der Bereicherung des Stadtbildes…

  5. Martin Ludwig Antworten

    „..sie wollen Europa sein und NATO. Sie wollen Freiheit.Sie wollen in einem Land leben, wo man sich auf eine Holzkiste stellen kann und seine Verärgerung über die eigene Regierung rausbrüllen…“

    Das von dir geschriebene ist nur leider ein Oxymoron, lieber Klaus! Freiheit, NATO und Europa sind widersprüche in sich und deine Ausführung mit der Holzkiste macht das sehr deutlich. Wer nämlich innerhalb der EU eine „Steighilfe“ im öffentlichen Raum benutzen möchte, braucht dafür eine jährliche, dokumentierte Prüfung durch eine befähigte Person auf sicherheitstechnischen Zustand. Sie beinhaltet Sicht- und Funktionsprüfungen (Verformung, Befestigung, Korrosion) nach 3 DGUV I 208-032. Vor jeder Nutzung ist eine kurze Sichtprüfung durch den Anwender zwingend.

    Die NATO lässt sich derzweil ihre kritische Infrastruktur durch ein Drittland zerstören, welches wir zum Dank dafür nicht etwa angreifen und verurteilen, sondern mit großzügigsten Geldgeschenken überhäufen. Wenn dann in Ungarn ein Geldtransporter mit Gold und Millionen von Euro mit Ziel Ukraine aufgehalten wird, wird in Deutschland ein Mantel des Schweigens über das Geschehen geworfen. Kein Wort über diesen Vorgang in den gängigen Deutschen „Qualitätsmedien“ – zumindest nicht, bis die NZZ den Skandal öffentlich macht und man keine andere Wahl mehr hat.

    Derweil werden „regierungskritische Kommentare“ in Deutschland rigoros verfolgt und Menschen im Morgenmantel aus ihren Häusern gezerrt. Es handelte sich hierbei unter anderem um einen Kollegen von dir, Klaus! Wenn also ausgerechnet du davon schreibst, dass Ungarn die „Freiheit“ gewählt hat und die Menschen jetzt endlich regierungskritik von Holzkisten brüllen dürfen, dann ist das nichts als blanker Hohn und ein Schlag ins Gesicht von Menschen wie Jürgen Elsässer – und damit Menschen, die genau wie du auch, unabhängig Informieren und regierungskritisch sind.

    Ich war letztes Jahr in Budapest, zum 1. Mal in meinem Leben. Ich bin froh, dass ich dieses großartige Land und dessen Bewohner noch kennenlernen durfte, bevor der Woke-Wahnsinn einzug gehalten hat.
    Ich hatte die beste Pizza meines Lebenens für 6 € und dazu eine Maß Bier für 2,60 €. Meine Frau fühlte sich nachts und in den öffentlichen Verkehrsmitteln überall sicher und das „Stadtbild“ war durchweg positiv.
    Zum guten GLück habe ich (und viele Andere) die Stadt noch so erleben dürfen… Sie wird jetzt den Weg von Berlin, Rom, Paris und vielen anderen Europäischen „Shitholes“ gehen.

  6. S v B Antworten

    Schon die allgemeine Euphorie der deutschen MS-Medien angesichts der Abwahl Orbans und die Wahl Magyars lässt mich nachdenklich werden. Wie so oft, fehlen mir auch hier die Zwischentöne. Ausgesprochen sympathisch und vertrauenswürdig fand ich Magyar übrigens noch nie. – Wie werden sich wohl die zahlreichen Deutschen verhalten,, die sich während der Orban-Jahre in Ungarn fest angesiedelt oder einen Zweitwohnsitz erworben haben? – Die 1991 vom US-amerikanischen Philanthropen (hm…) George Soros in Budapest gegründete – und von diesem mutmaßlich noch immer unterstützte – Central European University mit ihren deutlich „amerikanisch“ ausgerichteten Studiengängen (zu denen man ganz sicher auch das gerade hierzulande grassierende Genderwesen zählen muss) darf sich nun über die Gelegenheit freuen, endlich wieder aus ihrem Wiener Asyl nach Ungarn zurückkehren zu können. Einfach – Magyar wählen, und alles wird gut. Doch wie so oft, ja fast immer, wird sich erst im Laufe der Jahre herausstellen, ob die Wahl der Ungarn wirklich eine glückliche war.

