Die westliche Führungsmacht führt endlich wieder
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mein Vertrauen zu den amerikanischen Verbündeten wächst täglich. Durch Rat aber auch durch Tat. Denn Trump redet nicht nur – manchmal auch disruptiv gegenüber Freund wie Feind – er handelt auch. Heute Nachmittag zum Beispiel.
Da haben Spezialeinheiten der US-Marine sowohl im Nordatlantik vor der Küste Islands als auch in der Karibik die beiden unter russischer Flagge fahrenden Öltanker „Marinera“ und „Sophia“ der russischen Schattenflotte geentert und die Kontrolle über die sanktionierten Rostlauben übernommen. Grund: „Verstöße gegen US-Sanktionen“. Während des Einsatzes gegen die „Marinera“ waren ein russisches Kriegsschiff und ein U-Boot in der Nähe, griffen aber nicht ein.
Es ist atemberaubend, mit welchem Tempo die USA aus ihrem jahrelangen Tiefschlaf aufwachen und wieder die Führung der westlichen Welt in die Hände nehmen.
Die Geschichte mit Grönland gefällt mir nicht, obwohl ich auch da Trump und seiner Administration in der Analyse zustimme. Grönland und die Arktis sind von zentraler strategischer Bedeutung – sowohl aus unserer als auch aus der Sicht unserer Feinde und Konkurrenten. Dänemark kann das nicht allein wuppen – muss es allerdings auch gar nicht, denn die USA und die NATO können das gemeinsam ökonomisch entwickeln und schützen vor…den anderen.
Heute hat sich der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social ausdrücklich noch einmal zur NATO bekannt: „Wir werden immer für die NATO da sein, auch wenn sie nicht für uns da sein wird.“ Russland und China hätten allerdings keine Angst vor der NATO, wenn Amerika nicht dazugehören würde.
Und auch da hat er wahrschinlich recht.



Deutschland, Frankreich, Großbritanien, Polen, Italien und Spanien, allesamt in der Nato, haben die USA vor einer Annexion Grönlands gewarnt. Das kann nur heißen: Die kennen die strategische Bedeutung dieser Region nicht so genau wie Trump. Wenn ein russisches Frachtschiff russisches Uran transportiert, wird bestimmt keine Spezialeinheit der amerikanischen Marine eingreifen. Die Russen werden wohl froh sein, die schwimmenden Schrottberge losgeworden zu sein.
Wir erleben gerade die Neuauflage der Monroe-Doktrin live & in Farbe. Ich kann daran wirklich nichts Gutes finden. Die bisherige regelbasierte Weltordnung zerbröselt und das (Vor)Recht des Stärkeren ersetzt ebendiese. Ja, diese Weltordnung war und ist nicht perfekt aber immerhin das Beste seit seit WK II.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die asiatische Variante dieser Doktrin durch China gegenüber Taiwan zelebriert werden wird. Die russische Variante erleben wir aktuell bereits in der Ukraine.
Ich staune offen über diesen Beitrag und Führung der westlichen Welt würde ich das nicht mehr nennen. Es sei denn, Sie verstehen darunter dass Europa an der Hundeleine der USA seinen vorgegebenen Weg geht. Das Bekenntnis zur NATO klingt gut, aber ist es mehr wert, als die Tatsache, dass ein Herrchen seinen Hund füttert?
Mich beunruhigt dies schon sehr.
@Johannes,
ganz im Gegenteil, Sie sehen doch, dass die europäischen Staaten in der Ukraine-Frage zunehmend eine eigenständige Linie fahren. Und es ist Trump absolut zu danken dafür, dass er uns hier auf dem alten Kontinent endlich in die Erwachsenenwelt schubst.
Europa ist schlecht aufgestellt, aber es ist wirtschaftlich stark genug und in ein paar Jahren auch militärisch. Aber es muss die Lehren aus den Erfahrungen der vergangenen vier Jahre ziehen. Das Einstimmigkeitsprinzip der EU- und der NATO-Staaten muss weg, so sympathisch es anmutet. Und Staaten, auf die im Konfliktfall kein Verlass ist, müssen raus.
China beobachtet genau, wie erfolgreich Putin in der Ukraine ist 🙂 Glauben Sie mir, das will XI nicht erleben. Zumal die Armee Taiwans deutlich stärker aufgestellt ist, als es die Ukraine 2022 war. Und – auch das ist anders – die USA haben auf Taiwan einen großen Stützpunkt mit – ich glaube – etwa 28.000 Soldaten und modernen Kampfflugzeugen. Außerdem fahren da immer mal US-Trägerflotten vorbei. Taiwan produziert über 90 % der weltweit fortschrittlichsten Chips (unter 10 Nanometer), primär durch den Marktführer TSMC. Diese Chips sind das Herzstück fast aller modernen US-Technologien – von Smartphones und KI-Rechenzentren bis hin zu medizinischen Geräten und Autos.
