Ein Wahlsieg für die Freiheit und Europa

Eigentlich ist es wie immer, oder? Eben lese ich auf Facebook, wie einer schreibt, er wisse von mysteriösen Prozentverschiebungen am „späten Abend“ in Budapest. Und meine frühere Freundin A. weiß, dass beim Wahlergebnis von Ungarn sicher „die Globalisten“ eine entscheidende Rolle gespielt haben. Und jetzt droht Ungarn sowieso der Untergang wegen … keine Ahnung, ich weiß auch nicht.

Magyar soll ein Konservativer sein – sonst hätten ihn die Ungarn nicht gewählt. Ungarn wählen keine sozialistischen Anführer mehr; man erinnert sich da noch bestens, wie es einst war.

Und die Ungarn, daran besteht nicht der geringste Zweifel, wollen in der überwiegenden Mehrheit Westen sein, sie wollen Europa sein und NATO. Sie wollen Freiheit. So wie wir Freiheit wollen und die Skandinavier und die Rumänen und Esten und Belgier und Italiener.

Sie wollen in einem Land leben, wo man sich auf eine Holzkiste stellen kann und seine Verärgerung über die eigene Regierung rausbrüllen, ohne Nowitschok in den Tee geträufelt zu bekommen oder ins Straflager abtransportiert zu werden.

Ich habe es an dieser Stelle schon mal erzählt

Wie ich im April 2022 am Wahlabend den großen Sieg von Viktor Orbán und seiner Fidesz mit gleichgesinnten Freunden und Kollegen, Konservativen aus ganz Europa und sogar einigen aus Nord- und Südamerika, Orbáns Sieg gefeiert habe. Was schmeckte das kalte Bier da an dem Abend in Budapest gut.

Orbán hat sich große Verdienste um sein Volk erworben. Er war das Korrektiv zu Brüssel, er zeigte uns, wie moderne Familienpolitik funktioniert. Er jagte die Gender-Missionare aus den Schulen und er wehrt sich gegen die Massenmigration aus den islamischen Regionen dieser Welt.

Ich war damals ein echter Fan von Viktor Orbán, habe ihn und die Polen als das bessere Modell für eine EU als den Moloch Brüssel bezeichnet.

Von mir aus hätte Viktor Orbán auch gestern erneut gewählt werden können – wenn er nicht seine europäischen Partner, uns alle, verraten hätte. Die Nummer mit seinem Außenminister, der aus laufenden geheimen Sitzungen der EU-Staaten rausging, um auf dem Klo heimlich Putins Außenminister Lawrow anzurufen und Landesverrat beging – das ist inakzeptabel.

Stellen Sie sich vor, da ist im Kreml Kabinettssitzung und einer von Putins Ministern ginge raus, um Mark Rutte von der NATO anzurufen und über den Verlauf der Sitzung zu informieren! Eine Kugel im Hinterkopf oder eine Prise Nervengas im Samowar wäre das Mindeste für denjenigen gewesen.

Dieses Europa hat viele Fehler, es muss umgebaut werden, das Prinzip der Einstimmigkeit muss weg und das Wahlverfahren transparenter und direkter, und, und, und …

Aber dieses Europa und seine Staaten und damit wir – alles hier bei uns ist besser als das putinsche Dreckssystem, sein Krieg in der Ukraine, die hybriden Angriffe gegen unsere Nachbarn und uns. Ich habe fast erwartet, dass es Orbán gelingen könnte, sein Volk doch noch wieder umzustimmen. Aber die Anbiederung gegenüber Moskau, der Verrat seiner europäischen Partner, die überall wuchernde Korruption und – besonders widerwärtig – die öffentliche Kampagne gegen Wolodymyr Selenskyj, den Präsidenten der Ukraine, all das war so ekelhaft, dass es den Ungarn reichte.

In den Putin-Fanblasen Deutschlands brodelt es am Abend schon mächtig. Bestimmt war Magyars Erfolg wieder irgendetwas mit Soros, Gates, Epstein oder den Außerirdischen. Wen interessiert es?

Die Ungarn haben gewählt, und sie haben Europa gewählt und nicht Russland. Und nicht einmal JD Vance konnte daran etwas ändern im Wahlkampf-Schlussspurt.

Danke, Ungarn!
Danke, Péter Magyar!