    • Johannes Antworten

      Wie sich dort angesiedelte Deutsche nun fühlen werden, habe ich mich auch schon gefragt. Und dieses Wahlergebnis zeigt die überdeutlich die Schwierigkeiten das für einen personlich zukunftssichere Land zum Auswandern zu finden…

        • gerd Antworten

          Böse Rechtspopulisten würde jetzt behaupten, dass ein Wechsel der Regierung in Deutschland seid über 30 Jahren auf sich warten lässt. Manche wählen nur noch aus Verzweiflung.

    • Achim Koester Antworten

      @S v B
      Da stimme ich Ihnen voll zu. Ich erinnere mich noch gut, wie die Medien damals gejubelt haben, als Khomeini den Schah stürzte, bis das Land vom Regen in die Traufe kam.
      Geschichte wiederholt sich.

        • Achim Koester Antworten

          @KK
          Nein, ich vergleiche die Euphorie der Medien, die sich damals wie heute zugunsten der neuen Machthaber orientiert, ungeachtet dessen, was sie geleistet haben. Auch bei Barack Obama gab es Vorschusslorbeeren (Nobelpreis), wenn Ihnen dieser Vergleich lieber ist.

        • Achim Koester Antworten

          @KK
          Ach ja, hatte ich glatt vergessen: auch F. Merz, mehr noch L. Klingbeil, wurden von den Medien mit Vorschusslorbeeren überschüttet, und was ist das Ergebnis?

    • S v B Antworten

      Und – not to be forgotten – Soros‘ Vision, ja sein Traum von einer Open Society. Die Erfüllung dieses Traumes lässt sich ja dann endlich auch in Ungarn in Angriff nehmen. Die Mehrheit der Wähler jedenfalls dürfte sich schon wie wild auf den längst überfälligen Fortschritt der Idee freuen.

  7. thomas0469 Antworten

    Es wird sich zeigen, was die Regierung von Péter Magyar unternehmen wird. Was gerne hierzulande übersehen wird: TISZA ist keineswegs eine linke Partei, sondern Mitte-Rechts verortet. Auch bei TISZA hält man nichts von einer ungebremsten Einwanderung, so wie es von der Leyen gerne hätte. Übrigens wurde Magyar erst im Juni 2024 Vorsitzender von TISZA, davor war er bei Fidesz.
    Sicher kann man die Putin – und auch Xi Jinping- Nähe von Orban kritisch sehen. Wirtschaflich hat Orban im Gegensatz zu der Bundesegierung einiges richtig gemacht: Das neue BMW-Werk steht in Debrecen, die neue CATL Batteriefabrik ebenfalls in Debrecen, das neue Mercedes-Fahrzeugwerk in Kecskemét, Siemens Energy baut ebenfalls Produktionskapazität in Ungarn auf.

  8. H.K. Antworten

    Wen es interessiert:

    Interessanter Kommentar zu Wahl von Gerald Grosz bei youtube:

    „ Die große EU-Lüge über Orban ist gestern grandios geplatzt!“

  9. Harald Antworten

    Zunächst wäre es unglaubwürdig, den Ungarn über 10 Jahre lang zu gratulieren und ihnen Klugheit zu attestieren, weil sie die „richtige“, um ihnen just dann, wo sie sich anders entscheiden, Unvermögen und Beeinflussung durch die EU zu unterstellen.

    Orban ist mir aber anders als Ihnen, Herr Kelle, schon weit vor seiner Wiederwahl 2022 negativ aufgefallen. Die EU reformiert man nicht durch ständige Blockade über ein kleines Land, das gerade mal 2% der EU-Bürger ausmacht und das zudem der größte pro-Kopf Nettoempfänger von EU-Fördergeldern ist. Damit hat Orban die EU außenpolitisch zu einer „lame duck“ gemacht.

    Wenn Orban die EU so hasst – und daran hat er auf seinen eigenen Wahlplakaten keinen Zweifel gelassen – dann hätte er austreten sollen. Die Milliarden aus Brüssel waren ihm aber wichtiger. Verlogenheit pur.

    Viel schlimmer aber noch stieß mir etwas anderes auf. Roland Tichy wies in einem Kommentar heute darauf hin indem er den Nobelpreisträger James Buchanan zitierte: Nichts ist so gefährlich wie die Manipulation grundlegender politischer Regeln.