Niemals werden die Vereinigten Staaten zulassen, dass das unter chinesische Kontrolle kommt.
Klaus Kelle
Ja, Zustimmung bei dem Punkt, dass es Trump zu danken ist, dass Europa in militärischer Hinsicht aufwacht.
Bei Taiwan sehe ich dass inzwischen anders. Die USA haben ihren Anspruch „Welthegemon“ zu sein, unter Trump aufgegeben. Eine neue, multipolare Weltordnung mit abgegrenzten Einflusssphären zeichnet sich ab. Ob die USA für Taiwan wirklich in den Krieg ziehen, bezweifle ich daher inzwischen stark; die früheren Gewissheiten sind dahin.
Die USA wollen HEUTE eine sauberen und geordneten Hinterhof; und dies sowohl nach Süden (= Südamerika) als auch nach Norden (=Grönland).
Die Chiptechnologie ist verlagerbar und dies erwarte ich auch. Die USA werden diesen strategischen Nachteil schnell beheben.
Lieber Klaus,
auch wenn es dir (und vielen Anderen) zu missfallen scheint, ist Taiwan bereits heute KEIN unabhängiger Staat. Deutschland hat sich offziell zur „Ein-China-Politik“ bekannt, demzufolge ist es Chinas gutes Recht das abtrünnige Schaf zurück zur Herde zu bringen. Auch die USA halten es wie Deutschland, was nichts anderes bedeuten kann, als dass die USA einen Stützpunkt auf Chinesischem Staatgebiet errichtet haben und regelmäßig mit Kriegsschiffen in fremde Hoheitsgewässer eindringen.
Ich sage es immer und immer wieder und kann es nur gebetsmühlenartig wiederholen: Der größte Kriegstreiber der Moderne sind die USA. Eine Volkswirtschaft, die ohne Krieg nicht überlebensfähig wäre und noch heute Piraterie betreibt, um Rohstoffe zu sichern.
Der Angriff auf Venezuela und die Reaktionen der Weltöffentlichkeit sind gleichzeitig ein Offenbarungseid und ein Armutszeugnis. Das Recht des Stärkeren gilt wieder und das Wettrüsten hat längst begonnen. Wer heute noch meint, dass Amerika die Demokratie und Frieden bringt und neuerdings nicht nur gegen Terrorismus sondern neuerdings auch gegen Drogen Krieg führt, befindet sich seit 2011 in einem geistigen Tiefflug.
Wir befinden uns auf geradem Weg zum 3. Welktrieg und niemand scheint zu verstehen, dass wir gerade alles mit dem Arsch umwerfen, was nach Ende des 2. Weltkriegs mühsam aufgebaut wurde um langfristigen Frieden auf der Welt zu sichern. Die Diplomatie ist gescheitert, der Friede nichts anderes als die Vorbereitungszeit zwischen Kriegen.
Ich höre euch alle schon „Ja“ schreien, wenn das nächste Mal die Frage nach dem totalen Krieg gestellt wird.
Ihr habt vergessen, welche Not, welches Leid und welches Elend mit Krieg einhergehen. Ihr habt vergessen, wofür es die Rechtsstaatlichkeit und die Souveränität von Staaten gibt und ihr habt vergessen, dass ihr Kinder und Enkel habt, die euer Gefühl der moralischen Überlegenheit mit dem Gesicht im Schlamm der Schützengräben bezahlen werden.
Es ist erschreckend, mit welcher Geschwindigkeit sich Geschichte wiederholt und wie wenig lernfähig der Mensch tatsächlich ist. Daneben seid ihr ganz offensichtlich außer Stande Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu bewerten. Asien und Amerika werden wieder aufeinandertreffen und Europa wird zwischen den beiden Großmächten zermahlen werden. Wir sollten die Amerikaner zum Teufel jagen und uns auf die Verwaltung des internationalen Vermögens sowie die Produktion aller lebenswichtigen Güter spezialisieren – alternativ brauchen wir die atomare Abschreckung, einen Raktenschutzschirm, gesicherte Außengrenzen und eine Armee, die der von China und Amerika ebenbürtig ist.