Ich trinke jetzt noch einen Schluck auf das freiheitsliebende Ungarn und bete, dass Magyar und seine Partei mit der neuen Macht klug umgehen.

Und auf all die Klugsc…, die in den vergangenen Tagen rumgepöbelt haben, dass ich ja wohl überhaupt keine Ahnung habe, wie Ungarn tickt: Nüchtern betrachtet war es wieder einmal eine politische Punktlandung.

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Dieser Artikel wurde 41 mal kommentiert

  1. Stefferl Antworten

    Hier wird die Korruption in Ungarn beklagt, zugleich aber die Kritik am ukrainischen Präsidenten (dessen Korruption noch um ein Vielfaches schlimmer ist, aber unser Steuergeld verschlingt) kritisiert. Das möge verstehen wer will. Nicht jeder, der Orban für gut hält ist übrigens ein Putinversteher, Putintroll oder Putinvasall. Man kann Putin ablehnen und Orban gut finden. Übrigens ist der Lebenslauf Orbans um die Wende in Ungarn 1989 durchaus interessant – im positiven Sinne. Ein Orban wäre mir übrigens tausendmal lieber als eine von der Leyen/Merz/Söder/Klingbeil und deren Entourage. Im Übrigen findet all das, was wir an den Ungarn bzw. Orban kritisieren 1:1 im Rest Europas statt. Aber wir sind natürlich die Guten. Genau genommen sind wir noch deutlich schlimmer. Die Einschränkungen der Meinungsfreiheit, die Bekämpfung der Opposition mit widerrechtlichen Mitteln auf allen Ebenen der Politik und der Justiz sind nur Beispiele dafür. Von der freiwillig gleichgeschalteten Medienlandschaft gar nicht zu reden. Inzwischen darf man ohne Gesinnungsprüfung bald nicht einmal mehr ein Haus kaufen.

    • Stefferl Antworten

      Nachtrag:
      Der Titel „Ein Sieg für die Freiheit und für Europa“ ist wohl sehr euphemistisch. Was der neue Regierungschef bringt, wird man abwarten müssen. Ich halte es aber nicht für kongruent, für die Freiheit und Europa zu sein und gleichzeitig die miesen Spiele der Union mitzuspielen. Die Europäische Union ist von innen heraus nicht reformierbar. Nur wer die Europäische Union in ihrer derzeitigen Verfassung ablehnt und gegen sie opponiert, ist wirklich freiheitsliebend und pro Europa!

      • Klaus Kelle Antworten

        Nur wer die Europäische Union in ihrer derzeitigen Verfassung ablehnt und gegen sie opponiert, ist wirklich freiheitsliebend und pro Europa!

        Da widerspreche ich überhaupt nicht. Aber es ist nicht zu übersehen, dass selbst ein fragwürdiges EU-Konstrukt immer noch als rstrebenswerter angesehen wird, als autoritäre System, besonders das von Putin. Wer will denn da leben (außer mit goldener VISA-Card 3 Tage in einem 5-Sterne-Hotel in Moskau)?

        • gerd Antworten

          In Russland leben ca. 150 Millionen Menschen. Mir sind keine größeren Flüchtlingswellen aus diesem „Dreckssystem“ bekannt. Interessant in diesem Zusammenhang: Bis April 2025 stellten 6.374 russische Männer im Alter von 18 bis 45 Jahren einen Asylantrag in Deutschland. 349 davon erhielten einen positiven Bescheid. Der Rest wurde wieder ins „Dreckssystem“ zurück befördert.

          Ich kenne Maygar nicht, es ist aber davon auszugehen, dass die woken Gendermissionare fröhliche Urstände feiern werden.

          • Klaus Kelle

            Der Rest wurde wieder ins „Dreckssystem“ zurück befördert.

            Und diese armen Leute haben mein ehrliches Mitgefühl. Nimand sollte in so einem Dreckssystem leben müssen.

            kk

          • gerd

            „Und diese armen Lute habn mein ehrliches Mitgefühl.“

            Ist das so? Wir nehmen die ukrainischen Männern ohne Asylverfahren zu hundertausenden auf, und verwehren den russischen Männer, die aus den gleichen Gründen hier Schutz suchen das Asylrecht. Das ist an Scheinheiligkeit und doppelter Moral nicht zu überbieten.