    Genau das tat die Fidesz unter Orban mit Zweidrittelmehrheit. Über 10 Jahre lang.
    Diese von vielen rechten Parteien als Blaupause für einen „Systemwechsel“ und von Orban 2014 selbst propagierte Manipulation hin zu einem „illiberalen Staat“ (mit Verweis auf den Erfolg autokratischer Staaten wie China und Russland) hat nun zurückschlagen.

    Es ist auch eine Warnung an die Trump-Administration, die dieses Signal noch kurz vor dem Urnengang vermeiden wollte, in dem sie JD Vance zur Wahlkampfhilfe für Orban nach Budapest schickte. Umsonst! Ich denke, den MAGA-Anhängern graust schon davor, falls die Demokraten in Zukunft unter ähnlichen Mehrheitskonstellationen im Kongress und im Weißen Haus mit gleichen Mitteln zurückschlagen.

    Magyar kündigte an, den Abbau staatlicher Machtstrukturen, die Orban über die Jahre installiert hat, sofort abbauen zu wollen. Ich hoffe sehr, dass er Wort hält und er diese autoritäre Machtarchitektur nicht einfach zum eigenen Vorteil umpolt.

  10. Steve Acker Antworten

    jetzt kann der Brüsseler Zug endlich wieder volle Fahrt Richtung Abgrund nehmen.
    Der lästige Mahner ist weg.

    • Klaus Kelle Antworten

      ja, er ist weg, weil ihn seine eigenen Leute vom Hof gejagt haben. Die wissen natürlich nicht so gut wie Sie, wie das Leben unter Orban so war. Ist auch egal, der „Brüsseler Zug“ ist ja entscheidend….

    • Harald Antworten

      @ Steve Acker

      Nö!

      Wem die EU nicht passt, kann ja austreten.

      Aber drin bleiben, die Segnungen der EU inklusive Fördermilliarden annehmen, sonst aber stets nur blockieren, ja sogar im Wahlkampf offen gegen die EU wettern ist vor allem eines: verlogen.

      • H.K. Antworten

        Und wer drin bleibt, alles, aber auch ALLES an Problemen und Übertreibungen schön redet und in vorauseilendem Gehorsam jeden Unfug mitmacht, wie nennt man(n) DEN ?

        • Günther M. Antworten

          Ich rate mal: eventuell wie das 1892 erschienene Drama von Gerhart Hauptmann?

        • Achim Koester Antworten

          @H.K.
          Ergänzend zu Günther M.’s Kommentar: Mich erinnert das an Diederich Heßling aus Heinrich Manns „Untertan“

        • H.K. Antworten

          Ich finde es ja völlig ok, wenn jemand eine klare Meinung, eine eindeutige Position vertritt und deutliche Favoriten hat.

          Was mich stört, ist, diese eine Meinung dann als einzig und allein richtige zu glorifizieren und jegliche Kritik, und sei sie noch so eindeutig und berechtigt, als „Unsinn“ oder „idiotisch“ darzustellen.

          Selbstverständlich hat ein vereinigtes Europa ganz wesentliche Vorteile.

          Wer sich kennt und miteinander redet, schießt zumindest nicht sofort aufeinander. Vom für alle vorteilhaften Handel einmal ganz abgesehen.

          Aber es gibt m.E. einen wesentlichen Unterschied zwischen einem „vereinigten Europa“, einem „Europäischen Wirtschaftsraum“ und dieser „Europäischen Union“ in ihrer aktuellen Form.

          Und wer mit der EU und ihrer überbordenden, teils hanebüchenen bürokratischen Übergriffigkeit und Anmaßung nicht einverstanden ist, ist doch noch lange nicht GEGEN ein“vereinigtes Europa“ !

          Wer aber die Nachteile offener Grenzen und unkontrollierten Güter-und Personen-Verkehrs leugnet oder auch nur billigend in Kauf nimmt, darf sich nicht wundern, wenn nicht nur unzählige Illegale ins Land strömen und „oh weh“ rufen, wenn zum x-ten Mal ganze Wagenladungen von ( Kriegs-) Waffen bei Zufallskontrollen entdeckt werden.

          Offene Grenzen sind gut und schön, haben aber ganz erhebliche sicherheitsrelevante Risiken und Nachteile.

          Das „perfekte Eiropa“ werden wir wohl nie erleben – aber zumindest sollten wir DIESES Europa schnell und deutlich besser und vir allem sicherer machen.