Letzteres wird scheitern, weil Deutschland sich konsequent weigert, seine Führungsrolle einzunehmen und sich stattdessen von den Pleitestaaten Europas auf der Nase herumtanzen lässt. Damit bleibt nur eine Alternative für Deutschland (was ein Zufall) – wir müssen uns auf uns und das Wesentliche besinnen. Wir brauchen günstige Energie um billig zu produzieren und wir brauchen eine starke Währung um die Finanzmärkte und den Handel zu kontrollieren. Das gelingt nicht mit einer EU in ihrem derzeitigen Zustand und schon garnicht mit Nebenkriegsschauplätzen wie der Ukraine. Nationalstaatlichkeit und Souveränität sind unser Gebot der Stunde, wenn wir in einem Jahrhundert noch eine Rolle auf dem Internationalen Parkett spielen und existieren wollen. Eine 2. Schweiz, mit Wohlstand, Frieden, Vermögen und einer sicheren Zukunft für unsere Kinder und Kindeskinder. Klima, Ukraine und die Welt dürfen gerne die Verursacher retten, wir sind schließlich selbst nicht das Problem.
Guten Tag, ich lese ja hier nur noch mit, weil ich die geistige Ausrichtung des Hausherren in vielen Punkten nicht mehr ertrage. Ich kann Ihnen, Herr Ludwig, nur in jedem Punkt recht geben. Dr. Dieter Zorn
Abenteuer Meinungsfreiheit, lieber Herr Zorn….
„Die westliche Führungsmacht führt endlich wieder“?
Ob das Thomas Buergenthal auch so eingeschätzt hätte, oder eher als
Drohung, Entführung, Erpressung, Mord, Piraterie, Raub, usw.?
ALLES, was die Amerikaner machen, ist gut und richtig.
Wenn die Chinesen oder gar die Russen auch nur annähernd Vergleichbares tun würden – du liebe Zeit …
@H.K.
Mal abgesehen davon, dass ich Ihre überspitzte Formulierung die Amerikaner könnten ALLES machen als satirische Einlassung verstehe: Was hinter den Kulissen der globalen Staatsinteressen läuft, bleibt uns doch sowieso verborgen. Wir hören nur das, was wir hören SOLLEN, wie es der „Journalist“ Tilo Jung mal fordert. Die Amis stoppen rostige russische Öltanker und betreiben fleissig Handel mit den Iwan um ihre Kernkraft am Laufen zu halten. Zunehmend wird klar, dass Europa nicht mehr im Interesse der Amis steht. Die haben Interesse an Grönland nicht an Grunewald. Ab und zu dürfen die Euopäer mal etwas Dampf ablassen, derweil klopfen sich Trump und Putin kräftig auf die Schultern. Irgendwann werden sie Grönland mit Geld zuscheissen und, wie bei Alaska ja schon geschehen, als ihren Besitz ansehen. Zumindest ist das meine Vermutung.
Um es vorsichtig auszudrücken:
Ich bin immer wieder erstaunt über die europäische, insbesondere deutsche Doppelmoral.
Während die Einen sich nahezu alles leisten können, und wir stehen daneben und klatschen Beifall, dürfen die Anderen sich nicht ansatzweise entsprechend benehmen.
Gleichzeitig kritisieren wir Amerika von höchster Stelle und wundern uns, wenn die USA „das Europa nicht mehr Interesse der Amis“ steht.
Europa ist ein kopfloser Hühnerhaufen mit Endlosgegacker und Deutschland ein kompaßloser Möchtegernführer, der dreimal täglich seine Meinung ändert.
Wir bekommen nicht einmal andeutungsweise Ordnung in den eigenen Laden, aber wollen der ganzen Welt vorschreiben, wie sie zu leben hat.
Der Kanzler juckelt kreuz und quer durch die Weltgeschichte und kümmert sich einen feuchten Kehricht um „sein“ Land und „sein“ Volk.
Vielleicht sollte er sich The Donald tatsächlich einmal zum Vorbild nehmen, zumindest gelegentlich „Germany first“ sagen und tun, was er vollmundig verspricht.
Und DANN klappt es – vielleicht – auch wieder mit dem „für voll genommen werden“ …
Bitte einmal „die USA“ streichen.
@H.K.
Sehen wir’s doch mal positiv: Wenn Trump eine sozialistische Regierung nach der anderen wegräumt, dürfen wir uns doch auch Hoffnungen machen.
Ironie aus
Vielleicht hofft unser einzigartiger, unvergleichlicher Kanzler ja darauf, daß The Donald Deutschland als „strategisch bedeutsam“ ansieht …
Könnte sein, dass Donald uns die Regierung abkauft. Wir würden einen Preisnachlass in Betracht ziehen.