          • gerd

            Das gleiche gilt dann wohl für die Ukraine. Da wollen ungleich wesentlich mehr raus als aus Russland. Aber das lenkt sicher vom Thema ab…….der Doppelmoral des deutschen Asylgesetzes, so es denn überhaupt existiert.

          • Klaus Kelle

            ja, weil da jede Nacht Bomben auf zivile Wohngebiete prasseln. Aus Russland will man auch raus, wenn es da ruhig ist

          • gerd

            „Aus Russland will man auch raus, wenn es da ruhig ist“

            Mit Verlaub……es gibt keine Flüchtlingsströme aus Russland. Was soll das also?

          • Klaus Kelle

            @gerd,

            denken Sie, was Sie wollen, aber ich empfehle freundschaftlich, dass Sie beginnen, sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen!

            Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 haben zwischen 800.000 und über 1.000.000 Menschen Russland verlassen. Da viele Auswanderer in Drittländer weitergezogen oder zeitweise zurückgekehrt sind, wird die Zahl derer, die dauerhaft im Ausland bleiben, aktuell aber auf etwa 650.000 bis 700.000 Personen geschätzt.

            Das ist die größte Auswanderungswelle aus Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion.

            Die meisten Russen flohen dabei in Länder, für die sie kein Visum benötigen: Zentralasien & Kaukasus, Kasachstan, Georgien, Armenien und Kirgisistan. Auch Serbien (ca. 30.000) und Deutschland (ca. 36.000) sind wichtige Anlaufpunkte innerhalb Europas.

            Was soll das also?

          • gerd

            Sie wissen genau was das soll. Die russischen Männer denen hier das Asyl verweigert wurde, weil in Russland ja anscheinend alles in Butter ist. Das ist der Punkt den ich angesprochen habe. Keine Antwort ist natürlich auch eine Antwort.

          • gerd_rau

            Nach unterschiedlichen Quellen, sind seit dem Ukrainekrieg ca 900000 bis 1000000 Menschen aus Russland weggegangen. Könnte man wissen wenn man sich informiert, aber „mir ist nichts bekannt“ ist ja einfacher und bequemer.

          • gerd

            @gerd-rau

            Mein Punkt ist, dass es seid Kriegsbeginn russische Asybewerber unter jungen Männern in Deutschland gab, denen das Asyl verweigert wurde. Die wollten einfach nicht in den Krieg genauso wie ihre ukrainischen Kameraden, die allerdings mit offenen Armen und ohne jedes Verfahren hier Zuflucht genießen Haben Sie dazu auch eine Meinung?

        • H.K. Antworten

          Und dann halten Sie „denen da“ mit schöner Regelmäßigkeit vor „DIE wollen aus der EU raus !“ ?

          Abgesehen davon: Es gibt jede Menge an Rußland zu kritisieren und zu verurteilen, aber Ausdrücke wie „das putinsche Dreckssystem“ sind nicht wirklich Belege für halbwegs objektiven, berichtenden Journalismus.

          • Klaus Kelle

            Ich weiß ja, dass Sie Probleme damit haben, zwischen „objktivem Journalismus“ und einem Blog zu unterscheiden. Macht aber nichts, können viele nicht…

          • H.K.

            Ich weiß ja, daß Sie Probleme haben, sachlich auf die vorgebrachten Punkte einzugehen.
            Aber bei gerade einmal ZWEI großzügig den ersten und wichtigsten zu unterschlagen in der Annahme, es würde niemand merken – KANN man machen, klappt aber seltenst.

  2. Angelika Antworten

    Für mich ist es ein Zeichen, über die lokalen Machtverhältnisse. Ausländische Mächte, die Einfluss in Ungarn haben wollten, sind unter anderem Russland, China, die USA und die EU (samt Unterstützerstaaten wie Deutschland und Frankreich). Die Wahl hat für mich gezeigt, dass die EU (dank der Geldsummen) am meisten Einfluss in Ungarn hat. Die USA, Russland, China sind nicht bereit solche Summen zu investieren.
    „alles hier bei uns ist besser als das putinsche Dreckssystem“: Ich persönlich hasse ja das „kongolesische Dreckssystem“. Alles ist besser als das. Jeder, der gute Beziehungen zum Kongo will und das nicht so sieht wie ich, ist ein Landesverräter und gehört abgewählt.