  11. S v B Antworten

    Vielleicht hat’s ja schon jemand kommentiert, aber ich wollte unbedingt sichergehen, dass die Meldung nicht untergeht: laut Nius hat die Kommissionspräsidentin, Ursula von der Leyen, doch tatsächlich die Geschmacklosigkeit besessen, die Ungarn-Wahl am gestrigen Sonntag mit dem blutigen Ungarn-Aufstand von 1956 in einen Kontext zu bringen. Wie dumm und geschmacklos ist DAS denn…? „SI TACUISSES…“ ist das einzige, was mir dazu noch einfällt.

    • gerd Antworten

      Lars Klingbeil: „Ungarn hat sich für die Demokratie entschieden.“

      War ja auch vorher einen lupenreinde Diktatur.

  12. H.K. Antworten

    Ungarn hat sich für die Freiheit und für die Demokratie, für Europa entschieden.

    Schließlich war Ungarn bis vor zwei Tagen eine Diktatur, deren Regierungschef sich an die Macht geputscht hatte.

    Nun wird Ungarn demokratisch, endlich frei und endlich bunt.

    So frei und so bunt wie Deutschland, wo in Niedersachsen die Schüler die Freiheit und das Privileg haben, nun zu Lesungen von „Omas gegen räääächts“ verpflichtet zu werden.

    Alle Ungarn sollten einmal Urlaub in Berlin machen, damit sie sehen , was sie bisher an „Vielfalt“, „Demokratie“, „Toleranz“ und „Weltoffenheit“ versäumt haben.

    „Von Deutschland lernen heißt Demokratie lernen !“ – oder so ähnlich …

    Ungarn – DAS Land der Korruption in Europa – lernt nun endlich von Ursula, was Antikorruption und Transparenz bedeutet.

    • Martin Ludwig Antworten

      @H.K.
      Sehr gute Idee. Berlin plant doch gerade Touristen dafür zu belohnen den Müll in der Stadt aufzusammeln. Da kommt jede helfende Hand aus Ungarn natürlich sehr gelegen und man kann neben dem Müll gleich die Erfahrungen sammeln. Ist doch eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
      Abgesehen davon bekommt Berlin jetzt auch 68 neue „Müll-Sheriffs“, die für die Zukunft verhindern sollen, dass Müllablagerungen in der Stadt entstehen. Ich weiß nicht, was man diesen Menschen bietet… aber fakt ist, der Job ist Lebensgefährlich und ich warte nur darauf, dass diese Sheriffs so zum Ziel werden, wie aktuell Fahrkartenkontrolleure.
      Auch hier könnte Ungarn gleich lernen wie es nicht funktioniert. Ich fürchte aber, dass die Lernresistenz der Bevölkerung bereits jetzt zu ausgeprägt ist, sonst hätte man den Müll ja garnicht erst herbeigewählt.

      • H.K. Antworten

        Ich finde die Idee des phantastischen und nach allen Seiten weltoffenen und volksnahen Berliner Regierungschefs super !

        Wir sollten uns da ein Beispiel nehmen und z.B. mal Nachbarn oder Passanten auf der Straße animieren, bei uns zu hause den Müll rauszutragen, aufzuräumen und zu putzen ! Wenn sie schon mal dabei sind: vielleicht können sie auch gleich die bettlägerige Oma pflegen und am besten auch die Wäsche und den Abwasch machen.

        Das Schlaraffenland ist nah !!

        Ach ja: wenn einer mal einkaufen könnte, wäre das auch begrüßenswert.

        Ach ja 2: Da wäre dann noch das Auto zu waschen, zu betanken. Ach, und der Rasen müßte …

