Bringt Woidke (SPD) jetzt die CDU zurück ins Spiel?

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die Faxen schon länger dicke. Nun hat er heute am Morgen endgültig die Reissleine gezogen und die Koalition seiner SPD mit der sozialistischen BSW beendet.

Seit Aufnahme der Regierungsgeschäfte war die strukturelle Instabilität des BSW, jenseits inhaltlicher Differenzen, das Hauptproblem dieser Koalition. Woidke begründete seinen Schritt vorhin mit der „völligen Unberechenbarkeit“ seines Partners. Interne Machtkämpfe und die Abhängigkeit von Wagenknechts Vorgaben aus Berlin lähmten die Arbeit von Anfang an. Der finale Knall erfolgte dann gestern, als Finanzminister Robert Crumbach aus dem BSW austrat, gefolgt von weiteren Abgeordneten. Damit verlor die Koalition ihre rechnerische Mehrheit.

Da auch in Brandenburg mit der starken, aber rechtsaußen verorteten AfD niemand im Parlament etwas zu tun haben will, richten sich die Blicke nun auf die CDU und ihren Landeschef Jan Redmann.

Eine rot-schwarze Koalition hätte die knappe Mehrheit von 45 der 88 Sitze. Das ist nicht viel, und birgt deshalb enorme Risiken. Jeder einzelne Abgeordnete, der noch eine Rechnung mit seiner Parteiführung oder irgendeinem Minister offen hat, könnt die bei jeder geheimen Abstimmung „begleichen“ und damit möglicherweise der ganzen Koalition den Stecker ziehen.

Dazu kommt, dass es in Potsdam kein Geheimnis ist, dass Woidke und Redmann persönlich nicht miteinander können.

Letztlich ist ein Bündnis der SPD mit der CDU wohl unumgänglich für Brandenburg in der jetzigen Situation. Ob es dauerhaft und stabil möglich ist, werden wir sehen.

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Dieser Artikel wurde 10 mal kommentiert

  1. Gerd Rau Antworten

    Es ist doch viel wichtiger das wir wieder mal Politiker bekommen, die das beste für das Land was Sie regieren wollen, anstatt permanent persönliche Eitelkeiten vorne ran zu stellen. Ich weiß, das ist Wunschdenken, aber nur wenn wir solche Politiker bekommen, dann geht es wieder voran in diesem Land, egal ob auf Bundes- oder Landesebne. Nur wo die herkommen sollen, leider keine Ahnung.

  2. Johannes Antworten

    Zu dem dem CDÙler wird auf TE folgendes berichtet:

    „ Brandenburgs CDU-Chef Jan Redmann, der, noch bevor er anscheinend gefragt wurde, hektisch auf und ab springt, mit beiden Armen wedelt und ruft, dass er bereit wäre, Minister zu werden.“

    Ja, der Herr Redmann ist bereit. Und wird die CDU Brandenburg bei der kommenden Wahlen instinktsicher von oben an die 5% Hürde heranführen.

    Die Chancen für die AfD auf eine absolute Mehrheit bei den nächsten Wahlen hat sie dann in erster Linie Herrn Redmann zu verdanken. Aber Herr Woidke ist da auch nicht untätig.

    • H.K. Antworten

      Wenn es auf eine Regierung von „denen da“ hinauslaufen sollte, kann ja jemand Antifa-Lars anrufen, daß die ihre Schlägertruppen losschicken …

      Man(n) kennt sich ja bekanntlich bestens.

      • Johannes Antworten

        Ja, da bin ich bei Ihnen. Wobei es inzwischen gewiss keines Anrufes mehr aus der Zentrale der „Spezialdemonkraten“ bedürfte …

  3. gerd Antworten

    „aber rechtsaußen verorteten AfD“

    Gesichert rechtsextrem verorteten AfD. So stimmt es wieder.

  4. Sobiech Christoph Antworten

    Natürlich wird die CDU kriechen und maximal die SPD fragen wie hoch sie ihr den ars…. entgegenstrecken soll, für gef….. werden.

    Das kann die CDU nicht nur am besten, das ist inzwischen das absolut einzige was sie kann.

    Ansonsten in Berlin: Frieren gegen Rechts! 111

  5. gerd Antworten

    Die SPD und das BSW versinnbildlichen das Bild von zwei Blinden die sich führen wollten und dabei in die Grube gefallen sind. Kann den ein Blinder einen Blinden führen?

  6. H.K. Antworten

    Irgendwie ist die Politelite der regierenden „demokratischen Parteien“ offenbar gleich gepolt:

    In einer Krise sind unsere Schönwetter-Politiker schlicht nicht da:
    – Kai Wegner hat den Terroranschlag in seiner Hauptstadt verpennt

    – Der Kanzler juckelt lieber durch die Weltgeschichte und sagt auch am FÜNFTEN TAG kein Wort zu linksextremistischem Terror in Berlin

    – Die Regierung in Brandenburg steht vor ihrem eigenen Scherbenhaufen – und MP Dietmar Woidke fährt erstmal in den Urlaub

    Offenbar hat das Ahrtal niemanden etwas gelehrt.

    Und Klaus Kelle beschimpft MICH „Ihnen und der AfD sind die Menschen in Berlin doch total egal“.

    1. Offenbar gut recherchiert !

    2. Beruhigend, daß zumindest unserem Bundeskanzler ( “ LINKS ist VORBEI !!“ ) die frierenden Menschen in Berlin und der Linksterrorismus NICHT egal sind …

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