  3. Angelika Antworten

    Ergänzung: Mit dem Wahlsieg in Ungarn gehe ich nun davon aus, dass Trump und die Republikaner in den USA die nächsten Wahlen deutlich verlieren werden. Erst die Wahlen in den Parlamenten. Dann die Präsidentenwahlen. Das wird sich auf die BRD massiv auswirken. Das Verbotsverfahren gegen die AfD auf allen Ebenen und mit allen Mitteln wird ausgeweitet. Vielleicht auch der Kampf gegen die Meinungsdelikte.
    Meine Meinung: Unser Feind ist nicht im Ausland. Nicht in Russland oder im Iran, nicht in China oder Nordkorea. Diese Länder sind mir alle herzlichst egal.

  4. Johannes Antworten

    „Ein Wahlsieg für die Freiheit und Europa“

    Erst einmal ist es ein Wahlsieg. Für was (Freiheit) und für wen (Europa) wird die Zeit zeigen.

    Ursula schlägt jetzt vor lauter Freude sicher Purzelbäume in Brüssel und die Ungarn werden in baldiger Zukunft u.a. Stadtbild-Diskussionen führen (müssen).

    Die EU und nicht Europa hat in meinen Augen durch diese Wahl einen notwendigen Kritiker verloren und wird jetzt noch schneller zentralisiert werden, als wir uns alle hier im Blog umsehen.

    Als erstes wird, meine Prognose, das Einstimmigkeitsprinzip fallen, dann werden als Ausfluss dieser Entscheidung EU-Steuern folgen. Meinungsäußerungen werden noch stärker „gesteuert“ als bisher durch das Intrument der gezielten Kriminalisierung. Die Liste ließe sich fortsetzen, aber die allermeisten Foristen hier sind da im Bilde.

    Die Chinaisierung der EU gewinnt in politischer Hinsicht massiv an Fahrt.

    In Brüssel knallten und knallen jedenfalls die Sektkorken.

    Bedeuted dieses Wahlergebnis wirklich mehr Freiheit für Europa?

    Für mich: Nein!

    • H.K. Antworten

      Das „Stadtbild“ wird ein anderes sein, in Budapest und dann in ganz Ungarn.

      Nicht über Nacht, aber schauen wir in einem Jahr nochmals genauer hin …

      Ob die Ungarn sich dann noch freuen, „Freiheit und Europa“ gewählt zu haben ?

      • Achim Koester Antworten

        @H.K.
        So viel wird sich am „Stadtbild“ nicht ändern, denn in Ungarn ist die Versorgung bei weitem nicht so üppig wie hierzulande. Aber wenn man erst einmal in Ungarn angekommen ist, also in der EU, stehen die Türen ins restliche Europa weit offen, bzw. existieren überhaupt nicht.

        • H.K. Antworten

          Dem neuen Regierungschef wird in allen europäischen Ländern und vor allem in Brüssel der ganz große rote Teppich ausgebreitet werden und Ursula wird persönlich Rosenblätter regnen lassen, wenn Herr Magyar seine Antrittsbesuche absolviert.

          Wer dermaßen hofiert wird, wird gern das tin, was die EU von ihm erwartet …

        • Johannes Antworten

          @Achim Koester

          Selbstredend werden auch die links/woken NGÒs auf Geheiß der EU-Kommission gepampert, staatlich großzügigst alimentiert und mit dem Vetbandsklagerecht ausgestattet.

          Dann klappt das schon mit der Bereicherung des Stadtbildes…

  5. Martin Ludwig Antworten

    „..sie wollen Europa sein und NATO. Sie wollen Freiheit.Sie wollen in einem Land leben, wo man sich auf eine Holzkiste stellen kann und seine Verärgerung über die eigene Regierung rausbrüllen…“

    Das von dir geschriebene ist nur leider ein Oxymoron, lieber Klaus! Freiheit, NATO und Europa sind widersprüche in sich und deine Ausführung mit der Holzkiste macht das sehr deutlich. Wer nämlich innerhalb der EU eine „Steighilfe“ im öffentlichen Raum benutzen möchte, braucht dafür eine jährliche, dokumentierte Prüfung durch eine befähigte Person auf sicherheitstechnischen Zustand. Sie beinhaltet Sicht- und Funktionsprüfungen (Verformung, Befestigung, Korrosion) nach 3 DGUV I 208-032. Vor jeder Nutzung ist eine kurze Sichtprüfung durch den Anwender zwingend.