        Daß auf diese schlaue Idee bis jetzt noch keiner gekommen ist …

      • S v B Antworten

        @H.K

        „…aber Fakt ist, der Job ist lebensgefährlich…“

        Oh ja, das ist er ganz bestimmt. Besonders, wenn ich bedenke, dass ich es vor etlichen Jahren schon einmal gewagt hatte, einen jungen Mann in höflichem, aber bestimmten Tonfall dazu aufzufordern, seine zuvor in hohem Bogen ins Gleisbett der S-Bahn beförderte leere Marlboro-Schachtel gefälligst zurück zu holen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Nur soviel – von einem tätlichen Angriff seinerseits war ich schon damals nicht mehr weit entfernt. Auch mit jungen Leuten, die ich schon des öfteren aufgefordert habe, ihre schmutzigen Schuhe von der Sitzfläche einer Parkbank zu nehmen (sie selbst hatten es sich auf der Rückenlehne bequem gemacht) bin ich schon mehrfach aneinander geraten. Ich kann Ihnen versichern, dass auch dies keine angenehmen Begegnungen für mich waren. Zumindest das verbale Aggressionspotenzial der jungen Männer war erschreckend. – Inzwischen bin ich entschieden vorsichtiger geworden mit Maßregelungen bzw. freundlichen Bitten nach Unterlassung. Obwohl diese inzwischen weitaus häufiger notwendig wären als in früheren Jahren. Kaum ein Bahn- oder S- Bahn-Schaffner bringt noch den Mut auf, einen flegelhaften Fahrgast aufzufordern, seine straßenbeschuhten Füße gefälligst vom gegenüberliegenden Sitz zu entfernen. Schaffner tun dies deshalb nicht, weil sie inzwischen Gefahr laufen, tätlich angegriffen zu werden. Mitunter mit schlimmen Folgen für das Opfer. Aggressionen und parallel dazu die Verrohung von Sitten und Umgangsformen haben stetig zugenommen. Rücksichtslosigkeit feiert fröhliche Urständ. Ein baldiges Ende der beklagenswerten Abwärtsspirale scheint jedoch noch nicht in Sicht. Wo soll das alles noch hinführen?

        • Günther M. Antworten

          Wo das alles noch hinführen soll?
          Zur feindlichen Übernahme!
          (Gunnar Heinsohn, Prof.-verst. 2023, lässt grüßen).

        • H.K. Antworten

          Der völlig berechtigte Einwand kam von Martin Ludwig und ich teile ihn, wie Sie.

          Das Alarmierende ist, daß das Land – unsere phantastische und weltoffene Hauptstadt voran – komplett vor die Wand fährt, jeder, der nicht völlig ( geistig ) blind ist, sieht es zwangsläufig, jeden Tag, und unternimmt – nichts.

          Wir lassen in unserer grenzenlosen Weltoffenheit und Toleranz Allem und Jedem gegenüber alles, aber auch wirklich ALLES durchgehen und haben für Alles und Jedes „Verständnis“.

          Wenn es tatsächlich mal jemanden gibt, wie vor Jahren einen Münchner, wenn ich mich recht erinnere, der Zivilcourage zeigt und einem angegriffenen Menschen auf einem ( bayrischen ! ) Bahnsteig zu Hilfe eilt, bezahlt er das mit seinem Leben.

          Und es geht munter weiter:

          Wir lassen mittlerweile nicht nur zu, daß Busfahrer, Schaffner und Fahrkartenkontrolleure teils ins Koma geprügelt werden ( und statt über Sanktionen und prophylaktische Maßnahmen nachzudenken, wird von links ernsthaft über die Abschaffung des Tatbestands „Schwarzfahren“ diskutiert ); wir lassen sogar höchstrichterlich zu, daß unsere Polizisten von „traumatisierten Schutzsuchenden“ mit zahlreichen Schüssen geradezu hingerichtet werden, der Mörder gefasst wird, die Tat sogar zugibt – und als „Strafe“ wird er FREIGESPROCHEN !

          So etwas KANN sich niemand ausdenken – das IST Kapitulation des Staates und die Selbstaufgabe jeglicher gesellschaftlicher Kultur.

          Und ein Staat, der in dieser Weise vorgeht, wundert sich, daß ihn niemand auf dieser Welt ernst nimmt und ihm jeder auf der Nase herumtanzt, wenn der Regierungschef das Synonym für Chaos und Verwirrung im ganzen Land ist und die überwältigende Mehrheit der Menschen nicht hinter ihm und seinen ständig wechselnden Entscheidungen steht ?

          Und DIESER führungsstarke, zuverlässige und charismatische Regierungsspezialist erklärt der Welt, daß Europa – in erster Linie ohne Frage: Deutschland – bei den wichtigen Entscheidungen gefälligst mit am Tisch zu sitzen wünscht ?

          Vielleicht bringen wir erst einmal unser eigenes Land in Ordnung, bevor wir die Welt lehren, was sie zu tun und wie sie zu leben hat.

          Ein Land, dessen Staatsoberhaupt nach zwei Wochen aufgewacht ist und – plötzlich und unerwartet – feststellt, daß es da „einen großen Fisch“ gibt und den dann zur Chefsache macht: APPLAUS ! APPLAUS ! APPLAUS !