Vielleicht sollten wir eher noch etwas drauflegen, wenn er sie nimmt und verspricht, sie zu behalten …
Es herrscht grosse Sorge, was passiert, wenn die USA sich Grönland holen. Das ist kein Spass, dann geht es um die NATO.
Trump und seine Administration stehen (zu Recht oder Unrecht) nicht für einen vorgestellten Westen, sondern für ihr eigenes Land.
Die Sache mit Maduro verzeihe ich ich Trump, habe sogar in gewisser Weise Verständnis für sein Vorgehen. Dennoch spüre ich ein leises Grummeln in der Magengegend. – Aber was Trumps Ambitionen bezüglich Grönlands betrifft, verstehe ich keinen Spaß; da heißt es für mich eindeutig „Hands off, Donald!“ Sollte sich irgendeine Großmacht über das einmalige, schützenswerte Naturwunder hermachen, so würde es schon sehr bald nicht mehr wiederzukennen sein. Eines der letzten ursprünglichen Paradiese auf Erden würde unwiederbringlich zerstört, letztlich aus blanker Profitgier. Die Weltgemeinschaft sollte dem umgehend und unbeding einen Riegel vorschieben. Gewiss, die autochthonen Bewohner Grönlands, also die rechtmäßigen Eigentümer gewaltiger Mengen an wertvollsten Bodenschätze, dürften mehrheitlich wohl auch daran interessiert sein, die in aller Welt heißbegehrten Rohstoffe langfristig gewinnbringend und wohlstandsmehrend für Land und Leute abzubauen. Allerdings müsste gewährleistet sein, dass gerade hier wohlüberlegt, in Ruhe und mit größtem Respekt vor der Einmaligkeit der örtlichen Gegebenheiten zu planen und vorzugehen wäre. Die örtlichen Bedingungen sollten mit äußerster Vor- und Umsicht in jeglichen Vorhaben berücksichtigt werden. Ein verbindliches Memorandum bezüglich Bestandsaufnahme und Vorgehensweise aufzustellen, wäre möglich, ja geboten angesichts der Fragilität des Ortes. Allerdings könnte sich dies letztlich als nicht verbindlich genug, als dehn- oder auslegebar, erweisen. Schon bald könnte sic eine Wildwest-Mentalität einstellen, welche die Insel schlussendlich ihrem optischen und ökologischen Untergang preisgäbe. Das Schlimmste, was Grönland passieren könnte, wäre, wenn sich eine Meute profitgieriger geldgieriger Konsortien auf seinen seit Ewigkeiten wohlversteckten und gehüteten, unermesslichen Reichtum in Goldgräber-Manier stürzen würde und dabei das feine, hochgradig fragile Antlitz der einzigartigen, grandiosen Insel unter dem ewigem Eis (nebst ihrer einmaligen Fauna – und Flora? ) ein für allemal räuberisch, rücksichtslos und dazu unwiederbringlich zerstören würde. Grönland besitzt lediglich drei offizielle Weltnaturerbe-Stätten. Warum erklärt man nicht ganz Grönland zum Weltnaturerbe? Ich wäre dafür, dass das ganze grönländische Territorium, Land und Meer, aufgrund seiner Einmaligkeit auf diesem Planeten, zum Welterbe der Menschheit deklariert wird. Die Hauptinsel, alle Nebeninseln sowie die unnachahmliche Lebensweise seiner Bewohner, kurz alles, was Grönland, eine der grandiosesten Regionen der Welt ausmacht und uns an ihm in Demut bewundern lässt.
Bezüglich Grönland bin ich aktuell etwas irritiert über die Aussage von Merz „Grönland den Grönländern!“. Wer Vergleichbares über Deutschland sagt, oh ha! Bademantel – mindestens!!! Trump könnte auf die Idee kommen, die Grönländer zu kaufen, um ein Votum pro USA zu erwirken. Einen militärischen Übergriff kann ich mir nicht vorstellen.
Grönland den Grönländern? Alle „Grönländer“ sind Dänen. Wer fängt diesen Kanzler wieder ein?
„ Die Weltgemeinschaft sollte dem umgehend und unbeding einen Riegel vorschieben.“
Die WELT-Gemeinschaft ??
Wir kriegen nicht einmal in Europa eine einheitliche Regelung ( Migranten, Sommerzeit, Verbrenner … ) hin – und dann soll die ganze Welt EINE Meinung zusammentrommeln – OHNE Veto womöglich ??