    Die NATO lässt sich derzweil ihre kritische Infrastruktur durch ein Drittland zerstören, welches wir zum Dank dafür nicht etwa angreifen und verurteilen, sondern mit großzügigsten Geldgeschenken überhäufen. Wenn dann in Ungarn ein Geldtransporter mit Gold und Millionen von Euro mit Ziel Ukraine aufgehalten wird, wird in Deutschland ein Mantel des Schweigens über das Geschehen geworfen. Kein Wort über diesen Vorgang in den gängigen Deutschen „Qualitätsmedien“ – zumindest nicht, bis die NZZ den Skandal öffentlich macht und man keine andere Wahl mehr hat.

    Derweil werden „regierungskritische Kommentare“ in Deutschland rigoros verfolgt und Menschen im Morgenmantel aus ihren Häusern gezerrt. Es handelte sich hierbei unter anderem um einen Kollegen von dir, Klaus! Wenn also ausgerechnet du davon schreibst, dass Ungarn die „Freiheit“ gewählt hat und die Menschen jetzt endlich regierungskritik von Holzkisten brüllen dürfen, dann ist das nichts als blanker Hohn und ein Schlag ins Gesicht von Menschen wie Jürgen Elsässer – und damit Menschen, die genau wie du auch, unabhängig Informieren und regierungskritisch sind.

    Ich war letztes Jahr in Budapest, zum 1. Mal in meinem Leben. Ich bin froh, dass ich dieses großartige Land und dessen Bewohner noch kennenlernen durfte, bevor der Woke-Wahnsinn einzug gehalten hat.
    Ich hatte die beste Pizza meines Lebenens für 6 € und dazu eine Maß Bier für 2,60 €. Meine Frau fühlte sich nachts und in den öffentlichen Verkehrsmitteln überall sicher und das „Stadtbild“ war durchweg positiv.
    Zum guten GLück habe ich (und viele Andere) die Stadt noch so erleben dürfen… Sie wird jetzt den Weg von Berlin, Rom, Paris und vielen anderen Europäischen „Shitholes“ gehen.

  6. S v B Antworten

    Schon die allgemeine Euphorie der deutschen MS-Medien angesichts der Abwahl Orbans und die Wahl Magyars lässt mich nachdenklich werden. Wie so oft, fehlen mir auch hier die Zwischentöne. Ausgesprochen sympathisch und vertrauenswürdig fand ich Magyar übrigens noch nie. – Wie werden sich wohl die zahlreichen Deutschen verhalten,, die sich während der Orban-Jahre in Ungarn fest angesiedelt oder einen Zweitwohnsitz erworben haben? – Die 1991 vom US-amerikanischen Philanthropen (hm…) George Soros in Budapest gegründete – und von diesem mutmaßlich noch immer unterstützte – Central European University mit ihren deutlich „amerikanisch“ ausgerichteten Studiengängen (zu denen man ganz sicher auch das gerade hierzulande grassierende Genderwesen zählen muss) darf sich nun über die Gelegenheit freuen, endlich wieder aus ihrem Wiener Asyl nach Ungarn zurückkehren zu können. Einfach – Magyar wählen, und alles wird gut. Doch wie so oft, ja fast immer, wird sich erst im Laufe der Jahre herausstellen, ob die Wahl der Ungarn wirklich eine glückliche war.

    • Johannes Antworten

      Wie sich dort angesiedelte Deutsche nun fühlen werden, habe ich mich auch schon gefragt. Und dieses Wahlergebnis zeigt die überdeutlich die Schwierigkeiten das für einen personlich zukunftssichere Land zum Auswandern zu finden…

        • gerd Antworten

          Böse Rechtspopulisten würde jetzt behaupten, dass ein Wechsel der Regierung in Deutschland seid über 30 Jahren auf sich warten lässt. Manche wählen nur noch aus Verzweiflung.

    • Achim Koester Antworten

      @S v B
      Da stimme ich Ihnen voll zu. Ich erinnere mich noch gut, wie die Medien damals gejubelt haben, als Khomeini den Schah stürzte, bis das Land vom Regen in die Traufe kam.
      Geschichte wiederholt sich.

        • Achim Koester Antworten

          @KK
          Nein, ich vergleiche die Euphorie der Medien, die sich damals wie heute zugunsten der neuen Machthaber orientiert, ungeachtet dessen, was sie geleistet haben. Auch bei Barack Obama gab es Vorschusslorbeeren (Nobelpreis), wenn Ihnen dieser Vergleich lieber ist.