          Ein Land, das in seinem Verteidigungsministerium einen gravierenden Gesetzes-Bock baut, den dann schnellstens öffentlich korrigieren muß, aber – leider, leider – ist der Minister im Urlaub, die fünf ( ! ) Staatssekretäre auch und der Generalinspekteur auch und der Stellvertreter auch ( daraufhin macht es dann „eine Sprecherin“ – ein solches Land hat wahrlich Anspruch darauf, nicht nur weltweit ernstgenommen, sondern bitteschön GEFRAGT zu werden …

      • Achim Koester Antworten

        @Martin Ludwig
        Werden die „Müll-Sheriffs“ auch gegen den verbalen Müll einschreiten, den die Berliner Politiker täglich von sich geben?

  13. Modus Operandi Antworten

    Magyar ist ein Konservativer und die neue Regierung eine RECHTE Regierung. Das neue Parlament in Ungarn besteht aus rein rechten Parteien. Schwarze, Rote, Grüne oder Linke, die mittlerweile ein und dasselbe sind, gibt es nicht. Es ist rechtskonservativ, rechts und ultrarechts.

    Man sollte ihm eine faire Chance geben. Nutzt er sie nicht, ist er schneller weg als er “Ukraine-Kredit” sagen kann. Wie das geht, wissen die Ungarn am besten.

  14. Lupo A Antworten

    Zur Fragen, wie es die Deutschen in Ungarn aufnehmen:

    Also, ich kenne niemanden, der mit Orbáns Niederlage glücklich wäre. Das ist auch nicht zu erwarten, denn der Kontrast von Orbán zu dem, was da gerade die deutsche Politik bevölkert, ist einfach zu groß. Ein bisschen Kopfschütteln nach dem Motto „Die Ungarn wissen‘s doch gar nicht, wie gut sie‘s haben, wenn sie so einem Politiker wie Orbán den Laufpass geben…“ spielt da mit hinein.

    Nur: Orbán war jetzt 16 Jahre im Amt. Und eigentlich herrscht Einigkeit, dass die Amtszeit gedeckelt werden sollte. Ich wäre für zwei Legislaturperioden. Also hätte ich Orbán in einem nach meinen eigenen Maßstäben guten System gar nicht mehr erlebt.

    Punkt ist auch: Wie Orbán sagte, ist das ungarische Volk kaum regierbar. Es macht nämlich das, was es will. Insofern kann Magyar keinen ganz großen Bockmist bauen. Und es ist ja auch nicht so, dass er rotlinksgrünwoke verstrahlter Mensch wäre. Also schauen wir mal …

    • Klaus Kelle Antworten

      @Lupo A,

      so sehe ich das auch. Ich war lange ein großer Fan von Orban, der viel für seine Ungarn geleistet hat.

      Aber wenn einer, der vor vier Jahren noch eine fette absolute Mehrheit bekommen hat, jetzt so abgestraft wird, dann kann nicht alles prima sein

      kk

      • Lupo A Antworten

        Die Stimmung bei den Ungarn, so weit wir sie durch die Sprachbarriere mitbekommen haben, war auch nicht konkret vorwurfsvoll, sondern eher ein „Genug ist genug!“. Ähnlich wie bei der Abwahl von Helmut Kohl. Vor zwei Jahren hätte ich nicht gedacht, dass die Ungarn ihren Viktor Orbán jemals abwählen, aber er selbst war sich seiner Sache wohl zu sicher. Ein Politiker, der zum Beispiel die dörflich geprägte Struktur Ungarns erhalten und stärken will, wird wahrscheinlich wenig Begeisterung bei den jüngeren Wählern auslösen.

        Das Gelaber unseres Bundeskanzlers von angeblicher Befreiung von Rechtspopulismus und Autoritärer Regierung ist allerdings infam und bringt in ihrer niederträchtigen und verlogenen Selbstgefälligkeit ein gelungenes Beispiel für alles, warum ich Deutschland verlassen habe. Ein Bundeskanzler, den nach nur einem Jahr gerade noch 5% des Volkes als „sehr glaubwürdig“ einschätzen, hat überhaupt keinen Grund, sich derart mies aufzuführen. Hier ist für mich Fremdschämen angesagt.

        Was mich an Orbán immer wieder beeindruckt hat, war seine Geradlinigkeit und Vernunft, mit der er auch zum Volk sprach und die er in Regierungshandeln umsetzte. Und wie Ungarn zeigt, ist es viel, was eine Regierung auch eines nicht so wohlhabendes Landes für seine Menschen tun kann, wenn es darauf verzichtet, sich zum Weltretter aufzuspielen.

        Dass es Orbán geschafft hat, die Überfremdung durch Migration und den kompletten LSGXyz-Mist aus dem Land heraus zu halten, ist ein sehr großes Verdienst und keine autoritäre Repression. Denn eines ist ja deutlich – die Bürger wünschen es nicht, dass der Staat ihnen ihre Heimat und ihre Lebensart stiehlt und keine gewählte Regierung hat eine Legitierung hierzu.

        Wenn Merz es für rechtspopulistisch hält, ein demokratisches Land so führen, wie es das Volk wünscht, dann ist er der falsche Mann am falschen Ort. Es stünde in einer Reihe mit 1949 und 1989, wenn es dem Volk wieder gelingen würde, sich von Politikern, die das Land in den Abgrund führen, zu befreien.

        • Klaus Kelle Antworten

          @Lupo A

          Sie haben recht, es ist Unsinn, wenn Merz nach deer Wahl des Rechtspopulisten Magyar vom Sieg gegen den Rechtspopulismus schwafelt.

          Und ohne jeden Zweifel hat Orban für sein Land Großartiges geleistet.

          Aber sicher haben Sie auch Videos im Netz gesehen, von Zehntausenden Ungarn, die auf Plätzen und Straßen „Russen raus!“ skandierten. Die Menschen in Osteuropa wollen zum Westen und zu EU und NATO gehören. Das ist ganz eindeutig.

          Orbans kuscheln mit Putin und der Verrat seines Außenministers waren das i-Tüpfelchen. Niemand will freiwillig unter Putins Herrschaft leben, der seinen Rest-Verstand im Kopf hat.

          So wie die Ukrainer Janukowitsch einst los werden wollte. Um frei leben zu wollen, braucht man keine Verschwörungen, Soros oder CIA – da kommt man ganz von alleine drauf. Außer vielleicht in Sachsen, Thrüringen und am Niederrhein…

          • H.K.

            Na, wie man hören kann, will auch eine Mehrheit in Kanada in die EU …

  15. Günther M. Antworten

    Während sich hier um die Deutungshoheit gebalgt wurde, wie es nun in Ungarn weitergehen könnte, nachdem die Ungarn leider ihren Blockierer von Milliardensummen in die schwarzen Löcher der Ukraine abgewählt haben, ist der, na sagen wir mal Nutznießer an den Geldbeuteln EU-Steuerpflichtiger in Berlin mit Dschingderassabumm empfangen und der Zusicherung von allerhöchster Stelle, dass die Hosentaschen zukünftig wieder gefüllt werden und der Wladimir Wladimirowitsch den Krieg nicht gewinnt, wieder abgereist.

    „Mit Selenskyj spielt Merz den Kanzler von Welt“ titelt Herr Grimm von AchGut, die Kommentare ergänzen den Vorgang.

    • H.K. Antworten

      Man ( frau auch, es sowieso ) kann durchaus der Meinung sein, daß Rußland die Ukraine völkerrechtswidrig überfallen hat, muß dabei aber trotzdem nicht ausnahmslos alles, was der ukrainische Regierungschef sagt oder tut, überschwenglich und geradezu euphorisch in den Himmel loben und glorifizieren.

      Wenn der dann überall auf der Welt, kreuz und quer unterwegs ist, von einer Blaulichtkolonne nach der anderen von einem Regierungschef mit Tschingderassassa empfangen, danach zum nächsten Gipfel gefahren wird für das gleiche Brimborium und mittlerweile gewohnt ist, von einer Präsidentensuite in die nächste umzuziehen, dabei auch schon mal Länder, die sich für ihn krummlegen, beschimpft, sie würden zu wenig für sein Land tun, und dann sogar in den Medien berichtet wird, inzwischen würde er nicht mehr „bitten“, sondern „fordern“, alle nicken brav und holen ihren ( Volks- ! )Geldbeutel heraus und ziehen Milliarde für Milliarde für die Ukraine aus ihrem Land ab, dann darf ( oder muß ? ) man ( frau auch, es sowieso ) schon einmal fragen dürfen, was noch kommt, wenn – selbstverständlich – seine Forderung nach „sofortiger Vollmitgliedschaft in EU und NATO“ erfüllt wurden.