    • S v B Antworten

      Und – not to be forgotten – Soros‘ Vision, ja sein Traum von einer Open Society. Die Erfüllung dieses Traumes lässt sich ja dann endlich auch in Ungarn in Angriff nehmen. Die Mehrheit der Wähler jedenfalls dürfte sich schon wie wild auf den längst überfälligen Fortschritt der Idee freuen.

  7. thomas0469 Antworten

    Es wird sich zeigen, was die Regierung von Péter Magyar unternehmen wird. Was gerne hierzulande übersehen wird: TISZA ist keineswegs eine linke Partei, sondern Mitte-Rechts verortet. Auch bei TISZA hält man nichts von einer ungebremsten Einwanderung, so wie es von der Leyen gerne hätte. Übrigens wurde Magyar erst im Juni 2024 Vorsitzender von TISZA, davor war er bei Fidesz.
    Sicher kann man die Putin – und auch Xi Jinping- Nähe von Orban kritisch sehen. Wirtschaflich hat Orban im Gegensatz zu der Bundesegierung einiges richtig gemacht: Das neue BMW-Werk steht in Debrecen, die neue CATL Batteriefabrik ebenfalls in Debrecen, das neue Mercedes-Fahrzeugwerk in Kecskemét, Siemens Energy baut ebenfalls Produktionskapazität in Ungarn auf.

  8. H.K. Antworten

    Wen es interessiert:

    Interessanter Kommentar zu Wahl von Gerald Grosz bei youtube:

    „ Die große EU-Lüge über Orban ist gestern grandios geplatzt!“

  9. Harald Antworten

    Zunächst wäre es unglaubwürdig, den Ungarn über 10 Jahre lang zu gratulieren und ihnen Klugheit zu attestieren, weil sie die „richtige“, um ihnen just dann, wo sie sich anders entscheiden, Unvermögen und Beeinflussung durch die EU zu unterstellen.

    Orban ist mir aber anders als Ihnen, Herr Kelle, schon weit vor seiner Wiederwahl 2022 negativ aufgefallen. Die EU reformiert man nicht durch ständige Blockade über ein kleines Land, das gerade mal 2% der EU-Bürger ausmacht und das zudem der größte pro-Kopf Nettoempfänger von EU-Fördergeldern ist. Damit hat Orban die EU außenpolitisch zu einer „lame duck“ gemacht.

    Wenn Orban die EU so hasst – und daran hat er auf seinen eigenen Wahlplakaten keinen Zweifel gelassen – dann hätte er austreten sollen. Die Milliarden aus Brüssel waren ihm aber wichtiger. Verlogenheit pur.

    Viel schlimmer aber noch stieß mir etwas anderes auf. Roland Tichy wies in einem Kommentar heute darauf hin indem er den Nobelpreisträger James Buchanan zitierte: Nichts ist so gefährlich wie die Manipulation grundlegender politischer Regeln.

    Genau das tat die Fidesz unter Orban mit Zweidrittelmehrheit. Über 10 Jahre lang.
    Diese von vielen rechten Parteien als Blaupause für einen „Systemwechsel“ und von Orban 2014 selbst propagierte Manipulation hin zu einem „illiberalen Staat“ (mit Verweis auf den Erfolg autokratischer Staaten wie China und Russland) hat nun zurückschlagen.

    Es ist auch eine Warnung an die Trump-Administration, die dieses Signal noch kurz vor dem Urnengang vermeiden wollte, in dem sie JD Vance zur Wahlkampfhilfe für Orban nach Budapest schickte. Umsonst! Ich denke, den MAGA-Anhängern graust schon davor, falls die Demokraten in Zukunft unter ähnlichen Mehrheitskonstellationen im Kongress und im Weißen Haus mit gleichen Mitteln zurückschlagen.

    Magyar kündigte an, den Abbau staatlicher Machtstrukturen, die Orban über die Jahre installiert hat, sofort abbauen zu wollen. Ich hoffe sehr, dass er Wort hält und er diese autoritäre Machtarchitektur nicht einfach zum eigenen Vorteil umpolt.

  10. Steve Acker Antworten

    jetzt kann der Brüsseler Zug endlich wieder volle Fahrt Richtung Abgrund nehmen.
    Der lästige Mahner ist weg.

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