      Aber wer da einmal nachhakt, ist ja zweifellos ein „Schwurbler“, „Putin-Fanboy“ oder „Kreml-Stricher“ – je nach Laune auch gerne alles gleichzeitig.

    • Lupo A Antworten

      Da wird wohl auch noch einiger Ärger ins Haus stehen.

      Magyar will zwar ein gutes Verhältnis mit der EU – kann aber in keinem der Punkte, die zum Zerwürfnis zwischen Orbán und der EU geführt haben, wirklich etwas ändern. Klar, er kann den „Kredit“ für die Ukraine freigeben, aber sonst?

      Dieses Zerwürfnis hat ja noch weitere Ursachen wie zum Beispiel die ungarische Ablehnung von Queerness und Migration. Die bestehen nach wie vor, und Magyar hat auch versprochen, dass er hier nichts ändern wird. Vielleicht macht er ja den Merz, OK. Ich weiß nicht, ob sich die Ungarn da viel gefallen lassen. Ein anderer Punkt ist die nach wie vor bestehende Abhängigkeit von Russland in Sachen Gas und Öl. Die wird sich wohl auch in Jahren nicht ändern und Zankapfel bleiben.

      Jedenfalls wird sich Magyar recht schnell zwischen allen Stühlen sitzend wiederfinden, wenn er nicht sehr aufpasst. Und wie wankelmütig die Gunst seiner Wähler ist, hat er ja gerade selbst erlebt. Es bleibt spannend.

      • H.K. Antworten

        Die Ungarn sind – mutmaßlich – nicht „blonder“ als due Deutsch*/-/:/_/•/Innen.

        Und sie werden sehr wohl – wenn auch etwas mehr aus der Ferne – verfolgen, was denn so in Deutschland und dessen Städten und Straßen los ist.

        Sicher wird ihnen auch nicht verborgen bleiben, was der deutsche Regierungschef vor und was er nach seiner Wahl gesagt hat.

        Der wesentliche Unterschied durfte sich darin zeigen, wie „das Volk“ in Ungarn reagiert, sollte Magyar seine Wahlversprechen nicht einhalten.

        Busher sind offenbar sowohl Brüssel als auch die Ukraine mit dem Wahlergebnis mehr als zufrieden.

        • gerd Antworten

          Budapest wird weiterhin russisches Öl kaufen.
          Wird nicht am EU-Kredit für die Ukraine teilnehmen.
          Lehnt beschleunigte EU-Beitritt der Ukraine ab.
          Hofft, dass die EU nach dem Krieg die Sanktionen gegen Russland aufhebt.
          Fordert, dass Kiew das Sprachgesetz-Problem löst und der ungarischen Minderheit die rechtliche Nutzung der ungarischen Sprache erlaubt.

          Magyar hat wohl die Demonstranten in seinem Land nicht wahr-bzw. ernst genommen.

  16. H.K. Antworten

    Ob sich in Ungarn die Regierung nach gerade einmal einem Jahr auch eine Gehalterhöhung von z.T. über € 65.000 ( für den Regierungschef ) gönnen wird ?

    Wie die „Zeitung mit den vier Buchstaben“ berichtet, plant die Bundesregierung nicht nur eine Gehaltserhöhung für „normale“ Beamte, sondern insbesondere Staatssekretäre, Minister und vor allem der Kanzler sollten besonders in der Öl- und Wirtschaftskrise profitieren:

    Während für die Staatssekretäre eine Erhung des JahresGRUNDeinkommens um über € 39.000 auf knapp € 238.000 vorgesehen war, sollten Minister rund € 52.000 an Gehaltsplus erhalten.

    Für Friedrich Merz durfte es ein klitzekleinwenig mehr sein: Sein JahresGRUNDgehakt sollte um € 5.441 steigen – PRO MONAT. P.a. wären das satte € 65.292 zusätzlich.

    Sicher verdient, angesichts seiner erfolgreichen und das Land voranbringenden Politik.

    Gestoppt wurde das Ganze angeblich erst durch die etwas ausführlichere Berichterstattung von BILD.

    Man ( frau auch, es sowieso ) sollte es nicht für möglich halten.

    Ich glaube, derartiges Vorgehen nennt man gewöhnlich „Chuzpe“ …

    • gerd Antworten

      „Ich glaube, derartiges Vorgehen nennt man gewöhnlich „Chuzpe“ …“

      Könnte auch als Korruption durchgehen.

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